Montag, 23. Februar 2026

Hartmudo: Edinburgh

Die Story über Edinburgh hatte ich bereits vor sieben Jahren geschrieben gehabt und erst letztes Jahr in den Tiefen meines PCs wieder entdeckt. Hatte ich doch glatt vergessen gehabt; an dieser Stelle - nach Belgien - passt der Text gut hin.

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Irgendwann Ende letzten Jahres fassten meine Löwin und ich den Entschluss, in 2019 noch einmal ins britische Königreich zu fliegen; Am besten, bevor der Brexit einsetzen würde. Da ich spaßeshalber schnell bei Google nach den ungefähren Preis suchte, war unser Urlaubsort schnell gefunden.
2 Personen vom 12. bis 15. April nach Edinburgh incl. Flug und Hotel für 578,- € - und das Frühstück war auch schon drin! Das Ganze ab Tegel; da mussten wir einfach zugreifen. Unser Flug ging zwar erst ab 13.25 Uhr, doch wir fuhren zur Vorsicht um halb Sieben morgens los. Bei der A 2 kann man vor einem Stau niemals sicher sein.
Wie schon bei unserem Trip nach Jersey nahmen wir wieder den Dienst von McParking in Anspruch. Die haben in Tegel mittlerweile einen zweiten Parkplatz angemietet, wo ich gerade noch einen Platz ergattern konnte. Natürlich tauchten wir dank meines Fehlers erst einmal beim falschen Parkplatz auf. Da beide dicht nebeneinander liegen, waren wir auch 10 Minuten später richtig.
Schön früh wurden wir daher in Tegel abgeliefert und hatten noch Zeit für einen mittäglichen Snack. Der Ökofood irgendwo auf dem Weg zu unserem Gate war wirklich lecker. Kurz und gut - um 14.35 Uhr Ortszeit landeten wir mit Easyjet in Edinburgh und hatten gutes Wetter, was in Schottland bekanntlich die Abwesenheit von Regen bedeutet.
Unser Hotel wollten wir mit dem örtlichen Nahverkehr erreichen; Ich hatte mich im Vorfeld entsprechend informiert. Mit dem „Airlink 100“ kamen wir schnell in die Innenstadt, wo wir nach meinen Informationen lediglich in die Linie 38 der „Lothian Buses“, welche den Nahverkehr in Edinburgh betreiben, umsteigen mussten. Meine Löwin fragte am Fahrkartenschalter noch mal nach und siehe da, die 38 war doch nicht richtig. Wir sollten mit dem Airlink 100 bis zum Stop „Westend“ fahren, einmal kurz links um die Ecke gehen und dann in eine der folgenden Linien einsteigen: 19, 37, 47, 113.
Wir erwischten die 19, zahlten zu den 7,50 Pfund für den Airlink (Hin- und Rückfahrt am Montag pro Person) noch einmal 1,70 Pfund pro Nase für die einfache Fahrt. Ungefähr nach 10 Stationen erreichten wir unser Hotel. Die Haltestelle „Crewe Toll“ befindet sich kurz hinter dem Hotel Village. Glücklich, dass unsere Anreise so unproblematisch verlaufen war, checkten wir ein und freuten uns über das saubere Zimmer. Sicherlich hatten wir keine riesige Suite gebucht, aber wir wollten in dem Zimmer ja auch lediglich übernachten.
Nach dem Auspacken und der Installation meiner Schlafmaske waren wir noch bereit für Aktion, was bei uns die Jagd auf den nächsten Supermarkt bedeutete. „Morrisons“ war nur einen halben Kilometer entfernt und wir brauchten zumindest Wasser für das Zimmer. Wie schon bei der Fahrt mit der 19 erkannten wir beim kurzen Fußmarsch dorthin, dass wir in einem Vorort untergebracht waren, wo die Middle Class noch residiert.
Neben den benötigten Getränken konnten wir noch einige Packages an Nüssen und Keksen erstehen. War ja klar, dass wir nicht nackt aus einem Supermarkt herauskommen. Schnell verstauten wir unsere Beute in unserem Zimmer im zweiten Stock des unschönen Flachbaus, um uns dann für ein Abendessen im Hotel zu entscheiden. Google Maps wies kein halbwegs interessantes Restaurant in der Nähe aus, ergo...
Übrigens: Direkt neben der Rezeption befand sich ein Starbucks, welches wir während unseres Aufenthaltes in Edinburgh getrost ignorierten. Nirgendwo auf der Welt als bei dieser Kette habe ich bislang schlechteren Kaffee getrunken.
Das hauseigene Restaurant, in dem auch das Frühstück aufgebaut wurde, punktete mit einem angenehmen Ambiente. Hinter einem gepflegten Pubbereich befanden sich gemütliche kleine Tische. Einer wurde uns zugewiesen; ich bestellte ein Becks. Weil: Stella Artois geht natürlich gar nicht. Und amerikanisches Budweiser...
Das indisch angehauchte Essen, welches wir uns bestellten, war aber auch richtig klasse. Meine Wahl fiel auf ein Curry mit Reis, Naan Brot und 2 verschiedenen Dips, während sich meine Löwin sich an einem Hühnerspieß mit Kartoffelspalten und Gemüse abarbeitete. Ein zweites Becks dazu - dann passte das.
Gut gesättigt und zufrieden begaben wir uns anschließend auf den Weg Richtung Innenstadt, um das Viertel gleich zu erkunden. Gleich neben dem Parkplatz des Hotels befand sich praktischerweise die Bushaltestelle, von der aus wir an allen Tagen unseres Aufenthaltes in Richtung Westend losfahren sollten. Dank der vielen Linien und einer viertelstündigen Taktung brauchten wir uns um ein rechtzeitiges Erscheinen am Flughafen zum Rückflug keine großen Gedanken zu machen.
An diesem ersten Abend gingen wir in der beginnenden Dämmerung einfach nur die Straße Richtung Innenstadt entlang, einfach nur um zu gucken und uns zu bewegen. Rechter Hand passierten wir ein großes Krankenhaus, Linker Hand kamen wir an Fettes College vorbei. Eine knappe halbe Stunde waren wir die Straße entlang gelaufen, dann drehten wir um.
Auf dem Rückweg sahen wir uns Fettes Colleges etwas näher an und schossen auch einige Fotos. Dieses Elitecollege hatte einen berühmten Schüler beherbergt - Tony Blair! Der letzte sozialdemokratische Ministerpräsident Großbritanniens, der Anfang des Jahrtausends die New Economy förderte und dadurch seine Partei auf Jahre hinaus in die Opposition trieb, hatte hier also seinen Schliff bekommen. Beim Blick durch das verschlossene Tor konnten wir hinter der äußerst großzügig dimensionierten Parkanlage ein schlossähnliches Gebäude erkennen. Keine Frage, hier wird Diskretion groß geschrieben. Das Tor war selbstverständlich geschlossen, nur das Wärterhäuschen war unbesetzt, was sich aber bei Tageslicht ändern dürfte.
Zurück im Hotel, verzichteten wir auf einen Absacker an der Bar und begaben uns gleich zur Ruh, denn dieser erste Tag war anstrengend gewesen. Nach kurzer Zeit des Lesens im Reiseführer und Planens des nächsten Tages schliefen wir schnell ein. Ich schaffte gerade mal ein paar Seiten in meinem Buch; der Fernseher blieb eh aus.

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