Sonntag, 23. April 2017

Hartmudo Spezial: Mutter

9
Dienstag, 23.8. Heute stand der Termin in Stöckheim an. Das Curanis Heim am Stöckheimer Markt ist noch sehr neu und hat einen tadellosen Ruf. Das war von Sunny gut ermittelt worden, und so hatten wir heuer den Termin um 15.00 Uhr. Ich fuhr mit der Straßenbahn vom Bahnhof aus direkt nach Stöckheim. Bei der Arbeit hatte ich etwas eher Feierabend gemacht und kam kurz nach dem Terminbeginn an.
Bei schönstem Wetter schlenderte ich in Richtung des Heims und sah als erstes Bud, der gerade an seinem Kofferraum rumwerkelte. Meine Schwestern und Mutter waren schon im Heim, wusste er zu berichten. Da musste ich ich mich wohl oder übel auf die Suche nach den Mädels machen.
Ich hatte vor diesem Treffen ein zwiespältiges Gefühl ob der Aktion von Gundula in der Woche vorher. Der Vorwurf, ich würde meine Familie quasi für unterbelichtet halten, nagte noch an mir. Erschwerend kam das Fehlen von Berta und Bud zwei Tage vor dem Besichtigungstermin im Curanis Heim beim Kegeln mit den Trantüten hinzu.
Am Kegeltermin fehlten nämlich nicht nur Ralle und Josie, sondern auch Berta und Bud. Hatte dies am Ende etwas mit meinem WhatsApp Dialog mit Gundula zu tun? An der Kegelbahn war ich mehr als verunsichert, weil Berta und Bud nicht auftauchten. Sie hatten sich nicht abgemeldet, das ist doch sonst nicht Bertas Art.
Meine Löwin riss mich glücklicherweise aus der Lethargie und forderte mich auf, bei Beiden zu Hause anzurufen. Da hätte ich ja mal von selber drauf kommen können. Berta war auch sofort am Telefon und auch ganz normal drauf. Sie hatte sich blöderweise den Kegeltermin nicht aufgeschrieben. Jetzt war ich erleichtert, das ich mich geirrt hatte. Mal wieder völlig ohne Not hatte ich mir einen Kopf gemacht. Obwohl natürlich ein leichter Zweifel blieb...
Und deshalb meine zwiespältigen Gefühle vor dem Termin im Curanis Stöckheim. Geschwind eilte ich unverdrossen in das Gebäude und fragte an der Rezeption nach meinen Verwandten. Die Damen am Tresen wussten natürlich von überhaupt nichts und empfahlen mir die Suche im 2. Stockwerk.
Leicht genervt nahm ich die Treppe, geht ja schließlich schneller. Nachdem ich das zweite Stockwerk komplett umrundet hatte, fand ich meine Schwestern samt Mutter im Büro der Hausdame im 1. Stock. Diese Frau war ganz anders unterwegs als die Trulla im Augustinum. Eine sehr sympathische und offene Art brachte sie uns entgegen. Ruhig und sachlich erklärte sie die Philosophie des Hauses.
Auffällig war hier vor allem der Umgang mit den dementen Bewohnern des Hauses. Anders als im Augustinum werden diese hier nicht versteckt, sondern können sich völlig entspannt und selbstständig im Haus bewegen. Zumeist sieht man diese leicht Dementen vor dem Haupteingang (wo auch sonst?) herumsitzen.
Die schwer Dementen dagegen, die man auch hier nicht alleine auf die Straße lassen möchte, haben eine komplette Etage (die Zweite) für sich. Sie haben einen eigenen Speisebereich, der zugleich als Cafeteria dient. Das ist übrigens auf allen Stockwerken so. Selbst auf dem Dachgarten haben sie einen eigenen, abgeschlossenen Bereich für sich.
Weiterhin verfügt der Komplex über einen schön angelegten Innenhof. Dort konnten wir von oben aus einen kleinen Teich und einen Minigarten entdecken. Einzelne Parkbänke laden zum Verweilen ein. Die Hausdame führte uns zwischenzeitlich durch das Haus und zeigte uns sogar ein Appartement im oberen dritten Stockwerk, welches eine dem Augustinum vergleichbare Qualität bot.
Die dort wohnende Dame, witzigerweise eine alte Bekannte von Sunny aus ihrem Dorf, zeigte uns bereitwillig ihr trautes Heim. Gleich rechts von der Eingangstür befand sich ihr Bett, dadurch getrennt vom großzügig ausgelegten Wohnbereich samt kleiner Küchenzeile. Das Bad war barrierefrei eingerichtet. Überhaupt hatte die Dame es sich richtig gemütlich eingerichtet, da war ich richtig begeistert.
Mir fiel allerdings auf, das sich Mutter das Zimmer nur sehr oberflächlich betrachtete. Sie wirkte auf mich eher desinteressiert, obwohl sie dies leugnete. Ich denke, sie log uns an, weil sie uns nicht enttäuschen wollte. Heute denke ich, das ihr da schon alles mehr oder weniger egal war. Ohne die Möglichkeit, noch weite Reisen zu unternehmen, sank wahrscheinlich ihr Lebensmut in unendliche Tiefen.
Ich sprach Mutter deshalb direkt auf ihre geringe Resonanz an. Schließlich hatte sie das Zimmer gerade mal betreten und fuhr mit ihrem Rollator nach nicht einmal einer Minute wieder raus. Sie hatte die Wohnung lediglich bruchstückhaft gesehen. Mehr als zwei, drei Meter rollte sie nicht in die Wohnung. Als Antwort fiel ihr dazu lediglich ein, das die dort wohnende Frau merkwürdig und etwas dement wäre.
Vollkommen abstrus und daneben, diese Antwort. Die Frau war sehr nett und kriegte noch alles mit. Auf keinen Fall war sie dement. Bei Mutter war ich mir da mittlerweile gar nicht mehr so sicher. Ich vergaß diesen Gedanken aber schnell wieder, war sicher auch besser so. Ich hätte eh nichts am weiteren Geschehen ändern können.
Auf dem schönen Dachgarten schwärmte uns die Hausdame weiterhin von dem Heim etwas vor. Sunny, Berta und ich waren auch voll begeistert. Mutter saß da leider etwas abseits und teilnahmslos auf einem Stuhl herum. Als wir sie fragten, ob sie das denn hier auch so schön finden würde, nickte sie nur mit einem gequälten Lächeln. Ich denke, sie war zu diesem Zeitpunkt innerlich schon zerbrochen.
Zurück im Büro, erklärte uns die Hausdame das Pricing für den Fall, das ein Appartement für Mutter frei werden würde. Was im Moment leider nicht der Fall war, aber für gewöhnlich würde in ca. 2 Monaten etwas zu machen sein. Die Hausdame bezog das allerdings wohl auf ein Einzelzimmer im Heimbereich.
Egal, denn die Preise waren andere als im Augustinum. Gleich welche Pflegestufe, der von Mutter zu tragende Teil würde immer unter 1400 € liegen. Das klingt im ersten Moment teurer als das Augustinum, aber dort müsste sie wie in einem Baukastensystem alles zusätzlich bezahlen und wäre sehr schnell bei einem höheren Eigenanteil. Und ab Pflegestufe 2... Schon der Gedanke an die arrogante Tusse vom Augustinum treibt mir die Zornesröte ins Gesicht!
Meine Schwestern und ich waren uns einig, Mutter nickte sanft dazu.... Wir ließen Mutter für einen Platz im Curanis am Stöckheimer Markt vormerken. Vor der Tür verabschiedeten wir uns voneinander. Beim Weggehen fuhr Sunny mich noch an, das ich bei meinem morgigen Besuch Mutter komplett auf Curanis einschwören möge.
Das Augustinum wäre nichts für sie. Ich wies sie auf Mutters freien Willen hin, darauf entgegnete Sunny, das sie das nicht mitmachen würde. Notfalls sollte ich Mutter belügen und sagen, das im Augustinum kein Platz mehr frei wäre. Dann liess sie mich konsterniert zurück und fuhr nach Hause.
Ein leichtes Grummeln ging durch meinen Schädel, als ich mit der Bahn nach Hause fuhr. Mutter wollte ich eigentlich nicht belügen. Also hoffte ich, das sie es von selbst einsehen würde, wenn ich es ihr am nächsten Nachmittag in der Reuterstraße erklären würde.

Montag, 17. April 2017

Hartmudo Spezial: Mutter

8
Mittwoch. Eins stand jetzt schon fest: Zum Sport würde ich heute nach der Arbeit nicht fahren, Mutter geht vor. Also radelte ich nach der Arbeit in die Reuterstraße, um Mutter von dem Gespräch mit dem Augustinum zu berichten. Wie auch in den nächsten Wochen quälte ich mich durch die Demenzkranken, die im schmalen Eingang saßen und genau beobachten, wer ins Heim rein- oder rausgeht.
Wie üblich saß Mutter auf ihrem Bett. Bei all meinen Besuchen in diesem Zimmer in der Reuterstraße war das so. Und las sie anfangs noch in einem Buch oder hörte zumindest Radio, so sollte sie mit zunehmender Dauer immer matter und erschöpfter regungslos auf ihrem Bett sitzen. Sie wartete wohl nur darauf, endlich aus dieser Einrichtung herauszukommen.
Ihr gefiel es hier in keinster Weise, das betonte sie ja bereits von Anfang an. Als ich ihr das Ergebnis unseres Besuchs im Augustinum schilderte, hörte sie aufmerksam zu. Ich schilderte ihr unsere Bedenken bezüglich des Augustinums. Insbesondere, das der Heimrat der Bewohner etwas gegen den Zuzug einer 92jährigen hätte. Das konnte ich mir nicht verkneifen, zeigte dies doch, das die Einrichtung ihre Bewohner nur so lange schätzt, wie sie noch mobil und eben nicht pflegebedürftig sind.
Hier konnte Mutter einhaken. Eigentlich hatten Walter und sie nie an Aktivitäten im Augustinum teilgenommen. Die Bekanntschaften im Heim beschränkten sich denn auch aufs Begrüßen des Personals an der Rezeption. Und das Härteste war, das Mutter sich noch gut daran erinnern konnte, das die „Dementen" des Augustinums jeden Morgen im Rollstuhl in ein Zimmer im Erdgeschoss geschoben wurden, wo sie den ganzen Tag verbrachten.
Erst abends wurden sie laut Mutter wieder in ihre Zimmer geschoben. Praktisch, denn dadurch sind sie für die anderen Bewohner nicht sichtbar, man kann noch nicht einmal deren Geschrei hören. Das macht die eigentliche Qualität des Hauses aus. Viel zahlen, damit man das Elend um einen herum nicht mitkriegen muss.
Jetzt endlich konnte ich Mutter überzeugen. Sie davon abbringen, unbedingt ins Augustinum zu wollen. Meine rhetorische Frage an Mutter lautete, ob sie sich das wirklich vorstellen könnte, falls sie ihrerseits dement werden sollte. Wäre es dann nicht besser, sie würde wie in der Reuterstraße im Eingangsbereich frei sitzen können, anstatt in einem Zimmer mit anderen Dementen eingesperrt zu sein?
Nach kurzem Nachdenken stimmte sie mir schließlich zu. Ich erzählte ihr dann vom neu eröffneten Heim in Stöckheim. Dazu konnte ich ihr auch Fotos auf meinem Tablet präsentieren, die auch Mutters Zuspruch fanden. Am nächsten Dienstag hätten wir dort einen Termin, da konnte ich ihr Hoffnung machen. Das Berta und Sunny sie zum Termin abholen würden, erzählte ich ihr nicht, wie abgesprochen.
Abends saß ich erst einmal gemütlich zu Hause. Meine Löwin war bei ihrer Mädelstruppe und ich hatte endlich wieder Muße, meine Serie zu gucken. Zur Zeit die zweite Staffel „Better Call Saul". Da riss mich eine Whatsapp von Gundula aus dem Sulky.
Gundula war stinksauer auf mich. Sie hatte von ihrer Mutter gehört, das ich sie alle für „unterbemittelt" halten würde, sie meinte sicher unterbelichtet. Sie hatte mich nicht angerufen, weil sie dann laut geworden wäre. Deshalb drückte sie ihren Ärger, ihre Wut schriftlich aus, damit ich mich auch noch äußern kann. Heute bin ich davon überzeugt, das sie in dem Moment instinktiv ahnte, was für einen Quatsch sie da von sich gab.
Mein Puls raste. Was war das denn jetzt? Ägypten? Wie kam ihre Mutter Berta nur auf dies schmale Brett? Sicherlich hatte ich in letzter Zeit etwas unwirsch reagiert, wenn ich mit Berta über Mutter und besonders das weitere Vorgehen zu ihrer bestmöglichen Versorgung, also Unterbringung, sprach. Da fuhr ich ihr häufig aggressiv in die Parade, so wie ich leider das unter Stress auf der Arbeit mit meinen Kunden mache.
Eine schlechte Charaktereigenschaft, die wir drei Geschwister übrigens alle geerbt haben - von unserer Mutter. Manchmal kann ich mich phasenweise mit dem Rumpoltern zurücknehmen, aber bei dem ganzen Hustle um Mutter vergaß ich diesbezüglich sämtliche guten Vorsätze. Schließlich ist niemand unendlich belastbar.
Ich halte weder Berta noch Gundula für dumm, auch nicht den Rest der Familie. Aber ich habe schon immer ein Problem damit gehabt, wenn jemand nicht in der Lage ist, rationelle Entscheidungen zu treffen, wenn es nötig ist. Das macht mich aggressiv. Durch meinen Job habe ich viel mit Leuten zu tun, die eben dazu nicht in der Lage sind, Entscheidungen für ihr Leben zu treffen und dann nur noch rumeiern. Aber genau deshalb werden solche Leute ja meine Kunden.
Seit 25 Jahren mache ich den Job. Und wenn ich privat auch noch mit „Rumeiern" konfrontiert werde, vor allem dann, wenn ich selbst involviert bin - wie bei Mutter - dann poltere ich los. Allen gegenüber übrigens, fragt meine Löwin, die musste auch schon unverdienterweise einige schräge Sprüche von mir ertragen.
Nein, nein, nein. Wenn schon, dann halte ich nicht Berta und ihre Familie für dumm, sondern alle meine Mitmenschen. So arrogant werde ich häufig, wenn ich unter Dampf fahre. Dann kann jeder in meinen Augen ein Idiot sein, da benachteilige ich Niemanden und schließe keinen aus. Ich werde jedes Mal sauer, wenn jemand nicht auf den Punkt kommt und irgendwelche Geschichten erzählt, anstatt Klartext zu reden. Vorzugsweise dann, wenn es wirklich schnell gehen muss. Und dies war bei unserer Sorge um Mutter häufig der Fall. Wenn es darum geht, was genau jetzt zu veranlassen ist, dann sind Sachen wie „das kenne ich selbst, weil das hatte ich selber..." nicht hilfreich. Da werde ich ungeduldig, das dauert mir zu lange. Dann werde ich ungerecht, zumal ich das Rumeiern ebenfalls perfekt beherrsche. Es ist ja nicht so, als ob ich das nicht können würde. Meine Löwin wirft mir das - mit Recht – ab und an vor. Das hindert mich natürlich in meiner Selbstgefälligkeit nicht daran, dies anderen vorzuwerfen.
Ich schrieb Gundula sofort zurück. Ich schrieb, das wir alle 3 Geschwister unter Druck stehen und das Mutter dazu neigt, uns Geschwister gegeneinander auszuspielen. Ich schob Bertas Aussage Gundula gegenüber auf den Stress, der für Berta sicherlich noch größer als für mich ist. Ich erinnerte Gundula auch an die leidige alte Story, das mich meine Familie jahrelang fälschlicherweise für schwul gehalten hatte, weil ich solo ohne Freundin durchs Leben ging. Den Vergleich musste ich an dieser Stelle noch bringen.
Einwurf: Nach meiner Antwort per Whatsapp habe ich weder Berta zur Rede gestellt noch Gundula gefragt, was genau Berta gemeint hatte. Das war und ist mir zu blöde, da bin ich stur. Heute gehen wir alle miteinander um wie vorher auch, also was soll`s. Man kann auch alles tot diskutieren.
Wenigstens habe ich anschließend gesoffen. Ich hatte noch reichlich Pils, hörte AC DC und vergrub mich in meinen Frust. „Warum nur, wieso..." Ich war konsterniert und machte einige Dosen platt, bis meine Löwin auftauchte und ich ihr von der merkwürdigen Whatsapp erzählte. Meine Löwin konnte sich ebenfalls keinen Reim auf die Angelegenheit machen und legte sich alsbald schlafen, derweil ich noch eine Dose öffnete und mich weiterhin meiner Musikbox widmete, bis ich mich schließlich auch hinlegte.

Sonntag, 16. April 2017

Hartmudo Spezial: Mutter

7
Der Dienstag startete mit viel Schreibkram auf der Arbeit. Dann erhielt ich von Sunny eine Whatsapp Nachricht, die mich unwillkürlich stutzen ließ. Berta sei auf dem Weg nach Hause und würde zum Termin im Augustinum kommen. Das wusste ich ja bereits. Dazu bedankte Sunny sich höchst ironisch, dass ich zurückgerufen habe. Hatte ich ja nicht, sollte ich? Wieder war ich irritiert und schrieb ihr zurück, dass ich von einem Rückruf nichts mitbekommen habe. Hätte ich stattdessen etwas nachgedacht….
Jetzt, Tage später, hätte ich mich einfach entschuldigt, dass ich nicht zurückgerufen habe. Doch ich war an dem Montagabend durch, die ganze Telefoniererei war nervig genug und für Hamburg musste ich nebenbei auch noch was regeln. Richtigerweise hätte ich zurückrufen und Sunny sagen müssen, dass Berta doch mitkommt. Und/oder fragen, warum der Termin ohne Berta platzen sollte? Das hatte ich am Vorabend nicht verstanden.
Egal, so motzten wir uns via Whatsapp für nichts und wieder nichts an. Hinterher ging es mir sehr schlecht; Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Sunny wollte noch eine Einrichtung in Stöckheim checken und war sauer, weil sie zum Ohrenarzttermin von Mutter mit ihr ohne Berta hinfahren und den halben Tag dort genervt sitzen musste. Diesen Nerv kenne ich selbst zur Genüge und konnte es mir nicht verkneifen, dies Sunny auch zu schreiben. Völlig unnötig, die ganze Aufregung, wie sich später zeigen sollte.
Aber der Reihe nach. Innerlich noch etwas aufgewühlt, stieg ich eine halbe Stunde vor dem Termin vor dem Augustinum vom Fahrrad. Ich meldete mich beim Empfang an und erzeugte bei der Empfangsdame ein Gefühl von Unverständnis, das ich sie anspreche, weil ich ja viel zu früh (eine halbe Stunde) da war. Leicht angesäuert erklärte ich der Frau, dass ich ihr einfach nur sagen wollte, wer sich warum dort aufs Sofa in der Lounge hinsetzt.
Nach ein paar Seiten in meinem Buch kam Mrs. T um die Ecke und verwickelte mich sogleich in ein Gespräch. Zum Glück kamen draußen Berta und Sunny gerade vorgefahren, jetzt konnte die Show beginnen.
Mrs. T zeigte uns zuerst zwei Appartements im Haus. Das eine davon, 35 qm groß, könnte das von Mutter sein. Das wäre das momentan einzig freie Appartement. Ein Balkon, wie ich ihn von Walter her noch kannte. Mit einem Schiebevorhang wird ein Teil des Zimmers mit dem Bett vom Raum verborgen. Praktisch, wenn Mutter mal Besuch haben sollte. Selbst eine kleine Küche ist vorhanden, Bad sowieso.
Anschließend sprachen wir im Büro von Mrs. T über das Finanzielle. Mrs. T erwähnte nochmals, das sie normalerweise Mutter mit ihren 92 Lenzen ablehnen müssten, da die Einrichtung an langfristigen Bewohnern interessiert sei. Auch wäre das Ganze mit einem zweiwöchigen Probewohnen gekoppelt, einen Prospekt dazu drückte sie uns nebenbei in die Hand. Und sie wollte sichergehen, dass Mutter nicht dement sei. Dies wäre ebenfalls ein Hinderungsgrund der Anmietung, weil Demente vollkommen verwirrt das Haus verlassen, in der Stadt umherirren und die Einrichtung für ihre Sicherheit nicht garantieren kann.
Hierzu äußerte ich mich nicht. Noch – ich betone: noch! – konnte ich mich zurückhalten.
Laut den mir zugeschickten Prospekt würde das Zimmer 1560,- € kosten, dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls. Mrs. T startete aber bei 1700,- € (ich blieb stumm) und rechnete dann immer mehr dazu. Frühstück und Abendessen, Versicherungen wie Haftpflicht etc. (60,-€ für Versicherungen pro Monat – Ruuuhig, Brauner…) und jede Menge anderer Kosten. Telefonflatrate, Putzen von Fenstern, das Bringen von Essen aufs Zimmer (2,-€ zusätzlich…) Müll wegbringen, Reinigung des Zimmers…
Bei 2400,-€ pro Monat machte sie einen Zwischenstopp und erklärte uns dann das mit der Pflege. Bieten sie alles – ambulant. Preiswerter als die Konkurrenz, da keine Fahrtkosten entstehen. Leider zahlt die Pflegekasse nicht alles… Pflege im Zimmer bis zum Tod. Und bis zu 5000,- € und jetzt musste ich mich äußern, ich konnte es mir diese Litanei nicht mehr anhören. So eine arrogante Ziege!
Ich beherrschte mich nur mühsam und sagte ihr, dass wenn es nicht um unsere Mutter gehen würde, sondern um mich, dass ich mich dann auf diesen Deal nicht einlassen würde. Ich würde eine Wohnung im Erdgeschoss anmieten und ein ambulanter Pflegedienst würde in die Wohnung kommen. Wenn es irgendwann nicht mehr gehen würde, dann wäre ein Pflegeheim mit Vollpflege erste Wahl. Dort zahlt die Pflegekasse bekanntlich mehr Geld. Ich erwähnte noch, dass hauswirtschaftliche Verrichtungen wie Putzen, Einkaufen, Müll wegbringen etc. Bestandteil der Leistungen der Pflegekasse bei Pflegestufe 1 sind. Dass die Einrichtung daher bei der vorgestellten Serviceleistung wohl doppelt kassiert, erwähnte ich nicht, weil ich Mutter den Gang ins Augustinum nicht verbauen wollte.
Mrs. T entgegnete aalglatt, das die Pflegeheime auch nicht wirklich eine Vollpflege bieten. Da gibt es sehr viele Beschwerden (stimmt) und außerdem geht es darum, sich die letzten Jahre schön zu machen. Das sollte es einem doch wert sein.
Kurz danach verabschiedeten wir uns. Wir sollten das Ganze mit Mutter besprechen und dann noch einmal melden, wenn Mutter sich für das Augustinum entscheiden würde. Eigentlich wollte ich mit Berta und Sunny hinterher noch einen Kaffee trinken und dabei die Missverständnisse des Vormittags ausräumen, aber stattdessen standen wir auf dem Parkplatz noch eine Viertelstunde dumm herum und laberten.
Aber wir konnten so einiges aufklären. Berta hatte einen Anruf von mir gegen 21.00 Uhr am Vorabend nicht verstehen können, weil ich sie wohl fragte, ob sie und Bud mit nach Hamburg kommen würden zu irgendeiner Führung. Ich wirkte am Telefon wirr auf sie - und war in diesem Moment tatsächlich verwirrt. Wovon redete sie da eigentlich, was war passiert? Ich hatte doch nichts gesoffen! Die Gespräche über Hamburg hatte ich mit Patti, Urmel sowie Jenny und Kroll geführt.
Während dieser Telefonate sprach meine Löwin zeitgleich mit Berta übers Festnetz. Berta musste da irgendwie meine Stimme (ich sprach sehr laut ob der ganzen Aufregung) aufgeschnappt haben oder sonstwie in die Leitung geraten sein, eine andere Erklärung hatte ich nicht parat. Warum sollte ich auch Berta wegen Hamburg fragen, nie und nimmer würde ich sie in diesem Kreis mitnehmen. Alleine mit Bud gerne, aber mit den Zuckerpuppen? Merkwürdig.
Sunny wies noch einmal darauf hin, dass Mutter schon immer dazu neigte, uns gegeneinander auszuspielen. Meine Schwestern hatten sich nämlich mit Mutter nicht gestritten. Das mit dem gegeneinander Ausspielen sehe ich genau wie Sunny und Berta, da waren wir uns aus jahrelangem Umgang mit Mutter endlich mal einig.
Berta wollte sicherheitshalber noch einen Termin in Stöckheim machen, damit wir wenigstens eine Alternative für Mutter in Petto haben. Denn auch Berta und Sunny fanden die Show von Mrs. T und das Geschäftsgebaren der Einrichtung nicht in Ordnung. Ich würde auf alle Fälle am nächsten Tag zu Mutter in die Reuterstraße fahren und ihr von dem Gespräch mit Mrs. T berichten. Dabei würde ich versuchen, Mutter das Augustinum auszureden. Berta und Sunny würden Mutter zum Termin in Stöckheim blind abholen, dann könnte sie die Einrichtung dort gleich begutachten und wir sparen einen Weg.
Zuhause atmete ich anschließend erst einmal durch. War etwas viel gewesen an diesem Tag. Wenigstens waren sich meine Schwestern und ich über die weitere Vorgehensweise einig.

Samstag, 15. April 2017

Hartmudo: englische Woche 1/3

Sonntag, 2. April. Eintracht startete in die englische Woche mit dem Auswärtsspiel in Lautern. Dort gab es für die Eintracht in den letzten Jahren wenig zu holen. Daher war ich trotz der zuletzt guten Ergebnisse der Eintracht eher skeptisch, was den Ausgang des Spiels anging. Über einen Punkt wäre ich echt glücklich gewesen.
Tags zuvor schlug 96 Union Berlin mit 2:0 und machte das Rennen um den Aufstieg so richtig spannend. Eintracht brauchte deshalb einen Sieg, um den Anschluss halten zu können. Durch Hannovers Sieg winkte jetzt sogar der erste Platz, falls Stuttgart zuhause gegen Dresden schwächeln sollte. Für Spannung war also gesorgt, und das, nachdem ich die Hoffnung auf eine Spitzenplatzierung nach den ersten Spielen der Rückrunde schon aufgegeben hatte. Doch die Siege in Düsseldorf und zuhause gegen Heidenheim in letzter Minute haben die Hoffnung genährt, das die Eintracht doch noch im Aufstiegsrennen verbleibt.
An diesem Sonntag arbeiteten meine Löwin und Mary in der Fischbude des Angelvereins. Ostermarkt in Groß Schwülper, da gab es natürlich Fischbrötchen. Vor allem Mary macht der Fischbrötchenstand Spaß, wie Charles und ich bei unserem Besuch am Vormittag feststellen konnten. In der knappen Stunde, die wir auf dem Ostermarkt waren, schlorkte ich mir fix 3 Pils rein. Schnell deshalb, weil wir um Eins wieder los mussten. 13.30 Uhr war schließlich Anpfiff in Kaiserslautern.
Opfergaben

Kurz nach dem Anpfiff waren wir bei Charles zuhause; der Freund seiner Tochter hatte die Flimmerkiste schon aktiviert. Ich hatte lediglich ein Fischbrötchen intus, aber die kleinen grünen Fläschelchen mit dem besten Bier Deutschlands waren trotzdem schnell geleert. Doll war das Spiel ja nicht, aber Lautern war vorne harmlos, deshalb kamen sie zu nichts.
In der zweiten Halbzeit schoss ein Lauterer Valsvik im Strafraum gegen den ausgestreckten Arm. Elfmeter, eindeutig, doch der Schiedsrichter gab diesen nicht. Glück gehabt. Das geschah Mitte der zweiten Halbzeit, der wohl stärksten Phase der Pfälzer.
Wohl so kurz nach der 75. Minute ließ ich mich beim Whatsappen mit den Jungs zu folgender Äußerung hinreißen: „Wenn sie noch ein Tor schießen, fahr ich mit dem Fahrrad zum Kegeln nach Mascherode.“ Es sah nach einem 0:0 aus, weil Lautern zwar drängte, aber man gut sehen konnte, warum das Team gegen den Abstieg spielt.
2 Minuten nach meiner Nachricht Ecke für Eintracht. Omladic war da schon draußen. Seine Ecken brachten keine Gefahr, jetzt war es an Zuck, die Ecken reinzubringen. Ca. 3 Sekunden brauchte ich schon, um zu realisieren, dass Boland den Ball per Kopf über die Linie bugsiert hatte.
Ein Treffer aus dem Nichts, Maskenmann Boland hatte wieder zugeschlagen. Die Maske trug er aufgrund einer Nasenverletzung im Testspiel letztes Wochenende, als Länderspielpause war. Groß war unsere Freude auf dem Sofa, nach einem Tor sah Eintrachts Spiel nun wirklich nicht aus. Unserem Jubel tat dies keinen Abbruch. Kurz darauf ballerte Biada die Pille sogar noch über das leere Tor. Eine allerletzte Chance der Lauterer in der Nachspielzeit verhinderte Decarli dank seines beherzten Einsatzes.
Dann endlich erfolgte der von uns viel bejubelte Abpfiff. Das Stuttgart gegen Dresden noch den Ausgleich schaffte, war zwar schade, uns aber letztlich doch egal. Ich verabschiedete mich und ging über die Tanke (Chipsfrisch) nach Hause. Dank der Druckbetankung in der zweiten Halbzeit hatte ich Appetit bekommen, und die Chips taten mir gut, bevor ich mich hinlegte.
Wie gerädert wachte ich nach einer Stunde auf, als meine Löwin abgekämpft nach Hause kam. O Je, ich musste jetzt ja noch mit dem Fahrrad nach Mascherode zum Kegeln im Eichenwald (so heißt die Gaststätte). Gottlob war meine Löwin richtig groggy und musste beim Kegeln passen, so dass die Bahn für meine „Opferfahrt“ frei war. Autofahren konnte ich sowieso nicht mehr. Ich fühlte mich zwar matschig, schwang mich aber trotzdem aufs Rad und fuhr los.
Das Beweisfoto

Die fünfzig Minuten dauernde Fahrt machte mich wieder frisch, ich musste bloß einmal am Heidberg-See absteigen. Das war bereits kurz vor dem Ziel, meine Kondition war (heute) nicht die beste. Doch woran lag das? Die paar Bierchen an dem Nachmittag? Unser Besuch bei Detzer und Nelling 2 Abende zuvor? Der Grasovka rann dort zwar schnell durch meine Kehle, aber das ich davon noch 2 Tage später groggy sein sollte, kann doch gar nicht sein.
Endlich kam ich im Eichenwald an, zum Schluss brauchte ich auch nur noch bergab zu fahren. Als erstes machte ich ein Beweisfoto für die Jungs, sonst glauben die das ja nicht. Als ich mich anschließend im Biergarten erholte, traf ich noch einen alten Schulkameraden, dessen Namen ich vergessen hatte. Das Gespräch dauerte lediglich 60 Sekunden, ist mir hier aber dennoch eine Erwähnung wert.
Das Kegeln verlief unspektakulär. Ich bestellte eine Curry-Pommes zum Pils, da ich den ganzen Tag noch nichts „Richtiges“ gegessen hatte. Seltsamerweise schmeckte mir das Bier nicht besonders. Dies war ungewohnt, weil ich sonst fast immer 2 Halbliter Krüge Wolters beim Kegeln im Eichenwald stemme.
Ich bestellte eine C o l a ! Cola Light, die ich noch nicht einmal austrinken konnte. Um 22.00 Uhr beglückwünschten mich Ralle und die Anderen zu meinem Einsatz mit dem Fahrrad, doch ich fühlte mich nicht wirklich toll. Dennoch schaffte ich den Rückweg bei Dunkelheit mühelos.
Unheimlich war es auf der Rückfahrt zwischen Mascherode und der Salzdahlumer. Bei absoluter Finsternis fielen mir sämtliche Horrorfilme ein, die ich nicht gesehen habe. Das Positivum: Zwischen 25 und 30 Kilometer werden es insgesamt gewesen sein. Und ich weiß außerdem, das Eintracht nur wegen meiner Opferfahrt gewonnen hatte. Boland, der Maskenmann, hatte mich erhört. Denn wenn ich gekniffen hätte, würde Eintracht in den nächsten Spielen abkacken. So ist das Leben.






Freitag, 14. April 2017

Hartmudo Spezial: Mutter

6
Am Montag dem 15. August war mein Urlaub „endlich“ vorbei und ich durfte wieder auf der Arbeit antanzen. Im Gepäck hatte ich den Prospekt vom Augustinum, welchen ich bislang noch nicht geöffnet hatte. Den ich auch am Arbeitsplatz geschlossen hielt, weil ich den Umschlag erst bei Mutter in deren Anwesenheit öffnen wollte.
Nachdem ich mich am Nachmittag unversehrt durch die Dementen im Heim durchgewühlt hatte, freute sich Mutter ob meines unerwarteten Erscheinens. Gleich als erstes erzählte sie mir von ihrem Ohrenarztbesuch am Vormittag, der nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatte. Der Ohrenarzt war wohl beim Säubern ihrer Ohren auf eine ergiebige Schmalzquelle gestoßen, konnte aber leider den Tinnitus und „diese Stimmen“ nicht abstellen.
Mutter wurde lediglich von Sunny zum Arzt begleitet, da Berta im Krankenhaus von Hameln verweilte. Da musste ich erst einmal schlucken. Das war also der Grund, weshalb ich Berta am Vormittag telefonisch nicht erreichen konnte. Aber halt, es ging gar nicht um Berta, sondern um Bud. Der war in Bodenwerder ohne Vorankündigung ohnmächtig geworden und musste sofort in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Nachdem Mutter mir diese schlimme Nachricht erzählt hatte, ging mein nächster Handgriff zum Smartphone. Berta ging auch gleich an die Strippe. Genau in dieser Sekunde verließ sie mit Bud gerade das Krankenhaus von Hameln, er war soeben entlassen worden. Folgendes war den Beiden wohl passiert:
Berta und Bud sind mit ihrem Campingwagen am Wochenende zum Lichterfest nach Bodenwerder gefahren. Da Bud auf seine Diabetes wieder mal nicht geachtet und demzufolge Sonntagabends nichts oder zu wenig gegessen hatte, ist er in der Nacht zusammengeklappt. Der Wert von 54 spricht da eine ganz klare Sprache, eine derartige heftige Unterzuckerung sollte man tunlichst vermeiden.
Deshalb wurde Bud um halb zwei des Nächtens in das Krankenhaus von Hameln gebracht und erst einmal zur Beobachtung dort behalten, bis zum nächsten Nachmittag vorsichtshalber. Danach ging es ihm besser, der Zuckerwert passte wieder, und er konnte mit Berta nach Braunschweig zurückfahren. Am Dienstag im Augustinum konnte Berta also mit dabei sein. Aber ehe wir noch stundenlang weiter schwätzten, beendete Berta das Gespräch, weil sie sich erst einmal um Bud kümmern wollte.
Nun endlich konzentrierte ich mich endlich auf Mutter. Auf dem Tisch hatte sie ja noch den Heimvertrag zur Unterschrift liegen. Warum ist das überhaupt notwendig, so fragte ich mich. Denn Mutter wollte doch nur zur Kurzzeitpflege bleiben und dann ins Augustinum wechseln. Warum also sollte sie dann diesen Vertrag unterschreiben? Und warum lag der Pflegegeldantrag, von der Krankenkasse zugefaxt, auf ihrem Tisch? Den hatte ich doch erst letzten Mittwoch ausgefüllt und an die Krankenkasse geschickt. Mutter wusste natürlich von nichts.
Es half nichts, ich ging mit ihr ins Erdgeschoss zur Heimleitung. Natürlich erübrigt es sich, zu erwarten, dass dort noch jemand anwesend sein könnte. Halb Fünf an einem Montag, was hatte ich denn erwartet? Ein Pfleger nahm uns glücklicherweise zu meiner großen Freude mit in sein Büro, unterwegs kam uns noch Peter entgegen. „Ah, der Exalminierte!“ schmetterte ich ihm fröhlich entgegen. Peter nickte nur kurz und verzog ob meines Spruches keine Miene. Vielleicht wohnte er ja doch hier, verwirrt genug schien er mir jedenfalls zu sein.
Der andere Pfleger konnte die Notwendigkeit eines unterschriebenen Heimvertrages schnell erklären; dieser ist wirklich nur zur Kurzzeitpflege gedacht. Den Pflegegeldantrag zerriss er sofort, als ich ihm sagte, dass ich den Antrag bereits losgeschickt hatte. So leicht lassen sich Mißverständnisse auflösen, wenn man nur mal nachfragt.
Beim anschließenden Hochfahren in das Zimmer nahmen wir noch eine Weißhaarige mit ihrem Rolli mit. Sie schien auch in den zweiten Stock zu wollen, schreckte aber beim Ausstieg im eben diesem Stockwerk zurück. „Nicht diese Kissen! (Anm.: die auf dem Sofa vor dem Fahrstuhl) Das ist nicht mein Stockwerk.“ Da sie auf meine Frage, wo sie denn hin müsse, nicht reagierte, drückte ich im Fahrstuhl auf die 1 und wünschte ihr noch viel Erfolg. Irgendwann würde sie ihr Stockwerk schon finden.
In ihrem Zimmer angekommen, erklärte ich Mutter noch die aktuelle Sachlage bezüglich einer Aufnahme ins Augustinum. Ich verheimlichte ihr meine Befürchtungen wegen einer möglichen Ablehnung von Mutter durch das Augustinum nicht, da ich sie schon mal vorsorglich auf ein eventuelles Scheitern vorbereiten wollte. Ihr Geld würde sicherlich reichen, auch wenn wir ihre Wohnung verkaufen müssten. Hierüber sprachen wir allerdings nur kurz. Leider schien Mutter das Konto bei Löbbecke mit den paar Tausendern für die Regelung Ihres Nachlasses wichtiger zu sein. Das Papier läge im Schrank mit den Puppen.
Meine Güte! Mutter hatte mit dem Leben schon abgeschlossen. Das schnalle ich nun Monate später, als ich den Text Korrektur lese. Seinerzeit bei meinem Besuch im Heim wollte ich es selber nicht wahrhaben, dabei hatte Mutter eigentlich mit allem abgeschlossen gehabt. Das macht mich in diesem Moment richtig traurig. Der Lebensmut hatte sie eindeutig verlassen. Mann, ist das bitter. Dieses Hinsiechen in der Reuterstraße – mehr war es eigentlich nicht, da sie dort nie heimisch wurde – hatte Mutter eindeutig nicht verdient.
Das Konto bei Löbbecke war jetzt aber nun wirklich zweitrangig, wie ich Mutter gegenüber immer wieder betonte. Auch würden wir Kinder keine Möbel aus ihrer Wohnung die engen Treppen der 3 Stockwerke runterschleppen können, das machte ich ihr nochmals klar. Dafür würde ich ein Unternehmen chartern, das ist ebenfalls kein Problem.
Wichtig allein in diesem Moment war der Dienstag im Augustinum. Beim Verabschieden bat ich sie nochmals eindringlich, ihrem Arzt genau zu beschreiben, wo es wehtut oder ob ihr schwindlig ist. Nur bei einer genauen Beschreibung kann der Arzt korrekt arbeiten, mit irgendwelchen allgemeinen Aussagen wie „mir geht es nicht gut“ kann er nichts anfangen. Kurz darauf saß ich auf meinem Fahrrad und fuhr Richtung Heimat. Hunger hatte ich jetzt.
Gundula sah ich kurz vor ihrem Hauseingang in der Nähe des ehemaligen Clochards, der alten Hippiekneipe. Sie kam mir sogar über die Straße entgegen, hatte leider Tränen in den Augen. Irgend so ein Vollhorst war in ihr parkendes Auto gerasselt und hatte Fahrerflucht begangen. Das konnte sie an diesem Tag, an dem sie für 2 Wochen krankgeschrieben worden war, überhaupt nicht gebrauchen.
Erst einmal gingen wir zu Gundula und Gerd nach Hause, damit sie die Polizei anrufen konnte. Gerd kam auch sofort mit dem Telefon die Treppe runter. Die Polizei meinte, dass Gundula zu ihnen auf die Wache fahren sollte, sofern der Wagen überhaupt noch fahren könne. Ich war erstaunt. Kommen die sonst nicht zum Unfallort? Anscheinend haben die kein Personal mehr, die Mannschaft.
Mit Gerd sind wir dann zurück zum Auto gegangen. Da hatte einer die Schnauze des Citroen richtig frontal getroffen. Die Motorhaube stand hoch und die linke vordere Nebelschlussleuchte war nicht nur kaputt, sondern auch weg. Der Wagen fuhr aber noch. Die sichtlich angespannte Gundula konnten wir schlecht allein zur Polizei fahren lassen, also stieg ich mit ein, derweil Gerd mein Fahrrad mitnahm.
Der Wachhabende nahm die Anzeige wegen Fahrerflucht auf und schoss mit der Kamera noch ein paar Fotos. Anhand der gelben Farbspuren auf der Karosserie vermuteten wir ein DHL oder Postfahrzeug. Das wäre ganz gut, denn Gundula hat keine Kaskoversicherung und müsste den Schaden selbst bezahlen, falls sich kein Täter findet. Zwischendurch rief Gerd auf meinem Handy an, weil er vom Nachbarn gehört hatte, das es gegen Mittag laut gerummst hatte. Gerd selbst war zu der Zeit noch auf der Arbeit.
Hinterher blieb ich nur noch ganz kurz bei Gundula und Gerd im Hof des Hauses. Ich wollte nur nach Hause und war einfach durch. Auf dem Weg bremste ich bei McDonalds an, weil ich keinen Bock mehr hatte, mir um 19.00 Uhr zuhause noch was zu essen hinzustellen. Ich wollte nur noch mit meiner Löwin Castle gucken und dann ab in die Heia.
Stattdessen verlief der Abend anders. Da war wohl ein merkwürdiger Anruf von Sunny auf dem AB. Meine Löwin hatte nur verstanden, das Sunny den Termin im Augustinum absagen wollte, weil Berta wegen des Krankenhausaufenthaltes von Bud nicht konnte. Dies war natürlich veraltet, weil ich ja bereits mit Berta gesprochen hatte. Ich fragte mich noch, weshalb wir denn den Termin hätten absagen sollen, bloß weil Berta fehlt? Es ging hierbei doch eh nur um die Kosten, denn Mutter wollte meines Wissens unbedingt ins Augustinum.
Sei es drum, ich hatte da noch etwas Wichtiges zu klären. Am Wochenende war Hamburg vorgesehen, am Vormittag hatte ich kurzfristig das Restaurant für Freitagabend klar gemacht. Jetzt wollte ich mit Patti noch schnell absprechen, wann und wo wir sie abholen und mitnehmen, da Pocke wegen eines Seminars am Schwilowsee separat anreisen musste.
Es folgte ein längeres Gespräch mit Patti. Anschließend buchte ich für uns alle noch schnell eine Beatles Tour durch St. Pauli, nicht ohne vorher bei allen ihre Bereitschaft dazu abgefragt zu haben. Dies wurde notwendig, da Pocke die Stadttour mit dem schwimmenden Bus nicht buchen konnte. Alles ausgebucht! Da waren quasi eineinhalb Folgen Castle weg, dafür aber hatte ich einiges geschafft und ging eigentlich ganz zufrieden ins Bett.

Donnerstag, 13. April 2017

Hardrock Gunter 6/6

„Jukebox help me find my Baby“ setzte bei Veröffentlichung nicht gerade die Welt in Brand. Der Song erfreute sich lediglich eines begrenzt lokalen Airplays, und zweifelsohne verkaufte sich der Song in der Gegend von Wheeling nicht mal schlecht. Das änderte sich sogar noch zum Besseren, als der DJ Bill Randle aus Cleveland über die Single stolperte.
Randle war zu der Zeit sehr einflussreich. Teilweise machte man ihn verantwortlich für den Durchbruch von Elvis außerhalb des Südens. Vielleicht auch deshalb bezeichnete ihn das Fachblatt Downbeat als wichtigsten und sichersten Hit-Entdecker des Landes. Randle`s Airplay und Werbung für „Jukebox help me find my Baby“ führte nicht zur Platzierung des Songs in den lokalen Charts von Cleveland, nein, der Song schoss durch bis auf Platz 1 dieser Charts. Da jetzt auch andere DJ`s in den Staaten auf den Zug aufsprangen, sah es ganz danach aus, als ob Hardrock Gunter mit diesem Song einen nationalen Hit in den Händen hielt.
Und genau zu diesem Zeitpunkt tauchte Sam Phillips wieder in die Szene ein. Er sprang auf den Zug auf und wollte die Master leihen, um die Platte auf Sun noch einmal veröffentlichen zu können. Hardrock stimmte dem zu und das Master wurde nach Memphis zu Sun Records geschickt. Diese Entscheidung sollte Hardrock noch bereuen, so wie sein Entschluss zuvor, Sam Phillips überhaupt mit ins Boot zu holen.
Denn als Phillips das Master erhielt, entschied er eigenmächtig, das die Aufnahme zu lang sei und schnitt ungefähr zwanzig Sekunden heraus. Dem Schnitt fielen Hardrock`s improvisiertes Basssolo sowie einige andere kleine Gimmicks zum Opfer. Hardrock war davon überzeugt, das die Verkäufe der Sun-Version deshalb hinten runter fielen. Vor dieser Fassung verkaufte sich die Single prächtig; Sam Phillips entfernte wohl mit den Gimmicks gleich den kommenden Hit.
Unterdessen gründeten Hardrock und Bobby Durham ihr eigenes Plattenlabel in Wheeling namens Emperor Records. Beide wollten endlich die Freiheit über die Abmischung der Songs haben, um sie bei entsprechendem Erfolg größeren Labels zur besseren Vermarktung zur Verfügung stellen zu können. Wie auch immer sie sich das dachten, aber Emperor hatte keinen Vertrieb. Die Platten verkauften sich lediglich über Radio Airplay oder bei Auftritten.
Nahezu jeder Musiker, der beim Jamboree teilnahm und noch keinen Plattenvertrag hatte, wurde überredet, für das Label Emperor aufzunehmen. Hardrock`s eigener Beitrag auf seinem Label war der klassische Rocker „Whoo I mean free“.
Bei diesem Song nutzte er wieder mal eine Echokammer, um noch einmal den atmosphärischen Sound von „Jukebox help me find my Baby“ einzufangen. Von da an nahm Hardrock seine Stücke in diesem Stil und vor allem Tempo auf. Um die allgemeine Klangqualität zu verbessern, setzte er verstärkt auf diese Echoeffekte. Dieser Gimmick erreichte seinen Höhepunkt mit dem Song „Boppin` to the Grandfather`s Clock“. Diesen Midtempo-Rocker nahm Hardrock unter dem Pseudonym Sidney Jo Lewis auf und verlieh die Aufnahme an Island Records in Cleveland zur besseren Vermarktung. Der Einsatz eines Echos auf dieser Aufnahme grenzt schon ans Absurde, ist aber nichtsdestotrotz sehr effektiv, um einen unverkennbaren Sound zu kreieren, den Hardrock Gunter sich permanent als Ziel gesetzt hatte.
Hardrock verlieh mehrere Songs an Island, darunter auch eine neu eingespielte Version von „Birmingham Bounce“. Einen anderen Midtempo-Song nahm er mit „Rock-a-Bop Baby“ auf. Beide Songs wurden zusammen mit Material von Bobby Durham, den Cook Brothers und Bill Browning auf einer Eight Track EP, dem WWVA Jamboree Special, bei Island veröffentlicht.
Hardrock nahm fortgesetzt in Wheeling auf und nahm sein nächstes Projekt in Angriff; sein erstes Album namens „Songs they censored in the Hills“. Einige der Songs, die für das Album ausgesucht wurden, würde man, am heutigen Standard gemessen, als gewagt bezeichnen. Aber vor 60 Jahren waren Songs wie „I`ll go chasin` Women“, „Mountain Dew“ oder „the right Key but the wrong Keyhole“ beim Establishment schlichtweg verpönt.
Das Instrumental „Jumping Mule“ für das ‚D‘ Label aus Houston leitete eine Serie von Platten auf Hardrock`s neuem wie eigenem Gee Gee Label ein. Diese Scheiben waren eine wilde Mischung aus Singles, EP`s und auch Alben. Sie wurden einzig und allein als „Souvenirs“ produziert und waren lediglich bei Live-Auftritten oder bei WWVA direkt käuflich zu erwerben. Zunehmend nutzte Hardrock diese Veröffentlichungen, um sein Können als Gitarrist unter Beweis zu stellen.
Hardrock selbst sah sich als Entertainer und wusste, das er kein begnadeter Sänger war. Aber er schrieb gute Texte und ein noch besserer Gitarrist, deshalb stellte er dieses Können in den Vordergrund.
Nach seinen Veröffentlichungen auf Gee Gee blieb er zwar mit verschiedenen Labels in Kontakt, sporadisch tauchte er sogar noch in Studios zu Aufnahmen für verschiedene Labels auf. Zwischen 1964 und 1971 nahm er gar keine Platten mehr auf. Es wurde still um Hardrock Gunter. Der große Erfolg war ihm nie beschieden, aber trotzdem prägte er den frühen Rockabilly durch seine Wurzeln im Country.
Erst 1995 reiste Hardrock Gunter zum ersten Mal in seinem Leben nach Europa, um beim „International Rockabilly & Rock `n` Roll Meeting in München mit Wanda Jackson aufzutreten. Im Alter von 88 Lenzen verstarb Hardrock Gunter am 15. März 2013 an einer Lungenentzündung. Sein wohl wichtigstes Vermächtnis ist „Birmingham Bounce“. Von der country-lastigen Seite her möchte ich diese Nummer als allerersten Rockabilly Song durchgehen lassen.

Montag, 10. April 2017

Udorallala: Stiff Little Fingers

Eigentlich gehört ein Bericht über Stiff Little Fingers in die Reihe meiner Top Songs, aber was soll ich machen? Für Top Song Nr. 7 ist es zu früh, da sind Buzzcocks, Jam und und und davor, aber gespielt hatten sie am 7. April in Hannover.
Dieses Konzert war ein Geburtstagsgeschenk von Pocke und Patti, wobei Patti nicht mitwollte. Dafür war Klausi mit dabei. Und Klausi ist ausgewiesener Experte, denn als Punkmusiker der ersten (Braunschweiger) Stunde kannte er schon damals alle Bands. Er konnte auf der Fahrt sogar davon berichten, das er alle Platten bzw. CDs von Stiff Little Fingers hat. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Band seit bald 30 Jahren keinen Plattenvertrag mehr hat und ihre Scheiben selten, aber kontinuierlich in Eigenregie herausbringt.
Als Pocke und Klausi mich abholten, war ich aufs Konzert schlecht vorbereitet, denn ich hatte lediglich einen kleinen Imbiss zu mir genommen. Meine Löwin hatte ich zum Wochenende bei Weinlich zur Löwenbratwurst (enthält Wolters, lecker!) eingeladen. Eine Currywurstpfanne hatte ich dazu, wobei Pfanne…. eher Schälchen aus Pappe. Meine Löwin war noch so nett, mir hinterher zur Vorbereitung des Konzerts ein Schlemmerfilet mit Süßkartoffelpommes zu machen, doch ich zeigte mich mäkelig und nahm nur ein bis zwei Bissen.
Denn ich war heiß auf das Konzert! Für die Fahrt hatte ich einige Pülleken Wolters Prinzensud mit dabei, an denen wir uns abarbeiten konnten. In Linden angekommen – das Konzert fand im Faust statt - mussten wir feststellen, dass das Faust noch geschlossen war. Lediglich nebenan im Mephisto gab es Bier, so dass wir uns gezwungenermaßen dort versorgen konnten. Auf der Großbildleinwand lief Würzburg gegen Hannover (0:0), die Stimmung war entsprechend gedrückt (hähä).
Einem auf dem Kopf rot-blau gestachelten englischen Punk, der die Fingers tourmäßig regelmäßig folgt, schenkten wir noch ein paar Euro für Bier. Kurz danach kamen wir endlich ins Faust, wo es Gilde aus dem Plastiknapf gab. Schmeckte zwar schlecht, half uns aber, die Vorgruppe zu überstehen. Die Porcupines aus Braunschweig – spätestens jetzt weiß ich, warum ich sogar Andreas Gabalier dem Grunge Metal vorziehe.
Endlich betraten die Fingers die Bühne; und schon nach wenigen Sekunden des ersten Songs war ich erstaunt: Jake Burns krächzte beim Singen gar nicht mehr, seine Stimme war glockenhell wie bei einem irischen Folksänger. Deshalb fiel mir an diesem Abend zum allerersten Mal auf, dass die Songstrukturen ihrer Lieder nicht allzu weit vom Irish Folk entfernt sind, wenn man mal vom Tempo und den kräftigen Gitarren absieht.
Der Bauchumfang von Jake Burns (schönes Hemd, will ich auch haben) schlägt Pockes und meinen um Längen, die Schmalztolle ließ mich dagegen eher nicht an eine der Punkbands aus den 70ern denken. Jake Burns erklärte seinen Fettwanst im Laufe des Konzertes sehr gut, denn er litt wohl früher unter Depressionen, die er aber mittlerweile überwunden hat.
Überhaupt erzählte er zwischen den Songs interessante Anekdoten; so soff er früher wohl mit Phil Lynott als auch mit Joe Strummer, die ihn musikalisch wohl am meisten beeinflusst hatten. Beide sind bekanntlich leider tot, doch in Gedenken an Strummer hat Burns sogar einen Song geschrieben und an diesem Abend auch gespielt. „Strummerville“ war allerdings der einzig wirklich schlechte Song des Abends.
Ansonsten spielten sie all die Hits, die nie welche geworden sind, weil den Hörern die kratzige und aggressive Stimme von Burns zu strange war. „Suspect Device“, „Alternative Ulster“, „Straw Dogs“, „Nobody`s Hero“, „Gotta Getaway“, „Tin Soldier“ und natürlich ihre rohe Fassung von Marley`s „Johnny was“ waren zu hören. Einzig das Specials-Cover „It doesn`t make it alright“ hatten wir vermisst.
Letztes Urmitglied neben Burns ist übrigens der Bassist Ali McMordie, der die erfolgreichsten Zeiten der Band bis zur zwischenzeitlichen Auflösung 1983 mitmachte und 2008 erneut eingestiegen war. Knackig im Sound, gab er sich sportlich und sprang das Konzert über auf der Bühne herum, das man meinen könnte, da würde ein 18jähriger über die Bühne toben. Der zweite Gitarrist Ian McCallum dagegen war wohl eher total zugekifft, der kriegte die Klüsen gar nicht mehr auf. Der Schlagzeuger Steve Grantley ist auch nicht mehr der Jüngste, überzeugte aber mit seinem kraftvollen Gedresche.
Kurz vor Ende des Konzerts trank ich mit dem Stachelkopf noch einen Gin, danach erfreuten wir uns alle an der erwarteten Zugabe. Schön fand ich, dass wir auf dem Konzert noch Wolfgang, Bela und Hubert getroffen hatten. Die Mannschaft war mit dem Zug angereist und schaffte den letzten Zug gerade so.
Ein herausragendes Konzert hatten wir gesehen. Uns klingelten hinterher zwar die Ohren, weil die Band die Anlage mehr und mehr aufgedreht hatte. Aber das war es uns wert. Prägnant war, und da waren wir uns einig, der verbesserte Gesang von Jake Burns. Obwohl… eigentlich war das Gekrächze ja das Markenzeichen der Band. Doch trotzdem: Trotz des hohen Alters überzeugte die Band mit einem frischen und temporeichen Sound. Das diese Kerle schon 40 Jahre auf der Bühne stehen… meine Hochachtung.