Samstag, 24. Dezember 2016

Hartmudo Spezial: Die dicke Wade 15/17

Aber zuerst wollte er direkt zu mir ins Zimmer kommen, weil er eh gleich Feierabend hatte. Gesagt, getan. Zurück im Zimmer legte ich mich aufs Bett und schnappte mir mein Buch. Tatsächlich dauerte es keine Viertelstunde, da kam Gonzo in das Zimmer hinein geschneit.
Nonchalant begrüßte er mich. Als erstes entschuldigte er sich für die Probleme mit dem WLAN dank eines abgeschmierten Servers, aber nach einem Reboot war wohl wieder alles tutti. Dazu präsentierte er noch (mit einer großzügigen Geste) zwei Coupons mit weiteren 24 Stunden für Sven und mich als Ausgleich für die entgangene Nutzung.
Alsdann schwärmte Gonzo noch von der schönen Zeit der Umschulung, als er in der Clique mit meiner Löwin sehr viel Spaß gehabt hatte. Die Mannschaft hatte sich zum Abschluss eine Woche Dänemark im Ferienhaus gegönnt und war kurze Zeit später nach der Abschlussprüfung auseinandergefallen.
Gonzo ist ja der einzige aus dieser Blase gewesen, den ich noch nicht kennengelernt hatte. Und schnell fragte er mich auch, was aus den anderen so geworden war. Von meiner Löwin und mir konnte ich ihm einiges berichten, von den anderen hatten wir seit bald 10 Jahren nichts mehr gehört.
Gonzo war nun schon seit 12 Jahren der IT Mann des St. Vinzenz, den Job wollte er nicht mehr wechseln. Er wirkte wahrlich nicht wie ein Hektiker auf mich, da ist er im Krankenhaus gut aufgehoben. Mit seiner Frau und dem Kind ist er gerade in ein Häuschen aufs Land gezogen.
Zum Feierabend hin besuchte er mich persönlich, denn er wollte den Kontakt zu Beate wieder herstellen. Wir tauschten die Kontaktdaten aus und zum Abschied zeigte er mir noch seine neue Beinprothese. Wie meine Löwin mir immer wieder gern erzählt hatte, ist Gonzo der Mann, der mehr Behindertenwitze als der ruhmreiche Fips Asmussen kennt.
Dann verabschiedete er sich ins Wochenende (er hatte Freitag frei). Sofort schickte ich meiner Löwin per Whatsapp eine Nachricht und widmete mich anschließend dem Geschehen im Zimmer. Denn Sven hatte immer noch volle Hütte, sein Besuch war immer noch da.
Die Mannschaft war in eine angeregte Unterhaltung verstrickt. Als Karina, Sven und sein Bruder kurz zum Rauchen draußen waren (oder kiffen?), eröffnete mir Karinas Mutter, das sie die Trennung von Sven und ihrer Tochter schade fand und hofft, das die beiden doch noch zusammenfinden. Eine Information, die ich auch später nicht an Sven weitergab. So etwas macht man nicht.
Nach dem Rauchen dauerte es nicht mehr lang, bis alle verschwunden waren. Svens Bruder fand ich noch am besten, warum, kann ich heute nicht mehr sagen. Sven ging es erfreulicherweise schon erheblich besser. Er konnte sich schmerzfrei bewegen, vor allem Aufstehen. Kacken konnte er jedoch immer noch nicht. Die Schwester hatte ihn diesbezüglich beruhigt. Durch den Einlauf vor der OP war sein Darm vollkommen leer, da passte aktuell noch richtig was rein.
Er erzählte erneut vom vergangenen Wochenende. Über Parship hatte er eine Frau gedatet und sich mit ihr im Dax verabredet. Nach der Trennung von Karina - sie hatte wohl jemand anderen aus der Clique... die übliche Story halt - wollte Sven nichts dem Zufall überlassen. Und von dem Profilabgleich bei Parship ist er richtig angetan. Ehrlich müsse man da schon sein, dann klappt das auch ganz gut.
So seine Auffassung. Jedenfalls ließ sich der Abend gut an, die beiden kamen sich näher. Beim Tanzen rieb sie wohl sogar ihren Arsch an seinem Bein, was Sven nicht zu Unrecht hoffnungsfroh stimmte. Jedoch... Im Laufe des Abends rieb sie ihr Gesäß auch an anderen Kerlen, um nicht zu sagen an allen.
Da Sven nicht auf einen One Night Stand aus war, fühlte er sich von dem Mädel auf einmal nicht mehr angezogen. Er hatte eine Niete gezogen. Das Wochenende lief demnach nicht optimal, und nach der Spätschicht vom Montag musste es um Mitternacht natürlich noch die Pizza mit Extra Chili sein. Kaffee drauf, dann Magenkrämpfe und nen krassen "Afterburner". Dienstag dann zum Doc, Mittwoch früh lernte er mich kennen.
Auch Sven hängt viel am Rechner ab und hat Interesse an sämtlichem technischen Schnickschnack. Selbst die Funktionsweise meiner Schlafmaske interessierte ihn. Wir laberten auch über das Abendessen hinaus weiter. Mehr und mehr Informationen prasselten auf mich ein. Kein Schwein kann sich das alles merken. Aber bei mir hat sich ein positives Bild dieses Menschen verfestigt, wie bei Horst ja auch. Das Sven jedoch noch geschwächt war, erkannte ich daran, das er früh einschlief.
Zeit für mich, das WLAN laufen zu lassen und Sense 8 weiter zu schauen. Bereits am frühen Abend hatten Sven und ich das erfolgreich getestet. Was soll ich sagen: Ganze 3 Folgen verschlang ich am Stück und nur dank meines vernünftigen Charakters machte ich das Tablet anschließend aus.

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