Donnerstag, 13. September 2012

Bill Haley 2/3


Im Dezember 1952 schmiß Bill Haley seinen Stetson endgültig in die Ecke. Die Band hieß nunmehr „Bill Haley and the Comets“ und integrierte einen Saxophonisten in die Songs. Nach „Live it up“ erschien „Crazy Man, Crazy“ im Mai1953 und stürmte in die nationalen Top Twenty bis auf Platz 15. 750.000 verkaufte Einheiten waren im Musikbusiness schon eine Macht. Man Sprach vom „Haley-Sound“ oder auch „Bill Haley`s Music“, da niemand diesen neuen Sound in irgendeine bestehende Schublade einsortieren konnte.
Bis dahin funktionierte die Verbindung zwischen Haley und dem Essex-Label von Dave Miller, auf dem die Aufnahmen veröffentlicht wurden, reibungslos. Ein letzter Song namens „We`re gonna rock around the Clock Tonight“ beendete die Zusamenarbeit Haley/Essex. Haleys Manager nutzte die Chance, die Band nach dem Erfolg von „Crazy Man, Crazy“ bei einem großen Label – Decca – unterzubringen. Dave Miller war in Europa unterwegs und verschlief die Gelegenheit, eine mögliche Option zur Vertragsverlängerung zu ziehen. In den Folgejahren wird er sich wohl permanent in den Arsch gebissen haben.
Aber hier ist zu bedenken, das Decca auch ganz andere Möglichkeiten hatte. Für die vereinbarten 4 Singles pro Jahr wurden jeweils 2000 Kopien für Djs der führenden US-Radiostationen erstellt. Dies verhalf 1954/55 Bill Haley und seinen Comets zu 3 Millionsellern in kurzer Zeit. „Shake, Rattle and Roll“, „Rock around the Clock“ sowie „See you later, Alligator“ stürmten weltweit die Charts und machten Rock and Roll als Sound salonfähig – bei Schwarzen wie Weißen.
Notiz am Rande: „See you later, Alligator“ wurde geschrieben von Bobby Charles. Dieser war durch Zufall der erste weiße Musiker, der bei Chess eben diesen Song einspielen durfte.Den Machern von Chess erschien das Probeband so „schwarz“, das sie einer Aufnahme zustimmten. Wenn sie gewußt hätten, das Bobby Charles ein Weißer war, hätten sie eine Veröffentlichung sicher abgelehnt und „See you Later, Alligator“ wäre nie eingespielt worden.
 „Rock around the Clock“ war natürlich der größte Hit; Und das nach mehreren Versuchen. Zuerst als Nachzügler zu „Crazy Man, Crazy“ bei Essex – erfolglos.
Dann als B-Seite im Mai 1954 von „Thirteen Women“ als Foxtrott bezeichnet – wieder nichts. Aber dann: Glenn Fords Sohn Peter war Bill Haley Fan. Der Filmregisseur Richard Brooks hörte diesen Song bei Ford zuhause und nahm den Song für den Vorspann und als Hintergrund am Filmende für seinen Film „Saat der Gewalt“. Hauptdarsteller Glenn Ford als engagierter Lehrer einer Rabaukenklasse. Ein sehr schöner Film. Für Bill Haley bedeutete es den Megaerfolg schlechthin. Ein nachgezogener Musikfilm namens „Rock around the Clock“ vermarktete den neuen Sound und insbesondere diesen Song 1955/56 weltweit.In Deutschland war „Rock around the Clock“ die allererste ausländische Single, die über eine Million mal verkauft werden konnte.
Im Jahr 2004, zum 50jährigen Jubiläum des Songs, soll „Rock around the Clock“ über 200 Millionen mal verkauft worden sein – Veröffentlichungen auf verschiedensten Platten wie Samplern mitgerechnet.
!954 bis 1956 hatte Haley aber noch weitere Hits. „Dim, Dim the Lights“, „Razzle Dazzle“ oder auch „Rip it up“ seien hier beispielsweise genannt. Bill Haley and the Comets dominierten die neue Musikrichtung bis September 1956. Dann hatte Elvis seinen Auftritt in der Ed Sullivan Show und lief Haley den Rang ab.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen