Sonntag, 16. August 2026

GuterPlatzzumBiertrinken: Der lange Ritt 1/2

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Mittwoch, 17. Juni. Bereits seit Tagen - ach was sag ich: Seit Wochen! - hatte ich mich auf die heutige Tour gefreut. Denn an diesem Tag war ich morgens zum Frühstück beim Fachdienstleiter eingeladen gewesen. Und zufälligerweise hatte an diesem Tag Buck sein gesamtes Team zum gemütlichen Beisammensein bei sich nach Hause (zu Hause? Hause zu?) eingeladen. In der Nähe vom Schacht Konrad wohnt er.
Das strahlende Wetter passte hierzu, da musste ich förmlich Jolly Jumper (mein Radl) satteln, um mich auf diesen langen harten Ritt zu begeben. Out of the Box: Die geile Geburtstagsfeier von Berthold, Hubert, Bela und Montgomery hatte mich in meiner Absicht bestärkt, die Steppe wieder zu spüren. Diese 4 Guys feierten ihren 240. Geburtstag im Marineheim; ein Hauch von Shiloh Ranch hatte dort in der Luft gehangen. Jawoll - Vier ritten nach Texas und nahmen die Gäste mit. Mein besonderer Gruß gilt hierbei den zwei Followern meines Blogs - Hallelujah! Die amüsierten sich auch dort. Die Vier Fäuste blenden wir hier mal aus.
Ich wollte Euch zwei Hübschen halt irgendwie hier unterbringen, allerdings fiel mir nichts anderes ein, da ich jetzt nicht einfach nur über die Feier berichten wollte. Keine Zeit dazu, ist WM und dann auch noch dieser heutige Tag. Einer wartet immer, wie Charles bereits meinte. Also nicht mein Kumpel, sondern der Bronson.
Eins noch vor Fahrtantritt. Die Heidekönigin, meine Kollegin, mit der ich Dienstags immer einen Kaffee ohne Kaffee trinke, sprich aktuellen Tratsch austausche, meinte noch, ich könnte an diesem Tag ja das Rad mit in den Zug nehmen. Den alten Cowboy wollte sie nicht auf den langen Trail schicken, die halbe Strecke würde „Festus Haggen“ wohl gerade noch bewältigen können. Ich hätte hier auch „Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah“ schreiben können, war mir aber zu lang.
Da hatte mir die weise Squaw einen richtig guten Tipp gegeben, welchen ich auch am Mittwoch Morgen direkt umsetzte. Ich kaufte am Bahnhof eine Fahrradkarte und schob Jolly Jumper über den Fahrstuhl in das stählerne Ross der deutschen Bahn. Am Mittwoch wohlgemerkt! Ich hatte ergo (Rundum gut versichert - Meinem Versicherungsmakler habe ich seinen Tesla finanziert) heute auf die Heimarbeit verzichtet.
Und warum auch nicht. In 15 Monaten gehe ich in Pension und kann dann wie meine Buddys klug schnacken, ohne noch irgendwie was leisten zu müssen. Von wegen Rentner haben niemals Zeit. Kunststück, sie klauen ja auch mir die Zeit. Also meine Kunden zumindest, aber ohne diese wäre ich ja ohne Auftrag. Mensch ist das kompliziert…
Also. Auf der Zielgeraden gilt es, alles mitzunehmen, auszukosten oder noch einmal Revue passieren zu lassen. Mein Fachdienstleiter hatte es nicht besser verdient; auch er muss den alten Meckerkloß in Natura ertragen. Um der alten Zeiten Willen.
Jolly Jumper versperrte zwar den Gang zur Toilette, aber mal ehrlich: Wer in einem Regionalzug auf die Toilette geht, muss schon total verzweifelt sein. Oder Kokser oder beides. Selbst an diesem Morgen gab es da zwei arme Seelen, die sich an Jolly Jumper vorbei quälten.
Ideales Wetter heute übrigens. Es ging ein sanfter Wind, die Sonne war hinter dem Grauschleier verborgen und brannte nicht unerbittlich auf das Straßenpflaster hernieder. Der Kaffee im Büro gab mir noch mehr Spirit, so dass ich kurz vor 9.00 Uhr zum Frühstück präsent sein konnte. Wie in einem klassischen Kuschelseminar moderierte der Chef die Veranstaltung. Die Mitarbeiter stellten sich hierbei der Reihe nach vor (Hallo, ich bin der Martin und Alkoholiker… nein, natürlich nicht) und erzählten etwas über ihr jeweiliges Aufgabengebiet.
Ich verdrückte während der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung eine leckere Weißmehlsemmel und schlorkte zwei Kaffees hinunter. Schön, dass ich mir dieses Pow Wow noch einmal gegönnt habe. Bis zum Mittag schickte ich noch einige Altakten in die ewigen Jagdgründe, ehe ich 12.45 den Rechner herunterfuhr und Jolly Jumper die Sporen gab.
Der Abzweig in die Prärie

Endlich auf dem Trail. Entspannt radelte ich die lang gezogene Ludwig-Erhard-Straße gen A 39 hinaus, ließ Engelnstedt rechts liegen. Jolly Jumper lief rund, es wehte ein leichter Wind und ich hatte heute meine Bürotasche nicht dabei. Das Einzige, was deshalb etwas nervte, war meine azurblaue Regenjacke aus Nylon. Reißfest, aber nicht gerade atrmungsaktiv. Da staute sich gewaltig was auf - wer würde bei Buck neben dem Skunk sitzen müssen?
Eine Dreiviertelstunde hatte ich für diese Fahrt eingeplant. Diese Schätzung war eher konservativ gewesen, denn am Ende war ich schneller. Gegenüber der letzten Ausfahrt Engelnstedt (Last Exit Brooklyn - ein toller Film) geht ein geteerter Wirtschaftsweg in die Felder. Hossa, schnell ritt ich in die Prärie hinein.
Dort ging es an der ersten Abbiegung rechts Richtung Konrad (Ich möcht‘ so gern wie Konrad sein…), erkennbar an den seitlichen Sandbunkern. Die leichte Steigung bewältigte ich mühelos, um dann nordwärts den wunderschönen Blick über die Felder zu genießen. Dort, wo die Cotton Picker die Kartoffeln aus der Erde holen.

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