Das Wetter war dann ja auch weiterhin schlecht und ich musste bis zum 28. Februar warten, bis ich mir an jenem Samstag ein Herz fasste und mir bei Fahrrad Hahne ein neues Rad gekauft hatte. 800 - 900 Euro wollte ich anlegen, 1300 sind es dann geworden. Mit Pegasus erwarb ich eine altbekannte deutsche Marke, die Robustheit dieses Rades sollte die Pannenhäufigkeit in Grenzen halten. Und zuverlässig; der Verkäufer konnte mich überzeugen.
Als ich das Rad dann am folgenden Montag abholte und unter meinem Arsch spürte, war ich arg enttäuscht. Bereits nach wenigen Metern tat mir der Arsch weh. Hinzu kamen die Schmerzen zwischen Oberschenkel und Knie - auf beiden Beinen. Der Tritt fiel schwer und ich war auch sehr schnell außer Puste gewesen.
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| zum Langen unterwegs |
Meine Jungfernfahrt führte mich an dem Tage zum Langen nach Stöckheim, der das Rad aber für gut befand und keine Fehler feststellen konnte. Die Schmerzen hörten auch in den folgenden Tagen nicht auf; ich war total frustriert. Zumal ich mein altes Rad schon in Werners Fahrradladen verkauft hatte.
Nach unserer Rutsche nach München montierte ich einen neuen Fahrradsattel. Wenigstens konnte ich damit meinen Arsch glücklich machen. Der schwere Tritt blieb jedoch. Ich musste immer einen niedrigeren Gang als bei meinem alten Rad einlegen, um halbwegs schmerzfrei fahren zu können. Dadurch war ich sehr langsam unterwegs.
Zufriedenheit sieht anders aus, zumal der Kauf dieses Rades ein unangenehm großes Loch in mein Portemonnaie gerissen hatte. Und dann der heutige Sonntag kurz vor meinem Geburtstag. Meine Löwin weilte wieder beim Ostermarkt in Groß Schwülper und ich würde ihr mit meinem Rad die Aufwartung machen. Ein Fischbrötchen und ein paar Biere mit Angel-Arnd, dem Vorsitzenden des Angelvereins, sollten es sein.Mir graute es vor dieser Tour angesichts der bislang schlechten Erlebnisse mit dem Rad. Doch als erstes pumpte ich noch etwas Luft vor Fahrtantritt in die Reifen. Sagte ich etwas? Hinten z.B. betrug der Reifendruck lediglich 1,5 Atü. Ich brachte den Druck vorne wie hinten auf 3,5 Atü und fuhr los.
Die Sonne erhellte die Umgebung zu einem wunderschönen Frühlingstag, obwohl die Bäume selbst noch kahl waren. Hey, ist ja tatsächlich Frühlingsanfang! Und dazu spürte ich, dass mir der Tritt in die Pedale wesentlich leichter viel als bisher. Jetzt kam bei mir sogar ein wenig Euphorie auf, denn der Anschlag beim Wechseln der Gänge gestaltete sich auch wesentlich weicher als mit meinem alten Rad.
Mit zunehmender Strecke fing mich die Freude am Fahren mehr und mehr ein. Selbst die lange Steigung der Saarstraße hin zum Kanzlerfeld konnte ich mühelos im sechsten Gang schultern; erst kurz vor dem alten TamTam musste ich in den vierten zurückschalten. Mit meinem alten Fahrrad war ich selbst bei guter Kondition kaputter gewesen.
Hatte es sich etwa bereits jetzt ausgezahlt, dass ich mich im Januar bei Hansefit angemeldet hatte und am gestrigen Tag für eine Einweisung das Fitnessland am Ölper Knoten beehrte? Hansefit - ich zahle 29,15 € monatlich und mein Arbeitgeber den Rest. Dafür kann ich in verschiedenste Mukkibuden, Hallenbäder und Hamstibamsti gehen. Kurse und Workshops gibt es über die App zuhauf; für mich alles ohne Mehrkosten.
Das wird mich hoffentlich zusätzlich nach vorne bringen, physisch gesehen. Doch von einem Mal ist die Power beim Radfahren selbstverständlich nicht sofort abrufbar. Ich denke, dass der leichte Tritt eindeutig dem größeren Reifendruck zu verdanken ist. Die Knie schmerzten auch nicht mehr, ich bin nach kurzer Zeit richtig begeistert gewesen.
Erwähnen möchte ich noch kurz den Antrieb per Zahnriemen statt einer Kette. Hieraus dürfte die Geschmeidigkeit beim Gangwechsel zurückzuführen sein. Dazu noch die Auflageflächen für die Handballen am geraden Lenker außen, ebenfalls eine wesentliche Verbesserung. Dank der nicht vorhandenen Rücktrittsbremse soll der Tritt laut des Verkäufers um 10% leichter sein. Das nehm ich mal so hin.Im späteren Verlauf der Fahrt nach Schwülper wurde ich immer kecker. In Lagesbüttel schaltete ich gar in den siebten Gang, was ich beim alten Fahrrad niemals gewagt hätte. Bei der Ankunft auf dem Ostermarkt hatte ich mit roundabout 48 Minuten einen persönlichen Rekord aufgestellt. Die App hatte ich allerdings nicht auf Stopp gestellt, deshalb stehen da zwei Stunden auf der Glocke. Egal - ich hatte meinen Jolly Jumper gefunden.
Auf dem Ostermarkt watschelte ich erst herum und kaufte Deva eine Tüte Schmalzkuchen; sie half heute in der Fischbude aus. Anschließend nahm ich zwei Pils mit Angel-Arnd, was mich im Anschluss zur Bratwurstbude trieb. Das beste dort war das Brötchen, die Wurst schmeckte nur nach Fett. Ohne Senf hätte ich das Ding entsorgen müssen.
Wenigstens war das Fischbrötchen wie immer der Hammer. Ganz in Ruhe setzte ich mich damit auf eine Bank gegenüber der Fischbude und genoss den Trubel um mich herum. Passiv natürlich, ganz entspannt. Ein paar Worte wechselte ich noch mit den Damen in der Bude, dann sattelte ich Jolly Jumper und begab mich auf die Heimreise.
Diese zweite Tour gestaltete sich dann anstrengender, da merkte ich das fehlende „Training“ der letzten Monate. Die lange Steigung in Richtung Walle strengte mich leider doch sehr an, hinzu kam der Gegenwind. In Watenbüttel schob ich mir sogar ein Schokocroissant rein, das half mir bis nach Haus. 25 Kilometer waren es heute insgesamt gewesen.
Abschließend bleibt mir nur ein positives Fazit zu ziehen. Das Rad macht doch so richtig Spaß. Typisch für mich allerdings ist die extrem negative Sicht, wenn es mal nicht so gut anläuft. So langsam sollte ich es eigentlich besser wissen, aber nun: Umso größer ist die Freude, wenn sich meine Stimmung ändert.
Die Saison 2026 ist in dieser Rubrik eröffnet!



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