Mittwoch, 2. September 2026

GuterPlatzzumBiertrinken: Der lange Ritt 2/2

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Und in der Ferne konnte ich schon Konrad sehen. Ich überquerte den Hamburger Hill (den Film habe ich nie gesehen, obwohl er mir vom Kanonier empfohlen worden war) und sah bereits die Broistedter Straße vor mir. Das Hinweisschild zeigte mir den Weg zum Ziel als geradeaus an. Ich übersprang den Asphalt und eierte eine knackige Steigung hinauf, um dann dort auf eine rissige Schotterpiste zu treffen, die erkennbar vom Ziel wegführte.
Hier kam mir die Erinnerung wieder zupass: Ich hätte die Straße Richtung Bleckenstedt entlang fahren müssen, warum hatte ich das nur vergessen? Nun gut, war ja noch nicht zu spät. Ich zog die Zügel an und Jolly Jumper führte sogleich eine 180 Grad Wendung aus. Die Steigung also wieder runter und dann Hüh.
Jetzt erst einmal unter der Autobahn hindurch und dann wieder rauf bis zur Ebenerdigkeit. Also wie durch eine Furt und dann die Böschung rauf. Und nach zwei- bis dreihundert Metern kommt dann die Stelle, wo ich mich wieder auf einen Wirtschaftsweg begab und dann parallel zur Straße mein Glück versuchte. Hier ging der Abzweig weg, das hatte ich mir bei der Grobplanung per Google Maps nicht merken können.
Ein winziger Knick, leicht bergauf und vielleicht auf 100 Metern eine unangenehme Piste. Steinig war dieser Abschnitt, wenn zum Glück auch nur kurz. Denn dann fühlte ich mich wie in Idaho: Links das große Kartoffelfeld, rechts der Highway und voraus das Endlager. In Idaho eher ein Reservat, aber ich will mal nicht so kleinlich sein.
Ich möööööcht so gern wie Konrad sein

Mein Weg führte mich am Eingang dieser Gedenkstätte deutscher Atomkraftgegner (Frage: Für oder von Atomkraftgegnern?) vorbei. Ein interessierter Blick meinerseits auf das Gelände ergab für mich folgendes Bild: Hier sieht es ja fast so aus wie auf der Mülldeponie in Watenbüttel. Viele Maschinen, Kipplaster und die Männchen in Bob-der-Baumeister Kleidung. Das fühlte sich doch gleich wieder vertraut an.
Ich weiß auch nicht, was die Leute immer für ein Gewese um dieses stillgelegte Eisenerzbergwerk machen. Sieht doch richtig hübsch aus und stinkt auch nicht so wie in Watenbüttel. Hier strahlt nahezu alles. Die berühmten gelben Fässer mit diesen schwarzen Rotorblättern waren aber nirgends zu sehen. Ich habe vor einem halben Jahr gehört, dass die unterirdisch im Salzwasser eingelegt sind.
Der kurze Blick genügte mir. Die haben ja noch nicht mal einen Fanshop hier; den gibt es selbst im Vatikan. Gern hätte ich mir die Nachbildung eines gelben Fasses gekauft, als Bleistiftanspitzer wäre das nett. Für Buck hätte ich dann gleich auch ein Mitbringsel gehabt. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben.
Konrad nunmehr im Rücken, befand ich mich auf der Zufahrtsstraße zur Anlage. Und schon war ich bei der Auffahrt zur Industriestraße. Rechts Bleckenstedt - kennt Ihr eigentlich noch Haxn Koch? Oh, wie ich dieses Restaurant vermisse. Da hätte ich nach rechts fahren müssen, aber leider gibt es den Laden schon seit Jahren nicht mehr.
Ich fuhr links und war dann zügig bei Buck at Home. Mist, kein Fahrradweg. Hier wird mein Arbeitgeber noch nachbessern müssen. Denn hier fahren ja auch Busse und so einige Töfftöffs lang. Zumindest war ich der erste Gast zu diesem Sommerspecial meines Teams.
Buck und ich hatten kaum die erste Röhre geöffnet, da kam das Team komplett angeritten. Ach, da fiel es mir ein. Unser Geschenk für den Gastgeber. Und die Dame des Hauses. Traditionell wird dies ja auch im Team übergeben. Da musste ich wie üblich aus der Reihe tanzen. Ich gefalle mir wohl selbst in der Rolle des Lonesome Cowboys.
Passiert. Das klassische italienische Mahl mit den hefegeschwängerten Weizenmehlfladen und verschiedenen Toppings, z.B. Tonno oder Salami, welches meine Favorites waren, bildeten die ideale Grundlage für die Halbliter, welche ich mir zögerlich reichen ließ, da ich ein bescheidener Mitmensch bin.
In der Folge ergaben sich charmante Gespräche in freundschaftlicher Atmosphäre. Der Kater des Hauses schlich um meine Beine herum. Richtig kuschlig, der Kleine. Am späten Nachmittag löste sich die Runde wie auf Knopfdruck auf. Da hatte ich den Haselnussschnaps schon eingeatmet gehabt. Ich blieb noch kurz bei Buck und Iris, bevor ich mich wieder in den Sattel schwang.
Vier Halbliter waren es geworden - ich hatte mich heute gut zurückhalten können. Der Himmel hatte sich geringfügig zugezogen, auf der 15 kilometerlangen Strecke nach Hause kam ich flott voran. Vereinzelte Regentropfen empfand ich eher angenehm, war halt stickig unter der Joppe. Mühsam war jedenfalls der lange Weg auf der Landstraße gen Groß Gleidingen.
War ja klar, dass ich hier an dem Bahnübergang geraume Zeit warten musste. Tatsächlich blieb der große Regen aus. Circa eine Stunde nahm der Rückweg in Anspruch, ohne dass es mich vor unlösbare Aufgaben stellen konnte. Kein Hecheln oder atemloses Schnaufen. Kondition passt schon mal.
Von Portugal gegen Kongo sah ich sogar noch die zweite Halbzeit, 1:1 ging es am Ende aus. Meine Löwin hatte ihren Doko Abend mit den Freundinnen und ich ließ den Abend gemütlich ausklingen und lutschte noch am Hasseröder.
Fast 30 km kamen da heute insgesamt zusammen. Solche Touren mag ich, kann sie aber nicht mehr jede Woche abrufen. Vielleicht kriege ich diesen Sommer noch eine Stampede hin. Aber erst nach der WM.