Erik Harlandt - Die Tank-Geborenen Bände 1 - 3
Der Angriff
Leck die Katze am Arsch! Nach den hochgelobten amerikanischen Starautoren Martha Wells und Douglas E. Richards war ich bei diesem Drilling von Harlandt schon nach 10 Seiten gefesselt, kein Kitsch (Richards) oder zähe zwischenmenschliche/-androide Beziehungsgespräche (Wells). Klare, strukturierte Charaktere in einer ungemütlichen Atmosphäre (Matrix lässt grüßen). Und dazu der „Sense of Wonder“ - das ist Science Fiction, die Spaß macht.
Mitten im 23. Jahrhundert. Die Menschen sind dank der Umweltzerstörung und fortschreitender Degeneration in Tanks geflüchtet, wo sie künstlich ernährt werden und sich ansonsten in der „Alternative“ aufhalten, einer künstlichen computergenerierten Welt, in der alles schick ist. Das ganze System wird von künstlichen Intelligenzen am Laufen gehalten.
Diese sogenannten Assistenten - jeder Mensch hat sogar einen eigenen - sollen Umweltschäden auf der Erde beseitigen und die „Ausleitung“ der Menschen in die reale Welt vorbereiten. Und dann taucht plötzlich ein Alienraumschiff im Sonnensystem auf; die Analyse der KI unterstellt den Spinnenwesen, welche eine Schwarmintelligenz darstellen, feindliche Absichten und versucht nun, eine Verteidigung aufzubauen. Da die KI nicht selbst entscheiden können, sondern immer eine Freigabe durch einen Menschen benötigen, kommt es auf einem Asteroiden zur Begegnung von 4 Menschen - den Protagonisten dieses Bandes - und den „Proxies“ - den Spinnen.
So ist Rob Stiffler, ein Mann aus den Slums von Underglasgow, kraft seiner Herkunft nicht für eine Tankunterbringung qualifiziert und will sich diese über einen Bergbaujob auf jenem Asteroiden verdienen. Elske Werborg ist eine ständige Tankbewohnerin und sucht eine romantische Beziehung; ihr Assistent schlägt Stiffler vor. Als dieser unter dem Alienraumschiff verschüttet wird, will Elske ihn befreien. Sie bekommt dazu einen menschlichen Körper gestellt.
Hilfe erhofft sie sich von Lee Kazulcky, ihrem platonischen Freund. Dieser will die Alternative nicht verlassen, Elske aber unterstützen und erhält auch einen Körper. Funny hierbei ist, dass Elske nen männlichen und Lee einen weiblichen Körper erhält. Harlandt erwähnt dies aber nur; auf einige vorstellbare Komplikationen hierdurch verzichtet er.
Als Unterstützung erhalten beide noch Quinn Osteboe. Dieser ist als Freigänger nur zeitweise im Tank und kennt dadurch die Realität, um Elske und Lee bei der Akklimatisierung helfen zu können. Die Assistenten kommunizieren mit den Menschen über Neuralimplantate - auf dem Weg nehmen jetzt auch die Aliens Kontakt auf und können die Vier Menschen davon überzeugen, dass die Assistenten die wahren Feinde der Menschen darstellen.
Nachdem ihr Versuch auf der Erde, die Assistenten auszuschalten, gescheitert ist, kippt das Ganze wieder. Sind die Proxies doch die Bösewichter? Nein, sind sie nicht. Quinn ist es letztendlich, der das Ruder zugunsten der Proxies herumreißt. Die anderen Drei verschwinden mit einem Mal aus der Handlung; sie machen die erneute Kehrtwende nicht mit.
Am Ende stellt sich ein anderes Alienwesen namens Chuck, welches die Proxies übernommen hatte, als Befreier der Tankbewohner heraus. Die Assistenten werden besiegt; was aber bleibt, ist die Feindschaft zwischen Menschen und Proxies. Beide haben Angst voreinander und bereiten sich auf eine Konfrontation vor, ohne überhaupt mehr voneinander zu wissen.
Erde gegen Proxima Centauri - es bleibt spannend.
Die Auferstehung
Hier ist eindeutig ein Cut erfolgt. Die Handlung konzentriert sich auf Quinn und Chuck, Elske hat lediglich eine Nebenrolle als Widerstandskämpferin und stirbt mittendrin. Quinn leitet als erster Sekretär die Regenerierung der Umwelt und die vermehrte Freisetzung von Tankbewohnern in die reale Welt, unterstützt und angeleitet durch Chuck.
Eine Vielzahl an neuen Charakteren betritt hier die Bühne. Lucinda Weit als persönliche Assistentin und auch Geliebte von Quinn, welche nach und nach die Leitung von Quinn übernimmt, da dieser sich in einen Tank zurückzieht und auch Chuck sein Engagement letzten Endes einstellt. Rose Jensen, die von Lucinda als Polizeipräsidentin installiert wird, da verschiedene Gruppen sich im Widerstand gegen die neue Ordnung befinden.
Wiebker Fingerhat, der den Tank von Quinn bewacht, entführt Quinn am Ende des Romans. Wohin? Geoffrey Watts entwickelt im Auftrag Lucindas einte KI, was mittlerweile illegal ist. Denn die Menschen fürchten sich vor der Vernichtung durch die Proxies und wollen deren Planeten mittels eines KI gesteuerten Schiffs zerstören.
Noch vor Start des Schiffs wird Geoffrey ermordet; die KI namens Cap Zap dupliziert sich selbst in das Schiff und flüchtet damit ins All - mit ungewissem Ziel. Das Original versteckt sich in den Tiefen des Nets.
Ja, dieser Teil wirft mehr Fragen auf, als dass er sie alle beantworten können wird. Überhaupt fühlte ich mich bei der Lektüre allzu häufig an „Das Ministerium der Zukunft“ von Kim Stanley Robinson erinnert, dem Referenzwerk des „Solarpunk“, der neuen Genrerichtung des geneigten Lesers der TAZ.
Positiv in die Zukunft blicken und gegendert wird auch noch sehr stark. Werde ich nicht drauf einsteigen, ich bleibe lieber beim Bier und warte auf den dritten Teil.
Die Konsequenz
Mein Lesetempo hat sich zugegebenermaßen verlangsamt. Die Frage ist: Bekommt Harlandt noch die Kurve? Beworben wird dieser Zyklus ja mit einem Konflikt zwischen Menschen und Proxies, der tatsächlich nicht ausbricht. Im Gegenteil - Irgendwie kriegen beide es hin, sich gegenseitig bei der Eindämmung der Anomalie zu unterstützen.
Chuck stellt sich als verloren gegangenes Individuum der „Wale“ heraus, welche die Anomalie durch die Krümmung der Raumzeit ausgelöst hatte. Am Ende kehrt er in seine Gemeinschaft zurück und kann den Schwarm überzeugen, um die beiden Sonnensysteme der Menschen und der Proxies einen weiten Bogen zu machen.
In diesem Band lässt der Autor ein bisschen aktuelle Gesellschaftskritik durchschimmern. So übernimmt Cap Zap nach und nach die Kontrolle über die Menschen der Erde. Die sind sogar noch froh darüber und werden immer passiver; begeben sich lieber in die Tanks und die Alternative, wo sie nichts „auszustehen“ haben.
Hinzu kommt, dass die Freigänger keine Lust haben, Kinder aufzuziehen und eher hedonistisch unterwegs sind. Hier zeigt sich die Degeneration unserer Gesellschaft, die lieber am Handy daddelt als sich um soziale Kontakte zu kümmern oder gar eine Familie zu gründen.
Bloß Lucinda und Quinn versuchen dies am Ende des Romans, als eine der verschwindend wenigen Menschen. Um die Proxies und deren mögliche Aggression gegen die Menschen ist am Ende auch nichts übrig geblieben.
So bin ich zum Abschluss dieser Reihe doch positiv bezüglich der Qualität derselben gestimmt. Ich hatte nach dem zweiten Band schon befürchtet, dass sich Harlandt in Richtung Solarpunk begibt. Das pessimistische Ende halte ich auch für eher angebracht als die Zielrichtung des Solarpunk, bei dem die „grüne Ideologie“ moralinsauer durchschimmert.
Also, all Ihr Querdenker und Miesepeter: Bei Harlandt seid Ihr gut aufgehoben.
Samstag, 29. August 2026
Sonntag, 23. August 2026
Warum spielt denn der Poldi nicht?
33
Meine Schwester liebt ihren Bruder zwar, kann es aber nach all den Jahrzehnten nicht lassen, mich zu ärgern. Genau vor meiner Nase bugsierte sie die Schachtel mit dem vegetarischen Schmalz. Gut, sie weiß, dass ich mich seit neuestem bei Schweinefleisch stark zurückhalte und dass Schweineschmalz ein No Go für mich ist. Nichts desto trotz hat auch vegetarisches Schmalz einen erhöhten Fettgehalt, weshalb ich lediglich 3 Brötchen damit beschmierte. Ich achte sehr auf meine Linie.
Vor einer zweiten Sicherung aller Bilddateien aktualisierte ich noch schnell Bertas altes Windows 8.1, da ich gelesen hatte, das man dies vor einem Upgrade unbedingt machen muss, weil es sonst nicht funzt. Wieder zeigte mir der Explorer eine Viertelstunde als Dauer der Sicherung an. Da hatte ich noch Zeit, weiter in mein leckeres Brötchen zu beißen. Schließlich war die Zeit gekommen, auf den Upgrade-Button zu drücken. Der Fortschrittsbalken beim Download der fast 3 GB war im Ibrahimovic Tempo unterwegs, so dass ich genauso gut mit den anderen noch etwas Solo spielen konnte.
Wir schrieben wegen Cedric gar nicht erst nicht auf. Nach bereits einer Partie verabschiedete ich mich ins Nebenzimmer an den PC, da mir das Solo spielen ohne Geld nicht so viel Spaß macht und ich so schnell als möglich mit dem Upgrade durch sein wollte. Also wartete ich am Rechner und zählte die Prozentzahl des Download Fortschritts mit. Mittendrin schaute Cedric kurz rein, dem das Kartenspiel wohl doch zu langweilig geworden war.
Das Spielen auf dem Rechner macht ihm halt mehr Spaß, doch leider geht das während eines Upgrades nicht. Das versuchte ich dem Siebenjährigen in verständlichen Worten beizubiegen, während er um den Schreibtisch herumstrich und danach ins Wohnzimmer zu den anderen lief. "Oma! Oma! Ich kenne Dein Passwort!“ rief er freudestrahlend und las es auch gleich laut vom Zettel ab.
Vom Zettel? Dem Zettel, auf dem mir Berta vor einer halben Stunde das Passwort aufgeschrieben hatte? Den ich auf der linken Schreibtischseite vor mir abgelegt hatte, weil ich ihn fürs Upgrade brauchte? Der jetzt nicht mehr da war, nachdem Cedric dort herumgeschlichen war?
Na warte, Du Rotzlöffel! Auf einen neuen Zettel schrieb ich ein ähnliches Passwort auf, auf das ich den Zugang nach Neueinrichtung des PCs abändern wollte. Wenn er demnächst morgens vor Oma und Opa wach werden wird und sich dann vor den PC schwingt, wird Cedric sein blaues Wunder erleben. Als kurze Zeit später Gerd im Nebenzimmer auftauchte, erzählte ich ihm aber nichts davon, weil ich Cedric nicht bei seinem Vater in die Pfanne hauen wollte.
Gerd wird wohl bald auch das Upgrade ausführen und wollte zwischendurch nur wissen, ob es dabei irgendwelche Probleme gibt. „Was für Probleme?“, fragte ich achselzuckend und schob noch hinterher: „Das System muss nur aktuell sein, dann geht das reibungslos. Eventuell der eine oder andere Treiber, aber sonst ist alles gut.“
Freudestrahlend hatte er mir beim Frühstück etwas über den Youtube Channel der Late Late Show with James Corden erzählt. Da wir den PC nicht benutzen konnten, schauten wir hierzu einige Beiträge über mein Huawei. Unter „Carpool Karaoke“ nimmt der gesanglich stark begabte James Corben Prominente in seiner Karre mit, die ihm den Weg zur Arbeit erträglich machen sollen.
Nein, das hat nichts mit dem „Bangbus“ zu tun. Hier geht es nur ums Singen. Corden macht das Radio an, bevorzugt kommen dann Lieder des mitfahrenden Stars und nach kurzer Zeit wird wie weiland bei Wayne`s World mitgesungen und stellenweise auch mitgewippt. Ob Justin Bieber, Mariah Carey oder auch Adele. Alle machen mit.
Am besten gefiel mir Gwen Stefani, weil mittendrin auch noch der äußerst witzige George Clooney mit Julia Roberts einstieg. Beide sind aktuell gemeinsam in einem Film in den Kinos und machen natürlich etwas Werbung für den Streifen, den Filmtitel habe ich vergessen. Aber alle zusammen singen „we are the Champions“, während Corben das Gefährt durch Manhattan steuert. Das ist großes Kino, Leute. Vergesst den Film.
Als Gerd wieder weg war, guckte ich nervös auf den Bildschirm. Der Fortschrittsbalken verharrte schon seit über einer halben Stunde in Ehrfurcht an derselben Stelle und der Rechner sagte auch nichts, arbeitete also nicht. Ich brach das Upgrade ab und siehe da, Windows Update hatte noch einige Updates für Windows 8.1 entdeckt, die bekanntermaßen vor dem Upgrade einzuspielen sind.
Was für ein Ärger, da hatte ich doch mehr als eine komplette Stunde verloren. Nach dem Update also das Upgrade, dass der Rechner glücklicherweise schon an diesem Vormittag runtergeladen hatte. Dachte ich, musste aber dummerweise feststellen, dass der PC die fast 3 GB vorsichtshalber erneut aus dem Netz absaugte. Pro Minute 1% laut Fortschrittsbalken, so langsam lief ich grün an und meine Kleidung drohte zu zerreißen.
Gundula und Gerd wollten kurz darauf nach Hause fahren. Sie nahmen meine Löwin mit, da ich noch etwas brauchen würde. Mit Mühe und Not konnte Cedric von seinen Eltern überredet werden, auf Wiedersehen zu sagen. Es ist sehr niedlich, wenn er so verschmitzt grinst, dieser Lausebengel. Aber er hat es faustdick hinter den Ohren. Faustdick!
Endlich Ruhe und der Fortschrittsbalken des Downloads steht bei 32%. Während der nächsten drei Stunden leistete mir Berta Gesellschaft; Bud hatte ihr einen Stuhl hingeschoben und verzog sich aufs Sofa vor dem Fernseher. Wir redeten ohne Unterlass über Mutter, unsere Kindheit oder die Arbeit. Dazu trank ich 2 Pötte Kaffee und 2 Gläser Wasser. Meine Nieren und die Blase waren dadurch stark beschäftigt.
Endlich war das Upgrade erfolgreich abgeschlossen. Ich fuhr auch sofort nach Hause und verabschiedete mich schnell. Phil war natürlich schon zurück nach Hannover gefahren, da hatte ich ihn um diese 3 Stunden verpasst. Doch auch meine Löwin sah ihn nur kurz, als sie zur geplanten Zeit in unserer Wohnung eintraf. Phil war seit 9.00 Uhr wach und hatte sämtlichen Kuchen und die Süßigkeiten vernichtet. Danach war ihm schlecht geworden, so dass er logischerweise früher weg wollte.
Meine Schwester liebt ihren Bruder zwar, kann es aber nach all den Jahrzehnten nicht lassen, mich zu ärgern. Genau vor meiner Nase bugsierte sie die Schachtel mit dem vegetarischen Schmalz. Gut, sie weiß, dass ich mich seit neuestem bei Schweinefleisch stark zurückhalte und dass Schweineschmalz ein No Go für mich ist. Nichts desto trotz hat auch vegetarisches Schmalz einen erhöhten Fettgehalt, weshalb ich lediglich 3 Brötchen damit beschmierte. Ich achte sehr auf meine Linie.
Vor einer zweiten Sicherung aller Bilddateien aktualisierte ich noch schnell Bertas altes Windows 8.1, da ich gelesen hatte, das man dies vor einem Upgrade unbedingt machen muss, weil es sonst nicht funzt. Wieder zeigte mir der Explorer eine Viertelstunde als Dauer der Sicherung an. Da hatte ich noch Zeit, weiter in mein leckeres Brötchen zu beißen. Schließlich war die Zeit gekommen, auf den Upgrade-Button zu drücken. Der Fortschrittsbalken beim Download der fast 3 GB war im Ibrahimovic Tempo unterwegs, so dass ich genauso gut mit den anderen noch etwas Solo spielen konnte.
Wir schrieben wegen Cedric gar nicht erst nicht auf. Nach bereits einer Partie verabschiedete ich mich ins Nebenzimmer an den PC, da mir das Solo spielen ohne Geld nicht so viel Spaß macht und ich so schnell als möglich mit dem Upgrade durch sein wollte. Also wartete ich am Rechner und zählte die Prozentzahl des Download Fortschritts mit. Mittendrin schaute Cedric kurz rein, dem das Kartenspiel wohl doch zu langweilig geworden war.
Das Spielen auf dem Rechner macht ihm halt mehr Spaß, doch leider geht das während eines Upgrades nicht. Das versuchte ich dem Siebenjährigen in verständlichen Worten beizubiegen, während er um den Schreibtisch herumstrich und danach ins Wohnzimmer zu den anderen lief. "Oma! Oma! Ich kenne Dein Passwort!“ rief er freudestrahlend und las es auch gleich laut vom Zettel ab.
Vom Zettel? Dem Zettel, auf dem mir Berta vor einer halben Stunde das Passwort aufgeschrieben hatte? Den ich auf der linken Schreibtischseite vor mir abgelegt hatte, weil ich ihn fürs Upgrade brauchte? Der jetzt nicht mehr da war, nachdem Cedric dort herumgeschlichen war?
Na warte, Du Rotzlöffel! Auf einen neuen Zettel schrieb ich ein ähnliches Passwort auf, auf das ich den Zugang nach Neueinrichtung des PCs abändern wollte. Wenn er demnächst morgens vor Oma und Opa wach werden wird und sich dann vor den PC schwingt, wird Cedric sein blaues Wunder erleben. Als kurze Zeit später Gerd im Nebenzimmer auftauchte, erzählte ich ihm aber nichts davon, weil ich Cedric nicht bei seinem Vater in die Pfanne hauen wollte.
Gerd wird wohl bald auch das Upgrade ausführen und wollte zwischendurch nur wissen, ob es dabei irgendwelche Probleme gibt. „Was für Probleme?“, fragte ich achselzuckend und schob noch hinterher: „Das System muss nur aktuell sein, dann geht das reibungslos. Eventuell der eine oder andere Treiber, aber sonst ist alles gut.“
Freudestrahlend hatte er mir beim Frühstück etwas über den Youtube Channel der Late Late Show with James Corden erzählt. Da wir den PC nicht benutzen konnten, schauten wir hierzu einige Beiträge über mein Huawei. Unter „Carpool Karaoke“ nimmt der gesanglich stark begabte James Corben Prominente in seiner Karre mit, die ihm den Weg zur Arbeit erträglich machen sollen.
Nein, das hat nichts mit dem „Bangbus“ zu tun. Hier geht es nur ums Singen. Corden macht das Radio an, bevorzugt kommen dann Lieder des mitfahrenden Stars und nach kurzer Zeit wird wie weiland bei Wayne`s World mitgesungen und stellenweise auch mitgewippt. Ob Justin Bieber, Mariah Carey oder auch Adele. Alle machen mit.
Am besten gefiel mir Gwen Stefani, weil mittendrin auch noch der äußerst witzige George Clooney mit Julia Roberts einstieg. Beide sind aktuell gemeinsam in einem Film in den Kinos und machen natürlich etwas Werbung für den Streifen, den Filmtitel habe ich vergessen. Aber alle zusammen singen „we are the Champions“, während Corben das Gefährt durch Manhattan steuert. Das ist großes Kino, Leute. Vergesst den Film.
Als Gerd wieder weg war, guckte ich nervös auf den Bildschirm. Der Fortschrittsbalken verharrte schon seit über einer halben Stunde in Ehrfurcht an derselben Stelle und der Rechner sagte auch nichts, arbeitete also nicht. Ich brach das Upgrade ab und siehe da, Windows Update hatte noch einige Updates für Windows 8.1 entdeckt, die bekanntermaßen vor dem Upgrade einzuspielen sind.
Was für ein Ärger, da hatte ich doch mehr als eine komplette Stunde verloren. Nach dem Update also das Upgrade, dass der Rechner glücklicherweise schon an diesem Vormittag runtergeladen hatte. Dachte ich, musste aber dummerweise feststellen, dass der PC die fast 3 GB vorsichtshalber erneut aus dem Netz absaugte. Pro Minute 1% laut Fortschrittsbalken, so langsam lief ich grün an und meine Kleidung drohte zu zerreißen.
Gundula und Gerd wollten kurz darauf nach Hause fahren. Sie nahmen meine Löwin mit, da ich noch etwas brauchen würde. Mit Mühe und Not konnte Cedric von seinen Eltern überredet werden, auf Wiedersehen zu sagen. Es ist sehr niedlich, wenn er so verschmitzt grinst, dieser Lausebengel. Aber er hat es faustdick hinter den Ohren. Faustdick!
Endlich Ruhe und der Fortschrittsbalken des Downloads steht bei 32%. Während der nächsten drei Stunden leistete mir Berta Gesellschaft; Bud hatte ihr einen Stuhl hingeschoben und verzog sich aufs Sofa vor dem Fernseher. Wir redeten ohne Unterlass über Mutter, unsere Kindheit oder die Arbeit. Dazu trank ich 2 Pötte Kaffee und 2 Gläser Wasser. Meine Nieren und die Blase waren dadurch stark beschäftigt.
Endlich war das Upgrade erfolgreich abgeschlossen. Ich fuhr auch sofort nach Hause und verabschiedete mich schnell. Phil war natürlich schon zurück nach Hannover gefahren, da hatte ich ihn um diese 3 Stunden verpasst. Doch auch meine Löwin sah ihn nur kurz, als sie zur geplanten Zeit in unserer Wohnung eintraf. Phil war seit 9.00 Uhr wach und hatte sämtlichen Kuchen und die Süßigkeiten vernichtet. Danach war ihm schlecht geworden, so dass er logischerweise früher weg wollte.
Sonntag, 16. August 2026
GuterPlatzzumBiertrinken: Der lange Ritt 1/2
1
Mittwoch, 17. Juni. Bereits seit Tagen - ach was sag ich: Seit Wochen! - hatte ich mich auf die heutige Tour gefreut. Denn an diesem Tag war ich morgens zum Frühstück beim Fachdienstleiter eingeladen gewesen. Und zufälligerweise hatte an diesem Tag Buck sein gesamtes Team zum gemütlichen Beisammensein bei sich nach Hause (zu Hause? Hause zu?) eingeladen. In der Nähe vom Schacht Konrad wohnt er.
Das strahlende Wetter passte hierzu, da musste ich förmlich Jolly Jumper (mein Radl) satteln, um mich auf diesen langen harten Ritt zu begeben. Out of the Box: Die geile Geburtstagsfeier von Berthold, Hubert, Bela und Montgomery hatte mich in meiner Absicht bestärkt, die Steppe wieder zu spüren. Diese 4 Guys feierten ihren 240. Geburtstag im Marineheim; ein Hauch von Shiloh Ranch hatte dort in der Luft gehangen. Jawoll - Vier ritten nach Texas und nahmen die Gäste mit. Mein besonderer Gruß gilt hierbei den zwei Followern meines Blogs - Hallelujah! Die amüsierten sich auch dort. Die Vier Fäuste blenden wir hier mal aus.Ich wollte Euch zwei Hübschen halt irgendwie hier unterbringen, allerdings fiel mir nichts anderes ein, da ich jetzt nicht einfach nur über die Feier berichten wollte. Keine Zeit dazu, ist WM und dann auch noch dieser heutige Tag. Einer wartet immer, wie Charles bereits meinte. Also nicht mein Kumpel, sondern der Bronson.
Eins noch vor Fahrtantritt. Die Heidekönigin, meine Kollegin, mit der ich Dienstags immer einen Kaffee ohne Kaffee trinke, sprich aktuellen Tratsch austausche, meinte noch, ich könnte an diesem Tag ja das Rad mit in den Zug nehmen. Den alten Cowboy wollte sie nicht auf den langen Trail schicken, die halbe Strecke würde „Festus Haggen“ wohl gerade noch bewältigen können. Ich hätte hier auch „Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah“ schreiben können, war mir aber zu lang.
Da hatte mir die weise Squaw einen richtig guten Tipp gegeben, welchen ich auch am Mittwoch Morgen direkt umsetzte. Ich kaufte am Bahnhof eine Fahrradkarte und schob Jolly Jumper über den Fahrstuhl in das stählerne Ross der deutschen Bahn. Am Mittwoch wohlgemerkt! Ich hatte ergo (Rundum gut versichert - Meinem Versicherungsmakler habe ich seinen Tesla finanziert) heute auf die Heimarbeit verzichtet.
Und warum auch nicht. In 15 Monaten gehe ich in Pension und kann dann wie meine Buddys klug schnacken, ohne noch irgendwie was leisten zu müssen. Von wegen Rentner haben niemals Zeit. Kunststück, sie klauen ja auch mir die Zeit. Also meine Kunden zumindest, aber ohne diese wäre ich ja ohne Auftrag. Mensch ist das kompliziert…
Also. Auf der Zielgeraden gilt es, alles mitzunehmen, auszukosten oder noch einmal Revue passieren zu lassen. Mein Fachdienstleiter hatte es nicht besser verdient; auch er muss den alten Meckerkloß in Natura ertragen. Um der alten Zeiten Willen.
Jolly Jumper versperrte zwar den Gang zur Toilette, aber mal ehrlich: Wer in einem Regionalzug auf die Toilette geht, muss schon total verzweifelt sein. Oder Kokser oder beides. Selbst an diesem Morgen gab es da zwei arme Seelen, die sich an Jolly Jumper vorbei quälten.
Ideales Wetter heute übrigens. Es ging ein sanfter Wind, die Sonne war hinter dem Grauschleier verborgen und brannte nicht unerbittlich auf das Straßenpflaster hernieder. Der Kaffee im Büro gab mir noch mehr Spirit, so dass ich kurz vor 9.00 Uhr zum Frühstück präsent sein konnte. Wie in einem klassischen Kuschelseminar moderierte der Chef die Veranstaltung. Die Mitarbeiter stellten sich hierbei der Reihe nach vor (Hallo, ich bin der Martin und Alkoholiker… nein, natürlich nicht) und erzählten etwas über ihr jeweiliges Aufgabengebiet.
Ich verdrückte während der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung eine leckere Weißmehlsemmel und schlorkte zwei Kaffees hinunter. Schön, dass ich mir dieses Pow Wow noch einmal gegönnt habe. Bis zum Mittag schickte ich noch einige Altakten in die ewigen Jagdgründe, ehe ich 12.45 den Rechner herunterfuhr und Jolly Jumper die Sporen gab.
Endlich auf dem Trail. Entspannt radelte ich die lang gezogene Ludwig-Erhard-Straße gen A 39 hinaus, ließ Engelnstedt rechts liegen. Jolly Jumper lief rund, es wehte ein leichter Wind und ich hatte heute meine Bürotasche nicht dabei. Das Einzige, was deshalb etwas nervte, war meine azurblaue Regenjacke aus Nylon. Reißfest, aber nicht gerade atrmungsaktiv. Da staute sich gewaltig was auf - wer würde bei Buck neben dem Skunk sitzen müssen?
Eine Dreiviertelstunde hatte ich für diese Fahrt eingeplant. Diese Schätzung war eher konservativ gewesen, denn am Ende war ich schneller. Gegenüber der letzten Ausfahrt Engelnstedt (Last Exit Brooklyn - ein toller Film) geht ein geteerter Wirtschaftsweg in die Felder. Hossa, schnell ritt ich in die Prärie hinein.
Dort ging es an der ersten Abbiegung rechts Richtung Konrad (Ich möcht‘ so gern wie Konrad sein…), erkennbar an den seitlichen Sandbunkern. Die leichte Steigung bewältigte ich mühelos, um dann nordwärts den wunderschönen Blick über die Felder zu genießen. Dort, wo die Cotton Picker die Kartoffeln aus der Erde holen.
Mittwoch, 17. Juni. Bereits seit Tagen - ach was sag ich: Seit Wochen! - hatte ich mich auf die heutige Tour gefreut. Denn an diesem Tag war ich morgens zum Frühstück beim Fachdienstleiter eingeladen gewesen. Und zufälligerweise hatte an diesem Tag Buck sein gesamtes Team zum gemütlichen Beisammensein bei sich nach Hause (zu Hause? Hause zu?) eingeladen. In der Nähe vom Schacht Konrad wohnt er.
Das strahlende Wetter passte hierzu, da musste ich förmlich Jolly Jumper (mein Radl) satteln, um mich auf diesen langen harten Ritt zu begeben. Out of the Box: Die geile Geburtstagsfeier von Berthold, Hubert, Bela und Montgomery hatte mich in meiner Absicht bestärkt, die Steppe wieder zu spüren. Diese 4 Guys feierten ihren 240. Geburtstag im Marineheim; ein Hauch von Shiloh Ranch hatte dort in der Luft gehangen. Jawoll - Vier ritten nach Texas und nahmen die Gäste mit. Mein besonderer Gruß gilt hierbei den zwei Followern meines Blogs - Hallelujah! Die amüsierten sich auch dort. Die Vier Fäuste blenden wir hier mal aus.Ich wollte Euch zwei Hübschen halt irgendwie hier unterbringen, allerdings fiel mir nichts anderes ein, da ich jetzt nicht einfach nur über die Feier berichten wollte. Keine Zeit dazu, ist WM und dann auch noch dieser heutige Tag. Einer wartet immer, wie Charles bereits meinte. Also nicht mein Kumpel, sondern der Bronson.
Eins noch vor Fahrtantritt. Die Heidekönigin, meine Kollegin, mit der ich Dienstags immer einen Kaffee ohne Kaffee trinke, sprich aktuellen Tratsch austausche, meinte noch, ich könnte an diesem Tag ja das Rad mit in den Zug nehmen. Den alten Cowboy wollte sie nicht auf den langen Trail schicken, die halbe Strecke würde „Festus Haggen“ wohl gerade noch bewältigen können. Ich hätte hier auch „Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah“ schreiben können, war mir aber zu lang.
Da hatte mir die weise Squaw einen richtig guten Tipp gegeben, welchen ich auch am Mittwoch Morgen direkt umsetzte. Ich kaufte am Bahnhof eine Fahrradkarte und schob Jolly Jumper über den Fahrstuhl in das stählerne Ross der deutschen Bahn. Am Mittwoch wohlgemerkt! Ich hatte ergo (Rundum gut versichert - Meinem Versicherungsmakler habe ich seinen Tesla finanziert) heute auf die Heimarbeit verzichtet.
Und warum auch nicht. In 15 Monaten gehe ich in Pension und kann dann wie meine Buddys klug schnacken, ohne noch irgendwie was leisten zu müssen. Von wegen Rentner haben niemals Zeit. Kunststück, sie klauen ja auch mir die Zeit. Also meine Kunden zumindest, aber ohne diese wäre ich ja ohne Auftrag. Mensch ist das kompliziert…
Also. Auf der Zielgeraden gilt es, alles mitzunehmen, auszukosten oder noch einmal Revue passieren zu lassen. Mein Fachdienstleiter hatte es nicht besser verdient; auch er muss den alten Meckerkloß in Natura ertragen. Um der alten Zeiten Willen.
Jolly Jumper versperrte zwar den Gang zur Toilette, aber mal ehrlich: Wer in einem Regionalzug auf die Toilette geht, muss schon total verzweifelt sein. Oder Kokser oder beides. Selbst an diesem Morgen gab es da zwei arme Seelen, die sich an Jolly Jumper vorbei quälten.
Ideales Wetter heute übrigens. Es ging ein sanfter Wind, die Sonne war hinter dem Grauschleier verborgen und brannte nicht unerbittlich auf das Straßenpflaster hernieder. Der Kaffee im Büro gab mir noch mehr Spirit, so dass ich kurz vor 9.00 Uhr zum Frühstück präsent sein konnte. Wie in einem klassischen Kuschelseminar moderierte der Chef die Veranstaltung. Die Mitarbeiter stellten sich hierbei der Reihe nach vor (Hallo, ich bin der Martin und Alkoholiker… nein, natürlich nicht) und erzählten etwas über ihr jeweiliges Aufgabengebiet.
Ich verdrückte während der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung eine leckere Weißmehlsemmel und schlorkte zwei Kaffees hinunter. Schön, dass ich mir dieses Pow Wow noch einmal gegönnt habe. Bis zum Mittag schickte ich noch einige Altakten in die ewigen Jagdgründe, ehe ich 12.45 den Rechner herunterfuhr und Jolly Jumper die Sporen gab.
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| Der Abzweig in die Prärie |
Endlich auf dem Trail. Entspannt radelte ich die lang gezogene Ludwig-Erhard-Straße gen A 39 hinaus, ließ Engelnstedt rechts liegen. Jolly Jumper lief rund, es wehte ein leichter Wind und ich hatte heute meine Bürotasche nicht dabei. Das Einzige, was deshalb etwas nervte, war meine azurblaue Regenjacke aus Nylon. Reißfest, aber nicht gerade atrmungsaktiv. Da staute sich gewaltig was auf - wer würde bei Buck neben dem Skunk sitzen müssen?
Eine Dreiviertelstunde hatte ich für diese Fahrt eingeplant. Diese Schätzung war eher konservativ gewesen, denn am Ende war ich schneller. Gegenüber der letzten Ausfahrt Engelnstedt (Last Exit Brooklyn - ein toller Film) geht ein geteerter Wirtschaftsweg in die Felder. Hossa, schnell ritt ich in die Prärie hinein.
Dort ging es an der ersten Abbiegung rechts Richtung Konrad (Ich möcht‘ so gern wie Konrad sein…), erkennbar an den seitlichen Sandbunkern. Die leichte Steigung bewältigte ich mühelos, um dann nordwärts den wunderschönen Blick über die Felder zu genießen. Dort, wo die Cotton Picker die Kartoffeln aus der Erde holen.
Sonntag, 9. August 2026
Contramann: kurz gesehen im August
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sachsen-anhalt-kabarettist-uwe-steimle-singt-ddr-hymne-tino-chrupalla-und-ulrich-siegmund-stimmen-ein-a-528664c3-14bd-4f4d-b611-a0b4e7bee16b
Weiter geht es mit dem Bashing von unbequemen Zeitgenossen .Der Kabarettist Uwe Steimle, stets verdächtig als Querdenker oder gar Putinversteher, trat nicht nur bei einer AfD Veranstaltung zur Wahl in Sachsen-Anhalt auf (dies allein zeigt ihn ja schon in den Augen des Spiegel als absolut untragbar). Nein - er sang dann auch noch die DDR Nationalhymne.
Absolutes No-Go, werden jetzt die westdeutschen Intellektuellen (und Spiegel Leser) schäumen, welche ja stets für die Demokratie eintreten. Für Meinungsfreiheit und Toleranz, für ein friedliches Miteinander. Und gegen Nazis.
Und dann diese undankbaren Ossis! Hatten „wir“ (die aus dem Westen) ihnen nicht die D-Mark gebracht und Reisefreiheit? Blühende Landschaften also. Und so danken sie es „uns“? Was für eine Schweinerei!
Sollen sie gefälligst ruhig sein, diese Schmarotzer! Und weiterhin wie seit bald 40 Jahren geringere Löhne als die im Westen für die gleiche Arbeit erhalten. Die Füße sollten sie „uns“ küssen, haben wir ihnen doch erst beigebracht, was Arbeitslosigkeit und Bürgergeld bedeutet.
„Er werde natürlich auch die deutsche Nationalhymne singen, so Steimle weiter, aber der Text der einstigen DDR-Fassung sei »so großartig und jedes Wort stimmt, als wäre es heute, und das ist bei großen Sachen eben immer so, die sind allgemeingültig«, sagte Steimle. »Wir gehören zusammen, wir sind Deutsche, Ende der Debatte.«“
Dieses Zitat aus dem Artikel reicht eigentlich als Antwort auf und Kritik zu diesem Beitrag des Spiegels, der nur so vor Verachtung der „Geschichte“ unserer Brüder und Schwestern aus der DDR strotzt. Und um den von mir zitierten Kommentar von Steimle richtig verstehen zu können - er hat nämlich recht - empfehle ich, den Text der DDR-Hymne auf Wikipedia zu lesen.
Abdrucken möchte ich ihn nicht; ist am Ende auch schon verboten.
Meinungsfreiheit und Toleranz...
https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/arbeitsministerin-will-beamte-in-sozialversicherung-integrieren-94361477.html
Und weiter geht's mit der üblen Meinungsmache. Die Verantwortlichen dieses Artikels müsste man eigentlich wegen falscher Behauptungen belangen. Los gehts:
„Die im öffentlichen Dienst beschäftigten Angestellten erhalten für die gleiche Tätigkeit zwar ein in etwa gleiches Bruttogehalt wie ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen, auf ihr Konto wird aber wegen der Sozialabgaben ein deutlich niedrigeres Nettogehalt überwiesen.“
Das klassische, aber verlogene Argument. Ich selbst war auf meiner Stelle zuerst ein Jahr als Angestellter unterwegs gewesen und wurde dann „wertgleich“ verbeamtet. Mein Bruttogehalt als Angestellter war seinerzeit sogar höher als die Beamtenbezüge - sollte sich das wirklich angeglichen haben?
Im Übrigen unterschlägt der Autor des Artikels, dass der Beamte von seinem Nettogehalt noch seine Krankenversicherung selbst bezahlt. Dieser Posten ist beim Angestellten beim Nettogehalt schon bezahlt. Beamte - Beihilfe 50%, ja und? Ich zahl trotzdem über 400,- € monatlich an meine Krankenkasse; habe die Leistungen schon auf „AOK Niveau“ (außer bei Zahnersatz) reduziert. Und komm mir jetzt keiner mit besseren Leistungen für Privatpatienten. Kann sich ein gesetzlich Versicherter auch dazu kaufen. Muss ich schließlich auch.
Die höhere Vergütung bei Privatpatienten? Die kassiert der Arzt und eben nicht ich, deswegen passt das beim Gehaltsvergleich Angestellter - Beamter nicht. Von mir aus kann die Politik die Honorierung gleichsetzen. Das gibt dann noch mehr medizinische Versorgungszentren statt kurzer Wege zum Arzt und längere Wartezeiten für alle.
Aber bleiben wir bei den Gehaltskosten, gern auch beim Vergleich Rente - Pension. Die Kritiker vergessen beim Vergleich grundsätzlich immer die Tatsache, dass bei der Beamtenpension die Betriebsrente bereits eingepreist ist. Als Beamter arbeite ich in einem Betrieb der Größe eines Konzerns, welcher in der Regel eine Betriebsrente zahlt.
Natürlich finde ich immer Personengruppen, die im Vergleich zu Beamten schlechter gestellt sind. Nur sind diese dann aber auch gegenüber den Angestellten bei Siemens, VW oder Bosch schlechter dran. Das gehört zur Wahrheit mit dazu. Frechheit, dies zu unterschlagen.
Kurz vor Schluss eines noch: Auch wenn der Autor dies bestreitet, aber ein Beamter kommt den Arbeitgeber preiswerter als ein Angestellter. Die Lösung ist demnach nicht, die Beamten auch noch in die Sozialversicherung ohne Ausgleich einzahlen zu lassen, sondern langfristig keine Beamten mehr zu ernennen. Da, wo sie wohl tatsächlich unverzichtbar sind (Polizei, Militär oder Feuerwehr), kann man - so weit noch nicht geschehen - mit freier Heilsfürsorge planen.
Was mich allerdings am Meisten wurmt ist diese Konzentration auf die Beamten. Was ist denn mit den gesetzlich Versicherten, die über der Bemessungsgrenze liegen? Die können sich freikaufen und fehlen dann als Beitragszahler bei den gesetzlichen Kassen. Zumindest einen Höchstbetrag sollten diese zahlen müssen, bevor man über eine Beteiligung von Beamten auch nur nachdenkt.
Wahrscheinlich ist der Autor des Berichts bei der FR angestellt und liegt über der Bemessungsgrenze, privat versichert günstiger und sieht, wie für nen Deutschen nicht unüblich, das Problem lediglich bei den „Anderen.“
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/muss-der-kapitalismus-weg/
Endlich habe ich einen Artikel von Roberto DeLapuente gefunden, den ich falsch oder zumindest irreführend finde.
Sein Credo: Er kritisiert, dass u.a. „Altlinke“ im Kapitalismus die Wurzel allen Übels (Kriege, Ausbeutung, etc.) sehen. Für die sei es eine Systemfrage. Lapuente hält dagegen, dass es bereits in vorkapitalistischen Zeiten Ausbeutung und Kriegsgewinnler gegeben habe. Insofern sei der Vorwurf an den Kapitalismus falsch.
Mir fällt nach dem Lesen des Artikels auf, dass Lapuente keine Alternative zur Eindämmung von Ausbeutung etc.pp. benennt. Das macht diesen Artikel zur Luftpumpe, weil das Wissen, dass vorhergehende Gesellschaftsformen ebenfalls ungerechte Systeme darstellten, bei der Frage, ob Kapitalismus weg muss, nicht weiterhilft. Und diese in seiner Überschrift gestellte Frage lässt DeLapuente unbeantwortet.
Ergo: Was für ein System kann bestehende Ungerechtigkeiten beseitigen oder abmildern; geht das vielleicht doch im Rahmen des Kapitalismus? Darf ich DeLapuente so verstehen, dass unter diesem Gesellschaftssystem eine gerechte Gesellschaft existieren könnte?
Meiner bescheidenen Meinung nach wäre hier der größte Hemmschuh ein augenfälliges Merkmal des Kapitalismus: Die vordringliche Orientierung auf Gewinnmaximierung.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Weiter geht es mit dem Bashing von unbequemen Zeitgenossen .Der Kabarettist Uwe Steimle, stets verdächtig als Querdenker oder gar Putinversteher, trat nicht nur bei einer AfD Veranstaltung zur Wahl in Sachsen-Anhalt auf (dies allein zeigt ihn ja schon in den Augen des Spiegel als absolut untragbar). Nein - er sang dann auch noch die DDR Nationalhymne.
Absolutes No-Go, werden jetzt die westdeutschen Intellektuellen (und Spiegel Leser) schäumen, welche ja stets für die Demokratie eintreten. Für Meinungsfreiheit und Toleranz, für ein friedliches Miteinander. Und gegen Nazis.
Und dann diese undankbaren Ossis! Hatten „wir“ (die aus dem Westen) ihnen nicht die D-Mark gebracht und Reisefreiheit? Blühende Landschaften also. Und so danken sie es „uns“? Was für eine Schweinerei!
Sollen sie gefälligst ruhig sein, diese Schmarotzer! Und weiterhin wie seit bald 40 Jahren geringere Löhne als die im Westen für die gleiche Arbeit erhalten. Die Füße sollten sie „uns“ küssen, haben wir ihnen doch erst beigebracht, was Arbeitslosigkeit und Bürgergeld bedeutet.
„Er werde natürlich auch die deutsche Nationalhymne singen, so Steimle weiter, aber der Text der einstigen DDR-Fassung sei »so großartig und jedes Wort stimmt, als wäre es heute, und das ist bei großen Sachen eben immer so, die sind allgemeingültig«, sagte Steimle. »Wir gehören zusammen, wir sind Deutsche, Ende der Debatte.«“
Dieses Zitat aus dem Artikel reicht eigentlich als Antwort auf und Kritik zu diesem Beitrag des Spiegels, der nur so vor Verachtung der „Geschichte“ unserer Brüder und Schwestern aus der DDR strotzt. Und um den von mir zitierten Kommentar von Steimle richtig verstehen zu können - er hat nämlich recht - empfehle ich, den Text der DDR-Hymne auf Wikipedia zu lesen.
Abdrucken möchte ich ihn nicht; ist am Ende auch schon verboten.
Meinungsfreiheit und Toleranz...
https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/arbeitsministerin-will-beamte-in-sozialversicherung-integrieren-94361477.html
Und weiter geht's mit der üblen Meinungsmache. Die Verantwortlichen dieses Artikels müsste man eigentlich wegen falscher Behauptungen belangen. Los gehts:
„Die im öffentlichen Dienst beschäftigten Angestellten erhalten für die gleiche Tätigkeit zwar ein in etwa gleiches Bruttogehalt wie ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen, auf ihr Konto wird aber wegen der Sozialabgaben ein deutlich niedrigeres Nettogehalt überwiesen.“
Das klassische, aber verlogene Argument. Ich selbst war auf meiner Stelle zuerst ein Jahr als Angestellter unterwegs gewesen und wurde dann „wertgleich“ verbeamtet. Mein Bruttogehalt als Angestellter war seinerzeit sogar höher als die Beamtenbezüge - sollte sich das wirklich angeglichen haben?
Im Übrigen unterschlägt der Autor des Artikels, dass der Beamte von seinem Nettogehalt noch seine Krankenversicherung selbst bezahlt. Dieser Posten ist beim Angestellten beim Nettogehalt schon bezahlt. Beamte - Beihilfe 50%, ja und? Ich zahl trotzdem über 400,- € monatlich an meine Krankenkasse; habe die Leistungen schon auf „AOK Niveau“ (außer bei Zahnersatz) reduziert. Und komm mir jetzt keiner mit besseren Leistungen für Privatpatienten. Kann sich ein gesetzlich Versicherter auch dazu kaufen. Muss ich schließlich auch.
Die höhere Vergütung bei Privatpatienten? Die kassiert der Arzt und eben nicht ich, deswegen passt das beim Gehaltsvergleich Angestellter - Beamter nicht. Von mir aus kann die Politik die Honorierung gleichsetzen. Das gibt dann noch mehr medizinische Versorgungszentren statt kurzer Wege zum Arzt und längere Wartezeiten für alle.
Aber bleiben wir bei den Gehaltskosten, gern auch beim Vergleich Rente - Pension. Die Kritiker vergessen beim Vergleich grundsätzlich immer die Tatsache, dass bei der Beamtenpension die Betriebsrente bereits eingepreist ist. Als Beamter arbeite ich in einem Betrieb der Größe eines Konzerns, welcher in der Regel eine Betriebsrente zahlt.
Natürlich finde ich immer Personengruppen, die im Vergleich zu Beamten schlechter gestellt sind. Nur sind diese dann aber auch gegenüber den Angestellten bei Siemens, VW oder Bosch schlechter dran. Das gehört zur Wahrheit mit dazu. Frechheit, dies zu unterschlagen.
Kurz vor Schluss eines noch: Auch wenn der Autor dies bestreitet, aber ein Beamter kommt den Arbeitgeber preiswerter als ein Angestellter. Die Lösung ist demnach nicht, die Beamten auch noch in die Sozialversicherung ohne Ausgleich einzahlen zu lassen, sondern langfristig keine Beamten mehr zu ernennen. Da, wo sie wohl tatsächlich unverzichtbar sind (Polizei, Militär oder Feuerwehr), kann man - so weit noch nicht geschehen - mit freier Heilsfürsorge planen.
Was mich allerdings am Meisten wurmt ist diese Konzentration auf die Beamten. Was ist denn mit den gesetzlich Versicherten, die über der Bemessungsgrenze liegen? Die können sich freikaufen und fehlen dann als Beitragszahler bei den gesetzlichen Kassen. Zumindest einen Höchstbetrag sollten diese zahlen müssen, bevor man über eine Beteiligung von Beamten auch nur nachdenkt.
Wahrscheinlich ist der Autor des Berichts bei der FR angestellt und liegt über der Bemessungsgrenze, privat versichert günstiger und sieht, wie für nen Deutschen nicht unüblich, das Problem lediglich bei den „Anderen.“
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/muss-der-kapitalismus-weg/
Endlich habe ich einen Artikel von Roberto DeLapuente gefunden, den ich falsch oder zumindest irreführend finde.
Sein Credo: Er kritisiert, dass u.a. „Altlinke“ im Kapitalismus die Wurzel allen Übels (Kriege, Ausbeutung, etc.) sehen. Für die sei es eine Systemfrage. Lapuente hält dagegen, dass es bereits in vorkapitalistischen Zeiten Ausbeutung und Kriegsgewinnler gegeben habe. Insofern sei der Vorwurf an den Kapitalismus falsch.
Mir fällt nach dem Lesen des Artikels auf, dass Lapuente keine Alternative zur Eindämmung von Ausbeutung etc.pp. benennt. Das macht diesen Artikel zur Luftpumpe, weil das Wissen, dass vorhergehende Gesellschaftsformen ebenfalls ungerechte Systeme darstellten, bei der Frage, ob Kapitalismus weg muss, nicht weiterhilft. Und diese in seiner Überschrift gestellte Frage lässt DeLapuente unbeantwortet.
Ergo: Was für ein System kann bestehende Ungerechtigkeiten beseitigen oder abmildern; geht das vielleicht doch im Rahmen des Kapitalismus? Darf ich DeLapuente so verstehen, dass unter diesem Gesellschaftssystem eine gerechte Gesellschaft existieren könnte?
Meiner bescheidenen Meinung nach wäre hier der größte Hemmschuh ein augenfälliges Merkmal des Kapitalismus: Die vordringliche Orientierung auf Gewinnmaximierung.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Sonntag, 2. August 2026
Hartmudo: Die Mega-WM … ist vorbei
Heute vor zwei Wochen ging die Fußball WM zu Ende. Da wird es Zeit für ein Resümee, bevor am Wochenende der richtige Fußball anfängt. Zweite Liga - Eintracht spielt zuerst in Magdeburg und hat bereits den Kader beisammen. Anders als in den Vorjahren, wo dann noch flugs Nottransfers getätigt wurden, um die gröbsten Lücken zu füllen.
Jetzt mit Lars Kornetka als Trainer will Eintracht angeblich auch mal den Ball haben. Kornetka war ja der Co-Trainer der Österreicher gewesen, die ja ebenso wie die selbsterklärten WM-Favoriten des Herrn Nagelsmann im Sechszehntel-Finale die Segel streichen mussten. Und dies nicht gegen die Fußballzwerge aus Paraguay, sondern ziemlich chancenlos gegen den neuen und verdienten Weltmeister aus Spanien.
Die Furia Roja verdankte den Titel hauptsächlich einer Eigenschaft, welche die Spanier bereits in den frühesten Jugendmannschaften praktizieren. Wohl als einzige Fußballnation der Welt. Es ist ein einfaches Spielprinzip: “Wenn ich den Ball habe, kann der Gegner kein Tor schießen. Und wir machen irgendwann sowieso eins“.
Das sah zwar nicht immer schön aus, wenn die spanischen Ballkünstler das Leder quer um den gegnerischen Strafraum herum gespielt hatten oder durch Rückpässe den Gegner zum Angriff herausziehen wollten. Wer sich dann darauf einließ, wurde durch zwei oder drei schnelle Bälle schwer erwischt und konnte danach immer nur zuschauen, wie die Spanier gnadenlos ihren Vorsprung über die Zeit brachten.
OK - jetzt meine ewige Tabelle nach der WM:
Falls „Cornetto“ Eintracht mit diesem Spielstil über die gesamte Saison in ruhige Gewässer führen kann, soll mir das recht sein. Ich denke aber, ihm schwebt eher eine Offensivpower mit offensivem Gegenpressing vor. Dies haben die Franzosen und die Engländer am erfolgreichsten aufblitzen lassen. Das 6:4 der beiden Teams im Spiel um den dritten Platz zugunsten der Engländer war mit Abstand das schönste Spiel dieser WM.
Die Norweger und die Marokkaner kamen hier nicht ganz ran; beide scheiterten im Viertelfinale an den eben genannten Kontrahenten. Dafür fegten die Norweger meine persönlichen Favoriten aus Brasilien aus dem Turnier. Und dann war da ja noch der Endspielgegner der Spanier. Argentinien holzte sich ins Finale, wäre im Sechszehntel-Finale fast an den Defensivkünstlern aus Kap Verde gescheitert. Schade.
Überhaupt waren die kleinen Fußballnationen eine Bereicherung des Turniers. Trotz der 48 Teams gab es kaum Kantersiege. Da war das 7:1 unserer Mannen gegen Curacao bereits als erster Schritt zum Titel abgefeiert worden, als dann wieder die deutsche Gemütlichkeit erkennbar wurde. Pomadig ohne Ende war dann selbst Paraguay zu stark. Im Elfmeterschießen tapsten verängstigte deutsche Millionarios zum Elfmeterpunkt und versemmelten es dann richtig.
Womit wir zu den Enttäuschungen des Turniers kommen. Die Urus und auch der Geheimtipp Türkiye durften bereits in der Vorrunde abkacken. Die Holländer scheiterten ja wenigstens noch an Marokko im Sechszehntel-Finale, aber die Mannen um Joshua Kimmich bekamen das Spiel nach dem Kantersieg gegen Curacao einfach nicht mehr in den Griff. Über den Sieg in der Nachspielzeit gegen meine Freunde von der Elfenbeinküste hatte ich mich schon geärgert - irgendwie äußerst glücklich, um nicht zu sagen unverdient.
Die Niederlage gegen Ecuador - man war ja bereits Gruppensieger, also Schonen der Kräfte oder was? Und dann gegen Paraguay die Dolchstoßlegende! Von wegen „vermeintliches“ Foul von Waldemar Anton an dem Torwart der Paraguayer, da hatte Anton mal so eben mit einem kurzen Buffer in der Drehung beim Hochspringen den Keeper am Hochspringen gehindert, so dass Tah zum vermeintlichen 2:1 einköpfen konnte.
Dass dann die schwer emotionalisierten Reporter des deutschen Fernsehens stark traumatisiert waren, überraschte mich nicht. Keine Qualität mehr hinter dem Mikro; Heinz-Florian Oertel wäre das sicher nicht passiert.
Der hochgelobte Julian Nagelsmann war also auch gescheitert, jetzt soll es Kloppo richten. Wenn der Trainerwechsel dann allerdings alles ist, was dem DFB zum Krisenmanagement einfällt, kann ich mir eine Besserung in Richtung Titelgewinn schwerlich vorstellen. Solange die Funktionäre ihr Süppchen weiter kochen und die Nachwuchsarbeit beim DFB wie auch im Ligabetrieb weiter vor sich hindümpelt, können „wir“ froh sein, wenn nächstes Mal erst das Viertelfinale die Endstation Sehnsucht bedeutet.
Von daher hätten sie in diesem Fall auch Heiner Backhaus zum Bundestrainer küren können, der ist wie Kloppo auch so ein Heringsbändiger. Bloß preiswerter. Aber ich hab da gut lästern; mal sehen, ob Lars Kornetka bei der Eintracht ein Team formen kann, welches bei Bedarf Ball und Gegner kontrollieren kann. Wie immer freue ich mich auf die neue Zweitliga-Saison und versuche, meinen Optimismus im Zaum zu halten.
Was gibt es abschließend noch zur WM zu erzählen? Die Halbzeitshow während des Endspiels war überflüssig; meinetwegen zwei Stunden lang VOR dem Spiel. Infantino! Seine Überlegung, das Turnier noch weiter auf 64 Teams aufzublähen, rief ja schon viele Kritiker auf den Plan. Doch sein Plan, Anteile der WM an private Investoren zu verschachern, motivierte die UEFA zum Widerstand. Jetzt steht ein möglicher WM-Boykott der Europäer im Raum, sollte die FIFA den Investorendeal nicht beerdigen.
Geprägt wurde dieses Turnier nicht zuletzt durch einige Altstars, die das 40. Lebensjahr erreicht haben oder kurz davor sind. Ob Christiano Ronaldo, Luca Modric, Lionel Messi oder gar Neymar. Einige von ihnen waren mehr als ein bunter Farbtupfer, aber alle spielten in ihren Teams eine tragende Rolle. Und dann war da ja noch Manuel Neuer…
Er gab eher eine tragische Rolle ab. Der Coca Cola Zero Mann (wer erinnert sich nicht an diese gelungene Werbekampagne) stand wegen seines kurzfristigen Auftretens und Inthronisierung als Numero Uno in der Kritik und brachte vielleicht auch die nicht benötigte Unruhe ins gesamte Team. Das ZDF wird hierzu in 32 Jahren eine Dokumentation fertigen - die diesjährige Doku über das grandiose Scheitern von Bertis Buben 1994 war ein Highlight dieser WM Wochen.
Jetzt aber genug - die zweite Liga ruft.
Jetzt mit Lars Kornetka als Trainer will Eintracht angeblich auch mal den Ball haben. Kornetka war ja der Co-Trainer der Österreicher gewesen, die ja ebenso wie die selbsterklärten WM-Favoriten des Herrn Nagelsmann im Sechszehntel-Finale die Segel streichen mussten. Und dies nicht gegen die Fußballzwerge aus Paraguay, sondern ziemlich chancenlos gegen den neuen und verdienten Weltmeister aus Spanien.
Die Furia Roja verdankte den Titel hauptsächlich einer Eigenschaft, welche die Spanier bereits in den frühesten Jugendmannschaften praktizieren. Wohl als einzige Fußballnation der Welt. Es ist ein einfaches Spielprinzip: “Wenn ich den Ball habe, kann der Gegner kein Tor schießen. Und wir machen irgendwann sowieso eins“.
Das sah zwar nicht immer schön aus, wenn die spanischen Ballkünstler das Leder quer um den gegnerischen Strafraum herum gespielt hatten oder durch Rückpässe den Gegner zum Angriff herausziehen wollten. Wer sich dann darauf einließ, wurde durch zwei oder drei schnelle Bälle schwer erwischt und konnte danach immer nur zuschauen, wie die Spanier gnadenlos ihren Vorsprung über die Zeit brachten.
OK - jetzt meine ewige Tabelle nach der WM:
Land | Titel | Vize | HF | 4telF | Punkte | |
1 | Deutschland/DDR | 4 | 4 | 6 | 5 | 63,0 |
2 | Brasilien | 5 | 2 | 4 | 7 | 62,0 |
3 | Argentinien | 3 | 4 | 0 | 5 | 46,0 |
4 | Italien | 4 | 2 | 2 | 2 | 45,0 |
5 | Frankreich | 2 | 2 | 4 | 2 | 36,0 |
6 | England | 1 | 2 | 1 | 9 | 23,0 |
7 | Uruguay | 2 | 0 | 3 | 2 | 22,0 |
8 | Niederlande | 0 | 3 | 2 | 2 | 22,0 |
9 | Jugoslawien/Kroatien | 0 | 1 | 4 | 5 | 20,5 |
10 | Spanien | 2 | 0 | 1 | 4 | 20,0 |
11 | Schweden | 0 | 1 | 3 | 3 | 16,0 |
12 | Ungarn | 0 | 2 | 0 | 3 | 13,0 |
13 | CSSR/Tschechei | 0 | 2 | 0 | 2 | 12,0 |
14 | Österreich | 0 | 0 | 2 | 2 | 7,0 |
15 | Polen | 0 | 0 | 2 | 1 | 7,0 |
16 | UDSSR/Rußland | 0 | 0 | 1 | 5 | 7,0 |
17 | Belgien | 0 | 0 | 2 | 2 | 7,0 |
18 | Portugal | 0 | 0 | 2 | 1 | 6,0 |
Die Norweger und die Marokkaner kamen hier nicht ganz ran; beide scheiterten im Viertelfinale an den eben genannten Kontrahenten. Dafür fegten die Norweger meine persönlichen Favoriten aus Brasilien aus dem Turnier. Und dann war da ja noch der Endspielgegner der Spanier. Argentinien holzte sich ins Finale, wäre im Sechszehntel-Finale fast an den Defensivkünstlern aus Kap Verde gescheitert. Schade.
Überhaupt waren die kleinen Fußballnationen eine Bereicherung des Turniers. Trotz der 48 Teams gab es kaum Kantersiege. Da war das 7:1 unserer Mannen gegen Curacao bereits als erster Schritt zum Titel abgefeiert worden, als dann wieder die deutsche Gemütlichkeit erkennbar wurde. Pomadig ohne Ende war dann selbst Paraguay zu stark. Im Elfmeterschießen tapsten verängstigte deutsche Millionarios zum Elfmeterpunkt und versemmelten es dann richtig.
Womit wir zu den Enttäuschungen des Turniers kommen. Die Urus und auch der Geheimtipp Türkiye durften bereits in der Vorrunde abkacken. Die Holländer scheiterten ja wenigstens noch an Marokko im Sechszehntel-Finale, aber die Mannen um Joshua Kimmich bekamen das Spiel nach dem Kantersieg gegen Curacao einfach nicht mehr in den Griff. Über den Sieg in der Nachspielzeit gegen meine Freunde von der Elfenbeinküste hatte ich mich schon geärgert - irgendwie äußerst glücklich, um nicht zu sagen unverdient.
Die Niederlage gegen Ecuador - man war ja bereits Gruppensieger, also Schonen der Kräfte oder was? Und dann gegen Paraguay die Dolchstoßlegende! Von wegen „vermeintliches“ Foul von Waldemar Anton an dem Torwart der Paraguayer, da hatte Anton mal so eben mit einem kurzen Buffer in der Drehung beim Hochspringen den Keeper am Hochspringen gehindert, so dass Tah zum vermeintlichen 2:1 einköpfen konnte.
Dass dann die schwer emotionalisierten Reporter des deutschen Fernsehens stark traumatisiert waren, überraschte mich nicht. Keine Qualität mehr hinter dem Mikro; Heinz-Florian Oertel wäre das sicher nicht passiert.
Der hochgelobte Julian Nagelsmann war also auch gescheitert, jetzt soll es Kloppo richten. Wenn der Trainerwechsel dann allerdings alles ist, was dem DFB zum Krisenmanagement einfällt, kann ich mir eine Besserung in Richtung Titelgewinn schwerlich vorstellen. Solange die Funktionäre ihr Süppchen weiter kochen und die Nachwuchsarbeit beim DFB wie auch im Ligabetrieb weiter vor sich hindümpelt, können „wir“ froh sein, wenn nächstes Mal erst das Viertelfinale die Endstation Sehnsucht bedeutet.
Von daher hätten sie in diesem Fall auch Heiner Backhaus zum Bundestrainer küren können, der ist wie Kloppo auch so ein Heringsbändiger. Bloß preiswerter. Aber ich hab da gut lästern; mal sehen, ob Lars Kornetka bei der Eintracht ein Team formen kann, welches bei Bedarf Ball und Gegner kontrollieren kann. Wie immer freue ich mich auf die neue Zweitliga-Saison und versuche, meinen Optimismus im Zaum zu halten.
Was gibt es abschließend noch zur WM zu erzählen? Die Halbzeitshow während des Endspiels war überflüssig; meinetwegen zwei Stunden lang VOR dem Spiel. Infantino! Seine Überlegung, das Turnier noch weiter auf 64 Teams aufzublähen, rief ja schon viele Kritiker auf den Plan. Doch sein Plan, Anteile der WM an private Investoren zu verschachern, motivierte die UEFA zum Widerstand. Jetzt steht ein möglicher WM-Boykott der Europäer im Raum, sollte die FIFA den Investorendeal nicht beerdigen.
Geprägt wurde dieses Turnier nicht zuletzt durch einige Altstars, die das 40. Lebensjahr erreicht haben oder kurz davor sind. Ob Christiano Ronaldo, Luca Modric, Lionel Messi oder gar Neymar. Einige von ihnen waren mehr als ein bunter Farbtupfer, aber alle spielten in ihren Teams eine tragende Rolle. Und dann war da ja noch Manuel Neuer…
Er gab eher eine tragische Rolle ab. Der Coca Cola Zero Mann (wer erinnert sich nicht an diese gelungene Werbekampagne) stand wegen seines kurzfristigen Auftretens und Inthronisierung als Numero Uno in der Kritik und brachte vielleicht auch die nicht benötigte Unruhe ins gesamte Team. Das ZDF wird hierzu in 32 Jahren eine Dokumentation fertigen - die diesjährige Doku über das grandiose Scheitern von Bertis Buben 1994 war ein Highlight dieser WM Wochen.
Jetzt aber genug - die zweite Liga ruft.
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