Freitag, 17. August 2018

Hartmudo: Ein offenes Bein für Microsoft

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Nein, am nächsten Morgen, also Samstag, fuhr ich mit meiner Löwin sowie mit Patti und Pocke zur grünen Woche nach Berlin. Mit dem Flixbus selbstverständlich; die Socke links hatte ich mir diesmal doch noch über die Wunde hochgezogen, weil ich am Vortag beim Radfahren schon ein wenig Aua am linken Schienbein verspürt hatte, da der Fahrtwind die Hose immer wieder gegen die wunde Stelle drückte und ich deshalb dort ein unangenehmes Ziehen verspürte. Nach den ganzen Bieren war ich da zwar schmerzfrei, aber im Bus wollte ich mir noch nicht die Kannen hinter die Binde schütten. Der Tag würde auch so noch lang genug werden.
Die grüne Woche - meine Löwin und ich waren seit zwei bis drei Jahren nicht mehr dort gewesen. In diesem Jahr waren wir erneut dabei. Und Hasi wie Urmel würden am späten Vormittag zu uns stoßen. Groß war dann auch die Freude, als beide (mit Sakko, schick!) um die Ecke bogen, als ich gerade mit Pocke ein erstes Helles aus Bayern in einer Art Cafeteria zu mir nahm.
In der Folge blieben wir Jungs zumeist an irgendwelchen Bierständen kleben, während meine Löwin durch die Hallen stürmte und die eine oder andere kulinarische Anregung aufnehmen konnte. Patti blieb zumeist bei uns Jungs und becherte fleißig mit. Am besten in Erinnerung geblieben ist mir die Halle 10, in der das diesjährige Partnerland der grünen Woche seine Speisen und Getränke präsentierte.
Was das Essen angeht, gibt es in Bulgarien Schafskäse, Schafskäse und Schafskäse. Alles Drei ist nichts für mich, aber der Bierstand im Mittelpunkt der Halle war für uns alle in Ordnung. Meine Löwin flüchtete sofort aus der Halle, da die folkloristischen Klänge der Band auf der Bühne brachial laut vorgetragen wurden.
Jedenfalls waren wir bald darauf zu Hause und dazu noch spät im Bett, da wir erst gegen Mitternacht die Haustür aufschließen durften. Aber ich war nicht so breit wie in früheren Jahren. Ich hatte sogar noch die Kraft, das Katzenklo sauber zu machen. Ohne Kopfschmerzen wachte ich am späten Vormittag des Sonntags auf. Frühstück und Wintersport im TV. Ach, wie schön kann der Winter sein.
Am frühen Abend dann stellte ich mich zum Biathlon noch schnell für 36 Minuten und 550 kcal auf den Crosstrainer. Hierbei erreichte ich einen neuen persönlichen Rekord und ging deshalb auch ganz happy in die Heia. Montag bis Mittwoch zog ich die Socken auf dem linken Fuß nicht mehr über die Wunde, denn bereits am Montagabend musste ich feststellen, dass die Wunde genässt hatte und sich etwas Blut in meine Socke von „Nur der" verirrt hatte. Jetzt endlich verstand ich die Apothekerin.
Am Montag war ich nämlich bis nach 20.00 Uhr in den Socken und damit auf den Beinen, da ich nach der Arbeit direkt zur Eigentümerversammlung gefahren bin. Meine Löwin und ich ertrugen diese Comedy Veranstaltung zwei Stunden lang gelassen und verließen die Versammlung in der schönen Gewissheit, dass unser Dach dieses Jahr neu eingedeckt werden muss und wir für 5 Jahre mit knapp unter 200,-€ monatlich dabei sein werden.
Anschließend waren wir vorsichtshalber noch einkaufen. Zwei Getränkekisten und eine schwere Tasche durfte ich hinterher noch schleppen. Da machte sich mein linkes Bein schon bemerkbar. Es zwickte und zwackte bei der Versammlung wie beim Einkaufen ganz schön, da brauchte ich mich über eine nässende Wunde nicht aufzuregen.
Irgendwie war das dann auch nicht mehr so prall mit der Wunde. Sie verschorfte zwar schön und ich schmierte auch immer brav das Medisan drüber, aber ich wurde den Eindruck nicht los, dass die Wunde nicht wirklich zuheilen wollte. Das Bein legte ich nach Feierabend sofort immer hoch, da sich im linken Knöchel eine Schwellung etablierte. Bestimmt vom Saufen, doch am Morgen war die Schwellung dann jedesmal wieder weg.
Auf der Arbeit hielten sich die Schmerzen (urplötzlich, als ob einer ein Messer reinsticht...) in Grenzen, aber am Mittwoch, kurz vor Feierabend, stand ich bald eine halbe Stunde unbewegt auf beiden Beinen im Zimmer von Linus. Da wurde der Schmerz richtig unangenehm, so wie die allgemeine Situation in meinem Team leider auch. 3 Dauerkranke im Team und 3 andere sind noch nicht voll eingearbeitet, Linus ist da noch am weitesten, nicht nur, weil er von mir eingearbeitet wurde.
Zur Zeit macht mir die Arbeit wirklich keine Freude, insbesondere angedacht des Umstands, dass wir bereits seit über einem Jahr personell stark unterbesetzt sind. Dementsprechend „frohgemut" stand ich am Donnerstag auf und machte mich für die Fahrt zur Arbeit reisefertig. Hinkenderweise bewegte ich mich durch die Wohnung.
Es dauerte einige Minuten, bis ich mich zu dem notwendigen Entschluss durchringen konnte. Ich würde nicht zur Arbeit gehen, sondern zum Arzt. Bevor die Wunde am Bein noch schlimmer wird und ich richtig lange ausfalle, rang ich mich lieber zum Arztbesuch durch. So weit kommt es noch, dass ich meine Gesundheit ruiniere.
Meine Kollegin war am Telefon selbstverständlich nicht begeistert, als ich mich krank meldete. Dennoch riet sie mir gut zu, denn sie hatte mein gequältes Gesicht in den letzten Tagen lange genug ertragen müssen. Notfalls hätte sie mich höchstselbst zum Arzt geprügelt.

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