Sonntag, 2. August 2026

Hartmudo: Die Mega-WM … ist vorbei

Heute vor zwei Wochen ging die Fußball WM zu Ende. Da wird es Zeit für ein Resümee, bevor am Wochenende der richtige Fußball anfängt. Zweite Liga - Eintracht spielt zuerst in Magdeburg und hat bereits den Kader beisammen. Anders als in den Vorjahren, wo dann noch flugs Nottransfers getätigt wurden, um die gröbsten Lücken zu füllen.
Jetzt mit Lars Kornetka als Trainer will Eintracht angeblich auch mal den Ball haben. Kornetka war ja der Co-Trainer der Österreicher gewesen, die ja ebenso wie die selbsterklärten WM-Favoriten des Herrn Nagelsmann im Sechszehntel-Finale die Segel streichen mussten. Und dies nicht gegen die Fußballzwerge aus Paraguay, sondern ziemlich chancenlos gegen den neuen und verdienten Weltmeister aus Spanien.
Die Furia Roja verdankte den Titel hauptsächlich einer Eigenschaft, welche die Spanier bereits in den frühesten Jugendmannschaften praktizieren. Wohl als einzige Fußballnation der Welt. Es ist ein einfaches Spielprinzip: “Wenn ich den Ball habe, kann der Gegner kein Tor schießen. Und wir machen irgendwann sowieso eins“.
Das sah zwar nicht immer schön aus, wenn die spanischen Ballkünstler das Leder quer um den gegnerischen Strafraum herum gespielt hatten oder durch Rückpässe den Gegner zum Angriff herausziehen wollten. Wer sich dann darauf einließ, wurde durch zwei oder drei schnelle Bälle schwer erwischt und konnte danach immer nur zuschauen, wie die Spanier gnadenlos ihren Vorsprung über die Zeit brachten.
OK - jetzt meine ewige Tabelle nach der WM:


 

Land

Titel

Vize

HF

4telF

Punkte

1

Deutschland/DDR

4

4

6

5

63,0

2

Brasilien

5

2

4

7

62,0

3

Argentinien

3

4

0

5

46,0

4

Italien

4

2

2

2

45,0

5

Frankreich

2

2

4

2

36,0

6

England

1

2

1

9

23,0

7

Uruguay

2

0

3

2

22,0

8

Niederlande

0

3

2

2

22,0

9

Jugoslawien/Kroatien

0

1

4

5

20,5

10

Spanien

2

0

1

4

20,0

11

Schweden

0

1

3

3

16,0

12

Ungarn

0

2

0

3

13,0

13

CSSR/Tschechei

0

2

0

2

12,0

14

Österreich

0

0

2

2

7,0

15

Polen

0

0

2

1

7,0

16

UDSSR/Rußland

0

0

1

5

7,0

17

Belgien

0

0

2

2

7,0

18

Portugal

0

0

2

1

6,0


Falls „Cornetto“ Eintracht mit diesem Spielstil über die gesamte Saison in ruhige Gewässer führen kann, soll mir das recht sein. Ich denke aber, ihm schwebt eher eine Offensivpower mit offensivem Gegenpressing vor. Dies haben die Franzosen und die Engländer am erfolgreichsten aufblitzen lassen. Das 6:4 der beiden Teams im Spiel um den dritten Platz zugunsten der Engländer war mit Abstand das schönste Spiel dieser WM.
Die Norweger und die Marokkaner kamen hier nicht ganz ran; beide scheiterten im Viertelfinale an den eben genannten Kontrahenten. Dafür fegten die Norweger meine persönlichen Favoriten aus Brasilien aus dem Turnier. Und dann war da ja noch der Endspielgegner der Spanier. Argentinien holzte sich ins Finale, wäre im Sechszehntel-Finale fast an den Defensivkünstlern aus Kap Verde gescheitert. Schade.
Überhaupt waren die kleinen Fußballnationen eine Bereicherung des Turniers. Trotz der 48 Teams gab es kaum Kantersiege. Da war das 7:1 unserer Mannen gegen Curacao bereits als erster Schritt zum Titel abgefeiert worden, als dann wieder die deutsche Gemütlichkeit erkennbar wurde. Pomadig ohne Ende war dann selbst Paraguay zu stark. Im Elfmeterschießen tapsten verängstigte deutsche Millionarios zum Elfmeterpunkt und versemmelten es dann richtig.
Womit wir zu den Enttäuschungen des Turniers kommen. Die Urus und auch der Geheimtipp Türkiye durften bereits in der Vorrunde abkacken. Die Holländer scheiterten ja wenigstens noch an Marokko im Sechszehntel-Finale, aber die Mannen um Joshua Kimmich bekamen das Spiel nach dem Kantersieg gegen Curacao einfach nicht mehr in den Griff. Über den Sieg in der Nachspielzeit gegen meine Freunde von der Elfenbeinküste hatte ich mich schon geärgert - irgendwie äußerst glücklich, um nicht zu sagen unverdient.
Die Niederlage gegen Ecuador - man war ja bereits Gruppensieger, also Schonen der Kräfte oder was? Und dann gegen Paraguay die Dolchstoßlegende! Von wegen „vermeintliches“ Foul von Waldemar Anton an dem Torwart der Paraguayer, da hatte Anton mal so eben mit einem kurzen Buffer in der Drehung beim Hochspringen den Keeper am Hochspringen gehindert, so dass Tah zum vermeintlichen 2:1 einköpfen konnte.
Dass dann die schwer emotionalisierten Reporter des deutschen Fernsehens stark traumatisiert waren, überraschte mich nicht. Keine Qualität mehr hinter dem Mikro; Heinz-Florian Oertel wäre das sicher nicht passiert.
Der hochgelobte Julian Nagelsmann war also auch gescheitert, jetzt soll es Kloppo richten. Wenn der Trainerwechsel dann allerdings alles ist, was dem DFB zum Krisenmanagement einfällt, kann ich mir eine Besserung in Richtung Titelgewinn schwerlich vorstellen. Solange die Funktionäre ihr Süppchen weiter kochen und die Nachwuchsarbeit beim DFB wie auch im Ligabetrieb weiter vor sich hindümpelt, können „wir“ froh sein, wenn nächstes Mal erst das Viertelfinale die Endstation Sehnsucht bedeutet.
Von daher hätten sie in diesem Fall auch Heiner Backhaus zum Bundestrainer küren können, der ist wie Kloppo auch so ein Heringsbändiger. Bloß preiswerter. Aber ich hab da gut lästern; mal sehen, ob Lars Kornetka bei der Eintracht ein Team formen kann, welches bei Bedarf Ball und Gegner kontrollieren kann. Wie immer freue ich mich auf die neue Zweitliga-Saison und versuche, meinen Optimismus im Zaum zu halten.
Was gibt es abschließend noch zur WM zu erzählen? Die Halbzeitshow während des Endspiels war überflüssig; meinetwegen zwei Stunden lang VOR dem Spiel. Infantino! Seine Überlegung, das Turnier noch weiter auf 64 Teams aufzublähen, rief ja schon viele Kritiker auf den Plan. Doch sein Plan, Anteile der WM an private Investoren zu verschachern, motivierte die UEFA zum Widerstand. Jetzt steht ein möglicher WM-Boykott der Europäer im Raum, sollte die FIFA den Investorendeal nicht beerdigen.
Geprägt wurde dieses Turnier nicht zuletzt durch einige Altstars, die das 40. Lebensjahr erreicht haben oder kurz davor sind. Ob Christiano Ronaldo, Luca Modric, Lionel Messi oder gar Neymar. Einige von ihnen waren mehr als ein bunter Farbtupfer, aber alle spielten in ihren Teams eine tragende Rolle. Und dann war da ja noch Manuel Neuer…
Er gab eher eine tragische Rolle ab. Der Coca Cola Zero Mann (wer erinnert sich nicht an diese gelungene Werbekampagne) stand wegen seines kurzfristigen Auftretens und Inthronisierung als Numero Uno in der Kritik und brachte vielleicht auch die nicht benötigte Unruhe ins gesamte Team. Das ZDF wird hierzu in 32 Jahren eine Dokumentation fertigen - die diesjährige Doku über das grandiose Scheitern von Bertis Buben 1994 war ein Highlight dieser WM Wochen.
Jetzt aber genug - die zweite Liga ruft.

Dienstag, 28. Juli 2026

Uncle Fester: grad gelesen Juli 2026

Martha Wells - Übertragungsfehler (Killerbot Band 3)
Weiter gehts mit der hochgelobten amerikanischen Autorin; die Killerbot Reihe besticht ja durch die frischen Charaktere. Ideal als TV Serie - läuft ja auch auf Apple Plus. Die Romane dagegen fand ich bislang eher so naja. Gute Ideen halt, aber die Storys waren bislang jeweils sehr dünn, sprich eher als Spielfilm denn als Serie. Es fehlt an einer komplexen Handlung.
Dieser lediglich 190 Seiten umfassende Band schlägt irgendwie aus der Reihe. Auf Preservation Station, der Heimat von Dr. Mensah und der SecUnit, wird eine Leiche gefunden. Es entspinnt sich ein relativ normaler Kriminalroman, in dem die SecUnit mit einem menschlichen Ermittlerteam zusammenarbeiten muss.
Das Interagieren mit den verschiedenen künstlichen Intelligenzen , welche für einen sauberen technischen Ablauf sorgen, und den menschlichen Charakteren steht in diesem Band absolut im Vordergrund. Die vielen neuen Charaktere machen ein Verfolgen der einfachen Story äußerst schwierig, ja fast schon zur Qual, wenn man andauernd zurückblättern muss.
Der Tote gehörte zu einer Aktivistengruppe, welche als Fluchthelfer für versklavte Minenarbeiter in einem entfernten System agiert hatten. Als Mörder stellt sich ein Bot des Raumhafens heraus. Dieser ist normalerweise für schwierige mechanische Arbeiten, vergleichbar mit Lastenkränen, zuständig. Allerdings war dieser unter seiner „Haube“ als Combatbot ausgelegt, so dass SecUnit beim Besiegen dieses Geräts gehörig ins Schwitzen geriet.
Zuvor allerdings galt es, die in einem Container festsitzenden Flüchtlinge, welcher am Raumschiff der Menschenhändler angeflanscht wurde, mit einer waghalsigen Rettungsaktion in Sicherheit und ins Asyl auf Preservation Station zu bringen.
SecUnit und die leitende Ermittlerin necken sich während der Ermittlungen, gelangen am Ende aber zu einem gegenseitigen Respekt. Wie ein einem amerikanischen Buddy Movie. Hier wird schon deutlich, dass die Autorin eine mögliche Verwertung der Killerbot Reihe fest im Blick gehalten hat. Die Filmrechte waren wohl auch schon ziemlich früh veräußert worden.
Aufgrund der Kürze des Romans, welcher mit einem Handlungsstrang auskommt, und der typisch amerikanischen Charakterisierung der Personen hatte ich gar noch überlegt, mal wieder einen Jerry Cotton Sonderband zu lesen.
Ich bleibe dabei: Die Killerbot Reihe ist einzig und allein aufgrund des originellen Szenarios zu empfehlen.

Martha Wells - Systemkollaps (Killerbot Band 4)
Bisschen dicker als der dritte Band. Ist das der krönende Abschluss? Außerdem ist das Setting verwirrend. Dieser Band schließt sich quasi nahtlos an die Storyline nach dem zweiten Band an. Der dritte Band hängt so gesehen richtig in der Luft.
Aber zur Sache. Der Konzern Barish-Estranza versucht imm er noch, die Kolonisten vom Planeten Adamantine wegzubekommen, um den Planeten nutzen zu können. Die Kolonisten könnten dank unserer Freunde frei über den Planeten verfügen, leiden aber unter der Kontaminierung durch eine Alienware, die Mensch und Maschine ausrasten lässt und eine Nutzung des Planeten erschwert. Unsere Freunde haben die Alienware noch nicht beseitigen können.
Barish-Estranza kämpft also um das Eigentumsrecht an der Kolonie, während Mensah und die anderen von Preservation dies für die Kolonisten juristisch anfechten wollen. Fieserweise drohen die Kolonisten zu Sklaven von Barish-Estranza zu werden; hier gilt es entgegenzuwirken und notfalls die Kolonisten vorübergehend zu evakuieren.
Bei der Diskussion hierüber mit den verschiedenen verfeindeten Fraktionen der Kolonisten, die sich dank der Kontaminierung gebildet hatten, stellt sich heraus, dass sich eine Fraktion schon seit Jahrzehnten aus Angst vor Kontaminierung in Richtung Pol abgesetzt hatte, um dort abseits der anderen Kolonisten eine Kolonie zu betreiben.
Damit diese Menschen auch gerettet werden können, begibt sich SecUnit mit drei Leuten von FiFos Schiff, samt einer Inkarnation Fifos in einer Drohne, zum Pol. Existiert die Kolonie dort noch? Tatsächlich ja - und sie hausen in den Resten einer einst gescheiterten Kolonialisierung aus der Zeit vor der Herrschaft der Konzerne.
Als SecUnit und sein Team die Kolonie entdecken und Kontakt aufnehmen können, ist ein Team von Barish-Estranza dort bereits zugegen und stellt SecUnit und seine Leute in einem extrem schlechten Licht dar. Zum Glück sind die Leute von Barish-Estranza selbst in zwei Koalitionen gespalten.
Dadurch findet das Preservation-Team Unterstützer beim Gegner und kann somit den Erfolg des Konzerns verhindern. Die Siedler werden über sich selbst bestimmen können. Der Zyklus endet (momentan?) mit der Absicht von SecUnit, mit Fifo irgendwohin zu fliegen. Das riecht nach einem weiteren Teil.
Insgesamt hat Martha Wells hier ein interessantes Universum vorgelegt, in dem die Unterschiede zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz - ob Android, Bot oder Schiffs-KI - verschwimmen. Die Kls erscheinen im Gegenteil sogar menschlicher mit all ihren Gefühlen, zumal die Geschichte aus Sicht der SecUnit erzählt wird.
In der TV-Serie wirkt das richtig überzeugend, obwohl die Handlung an sich ereignisarm zu nennen wäre. Dies wirkt sich im Buch fatal aus, da die endlosen eingeschobenen Monologe und Ansichten der SecUnit schnell ermüden und den Handlungsablauf stören. Stellenweise wird die Handlung für eine ganze Seite mit SecUnits Gedanken unterbrochen, ehe sie auf eine Frage antwortet. Auf Dauer finde ich das ermüdend.
Ich freu mich dennoch auf die nächste Staffel der TV-Serie, da die Schauspieler bildhaft darstellen, was die Autorin in Worten nicht vermitteln kann.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Warum spielt denn der Poldi nicht?

So, Freunde der Nacht. Die WM 2026 ist endlich Geschichte mit dem verdienten Weltmeister Spananien und dem mittlerweile zu erwartenden Ausscheiden des deutschen Teams in der Runde der letzten 32.
Erst wenn die glorreiche Braunschweiger Eintracht wieder in der ersten Liga spielt, wie zuletzt 2013/14, wird es für die Auswahl des DFB wieder nach vorne gehen. Ihr erinnert Euch: Da war doch was in dem Sommer 2014, nach dem Abstieg der Eintracht aus der 1. Liga...
Nevermind - jetzt machen wir erst einmal mit der EM 2016 weiter.


32
Für Deutschland verschossen Thomas Müller, Özil und Schweinsteiger. Das sind wohl auch die Namen der deutschen Spieler, von denen man sich im Vorfeld dieser EM mehr versprochen hatte. In der Euphorie äußerte sich hinterher ein Reporter großzügig, indem er meinte, das dieses Spiel keinen Verlierer verdient gehabt hätte.
Ich habe noch die Kommentare beim Viertelfinale Portugal gegen Polen im Ohr, bei denen hauptsächlich darauf herumgeritten wurde, das die Portugiesen ohne einen Sieg ins Halbfinale gelangt sind. Die Leistung der Deutschen wie der Italiener an diesem Abend war höchstens gleich schwach.
Aber der Kicker verlieh dem Spiel die Note 2 und den deutschen Spielern entsprechend gute Einzelnoten, während die Italiener bis auf die Abwehrspieler durchweg mit 3 und schlechter benotet wurden. Dabei hatten die Deutschen allenfalls zwischen dem Führungstreffer und dem Ausgleich eine Viertelstunde lang ansehnlichen Fußball gespielt.
Und Mehmet Scholl bemängelte anschließend noch die Taktik des Bundestrainers, die von 2008 bis 2012 lediglich an den Gegnern ausgerichtet worden sei statt sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Lediglich 2014 sprang ein Titel als Weltmeister heraus, weil Jogi Löw ab dem Viertelfinale an der Mannschaft nichts änderte und diese somit ihren Stil fand. Das Löw dies anders sieht, war vorauszusehen.
Meine Löwin, Phil und ich waren uns jedenfalls einig, dass dieses Spiel mit Glück gewonnen wurde. Das Neuer der weltbeste Torhüter ist, was Phil uns im Stile eines Stanislawski auch während des Spiels anhand seiner Spielweise erklären konnte, hatte letztendlich den Ausschlag gegeben. Allein, es hätte auch genau anders herum ausgehen können. Nach diesem grausamen Spiel legten wir uns alle auch zügig ab.

So. 3. Juli
Kurz vor 4.00 Uhr morgens wurde ich wach, weil ich noch ein Wolters auf die Toilette bringen musste. Meine Nase war nicht ganz frei und ich bekam deshalb schlecht Luft durch die Schlafmaske.
Bevor meine Beklemmungen übermächtig wurden, stand ich lieber gleich zur Morgentoilette auf. Anfangs wunderte ich etwas planlos rum, bloß um es ohne Maske noch einmal zu versuchen und mich dann kurz nach halb Acht aus dem Bett zu quälen.
Irgendwie fühlte ich mich nach dem Aufstehen wie gerädert, aber zum Chillen hatten wir heute Morgen keine Zeit. Es musste schnell gehen, weil wir bei meiner Schwester Berta und ihrem Männe Bud (R.I.P. Bud Spencer, Du warst der Beste!) zum Frühstück eingeladen waren. Mit von der Partie waren noch meine Nichte Gundula und ihr Gerd, Sohnemann Cedric war auch mit im Frühstücksboot.
Die Brötchen für das Gelage wollten wir auf dem Weg gleich mitbringen. Wir benötigten zwei extra Dinkelbrötchen für Cedric wegen dessen Glutenunverträglichkeit und den noch zu Hause schlafenden Phil durften wir auch nicht vergessen. Wenn der aufsteht, dann hat er eigentlich sofort Hunger.
Diesen Termin hatte ich uns am Mittwoch eingebrockt. Schon vor Wochen, ja Monaten, hatte ich Berta zugesagt, auf ihrem Rechner das Upgrade auf Windows 10 durchzuführen. Mittwochs fiel mir dieses Versprechen wieder siedend heiß ein und ich einigte mich mit Berta auf Freitag Nachmittag. Den mussten wir allerdings gleich canceln, weil meine Löwin da schon zur Lymphdrainage verabredet war und ich sie dorthin fahren sollte. Ergo blieb da nur der Sonntag übrig.
Phil hatten wir zwar auch noch zu Gast, aber der schläft eh immer lang und von daher passte das mit dem Frühstück idealerweise in unseren Tagesablauf. Bis 12.00 Uhr wollten wir wieder zu Hause sein.
Gleich bei der Ankunft zum Frühstück würde ich eine Sicherung von Bertas Bildern und wichtigen Dokumenten auf einer externen Festplatte einspielen und dann den „wollen Sie das Upgrade auf Windows 10 jetzt durchführen“ Button drücken, und zwar bevor ich mich an den Frühstückstisch setze. So zumindest sah der Plan aus.
Und tatsächlich fing es auch gut an. Cedric war über Nacht bei Oma Berta untergebracht worden und auch gleich guter Dinge. Ein richtig aufgewecktes Kind, so fröhlich und unternehmungslustig. Und Bud? Der Spitzname „Bud“ geht auf den leider verschiedenen Bud Spencer zurück. Der italienische Filmstar und ehemalige Schwimmer war bekanntlich sehr kinderfreundlich, was allerdings nicht, aber auch so gar nicht zum Verhältnis zwischen Bud und Cedric passt. Immerhin lebte Bud ja noch, vor ihm hat Cedric noch Respekt.
Da die Sicherung auf die externe Festplatte sich wie erwartet hinzog – Öttel Öttel Festplatte mit USB 2.0 – und ich auch schon hungrig war, setzte ich mich zwischendurch zu den Anderen schnell mit an den Tisch. Gundula und Gerd waren passenderweise auch gerade eingetroffen. Dazu erhielt meine Löwin noch ein nachträgliches Geschenk, ein GU-Kochbuch mit dem schönen Titel „Südafrika“. Das nächste Bobotie ist damit gesichert. Spontan lud ich gleich Berta und Bud zum Essen bei uns ein.

Samstag, 18. Juli 2026

GuterPlatzzumBiertrinken: Spocht

Sonntag, 7. Juni. Die nächste Tour ist wieder fällig. Heute weiß ich wenigstens, welche Strecke ich abfahren möchte. Gestern Abend hatte ich mir das auf Gugl-Maps genau angeschaut. Richtung Messeweg soll es gehen, den wollte ich über Riddagshausen abfahren und hinterher, nach einer Runde im dortigen Viertel, sollte es schnurstracks in meine Mukkibude am Ölper Knoten gehen. Radfahren und Gym - das muss sich doch verbinden lassen!
Erst um halb zwölf kam ich vorhin los. Hhm, der Himmel sah dann doch etwas dunkel aus. Das deutsche Einheitsgrau; laut meiner WetterApp sollte es aber nicht regnen. Dann mal los, sagte ich mir. Frohgemut bewegte ich mich auf altbekannten Pfaden über die Innenstadt in Richtung östliches Ringgebiet. Rathaus, übers Theater und dann südlich bis zur Kastanienallee, dann ab nach Riddagshausen. So der Plan.
Kurz vorm Theater fing es an zu tröpfeln, sch.... Mein Plan fiel wohl buchstäblich ins Wasser. Wie ein nasser Hund wollte ich nicht in meiner Mukkibude auflaufen. Zum Glück war es mittlerweile Zeit zur Nahrungsaufnahme. High Noon also - das Nächste war jetzt das Lord Helmchen. Durch den "Irish Mist" bewegte ich mich direkt dorthin.
Und - Juchhu! Die haben sogar ein eigenes Bier hier - nennt sich auch Lord Helmchen. Der Wirt, wohl ein alter Warsteiner-Fan, empfahl es mir auch gleich mit diesem Vergleich.
"Aber mit einer leichten Bitternote, eben nicht aufdringlich wie bei Wolters." Sprach er und nahm meine Bestellung auf.
Currypommes; haben die hier in verschiedenen Zusammenstellungen. Preise angegeben ohne Beilage, sprich: Mit Pommes plus 1,50 €, mit Salzkartoffeln (!?) plus 1,00 €. Currywurst mit Salzkartoffeln? Zeig mir die perverse Sau, die so etwas ordert. Warum nicht gleich Tortellini? Wo ist die Esskultur nur geblieben?
Während der Wartezeit packte ich schon mal mein Equipment raus und fing an, die Tastatur zu quälen. Und jetzt - an dieser Stelle - muss ich etwas los werden. Etwas, was mir schon seit Jahren im Kopf herum spukt, mich aber nicht wirklich belastet hatte. Sonst würde ich jetzt nicht schreiben, dann hätte ich meinen Blog schon längst geschlossen gehabt.
Vorgestern bei der Geburtstagsfeier des Langen gab es diesen einen Moment, da muss ich etwas ausholen. Meine Löwin entdeckte diesen (schon fertig aussehenden) Vordruck des neuen Buches vom Cop, dem besten Buddy des Langen. Mittlerweile sein 10. Buch, Hut ab. Finde ich richtig gut, wie er das macht. Book in Demand, wie auch sonst.
Meine Löwin blätterte darin herum; es geht darin um die Lebensgeschichte eines jüdischen Mädchens in der Nazizeit. Ein schwieriges Thema, ein fiktionaler Text auf der Basis von wahren Begebenheiten. Meine Löwin war fasziniert, möchte das Buch selbst zwar nicht wegen des schweren Stoffs lesen, aber einen seiner zwei Kriminalromane.
An der Stelle war ich verletzt; zu meinem eigenen Wirken (bislang zweieinhalb Bücher und dieser Blog mit bislang 250.000 Klicks) konnte sie sich seit Jahren noch nicht mal zu einem Kommentar durchringen. Überhaupt hielt sich die Resonanz der meisten Freunde und Bekannten wie Verwandten in Grenzen.
Ist ja auch verständlich, da sich all die Personen in meinen Texten wiedererkennen und viele selbst nicht im Vordergrund stehen möchten, das ist den meisten Menschen natürlich unangenehm. Für mich insoweit auch ok. Ich schreib aber dennoch weiter, denn eigentlich handelt es sich bei meinem Blog eher um ein "persönliches Tagebuch", wie es Pocke einmal treffend ausgedrückt hatte. Und Alias- statt Klarnamen sind bei mir eh Trumpf.
Außer UMD; aber der ist ja nun mal der beste Rock 'n' Roll Gitarrero dieser Stadt und lebt dies auch seit bald 50 Jahren vor. Tschuldige,Toddn - Du natürlich auch. Und Uli, obwohl wir uns so gar nicht mehr verstehen. Da natürlich kein Klarname. Doch zurück zum Thema.
Ich habe meiner Löwin nur kurz über die Schulter geschaut, bin da gar nicht groß drauf eingestiegen. War da schon etwas neidisch. Als erstes fielen mir die übergroßen Zeilenabstände ins Auge. Das sorgt traditionellerweise für ein größeres Seitenvolumen, was ich bei professionellen Schriftstellern eher negativ sehe.
Das Arbeiten mit sportlicher Rede hatte ich ebenfalls vermisst. In meinen Augen ein wesentliches Kriterium bei fiktionalen Werken wie Romanen. Da bin ich also auf seine Krimis gespannt, wenn meine Löwin diese dann liest. Jetzt habe ich es: Ich bestelle beide Krimis und schenke sie ihr zum Geburtstag.
Weiter, wenn ich schon mal dabei bin. Nach hitzigen politischen Diskussionen während der Corona-Zeit und am Beginn des Krieges in der Ukraine hatte ich schon mal sehr gehässige Kommentare über die Qualität meines Blogs hören müssen, was mir seinerzeit sehr weh getan hatte. Da standen Freundschaften auf der Kippe; zum Glück habe ich mich wieder eingekriegt. Ich habe das so verstanden, dass da eben dieser Sandkasteneffekt gegriffen hatte: "Meine Schaufel kriegst Du nicht, Du bist sowieso doof!"
Und wenn ich dann vorgestern das so gesehen habe - ich betone nochmals: Hut ab vor dem Cop. Da steckt viel Arbeit in so einem Buch. Um wie viel die Qualität besser ist als meine Schreibe, werde ich nach Lektüre einer seiner Romane sehen. Die Rezension wird dann Hartmudo vor sich nehmen. Aber weiter im Text.
So weit voraus kann der Cop mir nicht sein, was die Qualität angeht. Da bin ich arrogant, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. So, das musste ich einmal los werden. Jetzt habe ich auch das zweite Bier (ein Wolters) durch und werde weiter radeln. Nicht zum Messeweg, sondern gleich in die Mukkibude. Scheiß drauf.
Das Lord Helmchen hatte angenehme Bitterstoffe, die so manchem Hellen fehlen. Metallisch im Mittelabschnitt, wässrig im Abgang. Von mir keine Empfehlung. Das anschließende Wolters machte mich froh. Die Currywurst sah auch besser aus, als sie schmeckte. Dafür waren Soße und Pommes empfehlenswert.
Bereits nach wenigen Metern schlugen mir „orkanartige“ Böen entgegen, als ich die Fallersleber Richtung Celler und damit Mukkibude abradelte. Nun entschloss ich mich zu einer weiteren Einschränkung meines ursprünglichen Plans. Nicht Mukkibude, sondern gleich nach Hause. Die Currywurst lag mir wohl quer im Magen.
Ne kurze Tour heute, aber für zwei Bier hatte es noch gereicht. Sei’s drum, ich musste da ja noch was loswerden. Und Spocht… Heute mal zu Cocksparrer, mit meinen Hanteln. Nachher Kegeln, das muss für heute reichen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Contramann: kurz gesehen im Juli

https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/bevoelkerungsschutz-was-dich-und-deine-lieben-wirklich-schuetzt/
Und weiter geht es mit der Kriegstüchtigkeit; Die Zivilbevölkerung muss ja auch noch irgendwie mitgenommen bzw. überzeugt werden. Aus dem Text: „110.000 Feldbetten werden gekauft. Gesicherte Keller und U-Bahnhöfe werden registriert, jeder sollte über ein Kurbelradio, einen Camping-Grill und für zehn Tage Proviant verfügen.“
Dies wäre für den (mMn. unwahrscheinlichen) Fall eines Konflikts nur mit konventionellen Waffen als Überlegung sinnvoll. Ein derartiger Konflikt - siehe auch den aktuellen Krieg in der Ukraine - würde sich dann aber auch über viele Jahre hinziehen. Die deutsche Infrastruktur sähe dann aus wie Dresden 1945.
Da fragt man sich dann selbst im Fall eines Sieges: Wofür? Hat sich das denn jetzt gelohnt? Für die „Oberklasse“ nebst den „High-Performern“ ist das keine Frage; die hocken im Kriegsfalle eh weit weg von dem Kampfgebiet, notfalls außerhalb Europas. Die haben höchstens Angst vor einem nuklearen Konflikt. Der könnte das Golfspielen auf den Kanaren unmöglich machen.
Hhm. Also wohl doch kein nuklearer Konflikt. Dennoch - zur momentanen Wichtigkeit einer zivilen Verteidigung erinnere ich gern noch einmal an folgen Film:
https://www.youtube.com/watch?v=l7-TJriyWj8
Vor über 40 Jahren habe ich diese Dokumentation im Programmkino gesehen. Ich halte ihn in der momentanen Hysterie um den angeblich aggressiven Russen für höchst aktuell.
Und nach dem Sieg über „den Russen“?
Die Anderen - also Du und ich, sofern wir es überleben - dürfen dann noch den Schutt wegräumen und den Laden wieder aufbauen. Und sowie der Laden wieder ins Laufen kommt, nicht vorher, ist die Oberklasse wieder da und erteilt uns wieder die Order, wie die Chose erneut rentabel wird. Für die Oberklasse natürlich, wir kriegen wie üblich nur die Brosamen.
Alles also wie gehabt. All unsere Opfer führen uns nicht in ein besseres Leben als jetzt, glaubt das doch ja nicht. Es sichert lediglich die Pfründe einer Oberklasse, die unter Verteidigung der Freiheit lediglich die Wahrung ihres Besitzstandes versteht.
Natürlich würde es uns im Fall einer Niederlage wohl noch schlechter gehen. Auf einen erneuten „Marshallplan“ bräuchten wir dann nicht zu warten. Eingeschränkte Grundrechte inclusive.
Aber jetzt mal Hand aufs Herz, nicht an die Hosennaht: Wen interessieren heutzutage noch die Grundrechte? Wenn diese massiv eingeschränkt wurden wie in der Coronazeit, dann haben die meisten Bundesbürger noch Beifall geklatscht. In der DDR hatte auch niemand hungern müssen, die hatten bloß die schlechteren Autos und durften nicht auf Malle rumgröhlen.
Und die Reisefreiheit? Wird aktuell immer unwichtiger, da gestiegene Lebenshaltungskosten als Folge der Anstrengungen zur Kriegsfähigkeit die Möglichkeiten für immer mehr Menschen einschränken. Und zwar für die Menschen, die sich keinen Platz im Bunker leisten können und sich dann um die 100.000 Zelte prügeln dürfen.
Oder anders: Wenn wir unseren Laden gleich an „den Russen“ abgeben, könnte es uns nicht schlechter gehen als durch die Kahlschnitte der nächsten Jahre in den Sozialstaat. Bedenkt dies, wenn ihr demnächst wieder wählen dürft. Wählt auch nicht AfD, die wollen noch mehr Kohle in die Rüstung stopfen.

https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-wolodymyr-selenskyj-und-weitere-politiker-geben-polnische-orden-zurueck-a-a8176714-aa6a-4598-8245-b12926585ca9
Hier habe ich endlich Mal wieder einen Link zum Spiegel. In diesen schweren Zeiten dient der Spiegel leider nur als schlechtes Beispiel für die verstärkte Kriegspropaganda unserer Eliten.
In diesem Artikel kann man wunderschön nachvollziehen, wie Propaganda funktioniert. Durch Weglassen von wesentlichen Informationen, so dass hier der erwünschte Eindruck entsteht. Motto: Wenn die Zarin Katharina II und Mussolini den Orden behalten dürfen, dann sind die heldenhaften Kämpfer der Ukraine so enttäuscht über die Anerkennung des Ordens, dass sie diese medienwirksam zurückschicken.
Die Ursache des Ganzen - die heutige Verehrung der OUN in der Ukraine - wird hier nur kurz erwähnt, so nebenbei. Ist ja auch nicht so wichtig, dass jene Organisation während des 2. Weltkrieges mit den Deutschen zusammen Progrome an Juden und Polen durchgeführt hatten und bis zum bitteren Ende - dem Häuserkampf um Berlin - an der Seite der Wehrmacht standen.
„Der rechtsnationale polnische Präsident Karol Nawrocki“ - so der Spiegel - hatte Selenskyj diesen ihm 2025 verliehenen Orden aufgrund dieses Zusammenhangs entzogen. Der ukrainische Präsident hatte zuvor einer Armeeeinheit den Beinamen „Helden der UPA“ verliehen. Hintergrund des Ordensentzuges: Die OUN firmierte nach dem zweiten Weltkrieg unter dem neuen Namen UPA (Ukrainische Aufstandsarmee).
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/nawrocki-entzieht-selenskyj-hohe-auszeichnung-ukraine-gibt-ihrerseits-zwei-orden-an-polen-zur%C3%BCck/ar-AA265iUj
Noch einmal: Erst kämpften die Mannen um Bandera gegen die Sowjets für ihre Unabhängigkeit und nahmen dafür die völkerrechtlich zu verurteilende Zusammenarbeit mit Nazi-Deutschland in Kauf. Nach der Niederlage der Nazis kämpften sie dann weiterhin gegen die Sowjets für eine Unabhängigkeit, die es zuvor gar nicht gegeben hatte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainischer_Staat
Die Ukraine wurde also erst Anfang 2018 nach dem „Brotfrieden“ von Brest-Litowsk durch die Mittelmächte (hier Deutschland und Österreich-Ungarn) gegründet, um einen Puffer gegen die im demokratischen Westen verhassten Kommunisten unter Lenin zu schaffen. Dies sollte Truppen für die Westfront freisetzen.
Trotzki wiederum als Verhandlungsführer der Sowjets blieb gar nichts anderes übrig, als einen ukrainischen Staat im Gegenzug für das Kriegsende im Osten zu akzeptieren, standen die „Roten“ doch im russischen Bürgerkrieg gegen die „Weißen“ gehörig unter Druck. Nach der Niederlage der Mittelmächte brach der ukrainische Staat nach nur einem Jahr auch schnell zusammen.
Aus dieser knapp einjährigen Unabhängigkeit eine nationale Identität zimmern zu wollen, war von der OUN wie von der UPA schon sportlich zu nennen. Sich heute dann auch noch hierauf zu berufen, ist dann noch ne Schippe drauf.
Da diese historischen Zusammenhänge seit 2014 während des Ukrainekonflikts von den Medien zumeist ausgeblendet blieben, konnte auch das willkommene Bild des Kampfes eines unterdrückten Volkes gegen die Besatzer gezeichnet werden. Und natürlich macht sich heuer kaum jemand noch die Mühe, Hintergründe nachvollziehen zu wollen. Die Degeneration des einstigen Volkes der „Dichter und Denker“ schreitet munter voran.
Einen ukrainischen Staat hatte es jahrhundertelang nicht gegeben gehabt. Das heutige Gebiet der Ukraine befand sich abwechselnd in polnischer oder russischer Hand (teilweise aber auch Österreich-Ungarn); die Bevölkerung hatte sich dementsprechend auch als Polen oder Russen verstanden. Die ukrainische Sprache kann man in diesem Zusammenhang eher wie das Rätoromanische in der Schweiz betrachten: Als extreme Mundart einer einzelnen Region.
Solange diese Zusammenhänge hier aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten werden, sehe ich keine Chance für einen klaren Schlussstrich unter dem aktuellen Krieg. Und der Spiegel wie auch die meisten anderen Medienhäuser bleiben hier ganz auf Linie - hoffentlich nicht bis zum bitteren Ende.

Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“

Mittwoch, 1. Juli 2026

Hartmudo: Die Mega-WM

ORAKELIX
Mittendrin statt kurz davor. Es ist wieder mal WM und wenn ich dies veröffentliche, läuft gerade das 16telfinale. Die Runde der letzten 32. Von 48 Teams diesmal, Infantino hat die WM nochmals weiter aufgeblasen und sich im Gegenzug die Stimmen der afrikanischen und asiatischen Länder für seine lebenslange Inthronisierung gesichert.
Ukraine und Israel nicht qualifiziert - beide hierzulande gerne als Opfer hochsterilisiert. Aggressor Russland muss bekanntlich zwangsweise draußen bleiben, der Aggressor USA ist Ausrichter und wird nicht boykottiert. Doppelmoral statt Doppelpass, das ist der Kapitalismus, Baby. Und wer die Musik bezahlt, darf das Opfer Iran auch aus dem Land aussperren.
Nur zu den Spielen darf das iranische Team in die USA reisen. Ihr Headquarter mussten sie nach Tijuana verlegen. Das war den Fernsehteams von ARD und ZDF lediglich eine Erwähnung wert. Bloß keine grundsätzliche Kritik oder gar Protest aus Solidarität mit den über 20 toten iranischen Schulmädchen. Der Ball muss rollen. Und nebenbei wird heimlich, still und leise über den rechten Flügel eine Sozialreform auf den Weg gebracht, bei der alle Opfer bringen müssen.
Also die alle, welche eh schon Opfer des Systems sind. Selbst schuld, warum haben sie keine Millionen im Finanzkasino gescheffelt. Und dann noch diese Heuchelei wegen der Trinkpausen. Selbst im strömenden Regen in Boston wurde Mitte beider Halbzeiten der „Hydration Break“ durchgeführt, vollkommen sinnlos.
Wenn man allerdings die jeweils 3 Minuten als das bezeichnet hätte, was es ist - nämlich eine im US Sport übliche Werbeunterbrechung, dann wäre man ehrlich gewesen. So aber bleibt ein bitterer Beigeschmack. Es gibt mehr Werbeeinnahmen für die TV Sender, die wiederum mehr für die Übertragungsrechte blechen.
Aber genug des Meckerns, hier meine WM Rangliste bis 2022:

 

Land

Titel

Vize

HF

4telF

Punkte

1

Deutschland/DDR

4

4

6

5

63,0

2

Brasilien

5

2

4

7

62,0

3

Italien

4

2

2

2

45,0

4

Argentinien

3

3

0

5

41,0

5

Frankreich

2

2

3

2

34,0

6

Uruguay

2

0

3

2

22,0

7

Niederlande

0

3

2

2

22,0

8

Jugoslawien/Kroatien

1

1

2

8

20,5

9

England

1

2

0

9

20,0

10

Schweden

0

1

3

3

16,0

11

Spanien

1

0

1

4

13,0

12

Ungarn

0

2

0

3

13,0

13

CSSR/Tschechei

0

2

0

2

12,0

14

Österreich

0

0

2

2

7,0

15

Polen

0

0

2

1

7,0

16

UDSSR/Rußland

0

0

1

5

7,0

17

Belgien

0

0

2

1

6,0

18

Portugal

0

0

2

1

6,0


Ich liebe diesen statistischen Scheiß.
Kommen wir zur Prognose des kommenden Weltmeisters. Heute - nach dem zweiten Spieltag der Vorrunde - habe ich immer noch nicht alle Teams beobachten können. Uruguay oder Kolumbien hätten mich schon interessiert. Aber beide Teams sehe ich maximal im Achtelfinale; La Celeste traue ich zwar mehr zu, aber zwei Unentschieden gegen Kap Verde und Saudi-Arabien lassen nicht gerade einen Durchmarsch zum Titel erwarten. Und das letzte Gruppenspiel dann gegen Spanien; da ist eine Niederlage und ein 3. Tabellenplatz vorprogrammiert. Mit 2 Punkten und damit ungefähr der zehntbeste Dritte. Und Tschüss - schade eigentlich.
Apropos Spanien: Gegen die Saudis haben sie gezeigt, was geht. Ich denke, dass La Furia Rocha weit im Turnier kommen kann. Zusammen mit der Equipe Tricolore werden sie ja sehr hoch gehandelt. Beide Teams hätten das Potenzial zum Weltmeister, keine Frage und müssen beachtet werden. Aber wer noch?
Argentinien, Titelverteidiger und damit traditionell zum Scheitern verurteilt. Messi und sonst nix; erinnert an die Gauchos 1994, wo Maradona allein auf weiter Flur für die Albiceleste irrlichterte. Die Brasilianer hat wohl keiner so richtig auf dem Schirm. Vinicius Junior heißt ihr neuer Star, der bislang eher etwas unter dem Radar in der Medienwirksamkeit läuft. Da könnte was gehen, die Selecao halte ich als Team auf alle Fälle für stärker als die Gauchos.
Harry Kane hatte an die englischen Fans appelliert: „Betrinkt Euch und habt Spass.“ Das übliche Frustsaufen der Three Lions dürfte nach einem verlorenen Viertelfinalspiel stattfinden. Und da sind wir auch schon bei unserer „Mannschaft“. Wie immer zählen wir zum erweiterten Favoritenkreis und können sicher sehr weit kommen. Wäre mir recht, denn dann könnte ich Esther Sedlaczek und den Basti länger bewundern. Esther, die Tochter von Sven Martinek (Der Clown, Morden im Norden).
Über diese Info bin ich gestolpert, als ich soeben bei Google nach Fotos von Esther Sedlaczek im T-Shirt gesucht habe. Aber ich schweife ab. Halbfinale, mein Tipp für das DFB-Team, wie es sich jetzt schimpft. Die „Mannschaft“ wurde mit der Regenbogenbinde von Manuel Neuer 2022 aufgegeben. Kein Standing, der DFB. Und Deniz Undav, der Mann, den Torsten Lieberknecht als zu langsam für unsere glorreiche Eintracht befand, wird Torschützenkönig.
Jaaa - die Elftal und die Diables Rouges! Schaun mer mal was aus dem Benelux so kommt. Die Norweger sorgen geradezu für Furore, die Kanu-Choreo der norwegischen Fans ist ja nun wirklich weltmeisterlich. Sollten die Lovene unter die letzten Vier kommen, werde ich wohl ne Pulle Linie hinstellen müssen. Ansonsten gibt es noch den grünen Marokkaner, falls die Löwen des Atlas wieder so toll auftreten wie vor vier Jahren.
Weit kommen, aber wieder nicht Weltmeister wird El Tri. Die Mexikaner spielen zu Hause, alle Kartelle stehen hinter ihnen und ich würde es ihnen gönnen. Bislang haben sie nicht überzeugt, aber genau das macht mich zuversichtlich, dass sie weit kommen.
Jedes schwarzafrikanische Team hat meine Sympathie; und auch für die Samurai Blue und die Taeguk Warriors werde ich beide Daumen drücken oder wenigstens die Kronkorken fliegen lassen. Die Kockasti und „A Seleccao das Quinas“ habe ich jetzt ganz vergessen; Sind Luka Modric oder Christiano Ronaldo vielleicht doch schon zu alt?
Alles sehr spannend demnach. Ich lege mich mal auf die Selecao und Vinicius Junior fest.