http://www.huffingtonpost.de/2015/05/05/bahnstreik-claus-weselsky_n_7218704.html?utm_hp_ref=germany
Alle sind genervt, die Wirtschaft könnte Schaden nehmen. Ich habe sogar irgendwo gelesen, das sich die Steigerung des Wirtschaftswachstums absenken könnte. Kein Witz!
Wir reden hier natürlich über den „großen“ Bahnstreik der GdL über 6 Tage. Da bricht natürlich alles zusammen, warum ruft die Regierung eigentlich nicht den Notstand aus? Warum die deutsche Huffington Post die Tips von Weselsky – das Umsteigen aufs Flugzeug oder Auto, Fernbus hat er vergessen – für zynisch hält, erschließt sich mir nicht.
Contramann möchte mal genau so in die Polemik einsteigen: Hat denn in dieser, einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt, nicht sowieso jeder mindestens ein Auto zur Verfügung?`Und wenn nicht, dann hat er auch keinen Job und muss ergo nicht zur Arbeit mit der Bahn fahren. Und falls er grad eine Umschulung macht.... wer glaubt, das sich dort für einen Umschüler etwas zum Positiven entwickelt, bitte melden!
In den Nachrichten sah ich einen Lehrling, der nicht zur Prüfung konnte und in die Kamera jammerte. Als Krönung sagte der Kommentator im Off, dass dieser dann von seinen Kollegen rechtzeitig mitgenommen werden konnte. Also, es geht doch.
Meine Güte, wie unbeholfen die Menschen doch sind. Alle sind angeblich so schlau, dass sie bei Jauch die Millionenfrage knacken könnten aber wenn einmal der Zug ausfällt... Es ist einfach frustrierend, dass der deutsche Michel nur dann protestiert, wenn es um seine eigene Bequemlichkeit geht. Reden wir dagegen über TTIP, Endlagerung des Atommülls oder den schleichenden Klimawandel, dann ist der mündige Bürger in der Regel eher desinteressiert. „Da kann man sowieso nichts machen...“ ist häufig die resignierte Antwort.
Widerstand ist zwecklos, Ihr werdet alle assimiliert. Nein, stimmt ja gar nicht! Ihr seid es schon längst!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bahn-streik-das-leben-ist-unfair-fleischhauer-kolumne-a-1032091.html
Den Fleischhauer zum Bahnstreik braucht es noch zum Abrunden. Schön, dass Herr Fleischhauer seinen Sohn in einer privaten Kita unterbringen konnte. Immerhin hat er ja auch ein Auto und fliegt auch schon mal mit den Flugzeug. Schön zu wissen, dass es beim Spiegel so viel Geld zu verdienen gibt für die permanente Agitprop im Stile eines Gerhard Löwenthals.
Zu seiner „sachlichen“ Kritik: Natürlich ist es für die Betroffenen beschwerlich, zur Arbeit zu kommen oder oder oder. Aber die Welt geht hiervon doch nicht unter. Und wer meint, für ihn aber doch, der sollte mal besser seine eigene Lebenseinstellung hinterfragen und dann mal downcoolen. Jammerlappen, dammische!
Die Erzieher in den KiTas streiken als Nächste!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bahn-streik-danke-claus-weselsky-augstein-kolumne-a-1032521.html
Respekt, Augstein. Gut erkannt. Er spricht hier einen entscheidenden Aspekt an, und zwar das Verhalten der SPD. Die frühere Arbeitnehmerpartei, schon in der Vergangenheit eng verfilzt mit den großen Gewerkschaften, droht in der Person von Frau Nahles mit dem Tarifeinheitsgesetz den Alleinvertretungsanspruch von Verdi oder der IG Metall zu zementieren.
Dies war vielleicht noch in den 70er Jahren des letzten Jahrtausends hilfreich, um die Kräfte der Arbeitnehmer bei Tarifauseinandersetzungen besser bündeln zu können. Seither sind Gewerkschaftsführer aber in den Aufsichtsräten stark repräsentiert und agieren zunehmend mehr im Sinne der Arbeitgeber. Gerade die Lokführer, die ja zugunsten der anderen Bahnbeschäftigten Abstriche in der Vergangenheit bei Tarifabschlüssen hinnehmen mussten, wissen davon ein Lied zu singen.
Wo sind die Erneuerer in der SPD?
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-vorschlag-wahlen-sollen-eine-ganze-woche-dauern-13341105.html
Die Generalsekretärin der SPD, Frau Fahimi, möchte ich nicht zu den Erneuerern zählen. Einen Wahltag auf eine ganze Woche auszudehnen, ist in meinen Augen absoluter Müll. Die Schweden mögen das ja so machen, da gibt es allerdings auch einsame Gehöfte im Norden; da macht das Sinn.
In der dicht bevölkerten Bundesrepublik bringt das gar nichts.
Als ob die Leute nicht zur Wahl gingen – bald 40% Nichtwähler im Schnitt! - weil es Sonntags halt nicht passt. Und die sollen Montags oder Donnerstags dann zur Wahl gehen?
Frau Fahimi, wovon träumen Sie des Nächtens?
http://www.neopresse.com/politik/offener-brief-zur-neujahrsansprache-von-angela-merkel/
Hier mal ein wunderschöner Kommentar zur Neujahrsansprache der Kanzlerin. Zwar schon a bisserl her, aber absolut lesenswert, diese Haßtirade. Sehr schön finde ich, das der Kommentator darauf hinweist, dass die Worte von Merkel das Gegenteil von dem behaupten, was sie mit ihrer Politik anrichtet.
Sie redete über Frieden und Zusammenarbeit – Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure. Und diese Waffen sind mit ein Grund dafür, warum so viele Menschen flüchten müssen. Und sterben. Der Vergleich der jetzigen, drohenden Zensur von Medien mit der Maschinerie des nationalsozialistischen Staates gilt einigen von Euch vielleicht etwas überzogen.
Ich hoffe, wir müssen uns hierüber nicht in 10 Jahren noch mal drüber unterhalten, Yo.
http://www.neopresse.com/politik/stasi-vergangenheit-merkel-alias-im-erika/
Gleich hinterher von derselben Quelle deshalb noch schnell etwas über IM Erika, dem angeblichen Stasi Namen unserer heutigen Kanzlerin. Angeblich deshalb, weil die Andeutung, dass sie Robert Havemann für die Stasi ausspioniert haben könnte, schon in den wenigen Zeilen nicht wirklich überzeugt.
Interessanter ist da eher ihr steiler Karrieresprung nach einer Begegnung mit der Stasi. Zu erwähnen bleibt weiterhin, dass sich Frau Merkel ja nun nicht gerade in der DDR Opposition engagiert hatte. Ein Mann wie Gysi, der immerhin Regimegegner als Rechtsanwalt vertreten hatte, wird dagegen ohne Beweis als Stasimitarbeiter hingestellt.
Nicht aber die ehemalige Funktionärin für Agitation und Propaganda in der FDJ.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-fordert-ausweitung-der-telefonueberwachung-a-1012717.html
Ein Fleischhauer aus dem Januar, und was für einer. Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ lautet sein Argument für eine Vorratsdatenspeicherung, weil es dabei ja nicht um Prävention gehe, sondern darum, nach einem Terrorakt die Auffindung der Täter zu erleichtern.
Zynisch. Und billig obendrein, denn die Franzosen haben das ja schon. Bloß weil sie damit die Katastrophe nicht verhindern konnten, heißt das nicht, das die Daten die Ermittlungen der Täter beschleunigt hätten.
Fleischhauer argumentiert nach dem Motto: „Zu irgendwas wird es schon gut sein.“
http://www.stern.de/wirtschaft/news/griechenland-alexis-tsipras-verpulvert-kuenftig-milliarden-2170138.html
Ende Januar. Die Syriza hatte gerade die Wahl in Griechenland mit dem Versprechen gewonnen, sich nicht mehr dem EU Diktat beugen zu wollen. Da ging den Mächtigen Europas gleich der Kackstift – Wo komm` wir denn da hin?
Der Stern ist dann auch gleich vorne mit dabei, wenn es darum geht, dem geneigten Bundesbürger zu erklären, warum höhere Steuern und soziale Wohltaten Gift für die Wirtschaft sind.
Viele glauben hierzulande ja immer noch, das wenn es der Wirtschaft gut geht, würden ein paar Krümel abfallen. „Mit vollen Händen“ wolle Tsipras das Geld ausgeben. Die einfachen Parolen waren ja immer schon die wirksamsten.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-kathrin-oertel-gruendet-pegida-konkurrenten-a-1015619.html
Die Abspaltung von der Pegida durch deren ehemalige Sprecherin Kathrin Oertel, um sich von rechtsextremen Tendenzen zu distanzieren und den Protest endlich mal auf mehr Demokratie und vielleicht ja auch soziale Gerechtigkeit zu lenken, erwähne ich hier nur mal schnell nachrichtlich.
Hat sich aktuell im Mai 2015 wohl auch schon wieder erledigt.
http://www.neopresse.com/politik/ukraine-die-uebernahme-der-landwirtschaft-durch-westliche-unternehmen/
Dieser Artikel über die Ukraine ist schön herausgearbeitet. Die Kornkammer Europas ist finanziell klamm und auf Kredite der EU angewiesen. Und natürlich erfüllt die prowestliche Regierung die Bedingung für die Kredite – den Schrei nach Reformen.
So können jetzt Wasser- und Energieversorgung reformiert, also privatisiert, werden. Cargill und Monsanto haben bereits investiert. Sicherlich ganz uneigennützig bei einer der größten Getreideexporteurnation der Welt.
http://darmstaedter-tagblatt.de/wirtschaft-artikel/karstadt-plant-billigloehne-und-stellenabbau-1484.html
Karstadt plant Billiglöhne, um den Betrieb zu retten. Und wer Waren auspackt, soll weniger Geld verdienen. So wie in der Logistikbranche halt.
Mensch, das ist ja wie bei Amazon! Der Internetkonzern, den Verdi in den letzten 2 Jahren aus genau diesem Grund immer mal wieder bestreiken läßt.
Nanu, aus der Ecke ist es beim Thema Karstadt so still....
Verdi, wir hören nichts!!!
http://www.focus.de/wissen/weltraum/astronomie/mit-kepler-weltraumteleskop-forscher-finden-aeltesten-stern-mit-erdgrossen-planeten_id_4434468.html
Heute mal zum Abschluss etwas Unpolitisches. Ja, es gibt sie. Erdähnliche Planeten, doch wir kommen da nicht hin. Zu weit weg, das übersteigt die derzeitigen technischen Möglichkeiten. All den Realisten dort draußen sei aber eins gesagt:
Über kurz oder lang müssen „wir“ dort hin, egal wie. Ansonsten gehen hier in 2 – 3 Generationen die Lichter aus. Oder das Ganze läuft ab wie bei Mad Max. Selbst dann, wenn die Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme reformiert oder auch revolutioniert werden könnten, würde dies nur einen kurzen Aufschub vor der endgültigen Katastrophe bringen.
An eine komplette Bevölkerungskontrolle a la Huxleys „Brave new World“, was meiner Ansicht nacht die einzige Möglichkeit wäre, die Menschheit noch Jahrhunderte lang am Leben zu erhalten, glaubt doch wohl keiner ernsthaft, oder?
Will ja auch keiner. Und Contramann erst recht nicht.
Donnerstag, 14. Mai 2015
Freitag, 8. Mai 2015
H Lecter: Angie 3/x
3
Irgendwann Ende 1986/Anfang 1987 hatte es mit Pocke und mir nicht mehr funktioniert, so dass es an der Zeit war, auseinanderzuziehen. Ich für mein Teil war noch nicht bereit, alleine zu wohnen. Da traf es sich gut, dass auch Angie sich einen Wohnungswechsel vorstellen konnte.
So zogen wir zusammen, obwohl mir auch einige Leute hiervon abgeraten hatten. Grund war hier die sich mittlerweile herauskristallisierte Unzuverlässigkeit von Angie, die mich aber seinerzeit nicht wirklich störte. Für mich war es halt okay – ca. 2 Jahre lang. Aber ich will nicht vorgreifen.
Mit einem Umzugswagen schafften wir erst Pockes Plünnen in dessen neue Wohnung in der Gliesmaroder Str.; Dann kamen meine Sachen in die Juliusstr. Angie hatte quasi keine Möbel. Ich glaube, ihr Kram konnten wir mit dem Auto transportieren.
Die Wohnungssuche vorher verlief im Gegensatz zum Hustle, den Pocke und ich 3 Jahre vorher hatten, sehr entspannt. Die Juliusstr. war erst die zweite Wohnung, die wir uns angeschaut hatten.
Wir hatten zuerst eine Wohnung in der Rosenstr. entdeckt. Angie und ich waren beide von dieser Wohnung angetan, weil es im östlichen Ringgebiet lag. Dies hatte freundes- und kneipentechnisch bedeutsame Vorteile. Jene Wohnung besichtigten wir abends bei künstlichem Licht.
„Die Toilette ist eine halbe Treppe tiefer und sie brauchen sie sich bloß mit Herrn Meyer zu teilen. Herr Meyer ist sehr reinlich.“ Soweit die Vermieterin seinerzeit.
Als wir zum Ausmessen etc. die Wohnung dann bei Tage betrachteten, waren wir nicht mehr so ganz überzeugt. Wir hatten zur Feier des Ereignisses etwas Bier mitgenommen und ließen auch schon die eine oder andere Rakete steigen.
Trotzdem checkten wir gerade noch rechtzeitig, das diese Wohnung nicht nur sehr dunkel war. Die Räume waren eher winzig zu nennen und die Sache mit Herrn Meyer … Die Juliusstr. bot sich somit als Alternative an, obwohl sie im nicht so beliebten westlichen Ringgebiet lag.
Der Privatvermieter, ein schlitzohriger Bauer aus dem Wolfenbütteler Kreis, und sein nicht minder pfiffiger Sohn waren von Angie und mir sehr angetan und waren glücklich, uns als Mieter gewinnen zu können. Küche und Bad waren erkennbar nachträglich eingebaut, wobei der lange Schlauch des Bades eher verschenkter Raum war. Dort konnten wir ja sogar den Wäschetrockner voll ausgefahren ständig stehen lassen, obwohl dort auch noch die Waschmaschine drin stand.
Angie entschied sich sofort für den kleinen, quadratischen Raum direkt neben der Küche. War ja auch praktisch und hatte eine Heizung drin. Nachtspeicherofen! Mach ich nie wieder! Aber zurück zur Wohnung. Die andere Hälfte der Wohnung bestand aus dem Wohnzimmer und meinem Zimmer daran angrenzend. Ein Nachtspeicher im Wohnzimmer, nicht im Schlafzimmer. Ich war trotzdem zufrieden.
Zusammen mit dem Portugiesen renovierten wirr die Wohnung. Tapeten abreißen, Decken streichen. Laminat und Teppich verlegen. Heizung und Türen streichen, was man halt normalerweise so macht. Ha ha. Aber wir doch nicht, musste ja schnell gehen. Die Tapeten hatten wir ein- bis zweimal mit Alpina übergepinselt und die Decke war ja noch gut. Will heißen: Komplett mit Styropor geklebt, alle Decken in der Wohnung.
Da diese noch halbwegs weiß oder sowieso hellbraun waren… warum also streichen? Das Risiko, das uns die Styroporplatten um die Ohren flogen, war eh viel zu hoch. Und die Heizungen hatten ein so schönes Bahama-Beige, da wäre ein Überstreichen nun wirklich Sünde gewesen. Der Teppich hatte auch noch keine Löcher und war eigentlich auch ordentlich verlegt. Da die Türen außerdem mit einem elfenbeinfarbenen Glanzlack versehen waren, der auch wirklich nur ganz leicht angegilbt war, machten wir also schnell die Wände weiß und ab dafür.
Nick war mir dann noch beim Bau eines Podestes für das Bett behilflich und fertig war die Laube. Die wenigen Möbel waren schnell reingestellt. Meine Plattensammlung verstaut und die erste Rakete angezündet. Endlich war der Stress vorbei und ich konnte mich wieder entspannen. Das Arbeitsamt, mein damaliger Finanzier, war auch um die Ecke. Alles war also gut.
Angie und ich machten es uns von Anfang an gemütlich. Zum ersten Weihnachten – das muss dann doch 1986 kurz nach unserem Einzug gewesen sein – schichteten wir einen Behelfs Weihnachtsbaum aus melaminbeschichteten Regalbrettern mit Teelichtern auf. Breit wie die Nattern hockten wir hippiemäßig auf dem Teppichboden. Ich weiß noch, dass Lisa 2, die zur besten Freundin von Angie geworden war, auch noch da war.
Irgendwann Ende 1986/Anfang 1987 hatte es mit Pocke und mir nicht mehr funktioniert, so dass es an der Zeit war, auseinanderzuziehen. Ich für mein Teil war noch nicht bereit, alleine zu wohnen. Da traf es sich gut, dass auch Angie sich einen Wohnungswechsel vorstellen konnte.
So zogen wir zusammen, obwohl mir auch einige Leute hiervon abgeraten hatten. Grund war hier die sich mittlerweile herauskristallisierte Unzuverlässigkeit von Angie, die mich aber seinerzeit nicht wirklich störte. Für mich war es halt okay – ca. 2 Jahre lang. Aber ich will nicht vorgreifen.
Mit einem Umzugswagen schafften wir erst Pockes Plünnen in dessen neue Wohnung in der Gliesmaroder Str.; Dann kamen meine Sachen in die Juliusstr. Angie hatte quasi keine Möbel. Ich glaube, ihr Kram konnten wir mit dem Auto transportieren.
Die Wohnungssuche vorher verlief im Gegensatz zum Hustle, den Pocke und ich 3 Jahre vorher hatten, sehr entspannt. Die Juliusstr. war erst die zweite Wohnung, die wir uns angeschaut hatten.
Wir hatten zuerst eine Wohnung in der Rosenstr. entdeckt. Angie und ich waren beide von dieser Wohnung angetan, weil es im östlichen Ringgebiet lag. Dies hatte freundes- und kneipentechnisch bedeutsame Vorteile. Jene Wohnung besichtigten wir abends bei künstlichem Licht.
„Die Toilette ist eine halbe Treppe tiefer und sie brauchen sie sich bloß mit Herrn Meyer zu teilen. Herr Meyer ist sehr reinlich.“ Soweit die Vermieterin seinerzeit.
Als wir zum Ausmessen etc. die Wohnung dann bei Tage betrachteten, waren wir nicht mehr so ganz überzeugt. Wir hatten zur Feier des Ereignisses etwas Bier mitgenommen und ließen auch schon die eine oder andere Rakete steigen.
Trotzdem checkten wir gerade noch rechtzeitig, das diese Wohnung nicht nur sehr dunkel war. Die Räume waren eher winzig zu nennen und die Sache mit Herrn Meyer … Die Juliusstr. bot sich somit als Alternative an, obwohl sie im nicht so beliebten westlichen Ringgebiet lag.
Der Privatvermieter, ein schlitzohriger Bauer aus dem Wolfenbütteler Kreis, und sein nicht minder pfiffiger Sohn waren von Angie und mir sehr angetan und waren glücklich, uns als Mieter gewinnen zu können. Küche und Bad waren erkennbar nachträglich eingebaut, wobei der lange Schlauch des Bades eher verschenkter Raum war. Dort konnten wir ja sogar den Wäschetrockner voll ausgefahren ständig stehen lassen, obwohl dort auch noch die Waschmaschine drin stand.
Angie entschied sich sofort für den kleinen, quadratischen Raum direkt neben der Küche. War ja auch praktisch und hatte eine Heizung drin. Nachtspeicherofen! Mach ich nie wieder! Aber zurück zur Wohnung. Die andere Hälfte der Wohnung bestand aus dem Wohnzimmer und meinem Zimmer daran angrenzend. Ein Nachtspeicher im Wohnzimmer, nicht im Schlafzimmer. Ich war trotzdem zufrieden.
Zusammen mit dem Portugiesen renovierten wirr die Wohnung. Tapeten abreißen, Decken streichen. Laminat und Teppich verlegen. Heizung und Türen streichen, was man halt normalerweise so macht. Ha ha. Aber wir doch nicht, musste ja schnell gehen. Die Tapeten hatten wir ein- bis zweimal mit Alpina übergepinselt und die Decke war ja noch gut. Will heißen: Komplett mit Styropor geklebt, alle Decken in der Wohnung.
Da diese noch halbwegs weiß oder sowieso hellbraun waren… warum also streichen? Das Risiko, das uns die Styroporplatten um die Ohren flogen, war eh viel zu hoch. Und die Heizungen hatten ein so schönes Bahama-Beige, da wäre ein Überstreichen nun wirklich Sünde gewesen. Der Teppich hatte auch noch keine Löcher und war eigentlich auch ordentlich verlegt. Da die Türen außerdem mit einem elfenbeinfarbenen Glanzlack versehen waren, der auch wirklich nur ganz leicht angegilbt war, machten wir also schnell die Wände weiß und ab dafür.
Nick war mir dann noch beim Bau eines Podestes für das Bett behilflich und fertig war die Laube. Die wenigen Möbel waren schnell reingestellt. Meine Plattensammlung verstaut und die erste Rakete angezündet. Endlich war der Stress vorbei und ich konnte mich wieder entspannen. Das Arbeitsamt, mein damaliger Finanzier, war auch um die Ecke. Alles war also gut.
Angie und ich machten es uns von Anfang an gemütlich. Zum ersten Weihnachten – das muss dann doch 1986 kurz nach unserem Einzug gewesen sein – schichteten wir einen Behelfs Weihnachtsbaum aus melaminbeschichteten Regalbrettern mit Teelichtern auf. Breit wie die Nattern hockten wir hippiemäßig auf dem Teppichboden. Ich weiß noch, dass Lisa 2, die zur besten Freundin von Angie geworden war, auch noch da war.
Sonntag, 3. Mai 2015
Hartmudo: Streik
Für jenen Mittwoch im letzten Monat hatte die GdL (Gewerkschaft der Lokführer) einen zweitätigen Streik angekündigt. 24 Stunden vorher wollten sie die bestreikten Züge mitteilen. Das ist gut so, weil die Bahn dadurch ja diese Meldungen 12 Stunden vorher ins Netz stellen konnte, damit sich die Kunden darauf einrichten können.
Wenn Du meinst, das könnte auch schneller gehen: Nein, die Bahn gibt Störmeldungen immer erst 12 Stunden vorher raus. Das war schon immer so. Punkt.
Letzteres muss man einfach wissen, ehe man über den Streik wieder meckert. Aber gut, Contramann: Raus aus meinem Büro! Gut, jetzt können wir weitermachen.
Auf der Arbeit informierte ich mich Dienstag am frühen Nachmittag auf der Internet Plattform der Bahn über meine Zugverbindung – nichts vom Zugausfall zu lesen. Ich sollte dazu erwähnen, dass meine Löwin und ich zu jenem Zeitpunkt schon ein paar Tage zuhause ohne Internet waren, da uns der Router abgekracht war und ein neuer noch unterwegs war.
An dieser Stelle ein Lob für 1&1 für die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Da habe ich mal wieder gesehen, dass bei einer entsprechend durchdachten Organisation ein guter Service möglich ist. Gleiches gilt übrigens auch für Ikea, da hatte ich bisher im Vergleich zu deren Konkurrenz immer gute Erfahrungen gesammelt.
Diese kurze Exkursion musste jetzt sein, denn die Bahn zählt bekanntlich nicht zu diesen gut durchorganisierten Firmen. Und gerade an jenem Mittwoch lieferte die Bahn bzw. das Bahnpersonal dafür mal wieder ein unrühmliches Beispiel.
Meine Sporttasche in der Hand, saß ich frühmorgens um 5:30 Uhr im Linienbus zum Bahnhof und freute mich schon auf den Spaß in der Mukkibude am Nachmittag. An den Streik dachte ich nur am Rande; Ich hatte ein super Buch dabei und war in die Lektüre vertieft.
Am Bahnhof angekommen, sah ich als Erstes auf die große Anzeigetafel und, siehe da, alle Züge der deutschen bahn fielen aus wegen Streik. Nur die Privatbahn Erixx war immer noch am Start. Auf der unteren Laufleiste der Anzeigetafel wurde ganz allgemein darauf hingewiesen, doch bitte auf die Ansagen zu achten oder ins Internet zu schauen.
Nun gut, insgeheim hatte ich ja mit dem Ausfall der Zugverbindung gerechnet. Ein bis zwei Tage kann ich es mit dem Bummelbus nach Salzgitter noch aushalten. Aber zuerst musste ich an der Bushalte checken, wann dieser überhaupt fährt.
An der Bushalte traf ich 2 Strahlenschützer, die auch jeden Morgen mit im Zug sind. Sie fragten mich, welches der Schnellbus sei und wann dieser fahren würde. Tja, um 8.00 Uhr fährt der Schnellbus. Der Bummelbus um 6:30 Uhr braucht fast ne Stunde, ist aber immer noch wesentlich eher in Lebenstedt.
Derart informiert, gingen wir 3 zurück in die Bahnhofshalle und warteten also auf den langsamen Linienbus der KVG. Ich für mein Teil nutzte die verbleibende halbe Stunde, um in Ruhe einen Kaffee zu schnorcheln und in meinem Buch zu schmökern. Die beiden Strahlenschützer verlor ich aus den Augen.
Der Bus fuhr pünktlich ab; die Strahlenschützer fuhren aber nicht mit. Seltsam, dachte ich noch. Wahrscheinlich haben die Beiden dann doch noch ein Auto genommen. Jedenfalls hatte ich reichlich Zeit für mein Buch. Salzgitter by Bus ist im Morgengrauen im Frühling immer eine schöne Fahrt.
Im Büro angekommen, wollte ich dann doch noch Informationen für den Folgetag rauskitzeln. Mit gut Glück könnte der Zug ja wieder fahren, oder? Nei en! Die Strecke wird Donnerstag immer noch bestreikt, aber es gibt Schienenersatzverkehr und es gab diesen auch schon heute – also an jenem Tage.
Ich war fassungslos. Kein Schwein hatte morgens am Bahnhof etwas vom Ersatzbus gepfiffen. Jetzt wusste ich auch, wo die beiden Strahlenschützer abgeblieben waren. Und all die anderen Pendler, die sonst immer mit im Zug sitzen!
Donnerstag Morgens. Für heute hatte ich mir fest vorgenommen, mich um den Ersatzbus zu kümmern. An der Information müssten die Mitarbeiter doch wissen, wo der Bus abgeht. Ich hoffte nur, dass ich nicht zu ausfallend würde argumentieren müssen.
Der Informationsschalter war natürlich noch geschlossen. Das feige Schwein von Bahnmitarbeiter verschanzte sich natürlich hinter den geschlossenen Rolläden. Ansonsten: Im ganzen Bahnhofsgebäude nicht ein Hinweis auf den Ersatzverkehr erkennbar. So langsam wurde ich sauer, sah dann aber einen der Strahlenschützer.
Der erklärte mir dann, dass beide am Vortag nur durch reinen Zufall auf den Bus gestoßen waren. Auf Nachfrage erklärte der Busfahrer, das er der Ersatzbus für den Zug nach Lebenstedt sei. Lt. Strahlenschützer war das lediglich anhand eines DIN A 4 Zettels auf seinem Armaturenbrett sichtbar gewesen.
Jetzt warteten er und sein Kollege – der inzwischen auch eingetroffen war – auf den Ersatzbus dieses Tages. Ich erklärte mich solidarisch und – oh Wunder! – unverhofft kam die Durchsage über Lautsprecher, das der Ersatzbus an der Bushalte A um 6:19 Uhr abfahren würde. Und schwupp – waren wir mit dabei.
Ich sage es mal so: Da war kein Bahnmitarbeiter da, der das Ganze koordiniert hätte. Engagement Fehlanzeige, keiner der Bahner fühlte sich offenbar verantwortlich. Das nenne ich mal die klassische Beamtenmentalität. Oder hatte da irgendein Sesselfurzer im Hintergrund angeordnet, das nichts unternommen werden darf? Ich werde es nie erfahren, da kann ich nur raten.
Und dann noch dieser Busfahrer mit seiner Kollegin. Beide offenbar von einem Reiseunternehmen aus Wittmar. Der Fahrer schaffte es, sich dreimal fett zu verfahren und fuhr als Krönung nicht am Watenstedter Bahnhof vor, sondern vorm Haupteingang von Salzgitter Flachstahl.
Die Beiden hatten wohl lediglich einen handgeschriebenen Zettel mit der Streckenbeschreibung dabei. Mann o Mann, heutzutage hat doch jeder nen Navi im Auto. Und selbst das ist schon veraltet, Google Maps über Smartphone ist State of the Art.
Ich frage mich allen Ernstes, wie gedankenlos viele Mitmenschen ihrer Arbeit nachgehen. Bislang war ich auch immer der Meinung, „wir“ würden alle zu wenig Geld für unsere Arbeit bekommen.
Nach diesen beiden Tagen bin ich mir da allerdings nicht mehr so sicher.
Wenn Du meinst, das könnte auch schneller gehen: Nein, die Bahn gibt Störmeldungen immer erst 12 Stunden vorher raus. Das war schon immer so. Punkt.
Letzteres muss man einfach wissen, ehe man über den Streik wieder meckert. Aber gut, Contramann: Raus aus meinem Büro! Gut, jetzt können wir weitermachen.
Auf der Arbeit informierte ich mich Dienstag am frühen Nachmittag auf der Internet Plattform der Bahn über meine Zugverbindung – nichts vom Zugausfall zu lesen. Ich sollte dazu erwähnen, dass meine Löwin und ich zu jenem Zeitpunkt schon ein paar Tage zuhause ohne Internet waren, da uns der Router abgekracht war und ein neuer noch unterwegs war.
An dieser Stelle ein Lob für 1&1 für die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Da habe ich mal wieder gesehen, dass bei einer entsprechend durchdachten Organisation ein guter Service möglich ist. Gleiches gilt übrigens auch für Ikea, da hatte ich bisher im Vergleich zu deren Konkurrenz immer gute Erfahrungen gesammelt.
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| Die Streikposten sind wach |
Diese kurze Exkursion musste jetzt sein, denn die Bahn zählt bekanntlich nicht zu diesen gut durchorganisierten Firmen. Und gerade an jenem Mittwoch lieferte die Bahn bzw. das Bahnpersonal dafür mal wieder ein unrühmliches Beispiel.
Meine Sporttasche in der Hand, saß ich frühmorgens um 5:30 Uhr im Linienbus zum Bahnhof und freute mich schon auf den Spaß in der Mukkibude am Nachmittag. An den Streik dachte ich nur am Rande; Ich hatte ein super Buch dabei und war in die Lektüre vertieft.
Am Bahnhof angekommen, sah ich als Erstes auf die große Anzeigetafel und, siehe da, alle Züge der deutschen bahn fielen aus wegen Streik. Nur die Privatbahn Erixx war immer noch am Start. Auf der unteren Laufleiste der Anzeigetafel wurde ganz allgemein darauf hingewiesen, doch bitte auf die Ansagen zu achten oder ins Internet zu schauen.
Nun gut, insgeheim hatte ich ja mit dem Ausfall der Zugverbindung gerechnet. Ein bis zwei Tage kann ich es mit dem Bummelbus nach Salzgitter noch aushalten. Aber zuerst musste ich an der Bushalte checken, wann dieser überhaupt fährt.
An der Bushalte traf ich 2 Strahlenschützer, die auch jeden Morgen mit im Zug sind. Sie fragten mich, welches der Schnellbus sei und wann dieser fahren würde. Tja, um 8.00 Uhr fährt der Schnellbus. Der Bummelbus um 6:30 Uhr braucht fast ne Stunde, ist aber immer noch wesentlich eher in Lebenstedt.
Derart informiert, gingen wir 3 zurück in die Bahnhofshalle und warteten also auf den langsamen Linienbus der KVG. Ich für mein Teil nutzte die verbleibende halbe Stunde, um in Ruhe einen Kaffee zu schnorcheln und in meinem Buch zu schmökern. Die beiden Strahlenschützer verlor ich aus den Augen.
Der Bus fuhr pünktlich ab; die Strahlenschützer fuhren aber nicht mit. Seltsam, dachte ich noch. Wahrscheinlich haben die Beiden dann doch noch ein Auto genommen. Jedenfalls hatte ich reichlich Zeit für mein Buch. Salzgitter by Bus ist im Morgengrauen im Frühling immer eine schöne Fahrt.
Im Büro angekommen, wollte ich dann doch noch Informationen für den Folgetag rauskitzeln. Mit gut Glück könnte der Zug ja wieder fahren, oder? Nei en! Die Strecke wird Donnerstag immer noch bestreikt, aber es gibt Schienenersatzverkehr und es gab diesen auch schon heute – also an jenem Tage.
Ich war fassungslos. Kein Schwein hatte morgens am Bahnhof etwas vom Ersatzbus gepfiffen. Jetzt wusste ich auch, wo die beiden Strahlenschützer abgeblieben waren. Und all die anderen Pendler, die sonst immer mit im Zug sitzen!
Donnerstag Morgens. Für heute hatte ich mir fest vorgenommen, mich um den Ersatzbus zu kümmern. An der Information müssten die Mitarbeiter doch wissen, wo der Bus abgeht. Ich hoffte nur, dass ich nicht zu ausfallend würde argumentieren müssen.
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| ein typisches Bahnopfer |
Der Informationsschalter war natürlich noch geschlossen. Das feige Schwein von Bahnmitarbeiter verschanzte sich natürlich hinter den geschlossenen Rolläden. Ansonsten: Im ganzen Bahnhofsgebäude nicht ein Hinweis auf den Ersatzverkehr erkennbar. So langsam wurde ich sauer, sah dann aber einen der Strahlenschützer.
Der erklärte mir dann, dass beide am Vortag nur durch reinen Zufall auf den Bus gestoßen waren. Auf Nachfrage erklärte der Busfahrer, das er der Ersatzbus für den Zug nach Lebenstedt sei. Lt. Strahlenschützer war das lediglich anhand eines DIN A 4 Zettels auf seinem Armaturenbrett sichtbar gewesen.
Jetzt warteten er und sein Kollege – der inzwischen auch eingetroffen war – auf den Ersatzbus dieses Tages. Ich erklärte mich solidarisch und – oh Wunder! – unverhofft kam die Durchsage über Lautsprecher, das der Ersatzbus an der Bushalte A um 6:19 Uhr abfahren würde. Und schwupp – waren wir mit dabei.
Ich sage es mal so: Da war kein Bahnmitarbeiter da, der das Ganze koordiniert hätte. Engagement Fehlanzeige, keiner der Bahner fühlte sich offenbar verantwortlich. Das nenne ich mal die klassische Beamtenmentalität. Oder hatte da irgendein Sesselfurzer im Hintergrund angeordnet, das nichts unternommen werden darf? Ich werde es nie erfahren, da kann ich nur raten.
Und dann noch dieser Busfahrer mit seiner Kollegin. Beide offenbar von einem Reiseunternehmen aus Wittmar. Der Fahrer schaffte es, sich dreimal fett zu verfahren und fuhr als Krönung nicht am Watenstedter Bahnhof vor, sondern vorm Haupteingang von Salzgitter Flachstahl.
Die Beiden hatten wohl lediglich einen handgeschriebenen Zettel mit der Streckenbeschreibung dabei. Mann o Mann, heutzutage hat doch jeder nen Navi im Auto. Und selbst das ist schon veraltet, Google Maps über Smartphone ist State of the Art.
Ich frage mich allen Ernstes, wie gedankenlos viele Mitmenschen ihrer Arbeit nachgehen. Bislang war ich auch immer der Meinung, „wir“ würden alle zu wenig Geld für unsere Arbeit bekommen.
Nach diesen beiden Tagen bin ich mir da allerdings nicht mehr so sicher.
Samstag, 2. Mai 2015
Contramann: Streik
Am 22. und 23. April war es wieder soweit; die Lokführer der Bahn streikten mal wieder. Es war wohl der 7. Streik in den vergangenen 10 Monaten und eine Einigung zwischen der GdL (Gewerkschaft der Lokführer) und der Bahn als Arbeitgeber ist nicht in Sicht.
Waren die Bahnkunden schon in der Vergangenheit verärgert – auch Hartmudo wird hierzu demnächst etwas zu berichten haben – und reagierten häufig säuerlich, fielen dieses Mal die Reaktionen dann doch heftiger aus. Ein gefundenes Fressen für die Medien, wie Contramann in den Nachrichten feststellen durfte.
Im Bericht der Heute Nachrichten im ZDF redete eine Frau auf einen Streikposten der GdL ein. Diese hasserfüllte Hackfresse fragte den Streikposten allen Ernstes, wie sie jetzt zu ihrer Arbeit kommen solle. Der Mann in der weißen Plastiktüte (das Wort „Streik“ groß und in grün vorne drauf) nickte verständnisvoll und verwies die Frau höflich an die Information der Bahn am Schalter im Hintergrund.
Dies beruhigte die Furie keineswegs. Hysterisch kreischend klärte sie den Streikposten darüber auf, dass sie jetzt nicht pünktlich zu ihrer Arbeit im Altenheim käme und die Alten dadurch jetzt nicht versorgt werden könnten. Ob er das denn für sozial hielte…
Der Streikposten konnte daraufhin logischerweise nur mit den Schultern zucken, woraufhin die Frau wutschnaubend zum Schalter stapfte. Und schwupp – schon war die Reporterin da und hielt dem Streikposten ein Mikro unter die Nase.
Ob er denn selbst noch an den Sinn des Streiks glauben würde, wenn er die Reaktion der genervten Bahnkunden so erlebe. Ein ungutes Gefühl hätte er schon dabei, meinte dieser als Entgegnung auf diese üble Suggestivfrage. Er wisse nicht, ob noch ein weiterer Streik machbar wäre.
So weit ist es in diesem unserem Lande mittlerweile gekommen. Nicht aus Angst vor dem Arbeitgeber oder drohendem Jobverlust bricht der Streikwille einer ganzen Berufsgruppe zusammen. Nein, die Kombination aus Medienschelte und unsolidarischen Mitbürgern – hier betroffene Kunden – reicht schon vollkommen aus.
Es geht auch nicht mehr darum, warum und wofür gestritten wird. Das die von der Wirtschaft und sonstigen Elite gesponsorte Medienwelt hier gerne Öl ins Feuer gießt, ist unschön, aber wenigstens noch nachvollziehbar. Die machen halt auch nur ihren Job. Ob die Reporterin wie auch andere, ähnlich funktionierenden Mediengestalten hinterher noch in den Spiegel gucken können… wer kann das schon?
Zu der ganzen Thematik um die GdL ist der folgende Artikel von Jens Berger erhellend:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=23772
Um das Wichtigste zusammenzufassen, sei zuallererst erwähnt, dass von den 37000 Beschäftigten im Fahrpersonal, für die einzutreten die GdL den Streik betreibt, 19000 in der GdL organisiert sind, aber lediglich 8000 in der EVG, die dem DGB angegliedert ist und die laut Bahn, aber auch den Leitmedien die „große“ Gewerkschaft sein soll. Also die, die nach den Plänen der Bundesregierung zwecks Novellierung des Tarifrechts hinterher allein Tarifverhandlungen mit der Bahn führen dürfte.
Nun zählen zum Fahrpersonal außer den Lokführern noch Zugbegleiter oder auch Bordgastronomen. Und wenn man die eben genannten Zahlen sich vergegenwärtigt, ist es eine bodenlose Frechheit, wenn von den Medien kolportiert wird, dass die Lokführer ihre Macht, da unverzichtbar für den Fahrbetrieb, ausnützen würden, um Tarifverhandlung für „artfremde“ Personengruppen zu führen. Es würde sich bei der GdL ja um die kleinere, gar eine Spartengewerkschaft, ausschließlich eben der Lokführer, handeln.
Geforderte Tariferhöhungen gerade für diese artfremden Beschäftigten oder auch Arbeitszeitverkürzungen werden von den Medien und damit von der Öffentlichkeit gar nicht mehr wahrgenommen. Alles reduziert sich auf die Behauptung, dass insbesondere der Vorsitzende Weselsky hier aus reinem Machtkalkül die Lokführer streiken lassen würde, einfach um den Fortbestand der GdL zu erzwingen.
Und dieses mediale Dauerfeuer macht die Leute zornig. Das Traurige daran ist, dass die durch den Streik betroffenen Kunden der Bahn immer gereizter werden. Dies ist sehr schön in Internet Foren nachzuvollziehen; Die Furie aus den Heute Nachrichten ist da nochmal ne Steigerung. Irgendwann schlägt da noch mal jemand zu.
Es ist für Contramann tatsächlich schwer zu begreifen, wie degeneriert die deutsche Gesellschaft mittlerweile geworden ist. Immer nur ICH, ICH, ICH!
…Oh, jetzt streiken die schon wieder und ICH komme nicht zur Arbeit… oder muss mit dem Auto fahren… Jetzt muss ICH richtig Geld bezahlen, weil die Züge nicht fahren… Millionen Pendler werden in Sippenhaft genommen, Schweinerei… Das ist Sabotage an der Wirtschaft, also eine Straftat….
Ich suche noch nach Kommentaren wie „an die Wand stellen“ oder gar „den Weselsky haben sie damals vergessen“. Unglaublich diese jammernden Gestalten. Diese A…löcher sind die wersten, die sich über mangelnde Solidarität beklagen, wenn sie selber meinen, mal streiken zu müssen. Nach dem Motto „MIR geht es schlecht und keiner hilft mir!“
Das ist nun wirklich ätzend. Was soll denn das? Vor 25 Jahren haben sich alle aufgeregt, das der Staatsbetrieb Bahn so lahmarschig sei und sich gefreut, als es mit der Privatisierung voranging („da müssen die dann auch endlich mal arbeiten wie ICH“). Dass bereits die Transnet, Vorgänger der EVG, Lokführer in Zeitarbeit für 7,50 € die Stunde anfangs dieses Jahrtausends einstellte, war dann ja auch richtig.
„Die drehen ja nur die Geschwindigkeit hoch und runter und halten den Fuß auf nem Knopf, aber ICH…“ Ja, ja. Es arbeiten ja auch alle bis zum Umfallen in dieser Gesellschaft, schon klar.
Dann sind die Eisenbahner endlich privatisiert und müssen richtig arbeiten, aber streiken dürfen sie deswegen noch lange nicht, wenn es nach dem deutschen Michel geht. Dieser zunehmende Egoismus der deutschen Bevölkerung geht Contramann mehr und mehr auf den Zeiger.
In anderen Ländern sind Streiks und Solidarität mit streikenden Arbeitern gang und gäbe und gehören quasi schon zur Folklore. Aber das deutsche Duckmäusertum ist mit Otto Graf Bismarck eben nicht untergegangen.
In Deutschland gab es ja auch noch nie eine erfolgreiche Revolution. Und jetzt komm mir keiner mit den Montagsdemos 1989. Wenn seinerzeit nicht Gorbatschov Honnecker und Co einfach so „im Stich gelassen“ hätte, dann wäre die ganze Chose so ausgegangen wie im Juni 1953. Sicherlich wäre der Ostblock später von alleine zusammengebrochen, aber bestimmt nicht deshalb, weil ein paar Tausend kerzenschwingende Sachsen in Leipzig abends spazieren gingen.
Ich kann nur sagen: Macht weiter, GdL. Lasst Euch nicht unterkriegen.
Aber ich befürchte das Schlimmste. Die Menschen sind einfach so. Zuerst komme ICH und dann erst mal gar nichts.
Rettet die armen Flüchtlinge im Mittelmeer – aber bloß kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft! Ich bin aktiv – Ich spiele mit beim Quizduell mit Jörg Pilawa, habe aber keine Zeit wählen zu gehen. Bei dem schönen Wetter… Und diese Lokführer und Flugkapitäne sollte man alle entlassen. Ich arbeite schließlich auch hart im Büro und streike nicht andauernd.
Diese Liste könnte ich noch ewig weiterführen, doch Ihr wisst auch so, was ich meine. Mehr und mehr kann ich neuerdings nachempfinden, warum sich viele ehemals engagierte Menschen urplötzlich aus dem Geschehen zurückziehen und sich noch nicht mal mehr äußern.
Für wen eigentlich? Einen Großteil der Leute interessiert es ja doch nicht, was mit ihnen geschehen wird. Erst wenn sie direkt betroffen sind, jammern sie rum. Und vorher machen sie sich über Dich lustig, weil Du Dich für Andere engagierst.
Jo mei, I kännt speien!
Waren die Bahnkunden schon in der Vergangenheit verärgert – auch Hartmudo wird hierzu demnächst etwas zu berichten haben – und reagierten häufig säuerlich, fielen dieses Mal die Reaktionen dann doch heftiger aus. Ein gefundenes Fressen für die Medien, wie Contramann in den Nachrichten feststellen durfte.
Im Bericht der Heute Nachrichten im ZDF redete eine Frau auf einen Streikposten der GdL ein. Diese hasserfüllte Hackfresse fragte den Streikposten allen Ernstes, wie sie jetzt zu ihrer Arbeit kommen solle. Der Mann in der weißen Plastiktüte (das Wort „Streik“ groß und in grün vorne drauf) nickte verständnisvoll und verwies die Frau höflich an die Information der Bahn am Schalter im Hintergrund.
Dies beruhigte die Furie keineswegs. Hysterisch kreischend klärte sie den Streikposten darüber auf, dass sie jetzt nicht pünktlich zu ihrer Arbeit im Altenheim käme und die Alten dadurch jetzt nicht versorgt werden könnten. Ob er das denn für sozial hielte…
Der Streikposten konnte daraufhin logischerweise nur mit den Schultern zucken, woraufhin die Frau wutschnaubend zum Schalter stapfte. Und schwupp – schon war die Reporterin da und hielt dem Streikposten ein Mikro unter die Nase.
Ob er denn selbst noch an den Sinn des Streiks glauben würde, wenn er die Reaktion der genervten Bahnkunden so erlebe. Ein ungutes Gefühl hätte er schon dabei, meinte dieser als Entgegnung auf diese üble Suggestivfrage. Er wisse nicht, ob noch ein weiterer Streik machbar wäre.
So weit ist es in diesem unserem Lande mittlerweile gekommen. Nicht aus Angst vor dem Arbeitgeber oder drohendem Jobverlust bricht der Streikwille einer ganzen Berufsgruppe zusammen. Nein, die Kombination aus Medienschelte und unsolidarischen Mitbürgern – hier betroffene Kunden – reicht schon vollkommen aus.
Es geht auch nicht mehr darum, warum und wofür gestritten wird. Das die von der Wirtschaft und sonstigen Elite gesponsorte Medienwelt hier gerne Öl ins Feuer gießt, ist unschön, aber wenigstens noch nachvollziehbar. Die machen halt auch nur ihren Job. Ob die Reporterin wie auch andere, ähnlich funktionierenden Mediengestalten hinterher noch in den Spiegel gucken können… wer kann das schon?
Zu der ganzen Thematik um die GdL ist der folgende Artikel von Jens Berger erhellend:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=23772
Um das Wichtigste zusammenzufassen, sei zuallererst erwähnt, dass von den 37000 Beschäftigten im Fahrpersonal, für die einzutreten die GdL den Streik betreibt, 19000 in der GdL organisiert sind, aber lediglich 8000 in der EVG, die dem DGB angegliedert ist und die laut Bahn, aber auch den Leitmedien die „große“ Gewerkschaft sein soll. Also die, die nach den Plänen der Bundesregierung zwecks Novellierung des Tarifrechts hinterher allein Tarifverhandlungen mit der Bahn führen dürfte.
Nun zählen zum Fahrpersonal außer den Lokführern noch Zugbegleiter oder auch Bordgastronomen. Und wenn man die eben genannten Zahlen sich vergegenwärtigt, ist es eine bodenlose Frechheit, wenn von den Medien kolportiert wird, dass die Lokführer ihre Macht, da unverzichtbar für den Fahrbetrieb, ausnützen würden, um Tarifverhandlung für „artfremde“ Personengruppen zu führen. Es würde sich bei der GdL ja um die kleinere, gar eine Spartengewerkschaft, ausschließlich eben der Lokführer, handeln.
Geforderte Tariferhöhungen gerade für diese artfremden Beschäftigten oder auch Arbeitszeitverkürzungen werden von den Medien und damit von der Öffentlichkeit gar nicht mehr wahrgenommen. Alles reduziert sich auf die Behauptung, dass insbesondere der Vorsitzende Weselsky hier aus reinem Machtkalkül die Lokführer streiken lassen würde, einfach um den Fortbestand der GdL zu erzwingen.
Und dieses mediale Dauerfeuer macht die Leute zornig. Das Traurige daran ist, dass die durch den Streik betroffenen Kunden der Bahn immer gereizter werden. Dies ist sehr schön in Internet Foren nachzuvollziehen; Die Furie aus den Heute Nachrichten ist da nochmal ne Steigerung. Irgendwann schlägt da noch mal jemand zu.
Es ist für Contramann tatsächlich schwer zu begreifen, wie degeneriert die deutsche Gesellschaft mittlerweile geworden ist. Immer nur ICH, ICH, ICH!
…Oh, jetzt streiken die schon wieder und ICH komme nicht zur Arbeit… oder muss mit dem Auto fahren… Jetzt muss ICH richtig Geld bezahlen, weil die Züge nicht fahren… Millionen Pendler werden in Sippenhaft genommen, Schweinerei… Das ist Sabotage an der Wirtschaft, also eine Straftat….
Ich suche noch nach Kommentaren wie „an die Wand stellen“ oder gar „den Weselsky haben sie damals vergessen“. Unglaublich diese jammernden Gestalten. Diese A…löcher sind die wersten, die sich über mangelnde Solidarität beklagen, wenn sie selber meinen, mal streiken zu müssen. Nach dem Motto „MIR geht es schlecht und keiner hilft mir!“
Das ist nun wirklich ätzend. Was soll denn das? Vor 25 Jahren haben sich alle aufgeregt, das der Staatsbetrieb Bahn so lahmarschig sei und sich gefreut, als es mit der Privatisierung voranging („da müssen die dann auch endlich mal arbeiten wie ICH“). Dass bereits die Transnet, Vorgänger der EVG, Lokführer in Zeitarbeit für 7,50 € die Stunde anfangs dieses Jahrtausends einstellte, war dann ja auch richtig.
„Die drehen ja nur die Geschwindigkeit hoch und runter und halten den Fuß auf nem Knopf, aber ICH…“ Ja, ja. Es arbeiten ja auch alle bis zum Umfallen in dieser Gesellschaft, schon klar.
Dann sind die Eisenbahner endlich privatisiert und müssen richtig arbeiten, aber streiken dürfen sie deswegen noch lange nicht, wenn es nach dem deutschen Michel geht. Dieser zunehmende Egoismus der deutschen Bevölkerung geht Contramann mehr und mehr auf den Zeiger.
In anderen Ländern sind Streiks und Solidarität mit streikenden Arbeitern gang und gäbe und gehören quasi schon zur Folklore. Aber das deutsche Duckmäusertum ist mit Otto Graf Bismarck eben nicht untergegangen.
In Deutschland gab es ja auch noch nie eine erfolgreiche Revolution. Und jetzt komm mir keiner mit den Montagsdemos 1989. Wenn seinerzeit nicht Gorbatschov Honnecker und Co einfach so „im Stich gelassen“ hätte, dann wäre die ganze Chose so ausgegangen wie im Juni 1953. Sicherlich wäre der Ostblock später von alleine zusammengebrochen, aber bestimmt nicht deshalb, weil ein paar Tausend kerzenschwingende Sachsen in Leipzig abends spazieren gingen.
Ich kann nur sagen: Macht weiter, GdL. Lasst Euch nicht unterkriegen.
Aber ich befürchte das Schlimmste. Die Menschen sind einfach so. Zuerst komme ICH und dann erst mal gar nichts.
Rettet die armen Flüchtlinge im Mittelmeer – aber bloß kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft! Ich bin aktiv – Ich spiele mit beim Quizduell mit Jörg Pilawa, habe aber keine Zeit wählen zu gehen. Bei dem schönen Wetter… Und diese Lokführer und Flugkapitäne sollte man alle entlassen. Ich arbeite schließlich auch hart im Büro und streike nicht andauernd.
Diese Liste könnte ich noch ewig weiterführen, doch Ihr wisst auch so, was ich meine. Mehr und mehr kann ich neuerdings nachempfinden, warum sich viele ehemals engagierte Menschen urplötzlich aus dem Geschehen zurückziehen und sich noch nicht mal mehr äußern.
Für wen eigentlich? Einen Großteil der Leute interessiert es ja doch nicht, was mit ihnen geschehen wird. Erst wenn sie direkt betroffen sind, jammern sie rum. Und vorher machen sie sich über Dich lustig, weil Du Dich für Andere engagierst.
Jo mei, I kännt speien!
Dienstag, 28. April 2015
Uncle Fester: grad gelesen April 2015
David S. Goyer und Michael Cassutt: Himmels Krieg
Endlich! Der zweite Band aus dem „Keanu Zyklus“ der Drehbuchautoren von Batman: the dark Knight, Outer Limits oder auch Twilight Zone. Die großen Blasen, die das außerirdische Raumschiff Keanu (als Asteroid getarnt) auf die Erde abgeschossen hatte, nahm von den beiden Raumzentren auf der Erde – Cape Caneveral und Brahma (Indien, genau!) - jweils ca. 100 Personen auf, um diese nach Keanu zu entführen.
Der amerikanische Astronaut Zack Stewart hatte die Neuankömmlinge bereits am Ende des ersten Bandes auf Keanu begrüßt, nachdem er seine wiedererweckte Frau Megan erneut verloren hatte. Die Astronauten der ursprünglichen Expedition konnten bekanntlich zur Erde mit der amerikanischen Landekapsel zurückkehren und tauchen im zweiten Band nicht mehr auf. Die anderen wurden bereits wiedererweckt (Pogo) bzw. im zwoten Band (Yvonne Hall, die die Atombombe gezündet hatte). Stirbt dann aber auch...
Egal, neue Protagonisten sind mit dabei. Rachel Stewart, Zack`s Tochter z.B. Oder Dale Scott, ein ehemaliger amerikanischer Astronaut, dann Berater der Inder. Auf alle Fälle hasst er Zack von ganzem Herzen. Makali ist eine indische Wissenschaftlerin, Harley ein alter Kumpel von Zack im Rollstuhl und Gabriel der ehemalige Leiter des Nasa Zentrums.
An Aliens gibt es die Wächter sowie die Architekten. Nach und nach kristallisiert sich heraus, das alle – Wächter, Architekten und Menschen – zusammenarbeiten müssen, um eine häßliche Bedrohung namens Reivers zu bekämpfen. Diese Nanorobots sind so groß wie Käfer, können sich aber zu bedrohlichen Kampfmaschinen a la Transformers verbinden und „fressen“ alles an Materie und Leben, was sie kriegen können, um sich weiter zu vermehren. Eine Bedrohung für die gesamte Galaxis!
Oooh! Aaaah! Was für eine geile Story. Und diese Zahl an verschiedenen Charakteren – ich kann sie gar nicht mal alle aufzählen noch näher beschreiben. Klasse, das schreit nach einer Serie für einen amerikanischen Kabelkanal. Mindestens 5 Staffeln, obwohl der Handlungszeitraum der ersten beiden Bände vielleicht knappe 2 Wochen umfasst.
Aber man merkt hier ganz deutlich die Routine der Autoren, die es einfach drauf haben, eine Geschichte zu erzählen. Immerhin kann Zack am Ende des zweiten Bandes die Aliens überreden, nach der Säuberung Keanu`s von den Reivers zuerst die Erde vor den Käfern zu retten.
Auf den Schlußband bin ich gespannt wie nen Flitzebogen!




Garth Nix: Das Imperium der Prinzen
Der Autor ist Australier und hat eine wirklich witzige Grundidee in diesem Roman. Khemri ist einer von 10 Millionen Prinzen des galaktischen Imperiums. Gerade hat er seine Ausbildung beendet, da wird ihm ein Assasinenmeister zugeteilt.
Denn der Kampf um die Thronfolge des Imperators ist hart; die Prinzen sind sich spinnefeind und duellieren sich gern gegenseitig.ö Sie hoffen alle, untr den letzten 1000 zu sein, die bei der in naher Zukunft bevorstehenden Neueinsetzung eines Imperators den Thron unter sich in einem Wettstreit „ausspielen“. Die Tribute von Panem lassen also grüßen.
Leider verschlägt es Khemri in ein abgelegenes Sternensystem, welches sich Angriffen von Piraten ausgesetzt sieht und diesen hoffnungslos unterlegen ist. Khemri verliebt sich in Raine Greif und erkennt, das die Piraten insgeheim von einer starken Familie des Imperiums unterstützt werden. Dann geht es auch sehr schnell.
Khemri erreicht die letzte Runde des Wettstreits um die Imperator Nachfolge. Er ist eigentlich als Nachfolger vorbestimmt, verzichtet aber zugunsten seines Gegners – seiner Schwester, die auch den Angriff der Piraten anführte. Dafür läßt sie das abgelegene Sternsystem unbehelligt und Khemri wird dort als Vertreter des Imperiums eingesetzt, auf das er Raine glücklich und viele Bambinis machen kann.
Die klasse Idee wird leider in einem viel zu schnellen Tempo erzählt. Die ganze Story wird ausschließlich aus der Sicht von Khemri geschildert. Sämtliche Figuren werden nur sehr oberflächlich geschildert, selbst Khemri. Sein Assasinenmeister verabschiedet sich auch spurlos aus dem Geschehn am Ende; Schade, da hätte ich noch eine Überraschung erwartet.
Insgesamt habe ich nach 383 Seiten eine Groschenheft Geschichte gelesen. Garth Nix schreibt sonst wohl keine Science Fiction. In diesen Roman hat er alles reingeknallt, was SF und auch Fantasy ausmacht und bunt gemischt: Raumschlachten, Piraten, Duelle, genetisch aufgerüstete Soldaten, Intrigen, Sex und Liebe.
Alles ist drin. Aber nichts bleibt haften.
Hugh Howey: Silo
Die Menschen sind seit Jahrhunderten in riesigen unterirdischen Silos eingepfercht. Die Oberfläche der Erde ist vergiftet und unbewohnbar geworden. Das glauben zumindest die Menschen in den Silos. Doch ist das wirklich so?
Auch hier eine hoch interessante Grundidee und laut der Presse ein sensationelles Buch. Was keine von den überschwänglichen Kritiken erwähnte: Die Idee ist wahrlich nicht neu. Das ist nämlich haargenau der Plot von „10 Jahre nach dem Blitz“ von Philip K. Dick. Die Kritiker sind offenbar keine Science Fiction Experten.
Schließlich ist dieser Roman bei Piper erschienen, also nicht unbedingt bei den Spezialisten von Heyne, Bastei oder selbst Goldmann. Somit waren meine Erwartungen entsprechend niedrig, als ich Silo in die Hand nahm.
Und nach kurzer Zeit war ich restlos begeistert! Die Menschen leben in einem über 150 Stockwerke umfassenden Silo, weil die Oberfläche unseres Planeten bereits seit Jahrhunderten unbewohnbar geworden ist. Holston ist der Sheriff des Silos und kann den Tod seiner Frau nicht verwinden. Er meldet sich freiwillig zur Reinigung; d. h. Das Säubern der Sichtfenster des obersten Stockwerks von außen, was seinen sicheren Tod bedeutet.
Nur durch diese sauberen Fenster können die Menschen die giftige Oberfläche betrachten. Beim Gang im Schutzanzug nach draußen muss Holston erkennen, dass die Außenwelt in Wirklichkeit grün und lebenswert ist. Mit dieser Erkenntnis bricht er neben der Leiche seiner Frau sterbend zusammen.
Mayor Jahns ist Bürgermeisterin des Silos und geht mit dem Deputy Marnes über die Treppe hinunter in die untersten Stockwerke, um Juliette Nichols als Nachfolgerin für Holston zu gewinnen. Der mächtige IT Chef Bernard ist allerdings dagegen und vergiftet Jahns, quasi in dem Moment, als Juliette Nichols ihren neuen Job als Sheriff antritt. Daraufhin begeht Marnes, der insgeheim Jahns geliebt hatte, Selbstmord.
Juliette muß ihrerseits zur Reinigung, da Bernard nun Ernst macht und Juliette als angebliche Saboteurin hinstellt. Juliette Nichols jedoch schafft es, sich einen wirklich funktionierenden Schutzanzug zu organisieren und erkennt draußen die schreckliche Wahrheit.
Spätestens jetzt war ich begeistert, geile Story. Denn die grausame Wahrheit ist, das die Erde tatsächlich unbewohnbar ist, es aber 50 Silos gibt und die ganze Chose über Silo 1 koordiniert wird. Juliette Nichols, aus Silo 18 nach draußen geschickt, erreicht mit letzter Kraft Silo 17. Dieser Silo ist scheinbar tot, aber im Lauf der Zeit trifft sie erst auf Solo, der dort seit fast 30 Jahren ein Einsiedlerleben führt und dementsprechend crazy ist. Eine kleine Schar von Kindern treffen sie auch noch. Juliette, ihres Zeichens Mechanikerin, will Silo 17 reparieren.
Ihr Freund Lukas wird zwischenzeitlich in Silo 18 von Bernard als sein Nachfolger ausgebildet, da dieser selbst sein Ende kommen sieht. Die Mechanikerfreunde von Juliette aus den untersten Stockwerken zetteln eine Revolution an, als sie selbst aus Zufall die Wahrheit erkennen. Lukas schlägt die Revolution blutig nieder, aber zum Schluss wird doch Bernard zum Reinigen geschickt. Juliette hatte es dagegen geschafft, per Funk mit Silo 18 Kontakt aufzunehmen und geht in Silo 18 zurück, um am Ende den Bürgermeisterposten zu übernehmen.
Nach knapp über 100 Seiten sterben die scheinbaren Hauptpersonen wie die Fliegen, während die eigentlichen Protagonisten mehr so nebenbei die Bühne betreten. Groß!
Hugh Howey hat hier wirklich mit diesen insgesamt 3 Romanen (die anderen beiden lese ich justamente) der „Wool“ Serie ein Meisterwerk geschaffen, wobei er die Filmrechte bereits an die 20th Century Fox verkauft hat. Ridley Scott soll es wohl richten – ich bin gespannt.
Unbedingt lesen. Mehr zum Autor erzähle ich zum Folgeroman.
Kim Stanley Robinson: Die Romane des Philip K. Dick
Nach Silo, der eine Dick Idee aufgegriffen hatte und dann doch nicht, musste ich mich mal dem Meister selbst zuwenden. In diesem Buch haben wir eine wissenschaftliche Arbeit von Robinson vorliegen, was erst mal nicht so spannend klingt, deshalb lag das Buch bei mir auch so lange.
Zu Unrecht, wie ich feststellen musste. Robinson nimmt sich die Romane tatsächliche der Reihe nach vor und kritisiert sie im Hinblick auf literarische Qualitäten.
Schonungslos legt er die Schwächen von Dick`s Werken auf. Die Stärken erwähnt er eher beiläufig; trotzdem merkt man im Laufe des Buches, das Robinson das Schaffen von Dick richtig einzuschätzen weiß als einen der Erneuerer der überkommenen Zukunftsromane von Alfred E. Van Voigt oder Asimov.
Und vor allem beschränkt sich Robinson nur auf die Romane selbst und die benutzten literarischen Techniken, ohne sich in der persönlichen Lebens- und Leidensgeschichte von Dick zu verlieren. Ich habe direkt Lust bekommen, den einen oder anderen Roman von Dick nochmal durchzulesen.
Nicht nur 10 Jahre nach dem Blitz!
Endlich! Der zweite Band aus dem „Keanu Zyklus“ der Drehbuchautoren von Batman: the dark Knight, Outer Limits oder auch Twilight Zone. Die großen Blasen, die das außerirdische Raumschiff Keanu (als Asteroid getarnt) auf die Erde abgeschossen hatte, nahm von den beiden Raumzentren auf der Erde – Cape Caneveral und Brahma (Indien, genau!) - jweils ca. 100 Personen auf, um diese nach Keanu zu entführen.
Der amerikanische Astronaut Zack Stewart hatte die Neuankömmlinge bereits am Ende des ersten Bandes auf Keanu begrüßt, nachdem er seine wiedererweckte Frau Megan erneut verloren hatte. Die Astronauten der ursprünglichen Expedition konnten bekanntlich zur Erde mit der amerikanischen Landekapsel zurückkehren und tauchen im zweiten Band nicht mehr auf. Die anderen wurden bereits wiedererweckt (Pogo) bzw. im zwoten Band (Yvonne Hall, die die Atombombe gezündet hatte). Stirbt dann aber auch...
Egal, neue Protagonisten sind mit dabei. Rachel Stewart, Zack`s Tochter z.B. Oder Dale Scott, ein ehemaliger amerikanischer Astronaut, dann Berater der Inder. Auf alle Fälle hasst er Zack von ganzem Herzen. Makali ist eine indische Wissenschaftlerin, Harley ein alter Kumpel von Zack im Rollstuhl und Gabriel der ehemalige Leiter des Nasa Zentrums.
An Aliens gibt es die Wächter sowie die Architekten. Nach und nach kristallisiert sich heraus, das alle – Wächter, Architekten und Menschen – zusammenarbeiten müssen, um eine häßliche Bedrohung namens Reivers zu bekämpfen. Diese Nanorobots sind so groß wie Käfer, können sich aber zu bedrohlichen Kampfmaschinen a la Transformers verbinden und „fressen“ alles an Materie und Leben, was sie kriegen können, um sich weiter zu vermehren. Eine Bedrohung für die gesamte Galaxis!
Oooh! Aaaah! Was für eine geile Story. Und diese Zahl an verschiedenen Charakteren – ich kann sie gar nicht mal alle aufzählen noch näher beschreiben. Klasse, das schreit nach einer Serie für einen amerikanischen Kabelkanal. Mindestens 5 Staffeln, obwohl der Handlungszeitraum der ersten beiden Bände vielleicht knappe 2 Wochen umfasst.
Aber man merkt hier ganz deutlich die Routine der Autoren, die es einfach drauf haben, eine Geschichte zu erzählen. Immerhin kann Zack am Ende des zweiten Bandes die Aliens überreden, nach der Säuberung Keanu`s von den Reivers zuerst die Erde vor den Käfern zu retten.
Auf den Schlußband bin ich gespannt wie nen Flitzebogen!
Garth Nix: Das Imperium der Prinzen
Der Autor ist Australier und hat eine wirklich witzige Grundidee in diesem Roman. Khemri ist einer von 10 Millionen Prinzen des galaktischen Imperiums. Gerade hat er seine Ausbildung beendet, da wird ihm ein Assasinenmeister zugeteilt.
Denn der Kampf um die Thronfolge des Imperators ist hart; die Prinzen sind sich spinnefeind und duellieren sich gern gegenseitig.ö Sie hoffen alle, untr den letzten 1000 zu sein, die bei der in naher Zukunft bevorstehenden Neueinsetzung eines Imperators den Thron unter sich in einem Wettstreit „ausspielen“. Die Tribute von Panem lassen also grüßen.
Leider verschlägt es Khemri in ein abgelegenes Sternensystem, welches sich Angriffen von Piraten ausgesetzt sieht und diesen hoffnungslos unterlegen ist. Khemri verliebt sich in Raine Greif und erkennt, das die Piraten insgeheim von einer starken Familie des Imperiums unterstützt werden. Dann geht es auch sehr schnell.
Khemri erreicht die letzte Runde des Wettstreits um die Imperator Nachfolge. Er ist eigentlich als Nachfolger vorbestimmt, verzichtet aber zugunsten seines Gegners – seiner Schwester, die auch den Angriff der Piraten anführte. Dafür läßt sie das abgelegene Sternsystem unbehelligt und Khemri wird dort als Vertreter des Imperiums eingesetzt, auf das er Raine glücklich und viele Bambinis machen kann.
Die klasse Idee wird leider in einem viel zu schnellen Tempo erzählt. Die ganze Story wird ausschließlich aus der Sicht von Khemri geschildert. Sämtliche Figuren werden nur sehr oberflächlich geschildert, selbst Khemri. Sein Assasinenmeister verabschiedet sich auch spurlos aus dem Geschehn am Ende; Schade, da hätte ich noch eine Überraschung erwartet.
Insgesamt habe ich nach 383 Seiten eine Groschenheft Geschichte gelesen. Garth Nix schreibt sonst wohl keine Science Fiction. In diesen Roman hat er alles reingeknallt, was SF und auch Fantasy ausmacht und bunt gemischt: Raumschlachten, Piraten, Duelle, genetisch aufgerüstete Soldaten, Intrigen, Sex und Liebe.
Alles ist drin. Aber nichts bleibt haften.
Hugh Howey: Silo
Die Menschen sind seit Jahrhunderten in riesigen unterirdischen Silos eingepfercht. Die Oberfläche der Erde ist vergiftet und unbewohnbar geworden. Das glauben zumindest die Menschen in den Silos. Doch ist das wirklich so?
Auch hier eine hoch interessante Grundidee und laut der Presse ein sensationelles Buch. Was keine von den überschwänglichen Kritiken erwähnte: Die Idee ist wahrlich nicht neu. Das ist nämlich haargenau der Plot von „10 Jahre nach dem Blitz“ von Philip K. Dick. Die Kritiker sind offenbar keine Science Fiction Experten.
Schließlich ist dieser Roman bei Piper erschienen, also nicht unbedingt bei den Spezialisten von Heyne, Bastei oder selbst Goldmann. Somit waren meine Erwartungen entsprechend niedrig, als ich Silo in die Hand nahm.
Und nach kurzer Zeit war ich restlos begeistert! Die Menschen leben in einem über 150 Stockwerke umfassenden Silo, weil die Oberfläche unseres Planeten bereits seit Jahrhunderten unbewohnbar geworden ist. Holston ist der Sheriff des Silos und kann den Tod seiner Frau nicht verwinden. Er meldet sich freiwillig zur Reinigung; d. h. Das Säubern der Sichtfenster des obersten Stockwerks von außen, was seinen sicheren Tod bedeutet.
Nur durch diese sauberen Fenster können die Menschen die giftige Oberfläche betrachten. Beim Gang im Schutzanzug nach draußen muss Holston erkennen, dass die Außenwelt in Wirklichkeit grün und lebenswert ist. Mit dieser Erkenntnis bricht er neben der Leiche seiner Frau sterbend zusammen.
Mayor Jahns ist Bürgermeisterin des Silos und geht mit dem Deputy Marnes über die Treppe hinunter in die untersten Stockwerke, um Juliette Nichols als Nachfolgerin für Holston zu gewinnen. Der mächtige IT Chef Bernard ist allerdings dagegen und vergiftet Jahns, quasi in dem Moment, als Juliette Nichols ihren neuen Job als Sheriff antritt. Daraufhin begeht Marnes, der insgeheim Jahns geliebt hatte, Selbstmord.
Juliette muß ihrerseits zur Reinigung, da Bernard nun Ernst macht und Juliette als angebliche Saboteurin hinstellt. Juliette Nichols jedoch schafft es, sich einen wirklich funktionierenden Schutzanzug zu organisieren und erkennt draußen die schreckliche Wahrheit.
Spätestens jetzt war ich begeistert, geile Story. Denn die grausame Wahrheit ist, das die Erde tatsächlich unbewohnbar ist, es aber 50 Silos gibt und die ganze Chose über Silo 1 koordiniert wird. Juliette Nichols, aus Silo 18 nach draußen geschickt, erreicht mit letzter Kraft Silo 17. Dieser Silo ist scheinbar tot, aber im Lauf der Zeit trifft sie erst auf Solo, der dort seit fast 30 Jahren ein Einsiedlerleben führt und dementsprechend crazy ist. Eine kleine Schar von Kindern treffen sie auch noch. Juliette, ihres Zeichens Mechanikerin, will Silo 17 reparieren.
Ihr Freund Lukas wird zwischenzeitlich in Silo 18 von Bernard als sein Nachfolger ausgebildet, da dieser selbst sein Ende kommen sieht. Die Mechanikerfreunde von Juliette aus den untersten Stockwerken zetteln eine Revolution an, als sie selbst aus Zufall die Wahrheit erkennen. Lukas schlägt die Revolution blutig nieder, aber zum Schluss wird doch Bernard zum Reinigen geschickt. Juliette hatte es dagegen geschafft, per Funk mit Silo 18 Kontakt aufzunehmen und geht in Silo 18 zurück, um am Ende den Bürgermeisterposten zu übernehmen.
Nach knapp über 100 Seiten sterben die scheinbaren Hauptpersonen wie die Fliegen, während die eigentlichen Protagonisten mehr so nebenbei die Bühne betreten. Groß!
Hugh Howey hat hier wirklich mit diesen insgesamt 3 Romanen (die anderen beiden lese ich justamente) der „Wool“ Serie ein Meisterwerk geschaffen, wobei er die Filmrechte bereits an die 20th Century Fox verkauft hat. Ridley Scott soll es wohl richten – ich bin gespannt.
Unbedingt lesen. Mehr zum Autor erzähle ich zum Folgeroman.
Kim Stanley Robinson: Die Romane des Philip K. Dick
Nach Silo, der eine Dick Idee aufgegriffen hatte und dann doch nicht, musste ich mich mal dem Meister selbst zuwenden. In diesem Buch haben wir eine wissenschaftliche Arbeit von Robinson vorliegen, was erst mal nicht so spannend klingt, deshalb lag das Buch bei mir auch so lange.
Zu Unrecht, wie ich feststellen musste. Robinson nimmt sich die Romane tatsächliche der Reihe nach vor und kritisiert sie im Hinblick auf literarische Qualitäten.
Schonungslos legt er die Schwächen von Dick`s Werken auf. Die Stärken erwähnt er eher beiläufig; trotzdem merkt man im Laufe des Buches, das Robinson das Schaffen von Dick richtig einzuschätzen weiß als einen der Erneuerer der überkommenen Zukunftsromane von Alfred E. Van Voigt oder Asimov.
Und vor allem beschränkt sich Robinson nur auf die Romane selbst und die benutzten literarischen Techniken, ohne sich in der persönlichen Lebens- und Leidensgeschichte von Dick zu verlieren. Ich habe direkt Lust bekommen, den einen oder anderen Roman von Dick nochmal durchzulesen.
Nicht nur 10 Jahre nach dem Blitz!
Donnerstag, 23. April 2015
Hartmudo Spezial: Irland im Bus
6 (11)
Eigentlich wollten wir abends wieder ins „Irish Arms“, aber Klaus hatte uns im Bus vollgemasselt und das „Roadside Tavern“ empfohlen, weil dort am Abend die Jam Sessions stattfinden sollten und ja, weil das Essen dort am Besten sein sollte. Das Bier brauen sie dort sogar selbst. Sollte dies für Herbert und mich das entscheidende Argument gewesen sein?
Wir gingen früh hin, weil wir wieder rechtzeitig weg sein wollten, wenn die Jaulerei losgeht. Wir stellten schnell fest: Das Essen war wirklich phantastisch. Dora schlürfte lustvoll ihre Muscheln, meine Löwin hatte Räucherlachs auf einem Holzbrett mit einem Wahnsinnsdressing und ich eben diesen Lachs auf einem Sandwich. Nur Herbert hatte es mit dem Salat nicht so gut getroffen; Lustlos stocherte er darin herum.
Das selbstgebraute Bier war ebenfalls sehr lecker, aber zum Ausklang des Abends saßen wir dann doch lieber wieder im Wintergarten des Hotels, tranken unsere Pints und spielten Solo, um die Kasse noch etwas aufzufüllen.
Samstag 18.10.
Hier in Lisdoonvarna hatte ich in zwei Nächten gut schlafen können und mich morgens auch an den Toast mit Marmelade erfreut. Schade, dass wir an diesem Morgen weiterfuhren, aber unsere Tour musste ja weitergehen. Den ersten Stop machten wir in Kilfenora, wo wir ein Museum über die keltische Kultur besuchten. Klaus hatte in diesem Museum seinen stärksten Auftritt, da er hier einen außerordentlich guten Vortrag über die Geschichte der Kelten und ihre Kultur hielt. Die im Museum ausgestellten Exponate lieferten einen sehr anschaulichen Überblick zur stark unterschätzten Kultur dieses Volkes. Nicht von ungefähr wurden im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung die besten Schwerter bei den Kelten geschmiedet. Diese waren in ganz Europa, auch bei den Arabern, hoch geschätzt. Den Friedhof nebst keltischen Grabsteinen habe ich mir dann aber doch erspart, da ich noch einen Kaffee brauchte. Hatte ich schon erwähnt, dass es gerade anfing zu regnen?
Weiter, immer weiter ging es mit dem Bus 429. Der nächste Ort hieß Ennis. Hier führte uns Klaus zu einer alten Kirche mitten im Ort. Der ursprüngliche Grundstein dieser Kirche stand quasi als Denkmal auf der anderen Straßenseite, denn die Kirche war wohl irgendwann im Laufe der Geschichte mal abgebrannt und wurde hinterher wieder aufgebaut, wobei der Grundstein als Denkmal nebendran aufgestellt wurde. In Ennis gab es viele kleine Läden zu entdecken, die wunderhübsche Kleidung und auch Nippes anboten. Meine Löwin und Dora waren begeistert.
Leider mussten wir mit der Abfahrt dank einer verstörten Mitreisenden eine Viertelstunde warten. Die dusselige Kuh wurde doch tatsächlich von einem Polizisten begleitet, andernfalls hätte sie den Bus wohl nicht gefunden. Ein schöner Ort, an dem wir leider nur viel zu kurz verweilt hatten – das ist Ennis. Mittlerweile fühlte ich mich immer mehr wie ein Japaner auf Europatournee.
Beim nächsten Halt erreichten wir Limerick, einer der größeren irischen Städte. Limerick ist berühmt für seinen Milchmarkt, zu dem wir logischerweise auch sofort nach Ankunft in der Stadt aufbrachen. So langsam wurden die Städte und Ortschaften austauschbar, da wir eigentlich überall lediglich kurz durchhetzten. Spätestens in Limerick wurde mir das bewußt.
Der Milchmarkt war dennoch interessant anzusehen. Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse... viel zu schauen für die Mädels. Herbert und ich blieben gelassen und dürsteten nach den ersten Pints des Tages. Hier in Limerick gingen wir anschließend in einen Tesco Supermarkt, weil wir uns für das nächste Hotel und den für uns ausflugsfreien Folgetag noch bevorraten mussten. Das Hotel lag nämlich laut Klaus abseits einer durchgängigen Besiedelung.
Im Tesco hatten wir zu Käse, Knabbereien, Dosenbier (Carlsberg), Wasser, Schoki und und und... noch eine wunderschöne Tüte erstanden, deren Verbleib bei Schreiben dieser Zeilen ungewiss ist. Beim Tesco war ich ansonsten in meinem Element; Ich bin nun mal ein Supermarkt Junkie reinsten Wassers. Unser Einkauf war derart umfangreich, dass meine Löwin energisch darauf bestand, ihn nicht Mr. Fortune zur Verwahrung im Gepäckfach des Busses zu überlassen. Sie balancierte die Einkaufstüte stattdessen auf der restlichen Fahrt bis zum Hotel auf ihrem Schoß. Gottlob war lediglich eine Flasche Wasser undicht, weil sonst hätten wir weitaus mehr als einen Teil des labbrigen Brotes wegschmeißen müssen.
Laut Reiseunterlagen folgte nach Limerick noch ein Fotostop in Adare, dem „schönsten Dorf Irlands“. Das wird wohl so gewesen sein, ich weiß es heuer schon nicht mehr. Fotos von schönen Damenjacken habe ich zu Adare noch im Bilderstapel gefunden. Aber sonst? Ein schönes Kloster haben sie da. Irgendwann ist es auch vorbei mit der Aufnahmefähigkeit. Zum Glück erreichten wir alsbald unser Hotel für die nächsten zwei Nächte.
Das „Earl of Desmond Hotel“ in – nein, bei! - Tralee liegt direkt neben der Überlandstraße im Nirvana. Das bedeutet: Außer dem Hotel ist da nichts. Dieser Schuppen bestach durch einen megalangen Flur, an dessen äußerstem Ende sich unsere Zimmer befanden. Ich habe ja schon einiges gesehen, aber einen so riesig langen Flur hatte ich nun wirklich noch nie gesehen. Das Ganze dann als Krönung auch noch ebenerdig. Da hatten wir dann zwei Tage lang so richtig „epische“ Wege zu beschreiten.
Eigentlich wollten wir abends wieder ins „Irish Arms“, aber Klaus hatte uns im Bus vollgemasselt und das „Roadside Tavern“ empfohlen, weil dort am Abend die Jam Sessions stattfinden sollten und ja, weil das Essen dort am Besten sein sollte. Das Bier brauen sie dort sogar selbst. Sollte dies für Herbert und mich das entscheidende Argument gewesen sein?
Wir gingen früh hin, weil wir wieder rechtzeitig weg sein wollten, wenn die Jaulerei losgeht. Wir stellten schnell fest: Das Essen war wirklich phantastisch. Dora schlürfte lustvoll ihre Muscheln, meine Löwin hatte Räucherlachs auf einem Holzbrett mit einem Wahnsinnsdressing und ich eben diesen Lachs auf einem Sandwich. Nur Herbert hatte es mit dem Salat nicht so gut getroffen; Lustlos stocherte er darin herum.
Das selbstgebraute Bier war ebenfalls sehr lecker, aber zum Ausklang des Abends saßen wir dann doch lieber wieder im Wintergarten des Hotels, tranken unsere Pints und spielten Solo, um die Kasse noch etwas aufzufüllen.
Samstag 18.10.
Hier in Lisdoonvarna hatte ich in zwei Nächten gut schlafen können und mich morgens auch an den Toast mit Marmelade erfreut. Schade, dass wir an diesem Morgen weiterfuhren, aber unsere Tour musste ja weitergehen. Den ersten Stop machten wir in Kilfenora, wo wir ein Museum über die keltische Kultur besuchten. Klaus hatte in diesem Museum seinen stärksten Auftritt, da er hier einen außerordentlich guten Vortrag über die Geschichte der Kelten und ihre Kultur hielt. Die im Museum ausgestellten Exponate lieferten einen sehr anschaulichen Überblick zur stark unterschätzten Kultur dieses Volkes. Nicht von ungefähr wurden im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung die besten Schwerter bei den Kelten geschmiedet. Diese waren in ganz Europa, auch bei den Arabern, hoch geschätzt. Den Friedhof nebst keltischen Grabsteinen habe ich mir dann aber doch erspart, da ich noch einen Kaffee brauchte. Hatte ich schon erwähnt, dass es gerade anfing zu regnen?
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| im Museum von Kilfenora |
Weiter, immer weiter ging es mit dem Bus 429. Der nächste Ort hieß Ennis. Hier führte uns Klaus zu einer alten Kirche mitten im Ort. Der ursprüngliche Grundstein dieser Kirche stand quasi als Denkmal auf der anderen Straßenseite, denn die Kirche war wohl irgendwann im Laufe der Geschichte mal abgebrannt und wurde hinterher wieder aufgebaut, wobei der Grundstein als Denkmal nebendran aufgestellt wurde. In Ennis gab es viele kleine Läden zu entdecken, die wunderhübsche Kleidung und auch Nippes anboten. Meine Löwin und Dora waren begeistert.
Leider mussten wir mit der Abfahrt dank einer verstörten Mitreisenden eine Viertelstunde warten. Die dusselige Kuh wurde doch tatsächlich von einem Polizisten begleitet, andernfalls hätte sie den Bus wohl nicht gefunden. Ein schöner Ort, an dem wir leider nur viel zu kurz verweilt hatten – das ist Ennis. Mittlerweile fühlte ich mich immer mehr wie ein Japaner auf Europatournee.
Beim nächsten Halt erreichten wir Limerick, einer der größeren irischen Städte. Limerick ist berühmt für seinen Milchmarkt, zu dem wir logischerweise auch sofort nach Ankunft in der Stadt aufbrachen. So langsam wurden die Städte und Ortschaften austauschbar, da wir eigentlich überall lediglich kurz durchhetzten. Spätestens in Limerick wurde mir das bewußt.
Der Milchmarkt war dennoch interessant anzusehen. Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse... viel zu schauen für die Mädels. Herbert und ich blieben gelassen und dürsteten nach den ersten Pints des Tages. Hier in Limerick gingen wir anschließend in einen Tesco Supermarkt, weil wir uns für das nächste Hotel und den für uns ausflugsfreien Folgetag noch bevorraten mussten. Das Hotel lag nämlich laut Klaus abseits einer durchgängigen Besiedelung.
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| Ennis oder Limerick? Ennis! |
Im Tesco hatten wir zu Käse, Knabbereien, Dosenbier (Carlsberg), Wasser, Schoki und und und... noch eine wunderschöne Tüte erstanden, deren Verbleib bei Schreiben dieser Zeilen ungewiss ist. Beim Tesco war ich ansonsten in meinem Element; Ich bin nun mal ein Supermarkt Junkie reinsten Wassers. Unser Einkauf war derart umfangreich, dass meine Löwin energisch darauf bestand, ihn nicht Mr. Fortune zur Verwahrung im Gepäckfach des Busses zu überlassen. Sie balancierte die Einkaufstüte stattdessen auf der restlichen Fahrt bis zum Hotel auf ihrem Schoß. Gottlob war lediglich eine Flasche Wasser undicht, weil sonst hätten wir weitaus mehr als einen Teil des labbrigen Brotes wegschmeißen müssen.
Laut Reiseunterlagen folgte nach Limerick noch ein Fotostop in Adare, dem „schönsten Dorf Irlands“. Das wird wohl so gewesen sein, ich weiß es heuer schon nicht mehr. Fotos von schönen Damenjacken habe ich zu Adare noch im Bilderstapel gefunden. Aber sonst? Ein schönes Kloster haben sie da. Irgendwann ist es auch vorbei mit der Aufnahmefähigkeit. Zum Glück erreichten wir alsbald unser Hotel für die nächsten zwei Nächte.
Das „Earl of Desmond Hotel“ in – nein, bei! - Tralee liegt direkt neben der Überlandstraße im Nirvana. Das bedeutet: Außer dem Hotel ist da nichts. Dieser Schuppen bestach durch einen megalangen Flur, an dessen äußerstem Ende sich unsere Zimmer befanden. Ich habe ja schon einiges gesehen, aber einen so riesig langen Flur hatte ich nun wirklich noch nie gesehen. Das Ganze dann als Krönung auch noch ebenerdig. Da hatten wir dann zwei Tage lang so richtig „epische“ Wege zu beschreiten.
Montag, 20. April 2015
Udorallala: The Sonics
Schon seit geraumer Zeit überlege ich, mir eine Ausgabe des Dynamite Magazins zuzulegen. Vorsichtshalber schaute ich da mal auf der Webseite vorbei. Meine Augen blieben auch sofort am Cover der aktuellen Ausgabe hängen.
"Das Comeback der Garage Rock Legende“ stand da. Die Sonics haben eine neue Platte eingespielt! Läßt man mal diese uninteressante Platte von 1980 bei Bomp! außer acht, sind seit der Veröffentlichung der letzten „regulären“ Scheibe 48 Jahre vergangen!
Und da die Band bereits 1960 als Instrumentalband a la Shadows angefangen hatte, reden wir hier von Musikern aus dem Lager Ü70. Schau Dir einfach mal das Video hier an – die Aufnahme ist ca. 2 Jahre alt. Von der Ursprungsbesetzung der ersten Platte sind noch 3 Leute dabei. Dazu ein Veteran der Kingsmen, einer der wenigen anderen bekannten Gruppen aus den 60ern, welche dem Garage Rock frönten. Der Schlagzeuger war wohl bei Dick Dale, der auch nicht unbedingt in ruhigen Gewässern fischte.
Hinzu kommt obendrauf der White Stripes Produzent, der einen wirklich knackigen WSound hinbekommen hat.
Kurz nochmal das Wichtigste über die Sonics: Genau wie die Wailers (nein, nicht Bob Marley) aus Tacoma, Washington kommend, fingen sie anfangs der 60er an, über Seattle ihren wüsten Rock `n` Roll – abseits der britischen Beat Explosion – in die Welt hinauszutragen.
Der den Punk Sound der späten 70er vorwegnehmende Sound klang auf den bahnbrechenden LPs „“Here are the Sonics“(1965) und „Boom!“(1966) sehr verwaschen, aber der für den Garage Rock typische Gesang samt Schreien war für den damaligen Markt zu hart und verkaufte sich entsprechend schlecht.
Halt nur was für Hartgesottene, die bei der dritten, mittlerweile weichgespülten Scheibe von 1967 gar nicht mehr zugriffen, so dass sich die Band 1969 wegen Erfolglosigkeit auflöste. Seit 2007 treten sie aber wieder ständig auf. Sie haben in all den Jahren nichts verlernt, aber auch nichts dazugelernt.
Warum aber auch? Die neu produzierte Scheibe ist druckvoll – alleine das Schlagzeug. Heiligsblechle! Der Charme der alten, unsauber produzierten Platten ist zwar nicht vorhanden, aber die Songauswahl ist wie schon vor 50 Jahren sensationell.
Und nochmal: Die sind über 70 und braten noch so nen Sound raus. Wer das jetzt immer noch nicht begriffen hat, dem sage ich es nochmal mit den Worten Barney Stinsons`:
LE – GEN – na, ich hab`s gleich… - DÄR!
"Das Comeback der Garage Rock Legende“ stand da. Die Sonics haben eine neue Platte eingespielt! Läßt man mal diese uninteressante Platte von 1980 bei Bomp! außer acht, sind seit der Veröffentlichung der letzten „regulären“ Scheibe 48 Jahre vergangen!
Und da die Band bereits 1960 als Instrumentalband a la Shadows angefangen hatte, reden wir hier von Musikern aus dem Lager Ü70. Schau Dir einfach mal das Video hier an – die Aufnahme ist ca. 2 Jahre alt. Von der Ursprungsbesetzung der ersten Platte sind noch 3 Leute dabei. Dazu ein Veteran der Kingsmen, einer der wenigen anderen bekannten Gruppen aus den 60ern, welche dem Garage Rock frönten. Der Schlagzeuger war wohl bei Dick Dale, der auch nicht unbedingt in ruhigen Gewässern fischte.
Hinzu kommt obendrauf der White Stripes Produzent, der einen wirklich knackigen WSound hinbekommen hat.
Kurz nochmal das Wichtigste über die Sonics: Genau wie die Wailers (nein, nicht Bob Marley) aus Tacoma, Washington kommend, fingen sie anfangs der 60er an, über Seattle ihren wüsten Rock `n` Roll – abseits der britischen Beat Explosion – in die Welt hinauszutragen.
Der den Punk Sound der späten 70er vorwegnehmende Sound klang auf den bahnbrechenden LPs „“Here are the Sonics“(1965) und „Boom!“(1966) sehr verwaschen, aber der für den Garage Rock typische Gesang samt Schreien war für den damaligen Markt zu hart und verkaufte sich entsprechend schlecht.
Halt nur was für Hartgesottene, die bei der dritten, mittlerweile weichgespülten Scheibe von 1967 gar nicht mehr zugriffen, so dass sich die Band 1969 wegen Erfolglosigkeit auflöste. Seit 2007 treten sie aber wieder ständig auf. Sie haben in all den Jahren nichts verlernt, aber auch nichts dazugelernt.
Warum aber auch? Die neu produzierte Scheibe ist druckvoll – alleine das Schlagzeug. Heiligsblechle! Der Charme der alten, unsauber produzierten Platten ist zwar nicht vorhanden, aber die Songauswahl ist wie schon vor 50 Jahren sensationell.
Und nochmal: Die sind über 70 und braten noch so nen Sound raus. Wer das jetzt immer noch nicht begriffen hat, dem sage ich es nochmal mit den Worten Barney Stinsons`:
LE – GEN – na, ich hab`s gleich… - DÄR!
Donnerstag, 16. April 2015
Hartmudo: Schick mir keine Blumen
Ostermontag war es dann soweit: Nach dem Aufstehen und Frühstück legte ich mich wieder hin, war müde. Auch nach dem Mittagessen war ich gegen halb Drei dermaßen platt, dass ich mich hinlegen musste.
Mir war kalt. Ich fröstelte, die Nase ging zu. Als ob mir jemand den Stecker rausgezogen hatte, dämmerte ich vor mich hin. Ich wollte partout nicht aufstehen und wusste, das der Körper nicht mehr wollte und dies mit einer Erkältung deutlich machte.
Mental hing ich auch durch – meine Fußzehen fühlten sich klumpig –klobig an; Eine Besserung meines Auas an den Füßen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es scheint immer schlimmer zu werden und der eine Zeh ist leicht geschwollen. Und das größte Mysterium für mich ist, das die Beschwerden weg sind, sowie ich nicht mehr daran denke!
Wer erinnert sich da nicht an diesen schönen Film mit Rock Hudson, Doris Day und Tony Randall namens „Schick mir keine Blumen“, wo der Hypochonder George Kimball zufällig ein Telefonat seines Arztes mithört, bei dem es um einen todkranken Patienten geht und er glaubt, dass er kurz vor der Bahre steht.
Jedenfalls dachte ich in diesen Momenten auch an meinen Tiefpunkt Mitte der 80er in der Nußberg, als mich Ackie unwissentlich gerade noch aus der Versenkung gezogen hatte. Heuer ging es nicht um Suff und schöne Mädchen wie damals – mit meiner Löwin habe ich schließlich mein Glück gefunden.
Aber diese 2 letzten Wochen und Wochenenden hatten es in sich. Erst meine 3 Feiern zum Geburtstag, dann Ostern die Renovierung unseres Wohnzimmers. Wunderschön natürlich auch mein Besuch beim Orthopäden und im Sanitätshaus. Ein ständig emotionales Auf und Ab in den 2 Wochen.
Ich darf hierbei aber nicht vergessen, dass sich meine Löwin so richtig reingehauen hatte in all den Tagen, Respekt. Da darf ich eigentlich gar nicht jammern. Doch es ist die Sache mit meinen Flunken, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Davon nämlich abgesehn, waren die 2 Wochen ereignisreich und eigentlich positiv.
Aber der George Kimball in mir vergisst die schönen Momente schnell und humpelt mit schmerzverzerrtem Gesicht durch die Gegend. Der Orthopäde ließ meine Hände und Füße röntgen und zeigte mir, wo die Arthritis sitzt. Am Fuß sind die Gelenke beider großen Onkels betroffen, also nicht die Stelle, wo es wehtut. Nun gut, Einlagen sollen es bringen. Neuer Termin beim Doc soll Anfang Mai sein.
Er verordnete mir auch noch Manschetten für die Daumengelenke, wenn ich schwer hebe oder zum Sport. Ich war da zwar skeptisch, aber beim Arzt bin ich in der Regel schüchtern, was Kritik angeht.
Im Sanitätshaus erhielt ich diese Manschetten – eine links, eine rechts – für zusammen
168,- €! Ja, ihr habt richtig gelesen. Dafür, dass ich die Dinger nicht wirklich brauchen werde, weil ich an den Händen kaum noch Probleme habe, waren sie schweineteuer. Am nächsten Tag in der Mukkibude hatte ich die linke Manschette spaßeshalber angeschnallt. Null Schmerzersparnis bei voller Bewegungseinschränkung sag ich nur.
Die an meine Füße mithilfe einer Schaumstoffkiste angepassten Einlagen sollen am 15. bereits abholbereit sein. Schaun mer mal. Ich versprech mir nicht viel davon, weil ich in den Schuhen von Josef Seibel, die ich mir mittwochs gekauft hatte, nicht wirklich besser laufe und die Einlagen aus demselben Material sind, wie es die orthopädischen sein werden. Also abwarten.
Was hatten wir sonst noch? Geburtstagstisch für die Kollegas, nachmittags die Familie in the House und am Wochenende die Bude voll mit den Freunden; darunter mit Jopi, Edith und Jürgen drei Übernachtungsgäste.
Kollegas und Familie war ganz entspannt, obwohl ich an dem Tag auch etwas hetzen musste. Das Einkaufen vorher und das Vorbereiten der Wohnung begann unmittelbar nach der Rückkehr aus Leipzig. Vor allem meine Löwin gab unermüdlich Kette, wie ich es über längere Zeiträume schon seit Jahren nicht mehr vermag.
Ich tat trotzdem mein Möglichstes und verdrängte die negativen Gedanken wg. meiner Mauken in den Background, um meine Löwin so gut es ging zu entlasten. Das Baguette mit den selbstgemachten Cremes war hierbei nur bedingt ein Erfolg, da meine Kollegas von den vielen Geburtstagen im März übersättigt waren.
Die Familie erfreute sich an Currywurst und Schaschlik. Die dazu mitgebrachten Salate von Frida und Dora rundeten das Bild ab. Vor allem mit Reiner führte ich ein nettes Gespräch, während Sunny leider wieder etwas zu kurz kam. Ich hebe dies besonders hervor, da ich die beiden in den letzten Jahren eher selten zu Gesicht kriege, was eigentlich schade ist.
Auch für die anderen Verwandten hatte ich genügend Zeit gefunden, was mich dann immer freut, weil ich da einen entsprechend hohen Anspruch an mich selbst stelle. Bei interessanten Gesprächen mit Danny oder Hank wurde ich leider unterbrochen, da hätte ich dran bleiben wollen, war aber zu hektisch. Selbst Mutter war da voll dabei. Ich hatte sie dann doch eingeladen, weil es sich einfach so gehört. Punkt. Trotz all der Widrigkeiten in den letzten 2 Jahren.
Nach dem Sport am Freitag sollte es dann gemütlich mit der Vorbereitung für den Samstag abend angehen, als sich Jopi, Edith und Jürgen per Whatsapp ankündigten.
„Sind am Kamener Kreuz und gleich da.“ Meine Löwin und ich gerieten in Hektik, ich gar in Panik. In meinem Zimmer sollten sie ja nächtigen. Schnell musste ich noch die Betten neu beziehen und für Jopi unser Gästebett aufblasen, was ich nicht rallte. Erst McGyver – meine Löwin - hatte den rettenden Einfall mit der Zewarolle und der Fahrradluftpumpe.
Phil übernachtete dazu auch noch am Freitag bei uns. Das Bett im Wohnzimmer musste also auch noch blitzschnell fertig werden. Als die Mannschaft dann einrückte, wurde es aber doch gemütlich. Zusammen mit Phil saßen wir noch den ganzen Abend im Esszimmer – endlich stressless.
Der nächste Tag gestaltete sich zu meiner Freude ähnlich entspannt. Ruhig bereiteten wir den Abend vor und es ging los. Mein Fuß meckerte gar nicht mehr, komisch. Sehr netter Abend, entspanntes Frühstück am nächsten Morgen – dann fuhren Jopi, Edith und Jürgen heim. Und dann war der Aufenthalt doch wieder zu kurz! Jedenfalls war ich noch so überdreht, das ich noch den ganzen Nachmittag rumräumen konnte.
In der folgenden Woche lief abends schon die Vorbereitung für die Renovierung des Wohnzimmers, welche uns Karfreitag bis Ostersonntag tagsüber in Atem hielt. Abends noch Patty`s Geburtstag und das Osterfeuer in Stöckheim! Dort traf ich noch kurz Pan mi9t seinem Ältesten. Kurz deshalb, weil Pan seinen stark angeschiggerten Sohn sicher ins Bett bringen musste.
Jedenfalls war Ostermontag dann Schicht im Schacht. 2 Tage krank und dauernd der Hustle mit dem Fuß. Seitdem humpele ich gefühlt noch mehr als vorher; eine depressive Verstimmung schlich sich ein. Beim Kartenspielen mit Biggi und Britt hatte ich nochmal nen richtigen Durchhänger, seitdem geht es aufwärts.
Dies habe ich nicht zuletzt Udorallala und seiner überraschenden Entdeckung zu verdanken – er wird demnächst darüber berichten. Es geht also doch noch. Der George Kimball in mir ist überwindbar.
Trotzdem nen geiler Film.
Mir war kalt. Ich fröstelte, die Nase ging zu. Als ob mir jemand den Stecker rausgezogen hatte, dämmerte ich vor mich hin. Ich wollte partout nicht aufstehen und wusste, das der Körper nicht mehr wollte und dies mit einer Erkältung deutlich machte.
Mental hing ich auch durch – meine Fußzehen fühlten sich klumpig –klobig an; Eine Besserung meines Auas an den Füßen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es scheint immer schlimmer zu werden und der eine Zeh ist leicht geschwollen. Und das größte Mysterium für mich ist, das die Beschwerden weg sind, sowie ich nicht mehr daran denke!
Wer erinnert sich da nicht an diesen schönen Film mit Rock Hudson, Doris Day und Tony Randall namens „Schick mir keine Blumen“, wo der Hypochonder George Kimball zufällig ein Telefonat seines Arztes mithört, bei dem es um einen todkranken Patienten geht und er glaubt, dass er kurz vor der Bahre steht.
Jedenfalls dachte ich in diesen Momenten auch an meinen Tiefpunkt Mitte der 80er in der Nußberg, als mich Ackie unwissentlich gerade noch aus der Versenkung gezogen hatte. Heuer ging es nicht um Suff und schöne Mädchen wie damals – mit meiner Löwin habe ich schließlich mein Glück gefunden.
Aber diese 2 letzten Wochen und Wochenenden hatten es in sich. Erst meine 3 Feiern zum Geburtstag, dann Ostern die Renovierung unseres Wohnzimmers. Wunderschön natürlich auch mein Besuch beim Orthopäden und im Sanitätshaus. Ein ständig emotionales Auf und Ab in den 2 Wochen.
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| Geburtstagstisch |
Ich darf hierbei aber nicht vergessen, dass sich meine Löwin so richtig reingehauen hatte in all den Tagen, Respekt. Da darf ich eigentlich gar nicht jammern. Doch es ist die Sache mit meinen Flunken, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Davon nämlich abgesehn, waren die 2 Wochen ereignisreich und eigentlich positiv.
Aber der George Kimball in mir vergisst die schönen Momente schnell und humpelt mit schmerzverzerrtem Gesicht durch die Gegend. Der Orthopäde ließ meine Hände und Füße röntgen und zeigte mir, wo die Arthritis sitzt. Am Fuß sind die Gelenke beider großen Onkels betroffen, also nicht die Stelle, wo es wehtut. Nun gut, Einlagen sollen es bringen. Neuer Termin beim Doc soll Anfang Mai sein.
Er verordnete mir auch noch Manschetten für die Daumengelenke, wenn ich schwer hebe oder zum Sport. Ich war da zwar skeptisch, aber beim Arzt bin ich in der Regel schüchtern, was Kritik angeht.
Im Sanitätshaus erhielt ich diese Manschetten – eine links, eine rechts – für zusammen
168,- €! Ja, ihr habt richtig gelesen. Dafür, dass ich die Dinger nicht wirklich brauchen werde, weil ich an den Händen kaum noch Probleme habe, waren sie schweineteuer. Am nächsten Tag in der Mukkibude hatte ich die linke Manschette spaßeshalber angeschnallt. Null Schmerzersparnis bei voller Bewegungseinschränkung sag ich nur.
Die an meine Füße mithilfe einer Schaumstoffkiste angepassten Einlagen sollen am 15. bereits abholbereit sein. Schaun mer mal. Ich versprech mir nicht viel davon, weil ich in den Schuhen von Josef Seibel, die ich mir mittwochs gekauft hatte, nicht wirklich besser laufe und die Einlagen aus demselben Material sind, wie es die orthopädischen sein werden. Also abwarten.
Was hatten wir sonst noch? Geburtstagstisch für die Kollegas, nachmittags die Familie in the House und am Wochenende die Bude voll mit den Freunden; darunter mit Jopi, Edith und Jürgen drei Übernachtungsgäste.
Kollegas und Familie war ganz entspannt, obwohl ich an dem Tag auch etwas hetzen musste. Das Einkaufen vorher und das Vorbereiten der Wohnung begann unmittelbar nach der Rückkehr aus Leipzig. Vor allem meine Löwin gab unermüdlich Kette, wie ich es über längere Zeiträume schon seit Jahren nicht mehr vermag.
Ich tat trotzdem mein Möglichstes und verdrängte die negativen Gedanken wg. meiner Mauken in den Background, um meine Löwin so gut es ging zu entlasten. Das Baguette mit den selbstgemachten Cremes war hierbei nur bedingt ein Erfolg, da meine Kollegas von den vielen Geburtstagen im März übersättigt waren.
Die Familie erfreute sich an Currywurst und Schaschlik. Die dazu mitgebrachten Salate von Frida und Dora rundeten das Bild ab. Vor allem mit Reiner führte ich ein nettes Gespräch, während Sunny leider wieder etwas zu kurz kam. Ich hebe dies besonders hervor, da ich die beiden in den letzten Jahren eher selten zu Gesicht kriege, was eigentlich schade ist.
Auch für die anderen Verwandten hatte ich genügend Zeit gefunden, was mich dann immer freut, weil ich da einen entsprechend hohen Anspruch an mich selbst stelle. Bei interessanten Gesprächen mit Danny oder Hank wurde ich leider unterbrochen, da hätte ich dran bleiben wollen, war aber zu hektisch. Selbst Mutter war da voll dabei. Ich hatte sie dann doch eingeladen, weil es sich einfach so gehört. Punkt. Trotz all der Widrigkeiten in den letzten 2 Jahren.
Nach dem Sport am Freitag sollte es dann gemütlich mit der Vorbereitung für den Samstag abend angehen, als sich Jopi, Edith und Jürgen per Whatsapp ankündigten.
„Sind am Kamener Kreuz und gleich da.“ Meine Löwin und ich gerieten in Hektik, ich gar in Panik. In meinem Zimmer sollten sie ja nächtigen. Schnell musste ich noch die Betten neu beziehen und für Jopi unser Gästebett aufblasen, was ich nicht rallte. Erst McGyver – meine Löwin - hatte den rettenden Einfall mit der Zewarolle und der Fahrradluftpumpe.
Phil übernachtete dazu auch noch am Freitag bei uns. Das Bett im Wohnzimmer musste also auch noch blitzschnell fertig werden. Als die Mannschaft dann einrückte, wurde es aber doch gemütlich. Zusammen mit Phil saßen wir noch den ganzen Abend im Esszimmer – endlich stressless.
Der nächste Tag gestaltete sich zu meiner Freude ähnlich entspannt. Ruhig bereiteten wir den Abend vor und es ging los. Mein Fuß meckerte gar nicht mehr, komisch. Sehr netter Abend, entspanntes Frühstück am nächsten Morgen – dann fuhren Jopi, Edith und Jürgen heim. Und dann war der Aufenthalt doch wieder zu kurz! Jedenfalls war ich noch so überdreht, das ich noch den ganzen Nachmittag rumräumen konnte.
In der folgenden Woche lief abends schon die Vorbereitung für die Renovierung des Wohnzimmers, welche uns Karfreitag bis Ostersonntag tagsüber in Atem hielt. Abends noch Patty`s Geburtstag und das Osterfeuer in Stöckheim! Dort traf ich noch kurz Pan mi9t seinem Ältesten. Kurz deshalb, weil Pan seinen stark angeschiggerten Sohn sicher ins Bett bringen musste.
Jedenfalls war Ostermontag dann Schicht im Schacht. 2 Tage krank und dauernd der Hustle mit dem Fuß. Seitdem humpele ich gefühlt noch mehr als vorher; eine depressive Verstimmung schlich sich ein. Beim Kartenspielen mit Biggi und Britt hatte ich nochmal nen richtigen Durchhänger, seitdem geht es aufwärts.
Dies habe ich nicht zuletzt Udorallala und seiner überraschenden Entdeckung zu verdanken – er wird demnächst darüber berichten. Es geht also doch noch. Der George Kimball in mir ist überwindbar.
Trotzdem nen geiler Film.
Montag, 13. April 2015
Dale Hawkins 1/3
In der Regel wird Dale Hawkins verkannt oder übersehen, wenn es um die Gründungsväter des Rock `n` Roll geht. Seine Verdienste um diesen Sound ebenso wichtig wie die von bekannteren Interpreten und lassen sich nicht auf seinen einzigen Hit „Suzie Q“ reduzieren, der noch dazu für europäische Ohren erst durch das Cover von CCR bekannt wurde.
Seinen Ruf erarbeitete sich Dale als einer von nur zwei weißen Musikern beim Checker Label aus Chicago, einem Unterlabel von Chess. Der andere Weiße dürfte Bobby Charles gewesen sein. Der Schlüssel zu seinem Sound ist eine besondere Fähigkeit von Dale. Er war es, der große Gitarristen wie Roy Buchanan, Carl Adams , Kenny Paulsen oder auch James Burton entdeckt und gefördert hatte. Und als seine eigene Plattenkarriere in den frühen 60ern versandete, da machte er als respektierter Produzent von sich reden für Interpreten wie Bruce Channel, the Five Americans, John Fred usw. Delmar Allan Hawkins Jr. wurde am 22. August 1938 in Goldmine, Louisiana geboren. Sein Vater Delmar war selbst Musiker und seine Mutter Estelle Taylor Phillips arbeitete als Lehrerin und Tagelöhner(in). Offenbar haben seine Eltern erst 1962 geheiratet, so steht es zumindest im Netz. Die Reduzierung auf Dale geschah schon in der Kindheit.
Jedenfalls wuchs Dale auf einer Baumwollplantage mit schwarzen und weißen Arbeitern auf. Schon mit 13, 14 Jahren pflückte er die Baumwolle, wenn er von der Schule nach Hause kam. Hier hörte Dale zum ersten Mal die Arbeiter jenen typischen Bluesgesang intonieren, mit denen sie sich die harte und monotone Arbeit auf den Feldern halbwegs erträglich gestalten konnten. Sie brachten Dale nicht nur das Gitarre spielen bei, sondern lehrten ihn auch harmonisch zu singen. Sie vermittelten dem jungen Dale etwas von der Seele des Blues, auf das dieser nur noch den Beat bzw. Drive in seine Songs hineinpacken musste. Kein anderer weißer Musiker des frühen Rock `n` Roll entwickelte ein derart tiefes Verständnis für den Blues wie Dale Hawkins. Einfach nur deshalb, weil niemand in den Jahren an der schwarzen Kultur so nah dran war wie Dale.
Sein zumeist besoffener Vater war mit diversen Country Bands dauernd auf Tour, seine Mutter arbeitet Vollzeit. Deshalb verbrachten Dale und sein Bruder Jerry die Kindheit mehr oder weniger bei ihren Großeltern.
Hawkins erinnerte sich später, das er als Kind schon die verschiedenen Musikstile gehört hatte.
Sein Großvater war Sheriff in einigen Gemeinden von Louisiana und nahm den kleinen Dale Samstags manchmal auf Nachtstreife mit. So hörte er ländlichen Country wie erdigen Blues oftmals zusammen an einem Platz.
„Du hörtest Elmore James im Hintergrund und Hank Williams vorne. Und alle mussten ja in die Kirche...“ meine Dale später hierzu. Er sang dann wohl auch gern mit den Musikern in der Kirche mit. Als andere frühere Vorbilder nennt Hawkins Hank Williams, Hank Snow, Lonnie Johnson und Sister Rosetta Tharpe. Mit dem Verkauf der Wochenzeitung „Grit“ verdiente Dale genug Geld, um sich mit 7 Jahren seine erste Gitarre kaufen zu können. Gefördert von seinem Schulleiter und mit Hilfe eines Notenbuchs für Mundhaarmonikas lernte Dale die Grundlagen des Blues. Schwierig ist die Teenagerzeit, wenn man permanent von zuhause fortläuft. Schon mit 16 schrieb er sich bei der US Navy ein, denn schließlich kam er aus einer armen Familie und das Gehalt ermöglichte es ihm, etwas zu lernen. Nach seiner Entlassung 1955 begann er, Musik professionell zu spielen.
Als erstes nach seinem Abschied von der Navy gründete Dale Hawkins eine Band mit dem jungen Ausnahmegitarristen James Burton sowie dem Drummer A.J. Tuminello. Die Jungs fuhren öfters mit dem Fahrrad zu ihren Auftritten im „It`ll Do Club“ am Bossier Strip in Bossier City. Später borgten sie sich Autos ahnungsloser Verwandter; Logischerweise lassen sich Instrumente und Anlage mit einem Auto besser transportieren als mit dem Fahrrad. Die Jungs sahen etwas älter aus als 16, sonst hätte das auch nicht klappen können.
Die Club Besitzer wussten Bescheid und ließen die Jungs durch die Hintertür in ihre Clubs, da sie jegliche Aufmerksamkeit für die blutjungen Musiker vermeiden wollten. Denn die Musiker waren zu jung, um sich legal in Nachtclubs aufzuhalten, in denen Alkohol verkauft wurde. Aber die Band war gut und gefiel dem Publikum. Sei es mit wüstem Country oder auch mit bodenständigen Blues, der die Leute zum Trampeln animierte.
Gerade für Dale waren die rauhen Sitten in diesen Nachtclubs eine gute Vorbereitung für seinen langen Weg im Musikbusiness. So wurden die Jungs schon mal gerne um die vereinbarte Gage betrogen. Gegen die ausgebufften Clubmanager waren die Jungs chancenlos; Sie konnten nur hoffen, das sie beim nächsten Gig in einem anderen Club bezahlt wurden.
Seinen Ruf erarbeitete sich Dale als einer von nur zwei weißen Musikern beim Checker Label aus Chicago, einem Unterlabel von Chess. Der andere Weiße dürfte Bobby Charles gewesen sein. Der Schlüssel zu seinem Sound ist eine besondere Fähigkeit von Dale. Er war es, der große Gitarristen wie Roy Buchanan, Carl Adams , Kenny Paulsen oder auch James Burton entdeckt und gefördert hatte. Und als seine eigene Plattenkarriere in den frühen 60ern versandete, da machte er als respektierter Produzent von sich reden für Interpreten wie Bruce Channel, the Five Americans, John Fred usw. Delmar Allan Hawkins Jr. wurde am 22. August 1938 in Goldmine, Louisiana geboren. Sein Vater Delmar war selbst Musiker und seine Mutter Estelle Taylor Phillips arbeitete als Lehrerin und Tagelöhner(in). Offenbar haben seine Eltern erst 1962 geheiratet, so steht es zumindest im Netz. Die Reduzierung auf Dale geschah schon in der Kindheit.
Jedenfalls wuchs Dale auf einer Baumwollplantage mit schwarzen und weißen Arbeitern auf. Schon mit 13, 14 Jahren pflückte er die Baumwolle, wenn er von der Schule nach Hause kam. Hier hörte Dale zum ersten Mal die Arbeiter jenen typischen Bluesgesang intonieren, mit denen sie sich die harte und monotone Arbeit auf den Feldern halbwegs erträglich gestalten konnten. Sie brachten Dale nicht nur das Gitarre spielen bei, sondern lehrten ihn auch harmonisch zu singen. Sie vermittelten dem jungen Dale etwas von der Seele des Blues, auf das dieser nur noch den Beat bzw. Drive in seine Songs hineinpacken musste. Kein anderer weißer Musiker des frühen Rock `n` Roll entwickelte ein derart tiefes Verständnis für den Blues wie Dale Hawkins. Einfach nur deshalb, weil niemand in den Jahren an der schwarzen Kultur so nah dran war wie Dale.
Sein zumeist besoffener Vater war mit diversen Country Bands dauernd auf Tour, seine Mutter arbeitet Vollzeit. Deshalb verbrachten Dale und sein Bruder Jerry die Kindheit mehr oder weniger bei ihren Großeltern.
Hawkins erinnerte sich später, das er als Kind schon die verschiedenen Musikstile gehört hatte.
Sein Großvater war Sheriff in einigen Gemeinden von Louisiana und nahm den kleinen Dale Samstags manchmal auf Nachtstreife mit. So hörte er ländlichen Country wie erdigen Blues oftmals zusammen an einem Platz.
„Du hörtest Elmore James im Hintergrund und Hank Williams vorne. Und alle mussten ja in die Kirche...“ meine Dale später hierzu. Er sang dann wohl auch gern mit den Musikern in der Kirche mit. Als andere frühere Vorbilder nennt Hawkins Hank Williams, Hank Snow, Lonnie Johnson und Sister Rosetta Tharpe. Mit dem Verkauf der Wochenzeitung „Grit“ verdiente Dale genug Geld, um sich mit 7 Jahren seine erste Gitarre kaufen zu können. Gefördert von seinem Schulleiter und mit Hilfe eines Notenbuchs für Mundhaarmonikas lernte Dale die Grundlagen des Blues. Schwierig ist die Teenagerzeit, wenn man permanent von zuhause fortläuft. Schon mit 16 schrieb er sich bei der US Navy ein, denn schließlich kam er aus einer armen Familie und das Gehalt ermöglichte es ihm, etwas zu lernen. Nach seiner Entlassung 1955 begann er, Musik professionell zu spielen.
Als erstes nach seinem Abschied von der Navy gründete Dale Hawkins eine Band mit dem jungen Ausnahmegitarristen James Burton sowie dem Drummer A.J. Tuminello. Die Jungs fuhren öfters mit dem Fahrrad zu ihren Auftritten im „It`ll Do Club“ am Bossier Strip in Bossier City. Später borgten sie sich Autos ahnungsloser Verwandter; Logischerweise lassen sich Instrumente und Anlage mit einem Auto besser transportieren als mit dem Fahrrad. Die Jungs sahen etwas älter aus als 16, sonst hätte das auch nicht klappen können.
Die Club Besitzer wussten Bescheid und ließen die Jungs durch die Hintertür in ihre Clubs, da sie jegliche Aufmerksamkeit für die blutjungen Musiker vermeiden wollten. Denn die Musiker waren zu jung, um sich legal in Nachtclubs aufzuhalten, in denen Alkohol verkauft wurde. Aber die Band war gut und gefiel dem Publikum. Sei es mit wüstem Country oder auch mit bodenständigen Blues, der die Leute zum Trampeln animierte.
Gerade für Dale waren die rauhen Sitten in diesen Nachtclubs eine gute Vorbereitung für seinen langen Weg im Musikbusiness. So wurden die Jungs schon mal gerne um die vereinbarte Gage betrogen. Gegen die ausgebufften Clubmanager waren die Jungs chancenlos; Sie konnten nur hoffen, das sie beim nächsten Gig in einem anderen Club bezahlt wurden.
Donnerstag, 9. April 2015
Contramann: kurz gesehen im April
http://le-bohemien.net/2015/03/16/varoufakis-bei-guenther-jauch/
Starten wir dieses Mal mit Günther`s Jauche. Der ehemalige Sportreporter hat es ja weit gebracht. Vom Aktuellen Sport Studio bis zum RTL Dauerbrenner „Wer wird Millionär“. Nicht vergessen sollte man „Stern TV“ - Günni machte dieses Format zum Hit. Hinzu kommen etliche Specials wie auch Jahresrückblicke; Häufig mit seinem Spezi Gottschalk, dem Haribo-Mann.
Die ARD schließlich buchte Jauche schließlich als Nachfolger für Sabine Christiansen. Die wöchentliche politische Talkshow – sonntags nach dem Tatort – ist ja auch eine Institution der deutschen Medienlandschaft. Was liegt da näher, als diese meinungsbildende Sendung von dem charmanten Dampfplauderer moderieren zu lassen?
Laut den Kritiken zeigte sich Jauch bislang häufig unkundig zu den verschiedenen Sachthemen. Ich muß hier noch schnell erwähnen, das ich mir diese Sendung in der Regel schenke, weil ich das Gemassel der Talkgäste nicht mehr hören mag. Zugegebenermaßen qualifiziert mich das nicht gerade zum objektiven Kritiker, aber der 15. März 2015 sah den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis als Special Guest per Videokonferenz zugeschaltet.
Günnie saß im Studio zusammen mit dem notorischen Söder, dem Kampfdackel aus München, sowie Ernst Elitz, der als Bild Kolumnist für griffige Schlagworte steht, für die wir Deutschen immer schon empfänglich waren. Ulrike Hermann, Wirtschaftsjournalistin der TAZ, war an diesem Abend als Alibi Linke vorgeladen worden, machte aber dank kurzer und knapper, vor allem aber richtiger Kommentare noch die beste Figur in der illustren Runde.
Varoufakis schwadronierte in seinen Allgemeinphrasen, ohne wirklich konkret zu werden. Er bekundete Schäuble seinen tiefen Respekt (?) oder betonte, dass seine Regierung noch keine 2 Monate im Amt sei. Souverän hielt er dagegen Söder als auch Elitz auf Distanz und ließ sich nicht auf einen konkreten Schlagabtausch ein. Den hätte er auch nur verlieren können, denn wir Deutschen sind nicht nur Exportweltmeister, sondern bringen auch die anerkannt weltbesten Demagogen hervor.
„Wer Schulden macht, muss sie auch bezahlen.“ So einfach und griffig brachte es der bayrische Finanzminister Söder auf den Punkt. Eine Wahrheit, die selbst jeder Hartz IV Empfänger verinnerlicht hat. Die sehr ausschweifenden Erklärungen von Varoufakis hierzu hatten mich zuerst enttäuscht, aber nach längerem Nachdenken wusste ich, das er es richtig machte. Schließlich hätte man auch mit keinem Wort der Welt einem Joseph Goebbels den Talmud aufschwatzen können; Der Mann hätte immer noch ein griffiges Gegenargument gefunden.
Frau Hermann sprang hier dankenswerterweise ab und zu ein, ohne aber den eben beschriebenen Grundsatz entkräften zu können. Deshalb sagt es Dir Contramann in aller Deutlichkeit:
„Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen.“ Man muss den Griechen die Luft zum Atmen lassen, damit sie ihre Wirtschaft zum Laufen kriegen. Denn nur so kommen sie überhaupt in die Lage, etwas zurückzahlen zu können. Die Alternative hierzu läuft seit über 5 Jahren: Sparen, sparen, sparen auf Teufel komm raus.
Und der deutsche Michel meckert auch noch, das die Griechen die „vorgeschlagenen“ Reformen nicht optimal umsetzt! Gestiegene Selbstmordraten, extrem erhöhte Säuglingssterblichkeit – kein Thema. Einkommenskürzungen ohne Ende, ein komplett zerstörtes Gesundheitssystem... sind sie doch selbst schuld, die Olivenfresser!
Ja, so ist er eben, der hässliche Deutsche. Und die auch nur scheinbare Objektivität von Jauche ging mir so richtig auf den Sack. Immer wieder konfrontierte Jauch Varoufakis mit dem Grundsatz von der Schuldentilgung und verdichtete das Ganze als Krönung mit der Reduzierung der Diskussion auf den gezeigten „Stinkefinger“ Deutschland gegenüber, der von Varoufakis strikt bestritten wurde. Ätzend.
Das muß man besser recherchieren, Herr Jauch. Ein Kommentar vom Deutschlandfunk hierzu, bitteschön:
http://www.deutschlandfunk.de/jauch-und-varoufakis-das-ist-der-eigentliche-skandal.694.de.html?dram:article_id=314945
Sollte hier in Deutschland erst die AfD und danach die „Echten“ die Macht übernehmen, Jauch wird seinen Job nicht verlieren. Anders als für Karl Eduard von Schnitzler wird er uns erhalten bleiben. Schmunzel-Ede hatte ja auch Rückgrat.
Der Kommentar auf le-bohemien erklärt es aber noch besser. Lest ihn bitte.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedenswinter-demo-buendnis-protestiert-gegen-joachim-gauck-a-1007685.html
Jawoll, der Spiegel weiß, wo sich die Putin Versteher am liebsten rumtreiben. Das Bündnis „Friedenswinter“ rief im Dezember zu Protesten bzw. Demos gegen den Bundespräsidenten auf. Der Gauck hatte nämlich mehrfach geäußert, das Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müsse.
Das macht ihn in den Augen der Leitmedien natürlich nicht zum Kriegstreiber, für den ihn die Friedenswinter Aktivisten halten. Das Sarah Wagenknecht für ihr Engagement für den Friedenswinter Kritik aus der eigenen Partei erhält, ist dem Spiegel immerhin diese Meldung wert.
Contramann hätte aber gerne vom Spiegel eher eine Auseinandersetzung darüber gewünscht, ob die Äußerungen des Gauck nicht doch eine gewünschte Militarisierung der deutschen Außenpolitik beinhalten.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-bauer-sucht-frau-und-co-wir-alle-sind-bildungsfern-a-1007981.html
„Fragen Sie Frau Sibylle“ ist eine weitere markante Kolumne auf SPON. Sibylle Berg ist Schweizerin und – das ist Contramanns Meinung – eine aufgeblasene Zimtzicke. Oder anders ausgedrückt: Kommt gleich nach Fleischhauer.
Dieser Artikel ist exemplarisch für sie. Im nichtssagenden Wischiwaschi läßt sie sich über billige Unterhaltung a la „Promi Dinner“ oder „the biggest Looser“ aus, ohne auch im entferntesten auf die Gründe des Erfolges dieser Programmformate einzugehen.
Ausgangspunkt ihres Geschreibsels war eine Studie über die vernetzte Gesellschaft des Gottlieb Duttweiler Instituts, nach der sich die Gesellschaft zukünftig in eine technokratische Elite und dem Gros der Massem die sich mit unqualifizierten Jobs über Wasser hält nd eben diese Formate konsumiert.
Da hätte frau mehr draus machen können, Frau Sibylle. Und das Konsumenten dieser Programme zwangsläufig dumm sein müssen und diese Programme quasi wie die Pest gemieden werden müssen, ist der große Denkfehler von ihr.
http://wolff-christian.de/es-reicht-von-einem-biedermann-und-einer-brandstifterin/
Jetzt mal ein Kommentar, bei dem es bei Contramann doch „Klick“ gemacht hatte in Sachen Pegida. Allerdings erst, als er gegen Ende von seinem Vater erzählt, der sich 1934 bei der SA beworben hatte, aber nicht genommen wurde.
Dieser war wohl kein Nazi, machte aber mit (wie die Meisten). Man hatte nichts gegen Juden, aber... Und genau so ist es heute.
Auch ich verstehe die Befürchtungen vor einer Überfremdung, gerade wenn ich mich hier – also nicht in Dresden – umschaue. Um schlimme Zustände wie niedergebrannte Asylbewerberheime zu unterbinden, muss man das Verständnis für die Ängste ausblenden und gegengehn.
Aber dann bitte nicht auch die Migranten lediglich willkommen heißen und sie dann hier sich selbst überlassen – ohne Integrationsbemühungen der Behörden. Und das, genau das ist das eigentliche Problem, das wir lösen müssen.
http://www.welt.de/wirtschaft/article135524723/Hartz-findet-Grundsicherung-bis-heute-viel-zu-niedrig.html
10 Jahre Hartz IV. Zeit für ein Interview mit Peter Hartz, dem Namensgeber der bedeutensten Sozialreform dieses noch jungen Jahrhunderts.
Das er die Hartz IV Reform auch im Nachhinein als notwendig ansieht, überrascht nicht. Wer stellt schon grundsätzliche Entscheidungen in Frage. Interessant finde ich es aber, das er seinerzeit nicht die Regelsatzhöhe der Sozialhilfe, sondern den Durchschnittsbetrag an Arbeitslosenhilfe zugrunde gelegt hätte. Wir sprechen hier immerhin von 152,- € Unterschied!
Er befürwortet den Mindestlohn und eine bessere Förderung von Langzeitarbeitslosen, um auch wirklich die Fähigkeiten dieser Menschen rauszukitzeln.
Insgesamt ein lesenswertes Interview.
http://www.welt.de/politik/ausland/article135456774/Entscheidungsschlacht-ums-Kalifat.html
Es wird immer verrückter in Syrien. Neben der IS tritt jetzt auch noch die Nusra-Front an, um ein eigenes Kalifat zu gründen.
Nach dem Motto: Volksfront von Judäa oder judäische Volksfront?
In diesem Welt Artikel kann man gut nachlesen, wie krank diese Bewegungen eigentlich sind.
Endlich mal ein Welt Artikel, den ich loben kann.
Da fehlt eigentlich nur noch...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/germanwings-absturz-staatsakt-ist-unangemessen-kolumne-a-1026428.html
Das gibt’s ja gar nicht! Eine Kolumne von Fleischhauer, der ich voll und ganz zustimme.
Fleischi bezeichnet den Staatsakt für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den Alpen, ausgelöst durch den Selbstmord des Copiloten der Germanwings Maschine, als Fehler. Denn keines der Opfer habe sein Leben für die Bundesrepublik gelassen.
So einfach und klar sind Wahrheiten nun mal, selbst ich wäre nicht auf diesen Grund gekommen.
Recht hat er, der Fleischhauer. Auch wenn dieses Unglück sehr tragisch ist, aber monatlich sterben 300 Leute im Straßenverkehr, ohne das die Medien jedesmal durchdrehen.
Starten wir dieses Mal mit Günther`s Jauche. Der ehemalige Sportreporter hat es ja weit gebracht. Vom Aktuellen Sport Studio bis zum RTL Dauerbrenner „Wer wird Millionär“. Nicht vergessen sollte man „Stern TV“ - Günni machte dieses Format zum Hit. Hinzu kommen etliche Specials wie auch Jahresrückblicke; Häufig mit seinem Spezi Gottschalk, dem Haribo-Mann.
Die ARD schließlich buchte Jauche schließlich als Nachfolger für Sabine Christiansen. Die wöchentliche politische Talkshow – sonntags nach dem Tatort – ist ja auch eine Institution der deutschen Medienlandschaft. Was liegt da näher, als diese meinungsbildende Sendung von dem charmanten Dampfplauderer moderieren zu lassen?
Laut den Kritiken zeigte sich Jauch bislang häufig unkundig zu den verschiedenen Sachthemen. Ich muß hier noch schnell erwähnen, das ich mir diese Sendung in der Regel schenke, weil ich das Gemassel der Talkgäste nicht mehr hören mag. Zugegebenermaßen qualifiziert mich das nicht gerade zum objektiven Kritiker, aber der 15. März 2015 sah den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis als Special Guest per Videokonferenz zugeschaltet.
Günnie saß im Studio zusammen mit dem notorischen Söder, dem Kampfdackel aus München, sowie Ernst Elitz, der als Bild Kolumnist für griffige Schlagworte steht, für die wir Deutschen immer schon empfänglich waren. Ulrike Hermann, Wirtschaftsjournalistin der TAZ, war an diesem Abend als Alibi Linke vorgeladen worden, machte aber dank kurzer und knapper, vor allem aber richtiger Kommentare noch die beste Figur in der illustren Runde.
Varoufakis schwadronierte in seinen Allgemeinphrasen, ohne wirklich konkret zu werden. Er bekundete Schäuble seinen tiefen Respekt (?) oder betonte, dass seine Regierung noch keine 2 Monate im Amt sei. Souverän hielt er dagegen Söder als auch Elitz auf Distanz und ließ sich nicht auf einen konkreten Schlagabtausch ein. Den hätte er auch nur verlieren können, denn wir Deutschen sind nicht nur Exportweltmeister, sondern bringen auch die anerkannt weltbesten Demagogen hervor.
„Wer Schulden macht, muss sie auch bezahlen.“ So einfach und griffig brachte es der bayrische Finanzminister Söder auf den Punkt. Eine Wahrheit, die selbst jeder Hartz IV Empfänger verinnerlicht hat. Die sehr ausschweifenden Erklärungen von Varoufakis hierzu hatten mich zuerst enttäuscht, aber nach längerem Nachdenken wusste ich, das er es richtig machte. Schließlich hätte man auch mit keinem Wort der Welt einem Joseph Goebbels den Talmud aufschwatzen können; Der Mann hätte immer noch ein griffiges Gegenargument gefunden.
Frau Hermann sprang hier dankenswerterweise ab und zu ein, ohne aber den eben beschriebenen Grundsatz entkräften zu können. Deshalb sagt es Dir Contramann in aller Deutlichkeit:
„Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen.“ Man muss den Griechen die Luft zum Atmen lassen, damit sie ihre Wirtschaft zum Laufen kriegen. Denn nur so kommen sie überhaupt in die Lage, etwas zurückzahlen zu können. Die Alternative hierzu läuft seit über 5 Jahren: Sparen, sparen, sparen auf Teufel komm raus.
Und der deutsche Michel meckert auch noch, das die Griechen die „vorgeschlagenen“ Reformen nicht optimal umsetzt! Gestiegene Selbstmordraten, extrem erhöhte Säuglingssterblichkeit – kein Thema. Einkommenskürzungen ohne Ende, ein komplett zerstörtes Gesundheitssystem... sind sie doch selbst schuld, die Olivenfresser!
Ja, so ist er eben, der hässliche Deutsche. Und die auch nur scheinbare Objektivität von Jauche ging mir so richtig auf den Sack. Immer wieder konfrontierte Jauch Varoufakis mit dem Grundsatz von der Schuldentilgung und verdichtete das Ganze als Krönung mit der Reduzierung der Diskussion auf den gezeigten „Stinkefinger“ Deutschland gegenüber, der von Varoufakis strikt bestritten wurde. Ätzend.
Das muß man besser recherchieren, Herr Jauch. Ein Kommentar vom Deutschlandfunk hierzu, bitteschön:
http://www.deutschlandfunk.de/jauch-und-varoufakis-das-ist-der-eigentliche-skandal.694.de.html?dram:article_id=314945
Sollte hier in Deutschland erst die AfD und danach die „Echten“ die Macht übernehmen, Jauch wird seinen Job nicht verlieren. Anders als für Karl Eduard von Schnitzler wird er uns erhalten bleiben. Schmunzel-Ede hatte ja auch Rückgrat.
Der Kommentar auf le-bohemien erklärt es aber noch besser. Lest ihn bitte.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedenswinter-demo-buendnis-protestiert-gegen-joachim-gauck-a-1007685.html
Jawoll, der Spiegel weiß, wo sich die Putin Versteher am liebsten rumtreiben. Das Bündnis „Friedenswinter“ rief im Dezember zu Protesten bzw. Demos gegen den Bundespräsidenten auf. Der Gauck hatte nämlich mehrfach geäußert, das Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müsse.
Das macht ihn in den Augen der Leitmedien natürlich nicht zum Kriegstreiber, für den ihn die Friedenswinter Aktivisten halten. Das Sarah Wagenknecht für ihr Engagement für den Friedenswinter Kritik aus der eigenen Partei erhält, ist dem Spiegel immerhin diese Meldung wert.
Contramann hätte aber gerne vom Spiegel eher eine Auseinandersetzung darüber gewünscht, ob die Äußerungen des Gauck nicht doch eine gewünschte Militarisierung der deutschen Außenpolitik beinhalten.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-bauer-sucht-frau-und-co-wir-alle-sind-bildungsfern-a-1007981.html
„Fragen Sie Frau Sibylle“ ist eine weitere markante Kolumne auf SPON. Sibylle Berg ist Schweizerin und – das ist Contramanns Meinung – eine aufgeblasene Zimtzicke. Oder anders ausgedrückt: Kommt gleich nach Fleischhauer.
Dieser Artikel ist exemplarisch für sie. Im nichtssagenden Wischiwaschi läßt sie sich über billige Unterhaltung a la „Promi Dinner“ oder „the biggest Looser“ aus, ohne auch im entferntesten auf die Gründe des Erfolges dieser Programmformate einzugehen.
Ausgangspunkt ihres Geschreibsels war eine Studie über die vernetzte Gesellschaft des Gottlieb Duttweiler Instituts, nach der sich die Gesellschaft zukünftig in eine technokratische Elite und dem Gros der Massem die sich mit unqualifizierten Jobs über Wasser hält nd eben diese Formate konsumiert.
Da hätte frau mehr draus machen können, Frau Sibylle. Und das Konsumenten dieser Programme zwangsläufig dumm sein müssen und diese Programme quasi wie die Pest gemieden werden müssen, ist der große Denkfehler von ihr.
http://wolff-christian.de/es-reicht-von-einem-biedermann-und-einer-brandstifterin/
Jetzt mal ein Kommentar, bei dem es bei Contramann doch „Klick“ gemacht hatte in Sachen Pegida. Allerdings erst, als er gegen Ende von seinem Vater erzählt, der sich 1934 bei der SA beworben hatte, aber nicht genommen wurde.
Dieser war wohl kein Nazi, machte aber mit (wie die Meisten). Man hatte nichts gegen Juden, aber... Und genau so ist es heute.
Auch ich verstehe die Befürchtungen vor einer Überfremdung, gerade wenn ich mich hier – also nicht in Dresden – umschaue. Um schlimme Zustände wie niedergebrannte Asylbewerberheime zu unterbinden, muss man das Verständnis für die Ängste ausblenden und gegengehn.
Aber dann bitte nicht auch die Migranten lediglich willkommen heißen und sie dann hier sich selbst überlassen – ohne Integrationsbemühungen der Behörden. Und das, genau das ist das eigentliche Problem, das wir lösen müssen.
http://www.welt.de/wirtschaft/article135524723/Hartz-findet-Grundsicherung-bis-heute-viel-zu-niedrig.html
10 Jahre Hartz IV. Zeit für ein Interview mit Peter Hartz, dem Namensgeber der bedeutensten Sozialreform dieses noch jungen Jahrhunderts.
Das er die Hartz IV Reform auch im Nachhinein als notwendig ansieht, überrascht nicht. Wer stellt schon grundsätzliche Entscheidungen in Frage. Interessant finde ich es aber, das er seinerzeit nicht die Regelsatzhöhe der Sozialhilfe, sondern den Durchschnittsbetrag an Arbeitslosenhilfe zugrunde gelegt hätte. Wir sprechen hier immerhin von 152,- € Unterschied!
Er befürwortet den Mindestlohn und eine bessere Förderung von Langzeitarbeitslosen, um auch wirklich die Fähigkeiten dieser Menschen rauszukitzeln.
Insgesamt ein lesenswertes Interview.
http://www.welt.de/politik/ausland/article135456774/Entscheidungsschlacht-ums-Kalifat.html
Es wird immer verrückter in Syrien. Neben der IS tritt jetzt auch noch die Nusra-Front an, um ein eigenes Kalifat zu gründen.
Nach dem Motto: Volksfront von Judäa oder judäische Volksfront?
In diesem Welt Artikel kann man gut nachlesen, wie krank diese Bewegungen eigentlich sind.
Endlich mal ein Welt Artikel, den ich loben kann.
Da fehlt eigentlich nur noch...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/germanwings-absturz-staatsakt-ist-unangemessen-kolumne-a-1026428.html
Das gibt’s ja gar nicht! Eine Kolumne von Fleischhauer, der ich voll und ganz zustimme.
Fleischi bezeichnet den Staatsakt für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den Alpen, ausgelöst durch den Selbstmord des Copiloten der Germanwings Maschine, als Fehler. Denn keines der Opfer habe sein Leben für die Bundesrepublik gelassen.
So einfach und klar sind Wahrheiten nun mal, selbst ich wäre nicht auf diesen Grund gekommen.
Recht hat er, der Fleischhauer. Auch wenn dieses Unglück sehr tragisch ist, aber monatlich sterben 300 Leute im Straßenverkehr, ohne das die Medien jedesmal durchdrehen.
Freitag, 3. April 2015
Hartmudo: Städtetrips
Ich hatte es schon angekündigt: Flensburg – über diesen Städtetrip wollte ich doch noch berichten. Hinzu kommt noch der Trip nach Leipzig Mitte März, der war auch klasse. Beides Städte, bei denen sich ein Besuch lohnt.
Für unsere Tour nach Flensburg hatte nur ich mir den Freitag Urlaub genommen, da meine Löwin mit ihren Urlaubstagen haushalten muss. Den Vormittag konnte ich zum Besuch der Mukkibude nutzen. Dann den Trolley packen, meine Löwin pünktlich von der Arbeit abholen und los ging es direkt nach Flensburg.
Birte und Kjelt kannte ich bisher nur vom Cousinentreffen aus dem letzten Oktober in Lüneburg, freute mich jedoch auf die Beiden. War ganz nett mit ihnen dort. Und so fuhren wir schließlich am frühen Abend vor ihrem Haus in Flensburg vor und wurden auch gleich freundlich empfangen.
Der mitgebrachte Präsentkorb mit Braunschweiger Spezialitäten kam gut an. Birte hatte ihrerseits kalte Platten von einem Caterer geordert, da sie stark in ihrer Firma eingebunden ist und daher nichts vorbereiten konnte. War natürlich lecker, auch wenn wir nur knapp die Hälfte der Kanapees schafften. Anschließend laberten wir uns fest dank angeregter Gespräche. Ich selbst habe mich sofort wohl gefühlt bei den Beiden, obwohl mir ein derartig gut aufgeräumter Wohnbereich nicht zu eigen ist.
Das Frühstück am Morgen kann ich nur als opulent bezeichnen; Beim Aufdecken halfen meine Löwin und ich mit. Derart gestärkt zeigten uns Birte und Kjelt dann ihre schöne Stadt, die uns tatsächlich stark beeindruckt hat. Ca. 90000 Einwohner hat Flensburg, aber die City kann sich in Größe und Ausstattung an Geschäften mit Braunschweig vergleichen. Liegt wohl auch an der Grenzlage zu Dänemark. Dies macht auch den Großteil des Charmes dieser Stadt aus.
Auch beim obligatorischen Gang am Hafen entlang zur Fußgängerzone fiel mir auf, dass es sich hierbei um eine schöne wie innovative Stadt handelt. Wir nahmen ein Zwischenpils in der Hotellobby des ersten Hauses am Platz – den Namen habe ich leider nicht mehr greifbar. Edel, edel. Sie hatten den Bereich gerade frisch aufgemacht; Der ehemalige Innenhof bestach durch die Überdachung mittels einer Glaskuppel. Da wird einem endlich mal wieder bewusst, was „Stil“ eigentlich ausmacht.
Keine Frage, die dänischen Einflüsse waren überall in der Stadt sichtbar, und wenn es sich nur um die typischen dänischen Großmärkte – wie überall in Schleswig – handelte. Vor allem fiel uns beim Spaziergang durch den Hafen eine Idee auf, die ruhig auch mal in anderen deutschen Städten Schule machen sollte.
Die Rede ist hier von den aufgestellten Bierkästen als Ergänzung zu den allseits bekannten Abfallbehältern. So landen die leeren Flaschen eben nicht im Gras oder gar zerdeppert auf der Straße. Diese Aktion ist übrigens spendenfinanziert. Hut ab!
Birte und Kjelt zeigten uns auch ihre Firma. Die Segelmacherei macht – genau: Segel! – sowie Aufbauten bzw. Abdeckungen für diverse Boote im Hafen. Damit sind die Beiden und ihr Partner in der Woche gut beschäftigt; am Wochenende lassen sie es als Rentner jedoch lockerer angehen. Ein kleiner Betrieb, aber sie haben was draus gemacht.
Nachdem die Mädels ihre Beute vom Einkaufen verstaut hatten, gingen wir abends noch in die Fischhalle. Jessen`s Fischperle heißt der Laden und dort gibt es Lecker. Hier hatte ich einen megaleckeren Pannfisch und zum ersten Mal keine Gräten drin! Passiert mir sonst immer! Die Musiker, die den Saal gegen eine kleine Spende in den Hut beschallten, waren dank gut gezapften Flensburger Pilses erträglich. Ich könnte da sofort wieder hinfahren….
Die kleinen Innenhöfe mit den Kunstgewerbeläden oder auch dieses Restaurant, wo wir zu Mittag speisten. Am nächsten Tag der Ausflug nach Dänemark zum Flohmarktladen. Dora hätte den Laden sofort leergekauft. Und wie dieses Schloss hieß, welches wir zuvor angeschaut hatten, weiß ich leider auch nicht mehr.
Ein sehr entspanntes Wochenende; Am späten Sonntagnachmittag fuhren wir dann wieder zurück. Ich habe mich hier leider kurz halten müssen, aber es ist ja dieses Jahr schon viel passiert und einige Sachen habe ich zwar noch von Flensburg in Erinnerung, aber ich krieg es trotzdem nicht aufs Papier.
Egal. Gern fahren wir wieder hin zu Birte und Kjelt. Gefreut hatte ich mich übrigens zu ihrem Anruf an meinem Geburtstag. Im Sommer ist dort ein Fest; so wie ein Hafenfest. Da wollten wir eigentlich hin.
Kurz vor meinem Geburtstag starteten wir den nächsten Städtetrip. Meine Löwin und ich hatten uns zu Weihnachten den Besuch einer Vorstellung des Leipziger Kabaretts „die Funzel“ von Danny und Phil gewünscht. Dieser wurde uns auch erfüllt; Phil buchte alles und kam sogar mit. Danny war dazu nicht zu begeistern. Schade, da wollen wir aber noch etwas finden, auf das wir alle 4 mal zusammen ein paar schöne Tage irgendwo verbringen können..
Die Vorstellung war Donnerstag, 19. März abends in Leipzig. Hier mussten wir dann doch zwei Urlaubstage nehmen und fuhren morgens kurz nach 7.00 Uhr aus Braunschweig gen Leipzig, weil wir schon früh wach waren und diese Stadt im Vorjahr so richtig gut fanden.
Meine Löwin wollte noch ein bisserl shoppen, bevor wir uns am späten Nachmittag mit Phil treffen wollten, der wiederum mit der Bahn anreiste.
So eierten wir denn irgendwo so um 9.30 Uhr dank freundlicher Hilfe von Google Maps durch die Einbahnstraßen der Leipziger Innenstadt auf der Suche nach unserem Hotel. Endlich fanden wir das Steigenberger – JA, Danny und Phil hatten sich nicht lumpen lassen.
5 Sterne also. Dies wurde sofort sichtbar – denn unsere Karre mit dem eingebeulten vorderen Radkasten wurde natürlich von einem Chauffeur auf den Parkplatz gebracht! Ich zähle es mal auf: Am Stehpult vor der Eingangstür stand ein Concierge mit dem Chauffeur. Dazu kommt noch der Maitre mit dem Zylinder (kurz vor der Verrentung), der uns in zwei bis drei Sätzen Lobby und Standort der Fahrstühle erklärte.Nicht zu vergessen der legendäre vierte Mann – der Kofferträger. Sehr freundlich und aufmerksam, dieser Mensch, den ich wohl schon vor nem Vierteljahrhundert als Grenzer am Transit in Uniform kennengelernt hatte.
Nein, das meine ich nicht ironisch. Der Koffermann war wirklich top und professionell, erklärte uns auch die Funktionsweise der Klimaanlage im Zimmer. Sehr professionell das Ganze. Aber nicht vergessen möchte ich noch die Beschäftigten in der Lobby: 3 junge Mitarbeiter hinter der Rezeption; dazu der Cheffe, der irgendwo in der Mitte schwebte, wo er alles in Griff hatte. Eine schwarze Schönheit lief auch noch durchs Bild, aber iohre Funktion konnte ich nicht entschlüsseln.
Irgendwo müssen die 5 Sterne für das Steigenberger ja herkommen – von den Zimmern her wohl eher nicht. Von der Klimaanlage mal abgesehen, hatten wir in der Vergangenheit schon in 3 Sterne Hotels einen vergleichbaren Komfort genossen. Edel war es jedoch allemal.
Der Tag ging ergo schon gut los und wir latschten auch schnurstracks in die City – ca. 50 Meter entfernt vom Leipziger Marktplatz. Unser „Arbeitstag“ hatte begonnen. Bis zum Treffen mit Phil erkundeten wir die Geschäfte; zwischendurch musste ich sogar einen Satz voller Tüten auf unser Zimmer bringen.
Mittags war es dann Zeit für eine Gose. Und eine zweite, bis meine Löwin mit einem Seitenarm der Fußgängerzone durch war. Wir saßen im Cafe am Markt und ruhten etwas. Der Typ am Nebentisch orderte eine Currywurst im Glas… Wir konnten widerstehen und weiter gings durch die Läden.
Die ganze Zeit quälte ich mich mit meinen kaputten Füßen durch die Stadt; erst Einlagen von Deichmann brachten etwas Erleichterung. Ein kleiner Endspurt dann gegen 17.00 Uhr. Wir holten Phil direkt vom Bahnsteig ab und geleiteten ihn ins Hotel. Über das Cafe am Markt (Essen!) und ein paar Ecken gelangten wir schließlich in eine der für Leipzig typischen Passagen bzw. ausgebauten Innenhöfe. Wir standen vor dem zugegebenermaßen unauffälligen Eingang zur Funzel.
Im Keller dann wurden wir an ein kleines Tischchen in Nähe der Bühne gesetzt. Jawohl, die Bühne ist in das Kellerlokal integriert. Der Laden strahlte dadurch auch eine sehr schöne Atmosphäre aus; Der Mann am Nebentisch aß eine Fettbemme. Wir selbst hatten schon gespeist, so dass ich beim Kellner im Livree nur Getränke ordern musste. Cola für die Dame, Bier für die Herren. Juch hu!
Wir hatten noch eine knappe Stunde Zeit bis Beginn des Programms und in dieser Zeit eine angeregte Unterhaltung. Es war halt richtig gemütlich und hätte noch Stunden weitergehen können, aber schließlich fingen die Künstler mit ihrem Programm an.
Dieses Kabarett Programm war jedoch leider nicht mit großen Einfällen gesegnet, so dass uns allen Dreien nach und nach die Augen zufielen. Einen bleibenden Eindruck hatte das Programm deshalb bei uns nicht hinterlassen. Müde fielen wir anschließend ins Bett – der Tag war lang gewesen.
Am nächsten Tag schlichen wir noch etwas durch Leipzig; vor allem über den Markt. Als Frühstück gab es einen Bagel und Kaffee bei Starbucks. Alsbald stand jedoch die Heimreise an, da wir Phil noch in Wolfsburg abliefern mussten und der Einkauf für meinen Geburtstag zu erledigen war.
Jener war übrigens auch dieses Jahr wieder klasse, mehr d a z u ….
Leipzig war insgesamt klasse – trotz des Kabaretts. Und deshalb waren wir eigentlich hingefahren. Aber die „Perle Sachsens“ ist nicht weit weg. Gerne fahren wir jetzt im Frühjahr oder Sommer nochmal hin, am Besten in Gesellschaft.
Dann werden wir aber nicht im Steigenberger absteigen; den Luxus dort nutzen wir eh nicht. Nur morgens hin und abends zurück; Das reicht völlig aus.
Und mittags ne Gose!
Für unsere Tour nach Flensburg hatte nur ich mir den Freitag Urlaub genommen, da meine Löwin mit ihren Urlaubstagen haushalten muss. Den Vormittag konnte ich zum Besuch der Mukkibude nutzen. Dann den Trolley packen, meine Löwin pünktlich von der Arbeit abholen und los ging es direkt nach Flensburg.
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| Geil, oder? |
Birte und Kjelt kannte ich bisher nur vom Cousinentreffen aus dem letzten Oktober in Lüneburg, freute mich jedoch auf die Beiden. War ganz nett mit ihnen dort. Und so fuhren wir schließlich am frühen Abend vor ihrem Haus in Flensburg vor und wurden auch gleich freundlich empfangen.
Der mitgebrachte Präsentkorb mit Braunschweiger Spezialitäten kam gut an. Birte hatte ihrerseits kalte Platten von einem Caterer geordert, da sie stark in ihrer Firma eingebunden ist und daher nichts vorbereiten konnte. War natürlich lecker, auch wenn wir nur knapp die Hälfte der Kanapees schafften. Anschließend laberten wir uns fest dank angeregter Gespräche. Ich selbst habe mich sofort wohl gefühlt bei den Beiden, obwohl mir ein derartig gut aufgeräumter Wohnbereich nicht zu eigen ist.
Das Frühstück am Morgen kann ich nur als opulent bezeichnen; Beim Aufdecken halfen meine Löwin und ich mit. Derart gestärkt zeigten uns Birte und Kjelt dann ihre schöne Stadt, die uns tatsächlich stark beeindruckt hat. Ca. 90000 Einwohner hat Flensburg, aber die City kann sich in Größe und Ausstattung an Geschäften mit Braunschweig vergleichen. Liegt wohl auch an der Grenzlage zu Dänemark. Dies macht auch den Großteil des Charmes dieser Stadt aus.
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| in Jessen`s Fischperle |
Auch beim obligatorischen Gang am Hafen entlang zur Fußgängerzone fiel mir auf, dass es sich hierbei um eine schöne wie innovative Stadt handelt. Wir nahmen ein Zwischenpils in der Hotellobby des ersten Hauses am Platz – den Namen habe ich leider nicht mehr greifbar. Edel, edel. Sie hatten den Bereich gerade frisch aufgemacht; Der ehemalige Innenhof bestach durch die Überdachung mittels einer Glaskuppel. Da wird einem endlich mal wieder bewusst, was „Stil“ eigentlich ausmacht.
Keine Frage, die dänischen Einflüsse waren überall in der Stadt sichtbar, und wenn es sich nur um die typischen dänischen Großmärkte – wie überall in Schleswig – handelte. Vor allem fiel uns beim Spaziergang durch den Hafen eine Idee auf, die ruhig auch mal in anderen deutschen Städten Schule machen sollte.
Die Rede ist hier von den aufgestellten Bierkästen als Ergänzung zu den allseits bekannten Abfallbehältern. So landen die leeren Flaschen eben nicht im Gras oder gar zerdeppert auf der Straße. Diese Aktion ist übrigens spendenfinanziert. Hut ab!
Birte und Kjelt zeigten uns auch ihre Firma. Die Segelmacherei macht – genau: Segel! – sowie Aufbauten bzw. Abdeckungen für diverse Boote im Hafen. Damit sind die Beiden und ihr Partner in der Woche gut beschäftigt; am Wochenende lassen sie es als Rentner jedoch lockerer angehen. Ein kleiner Betrieb, aber sie haben was draus gemacht.
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| wie heißt dieses Schloss der dänischen Königin? |
Nachdem die Mädels ihre Beute vom Einkaufen verstaut hatten, gingen wir abends noch in die Fischhalle. Jessen`s Fischperle heißt der Laden und dort gibt es Lecker. Hier hatte ich einen megaleckeren Pannfisch und zum ersten Mal keine Gräten drin! Passiert mir sonst immer! Die Musiker, die den Saal gegen eine kleine Spende in den Hut beschallten, waren dank gut gezapften Flensburger Pilses erträglich. Ich könnte da sofort wieder hinfahren….
Die kleinen Innenhöfe mit den Kunstgewerbeläden oder auch dieses Restaurant, wo wir zu Mittag speisten. Am nächsten Tag der Ausflug nach Dänemark zum Flohmarktladen. Dora hätte den Laden sofort leergekauft. Und wie dieses Schloss hieß, welches wir zuvor angeschaut hatten, weiß ich leider auch nicht mehr.
Ein sehr entspanntes Wochenende; Am späten Sonntagnachmittag fuhren wir dann wieder zurück. Ich habe mich hier leider kurz halten müssen, aber es ist ja dieses Jahr schon viel passiert und einige Sachen habe ich zwar noch von Flensburg in Erinnerung, aber ich krieg es trotzdem nicht aufs Papier.
Egal. Gern fahren wir wieder hin zu Birte und Kjelt. Gefreut hatte ich mich übrigens zu ihrem Anruf an meinem Geburtstag. Im Sommer ist dort ein Fest; so wie ein Hafenfest. Da wollten wir eigentlich hin.
Kurz vor meinem Geburtstag starteten wir den nächsten Städtetrip. Meine Löwin und ich hatten uns zu Weihnachten den Besuch einer Vorstellung des Leipziger Kabaretts „die Funzel“ von Danny und Phil gewünscht. Dieser wurde uns auch erfüllt; Phil buchte alles und kam sogar mit. Danny war dazu nicht zu begeistern. Schade, da wollen wir aber noch etwas finden, auf das wir alle 4 mal zusammen ein paar schöne Tage irgendwo verbringen können..
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| vor Auerbachs Keller |
Die Vorstellung war Donnerstag, 19. März abends in Leipzig. Hier mussten wir dann doch zwei Urlaubstage nehmen und fuhren morgens kurz nach 7.00 Uhr aus Braunschweig gen Leipzig, weil wir schon früh wach waren und diese Stadt im Vorjahr so richtig gut fanden.
Meine Löwin wollte noch ein bisserl shoppen, bevor wir uns am späten Nachmittag mit Phil treffen wollten, der wiederum mit der Bahn anreiste.
So eierten wir denn irgendwo so um 9.30 Uhr dank freundlicher Hilfe von Google Maps durch die Einbahnstraßen der Leipziger Innenstadt auf der Suche nach unserem Hotel. Endlich fanden wir das Steigenberger – JA, Danny und Phil hatten sich nicht lumpen lassen.
5 Sterne also. Dies wurde sofort sichtbar – denn unsere Karre mit dem eingebeulten vorderen Radkasten wurde natürlich von einem Chauffeur auf den Parkplatz gebracht! Ich zähle es mal auf: Am Stehpult vor der Eingangstür stand ein Concierge mit dem Chauffeur. Dazu kommt noch der Maitre mit dem Zylinder (kurz vor der Verrentung), der uns in zwei bis drei Sätzen Lobby und Standort der Fahrstühle erklärte.Nicht zu vergessen der legendäre vierte Mann – der Kofferträger. Sehr freundlich und aufmerksam, dieser Mensch, den ich wohl schon vor nem Vierteljahrhundert als Grenzer am Transit in Uniform kennengelernt hatte.
Nein, das meine ich nicht ironisch. Der Koffermann war wirklich top und professionell, erklärte uns auch die Funktionsweise der Klimaanlage im Zimmer. Sehr professionell das Ganze. Aber nicht vergessen möchte ich noch die Beschäftigten in der Lobby: 3 junge Mitarbeiter hinter der Rezeption; dazu der Cheffe, der irgendwo in der Mitte schwebte, wo er alles in Griff hatte. Eine schwarze Schönheit lief auch noch durchs Bild, aber iohre Funktion konnte ich nicht entschlüsseln.
Irgendwo müssen die 5 Sterne für das Steigenberger ja herkommen – von den Zimmern her wohl eher nicht. Von der Klimaanlage mal abgesehen, hatten wir in der Vergangenheit schon in 3 Sterne Hotels einen vergleichbaren Komfort genossen. Edel war es jedoch allemal.
Der Tag ging ergo schon gut los und wir latschten auch schnurstracks in die City – ca. 50 Meter entfernt vom Leipziger Marktplatz. Unser „Arbeitstag“ hatte begonnen. Bis zum Treffen mit Phil erkundeten wir die Geschäfte; zwischendurch musste ich sogar einen Satz voller Tüten auf unser Zimmer bringen.
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| Yes !!! |
Mittags war es dann Zeit für eine Gose. Und eine zweite, bis meine Löwin mit einem Seitenarm der Fußgängerzone durch war. Wir saßen im Cafe am Markt und ruhten etwas. Der Typ am Nebentisch orderte eine Currywurst im Glas… Wir konnten widerstehen und weiter gings durch die Läden.
Die ganze Zeit quälte ich mich mit meinen kaputten Füßen durch die Stadt; erst Einlagen von Deichmann brachten etwas Erleichterung. Ein kleiner Endspurt dann gegen 17.00 Uhr. Wir holten Phil direkt vom Bahnsteig ab und geleiteten ihn ins Hotel. Über das Cafe am Markt (Essen!) und ein paar Ecken gelangten wir schließlich in eine der für Leipzig typischen Passagen bzw. ausgebauten Innenhöfe. Wir standen vor dem zugegebenermaßen unauffälligen Eingang zur Funzel.
Im Keller dann wurden wir an ein kleines Tischchen in Nähe der Bühne gesetzt. Jawohl, die Bühne ist in das Kellerlokal integriert. Der Laden strahlte dadurch auch eine sehr schöne Atmosphäre aus; Der Mann am Nebentisch aß eine Fettbemme. Wir selbst hatten schon gespeist, so dass ich beim Kellner im Livree nur Getränke ordern musste. Cola für die Dame, Bier für die Herren. Juch hu!
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| Ja wohl ! |
Wir hatten noch eine knappe Stunde Zeit bis Beginn des Programms und in dieser Zeit eine angeregte Unterhaltung. Es war halt richtig gemütlich und hätte noch Stunden weitergehen können, aber schließlich fingen die Künstler mit ihrem Programm an.
Dieses Kabarett Programm war jedoch leider nicht mit großen Einfällen gesegnet, so dass uns allen Dreien nach und nach die Augen zufielen. Einen bleibenden Eindruck hatte das Programm deshalb bei uns nicht hinterlassen. Müde fielen wir anschließend ins Bett – der Tag war lang gewesen.
Am nächsten Tag schlichen wir noch etwas durch Leipzig; vor allem über den Markt. Als Frühstück gab es einen Bagel und Kaffee bei Starbucks. Alsbald stand jedoch die Heimreise an, da wir Phil noch in Wolfsburg abliefern mussten und der Einkauf für meinen Geburtstag zu erledigen war.
Jener war übrigens auch dieses Jahr wieder klasse, mehr d a z u ….
Leipzig war insgesamt klasse – trotz des Kabaretts. Und deshalb waren wir eigentlich hingefahren. Aber die „Perle Sachsens“ ist nicht weit weg. Gerne fahren wir jetzt im Frühjahr oder Sommer nochmal hin, am Besten in Gesellschaft.
Dann werden wir aber nicht im Steigenberger absteigen; den Luxus dort nutzen wir eh nicht. Nur morgens hin und abends zurück; Das reicht völlig aus.
Und mittags ne Gose!
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