Juli Zeh & Simon Urban - Zwischen Welten
Dies ist kein normaler Roman, sondern ein Briefwechsel zwischen zwei alten Freund*innen, die sich vor 20 Jahren in Münster eine Wohnung teilten, rein platonisch. Wobei Stefan die ganze Zeit in Theresa schwer verschossen war, aber nie zum Zug kam. Als Theresa dann in einer Nacht- und Nebelaktion nach Brandenburg verschwand, um den Bauernhof ihres Vaters weiterzuführen, verloren sich unsere Protagonisten aus den Augen.
Zufällig treffen sie sich 2022 an der Außenalster in Hamburg wieder. Stefan ist mittlerweile zum Kulturchef der Wochenzeitung „der Bote“ mutiert. In dieser Journalistenblase ist der Klimawandel das große Thema, dazu wird gegendert, was das Zeug hält. Gegensätzliche Meinungen sind hier nicht tragbar. Erinnert nicht von ungefähr an Spiegel, TAZ und Co.
Beim Wiedersehen rasselt er zwangsläufig mit Theresa zusammen, die sich als Bäuerin im Osten von den Behörden im Stich gelassen sieht. Ihr bester Mitarbeiter, den sie menschlich schätzt, ist sogar noch AfD Mitglied. Für Stefan geht das natürlich gar nicht, so was ist Bäbä. Die Spaltung in der deutschen Gesellschaft haben die beiden Autoren an ihren Figuren hervorragend skizziert. Dieser „Roman“ ist mehr als bloße Unterhaltung.
Stefan findet es chic, zwei unerfahrene junge Frauen mit der Gestaltung einer Sonderausgabe Klima zu betrauen. Im Laufe des Buches sind diese beiden Mädels dank stalinistischer Aggression gegenüber den etablierten Journalisten für den Sturz des Chefredakteurs verantwortlich, den sie richtig fies wegmobben. Auch Stefan nehmen sie ins Visier; kurz vor Ende des Romans ist dieser bereit, alles hinzuschmeißen und mit Theresa an den Bodensee zum Haus von Martin Walser zu fahren, was beide schon zu Studentenzeiten machen wollten.
Theresa wiederum sieht sich aus wirtschaftlicher Not gezwungen, anarchistische Bauernproteste zu unterstützen. Aus wirtschaftlicher Not verrudert sie dann noch das Vermögen ihres Mannes, der sie schließlich verlässt. Viele Chancen hatte er ihr gegeben, aber Theresa ist gefangen in ihrem Engagement für die Sache der Kleinbauern. Dann will sie zumindest eine Auszeit bei Stefan in Hamburg nehmen, ein Happy End zweier Liebender deutet sich an.
Aber dann kommt alles anders. Stefan ist auf einmal doch der Held und wird Chefredakteur; sofort sind all seine Einsichten über die unehrliche Journalistenwelt passe. Theresa, die in den Knast einfährt, weil sie den Landwirtschaftsminister schlägt, lässt er fallen. Und jammert noch rum, wie sie ihn nur verraten konnte.
Keine Frage, die Story sieht eindeutig Theresa als positiven Charakter. Stefan dagegen bleibt bis auf wenige Momente ein verachtenswertes Arschloch. Dass Theresa und Stefan trotzdem ihren Email- und Whatsappkontakt so lange pflegen, ist nicht wirklich gut begründet.
Nach der Lektüre des Buches habe ich die Rezensionen im Spiegel und der TAZ gelesen. Wie nicht anders zu erwarten war, sind das richtig große Verrisse. Ob die jeweiligen Kommentatoren sich in Stefan wohl selbst wiedererkannt haben und sich auf den Schlips getreten fühlen?
100 Pro.
Thomas Brussig - Das gibts in keinem Russenfilm
Von ihm hatte ich dieses kleine Buch mit dem Ossi-Schiedsrichter mal gelesen. Den „Russenfilm“ hatte ich mir in der Euphorie beim Lesen des ersten Monologs dort bestellt. Klang ja auch lustig. Die DDR doch nicht untergegangen 1989. Wie wäre es dort weitergegangen? Von diesem Autor aus dem Osten erwartete ich eine ironische Alternativwelt.
Die Ironie schimmert hier an vielen Stellen auch durch. Brussig scheint hier seine persönliche Lebensgeschichte aufgeschrieben zu haben; das Instrument der wörtlichen Rede ist quasi nicht vorhanden. Erst ab 1989 weicht das Geschehen von den tatsächlichen Ereignissen ab. Der Titel des Romans ist lediglich ein Zitat im zweiten Teil des Buches und hat keinen Bezug zur Story, hatte mich aber von der Notwendigkeit des Kaufes überzeugt gehabt.
Im wesentlichen beschreibt Brussig den Literaturbetrieb in der DDR und nach 1989 dann auch in der BRD. Bekannte Schriftsteller, aber auch ostdeutsche Persönlichkeiten wie Frau Wagenknecht, Gregor Gysi oder Uwe Steimle tauchen hier auf. Sahra Wagenknecht als Nachrichtensprecherin der Aktuellen Kamera. Witziger Einfall.
Jedoch werden die Fortschritte in der DDR eher am Rande der Story behandelt. Die Gedanke, die Aufhebung der Ausreisebeschränkungen bzw. die neue Freizügigkeit durch die Verpflichtung zur Beibehaltung des Wohnsitzes abzufedern ist eine hübsche Idee. Oder die Energieerzeugung durch Windkrafträder und Verkauf des Stroms an die BRD zum Ankurbeln des E-Autobooms im Westen Anfang des Jahrtausends auch. Leider nur kurz angerissen.
Nervig dagegen kommt diese Fixierung auf das Literaturgenre rüber. Dass sich die Opposition in der DDR überwiegend über diese Lesezirkel organisiert hatte, ist historisch gesehen sicher korrekt. Doch das Leben außerhalb dieser Blase, also die Work-Life-Balance der Arbeiter und Bauern in der DDR, bleibt dem Autor verschlossen. Dies erinnert mich an die aktuelle Berliner Blase der Woken und Selbstgerechten.
Folgerichtig kommt Brussig zu dem Fehlschluss, dass sich eine DDR, die im Jahre 1989 nicht abgewickelt worden wäre, sich mehr auf die Freiheit im persönlichen Bereich beschränkt und sich mehr um die philosophischen Aspekte des Lebens gekümmert hätte. Die Verlockungen der bunten Welt des Konsums wären nach Brussig nicht erfolgreich gewesen.
Na Ja. Das zeigt mir jedenfalls eins: Intellektuelle in der BRD wie der DDR haben sich nun wirklich nicht unterschieden. Das Leben der „normalen“ Menschen blieb ihnen fremd. Vor 1989 und auch heute noch. Einen wirklichen Schluss oder eine Moral von der Geschicht hat dieser Roman nicht. Das Ganze wirkt wie ein Tagebuch und erinnert mich sogar für ein Stück an meine eigenen Romanversuche.
Dank eines Lektorats technisch sicher besser umgesetzt, das war es dann aber auch schon. Ich ruf am Besten auch gleich mal beim Fischer Verlag an.
Dienstag, 28. April 2026
Donnerstag, 23. April 2026
Hartmudo: Edinburgh
3
Gekauft haben wir im Jenners nichts, aber einen Tee im Cafe getrunken. Mit Blick auf den Park und das Edinburgh Castle. Nach dieser kleinen Stärkung waren wir motiviert, über die Waverly Bridge in die Old Town zu wechseln. Auf dieser Brücke starten auch die „Hop on Hop off“ der Edinburgh Bus Tours. Eine derartige Tour hatten wir uns für den Sonntag vorgenommen.
Am Ende der Brücke erhielten wir einen ersten Eindruck von der Old Town. Die alten Bauten standen hier noch enger zusammen und türmten sich in die Höhe auf. Hier war es also - das Vorbild für die Harry Potter Romane. Dank der steilen Hügel, in die die Häuser hinein gebaut sind, wirken die engen Straßen und steilen Treppen fast schon bedrohlich.
Nachdem wir eine der ewig langen und steilen Treppe hinauf gegangen waren, standen wir auf einer breiten Straße. Zur Abwechslung mal wieder eine Kirche oder ein weiteres Denkmal - hier zu Ehren von Adam Smith - alles da. Und nach kurzer Zeit standen wir plötzlich vor einer weiteren Sehenswürdigkeit.
Die Viktoria Street ist eine leicht abschüssige Linkskurve, jedenfalls wenn man aus Richtung New Town kommt. Wirklich bemerkenswert an ihr ist der durchgehende Fußweg oberhalb der ersten Etage an der Außenseite der Kurve. Auf dieser langen Terrasse lassen sich einige Cafes entdecken, für die wir uns dieses Mal nicht interessierten. Stattdessen gingen wir unten auf der Straße entlang, wo es in den kleinen Läden so einiges zu sehen gab.
So zum Beispiel einen „I. J. Mellis Cheesemonger“. Diese Kette produziert und verkauft laut Reiseführer feinsten schottischen Käse. Wir probierten diesen nicht einmal, weil wir befürchteten, den Laden leer kaufen zu müssen. Daher gingen wir zügig an den Schaufenstern und den unteren bunten Häusern auf der rechten Seite vorbei und erreichten den Grassmarket, einen schönen großen wie langgestreckten Platz.
Auch hier gab es viele Cafes, aber zuerst widmeten wir uns den Marktständen, die sich vor drohendem Regen unter großen Schirmen befanden. Doch es regnete nicht, im Gegenteil. Zu unserer großen Freude lachte die Sonne vom Himmel. Da nahmen wir uns nach einem ersten Blick an den Ständen die Zeit, um im Außenbereich vor einem Cafe eine kurze Rast einzulegen und eine Kleinigkeit zu genießen.
Meine Löwin erfreute sich an Fish and Chips mit Peas, dazu Coke Light. Mein Tuna Sandwich mundete mir ebenfalls. Zum Schutz vor einem trockenen Hals befeuchtete ich meine Kehle jedoch mit einem Pale Ale. Nach dieser Rast zogen wir gestärkt weiter, um die Spezereien an den Ständen genauer zu begutachten. Honig, Käse, Food aus aller Herren Länder, ja sogar LED Lampen aus Schnapspullen (u.a. Jägermeister) wurde feilgeboten. Mit dem Kaufen hielten wir uns zurück, wir hätten es eh nicht nach Deutschland transportieren können.
Am Ende des Grassmarket blickten wir durch eine Baulücke direkt auf das Edinburgh Castle. An dieser Stelle sind die wuchtigen Felsen gut zu erkennen, auf denen Edinburgh Castle errichtet worden ist. An der rechten Seite ging sogar eine Treppe hinauf... Nein, wir ließen es bleiben und genossen nur die Aussicht.
Anschließend suchten und fanden wir einen Schmuckladen, dessen Name ich vergessen habe. Egal, wir hatten dort eh nichts gekauft. Wir bummelten weiter durch Old Town, bis wir genug gesehen hatten und eine weitere Pause vor einem kleinen Cafe in einer der vielen Gassen einlegten. Für jeden von uns gab es ein Kännchen Earl Grey, das kleine Küchlein mit der Glasur aus Zitronencreme teilten wir uns.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch die Britannia sehen. Getauft wurde dieses Schiff 1954 von Queen Elisabeth II. und als königliche Yacht in Dienst gestellt. 1997 wurde die Britannia aus dem Dienst genommen und liegt heute als Museumsschiff im Hafen von Edinburgh. Die Britannia war die 83. und letzte königliche Yacht seit 1660. Die Betriebskosten von ca. 30 Millionen Euro jährlich waren dem Steuerzahler zu teuer geworden. Die Queen vergoss eine Träne in der Öffentlichkeit, als sie das letzte Mal von Bord ging.
Wir gingen über die Waverly Bridge zurück zur Princess Street und nahmen einen Bus zum Ocean Terminal Einkaufszentrum. Dort ging es erheblich ruhiger als in der Princess Street zu, allerdings mussten wir feststellen, dass die Britannia nur aus einiger Entfernung durch einen Zaun betrachtet werden konnte. Lediglich über eine gebuchte Führung für einige viele Pfund kann man das Schiff betreten.
Notgedrungen begnügten wir uns mit dem Besuch des Einkaufszentrums, welches nicht wirklich belebt wirkte. Irgendwie trostlos, lediglich in einem Marks & Spencers Foodstore war einiges an Bewegung zu erkennen. Kurz blickten wir in einige Klamottenläden und aßen noch eine Kleinigkeit. Die großen motorisierten Dinosaurier, die ich so mal im Landesmuseum in einer Ausstellung gesehen hatte, sahen zwar nett aus, konnten aber die wenigen Kinder nicht begeistern. Und nur wir deutschen Touristen konnten sich an den bunt bemalten Ostereiern in Körpergröße begeistern.
In der beginnenden Dämmerung nahmen wir dann den Rückweg in Angriff. Mit dem Bus zurück zur Princess Street, dann ab Westend mit der 19 zum Hotel. In der Dämmerung erreichten wir unser Hotel und gingen gleich aufs Zimmer. Der Tag war anstrengend gewesen; Unsere Schrittzähler hatten die 20.000 überschritten. Der Abend faserte deshalb gemütlich aus. Ich las noch etwas, dazu gab es Nüsschen, aber kein Bier. Meine Löwin war da schon weggeschlummert und auch ich brauchte nicht allzu lange für den Einsatz meiner Maske.
Gekauft haben wir im Jenners nichts, aber einen Tee im Cafe getrunken. Mit Blick auf den Park und das Edinburgh Castle. Nach dieser kleinen Stärkung waren wir motiviert, über die Waverly Bridge in die Old Town zu wechseln. Auf dieser Brücke starten auch die „Hop on Hop off“ der Edinburgh Bus Tours. Eine derartige Tour hatten wir uns für den Sonntag vorgenommen.
Am Ende der Brücke erhielten wir einen ersten Eindruck von der Old Town. Die alten Bauten standen hier noch enger zusammen und türmten sich in die Höhe auf. Hier war es also - das Vorbild für die Harry Potter Romane. Dank der steilen Hügel, in die die Häuser hinein gebaut sind, wirken die engen Straßen und steilen Treppen fast schon bedrohlich.
Nachdem wir eine der ewig langen und steilen Treppe hinauf gegangen waren, standen wir auf einer breiten Straße. Zur Abwechslung mal wieder eine Kirche oder ein weiteres Denkmal - hier zu Ehren von Adam Smith - alles da. Und nach kurzer Zeit standen wir plötzlich vor einer weiteren Sehenswürdigkeit.
Die Viktoria Street ist eine leicht abschüssige Linkskurve, jedenfalls wenn man aus Richtung New Town kommt. Wirklich bemerkenswert an ihr ist der durchgehende Fußweg oberhalb der ersten Etage an der Außenseite der Kurve. Auf dieser langen Terrasse lassen sich einige Cafes entdecken, für die wir uns dieses Mal nicht interessierten. Stattdessen gingen wir unten auf der Straße entlang, wo es in den kleinen Läden so einiges zu sehen gab.
So zum Beispiel einen „I. J. Mellis Cheesemonger“. Diese Kette produziert und verkauft laut Reiseführer feinsten schottischen Käse. Wir probierten diesen nicht einmal, weil wir befürchteten, den Laden leer kaufen zu müssen. Daher gingen wir zügig an den Schaufenstern und den unteren bunten Häusern auf der rechten Seite vorbei und erreichten den Grassmarket, einen schönen großen wie langgestreckten Platz.
Auch hier gab es viele Cafes, aber zuerst widmeten wir uns den Marktständen, die sich vor drohendem Regen unter großen Schirmen befanden. Doch es regnete nicht, im Gegenteil. Zu unserer großen Freude lachte die Sonne vom Himmel. Da nahmen wir uns nach einem ersten Blick an den Ständen die Zeit, um im Außenbereich vor einem Cafe eine kurze Rast einzulegen und eine Kleinigkeit zu genießen.
Meine Löwin erfreute sich an Fish and Chips mit Peas, dazu Coke Light. Mein Tuna Sandwich mundete mir ebenfalls. Zum Schutz vor einem trockenen Hals befeuchtete ich meine Kehle jedoch mit einem Pale Ale. Nach dieser Rast zogen wir gestärkt weiter, um die Spezereien an den Ständen genauer zu begutachten. Honig, Käse, Food aus aller Herren Länder, ja sogar LED Lampen aus Schnapspullen (u.a. Jägermeister) wurde feilgeboten. Mit dem Kaufen hielten wir uns zurück, wir hätten es eh nicht nach Deutschland transportieren können.
Am Ende des Grassmarket blickten wir durch eine Baulücke direkt auf das Edinburgh Castle. An dieser Stelle sind die wuchtigen Felsen gut zu erkennen, auf denen Edinburgh Castle errichtet worden ist. An der rechten Seite ging sogar eine Treppe hinauf... Nein, wir ließen es bleiben und genossen nur die Aussicht.
Anschließend suchten und fanden wir einen Schmuckladen, dessen Name ich vergessen habe. Egal, wir hatten dort eh nichts gekauft. Wir bummelten weiter durch Old Town, bis wir genug gesehen hatten und eine weitere Pause vor einem kleinen Cafe in einer der vielen Gassen einlegten. Für jeden von uns gab es ein Kännchen Earl Grey, das kleine Küchlein mit der Glasur aus Zitronencreme teilten wir uns.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch die Britannia sehen. Getauft wurde dieses Schiff 1954 von Queen Elisabeth II. und als königliche Yacht in Dienst gestellt. 1997 wurde die Britannia aus dem Dienst genommen und liegt heute als Museumsschiff im Hafen von Edinburgh. Die Britannia war die 83. und letzte königliche Yacht seit 1660. Die Betriebskosten von ca. 30 Millionen Euro jährlich waren dem Steuerzahler zu teuer geworden. Die Queen vergoss eine Träne in der Öffentlichkeit, als sie das letzte Mal von Bord ging.
Wir gingen über die Waverly Bridge zurück zur Princess Street und nahmen einen Bus zum Ocean Terminal Einkaufszentrum. Dort ging es erheblich ruhiger als in der Princess Street zu, allerdings mussten wir feststellen, dass die Britannia nur aus einiger Entfernung durch einen Zaun betrachtet werden konnte. Lediglich über eine gebuchte Führung für einige viele Pfund kann man das Schiff betreten.
Notgedrungen begnügten wir uns mit dem Besuch des Einkaufszentrums, welches nicht wirklich belebt wirkte. Irgendwie trostlos, lediglich in einem Marks & Spencers Foodstore war einiges an Bewegung zu erkennen. Kurz blickten wir in einige Klamottenläden und aßen noch eine Kleinigkeit. Die großen motorisierten Dinosaurier, die ich so mal im Landesmuseum in einer Ausstellung gesehen hatte, sahen zwar nett aus, konnten aber die wenigen Kinder nicht begeistern. Und nur wir deutschen Touristen konnten sich an den bunt bemalten Ostereiern in Körpergröße begeistern.
In der beginnenden Dämmerung nahmen wir dann den Rückweg in Angriff. Mit dem Bus zurück zur Princess Street, dann ab Westend mit der 19 zum Hotel. In der Dämmerung erreichten wir unser Hotel und gingen gleich aufs Zimmer. Der Tag war anstrengend gewesen; Unsere Schrittzähler hatten die 20.000 überschritten. Der Abend faserte deshalb gemütlich aus. Ich las noch etwas, dazu gab es Nüsschen, aber kein Bier. Meine Löwin war da schon weggeschlummert und auch ich brauchte nicht allzu lange für den Einsatz meiner Maske.
Donnerstag, 16. April 2026
Hartmudo: Superwumms
35
So aber war es meinen Freunden Randy und dem Kanonier vorbehalten gewesen, mich für eine akut vorliegende Depression zu sensibilisieren. Natürlich nicht zu begeistern, aber dank einiger Erläuterungen zur Normalität dieser Erkrankung war mir die große Angst vor einer Zwangsjacke oder Sanatorium-Aufenthalt genommen worden.
"Offensiv" gesucht hatte ich die fachliche Hilfe meiner Freunde nicht; gern hätte ich ihnen den erforderlichen Aufwand erspart. Denn gerade bei psychischen Beschwerden ist ein allzu enges persönliches Verhältnis zwischen Arzt/Therapeut und Patient nicht wünschenswert, weil das Wahren der erforderlichen Objektivität gerade für den Therapeuten äußerst diffizil zu handhaben ist und daher besser vermieden werden sollte.
Beide Freunde kamen eher dadurch ins Spiel, weil ich ihnen nicht den Eindruck vermittelt konnte, dass ich meine Situation im Griff hatte. Sie boten mir daher ihre Hilfe an, um Schlimmeres zu verhüten. Schließlich hatte ich mich bislang immer in der Gewissheit gesonnt, psychisch mit allen Widrigkeiten umgehen zu können.
Hatte ich denn nicht immer für Jeden die passende "Diagnose" parat gehabt, welche die Lösung der persönlichen Probleme darstellen würde? Häufig genug hatte ich richtig gelegen; von meiner Kompetenz in Fragen der Lebensberatung war ich felsenfest überzeugt gewesen. Mein engeres persönliches Umfeld hatte mich diesbezüglich immer bestärkt.
Dieser Arroganz wurde (vollkommen zurecht) der Garaus gemacht. Meine Selbstsicherheit wurde in den letzten Wochen nahezu atomisiert. In den Wochen zuvor hatte ich mich viel zu oft wie ein Häufchen Elend gefühlt. Hilflos und niedergeschlagen - also der Depressive, wie er im Buche steht und wie ich ihn mir bislang vorgestellt hatte.
Eines jedoch war mir unmittelbar nach dem Hilfeangebot des Kanoniers klar gewesen: Der Kanonier würde mir keinen Gefälligkeitsdienst erweisen, so viel stand fest. Dafür kenne ich ihn zu gut, dafür schätze ich ihn auch seit all den Jahren, die wir uns kennen. Genau diese Geradlinigkeit ist einigen meiner Freunde suspekt gewesen; doch häufig genug hatte der Kanonier meine zur Schau gestellte Selbstgefälligkeit durchbrochen und mich dadurch erden können.
So war ich trotz einiger Enttäuschungen in den letzten Wochen frohen Mutes - ja sogar gewiss, dass mich das Treffen mit dem Kanonier nach vorne bringen würde. Meine Laune war demzufolge eine gute und so nach und nach entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung mit meiner Löwin. Die lange vermisste Leichtigkeit war während der Fahrt zurückgekehrt.
Um 11.30 Uhr war unser Termin beim Kanonier in seiner Praxis, wir waren aber schon vorher in Alfeld eingetroffen. Da hatten wir noch Zeit für einen Kaffee. Und ich war immer noch guter Dinge; das hatte ich zwar schon einige Male in den vergangenen Wochen gehabt, doch diesmal konnte ich gar nicht enttäuscht werden.
Gespannt parkten wir das Auto auf dem Parkplatz des Krankenhauses und gingen zu einem Seiteneingang, wo wir schon vom Kanonier erwartet wurden. Nach einer freundlichen Begrüßung schleifte er uns durchs Treppenhaus und einem sterilen Flur in seine Praxis. Seine medizinische Fachangestellte verabschiedete er im Vorbeigehen noch kurz ins Wochenende, dann hatten wir endlich sein Arztzimmer erreicht.
Ganz professionell ließ er mich erst einmal die Ereignisse seit dem Unfall schildern. Meine Löwin ergänzte dort, wo ich mich ungenau ausgedrückt hatte. Hierzu zählten dann auch ihre individuellen Eindrücke von mir. Als da wären die sichtbare Niedergeschlagenheit; ich hatte halt keinen Spaß mehr verspürt, mich immer nur durchgeschleppt.
Mein Schlüsselerlebnis bei diesem Treffen ergab sich aus einer typischen Fangfrage, die der Kanonier uns beiden stellte: "Könntest Du Dir vorstellen, allein auf einer Insel zu leben?" Meine Löwin bejahte dies, ich verneinte es. Aus diesen Antworten entwickelte der Kanonier seine Charakterisierungen unserer Persönlichkeiten.
Danach ruhte meine Löwin in sich selbst, während ich eher unsicher bin und mich zu sehr auf andere Menschen konzentrieren würde. Hhm. Jetzt, nach mehr als zwei Jahren Abstand, würde ich das nicht mehr so unterschreiben wollen.
Ab und an muss ich noch an diese Fragestellung, unsere Antworten und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen denken. Denn meine Antwort auf die Frage des Kanoniers fußte auf der rein rationellen Erkenntnis, dass niemand gern allein auf einer Insel leben möchte bzw. klar kommen würde.
Das ist nämlich der Pferdefuß an dem angestellten Gedankenspiel: Die gegebenen Antworten sind rein spekulativ; ob man allein auf einer Insel klar kommt, weiß man eben erst, wenn man sich in so einer misslichen Lage befindet und nicht vorher. Dass man sich alleine dort wohlfühlen würde, sagt sich halt einfach, wenn man sich nicht in einer derartigen Lage befindet.
Und ich bin eher jemand, der sich so eine Situation vorstellen kann oder zumindest ahnt, dass dies nicht schön sein kann. So viel Arroganz muss sein. Viele meiner Freunde meinen, dass sie alleine klar kommen würden. Da denke ich an Menschen, die in wichtigen Situationen in ihren Leben eben das genaue Gegenteil gezeigt hatten. Und Menschen, denen meine Löwin und ich mit dieser Fragestellung des Kanoniers konfrontiert hatten.
Aber eigentlich ist dies egal, weil die Charakterisierung des Kanoniers ja doch irgendwie hinhaut. Der Kanonier schilderte dann noch einen weiteren Eindruck von mir, den er so wahrgenommen hatte; schließlich kennt er mich lange und gut genug. Und in dieser Deutlichkeit hatte ich das zuvor noch von keinem aufs Butterbrot geschmiert bekommen.
So aber war es meinen Freunden Randy und dem Kanonier vorbehalten gewesen, mich für eine akut vorliegende Depression zu sensibilisieren. Natürlich nicht zu begeistern, aber dank einiger Erläuterungen zur Normalität dieser Erkrankung war mir die große Angst vor einer Zwangsjacke oder Sanatorium-Aufenthalt genommen worden.
"Offensiv" gesucht hatte ich die fachliche Hilfe meiner Freunde nicht; gern hätte ich ihnen den erforderlichen Aufwand erspart. Denn gerade bei psychischen Beschwerden ist ein allzu enges persönliches Verhältnis zwischen Arzt/Therapeut und Patient nicht wünschenswert, weil das Wahren der erforderlichen Objektivität gerade für den Therapeuten äußerst diffizil zu handhaben ist und daher besser vermieden werden sollte.
Beide Freunde kamen eher dadurch ins Spiel, weil ich ihnen nicht den Eindruck vermittelt konnte, dass ich meine Situation im Griff hatte. Sie boten mir daher ihre Hilfe an, um Schlimmeres zu verhüten. Schließlich hatte ich mich bislang immer in der Gewissheit gesonnt, psychisch mit allen Widrigkeiten umgehen zu können.
Hatte ich denn nicht immer für Jeden die passende "Diagnose" parat gehabt, welche die Lösung der persönlichen Probleme darstellen würde? Häufig genug hatte ich richtig gelegen; von meiner Kompetenz in Fragen der Lebensberatung war ich felsenfest überzeugt gewesen. Mein engeres persönliches Umfeld hatte mich diesbezüglich immer bestärkt.
Dieser Arroganz wurde (vollkommen zurecht) der Garaus gemacht. Meine Selbstsicherheit wurde in den letzten Wochen nahezu atomisiert. In den Wochen zuvor hatte ich mich viel zu oft wie ein Häufchen Elend gefühlt. Hilflos und niedergeschlagen - also der Depressive, wie er im Buche steht und wie ich ihn mir bislang vorgestellt hatte.
Eines jedoch war mir unmittelbar nach dem Hilfeangebot des Kanoniers klar gewesen: Der Kanonier würde mir keinen Gefälligkeitsdienst erweisen, so viel stand fest. Dafür kenne ich ihn zu gut, dafür schätze ich ihn auch seit all den Jahren, die wir uns kennen. Genau diese Geradlinigkeit ist einigen meiner Freunde suspekt gewesen; doch häufig genug hatte der Kanonier meine zur Schau gestellte Selbstgefälligkeit durchbrochen und mich dadurch erden können.
So war ich trotz einiger Enttäuschungen in den letzten Wochen frohen Mutes - ja sogar gewiss, dass mich das Treffen mit dem Kanonier nach vorne bringen würde. Meine Laune war demzufolge eine gute und so nach und nach entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung mit meiner Löwin. Die lange vermisste Leichtigkeit war während der Fahrt zurückgekehrt.
Um 11.30 Uhr war unser Termin beim Kanonier in seiner Praxis, wir waren aber schon vorher in Alfeld eingetroffen. Da hatten wir noch Zeit für einen Kaffee. Und ich war immer noch guter Dinge; das hatte ich zwar schon einige Male in den vergangenen Wochen gehabt, doch diesmal konnte ich gar nicht enttäuscht werden.
Gespannt parkten wir das Auto auf dem Parkplatz des Krankenhauses und gingen zu einem Seiteneingang, wo wir schon vom Kanonier erwartet wurden. Nach einer freundlichen Begrüßung schleifte er uns durchs Treppenhaus und einem sterilen Flur in seine Praxis. Seine medizinische Fachangestellte verabschiedete er im Vorbeigehen noch kurz ins Wochenende, dann hatten wir endlich sein Arztzimmer erreicht.
Ganz professionell ließ er mich erst einmal die Ereignisse seit dem Unfall schildern. Meine Löwin ergänzte dort, wo ich mich ungenau ausgedrückt hatte. Hierzu zählten dann auch ihre individuellen Eindrücke von mir. Als da wären die sichtbare Niedergeschlagenheit; ich hatte halt keinen Spaß mehr verspürt, mich immer nur durchgeschleppt.
Mein Schlüsselerlebnis bei diesem Treffen ergab sich aus einer typischen Fangfrage, die der Kanonier uns beiden stellte: "Könntest Du Dir vorstellen, allein auf einer Insel zu leben?" Meine Löwin bejahte dies, ich verneinte es. Aus diesen Antworten entwickelte der Kanonier seine Charakterisierungen unserer Persönlichkeiten.
Danach ruhte meine Löwin in sich selbst, während ich eher unsicher bin und mich zu sehr auf andere Menschen konzentrieren würde. Hhm. Jetzt, nach mehr als zwei Jahren Abstand, würde ich das nicht mehr so unterschreiben wollen.
Ab und an muss ich noch an diese Fragestellung, unsere Antworten und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen denken. Denn meine Antwort auf die Frage des Kanoniers fußte auf der rein rationellen Erkenntnis, dass niemand gern allein auf einer Insel leben möchte bzw. klar kommen würde.
Das ist nämlich der Pferdefuß an dem angestellten Gedankenspiel: Die gegebenen Antworten sind rein spekulativ; ob man allein auf einer Insel klar kommt, weiß man eben erst, wenn man sich in so einer misslichen Lage befindet und nicht vorher. Dass man sich alleine dort wohlfühlen würde, sagt sich halt einfach, wenn man sich nicht in einer derartigen Lage befindet.
Und ich bin eher jemand, der sich so eine Situation vorstellen kann oder zumindest ahnt, dass dies nicht schön sein kann. So viel Arroganz muss sein. Viele meiner Freunde meinen, dass sie alleine klar kommen würden. Da denke ich an Menschen, die in wichtigen Situationen in ihren Leben eben das genaue Gegenteil gezeigt hatten. Und Menschen, denen meine Löwin und ich mit dieser Fragestellung des Kanoniers konfrontiert hatten.
Aber eigentlich ist dies egal, weil die Charakterisierung des Kanoniers ja doch irgendwie hinhaut. Der Kanonier schilderte dann noch einen weiteren Eindruck von mir, den er so wahrgenommen hatte; schließlich kennt er mich lange und gut genug. Und in dieser Deutlichkeit hatte ich das zuvor noch von keinem aufs Butterbrot geschmiert bekommen.
Freitag, 10. April 2026
Contramann: kurz gesehen im April
Die mutmaßliche „digitale Vergewaltigung“ von Collien Fernandes durch ihren Ex-Mann Christian Ulmen schlägt ja zur Zeit hohe Wellen. Und als ich über diesen Kommentar in der TAZ gestolpert bin, muss ich meinen Senf unbedingt dazugeben. Meine Güte - bei der Verfasserin dieses Kommentars läuft so einiges nicht rund, sagt der Chauvi in mir.
„Es gilt die Schuldvermutung“ - das meint sie ernst. Gibts doch gar nicht, das heißt allerhöchstens in diktatorischen Regimes, wo Arbeiter*innen unterdrückt werden und Frauen in der Regel unfrei sind. Und dieses Rechtsverständnis sollen wir jetzt in Deutschland übernehmen oder was? Ach halt, das gilt natürlich nur für bestimmte Rechtsstreitigkeiten. Welche, bestimmt selbstverständlich die Kommentatorin. Schon klar.
Und Flinta* musste ich erst einmal googeln. In Wikipedia wurde ich fündig: https://de.wikipedia.org/wiki/FLINTA*
Auch das. Dies ist (noch) ein freies Land. Da kann man sich für Minderheiten und Randgruppen einsetzen. Finde ich auch nicht verwerflich, aber in Verbindung zum Kommentar in der TAZ… Nun gut, jeder erblödet sich so gut er kann. Meine Meinung zu dem kompletten Kommentar.
Gern arbeiten sich die „Woken“ an Nebenkriegsschauplätzen ab, während die Amis gleich zu Beginn des Irankrieges eine Mädchenschule bombardierten. 165 Tote. Zehn- bis zwölfjährige Mädchen. Kollateralschaden halt. Wo waren da die Tausende Protestierenden in Hamburg? Da blieb es aber relativ still bei Flinta* und Co.
Und am allerschlimmsten die Umkehrung eines der wesentlichen Elemente unserer Demokratie. Die Unschuldsvermutung ist aufgrund gerade der deutschen Erfahrung mit diktatorischen Regimen im 20. Jahrhundert eine wichtige Säule als Abgrenzung zu „Schurkenstaaten“. Und dann kommt eine offensichtlich übermäßig sich betroffen fühlende Journalistin auf ein derartig abwegiges Schlagwort in der Überschrift.
Es mag sein, dass Christian Ulmen schuldig ist. Doch darüber befinden in Deutschland immer noch die Gerichte und nicht die Medien. In diesem Zusammenhang erinnere ich an Jörg Kachelmann und selbst Till Lindemann. Da gab es hinterher Freisprüche bzw. keine Anklagen und vor allem keine Entschuldigungen von Medienschaffenden, welche diese an die Wand genagelt hatten. Und zuiguterletzt Gil Ofarim. Auch dank der Unterstützung durch die Medien verlor der Hotelangestellte seinen Job. Als Ofarims Lüge herauskam, war von einer Entschuldigung bei dem Hotelangestellten keine Rede.
Leute. Politisch links bedeutet, sich für Benachteiligte einzusetzen. Klassenkampf, Baby. Umverteilung nach unten und so weiter. Und nicht der Kampf für die geschlechtsneutrale Latrine.
https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/wuerden-sie-diesem-mann-ihre-milliarden-anvertrauen/
Bei Selenskjis Drohung an Victor Orban, dem ungarischen Ministerpräsidenten („andernfalls geben wir die Adresse dieses Mannes an unsere Streitkräfte weiter, damit sie ihn anrufen und in ihrer passenden Sprache mit ihm kommunizieren können.“), musste ich sofort an „Gamasche“ aus „Manche mögen’s heiß“ denken.
Wenn Putin oder der neue iranische Staatschef Chamenei eine derartige Drohung ausgesprochen hätte, wäre ein Aufschrei durch den deutschen Medienwald, inkl. sozialer Medien, erfolgt. So aber herrscht hier das Schweigen im Walde vor, lediglich eine kurze Meldung war es unseren geliebten Leitmedien wert.
Derartige Mafiaformulierungen werfen ein ganz schräges Bild auf Selenskji. Außerdem sind da noch diese faschistoiden Strukturen a la Asow-Regiment mit ihren Runen an der Uniform und der Verherrlichung von Stepan Bandera. Wer das immer noch nicht skandalös findet, dem könnte evtl. dieser Eintrag helfen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera
Zitat: „Sie trugen maßgeblich zu den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung bei und bereiteten unter anderem Verhaftungen und Massenerschießungen vor.“ Und: „Von manchen Historikern wird er dem Faschismus zugerechnet.“ Dieses „von manchen“ ist bei den vorhergehenden Sätzen im Wikipedia Artikel schon etwas zynisch, weil bewusst abschwächend.
Denn es darf nicht sein, was offensichtlich aber so ist.
https://www.telepolis.de/article/Merz-fordert-Ueberstunden-waehrend-Manager-die-Industrie-vor-die-Wand-fahren-11151625.html
Die Überschrift fasst es ja bereits gut zusammen. Zumal der andauernd beschworene Mangel an Facharbeitern bei Schulung von Arbeitslosen zu lösen sein sollte. Dreieinhalb Millionen Menschen sollen mittlerweile beschäftigungslos sein. Da wird es doch noch möglich sein, freie Arbeitsplätze zu besetzen.
Diejenigen, die jetzt noch ackern, sollen stattdessen noch mehr schuften. Teilzeit geht anscheinend gar nicht. Für Frauen: Vollzeit oder zu Hause am Herd bleiben. Wie früher in der guten alten Zeit, als es noch keine „digitale Vergewaltigung“ gab.
Und die Nieten in Nadelstreifen? Für den Kanzler hier kein Thema. Nicht dass all die „Top“manager noch ins Ausland abwandern. Wer’s glaubt. Denn dort zahlt man Spitzengehälter nur für eine entsprechende Leistung.
Gut, polemisch von mir. Aber was solls.
https://overton-magazin.de/top-story/sorge-um-den-nachwuchs-der-nation/
Ein provokanter Artikel, der beim Leser Zustimmung oder Ablehnung hervorruft. Ob die Menschen in unserer Gesellschaft aufgrund purem Egoismus und Konsumwahn keinen Kinderwunsch hegen oder schlichtweg sich diese finanziell nicht leisten können, liegt sicher im Auge des Betrachters. Ich denke, dass hier beides zutrifft. Die Degeneration in unserer übersättigten Konsumgesellschaft schreitet weiter voran. Früher waren drei Kinder in einer Familie die Regel, heute gilt dies bereits als asozial. Verantwortung für so ein kleines Würmchen wollen immer weniger Menschen übernehmen. Und den Aufwand der Aufzucht scheuen sie auch.
Wer mich kennt: Ja - ich habe auch keine Kinder in die Welt gesetzt. Das liegt allerdings mehr oder weniger daran, dass ich keine Mutter dafür gefunden hatte bzw. die Szenefrauen, in welche ich mich im gebärfähigem Alter verknallt hatte, keine lahme Beziehung mit Kindern und so haben wollten. Eher den coolen Macho, der im richtigen Moment in den Kuschelmodus schaltet.
Und sagt jetzt nicht Christian Ulmen zu mir!
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
„Es gilt die Schuldvermutung“ - das meint sie ernst. Gibts doch gar nicht, das heißt allerhöchstens in diktatorischen Regimes, wo Arbeiter*innen unterdrückt werden und Frauen in der Regel unfrei sind. Und dieses Rechtsverständnis sollen wir jetzt in Deutschland übernehmen oder was? Ach halt, das gilt natürlich nur für bestimmte Rechtsstreitigkeiten. Welche, bestimmt selbstverständlich die Kommentatorin. Schon klar.
Und Flinta* musste ich erst einmal googeln. In Wikipedia wurde ich fündig: https://de.wikipedia.org/wiki/FLINTA*
Auch das. Dies ist (noch) ein freies Land. Da kann man sich für Minderheiten und Randgruppen einsetzen. Finde ich auch nicht verwerflich, aber in Verbindung zum Kommentar in der TAZ… Nun gut, jeder erblödet sich so gut er kann. Meine Meinung zu dem kompletten Kommentar.
Gern arbeiten sich die „Woken“ an Nebenkriegsschauplätzen ab, während die Amis gleich zu Beginn des Irankrieges eine Mädchenschule bombardierten. 165 Tote. Zehn- bis zwölfjährige Mädchen. Kollateralschaden halt. Wo waren da die Tausende Protestierenden in Hamburg? Da blieb es aber relativ still bei Flinta* und Co.
Und am allerschlimmsten die Umkehrung eines der wesentlichen Elemente unserer Demokratie. Die Unschuldsvermutung ist aufgrund gerade der deutschen Erfahrung mit diktatorischen Regimen im 20. Jahrhundert eine wichtige Säule als Abgrenzung zu „Schurkenstaaten“. Und dann kommt eine offensichtlich übermäßig sich betroffen fühlende Journalistin auf ein derartig abwegiges Schlagwort in der Überschrift.
Es mag sein, dass Christian Ulmen schuldig ist. Doch darüber befinden in Deutschland immer noch die Gerichte und nicht die Medien. In diesem Zusammenhang erinnere ich an Jörg Kachelmann und selbst Till Lindemann. Da gab es hinterher Freisprüche bzw. keine Anklagen und vor allem keine Entschuldigungen von Medienschaffenden, welche diese an die Wand genagelt hatten. Und zuiguterletzt Gil Ofarim. Auch dank der Unterstützung durch die Medien verlor der Hotelangestellte seinen Job. Als Ofarims Lüge herauskam, war von einer Entschuldigung bei dem Hotelangestellten keine Rede.
Leute. Politisch links bedeutet, sich für Benachteiligte einzusetzen. Klassenkampf, Baby. Umverteilung nach unten und so weiter. Und nicht der Kampf für die geschlechtsneutrale Latrine.
https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/wuerden-sie-diesem-mann-ihre-milliarden-anvertrauen/
Bei Selenskjis Drohung an Victor Orban, dem ungarischen Ministerpräsidenten („andernfalls geben wir die Adresse dieses Mannes an unsere Streitkräfte weiter, damit sie ihn anrufen und in ihrer passenden Sprache mit ihm kommunizieren können.“), musste ich sofort an „Gamasche“ aus „Manche mögen’s heiß“ denken.
Wenn Putin oder der neue iranische Staatschef Chamenei eine derartige Drohung ausgesprochen hätte, wäre ein Aufschrei durch den deutschen Medienwald, inkl. sozialer Medien, erfolgt. So aber herrscht hier das Schweigen im Walde vor, lediglich eine kurze Meldung war es unseren geliebten Leitmedien wert.
Derartige Mafiaformulierungen werfen ein ganz schräges Bild auf Selenskji. Außerdem sind da noch diese faschistoiden Strukturen a la Asow-Regiment mit ihren Runen an der Uniform und der Verherrlichung von Stepan Bandera. Wer das immer noch nicht skandalös findet, dem könnte evtl. dieser Eintrag helfen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera
Zitat: „Sie trugen maßgeblich zu den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung bei und bereiteten unter anderem Verhaftungen und Massenerschießungen vor.“ Und: „Von manchen Historikern wird er dem Faschismus zugerechnet.“ Dieses „von manchen“ ist bei den vorhergehenden Sätzen im Wikipedia Artikel schon etwas zynisch, weil bewusst abschwächend.
Denn es darf nicht sein, was offensichtlich aber so ist.
https://www.telepolis.de/article/Merz-fordert-Ueberstunden-waehrend-Manager-die-Industrie-vor-die-Wand-fahren-11151625.html
Die Überschrift fasst es ja bereits gut zusammen. Zumal der andauernd beschworene Mangel an Facharbeitern bei Schulung von Arbeitslosen zu lösen sein sollte. Dreieinhalb Millionen Menschen sollen mittlerweile beschäftigungslos sein. Da wird es doch noch möglich sein, freie Arbeitsplätze zu besetzen.
Diejenigen, die jetzt noch ackern, sollen stattdessen noch mehr schuften. Teilzeit geht anscheinend gar nicht. Für Frauen: Vollzeit oder zu Hause am Herd bleiben. Wie früher in der guten alten Zeit, als es noch keine „digitale Vergewaltigung“ gab.
Und die Nieten in Nadelstreifen? Für den Kanzler hier kein Thema. Nicht dass all die „Top“manager noch ins Ausland abwandern. Wer’s glaubt. Denn dort zahlt man Spitzengehälter nur für eine entsprechende Leistung.
Gut, polemisch von mir. Aber was solls.
https://overton-magazin.de/top-story/sorge-um-den-nachwuchs-der-nation/
Ein provokanter Artikel, der beim Leser Zustimmung oder Ablehnung hervorruft. Ob die Menschen in unserer Gesellschaft aufgrund purem Egoismus und Konsumwahn keinen Kinderwunsch hegen oder schlichtweg sich diese finanziell nicht leisten können, liegt sicher im Auge des Betrachters. Ich denke, dass hier beides zutrifft. Die Degeneration in unserer übersättigten Konsumgesellschaft schreitet weiter voran. Früher waren drei Kinder in einer Familie die Regel, heute gilt dies bereits als asozial. Verantwortung für so ein kleines Würmchen wollen immer weniger Menschen übernehmen. Und den Aufwand der Aufzucht scheuen sie auch.
Wer mich kennt: Ja - ich habe auch keine Kinder in die Welt gesetzt. Das liegt allerdings mehr oder weniger daran, dass ich keine Mutter dafür gefunden hatte bzw. die Szenefrauen, in welche ich mich im gebärfähigem Alter verknallt hatte, keine lahme Beziehung mit Kindern und so haben wollten. Eher den coolen Macho, der im richtigen Moment in den Kuschelmodus schaltet.
Und sagt jetzt nicht Christian Ulmen zu mir!
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Samstag, 4. April 2026
GuterPlatzzumBiertrinken: Brand new Bike
Sonntag, 22. März. Nachdem ich Mitte Januar mein Rad auf dem Nachhauseweg nach dem Schwimmen in der Wasserwelt zersägt hatte, weil ich auf der Uferstraße auf der einzigen kleinen Eisfläche der gesamten Strecke ausgeglitten war, hatte ich nur noch meine blanken Füße zur Fortbewegung zur Verfügung.
Das Wetter war dann ja auch weiterhin schlecht und ich musste bis zum 28. Februar warten, bis ich mir an jenem Samstag ein Herz fasste und mir bei Fahrrad Hahne ein neues Rad gekauft hatte. 800 - 900 Euro wollte ich anlegen, 1300 sind es dann geworden. Mit Pegasus erwarb ich eine altbekannte deutsche Marke, die Robustheit dieses Rades sollte die Pannenhäufigkeit in Grenzen halten. Und zuverlässig; der Verkäufer konnte mich überzeugen.
Als ich das Rad dann am folgenden Montag abholte und unter meinem Arsch spürte, war ich arg enttäuscht. Bereits nach wenigen Metern tat mir der Arsch weh. Hinzu kamen die Schmerzen zwischen Oberschenkel und Knie - auf beiden Beinen. Der Tritt fiel schwer und ich war auch sehr schnell außer Puste gewesen.
Meine Jungfernfahrt führte mich an dem Tage zum Langen nach Stöckheim, der das Rad aber für gut befand und keine Fehler feststellen konnte. Die Schmerzen hörten auch in den folgenden Tagen nicht auf; ich war total frustriert. Zumal ich mein altes Rad schon in Werners Fahrradladen verkauft hatte.
Nach unserer Rutsche nach München montierte ich einen neuen Fahrradsattel. Wenigstens konnte ich damit meinen Arsch glücklich machen. Der schwere Tritt blieb jedoch. Ich musste immer einen niedrigeren Gang als bei meinem alten Rad einlegen, um halbwegs schmerzfrei fahren zu können. Dadurch war ich sehr langsam unterwegs.
Zufriedenheit sieht anders aus, zumal der Kauf dieses Rades ein unangenehm großes Loch in mein Portemonnaie gerissen hatte. Und dann der heutige Sonntag kurz vor meinem Geburtstag. Meine Löwin weilte wieder beim Ostermarkt in Groß Schwülper und ich würde ihr mit meinem Rad die Aufwartung machen. Ein Fischbrötchen und ein paar Biere mit Angel-Arnd, dem Vorsitzenden des Angelvereins, sollten es sein.Mir graute es vor dieser Tour angesichts der bislang schlechten Erlebnisse mit dem Rad. Doch als erstes pumpte ich noch etwas Luft vor Fahrtantritt in die Reifen. Sagte ich etwas? Hinten z.B. betrug der Reifendruck lediglich 1,5 Atü. Ich brachte den Druck vorne wie hinten auf 3,5 Atü und fuhr los.
Die Sonne erhellte die Umgebung zu einem wunderschönen Frühlingstag, obwohl die Bäume selbst noch kahl waren. Hey, ist ja tatsächlich Frühlingsanfang! Und dazu spürte ich, dass mir der Tritt in die Pedale wesentlich leichter viel als bisher. Jetzt kam bei mir sogar ein wenig Euphorie auf, denn der Anschlag beim Wechseln der Gänge gestaltete sich auch wesentlich weicher als mit meinem alten Rad.
Mit zunehmender Strecke fing mich die Freude am Fahren mehr und mehr ein. Selbst die lange Steigung der Saarstraße hin zum Kanzlerfeld konnte ich mühelos im sechsten Gang schultern; erst kurz vor dem alten TamTam musste ich in den vierten zurückschalten. Mit meinem alten Fahrrad war ich selbst bei guter Kondition kaputter gewesen.
Hatte es sich etwa bereits jetzt ausgezahlt, dass ich mich im Januar bei Hansefit angemeldet hatte und am gestrigen Tag für eine Einweisung das Fitnessland am Ölper Knoten beehrte? Hansefit - ich zahle 29,15 € monatlich und mein Arbeitgeber den Rest. Dafür kann ich in verschiedenste Mukkibuden, Hallenbäder und Hamstibamsti gehen. Kurse und Workshops gibt es über die App zuhauf; für mich alles ohne Mehrkosten.
Das wird mich hoffentlich zusätzlich nach vorne bringen, physisch gesehen. Doch von einem Mal ist die Power beim Radfahren selbstverständlich nicht sofort abrufbar. Ich denke, dass der leichte Tritt eindeutig dem größeren Reifendruck zu verdanken ist. Die Knie schmerzten auch nicht mehr, ich bin nach kurzer Zeit richtig begeistert gewesen.
Erwähnen möchte ich noch kurz den Antrieb per Zahnriemen statt einer Kette. Hieraus dürfte die Geschmeidigkeit beim Gangwechsel zurückzuführen sein. Dazu noch die Auflageflächen für die Handballen am geraden Lenker außen, ebenfalls eine wesentliche Verbesserung. Dank der nicht vorhandenen Rücktrittsbremse soll der Tritt laut des Verkäufers um 10% leichter sein. Das nehm ich mal so hin.Im späteren Verlauf der Fahrt nach Schwülper wurde ich immer kecker. In Lagesbüttel schaltete ich gar in den siebten Gang, was ich beim alten Fahrrad niemals gewagt hätte. Bei der Ankunft auf dem Ostermarkt hatte ich mit roundabout 48 Minuten einen persönlichen Rekord aufgestellt. Die App hatte ich allerdings nicht auf Stopp gestellt, deshalb stehen da zwei Stunden auf der Glocke. Egal - ich hatte meinen Jolly Jumper gefunden.
Auf dem Ostermarkt watschelte ich erst herum und kaufte Deva eine Tüte Schmalzkuchen; sie half heute in der Fischbude aus. Anschließend nahm ich zwei Pils mit Angel-Arnd, was mich im Anschluss zur Bratwurstbude trieb. Das beste dort war das Brötchen, die Wurst schmeckte nur nach Fett. Ohne Senf hätte ich das Ding entsorgen müssen.
Wenigstens war das Fischbrötchen wie immer der Hammer. Ganz in Ruhe setzte ich mich damit auf eine Bank gegenüber der Fischbude und genoss den Trubel um mich herum. Passiv natürlich, ganz entspannt. Ein paar Worte wechselte ich noch mit den Damen in der Bude, dann sattelte ich Jolly Jumper und begab mich auf die Heimreise.
Diese zweite Tour gestaltete sich dann anstrengender, da merkte ich das fehlende „Training“ der letzten Monate. Die lange Steigung in Richtung Walle strengte mich leider doch sehr an, hinzu kam der Gegenwind. In Watenbüttel schob ich mir sogar ein Schokocroissant rein, das half mir bis nach Haus. 25 Kilometer waren es heute insgesamt gewesen.
Abschließend bleibt mir nur ein positives Fazit zu ziehen. Das Rad macht doch so richtig Spaß. Typisch für mich allerdings ist die extrem negative Sicht, wenn es mal nicht so gut anläuft. So langsam sollte ich es eigentlich besser wissen, aber nun: Umso größer ist die Freude, wenn sich meine Stimmung ändert.
Die Saison 2026 ist in dieser Rubrik eröffnet!
Das Wetter war dann ja auch weiterhin schlecht und ich musste bis zum 28. Februar warten, bis ich mir an jenem Samstag ein Herz fasste und mir bei Fahrrad Hahne ein neues Rad gekauft hatte. 800 - 900 Euro wollte ich anlegen, 1300 sind es dann geworden. Mit Pegasus erwarb ich eine altbekannte deutsche Marke, die Robustheit dieses Rades sollte die Pannenhäufigkeit in Grenzen halten. Und zuverlässig; der Verkäufer konnte mich überzeugen.
Als ich das Rad dann am folgenden Montag abholte und unter meinem Arsch spürte, war ich arg enttäuscht. Bereits nach wenigen Metern tat mir der Arsch weh. Hinzu kamen die Schmerzen zwischen Oberschenkel und Knie - auf beiden Beinen. Der Tritt fiel schwer und ich war auch sehr schnell außer Puste gewesen.
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| zum Langen unterwegs |
Meine Jungfernfahrt führte mich an dem Tage zum Langen nach Stöckheim, der das Rad aber für gut befand und keine Fehler feststellen konnte. Die Schmerzen hörten auch in den folgenden Tagen nicht auf; ich war total frustriert. Zumal ich mein altes Rad schon in Werners Fahrradladen verkauft hatte.
Nach unserer Rutsche nach München montierte ich einen neuen Fahrradsattel. Wenigstens konnte ich damit meinen Arsch glücklich machen. Der schwere Tritt blieb jedoch. Ich musste immer einen niedrigeren Gang als bei meinem alten Rad einlegen, um halbwegs schmerzfrei fahren zu können. Dadurch war ich sehr langsam unterwegs.
Zufriedenheit sieht anders aus, zumal der Kauf dieses Rades ein unangenehm großes Loch in mein Portemonnaie gerissen hatte. Und dann der heutige Sonntag kurz vor meinem Geburtstag. Meine Löwin weilte wieder beim Ostermarkt in Groß Schwülper und ich würde ihr mit meinem Rad die Aufwartung machen. Ein Fischbrötchen und ein paar Biere mit Angel-Arnd, dem Vorsitzenden des Angelvereins, sollten es sein.Mir graute es vor dieser Tour angesichts der bislang schlechten Erlebnisse mit dem Rad. Doch als erstes pumpte ich noch etwas Luft vor Fahrtantritt in die Reifen. Sagte ich etwas? Hinten z.B. betrug der Reifendruck lediglich 1,5 Atü. Ich brachte den Druck vorne wie hinten auf 3,5 Atü und fuhr los.
Die Sonne erhellte die Umgebung zu einem wunderschönen Frühlingstag, obwohl die Bäume selbst noch kahl waren. Hey, ist ja tatsächlich Frühlingsanfang! Und dazu spürte ich, dass mir der Tritt in die Pedale wesentlich leichter viel als bisher. Jetzt kam bei mir sogar ein wenig Euphorie auf, denn der Anschlag beim Wechseln der Gänge gestaltete sich auch wesentlich weicher als mit meinem alten Rad.
Mit zunehmender Strecke fing mich die Freude am Fahren mehr und mehr ein. Selbst die lange Steigung der Saarstraße hin zum Kanzlerfeld konnte ich mühelos im sechsten Gang schultern; erst kurz vor dem alten TamTam musste ich in den vierten zurückschalten. Mit meinem alten Fahrrad war ich selbst bei guter Kondition kaputter gewesen.
Hatte es sich etwa bereits jetzt ausgezahlt, dass ich mich im Januar bei Hansefit angemeldet hatte und am gestrigen Tag für eine Einweisung das Fitnessland am Ölper Knoten beehrte? Hansefit - ich zahle 29,15 € monatlich und mein Arbeitgeber den Rest. Dafür kann ich in verschiedenste Mukkibuden, Hallenbäder und Hamstibamsti gehen. Kurse und Workshops gibt es über die App zuhauf; für mich alles ohne Mehrkosten.
Das wird mich hoffentlich zusätzlich nach vorne bringen, physisch gesehen. Doch von einem Mal ist die Power beim Radfahren selbstverständlich nicht sofort abrufbar. Ich denke, dass der leichte Tritt eindeutig dem größeren Reifendruck zu verdanken ist. Die Knie schmerzten auch nicht mehr, ich bin nach kurzer Zeit richtig begeistert gewesen.
Erwähnen möchte ich noch kurz den Antrieb per Zahnriemen statt einer Kette. Hieraus dürfte die Geschmeidigkeit beim Gangwechsel zurückzuführen sein. Dazu noch die Auflageflächen für die Handballen am geraden Lenker außen, ebenfalls eine wesentliche Verbesserung. Dank der nicht vorhandenen Rücktrittsbremse soll der Tritt laut des Verkäufers um 10% leichter sein. Das nehm ich mal so hin.Im späteren Verlauf der Fahrt nach Schwülper wurde ich immer kecker. In Lagesbüttel schaltete ich gar in den siebten Gang, was ich beim alten Fahrrad niemals gewagt hätte. Bei der Ankunft auf dem Ostermarkt hatte ich mit roundabout 48 Minuten einen persönlichen Rekord aufgestellt. Die App hatte ich allerdings nicht auf Stopp gestellt, deshalb stehen da zwei Stunden auf der Glocke. Egal - ich hatte meinen Jolly Jumper gefunden.
Auf dem Ostermarkt watschelte ich erst herum und kaufte Deva eine Tüte Schmalzkuchen; sie half heute in der Fischbude aus. Anschließend nahm ich zwei Pils mit Angel-Arnd, was mich im Anschluss zur Bratwurstbude trieb. Das beste dort war das Brötchen, die Wurst schmeckte nur nach Fett. Ohne Senf hätte ich das Ding entsorgen müssen.
Wenigstens war das Fischbrötchen wie immer der Hammer. Ganz in Ruhe setzte ich mich damit auf eine Bank gegenüber der Fischbude und genoss den Trubel um mich herum. Passiv natürlich, ganz entspannt. Ein paar Worte wechselte ich noch mit den Damen in der Bude, dann sattelte ich Jolly Jumper und begab mich auf die Heimreise.
Diese zweite Tour gestaltete sich dann anstrengender, da merkte ich das fehlende „Training“ der letzten Monate. Die lange Steigung in Richtung Walle strengte mich leider doch sehr an, hinzu kam der Gegenwind. In Watenbüttel schob ich mir sogar ein Schokocroissant rein, das half mir bis nach Haus. 25 Kilometer waren es heute insgesamt gewesen.
Abschließend bleibt mir nur ein positives Fazit zu ziehen. Das Rad macht doch so richtig Spaß. Typisch für mich allerdings ist die extrem negative Sicht, wenn es mal nicht so gut anläuft. So langsam sollte ich es eigentlich besser wissen, aber nun: Umso größer ist die Freude, wenn sich meine Stimmung ändert.
Die Saison 2026 ist in dieser Rubrik eröffnet!
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