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Gekauft haben wir im Jenners nichts, aber einen Tee im Cafe getrunken. Mit Blick auf den Park und das Edinburgh Castle. Nach dieser kleinen Stärkung waren wir motiviert, über die Waverly Bridge in die Old Town zu wechseln. Auf dieser Brücke starten auch die „Hop on Hop off“ der Edinburgh Bus Tours. Eine derartige Tour hatten wir uns für den Sonntag vorgenommen.
Am Ende der Brücke erhielten wir einen ersten Eindruck von der Old Town. Die alten Bauten standen hier noch enger zusammen und türmten sich in die Höhe auf. Hier war es also - das Vorbild für die Harry Potter Romane. Dank der steilen Hügel, in die die Häuser hinein gebaut sind, wirken die engen Straßen und steilen Treppen fast schon bedrohlich.
Nachdem wir eine der ewig langen und steilen Treppe hinauf gegangen waren, standen wir auf einer breiten Straße. Zur Abwechslung mal wieder eine Kirche oder ein weiteres Denkmal - hier zu Ehren von Adam Smith - alles da. Und nach kurzer Zeit standen wir plötzlich vor einer weiteren Sehenswürdigkeit.
Die Viktoria Street ist eine leicht abschüssige Linkskurve, jedenfalls wenn man aus Richtung New Town kommt. Wirklich bemerkenswert an ihr ist der durchgehende Fußweg oberhalb der ersten Etage an der Außenseite der Kurve. Auf dieser langen Terrasse lassen sich einige Cafes entdecken, für die wir uns dieses Mal nicht interessierten. Stattdessen gingen wir unten auf der Straße entlang, wo es in den kleinen Läden so einiges zu sehen gab.
So zum Beispiel einen „I. J. Mellis Cheesemonger“. Diese Kette produziert und verkauft laut Reiseführer feinsten schottischen Käse. Wir probierten diesen nicht einmal, weil wir befürchteten, den Laden leer kaufen zu müssen. Daher gingen wir zügig an den Schaufenstern und den unteren bunten Häusern auf der rechten Seite vorbei und erreichten den Grassmarket, einen schönen großen wie langgestreckten Platz.
Auch hier gab es viele Cafes, aber zuerst widmeten wir uns den Marktständen, die sich vor drohendem Regen unter großen Schirmen befanden. Doch es regnete nicht, im Gegenteil. Zu unserer großen Freude lachte die Sonne vom Himmel. Da nahmen wir uns nach einem ersten Blick an den Ständen die Zeit, um im Außenbereich vor einem Cafe eine kurze Rast einzulegen und eine Kleinigkeit zu genießen.
Meine Löwin erfreute sich an Fish and Chips mit Peas, dazu Coke Light. Mein Tuna Sandwich mundete mir ebenfalls. Zum Schutz vor einem trockenen Hals befeuchtete ich meine Kehle jedoch mit einem Pale Ale. Nach dieser Rast zogen wir gestärkt weiter, um die Spezereien an den Ständen genauer zu begutachten. Honig, Käse, Food aus aller Herren Länder, ja sogar LED Lampen aus Schnapspullen (u.a. Jägermeister) wurde feilgeboten. Mit dem Kaufen hielten wir uns zurück, wir hätten es eh nicht nach Deutschland transportieren können.
Am Ende des Grassmarket blickten wir durch eine Baulücke direkt auf das Edinburgh Castle. An dieser Stelle sind die wuchtigen Felsen gut zu erkennen, auf denen Edinburgh Castle errichtet worden ist. An der rechten Seite ging sogar eine Treppe hinauf... Nein, wir ließen es bleiben und genossen nur die Aussicht.
Anschließend suchten und fanden wir einen Schmuckladen, dessen Name ich vergessen habe. Egal, wir hatten dort eh nichts gekauft. Wir bummelten weiter durch Old Town, bis wir genug gesehen hatten und eine weitere Pause vor einem kleinen Cafe in einer der vielen Gassen einlegten. Für jeden von uns gab es ein Kännchen Earl Grey, das kleine Küchlein mit der Glasur aus Zitronencreme teilten wir uns.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch die Britannia sehen. Getauft wurde dieses Schiff 1954 von Queen Elisabeth II. und als königliche Yacht in Dienst gestellt. 1997 wurde die Britannia aus dem Dienst genommen und liegt heute als Museumsschiff im Hafen von Edinburgh. Die Britannia war die 83. und letzte königliche Yacht seit 1660. Die Betriebskosten von ca. 30 Millionen Euro jährlich waren dem Steuerzahler zu teuer geworden. Die Queen vergoss eine Träne in der Öffentlichkeit, als sie das letzte Mal von Bord ging.
Wir gingen über die Waverly Bridge zurück zur Princess Street und nahmen einen Bus zum Ocean Terminal Einkaufszentrum. Dort ging es erheblich ruhiger als in der Princess Street zu, allerdings mussten wir feststellen, dass die Britannia nur aus einiger Entfernung durch einen Zaun betrachtet werden konnte. Lediglich über eine gebuchte Führung für einige viele Pfund kann man das Schiff betreten.
Notgedrungen begnügten wir uns mit dem Besuch des Einkaufszentrums, welches nicht wirklich belebt wirkte. Irgendwie trostlos, lediglich in einem Marks & Spencers Foodstore war einiges an Bewegung zu erkennen. Kurz blickten wir in einige Klamottenläden und aßen noch eine Kleinigkeit. Die großen motorisierten Dinosaurier, die ich so mal im Landesmuseum in einer Ausstellung gesehen hatte, sahen zwar nett aus, konnten aber die wenigen Kinder nicht begeistern. Und nur wir deutschen Touristen konnten sich an den bunt bemalten Ostereiern in Körpergröße begeistern.
In der beginnenden Dämmerung nahmen wir dann den Rückweg in Angriff. Mit dem Bus zurück zur Princess Street, dann ab Westend mit der 19 zum Hotel. In der Dämmerung erreichten wir unser Hotel und gingen gleich aufs Zimmer. Der Tag war anstrengend gewesen; Unsere Schrittzähler hatten die 20.000 überschritten. Der Abend faserte deshalb gemütlich aus. Ich las noch etwas, dazu gab es Nüsschen, aber kein Bier. Meine Löwin war da schon weggeschlummert und auch ich brauchte nicht allzu lange für den Einsatz meiner Maske.
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