Donnerstag, 16. April 2015

Hartmudo: Schick mir keine Blumen

Ostermontag war es dann soweit: Nach dem Aufstehen und Frühstück legte ich mich wieder hin, war müde. Auch nach dem Mittagessen war ich gegen halb Drei dermaßen platt, dass ich mich hinlegen musste.
Mir war kalt. Ich fröstelte, die Nase ging zu. Als ob mir jemand den Stecker rausgezogen hatte, dämmerte ich vor mich hin. Ich wollte partout nicht aufstehen und wusste, das der Körper nicht mehr wollte und dies mit einer Erkältung deutlich machte.
Mental hing ich auch durch – meine Fußzehen fühlten sich klumpig –klobig an; Eine Besserung meines Auas an den Füßen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es scheint immer schlimmer zu werden und der eine Zeh ist leicht geschwollen. Und das größte Mysterium für mich ist, das die Beschwerden weg sind, sowie ich nicht mehr daran denke!
Wer erinnert sich da nicht an diesen schönen Film mit Rock Hudson, Doris Day und Tony Randall namens „Schick mir keine Blumen“, wo der Hypochonder George Kimball zufällig ein Telefonat seines Arztes mithört, bei dem es um einen todkranken Patienten geht und er glaubt, dass er kurz vor der Bahre steht.
Jedenfalls dachte ich in diesen Momenten auch an meinen Tiefpunkt Mitte der 80er in der Nußberg, als mich Ackie unwissentlich gerade noch aus der Versenkung gezogen hatte. Heuer ging es nicht um Suff und schöne Mädchen wie damals – mit meiner Löwin habe ich schließlich mein Glück gefunden.
Aber diese 2 letzten Wochen und Wochenenden hatten es in sich. Erst meine 3 Feiern zum Geburtstag, dann Ostern die Renovierung unseres Wohnzimmers. Wunderschön natürlich auch mein Besuch beim Orthopäden und im Sanitätshaus. Ein ständig emotionales Auf und Ab in den 2 Wochen.
Geburtstagstisch

Ich darf hierbei aber nicht vergessen, dass sich meine Löwin so richtig reingehauen hatte in all den Tagen, Respekt. Da darf ich eigentlich gar nicht jammern. Doch es ist die Sache mit meinen Flunken, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Davon nämlich abgesehn, waren die 2 Wochen ereignisreich und eigentlich positiv.
Aber der George Kimball in mir vergisst die schönen Momente schnell und humpelt mit schmerzverzerrtem Gesicht durch die Gegend. Der Orthopäde ließ meine Hände und Füße röntgen und zeigte mir, wo die Arthritis sitzt. Am Fuß sind die Gelenke beider großen Onkels betroffen, also nicht die Stelle, wo es wehtut. Nun gut, Einlagen sollen es bringen. Neuer Termin beim Doc soll Anfang Mai sein.
Er verordnete mir auch noch Manschetten für die Daumengelenke, wenn ich schwer hebe oder zum Sport. Ich war da zwar skeptisch, aber beim Arzt bin ich in der Regel schüchtern, was Kritik angeht.
Im Sanitätshaus erhielt ich diese Manschetten – eine links, eine rechts – für zusammen
168,- €! Ja, ihr habt richtig gelesen. Dafür, dass ich die Dinger nicht wirklich brauchen werde, weil ich an den Händen kaum noch Probleme habe, waren sie schweineteuer. Am nächsten Tag in der Mukkibude hatte ich die linke Manschette spaßeshalber angeschnallt. Null Schmerzersparnis bei voller Bewegungseinschränkung sag ich nur.
Die an meine Füße mithilfe einer Schaumstoffkiste angepassten Einlagen sollen am 15. bereits abholbereit sein. Schaun mer mal. Ich versprech mir nicht viel davon, weil ich in den Schuhen von Josef Seibel, die ich mir mittwochs gekauft hatte, nicht wirklich besser laufe und die Einlagen aus demselben Material sind, wie es die orthopädischen sein werden. Also abwarten.
Was hatten wir sonst noch? Geburtstagstisch für die Kollegas, nachmittags die Familie in the House und am Wochenende die Bude voll mit den Freunden; darunter mit Jopi, Edith und Jürgen drei Übernachtungsgäste.
Kollegas und Familie war ganz entspannt, obwohl ich an dem Tag auch etwas hetzen musste. Das Einkaufen vorher und das Vorbereiten der Wohnung begann unmittelbar nach der Rückkehr aus Leipzig. Vor allem meine Löwin gab unermüdlich Kette, wie ich es über längere Zeiträume schon seit Jahren nicht mehr vermag.
Ich tat trotzdem mein Möglichstes und verdrängte die negativen Gedanken wg. meiner Mauken in den Background, um meine Löwin so gut es ging zu entlasten. Das Baguette mit den selbstgemachten Cremes war hierbei nur bedingt ein Erfolg, da meine Kollegas von den vielen Geburtstagen im März übersättigt waren.
Die Familie erfreute sich an Currywurst und Schaschlik. Die dazu mitgebrachten Salate von Frida und Dora rundeten das Bild ab. Vor allem mit Reiner führte ich ein nettes Gespräch, während Sunny leider wieder etwas zu kurz kam. Ich hebe dies besonders hervor, da ich die beiden in den letzten Jahren eher selten zu Gesicht kriege, was eigentlich schade ist.
Auch für die anderen Verwandten hatte ich genügend Zeit gefunden, was mich dann immer freut, weil ich da einen entsprechend hohen Anspruch an mich selbst stelle. Bei interessanten Gesprächen mit Danny oder Hank wurde ich leider unterbrochen, da hätte ich dran bleiben wollen, war aber zu hektisch. Selbst Mutter war da voll dabei. Ich hatte sie dann doch eingeladen, weil es sich einfach so gehört. Punkt. Trotz all der Widrigkeiten in den letzten 2 Jahren.
Nach dem Sport am Freitag sollte es dann gemütlich mit der Vorbereitung für den Samstag abend angehen, als sich Jopi, Edith und Jürgen per Whatsapp ankündigten.
„Sind am Kamener Kreuz und gleich da.“ Meine Löwin und ich gerieten in Hektik, ich gar in Panik. In meinem Zimmer sollten sie ja nächtigen. Schnell musste ich noch die Betten neu beziehen und für Jopi unser Gästebett aufblasen, was ich nicht rallte. Erst McGyver – meine Löwin - hatte den rettenden Einfall mit der Zewarolle und der Fahrradluftpumpe.
Phil übernachtete dazu auch noch am Freitag bei uns. Das Bett im Wohnzimmer musste also auch noch blitzschnell fertig werden. Als die Mannschaft dann einrückte, wurde es aber doch gemütlich. Zusammen mit Phil saßen wir noch den ganzen Abend im Esszimmer – endlich stressless.
Der nächste Tag gestaltete sich zu meiner Freude ähnlich entspannt. Ruhig bereiteten wir den Abend vor und es ging los. Mein Fuß meckerte gar nicht mehr, komisch. Sehr netter Abend, entspanntes Frühstück am nächsten Morgen – dann fuhren Jopi, Edith und Jürgen heim. Und dann war der Aufenthalt doch wieder zu kurz! Jedenfalls war ich noch so überdreht, das ich noch den ganzen Nachmittag rumräumen konnte.
In der folgenden Woche lief abends schon die Vorbereitung für die Renovierung des Wohnzimmers, welche uns Karfreitag bis Ostersonntag tagsüber in Atem hielt. Abends noch Patty`s Geburtstag und das Osterfeuer in Stöckheim! Dort traf ich noch kurz Pan mi9t seinem Ältesten. Kurz deshalb, weil Pan seinen stark angeschiggerten Sohn sicher ins Bett bringen musste.
Jedenfalls war Ostermontag dann Schicht im Schacht. 2 Tage krank und dauernd der Hustle mit dem Fuß. Seitdem humpele ich gefühlt noch mehr als vorher; eine depressive Verstimmung schlich sich ein. Beim Kartenspielen mit Biggi und Britt hatte ich nochmal nen richtigen Durchhänger, seitdem geht es aufwärts.
Dies habe ich nicht zuletzt Udorallala und seiner überraschenden Entdeckung zu verdanken – er wird demnächst darüber berichten. Es geht also doch noch. Der George Kimball in mir ist überwindbar.
Trotzdem nen geiler Film.

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