Sonntag, 29. März 2026

Uncle Fester: grad gelesen März 2026

Thariot - Nomads (Bände 1- 3)
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Und damit sind wir auf Eta Prime und dem verbliebenen Alien namens Sasha; sie ist das übrig gebliebene Alpha, Schwester von Lucile. Beschützt von Kerry und Aiden, werden alle drei dennoch von einer religiösen Sekte in die Wüste von Eta Prime verschleppt, während die Aliens und Verbündeten von Harlan beim Gouverneur Willeth gut Wetter machen.
Die religiösen Spinner werden von Sasha vernichtet, Kerry und Aiden haben zudem heldenhafte Auftritte, ehe sie nach New Amsterdam zurückkehren. Sasha warnt die Menschen noch vor den Aliens; die Vernichtung der Menschen ist wohl zu befürchten. Mehr hierzu werde ich leider erst im dritten Band erfahren können.
Bleibt noch… Jael. Die wird von Harlan mal so richtig veräppelt und auf den Müllplaneten Nena Prime zum Sterben entsorgt. Hierzu hat Thariot dankenswerterweise noch die Androidin Nelliver hinzugefügt. Diese Androidin dritten Grades hat einen rein biologischen menschlichen Körper, quasi ein Replikant im Blade Runner Sinn.
Sie hilft Jael gegen die Schergen von Harlan, der den zerstörten C3 als Souvenir zurück haben möchte. Als der C3 - inzwischen repariert und eher ein Hund - durch Zufall auf Jael trifft, überwindet er seine neue Programmierung und hilft Jael und Nelliver bei der Vertreibung des Rasmus-Clans und Errichtung einer unabhängigen Regierung der Androiden, die endlich ihre Freiheit auf Nena Prime erkämpfen.
Meine Güte, da ist ja so vieles drin in diesem Band. Z.B. bei den manipulativen Medien musste ich sogleich an die heutige Realität denken. Wie Jael mithilfe der Medien als Verbrecherin hingestellt wird, obwohl Harlan der eigentliche Verbrecher ist, dass erinnert schon sehr stark an das Verhalten vieler Medienschaffender in der Coronazeit.
„Kinder der 1000 Monde“ ist der dritte und Abschlussband. Und auch hier schafft es Thariot, das hohe Tempo der ersten zwei Bände aufrechtzuerhalten. Erneut wird zu Beginn des Bandes eine neue Hauptperson eingeführt. Ihr Name ist Lin; zusammen mit den Überlebenden ihrer Familie lässt sie sich im Exil auf Eta Prime nieder. Dies geräuschlos, weil sie Angst vor Verfolgung haben muss. Nur die Quasi Gouverneurin Kerry nimmt Lin ihre Story nicht ab.
Trotzdem beauftragt sie die uns bereits bekannte Einheit der Corporate Marines, Lin und ihre Familienangehörigen irgendwohin in Sicherheit zu bringen. Denn ihnen ist schon eine von Paul Macfadden beauftragte Einheit ehemaliger Söldner und Killer (die Legion!) auf den Fersen, unter der Leitung von Ruges. Diese hasst zwar Paul, aber Jael hasst sie noch mehr. Paul hat Ruges in der Hand, deshalb akzeptiert sie ihre Existenz als Auftragskillerin.
Das Phänomen, welches Lin und ihre kleine Tochter für Macfadden so gefährlich erscheinen lässt, nennt sich „Shining“ und bezieht sich auf paranormale Fähigkeiten wie Telekinese und ähnliche Techniken, mit denen Lin oder ihre Tochter bei Gefahr reagieren und ihre nähere Umgebung bedrohen, gar verwüsten können.
Deutlich wird dies in dem Moment, als Ruges mit ihren Killern Aiden und die Marines in der Wüste gestellt hat. In einer Verzweiflungsaktion ballern die Killer das Kind tot, welches im Todeskampf ein „Shining“ auslöst, wodurch ein riesiger Riss im All entsteht; oder besser gesagt ein Wurmloch und eine Verbindung zu einer Galaxie, welche sich in mehr als 1000 Milliarden Lichtjahren Entfernung befindet. Kommt das Volk aus jener Galaxie?
Thariot gelingt es mühelos, auch zu so „später Stunde“ noch neue Fragen aufzuwerfen. Um diese kurz zu beantworten: Ja, das Volk kommt aus jener Galaxie, ist selbst aber auch nur der Rest einer Zivilisation, die vor einer drohenden Vernichtung durch andere Aliens in unsere Milchstraße flieht. Sie haben gräuliche Haut und größere Augen als Menschen, aber eine vergleichbare Statur - wie wir von Thariot erfahren.
Die neuen Fragen erfüllen zumindest die Funktion, die lange Wartezeit auf die Bände vier bis sechs auszufüllen. Thariot deutet dies im Anhang an; auch einen weiteren „Dreier“ namens „Last Legion“, welcher im selben Universum spielt und wie diese ersten drei Bände ein Vorspiel zu den eben erwähnten Bänden vier bis sechs darstellt. Hoffentlich übernimmt sich Thariot damit nicht; ich würde mich allerdings über mehr Stoff aus diesem Universum freuen.
Was bleibt da noch? OK, Lin ballert Ruges in 1000 Stücke - Ruges stirbt allerdings nicht. Sie hat ja auch Lucile in sich aufgenommen. Ihre „Schwester“ Sasha, die sich die ganze Zeit vor dem Volk und den Macfaddens auf Eta Prime bei Kerry versteckt gehalten hatte, taucht plötzlich auf und nimmt die regenerierte Ruges mit in die Wüste. Warten also auf Teil 4.
Willeth wiederum erliegt dem Charme der Macht. Auf Lania trifft er als Repräsentant von Eta Prime auf Paul Macfadden, der ihm den Vorsitz über sein Imperium anbietet. Denn Macfadden steht auf der Fahndungsliste, weil sein Konzern ein schweres Verbrechen Jahrzehnte zuvor begangen hatte. Willeth entwickelt sich zum Opportunisten, wechselt also zur falschen Seite der Macht.
Das Verbrechen? Wird von Jael und ihren freien Androiden auf einem Mond, welcher von den Androiden gekauft wird, in den Tiefen dieses Mondes entdeckt. Dort befinden sich Hunderte Leichen von Lins Sippe; die Angst vor dem Shining ließ den Völkermord durch die Macfaddens geschehen.
Das Shining ist also ein Phänomen, welches bei den Menschen und dem Volk vorkommt. Und eines, welches gnadenlos ausgemerzt werden soll, weil die „Normalos“ vor dieser Macht mehr Angst haben, als dass sie darin Chancen erkennen können.
Puh - ein vielschichtiges Universum hat Thariot hier geschaffen. Spannend, mysteriös und vor allem vielschichtig. Da bin ich ganz heiß darauf, wie die Geschichte weitergeht. Auch wenn ich darauf mehrere Jahre warten muss.

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