Donnerstag, 23. November 2023

Warum spielt denn der Poldi nicht?

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Do. 30. Juni

Ab heute Abend beginnen die Viertelfinals. Das heißt, an den folgenden 4 Abenden werden wir jeweils ab 21.00 Uhr ein Spiel sehen. Ergänzend dazu habe ich mir für den morgigen einen Tag Urlaub gegönnt. Eigentlich war der Tag dazu gedacht, meine Löwin bei der Vorbereitung ihres Geburtstages am Samstag zu unterstützten. Jetzt wird das aber erheblich abgespeckt, weil meine Liebste dank ihres entzündeten Knies den Brunch bei uns absagen musste.
Bemerkenswerterweise hält sie sich schon die ganze Woche trotz der Schmerzen und der Bewegungseinschränkung tapfer und klagt nicht. Ich wäre da schon längst grummelig geworden und hätte mit meiner "guten" Laune allen möglichen Gästen die Laune verdorben. Und trotzdem kam bei ihr keine Langeweile auf. Sie muss halt immer etwas zu tun haben und hasst es, tagelang nur rumzuhängen und ihre Serien zu schauen.
Da bin ich bekanntermaßen anders gestrickt, aber ich arbeite auch im öffentlichen Dienst. Bei der kleinen Firma meiner Löwin ist ihr permanenter Einsatz gefordert, zumal der joviale Chef und Firmenbesitzer nächste Woche in Urlaub geht. Meine Löwin ist seine Vertreterin, aber nicht der Vizechef. Viele andere in der Firma sehen sich da eher in der Rolle als Chefvertreter, was sie meine Löwin auch gern mal spüren lassen.
Im öffentlichen Dienst kann ich solche Idioten relativ gut auflaufen lassen, ohne das die mir an die Karre pinkeln können. Meine Liebste kann das nicht bringen, im Gegenteil! Sie sah sich in der Not, ihren Chef trotz Krankheit bei dem wichtigen Auftrag zu unterstützten. Durch Hausarbeit, sie brauchte nur eine Excel Datei und dann konnte sie heute in Ruhe, ohne ihr Knie zu belasten, sich darum kümmern. Trotz des Knies ist sie ja nicht bettlägerig.
Dazu sollte sie gestern die Datei erhalten. Erst per Mail und dann noch auf einen Stick, den eine Kollegin abends vorbei brachte. Zunächst konnte sie die per Mail übersandte Datei nicht öffnen, weil die Kollegin diese im falschen Format gesendet hatte. Ich konnte es dank Libre Office schnell umwandeln, doch nun stellte sie fest, das sie ihr eine falsche Datei geschickt hatten. Schön, das auf dem Stick noch dieselbe falsche Datei war.
Die richtige Datei bekam sie am späten Abend nur dank Frida und Harald, die den Schlüssel fürs Rolltor hatten und uns reinlassen konnten, damit sie sich schnell die richtige Datei ziehen konnte. Derweil plauderte ich mit Harald und Frida übers Einkaufen im Supermarkt; so in der Art „ein Schlachter ist viel zu teuer und außerdem schlachten die meist auch nicht mehr selbst und holen das Fleisch aus dem Schlachthof.“
Nach nicht mal einer Viertelstunde hatte meine Löwin die richtige Datei gefunden und sich auf einen Stick gezogen. War ja fast wie bei "Mission Impossible", bloß ohne Tom Cruise. Wir verloren hinterher auch keine Zeit und fuhren gleich nach Hause. Meine Löwin sichtete dort noch kurz ein paar weitere Unterlagen, danach war es Zeit für die Heia.
Ja, sollte man nicht machen, wenn man krank geschrieben ist, weiß ich doch. Aber arbeitet ihr mal in einem Zwölf-Mann Betrieb, der vom Chef verkauft wird, weil er endlich mit 70 in Rente gehen will. Bei einem Großunternehmen ist ein Ausfall nicht so schlimm, doch in so einer kleinen Klitsche... Und zur Lymphdrainage fahre ich sie ja auch, da muss sie genauso ins Auto auf den Beifahrersitz steigen. Also mecker nicht und halte das Maul, oder willst Du gleich eins in die Fresse?
Heute morgen hatte ich dann schon beim Aufstehen Kopfschmerzen und einen krampfenden Darm, was mich während der gesamten 12 Stunden im Büro so richtig quälte. Hinzu kam eine schwüle Luft, die das Innenleben des Rathauses einschließlich meines Büros in eine Sauna verwandelte. Stellenweise hatte ich große Koordinationsprobleme, insbesondere am Vormittag, an dem ich an einem komplizierten Vorgang arbeitete und immer wieder durch Telefonate in meiner Konzentration gestört wurde.
Wie ein Fisch an der Wasseroberfläche japste ich nach Luft, während mich die Krämpfe quälten und mich in den gewissen Raum trieben, zu dem meine Kolleginnen keinen Zugang haben. Und diese Müdigkeit, eigentlich hatte ich doch lange geschlafen. Aber dieser komische Traum, aus dem ich kurz vor dem Weckerklingeln aufwachte, war sicher dafür verantwortlich.
Irgendwie hatten meine Löwin und ich uns im Urlaub in eine Wohnung eingenistet. Ich erinnere mich noch, das es für eine Woche war, denn länger fahren wir eh nie weg. Das Ganze im südlichen Ausland, Spanien oder Italien also. Das Haus war ein richtig großer, verwinkelter Hochhausblock. Ich spannte noch etwas in der Wohnung aus, warum auch immer.
Wir hatten mehrere Zimmer und es war sehr gemütlich, also unaufgeräumt. Doch ich wollte zu meiner Löwin in die Innenstadt. Dort war sie mit Mutter und Walter unterwegs und ich würde sie schon in irgendeinem Straßencafe finden, einen Treffpunkt hatten wir nicht ausgemacht. Ich überlegte noch, welche von meinen 5 Mützen aus 2 Zimmern ich aufsetzen sollte, denn draußen war hellster Sonnenschein angesagt.
Kaum war ich aus den verwinkelten Hausfluren ins Freie getreten, befand ich mich auch schon in der Innenstadt. Die ganze Fußgängerzone war voller Leute. Es herrschte eine volksfestartige Stimmung. Und plötzlich, nachdem ich angestrengt meinen Blick in alle Richtungen wandern ließ, sah ich Mutter allein an einem Biertisch in einem Cafe rechts von mir sitzen. Walter und meine Löwin sah ich auch gleich, sie brachten gerade Geschirr weg.
Jetzt wurde es wirr. Wir wollten wohl gleich nach Hause, aber meine Löwin, Mutter und Walter gingen vor einem Bus und ich dahinter. Ich hatte sie wohl noch nicht einmal länger gesprochen. Und als ich mich bis vor den Bus durchgedrängelt hatte, waren die 3 weg. Mit dem Bus - inzwischen war es tiefste Nacht - wollte ich dann nach Hause fahren.
Aber ich verpasste die Abzweigung zu unserer Wohnung, der Bus fuhr weiter und ich stieg irgendwann weit von unserem Hotel entfernt in einer Hafengegend aus. Ich wusste jedoch, dass ich mit der Linie 113 fahren musste, um genau vor der Wohnung auszusteigen. Ich wartete und wartete, mehrere Busse kamen, aber nicht der Richtige. Dann wachte ich mit starken Kopfschmerzen auf. Zeit, um zur Arbeit zu fahren.

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