Montag, 1. Dezember 2014

Hartmudo: Breaking Bad auf Maxdome

Über „True Detective“ und „Life from Mars“ hatte ich ja schon berichtet. Es ist doch so, dass meine Löwin und ich seit geraumer Zeit auf Serien abfahren, wobei ich für True Detective einen Alleinvertretungsanspruch habe. Sei es drum, egal.
„Mad Dogs“, eine Nachfolgeserie von Life from Mars, hatten wir die erste Staffel noch zusammen gesehen. Jetzt, wo die zweite von vier Staffeln ansteht, da schwächelt meine Löwin. Sie ist zur Zeit gerade mal für „Big Bang Theory“ aufnahmefähig, weil sie leider justamente eine Menge um die Ohren hat. Also werde ich auch Mad Dogs …
Dies aber nur zur Einleitung, denn eigentlich wollte ich heute über Maxdome schreiben. Denn insbesondere dieses Jahr wurde überdeutlich, das die Fernsehserie als solche dem Kino mehr und mehr den Rang abläuft. Im Kino laufen quasi nur noch hektische Actionstreifen in 3D; Für die ruhigen, langen Bildeinstellungen sowie gut entwickelte Stories nebst sauber gezeichneten Charakteren hat sich neuerdings die Fernsehserie, gerade auch die „Kurzserie“, in den Vordergrund geschoben.
Dies gilt in erster Linie für die US amerikanischen Produktionen. Die Europäer, also Deutsche, Franzosen oder Engländer, haben dies noch nicht mitgekriegt. Aber in Europa wurde ja schon immer Wert auf Qualität bei den Serien gelegt, so das hier nicht unbedingt großer Handlungsbedarf besteht.
Mein Vor Maxdome Gesicht

Aber es ist schon erstaunlich, wie die Amis so nen Quantensprung hinbekommen haben. Ob Blacklist, True Detective, Breaking Bad, Fargo, Dexter … Die Reihe ist endlos, aber im Vergleich zu den CSI – Dingern oder auch Castle, Bones etc bestechen diese Serien durch diesen Hauch von Programmkino Atmosphäre. Da blitzen stellenweise Tarantino oder die Coen Brüder durch. Die Qualität der Drehbücher ist hoch. Das ist keine 08/15 Dutzendware mehr.
Die Frage ist natürlich: Warum? Ganz einfach, weil der Markt dafür da ist. Und weil die Leute über 30, die einen gut bezahlten Job haben und das Geld bringen, keinen Bock mehr auf hohle Kinoaction haben. Diese Menschen, also auch ich, wollen gute Geschichten sehen und sind auch bereit, dafür Geld auszugeben.
In Zeiten, wo das „normale“ TV ja immer schlechter und austauschbarer wird, etabliert sich seit geraumer Zeit so nebenbei ein Markt für eine andere Flimmerkiste. Dank Internet boomen die „Video on Demand“ Dienste wie Watchever, Maxdome, Amazon Prime oder auch Sky Snap wie verrückt. Netflix, der größte amerikanische Anbieter, ist seit kurzem auch noch in Deutschland unterwegs.
Insbesondere Netflix als auch Amazon Prime sind sogar dazu übergegangen, Fernsehserien selbst zu produzieren, weil sie dadurch volle Kontrolle nicht nur über die Senderrechte, sondern auch über die Zweitverwertung mit DVDs samt Merchandising behalten. Da sie diese logischerweise exklusiv über ihren eigenen Dienst veröffentlichen, können sie dadurch ihre Kunden besser an sich binden.
Dies funktioniert natürlich am Besten mit qualitativ hochwertigen Serien. Spielfilme sind hierbei weniger geeignet, da nur eine Serie Zuschauer dauerhaft an den „Video on Demand“ Dienst binden kann. Der Kabelsender „HBO“, der schon seit Jahren selber Serien produziert, hat dies allerspätestens mit „True Detective“ bewiesen.
Die Form der Kurzserie – z.B. 10 Folgen bei True Detective – verhindert das Auslutschen einer guten Story. Nicht zuletzt deshalb waren Twin Peaks oder auch 24 (jede Staffel eine separate, aber durchgehende Story) so erfolgreich. Der Zuschauer will einfach wissen, wie es weitergeht.
Gegen die packenden neuen Serien der Amis, die neben starken Drehbüchern zusätzlich dank herausragenden und auch bekannten Schauspielern punkten können, sehen deutsche Formate wie der klassische Tatort oder Wallander wie Barnaby richtig hausbacken aus. Bei Serien wie „Breaking Bad“ oder „Fargo“ mit den atemberaubenden Bildern hält das große Hollywood Kino Einzug auf der heimischen Flimmerkiste.
Wer da meint, das ihn „diese ganze Ami-Kacke“ nicht interessieren würde, verpaßt das Beste und braucht ab hier auch nicht mehr weiterzulesen. Jedem das Seine halt.
Die bis eben beschriebenen Änderungen im Fernsehkonsum sind mir schon seit längerer Zeit aufgefallen, allein die notwendige Konsequenz zu ziehen fiel mir bislang nicht ein. Bis Samstag vor 2 Wochen.
An jenem Nachmittag brachten meine Löwin und ich unseren alten Opel Agila zu Danny, der diesen verwerten wird. Beim Bierchen bei Danny im Wohnzimmer berichtete er freudestrahlend von seinem Google Chromecast, der übers WiFi Medieninhalte in HD auf seinen Fernseher streamt.
Und er führte uns dies auch sogleich vor. Zum Thema Chromecast hatte ich mich schon vor Monaten informiert, meine Löwin hingegen war sofort wegen Maxdome hin und weg. In dem Moment, wo Danny das Startmenü von Maxdome aufrief, war die Sache eigentlich schon entschieden.
Danny machte es uns aber auch richtig schmackhaft. Er selbst ist gerade von Watchever zu Maxdome gewechselt, weil er bei Maxdome im Monatspaket das größere und besserere Seriengebot hat. 7,99 € im Monatsabo und Du kannst die Serien sogar aufs Tablet laden und Offline gucken. Ideal für den Urlaub.
Meinen Chromecast bestellte ich noch am gleichen Abend; Meine Löwin schlug am Sonntag zu. Jetzt können wir mit einem Account 2 verschiedene Serien oder auch Filme gleichzeitig auf zwei Geräten schauen – ideal für den frühen Abend. Sie kann Castle oder Big bang Theory schauen, während ich mit Walter White in Albuquerque unterwegs bin.
Gee – nau. Breaking Bad ist bei mir angesagt. Diese zu Recht hochgelobte Serie, die in den letzten Jahren beständig Emmys und Golden Globes abräumte, lief in Deutschland im Free TV lediglich auf Arte – spätabends gut versteckt - und ging ständig an mir vorbei. Schade eigentlich, aber so kann ich die Serie komplett in Reihe verfolgen.
62 Folgen über Walter White, dem krebskranken Chemielehrer, der nebenbei noch in einer Autowaschanlage arbeiten muß und zuhause unter dem Pantoffel seiner Frau steht. Wer ist für diese Rolle besser geeignet als Bryan Cranston, der in der Teeny Serie „Malcolm Mittendrin“ den cholerischen Vater spielte? Keiner. Wunderbar gespielt, wie tolpatschig er nach und nach immer tiefer in den Sumpf des Drogenhandels rutscht, weil er seinen behinderten Sohn und die schwangere Frau Geld hinterlassen will. Krebs im Endstadium! Die Verwandlung, die Walter im Laufe der Serie durchmacht, ist schon beängstigend.
Als Partner zu ihm passt Jesse Pinkman perfekt. Der Crystal Meth Kocher führt Walter quasi in die Szene ein und ist herrlich chaotisch. Aaron Paul setzt hier einen genialen Gegenpart zu Walter White.
An der B4 - fast wie New Mexico

Auch die Nebenfiguren wie Walters Schwager Hank, der passenderweise bei der Drogenfahndung (DEA) beschäftigt ist und wie Vin Diesel durch die Gegend astet. Köstlich. Skyler, Walters Frau und auch Walter Jr. (genau, sein Sohn) setzen schöne schräge Momente in die Serie. Den Anwalt Saul Goodman habe ich noch nicht kennenlernen dürfen, da ich gerade erst bei der 9. Folge bin.
Die Serie versprüht reichlich schwarzen Humor und wartet mit überwältigenden Landschaftsbildern und Charakterstudien auf. Stellenweise sitze ich quasi „fixiert“ mit offenem Mund vor der Glotze. Wenn ich so unterwegs bin, dann hat mich das Fieber voll erwischt. Wie bei True Detective halt auch.
Eigentlich wollte ich mir die Serie ja als DVD Box ins Regal stellen, weil diese gerade im Angebot ist. Aber 98 Tacken ist ja die Gebühr für ein Jahr Maxdome – da viel mir der Schritt zu Maxdome umso leichter.
Und jetzt noch das Zuckerli: Zattoo kann ich dank Chromecast jetzt auch in Top Qualität auf den Fernseher streamen. Das bedeutet Sport 1, damit 2. Liga und damit die Montagsspiele und damit heute Eintracht gegen Nürnberg.
Da freut sich meine Löwin für dies Spiel aber allein, denn ich bin mit Harald im Stadion. Zu seinem Geburtstag habe ich ihn kurzerhand eingeladen, war einfach mal fällig. Ich hatte es schon fast vergessen, aber gottlob hat er mich an mein gegebenes Versprechen erinnert.
Hoffentlich können sich Tottes Löwen die in der vergangenen Saison gegen die Clubberer verschenkten 5 Punkte wenigstens teilweise zurückholen. Selbst wenn nicht, sieht es aber für Eintracht trotzdem gut aus mittlerweile. Nach 3 (!) Auswärtssiegen in der Liga und 4 Siegen in Folge kratzt die Mannschaft schon wieder oben an. Wenn sie diese Leistung konservieren und über die starken Gegner anfangs der Rückrunde retten könnten, dann fangen hier wieder alle an zu träumen.
Ich träume auch gern. Zur Not hilft mir Walter White über die Trauer hinweg, wenn die Träume wieder mal platzen sollten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen