Irgendwann wird mir das Emmermehl noch über den Weg laufen, da bin ich frohen Mutes. Das Brot wurde aber auch so zum Hit. Mittags zusammengerührt, ließ ich den Teig in einer großen Schüssel für sechs Stunden ruhen. Abends dann backte ich zwei kleine Brote im Lekue und war beim Anstich begeistert. Selbst meine Löwin schlug hier das ganze Wochenende über zu. Und am Schönsten ist die Erkenntnis, das Brotbacken nicht verlernt zu haben. Ist halt wie Fahrradfahren; das verlernt man ja auch nicht.
Nachdem ich meine Löwin dann am nächsten Morgen ins Schloss zur nächsten Thermomix-Sause gefahren hatte, fuhr ich gleich in die Wasserwelt, um endlich wieder ein paar Bahnen zu ziehen. Das hatte ich mir bereits das ganze Jahr 2025 vorgenommen gehabt, es aber aufgrund der Verletzung an den Beinen und dem Loch in der Schulter nicht umgesetzt.
Mittlerweile - ca. seit Anfang Dezember - ist auch das Loch in der Schulter wieder dicht. Und so parkte ich das Auto bei der Wasserwelt und stapfte durch die schneiende Landschaft in die große Badewelt hinein. Ausreden, wieder zu kneifen, fand ich diesmal keine. Man muss die Dinge einfach auch mal durchziehen. Denn am Schönsten ist es, wenn der Schmerz nachlässt.
Im Vorfeld hatte ich es bereits eruiert gehabt: Die Wasserwelt verfügt über ein 25 Meter großes Sportbecken, in dem in der Woche die Schüler und Vereine unterwegs sind. Am Wochenende und in den Ferien ist das Sportbecken frei für alle. Also auch für mich.
Meine Überlegung tendierte zu der folgerichtigen Erkenntnis, dass der Weg zur Hamburger Straße in die Wasserwelt erheblich kürzer ist als der ins Heidberg. Und Samstags oder Sonntags Morgen habe ich mittlerweile eher Zeit fürs Schwimmen als Mittwochs (da bin ich im Home Office) oder am Dienstag nach der Arbeit, was ich vor Corona mit Pocke so gemacht hatte. Doch seinerzeit war ich direkt von der Arbeit bzw. vom Bahnhof aus ins Heidberg geeiert.
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| In der Umkleide |
Und dann kam mein Fahrradunfall. Da hatte ich das Schwimmzeug fürs Heidberg auch schon dabei gehabt und in der Hektik… egal, der Plan geht Richtung Wasserwelt. Am Tresen informierte ich mich auch gleich über die Modalitäten der von mir früher so geschätzten aufladbaren Karte für die „Stammgäste“.
Die Plastikkarte gibt es nicht mehr, es läuft alles über den Chip am Armband. Dieser steuert alles; vom Eintritt bis zum Verschließen des Umkleideschranks. Da ich Dienstleistungen eher selten blind buche, bezahlte ich den Eintritt für 90 Minuten und ging in die Umkleide. 90 Minuten reichen mir vollkommen, da ich für meine Bahnen früher schon mit ner Dreiviertelstunde hingekommen bin; da bleibt viel Zeit fürs Ausziehen, Anziehen und Eincremen nach dem Ausduschen.
Das Umziehen ging schnell und nach anfänglichen Problemen mit dem Chip am Handgelenk und der Schranktür ging es endlich los. Schnurstracks watschelte ich über die Dusche (erst heiß, dann immer kälter) zum Sportbecken. Das war leidlich gefüllt; auf den 6 Bahnen waren jeweils zwei bis drei Leute unterwegs.
Ich begab mich auf eine der Bahnen am Rand, weil ich nicht unter der Bahnbegrenzung hindurch tauchen wollte. Ein klein bisschen Schiss wegen Auge, Nase - sucht Euch was aus. Jetzt endlich ging es los; 10 Bahnen hatte ich mir für heute vorgenommen. Pause nach jeder Bahn, wenns gut läuft, nach jeder zweiten.
Vor meinem Unfall waren 18 - 20 Bahnen mein Standard gewesen. Ohne Pausen. Aber nach all der Zeit wollte ich es nicht gleich übertreiben. Und tatsächlich - ab Bahn Nummer 5 taten mir schon die Hüfte und der untere Rücken etwas weh. Will damit sagen: Nach acht Bahnen verließ ich das Becken und trudelte gemütlich im großen Hauptbecken aus.
Ein Meter Dreißig Tiefe sind es dort; für mich etwas wenig zum Schwimmen, da ich meine Beine eher tief zu halten pflege. Das musste ich schmerzhaft bei einer Bodenberührung feststellen. Egal, nach kurzer Zeit verließ ich die Schwimmarena, duschte aus und verließ das Gebäude. Nach 75 Minuten; die Zeit von neunzig Minuten reicht ergo aus.
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| So geht Winter |
Im Schneegestöber draußen glitt ich auf der Schräge aus und landete auf meinem Hintern, durfte aber keine Folgeschäden beobachten. Sehr gut, das Schwimmen in der Wasserwelt werde ich im Auge behalten. Mal sehen, wie lange die Anreise mit dem Fahrrad dauert.
Abschließend halte ich fest: Brot backen und Schwimmen sind meine Vorsätze fürs neue Jahr. Beides Hobbys, die mir in der Vergangenheit viel Freude bereitet hatten und die mir auf dem Weg verlustig gegangen waren. Da schaun mer mal, wie sich das anlässt übers Jahr. Ich werde es dann berichten. Zwischendurch.
Knapp über 20 Monate sind es jetzt noch, die ich arbeiten muss, bevor ich die wohlverdiente Pension einstreichen kann. Der Job nervt mich von Tag zu Tag mehr. Doch am meisten ätzt es mich an, dass ich über die volle Strecke bis 66einhalb Jahre gehen muss. Viele andere sind schon mit 58 oder Anfang ihrer Sechziger zu Hause geblieben.
Wenn auch mit Abzügen, aber in meinem Fall kann ich mir die Abzüge nicht leisten, wenn ich in der Pension noch zur BiRe oder andere Events fahren möchte. Sicherlich müsste ich dann nicht alles absagen, aber einschränken wäre schon angesagt. Und dann wäre ich bei der einen oder anderen Aktion eben nicht mit dabei.
Und das will ich nicht. Von daher halte ich durch. Wie die Eintracht, die gefälligst auch nicht absteigen soll. In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen. 2026, los gehts.


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