Peter F. Hamilton - Fallen Dragon Zyklus
Dieser ca. 20 Jahre alte Dreiteiler wurde vom Bellé Epoque Verlag letztes oder vorletztes Jahr wieder aufgelegt. Jahrelang war er nicht erhältlich gewesen und nun für mich als alten Hamilton-Fan natürlich Pflichtprogramm.
Lawrence Newton ist Sergeant eines Platoons in der Privatarmee des intergalaktischen Konzerns Zantiu-Braun. Dieser führt auf den von Zantiu-Braun finanzierten Kolonialplaneten sogenannte Gewinnrealisierungsmissionen durch. Die Platoons dienen hierbei der Einschüchterung der Kolonisten, während andere Mitarbeiter des Konzerns Rohstoffe und andere Wertschätze einsammeln.
Die Kolonisten wehren sich nur äußerst selten, zu übermächtig sind die Platoons dank ihrer kugelsicheren und hitzebeständigen Skinsuits von Zantiu-Braun. Hamilton ist ein britischer Autor, man erkennt hier unschwer die Parallelen zum Kolonialismus des britischen Empire des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Thallspring ist einer dieser Planeten, auf dem dank Terraforming große Teile des Planeten derart entwickelt werden konnten, dass die Lebensqualität der der Erde in nichts nachsteht. Hier vermutet Lawrence einen großen Schatz, den er bei einer früheren Mission gesehen zu haben glaubte. Desillusioniert vom Vorgehen seiner Company will er den Schatz für sich statt für Zantiu-Braun sichern, sein Platoon ist eingeweiht und will ebenfalls profitieren.
Die Motive von Lawrence kommen im Laufe der Romane allerdings erst so nach und nach ans Licht. In längeren Passagen bekommen wir einen Blick in Kindheit und Jugendzeit von Lawrence auf einem anderen Kolonialplaneten namens Amethi geboten.
Als Sohn eines leitenden Managers der Kompanie, welche den Planeten erschlossen hatte, genießt Lorenz eine beschützte Kindheit, träumt aber von Reisen zu entfernten Planeten. Um den Jungen etwas „aufzuheitern", besorgt ihm sein Vater eine Prostituierte namens Roselyn, welche sich tatsächlich in Lawrence verliebt. Als Lawrence nach etlichen Monaten die Farce endlich durchschaut, ist er derart enttäuscht, dass er den Planeten verlässt und sich als Söldner bei Zantiu-Braun verdingt.
In den weiteren Zwischengeschichten wiederum erfahren wir nach und nach, das Lawrence von dem brutalen Vorgehen bei den Gewinnrealisierungsmissionen angewidert ist und irgendwann den Entschluss fasst, seinen „Schnitt" zu machen, um auf seinen Heimatplaneten zurückzukehren. Denn eins wird auf all den Seiten deutlich: Lawrence hat mit seiner wilden Flucht von Amethi einen Fehler gemacht. Er hätte Roselyn niemals verlassen dürfen.
Denise ist eine weitere Hauptperson dieser Geschichte. Aufgewachsen in einer geheimnisvollen Kommune auf Thallspring, arbeitet sie als Kindergärtnerin im Touristenort Memu Bay. Und so ganz nebenbei leitet sie die Widerstandsgruppe gegen Zantiu-Braun, welche lediglich aus drei Personen sowie einigen Helfern besteht.
Das Platoon von Lawrence soll in Memu Bay nebenbei für Ordnung sorgen. Aber so nach und nach werden die Mitglieder des Platoons durch die Widerstandsgruppe ausgeschaltet. Mit den letzten drei noch lebenden Mitgliedern seines Platoons bricht Lawrence irgendwann zum Showdown auf.
Der große Gegenspieler von Lawrence ist Simon Roderick, ein Ermittler von Zantiu-Braun, der dank mehrerer Klone immer dort erscheint, wo die Action ist. Dadurch bleibt er Lawrence auf den Fersen und kommt der Widerstandsbewegung von Denise auf die Schliche. Das ganze kulminiert im Showdown in einem fernen Sternensystem.
Kommen wir nun noch zum gefallenen Drachen. Dieses titelspendende Alien war tausende Jahre vorher auf Thallspring gestrandet, aber nur ein Bruchstück und damit unvollständiges Wesen. Die Hippie Kommune von Denise (alles Frauen) bewacht dieses Alien, welches sich dafür mit der Preisgabe von Nanotechnologie revanchiert.
Dies ist der wahre Schatz, hinter dem Lawrence als auch Simon Roderick her sind. Erst im dritten und letzten Band offenbart sich die Geschichte dieser Alien Rasse.
In längeren Passagen hatte Denise den Kindern die Geschichte des Ringimperiums erzählt. Dies diente der Erziehung der Kinder und beinhaltete in Wirklichkeit die Geschichte der Vorfahren der Aliens. Diese hatten sich vor dem Ende ihrer Existenz digitalisiert und in steinförmige Stücke transformiert.
Als die dank Nanotechnologie mit Superkräften ausgestattete Denise Lawrence gefangen nehmen kann, erkennt der nun eingeweihte Lawrence endlich die moralische Verwerflichkeit seines Vorhabens, da die Aliens nur zu gern bereit sind, ihr überragendes Wissen mit allen Menschen bedingungslos zu teilen. Dies würde auch die Gewinnrealisierungskampagnen von Zantiu-Braun überflüssig machen können.
Lawrence hilft Denise und dem Alien bei der Flucht vom Planeten und organisiert den Flug in ein weit entferntes Sternensystem. Simon Roderick ist ihnen dabei stets auf den Fersen. Nach einem kleinen Scharmützel haben alle was sie wollen. Das Alien Bruchstück ist zu Hause bei seiner Familie, Denise kehrt nach Thallspring zurück und Lawrence begibt sich auf die Reise zu seinem Heimatplaneten Amethi, um sich mit Roselyn auszusöhnen.
Beide nehmen das Wissen über die Nanotechnologie mit sich. Auch zwei Klone von Simon Roderick erhalten dieses Wissen. Einer, um Zantiu-Braun noch stärker werden zu lassen und einer, um die ganze Welt daran teilhaben lassen zu können. Wer wird sich durchsetzen?
Wir alle hoffen, der letztere. Denn das ist die Quintessenz des gesamten Roman-Zyklus: Der seit Jahren vorherrschende und überbordete Neoliberalismus einer Maggie Thatcher muss eingedämmt werden, damit die Menschheit in Frieden leben kann. Dies ist die Moral, welches in die reale Welt abstrahlen sollte.
Hamilton hat hier einen politischen wie kritischen Roman geschrieben und die Kritiker hatten dies übersehen. Dies ist sicherlich dem Umstand geschuldet, das Science Fiction Literatur in Kritikerkreisen immer noch nicht ernst genommen wird. Anfang des Jahrtausends geschrieben, ist dieser Roman-Zyklus 20 Jahre später trotz einiger Längen aktueller denn je. Also unbedingt lesen.
Mittwoch, 28. Februar 2024
Freitag, 23. Februar 2024
Warum spielt denn der Poldi nicht?
27
Nach dem Frühstück klingelte es. Wie erwartet, kam der Rewe Lieferservice vorbei. Meine Löwin hatte dort noch Mittwochabend ihre erste Bestellung losgelassen. Jetzt stand ein junger Mann in Rewe Klamotten vor unserer Tür und schleppte die Tüten samt Kiste mit Deit zu uns in den zweiten Stock hoch.
Preise wie im Laden, prompter Service innerhalb des anvisierten Zeitfensters und der Einkauf wird in die Wohnung gebracht. Topp, wir waren restlos begeistert. Ein guter Tipp von Ulli und der Katze, etwas Tipp gab es auch für den freundlichen Mitarbeiter.
Meine Löwin ruhte noch etwas über Mittag, während ich ihre Geschenke einpackte. Fluchend, weil es wie üblich zu Problemen mit dem Geschenkpapier, der Schere und vor allem dem Tesafilm gab. Das kennen wir natürlich alle, deshalb Schwamm drüber.
Nachmittags brachte ich meine Liebste zur Lymphdrainage. Mein Auftrag für die Wartezeit sah vor, dass ich für sie bei Media Markt nach einer neuen Tastatur Ausschau hielt. Zugegebenermaßen war dies mein Vorschlag gewesen. Ihre alte Tastatur funktioniert nicht mehr richtig, denn der Nano Receiver mag zwar eine Reichweite von x Metern haben, aber durch ihren fetten Holzschreibtisch haben die Strahlen keine Chance.
Als ich das Problem zwei Media Markt Mitarbeitern schilderte, schauten sie mich nur ungläubig an. Ihre Blicke sagten: "Der Idiot. Der hat ja gar keine Ahnung." Ich dachte über die beiden Arschgeigen nicht weiter nach und verabschiedete mich freundlich. Mit meiner Löwin versuchte ich es dann bei Selgros.
Dort fuhren wir nach der Lymphdrainage noch hin, um Fleisch für ihren morgigen Geburtstag zu holen. Eine Logitech Tastatur mit Kabel statt Wireless für 15 Öcken sollte ihr Problem beheben können. Zu Hause gab es noch eine Folge Bosch - die Serie wird immer besser. Dazu vertilgten wir die restlichen Brötchen und dann war es so langsam Zeit für den Vorbericht.
Das 2. Viertelfinale also. Wales gegen Belgien oder auch "the Dragons"gegen die "Rode Duivels". Die Drachen gegen die roten Teufel. Heute Abend mit Olli Welke und Olli Kahn, dazu Holger Stanislawski, bitte zeig uns noch etwas von der Videowand zur Einleitung.
Nach der üblichen Hofberichterstattung aus dem deutschen Trainingslager, was meine Löwin und mich wie üblich nervte, kamen endlich die Informationen zum heutigen Spiel. Stanislawski erklärte uns die dicht gestaffelte Abwehr der Waliser und wie schwer sie zu überwinden sei. Da warten wir dann doch mal ab, was den Belgiern dazu einfällt.
Der Spielort Lille befindet sich etwa 15 km hinter der belgischen Grenze. Der Reporter sprach von 150.000 Belgiern, die über die Grenze zum Spiel gekommen wären. Die ganze Stadt war voll mit euphorisierten Belgiern, die das Spiel auf dem Marktplatz in Lille im Public Viewing sehen wollten. Das Stadion fasst ja auch nur knapp 45.000 Zuschauer.
Ein paar Waliser waren allerdings auch noch da, stimmgewaltig sangen sie ihren Song im Stadion, der davon handelt, das sie bitte nicht nach Hause fahren müssen. Sie wollen nicht zur Arbeit, sie wollen bleiben und Bier trinken. Obwohl sie zahlenmäßig den belgischen Fans unterlegen waren, konnten sie sich deutlicher artikulieren. Bei den belgischen Fans fielen mir noch 3 Fans mit Schlumpfkappen auf, sehr gute Optik.
Die Belgier waren gehandicapt. In der Viererkette fehlten zwei Mann. Der eine war nach der 2. gelben Karte gesperrt, der andere hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Die gesamte linke Seite der Abwehr fiel damit aus, zwei 21jährige, darunter der Bruder von Lukaku, sollten es richten. Zum Glück für die Belgier konnte Hazard spielen, er hatte nur eine leichte Verletzung gehabt.
Die haushoch favorisierten Belgier starteten fulminant. Sie kombinierten gefällig und trugen ihre Angriffe schwungvoll vor. In der 13. Minute legte Hazard den Ball quer zu Nainggolan, der aus über 20 Metern den Ball volley nahm und ihn links oben im Waliser Tor versenkte. Der Torwart war noch mit seinen Fingerspitzen dran. Eine etwas bessere Reaktionszeit und er hätte den Ball abwehren können. Eine Zehntelsekunde hätte da gereicht.
Meine Löwin und ich sahen nun schwarz für die von uns geliebten Waliser. Jetzt mussten sie kommen und würden den Belgiern dadurch die Räume zum Kontern öffnen. Das ist die bevorzugte Spielweise der Belgier. Aber es kam anders.
Die Waliser spielten sich ruhig und überlegt die Bälle zu. In dieser Phase hatten sie über 60% Ballbesitz. Die Belgier störten sie nicht konsequent genug, weil sie einfach nur abwarteten und wohl auf Ballverluste durch Fehlpässe der Waliser warteten. Doch Wales tat ihnen den Gefallen nicht, im Gegenteil. Nach 30 Minuten gab der Schiri eine Ecke für Wales.
Der Reporter wunderte sich noch, das 4 Waliser auf einem Haufen am Elfmeterpunkt auf den Eckball warteten. Das ganze erinnerte tatsächlich an eine Reihe beim Rugby, das hatte der Reporter gut erkannt. Eine witzige Variante, habe ich so schon lange nicht mehr gesehen. Der Ball kam nach innen, die 4 Spieler liefen auseinander und die belgischen Gegenspieler irrten umher. Der nach diesem Trick vollkommen freistehende Kapitän Williams nickte den Ball humorlos ins rechte Toreck. Da war er, der mittlerweile verdiente Ausgleich für die lauffreudigen Waliser, die bis zur Halbzeit das aktivere Team blieben.
Die Belgier hatten sich nach dem Führungstreffer unverständlicherweise den Schneid abkaufen lassen. Ihre linke Abwehrseite war durch die beiden neuen Spieler extrem wackelig, was den Waliser natürlich nicht verborgen geblieben war.
Nach dem Frühstück klingelte es. Wie erwartet, kam der Rewe Lieferservice vorbei. Meine Löwin hatte dort noch Mittwochabend ihre erste Bestellung losgelassen. Jetzt stand ein junger Mann in Rewe Klamotten vor unserer Tür und schleppte die Tüten samt Kiste mit Deit zu uns in den zweiten Stock hoch.
Preise wie im Laden, prompter Service innerhalb des anvisierten Zeitfensters und der Einkauf wird in die Wohnung gebracht. Topp, wir waren restlos begeistert. Ein guter Tipp von Ulli und der Katze, etwas Tipp gab es auch für den freundlichen Mitarbeiter.
Meine Löwin ruhte noch etwas über Mittag, während ich ihre Geschenke einpackte. Fluchend, weil es wie üblich zu Problemen mit dem Geschenkpapier, der Schere und vor allem dem Tesafilm gab. Das kennen wir natürlich alle, deshalb Schwamm drüber.
Nachmittags brachte ich meine Liebste zur Lymphdrainage. Mein Auftrag für die Wartezeit sah vor, dass ich für sie bei Media Markt nach einer neuen Tastatur Ausschau hielt. Zugegebenermaßen war dies mein Vorschlag gewesen. Ihre alte Tastatur funktioniert nicht mehr richtig, denn der Nano Receiver mag zwar eine Reichweite von x Metern haben, aber durch ihren fetten Holzschreibtisch haben die Strahlen keine Chance.
Als ich das Problem zwei Media Markt Mitarbeitern schilderte, schauten sie mich nur ungläubig an. Ihre Blicke sagten: "Der Idiot. Der hat ja gar keine Ahnung." Ich dachte über die beiden Arschgeigen nicht weiter nach und verabschiedete mich freundlich. Mit meiner Löwin versuchte ich es dann bei Selgros.
Dort fuhren wir nach der Lymphdrainage noch hin, um Fleisch für ihren morgigen Geburtstag zu holen. Eine Logitech Tastatur mit Kabel statt Wireless für 15 Öcken sollte ihr Problem beheben können. Zu Hause gab es noch eine Folge Bosch - die Serie wird immer besser. Dazu vertilgten wir die restlichen Brötchen und dann war es so langsam Zeit für den Vorbericht.
Das 2. Viertelfinale also. Wales gegen Belgien oder auch "the Dragons"gegen die "Rode Duivels". Die Drachen gegen die roten Teufel. Heute Abend mit Olli Welke und Olli Kahn, dazu Holger Stanislawski, bitte zeig uns noch etwas von der Videowand zur Einleitung.
Nach der üblichen Hofberichterstattung aus dem deutschen Trainingslager, was meine Löwin und mich wie üblich nervte, kamen endlich die Informationen zum heutigen Spiel. Stanislawski erklärte uns die dicht gestaffelte Abwehr der Waliser und wie schwer sie zu überwinden sei. Da warten wir dann doch mal ab, was den Belgiern dazu einfällt.
Der Spielort Lille befindet sich etwa 15 km hinter der belgischen Grenze. Der Reporter sprach von 150.000 Belgiern, die über die Grenze zum Spiel gekommen wären. Die ganze Stadt war voll mit euphorisierten Belgiern, die das Spiel auf dem Marktplatz in Lille im Public Viewing sehen wollten. Das Stadion fasst ja auch nur knapp 45.000 Zuschauer.
Ein paar Waliser waren allerdings auch noch da, stimmgewaltig sangen sie ihren Song im Stadion, der davon handelt, das sie bitte nicht nach Hause fahren müssen. Sie wollen nicht zur Arbeit, sie wollen bleiben und Bier trinken. Obwohl sie zahlenmäßig den belgischen Fans unterlegen waren, konnten sie sich deutlicher artikulieren. Bei den belgischen Fans fielen mir noch 3 Fans mit Schlumpfkappen auf, sehr gute Optik.
Die Belgier waren gehandicapt. In der Viererkette fehlten zwei Mann. Der eine war nach der 2. gelben Karte gesperrt, der andere hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Die gesamte linke Seite der Abwehr fiel damit aus, zwei 21jährige, darunter der Bruder von Lukaku, sollten es richten. Zum Glück für die Belgier konnte Hazard spielen, er hatte nur eine leichte Verletzung gehabt.
Die haushoch favorisierten Belgier starteten fulminant. Sie kombinierten gefällig und trugen ihre Angriffe schwungvoll vor. In der 13. Minute legte Hazard den Ball quer zu Nainggolan, der aus über 20 Metern den Ball volley nahm und ihn links oben im Waliser Tor versenkte. Der Torwart war noch mit seinen Fingerspitzen dran. Eine etwas bessere Reaktionszeit und er hätte den Ball abwehren können. Eine Zehntelsekunde hätte da gereicht.
Meine Löwin und ich sahen nun schwarz für die von uns geliebten Waliser. Jetzt mussten sie kommen und würden den Belgiern dadurch die Räume zum Kontern öffnen. Das ist die bevorzugte Spielweise der Belgier. Aber es kam anders.
Die Waliser spielten sich ruhig und überlegt die Bälle zu. In dieser Phase hatten sie über 60% Ballbesitz. Die Belgier störten sie nicht konsequent genug, weil sie einfach nur abwarteten und wohl auf Ballverluste durch Fehlpässe der Waliser warteten. Doch Wales tat ihnen den Gefallen nicht, im Gegenteil. Nach 30 Minuten gab der Schiri eine Ecke für Wales.
Der Reporter wunderte sich noch, das 4 Waliser auf einem Haufen am Elfmeterpunkt auf den Eckball warteten. Das ganze erinnerte tatsächlich an eine Reihe beim Rugby, das hatte der Reporter gut erkannt. Eine witzige Variante, habe ich so schon lange nicht mehr gesehen. Der Ball kam nach innen, die 4 Spieler liefen auseinander und die belgischen Gegenspieler irrten umher. Der nach diesem Trick vollkommen freistehende Kapitän Williams nickte den Ball humorlos ins rechte Toreck. Da war er, der mittlerweile verdiente Ausgleich für die lauffreudigen Waliser, die bis zur Halbzeit das aktivere Team blieben.
Die Belgier hatten sich nach dem Führungstreffer unverständlicherweise den Schneid abkaufen lassen. Ihre linke Abwehrseite war durch die beiden neuen Spieler extrem wackelig, was den Waliser natürlich nicht verborgen geblieben war.
Sonntag, 18. Februar 2024
Hartmudo: Superwumms
16
Die Brötchen wurden stilgerecht in einem Bastkörbchen serviert. Wurst, Käse und Marmelade wurden hingegen auf einer Etagiere kredenzt. Begleitet wurde das Ganze von den liebevollen Erklärungen der Wirtin, die aber nun wirklich mit extrem viel Herzblut bei der Sache war.
Während unseres Frühstücks blieb der Gastraum angenehm leer, es verirrte sich lediglich ein anderes Pärchen an diesen heimeligen Ort. Was mich dann doch verwundert hatte, denn hier wurde keine Aldi-Aufreißware serviert. Im übrigen vermisste ich die gemütliche Bahnhofs Atmosphäre so mancher Bäckerei Cafés in keinster Weise, im Gegenteil.
Die modern wirkenden Holzstühle mit weißen Bezügen kontrastierten hervorragend mit den kleinen Deckchen und den Blümchen auf den dunklen Holztischen. Ich denke, dass dieses Frühstück zwei Tage vorher an unseren Kennenlerntag angemessen gewesen wäre. Und dann entdeckten wir noch diesen Flyer mit einem schönen Event im Panorama Café.
Am Dienstag in der Folgewoche veranstalteten die Betreiber anlässlich des Valentinstages ein besonderes Frühstück; Eine Voranmeldung wurde erbeten. Da hatten wir doch gleich die passende Aktion für unseren Tag mit Dora und Herbert am Dienstag in der Folgewoche gefunden.
Nach dem Frühstück hielten wir uns auch nicht mehr lange in Gifhorn auf und wir begaben uns auf den Rückweg. An der Schwedenkanzel in Veltenhof legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp für einen Spaziergang ein. Die Wiesen dort waren mir bis dato gänzlich unbekannt gewesen, da fühlte ich mich, wie so häufig in jenen Tagen, wie in einer mir unbekannten Stadt.
Achtsam nahm ich die Atmosphäre in mir auf, das wirkte sich positiv auf mein Stimmungsbild aus. Dass ich dies erst Monate später hatte erkennen können, war schon in Ordnung gewesen. Abends ergab sich das übliche Bild aus Angstanfällen, Serie gucken zur Beruhigung und der Kampf ums Einschlafen nach der Buchlektüre.
Samstag, 11. Februar. Nach einem kurzen Frühstück, welches zu mir zu nehmen immer noch Probleme bereitete, hatten wir um 9.30 Uhr gleich wieder einen Termin: Das Outlet-Center in Wolfsburg mit unseren Freunden Mary und Charles.
Pünktlich holten uns beide ab und erneut war ich ob des Termins, dieser willkommenen Ablenkung von den tristen Tagen ohne wirkliche Aufgaben mit viel zu viel Zeit zum Grübeln, guter Laune und unterhielt mich schon auf der Fahrt angeregt mit meinen Mitstreitern.
An jenem trüben und nasskalten Wintertag waren wir ganz früh dran gewesen - quasi zur Ladenöffnungszeit - und Charles ergatterte einen Parkplatz direkt am Outlet-Center. Für Charles und mich war es keine Überraschung - unsere Frauen zeigten sich in der gewohnten Shoppinglaune.
Bei Lindt und Storck waren wir selbstverständlich auch „on Fire", doch ansonsten ließen wir unsere Frauen gerne allein umherziehen und setzten uns alsbald in das Café. War wohl ein Starbucks; ein Laden, den ich normalerweise meide wie der Teufel das Weihwasser.
Die verkaufen eigentlich ungenießbaren Kaffee, der lediglich durch verschiedene „Flavour" genießbar ist. Da Charles und ich so neumodischen Krams ablehnend gegenüber stehen und lieber nen guten alten Pott Kaffee schätzen, war ein Cappuccino das Getränk unserer Wahl. Das ist noch o.k., aber Haselnussaroma oder ähnliche Sirups gehen gar nicht.
Die Amis und die zahlreichen Jugendlichen im Starbucks des Outlets sind leider stark degeneriert, die merken doch nichts mehr.
Schließlich hatten unsere Frauen alsbald alles abgeklappert, so dass wir in der Wolfsburger Fußgängerzone noch ein Ristorante - Pizza! - aufsuchen konnten. Fürs Protokoll: Das Essen hatte keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können.
Natürlich gehörte ein Besuch in der Einkaufspassage der Innenstadt als Abrundung dieses Ausflugs dazu. Mithin eine Aktion, auf die Charles und ich gut hätten verzichten können. Das sagt „Mann" dann so und läuft trotzdem immer wieder mit. Das Leben an sich ist halt ein Mysterium und reich an Widersprüchen. Was ja auch das Schöne daran ist. Da ist es doch Quatsch, Angst vor dem nächtlichen Schlaf zu haben. Schade, dass ich im Februar diese Gedanken nicht entwickeln konnte.
Am frühen Nachmittag waren meine Löwin und ich wieder zu Hause und hatten noch eine Aktion vor der Nase: H. G. Butzko um 20.00 Uhr in der Brunsviga. Einer der etwas bekannteren politischen Kabarettisten, wenn auch nicht eins der ganz großen Schwergewichte. Die Karten hatte ich uns wohl zu Weihnachten geschenkt.
Das passte ja auch gut zu unserem Kennenlerntag. Dunkel erinnere ich mich, dass wir mit Bus und Straßenbahn in die Brunsviga gefahren waren. Ohne weitere Mitstreiter durften wir einen hervorragend aufgelegten Butzko erleben, der sich wohltuend unaufgeregt zur da immer noch grassierenden Corona Hysterie äußerte.
Zu der Zeit standen sich ja Befürworter und Gegner von Coronaschutzmaßnahmen unversöhnlich, mitunter gar hasserfüllt, gegenüber. Mir selber hatten die Streiten um diese Thematik zwei Jahre lang sehr viel Stress bereitet, weil ich mich dermaßen stark in das Thema hineingesteigert hatte und ja auch jede Woche bei den Montagsspaziergängen dabei war, dass ich oft aggressiv in Diskussionen reagierte.
Zusätzlicher Stress im Job und (eher seltener) im privaten Bereich hielt meinen Puls häufig genug bei hoher Drehzahl. Und ich Dummerchen fand das auch noch geil, weil ich es ja „rausließ". Stattdessen hätte ich mich besser zurücklehnen und zurücknehmen sollen. Oder bei der Schwedenkanzel spazieren gehen.
H.G. Butzko: Er nahm nicht direkt eine Position gegen die Corona Maßnahmen ein, sondern eher indirekt, indem er sich bewusst sachlich zum Thema äußerte. Er zeigte Verständnis für beide Seiten, ließ aber dankenswerterweise kein gutes Haar an all den Leuten, welche kein Problem darin sahen, Grundrechte außer Kraft zu setzen.
Genau meine Meinung, ich war begeistert gewesen. Butzko bot keine Schenkelklopfer, sondern regte eher zum Nachdenken an. Dies zu einer Zeit, in der Künstler schon aus dem TV entfernt wurden, weil sie als Coronaleugner dank kritischer Äußerungen verleumdet wurden. Hut ab, dass Butzko noch einen Arsch in der Hose hat.
Gutgelaunt fuhren wir nach Hause und ich freute mich tatsächlich schon auf meinen Termin am Montag beim Neurologen, der mich psychologisch unterstützen sollte. Ich sah meine Leidenszeit schon zu Ende gehen. Da war also Licht am Ende des Tunnels.
Die Brötchen wurden stilgerecht in einem Bastkörbchen serviert. Wurst, Käse und Marmelade wurden hingegen auf einer Etagiere kredenzt. Begleitet wurde das Ganze von den liebevollen Erklärungen der Wirtin, die aber nun wirklich mit extrem viel Herzblut bei der Sache war.
Während unseres Frühstücks blieb der Gastraum angenehm leer, es verirrte sich lediglich ein anderes Pärchen an diesen heimeligen Ort. Was mich dann doch verwundert hatte, denn hier wurde keine Aldi-Aufreißware serviert. Im übrigen vermisste ich die gemütliche Bahnhofs Atmosphäre so mancher Bäckerei Cafés in keinster Weise, im Gegenteil.
Die modern wirkenden Holzstühle mit weißen Bezügen kontrastierten hervorragend mit den kleinen Deckchen und den Blümchen auf den dunklen Holztischen. Ich denke, dass dieses Frühstück zwei Tage vorher an unseren Kennenlerntag angemessen gewesen wäre. Und dann entdeckten wir noch diesen Flyer mit einem schönen Event im Panorama Café.
Am Dienstag in der Folgewoche veranstalteten die Betreiber anlässlich des Valentinstages ein besonderes Frühstück; Eine Voranmeldung wurde erbeten. Da hatten wir doch gleich die passende Aktion für unseren Tag mit Dora und Herbert am Dienstag in der Folgewoche gefunden.
Nach dem Frühstück hielten wir uns auch nicht mehr lange in Gifhorn auf und wir begaben uns auf den Rückweg. An der Schwedenkanzel in Veltenhof legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp für einen Spaziergang ein. Die Wiesen dort waren mir bis dato gänzlich unbekannt gewesen, da fühlte ich mich, wie so häufig in jenen Tagen, wie in einer mir unbekannten Stadt.
Achtsam nahm ich die Atmosphäre in mir auf, das wirkte sich positiv auf mein Stimmungsbild aus. Dass ich dies erst Monate später hatte erkennen können, war schon in Ordnung gewesen. Abends ergab sich das übliche Bild aus Angstanfällen, Serie gucken zur Beruhigung und der Kampf ums Einschlafen nach der Buchlektüre.
Samstag, 11. Februar. Nach einem kurzen Frühstück, welches zu mir zu nehmen immer noch Probleme bereitete, hatten wir um 9.30 Uhr gleich wieder einen Termin: Das Outlet-Center in Wolfsburg mit unseren Freunden Mary und Charles.
Pünktlich holten uns beide ab und erneut war ich ob des Termins, dieser willkommenen Ablenkung von den tristen Tagen ohne wirkliche Aufgaben mit viel zu viel Zeit zum Grübeln, guter Laune und unterhielt mich schon auf der Fahrt angeregt mit meinen Mitstreitern.
An jenem trüben und nasskalten Wintertag waren wir ganz früh dran gewesen - quasi zur Ladenöffnungszeit - und Charles ergatterte einen Parkplatz direkt am Outlet-Center. Für Charles und mich war es keine Überraschung - unsere Frauen zeigten sich in der gewohnten Shoppinglaune.
Bei Lindt und Storck waren wir selbstverständlich auch „on Fire", doch ansonsten ließen wir unsere Frauen gerne allein umherziehen und setzten uns alsbald in das Café. War wohl ein Starbucks; ein Laden, den ich normalerweise meide wie der Teufel das Weihwasser.
Die verkaufen eigentlich ungenießbaren Kaffee, der lediglich durch verschiedene „Flavour" genießbar ist. Da Charles und ich so neumodischen Krams ablehnend gegenüber stehen und lieber nen guten alten Pott Kaffee schätzen, war ein Cappuccino das Getränk unserer Wahl. Das ist noch o.k., aber Haselnussaroma oder ähnliche Sirups gehen gar nicht.
Die Amis und die zahlreichen Jugendlichen im Starbucks des Outlets sind leider stark degeneriert, die merken doch nichts mehr.
Schließlich hatten unsere Frauen alsbald alles abgeklappert, so dass wir in der Wolfsburger Fußgängerzone noch ein Ristorante - Pizza! - aufsuchen konnten. Fürs Protokoll: Das Essen hatte keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können.
Natürlich gehörte ein Besuch in der Einkaufspassage der Innenstadt als Abrundung dieses Ausflugs dazu. Mithin eine Aktion, auf die Charles und ich gut hätten verzichten können. Das sagt „Mann" dann so und läuft trotzdem immer wieder mit. Das Leben an sich ist halt ein Mysterium und reich an Widersprüchen. Was ja auch das Schöne daran ist. Da ist es doch Quatsch, Angst vor dem nächtlichen Schlaf zu haben. Schade, dass ich im Februar diese Gedanken nicht entwickeln konnte.
Am frühen Nachmittag waren meine Löwin und ich wieder zu Hause und hatten noch eine Aktion vor der Nase: H. G. Butzko um 20.00 Uhr in der Brunsviga. Einer der etwas bekannteren politischen Kabarettisten, wenn auch nicht eins der ganz großen Schwergewichte. Die Karten hatte ich uns wohl zu Weihnachten geschenkt.
Das passte ja auch gut zu unserem Kennenlerntag. Dunkel erinnere ich mich, dass wir mit Bus und Straßenbahn in die Brunsviga gefahren waren. Ohne weitere Mitstreiter durften wir einen hervorragend aufgelegten Butzko erleben, der sich wohltuend unaufgeregt zur da immer noch grassierenden Corona Hysterie äußerte.
Zu der Zeit standen sich ja Befürworter und Gegner von Coronaschutzmaßnahmen unversöhnlich, mitunter gar hasserfüllt, gegenüber. Mir selber hatten die Streiten um diese Thematik zwei Jahre lang sehr viel Stress bereitet, weil ich mich dermaßen stark in das Thema hineingesteigert hatte und ja auch jede Woche bei den Montagsspaziergängen dabei war, dass ich oft aggressiv in Diskussionen reagierte.
Zusätzlicher Stress im Job und (eher seltener) im privaten Bereich hielt meinen Puls häufig genug bei hoher Drehzahl. Und ich Dummerchen fand das auch noch geil, weil ich es ja „rausließ". Stattdessen hätte ich mich besser zurücklehnen und zurücknehmen sollen. Oder bei der Schwedenkanzel spazieren gehen.
H.G. Butzko: Er nahm nicht direkt eine Position gegen die Corona Maßnahmen ein, sondern eher indirekt, indem er sich bewusst sachlich zum Thema äußerte. Er zeigte Verständnis für beide Seiten, ließ aber dankenswerterweise kein gutes Haar an all den Leuten, welche kein Problem darin sahen, Grundrechte außer Kraft zu setzen.
Genau meine Meinung, ich war begeistert gewesen. Butzko bot keine Schenkelklopfer, sondern regte eher zum Nachdenken an. Dies zu einer Zeit, in der Künstler schon aus dem TV entfernt wurden, weil sie als Coronaleugner dank kritischer Äußerungen verleumdet wurden. Hut ab, dass Butzko noch einen Arsch in der Hose hat.
Gutgelaunt fuhren wir nach Hause und ich freute mich tatsächlich schon auf meinen Termin am Montag beim Neurologen, der mich psychologisch unterstützen sollte. Ich sah meine Leidenszeit schon zu Ende gehen. Da war also Licht am Ende des Tunnels.
Freitag, 9. Februar 2024
Contramann: kurz gesehen im Februar
Im Oktober 2021 war Gil Ofarim angeblich von einem Hotelangestellten in Leipzig antisemitisch beleidigt worden. Es dauerte nicht lange, bis sich viele angesprochen fühlten und sich mit Gil Ofarim solidarisch erklärten. Insbesondere „der Ostdeutsche“ an sich saß als notorisch rechtsaffin geltend auf der moralischen Anklagebank des Mainstreams.
Im November 2023 musste Gil Ofarim vor Gericht eingestehen, dass er gelogen hatte. Lächerliche 5320,- € betrug seine Strafe. Die eifrigen Unterstützer von Ofarim 2 Jahre zuvor blieben auch zum weit überwiegenden Teil stumm - erbärmlich und ein Zeichen für die Verdorbenheit vieler Prominenter des heutigen Medienalltags.
Die damals vermeintlich engagierte Kritik stellte sich somit im Nachhinein als Hetze dar - auch gerade gegen den „Ostler“ an sich. Es erfolgte keine Entschuldigung der damals vor Wut schnaubenden Unterstützer von Ofarim. Wundert sich da noch jemand, wenn sich mehr und mehr Menschen von Politik und Medien verraten fühlen?
https://www.telepolis.de/features/Virale-Rede-Israel-hat-etwas-gesagt-das-Sie-alle-erschaudern-lassen-sollte-9578444.html?seite=all
Die Rede der palästinensischen UN Diplomatin Nada Tarbush ist alles, was man zum Feldzug der israelischen Armee im Gaza Streifen lesen muss. Diskussionen mit Befürwortern des israelischen Rachefeldzugs sind überflüssig. Mit ein bisschen Nachdenken kann man dies selbst aus den deutschen Leitmedien herausarbeiten. Viele wollen dies aber gar nicht, die plappern nur blind die Kommentare in den Nachrichten nach.
Ich habe das oft genug im Job erlebt: „Man könnte ja Schwierigkeiten bekommen.“
So war und ist der Deutsche halt.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article249335956/Olaf-Scholz-Neujahrsansprache-Die-depressive-Utopie-des-Kanzlers.html
Schön herausgearbeitet. Es war ja auch eine erbärmliche Neujahrsansprache des Bundeskanzlers gewesen - inklusive der dreisten Lüge, Putin hätte „uns den Gashahn abgedreht.“
Leider funktioniert der Link nicht (mehr), weil hinter der Bezahlschranke. Aber das Putin „uns“ den Gashahn zugedreht hatte, ist in der Neujahrsansprache deutlich zu vernehmen. Nun kann man sich ja auf den Standpunkt stellen, dass Deutschland aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine richtigerweise auf russisches Gas verzichtet habe (von Habeck 2022 propagiert).
Doch die Lüge, das Putin, der seit 2 Jahren ständig das Angebot der Gaslieferung an Deutschland über die eine noch intakte Leitung von Nord Stream wie Sauerbier trotz aller Sanktionen erneuert, die Gaslieferung eingestellt hätte, wird von den Mainstreammedien nicht einmal thematisiert.
Man hätte das ja „umdeuten“ können, aber lieber schweigt man es tot. Leider wohl eine gute Methode, da die meisten Mitbürger mittlerweile wohl unter „betreutem Denken“ stehen.
https://www.neulandrebellen.de/2024/01/nicht-der-streikende-ist-erpresserisch-sondern-die-situation-in-der-er-streikt/
Das hat Roberto De Lapuente gut herausgearbeitet: Da verteidigen wir die westlichen Werte mit Waffenlieferungen an die Ukraine - also auch „unsere Freiheit“. Aber wehe, wir nutzen unsere Freiheit - das in der Verfassung garantierte Demonstrationsrecht - in Form des Streikes! Da sind diese gleich wieder von den Rechten unterwandert.
Ich kann dieses Totschlagargument nicht mehr hören. Kaum kommt einmal Kritik an der Berliner Blase in irgendeiner Form auf, dann sind die Protestierenden - ob Bauern, ob Zugführer - rechtsaffin und sicherlich von Putin gesteuert.
In der Schule wurden mir die Vorteile der Demokratie gegenüber autoritären Systemen anders erklärt. Denn die Kritik an Regierungsmaßnahmen als faschistisch bzw. staatszersetzend zu bezeichnen, ist ein klassisches Merkmal autoritärer Systeme.
Nun halte ich unsere Staatsform nicht für autoritär, die Verfassung hat den notwendigen Schutz von Minderheiten in den Grundrechten implementiert. Leider wollen anscheinend viele Mitbürger die Ausgrenzung einzelner Gruppen erreichen, was man an den von gewerkschafts- und SPDnahen Organisationen organisierten Massendemonstrationen gegen die AfD Ende Januar leicht erkennen kann.
Denn entweder ist die AfD rechtsaffin und zusätzlich verfassungsfeindlich, dann kann man sie über das Verfassungsgericht verbieten lassen. Das ist aktuell aber gar nicht geplant. Was also soll das Ganze?
https://www.rationalgalerie.de/home/klaus-schwab-pfeift
Larry Fink von Blackrock wusste auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Mitte Januar zu berichten:
„Ich bin überzeugt, wenn der Krieg in der Ukraine vorbei ist, wird das Kapital ins Land fließen. Diejenigen, die an den Kapitalismus glauben, werden Geld in der Ukraine anlegen“
Das hörte natürlich der ebenfalls anwesende Selenskij gern. Dem ukrainischen Volk gehört zwar gar nichts mehr, aber für die Rendite westlicher Finanzjongleure werden sie gern für einen der niedrigsten Mindestlöhne Europas (Russland und Moldawien sind noch schlechter) arbeiten. Werden dann zwar dank des Krieges nicht mehr so viele Ukrainer dort sein, aber vielleicht gehen die Flüchtlinge ja gerne zurück, um ihr Land für 1,21 €/Stunde wieder aufzubauen.
Beim Weltwirtschaftsforum treffen sich politische Schwergewichte - zumeist ehemalige Young Global Leaders wie Habeck, Baerbock und Söder - und die Konzernbosse, die das „Eintrittsgeld“ von bis zu 900.000 € gerne zahlen.
Und es ist sicherlich nur eine böswillige Verschwörungstheorie, dass dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit die politischen Weichen gestellt werden, welche die Rendite großer Konzerne sichert. Im Zweifelsfall müssen Bürger- und Arbeitnehmerrechte eben hintenan stehen oder zur Not geschliffen werden.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Im November 2023 musste Gil Ofarim vor Gericht eingestehen, dass er gelogen hatte. Lächerliche 5320,- € betrug seine Strafe. Die eifrigen Unterstützer von Ofarim 2 Jahre zuvor blieben auch zum weit überwiegenden Teil stumm - erbärmlich und ein Zeichen für die Verdorbenheit vieler Prominenter des heutigen Medienalltags.
Die damals vermeintlich engagierte Kritik stellte sich somit im Nachhinein als Hetze dar - auch gerade gegen den „Ostler“ an sich. Es erfolgte keine Entschuldigung der damals vor Wut schnaubenden Unterstützer von Ofarim. Wundert sich da noch jemand, wenn sich mehr und mehr Menschen von Politik und Medien verraten fühlen?
https://www.telepolis.de/features/Virale-Rede-Israel-hat-etwas-gesagt-das-Sie-alle-erschaudern-lassen-sollte-9578444.html?seite=all
Die Rede der palästinensischen UN Diplomatin Nada Tarbush ist alles, was man zum Feldzug der israelischen Armee im Gaza Streifen lesen muss. Diskussionen mit Befürwortern des israelischen Rachefeldzugs sind überflüssig. Mit ein bisschen Nachdenken kann man dies selbst aus den deutschen Leitmedien herausarbeiten. Viele wollen dies aber gar nicht, die plappern nur blind die Kommentare in den Nachrichten nach.
Ich habe das oft genug im Job erlebt: „Man könnte ja Schwierigkeiten bekommen.“
So war und ist der Deutsche halt.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article249335956/Olaf-Scholz-Neujahrsansprache-Die-depressive-Utopie-des-Kanzlers.html
Schön herausgearbeitet. Es war ja auch eine erbärmliche Neujahrsansprache des Bundeskanzlers gewesen - inklusive der dreisten Lüge, Putin hätte „uns den Gashahn abgedreht.“
Leider funktioniert der Link nicht (mehr), weil hinter der Bezahlschranke. Aber das Putin „uns“ den Gashahn zugedreht hatte, ist in der Neujahrsansprache deutlich zu vernehmen. Nun kann man sich ja auf den Standpunkt stellen, dass Deutschland aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine richtigerweise auf russisches Gas verzichtet habe (von Habeck 2022 propagiert).
Doch die Lüge, das Putin, der seit 2 Jahren ständig das Angebot der Gaslieferung an Deutschland über die eine noch intakte Leitung von Nord Stream wie Sauerbier trotz aller Sanktionen erneuert, die Gaslieferung eingestellt hätte, wird von den Mainstreammedien nicht einmal thematisiert.
Man hätte das ja „umdeuten“ können, aber lieber schweigt man es tot. Leider wohl eine gute Methode, da die meisten Mitbürger mittlerweile wohl unter „betreutem Denken“ stehen.
https://www.neulandrebellen.de/2024/01/nicht-der-streikende-ist-erpresserisch-sondern-die-situation-in-der-er-streikt/
Das hat Roberto De Lapuente gut herausgearbeitet: Da verteidigen wir die westlichen Werte mit Waffenlieferungen an die Ukraine - also auch „unsere Freiheit“. Aber wehe, wir nutzen unsere Freiheit - das in der Verfassung garantierte Demonstrationsrecht - in Form des Streikes! Da sind diese gleich wieder von den Rechten unterwandert.
Ich kann dieses Totschlagargument nicht mehr hören. Kaum kommt einmal Kritik an der Berliner Blase in irgendeiner Form auf, dann sind die Protestierenden - ob Bauern, ob Zugführer - rechtsaffin und sicherlich von Putin gesteuert.
In der Schule wurden mir die Vorteile der Demokratie gegenüber autoritären Systemen anders erklärt. Denn die Kritik an Regierungsmaßnahmen als faschistisch bzw. staatszersetzend zu bezeichnen, ist ein klassisches Merkmal autoritärer Systeme.
Nun halte ich unsere Staatsform nicht für autoritär, die Verfassung hat den notwendigen Schutz von Minderheiten in den Grundrechten implementiert. Leider wollen anscheinend viele Mitbürger die Ausgrenzung einzelner Gruppen erreichen, was man an den von gewerkschafts- und SPDnahen Organisationen organisierten Massendemonstrationen gegen die AfD Ende Januar leicht erkennen kann.
Denn entweder ist die AfD rechtsaffin und zusätzlich verfassungsfeindlich, dann kann man sie über das Verfassungsgericht verbieten lassen. Das ist aktuell aber gar nicht geplant. Was also soll das Ganze?
https://www.rationalgalerie.de/home/klaus-schwab-pfeift
Larry Fink von Blackrock wusste auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Mitte Januar zu berichten:
„Ich bin überzeugt, wenn der Krieg in der Ukraine vorbei ist, wird das Kapital ins Land fließen. Diejenigen, die an den Kapitalismus glauben, werden Geld in der Ukraine anlegen“
Das hörte natürlich der ebenfalls anwesende Selenskij gern. Dem ukrainischen Volk gehört zwar gar nichts mehr, aber für die Rendite westlicher Finanzjongleure werden sie gern für einen der niedrigsten Mindestlöhne Europas (Russland und Moldawien sind noch schlechter) arbeiten. Werden dann zwar dank des Krieges nicht mehr so viele Ukrainer dort sein, aber vielleicht gehen die Flüchtlinge ja gerne zurück, um ihr Land für 1,21 €/Stunde wieder aufzubauen.
Beim Weltwirtschaftsforum treffen sich politische Schwergewichte - zumeist ehemalige Young Global Leaders wie Habeck, Baerbock und Söder - und die Konzernbosse, die das „Eintrittsgeld“ von bis zu 900.000 € gerne zahlen.
Und es ist sicherlich nur eine böswillige Verschwörungstheorie, dass dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit die politischen Weichen gestellt werden, welche die Rendite großer Konzerne sichert. Im Zweifelsfall müssen Bürger- und Arbeitnehmerrechte eben hintenan stehen oder zur Not geschliffen werden.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Samstag, 3. Februar 2024
Hartmudo: Superwumms
15
Gerade im Februar war ich viel unterwegs gewesen, nicht nur mit Charles, dafür häufig alleine. Der Rekord jedenfalls datiert mit 16161 Schritten vom Walk um den Ölper See am 3. Februar. Auch wenn ich tagsüber sehr häufig spazieren gegangen war, gab es noch andere angenehme und unangenehme Aktionen zu bewältigen.
Machen wir also kalendarisch weiter und kommen zum…
Dienstag, 7. Februar. Phils Geburtstag zwei Tage zuvor ist leider an mir förmlich vorbeigerauscht, denn ich habe leider kein Erinnerungen daran. Nur, dass wir bei uns zu Hause mit einem schönen Kartenspielabend gefeiert hatten und Candela ebenfalls anwesend gewesen war. Dienstag, der 7: Es war mal wieder Zeit für einen Besuch bei meinem HNO gewesen.
Diesmal stellte er bei mir Polypen und eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung fest. Das leicht cortisonhaltige Nasenspray gab es on top. Das nehme ich bis heute immer noch - oder habe ich jetzt ein anderes? Ich weiß es schon gar nicht mehr.
Was ich ebenfalls nicht mehr weiß und leider auch nicht rekonstruieren kann, ist das Essen an jenem Abend - oder war es mittags? Ich habe da dieses Foto in meiner Galerie des Smartphones gefunden und kann es nicht mehr zuordnen.
Dazu sollte man wissen, dass meine Löwin und ich jedes Jahr am 8. Februar traditionell unseren Kennenlerntag feiern. Dieses Jahr feierten wir aus verständlichen Gründen leider nicht. Keine Reise, kein Theater- oder Kinobesuch und eben überhaupt nichts am 8. Februar. Warten wir also aufs nächste Jahr, da setzen wir diese schöne Tradition fort.
Der nächste Stopp auf unserer Zeitreise ist…
Freitag, 10. Februar. Der Tag startete schon früh um die Ecke mit dem Termin 7.10 Uhr bei der Krankengymnastik Kreisel. Dank dieses zeitigen Termins war ich an dem Tag schon ganz früh in annehmbarer Verfassung gewesen.
Der kurze Weg an der frischen Luft zur Roggenmühle und zurück vertrieb meine apathische Morgenstimmung, zumal meine Löwin und ich an diesem Tag eine besonders schöne Aktion geplant hatten: Der Gmyrek Werksverkauf in Gifhorn!
Dort hatten wir vor ein paar Jahren ein zünftiges Frühstück erleben dürfen. In dem äußerst ungemütlichen Verkaufsraum befand sich auch ein Stand des wirklich guten Wolfsburger Bäckers Caldera. Dessen Brötchen in Kombination mit dem Mett von Gmyrek oder einem heißen Heidewürstchen... einfach nur lecker.
Nun, um es kurz zu machen: Der triste Verkaufsraum hatte sich nur in einem Punkt verändert. Der Stand von Caldera war nicht mehr da und deshalb fiel das von mir ersehnte Frühstück leider aus. Glücklicherweise entdeckte ich eine schöne Alternative mit dem Panoramacafe im alten und ehrwürdigen Wasserturm.
Dorthin setzten wir uns in Bewegung, nicht ohne vorher einige Spezialitäten der besten Industrieschlachterei der Region einzukaufen. Die Eintracht-Stadion Bratwurst, die Heidewürstchen oder auch die dicken Bratwürste in ihren unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sind auf jeden Fall extrem lecker.
Ganz leicht abseits von der Braunschweiger Straße, der großen Durchgangsstraße von Gifhorn, gelegen, befindet sich das Panoramacafe im obersten Stockwerk des um 1910 gebauten Wasserturms. Dieser runde Turm ist denkmalgeschützt und wohl ca. 30 Meter hoch - genaueres habe ich auf die Schnelle nicht eruieren können.
Das Café befindet sich im obersten Stockwerk und ist lediglich über einen Fahrstuhl zu erreichen. Und deshalb riefen wir das Cafe auch vor unserem Besuch an, um nicht vor verschlossenen Türen verweilen zu müssen. Zu unserer großen Freude hatten sie an diesem Tag geöffnet. Schnell gingen wir vom Parkplatz den kleinen Hügel bis zum Außenfahrstuhl hinauf, um dann dort feststellen zu müssen, dass der Fahrstuhl sich nicht in Richtung Erdgeschoss in Bewegung setzen wollte.
Erst nach einem erneuten Anruf im Café (die Besitzerin hatte vergessen, die Klingel zu aktivieren), kam die Kabine endlich in Schweiß. Dankbar betraten wir den Fahrstuhl - selbst ich verspürte inzwischen ein gewisses Hungergefühl. Der gläserne Fahrstuhl vermittelte uns beim Hochfahren ins vierte Stockwerk einen schönen Blick auf Gifhorn.
Nicht so beeindruckend wie vom Empire State Building bei unserer Hochzeitsreise 15 Jahre zuvor, aber immerhin. Über einen kurzen Zwischengang, welcher mit allerlei Krüsch geschmückt war, betraten wir den kreisrunden Gastraum und wurden von der Wirtin zu einem schönen Tisch am Fenster geleitet.
Sozusagen eine Außenkabine, um es für Aida-Reisende verständlich zu machen. Ganz in der Mitte befand sich der Tresen/ die Theke sowie die Wendeltreppe hinunter zu Küche und Toilette. Um diesen Mittelpunkt waren die zweisitzigen „Innenkabinen" drapiert. Kurz und knapp zusammengefasst: So richtig scheiße gemütlich.
Die rührigen Betreiber - ein Ehepaar, etwas älter als wir und bekennende Liebhaber der französischen Küche - konnten uns nur eine Frühstücksvariation anbieten. Beeindruckt von der angenehmen Atmosphäre war uns das aber egal.
Zwei Brötchen, Wurst, Käse, Butter und Marmelade, Kaffee und eine Schale Rührei - passt! Das Besondere daran, was die Betreiber uns auch ausführlich erklärten, war die Qualität der einzelnen Komponenten.
Wurst und Käse kamen aus Frankreich, die Marmeladen selbstgemacht und die Teiglinge der Brötchen wurden aus Österreich importiert und frisch aufbereitet. Wer mich kennt, weiß, welchen hohen Stellenwert ich der Qualität von Brötchen beimesse.
Und dann wurden weitere Brötchen doch tatsächlich auf Nachfrage noch nachgeliefert. Dazu der „Geschmack von früher", da gerate ich auch jetzt wieder ins Schwärmen. Meine Laune besserte sich zusehends, ich hatte fast schon einen enthusiastischen Schub.
Gerade im Februar war ich viel unterwegs gewesen, nicht nur mit Charles, dafür häufig alleine. Der Rekord jedenfalls datiert mit 16161 Schritten vom Walk um den Ölper See am 3. Februar. Auch wenn ich tagsüber sehr häufig spazieren gegangen war, gab es noch andere angenehme und unangenehme Aktionen zu bewältigen.
Machen wir also kalendarisch weiter und kommen zum…
Dienstag, 7. Februar. Phils Geburtstag zwei Tage zuvor ist leider an mir förmlich vorbeigerauscht, denn ich habe leider kein Erinnerungen daran. Nur, dass wir bei uns zu Hause mit einem schönen Kartenspielabend gefeiert hatten und Candela ebenfalls anwesend gewesen war. Dienstag, der 7: Es war mal wieder Zeit für einen Besuch bei meinem HNO gewesen.
Diesmal stellte er bei mir Polypen und eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung fest. Das leicht cortisonhaltige Nasenspray gab es on top. Das nehme ich bis heute immer noch - oder habe ich jetzt ein anderes? Ich weiß es schon gar nicht mehr.
Was ich ebenfalls nicht mehr weiß und leider auch nicht rekonstruieren kann, ist das Essen an jenem Abend - oder war es mittags? Ich habe da dieses Foto in meiner Galerie des Smartphones gefunden und kann es nicht mehr zuordnen.
Dazu sollte man wissen, dass meine Löwin und ich jedes Jahr am 8. Februar traditionell unseren Kennenlerntag feiern. Dieses Jahr feierten wir aus verständlichen Gründen leider nicht. Keine Reise, kein Theater- oder Kinobesuch und eben überhaupt nichts am 8. Februar. Warten wir also aufs nächste Jahr, da setzen wir diese schöne Tradition fort.
Der nächste Stopp auf unserer Zeitreise ist…
Freitag, 10. Februar. Der Tag startete schon früh um die Ecke mit dem Termin 7.10 Uhr bei der Krankengymnastik Kreisel. Dank dieses zeitigen Termins war ich an dem Tag schon ganz früh in annehmbarer Verfassung gewesen.
Der kurze Weg an der frischen Luft zur Roggenmühle und zurück vertrieb meine apathische Morgenstimmung, zumal meine Löwin und ich an diesem Tag eine besonders schöne Aktion geplant hatten: Der Gmyrek Werksverkauf in Gifhorn!
Dort hatten wir vor ein paar Jahren ein zünftiges Frühstück erleben dürfen. In dem äußerst ungemütlichen Verkaufsraum befand sich auch ein Stand des wirklich guten Wolfsburger Bäckers Caldera. Dessen Brötchen in Kombination mit dem Mett von Gmyrek oder einem heißen Heidewürstchen... einfach nur lecker.
Nun, um es kurz zu machen: Der triste Verkaufsraum hatte sich nur in einem Punkt verändert. Der Stand von Caldera war nicht mehr da und deshalb fiel das von mir ersehnte Frühstück leider aus. Glücklicherweise entdeckte ich eine schöne Alternative mit dem Panoramacafe im alten und ehrwürdigen Wasserturm.
Dorthin setzten wir uns in Bewegung, nicht ohne vorher einige Spezialitäten der besten Industrieschlachterei der Region einzukaufen. Die Eintracht-Stadion Bratwurst, die Heidewürstchen oder auch die dicken Bratwürste in ihren unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sind auf jeden Fall extrem lecker.
Ganz leicht abseits von der Braunschweiger Straße, der großen Durchgangsstraße von Gifhorn, gelegen, befindet sich das Panoramacafe im obersten Stockwerk des um 1910 gebauten Wasserturms. Dieser runde Turm ist denkmalgeschützt und wohl ca. 30 Meter hoch - genaueres habe ich auf die Schnelle nicht eruieren können.
Das Café befindet sich im obersten Stockwerk und ist lediglich über einen Fahrstuhl zu erreichen. Und deshalb riefen wir das Cafe auch vor unserem Besuch an, um nicht vor verschlossenen Türen verweilen zu müssen. Zu unserer großen Freude hatten sie an diesem Tag geöffnet. Schnell gingen wir vom Parkplatz den kleinen Hügel bis zum Außenfahrstuhl hinauf, um dann dort feststellen zu müssen, dass der Fahrstuhl sich nicht in Richtung Erdgeschoss in Bewegung setzen wollte.
Erst nach einem erneuten Anruf im Café (die Besitzerin hatte vergessen, die Klingel zu aktivieren), kam die Kabine endlich in Schweiß. Dankbar betraten wir den Fahrstuhl - selbst ich verspürte inzwischen ein gewisses Hungergefühl. Der gläserne Fahrstuhl vermittelte uns beim Hochfahren ins vierte Stockwerk einen schönen Blick auf Gifhorn.
Nicht so beeindruckend wie vom Empire State Building bei unserer Hochzeitsreise 15 Jahre zuvor, aber immerhin. Über einen kurzen Zwischengang, welcher mit allerlei Krüsch geschmückt war, betraten wir den kreisrunden Gastraum und wurden von der Wirtin zu einem schönen Tisch am Fenster geleitet.
Sozusagen eine Außenkabine, um es für Aida-Reisende verständlich zu machen. Ganz in der Mitte befand sich der Tresen/ die Theke sowie die Wendeltreppe hinunter zu Küche und Toilette. Um diesen Mittelpunkt waren die zweisitzigen „Innenkabinen" drapiert. Kurz und knapp zusammengefasst: So richtig scheiße gemütlich.
Die rührigen Betreiber - ein Ehepaar, etwas älter als wir und bekennende Liebhaber der französischen Küche - konnten uns nur eine Frühstücksvariation anbieten. Beeindruckt von der angenehmen Atmosphäre war uns das aber egal.
Zwei Brötchen, Wurst, Käse, Butter und Marmelade, Kaffee und eine Schale Rührei - passt! Das Besondere daran, was die Betreiber uns auch ausführlich erklärten, war die Qualität der einzelnen Komponenten.
Wurst und Käse kamen aus Frankreich, die Marmeladen selbstgemacht und die Teiglinge der Brötchen wurden aus Österreich importiert und frisch aufbereitet. Wer mich kennt, weiß, welchen hohen Stellenwert ich der Qualität von Brötchen beimesse.
Und dann wurden weitere Brötchen doch tatsächlich auf Nachfrage noch nachgeliefert. Dazu der „Geschmack von früher", da gerate ich auch jetzt wieder ins Schwärmen. Meine Laune besserte sich zusehends, ich hatte fast schon einen enthusiastischen Schub.
Montag, 29. Januar 2024
Uncle Fester: grad gelesen Januar 2024
Karsten Dusse - Achtsam morden am Rande der Welt
Der dritte Band der Reihe und besser als der vorherige Teil. Damit steht fest, dass ich die Teile 4 und 5 auch noch lesen werde.
Björn Diemel feiert seinen Geburtstag mit dem Führungsstab seiner kriminellen Vereinigung. Es ist sein Fünfundvierzigster - was ihm sichtlich peinlich ist. Deshalb verheimlicht er den Geburtstag vor seinen Mitarbeitern und tarnt die Feier als Geschäftsessen im Edelrestaurant im 23. Stock eines 5 Sterne Hotels.
Als eine von Diemels Mitarbeiterinnen der Abteilung Prostitution in diesem Hotel von einem chinesischen Geschäftsmann ungebührlich belästigt wird, eilen seine Ressortleiter Waffenhandel und Sicherheit der Dame zu Hilfe. Den Rest des Abends verbringt der Chinese dank ausgehärtetem Bauschaum statt Sprühsahne im Arsch im Krankenhaus.
Und um Björns Geburtstag so richtig abzurunden, saßen seine Exfrau Katharina und ihr neuer Freund Heiko ebenfalls im Restaurant - an einem anderen Tisch. Heiko hatte Katharina einen Heiratsantrag gemacht. Dies juckte Björn dank seines Achtsamkeitstrainings nicht sonderlich, obwohl er den extrem eifersüchtigen Heiko bereits als „Olaf den Schneemann" kannte.
Zu guter Letzt schrottet er besoffen sein Auto, weil er nicht im Hotel schlafen wollte. Ausgerechnet Katharina und Heiko hatten das Zimmer nebenan gehabt. Kurze Zeit später taucht er bei seinem Therapeuten Jochen Breitner auf, der ihm prompt eine Midlife Crisis diagnostiziert. Und die Lösung hat Jochen Breitner auch schon parat: Pilgern auf dem Jakobsweg!
Die ganzen Vorurteile über über die Pilger und das Pilgern - jetzt war Björn Diemel selber unterwegs. Auf dem Jakobsweg in Nordspanien freundet er sich mit Roland an; Evi und Kladdy sind weitere Mitwanderer.
Diese drei sind am Zielort Santiago de Compostela bereits gestorben. Roland und Evi als Kollateralschaden von Attentatsversuchen auf Björn, Kladdy dank eines Remplers von Björn während des Stierkampf-Rennens in Pamplona.
Björn überlegte fieberhaft, wer der Attentäter sein könnte. Eigentlich kam dafür nur der Chinese mit dem Bauschaum in Betracht, doch am Ende erfolgte die eigentlich schon zu erwartende Wendung. Der wohl immer noch koksende Heiko war der Übeltäter; in der letzten Szene am Kreuz von Compostela wird dieser passenderweise von Katharina abgeknallt.
Offensichtlich hatte es sich mit der Hochzeit erledigt. Erwähnenswert ist noch, dass Heiko sein Geld als Faktenchecker verdient hatte. Die Kritik an solch üblen Charakteren a la „Zentrum liberale Moderne" ist ab Seite 173 zwar kurz, aber treffend.
Nicht zuletzt deshalb habe ich Björn Diemel wieder in mein Herz geschlossen. Eine schön schräge Lektüre, die meinen eigenen Weg zur Achtsamkeit gut befeuern tut.
Andreas Brandhorst - Splitter der Zeit
Braucht dieser Mann Geld? Schon wieder ein neuer Roman von Brandhorst. Und erneut umspannt er Milliarden von Jahren - bis zum Ende der Zeit. Hierbei ist der Unterschied zu „Ruf der Unendlichkeit", dass die Handlung überwiegend zu Zeiten spielt, in der die Menschheit noch nicht untergegangen ist.
Und auch in diesem Roman befindet sich die Menschheit in einem Jahrhunderte dauernden Krieg gegen Aliens. Die insektoiden Honta - Heinleins Starship Troopers lassen grüßen - sind ihren menschlichen Kontrahenten nicht nur körperlich überlegen. Sie scheinen auch jegliches taktische Manöver der Menschen voraussehen zu können und drängen die Menschen demzufolge immer weiter in die Defensive.
Eine Niederlage und Auslöschung der Menschheit ist vorprogrammiert. Hier kommt unser Held Cameron ins Spiel, der im dreiunddreißigsten Jahrhundert bei der Zerstörung seines Heimatplaneten Harkonia durch die Honta seine Mutter verliert und vom Kommandanten Grindel adoptiert wird.
Zusammen mit anderen überlebenden Kindern von Harkonia, darunter die etwas jüngere Kora, bildet Grindel Cameron zum Krieger aus. Während Cameron im Laufe der Jahre bei den Bodentruppen im Kampf gegen die Honta im Dienstrang immer weiter aufsteigt, steuert Kora im Kampf ganze Gruppen von Klonen mittels Virtuell Reality.
Und so ganz nebenbei zeigt Kora Cameron, wie Frau und Mann zusammen im Bett Spaß haben können. Doch nach und nach sterben Camerons Wegbegleiter bei diversen Abwehrkämpfen gegen die Honta, irgendwann eben auch Kora.
Urplötzlich eröffnet sich mit der Gefangenname der Hontakönigin Mrarl die Möglichkeit, bis an das Ende der Zeit zu reisen. Zusammen mit dem Simulacrum Hudson, einem nur wenige Zentimeter großen Mini-Menschen, erreichen Mrarl und Cameron nach einigen Irrwegen den letzten noch existierenden Planeten kurz vor dem Zusammenbruch des Universums.
Hier nun hat Cameron die Chance, die scheinbar feststehende Geschichte des Universums umzuschreiben. Denn von diesem Ort aus hatte Mror, ein Brutgeschwister von Mrarl, die komplette Geschichte des Universums in seinen Träumen umgeschrieben.
So wurden aus den friedliebenden Honta unerbittliche Krieger, welche nicht nur die Menschheit ausgerottet hatten. Hudson zündet die Bombe, Mrarl opfert ihr Leben und Cameron übernimmt die Position des Träumers anstelle von Mror.
Cameron ordnet die Splitter der Zeit nach Belieben. Honta und Menschen existieren friedlich nebeneinander und Cameron reitet mit seiner Kora in den Sonnenuntergang.
Brandhorst hat es mal wieder geschafft, viele kleine Geschichten zu einem großen Ganzen zu formen. So muss Science-Fiction sein: Alle paar Seiten lauert eine neue Welt und am Ende fügen sich alle Teile des Puzzles zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen.
Auch aus Deutschland kommt mittlerweile hervorragende Science Fiction Literatur, welche verstärkt von den Verlagen verlegt wird. Als Folge fehlen die Übersetzer Angloamerikanischer Autoren, von denen längst nicht mehr alle Romane und Zyklen übersetzt werden. Ist ja auch irgendwie schade.
Der dritte Band der Reihe und besser als der vorherige Teil. Damit steht fest, dass ich die Teile 4 und 5 auch noch lesen werde.
Björn Diemel feiert seinen Geburtstag mit dem Führungsstab seiner kriminellen Vereinigung. Es ist sein Fünfundvierzigster - was ihm sichtlich peinlich ist. Deshalb verheimlicht er den Geburtstag vor seinen Mitarbeitern und tarnt die Feier als Geschäftsessen im Edelrestaurant im 23. Stock eines 5 Sterne Hotels.
Als eine von Diemels Mitarbeiterinnen der Abteilung Prostitution in diesem Hotel von einem chinesischen Geschäftsmann ungebührlich belästigt wird, eilen seine Ressortleiter Waffenhandel und Sicherheit der Dame zu Hilfe. Den Rest des Abends verbringt der Chinese dank ausgehärtetem Bauschaum statt Sprühsahne im Arsch im Krankenhaus.
Und um Björns Geburtstag so richtig abzurunden, saßen seine Exfrau Katharina und ihr neuer Freund Heiko ebenfalls im Restaurant - an einem anderen Tisch. Heiko hatte Katharina einen Heiratsantrag gemacht. Dies juckte Björn dank seines Achtsamkeitstrainings nicht sonderlich, obwohl er den extrem eifersüchtigen Heiko bereits als „Olaf den Schneemann" kannte.
Zu guter Letzt schrottet er besoffen sein Auto, weil er nicht im Hotel schlafen wollte. Ausgerechnet Katharina und Heiko hatten das Zimmer nebenan gehabt. Kurze Zeit später taucht er bei seinem Therapeuten Jochen Breitner auf, der ihm prompt eine Midlife Crisis diagnostiziert. Und die Lösung hat Jochen Breitner auch schon parat: Pilgern auf dem Jakobsweg!
Die ganzen Vorurteile über über die Pilger und das Pilgern - jetzt war Björn Diemel selber unterwegs. Auf dem Jakobsweg in Nordspanien freundet er sich mit Roland an; Evi und Kladdy sind weitere Mitwanderer.
Diese drei sind am Zielort Santiago de Compostela bereits gestorben. Roland und Evi als Kollateralschaden von Attentatsversuchen auf Björn, Kladdy dank eines Remplers von Björn während des Stierkampf-Rennens in Pamplona.
Björn überlegte fieberhaft, wer der Attentäter sein könnte. Eigentlich kam dafür nur der Chinese mit dem Bauschaum in Betracht, doch am Ende erfolgte die eigentlich schon zu erwartende Wendung. Der wohl immer noch koksende Heiko war der Übeltäter; in der letzten Szene am Kreuz von Compostela wird dieser passenderweise von Katharina abgeknallt.
Offensichtlich hatte es sich mit der Hochzeit erledigt. Erwähnenswert ist noch, dass Heiko sein Geld als Faktenchecker verdient hatte. Die Kritik an solch üblen Charakteren a la „Zentrum liberale Moderne" ist ab Seite 173 zwar kurz, aber treffend.
Nicht zuletzt deshalb habe ich Björn Diemel wieder in mein Herz geschlossen. Eine schön schräge Lektüre, die meinen eigenen Weg zur Achtsamkeit gut befeuern tut.
Andreas Brandhorst - Splitter der Zeit
Braucht dieser Mann Geld? Schon wieder ein neuer Roman von Brandhorst. Und erneut umspannt er Milliarden von Jahren - bis zum Ende der Zeit. Hierbei ist der Unterschied zu „Ruf der Unendlichkeit", dass die Handlung überwiegend zu Zeiten spielt, in der die Menschheit noch nicht untergegangen ist.
Und auch in diesem Roman befindet sich die Menschheit in einem Jahrhunderte dauernden Krieg gegen Aliens. Die insektoiden Honta - Heinleins Starship Troopers lassen grüßen - sind ihren menschlichen Kontrahenten nicht nur körperlich überlegen. Sie scheinen auch jegliches taktische Manöver der Menschen voraussehen zu können und drängen die Menschen demzufolge immer weiter in die Defensive.
Eine Niederlage und Auslöschung der Menschheit ist vorprogrammiert. Hier kommt unser Held Cameron ins Spiel, der im dreiunddreißigsten Jahrhundert bei der Zerstörung seines Heimatplaneten Harkonia durch die Honta seine Mutter verliert und vom Kommandanten Grindel adoptiert wird.
Zusammen mit anderen überlebenden Kindern von Harkonia, darunter die etwas jüngere Kora, bildet Grindel Cameron zum Krieger aus. Während Cameron im Laufe der Jahre bei den Bodentruppen im Kampf gegen die Honta im Dienstrang immer weiter aufsteigt, steuert Kora im Kampf ganze Gruppen von Klonen mittels Virtuell Reality.
Und so ganz nebenbei zeigt Kora Cameron, wie Frau und Mann zusammen im Bett Spaß haben können. Doch nach und nach sterben Camerons Wegbegleiter bei diversen Abwehrkämpfen gegen die Honta, irgendwann eben auch Kora.
Urplötzlich eröffnet sich mit der Gefangenname der Hontakönigin Mrarl die Möglichkeit, bis an das Ende der Zeit zu reisen. Zusammen mit dem Simulacrum Hudson, einem nur wenige Zentimeter großen Mini-Menschen, erreichen Mrarl und Cameron nach einigen Irrwegen den letzten noch existierenden Planeten kurz vor dem Zusammenbruch des Universums.
Hier nun hat Cameron die Chance, die scheinbar feststehende Geschichte des Universums umzuschreiben. Denn von diesem Ort aus hatte Mror, ein Brutgeschwister von Mrarl, die komplette Geschichte des Universums in seinen Träumen umgeschrieben.
So wurden aus den friedliebenden Honta unerbittliche Krieger, welche nicht nur die Menschheit ausgerottet hatten. Hudson zündet die Bombe, Mrarl opfert ihr Leben und Cameron übernimmt die Position des Träumers anstelle von Mror.
Cameron ordnet die Splitter der Zeit nach Belieben. Honta und Menschen existieren friedlich nebeneinander und Cameron reitet mit seiner Kora in den Sonnenuntergang.
Brandhorst hat es mal wieder geschafft, viele kleine Geschichten zu einem großen Ganzen zu formen. So muss Science-Fiction sein: Alle paar Seiten lauert eine neue Welt und am Ende fügen sich alle Teile des Puzzles zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen.
Auch aus Deutschland kommt mittlerweile hervorragende Science Fiction Literatur, welche verstärkt von den Verlagen verlegt wird. Als Folge fehlen die Übersetzer Angloamerikanischer Autoren, von denen längst nicht mehr alle Romane und Zyklen übersetzt werden. Ist ja auch irgendwie schade.
Dienstag, 23. Januar 2024
Warum spielt denn der Poldi nicht?
26
Ricardo Quaresma, mein Lieblingsspieler der Portugiesen und mal wieder kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt, machte das 5:3 im Elfmeterschießen, Endstand damit 6:4 für Portugal - perfekt. Und auch wenn alle Medien behaupten, das keine Mannschaft es verdient gehabt hätte, behaupte ich das Gegenteil.
Portugal steht jetzt ohne einen einzigen Sieg nach 90 Minuten im Halbfinale der EM, das gab es noch nie. Und die Leistung der Mannschaft wird im Fernsehen wie im Kicker konsequent runtergemacht. Was wollt ihr eigentlich? Von Anfang der 80er Jahre bis zum WM Turnier 2006 spielte schließlich unser Team einen grauenhaften und lediglich am Ergebnis orientierten Fußball, von Ausnahmen mal abgesehen.
Ob bei WM oder EM, einige Spiele - als Beispiel hier der Sieg gegen die USA im Viertelfinale der WM 2002 - wurden nur mit Glück bzw. unverdient gewonnen. Trainer wie Berti Vogts, Sir Erich Ribbeck oder auch Rudi Völker stehen für den Schlafwagenfußball, den heute halt die Portugiesen spielen. Also was beschwert ihr Euch?
Wunderschön als Abschluss des Abends war dann die Szene, als Pepe mit seinen beiden kleinen Töchtern über den Platz lief. Der freundlich lächelnde Mann, der liebevoll mit seinen Töchtern spielte und der jüngeren noch die Schnürsenkel zuband, kann doch nicht derselbe Pepe sein, der immer so aussieht, als ob er auf dem Friedhof arbeitet und knallhart in die Zweikämpfe geht. Ein schönes Bild, das mich für die Gurkerei beider Teams entschädigte.
Die Polen hatten sich verzockt und sind deshalb zu Recht draußen. Portugal wartet nun auf den Sieger des Freitagsspiels Wales gegen Belgien. Da bin ich mal gespannt. Egal gegen wen Ronaldo und Co antreten müssen, ich sehe gute Chancen fürs Endspiel.
Fr. 1. Juli
Schon um 7.00 Uhr stand ich auf, weil ich nicht mehr liegen konnte. Dies ausgerechnet an meinem Urlaubstag! Da war meine Löwin schon lange wach und hatte die Datei abgearbeitet. Sie schrieb gerade noch eine Mail an ihren Chef und war eben fertig geworden. Das passte genau, denn ich musste jetzt nur noch die Papiere zurück in ihre Firma bringen. Auf dem Rückweg würde ich noch Brötchen mitbringen.
10 Minuten vor Acht fuhr ich auf das Firmengelände. DJ Ötzi kam mir auf dem kurzen Weg zur Eingangstür von der anderen Seite entgegen. Er war, so gesehen, zu spät zur Arbeit erschienen. Lächelnd sprach ich ihn an: "Hallo DJ Ötzi, Du kommst zu spät. Anders als ich, denn ich arbeite hier ja nicht und bringe bloß die Sachen vorbei."
DJ Ötzi war gut drauf und antwortete gewohnt lässig. "Was heißt hier zu spät? Ich war gestern bis 18.00 Uhr da."
Darauf ging ich nicht ein, denn gestern hatte ich auch noch bis 18.00 Uhr wie jeden Donnerstag gearbeitet und am Ende noch die Aufregung mit den beiden syrischen Kindern, die ohne Eltern in Salzgitter sind. Das konnte ich in 15 Minuten nicht lösen, es blieb nur Zeit, um alles zu kopieren und den Onkel der beiden Jungs für den nächsten Dienstag einzuladen. Bis dahin werde ich die Angelegenheit für die beiden zu deren Zufriedenheit geklärt bekommen, vorher brauche ich allerdings noch Informationen seitens meines Teamleiters.
So wünschte ich DJ Ötzi einen schönen Tag, ebenso den beiden Frauen in der Buchhaltung, die mir die Mappe mit den Papieren abnahmen. Beste Grüße, beste Genesungswünsche und schon war ich wieder weg und dachte sofort an die Brötchen. Wo holte ich sie jetzt am besten her? Bei Meyer auf der Berliner? Schlecht anzufahren, fiel also aus.
Der Dampfbäcker Zelder in Querum oder Bienrode macht auch tolle Brötchen, aber ich wollte ehrlich gesagt noch in einen Supermarkt. Meine Löwin wollte ich nicht allzu lange warten lassen und deshalb arbeitete es in meinem Gehirn fieberhaft, bis ich mich nach bald 2 km Fahrt endlich entschieden hatte. Manchmal bin ich halt planvoll planlos.
Bei Netto in Bienrode griff ich zu einem Billigbrie und dem beliebten Frischkäsering. Eine Braunschweiger Mettwurst von Brennecke durfte es ebenfalls noch sein. Im Eingangsbereich des Netto Marktes ist praktischerweise ein Steinecke-Bäcker vorgelagert. Passend zur EM verkaufen sie dort die 11er Tüte: 11 runde Brötchen im Fußballlook zu 2,90 €. Da musste ich doch einfach zugreifen.
Zu Hause angekommen, war meine Löwin sofort mit der richtigen Ansage unterwegs. "Wo bleibst Du denn so lange? Ich habe mir schon eine Kleinigkeit gemacht."
Sie kann nicht eine kurze Zeit lang hungern. Das meine ich jetzt nicht zynisch, denn wegen der Diabetes unterzuckert sie leicht. Da muss sie schnell etwas essen, sonst geht es ihr richtig dreckig. Sie merkt dies immer da dran, dass ihre Laune richtig in den Keller geht. Aber es war nur ein Knäckebrot mit Tomaten und Schnittlauch, weil sie sich - wie ich auch - unbändig aufs Frühstück freute.
Schnell deckte ich den Tisch ein und stellte unsere Videoanlage an. Es war wieder Zeit für Lord Brett Sinclair und Danny Wilde. Die 2 Schwerenöter fanden bei einem Ausflug in Schottland eine Formel zur Herstellung eines billigen Treibstoffs, ohne Öl. Erdölkonzerne, die Russen und der ehemalige Partner des Erfinders, ein Grieche im Rollstuhl, versuchten an die Formel zu kommen. Aber die Tochter des ermordeten Erfinders war der Schlüssel.
Den Schluss bekamen wir leider nicht mehr mit, da die Folge mittendrin abbrach. Ein Fehler in der DVD? Egal, wahrscheinlich hat die Tochter die Formel vernichtet, weil die Menschheit dafür noch nicht reif ist. Die Serie ist von 1971/72, da sah die Welt noch anders aus.
Ricardo Quaresma, mein Lieblingsspieler der Portugiesen und mal wieder kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt, machte das 5:3 im Elfmeterschießen, Endstand damit 6:4 für Portugal - perfekt. Und auch wenn alle Medien behaupten, das keine Mannschaft es verdient gehabt hätte, behaupte ich das Gegenteil.
Portugal steht jetzt ohne einen einzigen Sieg nach 90 Minuten im Halbfinale der EM, das gab es noch nie. Und die Leistung der Mannschaft wird im Fernsehen wie im Kicker konsequent runtergemacht. Was wollt ihr eigentlich? Von Anfang der 80er Jahre bis zum WM Turnier 2006 spielte schließlich unser Team einen grauenhaften und lediglich am Ergebnis orientierten Fußball, von Ausnahmen mal abgesehen.
Ob bei WM oder EM, einige Spiele - als Beispiel hier der Sieg gegen die USA im Viertelfinale der WM 2002 - wurden nur mit Glück bzw. unverdient gewonnen. Trainer wie Berti Vogts, Sir Erich Ribbeck oder auch Rudi Völker stehen für den Schlafwagenfußball, den heute halt die Portugiesen spielen. Also was beschwert ihr Euch?
Wunderschön als Abschluss des Abends war dann die Szene, als Pepe mit seinen beiden kleinen Töchtern über den Platz lief. Der freundlich lächelnde Mann, der liebevoll mit seinen Töchtern spielte und der jüngeren noch die Schnürsenkel zuband, kann doch nicht derselbe Pepe sein, der immer so aussieht, als ob er auf dem Friedhof arbeitet und knallhart in die Zweikämpfe geht. Ein schönes Bild, das mich für die Gurkerei beider Teams entschädigte.
Die Polen hatten sich verzockt und sind deshalb zu Recht draußen. Portugal wartet nun auf den Sieger des Freitagsspiels Wales gegen Belgien. Da bin ich mal gespannt. Egal gegen wen Ronaldo und Co antreten müssen, ich sehe gute Chancen fürs Endspiel.
Fr. 1. Juli
Schon um 7.00 Uhr stand ich auf, weil ich nicht mehr liegen konnte. Dies ausgerechnet an meinem Urlaubstag! Da war meine Löwin schon lange wach und hatte die Datei abgearbeitet. Sie schrieb gerade noch eine Mail an ihren Chef und war eben fertig geworden. Das passte genau, denn ich musste jetzt nur noch die Papiere zurück in ihre Firma bringen. Auf dem Rückweg würde ich noch Brötchen mitbringen.
10 Minuten vor Acht fuhr ich auf das Firmengelände. DJ Ötzi kam mir auf dem kurzen Weg zur Eingangstür von der anderen Seite entgegen. Er war, so gesehen, zu spät zur Arbeit erschienen. Lächelnd sprach ich ihn an: "Hallo DJ Ötzi, Du kommst zu spät. Anders als ich, denn ich arbeite hier ja nicht und bringe bloß die Sachen vorbei."
DJ Ötzi war gut drauf und antwortete gewohnt lässig. "Was heißt hier zu spät? Ich war gestern bis 18.00 Uhr da."
Darauf ging ich nicht ein, denn gestern hatte ich auch noch bis 18.00 Uhr wie jeden Donnerstag gearbeitet und am Ende noch die Aufregung mit den beiden syrischen Kindern, die ohne Eltern in Salzgitter sind. Das konnte ich in 15 Minuten nicht lösen, es blieb nur Zeit, um alles zu kopieren und den Onkel der beiden Jungs für den nächsten Dienstag einzuladen. Bis dahin werde ich die Angelegenheit für die beiden zu deren Zufriedenheit geklärt bekommen, vorher brauche ich allerdings noch Informationen seitens meines Teamleiters.
So wünschte ich DJ Ötzi einen schönen Tag, ebenso den beiden Frauen in der Buchhaltung, die mir die Mappe mit den Papieren abnahmen. Beste Grüße, beste Genesungswünsche und schon war ich wieder weg und dachte sofort an die Brötchen. Wo holte ich sie jetzt am besten her? Bei Meyer auf der Berliner? Schlecht anzufahren, fiel also aus.
Der Dampfbäcker Zelder in Querum oder Bienrode macht auch tolle Brötchen, aber ich wollte ehrlich gesagt noch in einen Supermarkt. Meine Löwin wollte ich nicht allzu lange warten lassen und deshalb arbeitete es in meinem Gehirn fieberhaft, bis ich mich nach bald 2 km Fahrt endlich entschieden hatte. Manchmal bin ich halt planvoll planlos.
Bei Netto in Bienrode griff ich zu einem Billigbrie und dem beliebten Frischkäsering. Eine Braunschweiger Mettwurst von Brennecke durfte es ebenfalls noch sein. Im Eingangsbereich des Netto Marktes ist praktischerweise ein Steinecke-Bäcker vorgelagert. Passend zur EM verkaufen sie dort die 11er Tüte: 11 runde Brötchen im Fußballlook zu 2,90 €. Da musste ich doch einfach zugreifen.
Zu Hause angekommen, war meine Löwin sofort mit der richtigen Ansage unterwegs. "Wo bleibst Du denn so lange? Ich habe mir schon eine Kleinigkeit gemacht."
Sie kann nicht eine kurze Zeit lang hungern. Das meine ich jetzt nicht zynisch, denn wegen der Diabetes unterzuckert sie leicht. Da muss sie schnell etwas essen, sonst geht es ihr richtig dreckig. Sie merkt dies immer da dran, dass ihre Laune richtig in den Keller geht. Aber es war nur ein Knäckebrot mit Tomaten und Schnittlauch, weil sie sich - wie ich auch - unbändig aufs Frühstück freute.
Schnell deckte ich den Tisch ein und stellte unsere Videoanlage an. Es war wieder Zeit für Lord Brett Sinclair und Danny Wilde. Die 2 Schwerenöter fanden bei einem Ausflug in Schottland eine Formel zur Herstellung eines billigen Treibstoffs, ohne Öl. Erdölkonzerne, die Russen und der ehemalige Partner des Erfinders, ein Grieche im Rollstuhl, versuchten an die Formel zu kommen. Aber die Tochter des ermordeten Erfinders war der Schlüssel.
Den Schluss bekamen wir leider nicht mehr mit, da die Folge mittendrin abbrach. Ein Fehler in der DVD? Egal, wahrscheinlich hat die Tochter die Formel vernichtet, weil die Menschheit dafür noch nicht reif ist. Die Serie ist von 1971/72, da sah die Welt noch anders aus.
Donnerstag, 18. Januar 2024
Hartmudo: Superwumms
14
Zu Hause angekommen, lief wieder das übliche Programm. Vielleicht schaffte ich es noch, mit meiner Löwin ein oder zwei Partien „Take Five" zu spielen, das war es dann aber auch schon gewesen. Als es dunkel wurde, war meine Angst vor der Angst, nachts wieder nicht durchschlafen zu können, allgegenwärtig.
Dank der Schlaftabletten klappte dies zwar zufriedenstellend, doch morgens fühlte ich mich nach dem Aufwachen immer hundemüde und wie ausgeschissen. Zweifelsohne befand ich mich in einem Strudel, der mich mit zunehmender Dauer immer weiter nach unten zog. Ich schaffte es nicht, einen Halt zu finden, um mich selbst herausziehen zu können.
Freitag, 03. Februar. Ein weiterer Wintertag, an dem die Sonne über einem wolkenfreien Himmel voller Kraft strahlte. Was kann es da noch Schöneres geben, als sich kurz vor 9.00 Uhr zu einen Termin bei seinem HNO-Arzt zu begeben und sich dort die übliche Predigt zur Umsetzung eines gesünderen Lebenswandels anzuhören?
Richtig, ein längerer Spaziergang mit einem guten Freund. Endlich hatte ich mich mit Charles zu einem Walk verabredet. Der war ja gerade frisch zum Rentner avanciert und konnte genau wie ich etwas Abwechslung gebrauchen. Liebevoll bereitete er seiner Frau Diana, die leider noch erwerbstätig war, ein Mittagessen zu. Irgendwann zwischen 1:30 Uhr und 2 Uhr lief ich bei ihm auf und schon konnte es losgehen.
Bislang hatten wir uns fast ausschließlich übe die glorreiche Eintracht und unser jeweiliges familiäre Umfeld unterhalten. Doch auf diesem und vielen weiteren Spaziergängen, welche wir in den folgenden Wochen unternehmen sollten, kamen wir uns näher als jemals zuvor. Nein, Ihr Dussel! Nicht sexuell, sondern mental.
Das galt ebenso für die Walks mit Pocke, aber eins nach dem andern. An diesem 3. Februar nahmen Charles und ich das Ringgleis fusswärts in östlicher Richtung in Angriff, normalerweise eine meiner liebsten Radstrecken.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Luft klar und frisch war. Dazu schien die Sonne bereits sehr intensiv mit vereinzelten weißen Wölkchen. Ich hatte gehofft, dass wir es bis zum großen Edeka Görge an der Hamburger Straße schaffen könnten, aber weit gefehlt. Denn als wir an der Uferstraße angekommen waren, entschieden wir uns spontan dazu, den Ölper See zu umrunden. Uns beiden tat der Spaziergang sichtlich gut, die Gespräche taten ihr Übriges.
Charles hatte ich bislang eher als stillen Vertreter der Menschheit kennengelernt. Er ist halt nicht so eine Quasselstrippe wie Meinereiner. Zu meiner Schande muss ich zusätzlich gestehen, dass ich Charles in der Vergangenheit häufig Unrecht getan hatte. Charles hatte in seinen jüngeren Jahren bereits so Einiges erlebt.
Aber er geht damit nicht hausieren und wirkt deshalb für „Uneingeweihte" etwas still. Bei mir verhält es sich zugegebenermaßen etwas anders. Ich erzähle (bei guter Laune) sehr gerne von meinen Erlebnissen als junger Erwachsener. Von all den guten Konzerten, wilden Parties und sonstigen Besäufnissen.
Typisch dürfte da mein Spruch „5 Gramm die Woche" (und danach abschätzig abwinken) sein. Resümierend möchte ich meinen, dass wir an diesem Nachmittag mehr voneinander kennengelernt hatten als in all den Jahren zuvor. Liegt das an unseren Frauen, die sonst zumeist anwesend waren und uns nicht zur Ruhekommen ließen? Wohl kaum - eher war ein jeweils fehlerhaftes Bild vom Gegenüber der Grund gewesen.
Und die mit zunehmenden Alters verstärkte Neigung, die Neugier für seine Mitmenschen zu verlieren. Man hat ja schon alles gesehen, oder wie? Diese Einstellung war und ist (leider) bei mir 100prozentig vorhanden. Charles möchte ich dies nicht zwingend unterstellen, auch wenn sich dies so liest.
Auf einer der vielen Parkbänke legten wir ein Päuschen ein und gingen anschließend weiter. Es klingt sicherlich abgedroschen, doch an diesem Nachmittag fühlte ich mich richtig gut und vor allem befreit. All meine negativen Gedanken und Ängste konnte ich vergessen. Ich lachte viel und schien gar einem Flashback (5 Gramm die Woche) zu erliegen.
Doch leider ging auch dieser Spaziergang irgendwann zu Ende. Ich brachte Charles sogar noch bis zu seinem Haus, bloß um den schönen Nachmittag zu verlängern. Den ich spürte schon, dass mich am Abend meine Ängste über den erhöhten Puls wieder quälen würden. So geschah es dann auch, aber die Hoffnung auf eine Besserung meines Zustandes blieb nicht zuletzt dank dieses Nachmittags am Leben.
Über den auslaufenden Winter und den Frühling hindurch konnten wir unsere Spaziergänge am Nachmittag verstetigen. So landeten wir z.B. bei unserem zweiten Spaziergang im Siedlerheim in der Kälberwiese.
An und für sich wollten wir dort lediglich eine Kaffeepause einlegen, aber ich verspeiste dort dann doch eine Kleinigkeit. Es war wohl irgendetwas mit Rührei - nicht gerade die typisch syrische Küche, welche zu der Zeit im Siedlerheim angeboten wurde.
Normalerweise hätte ich Charles keinen vorgekaut, aber auch im Februar fühlte ich mich morgens nach dem Aufstehen zumeist noch schlapp und so richtig antriebsarm. Das Frühstück, egal ob Brot oder Müsli, musste ich mir beim Gucken unserer Serie förmlich reinquälen. Mir ging es dann immer erst im Laufe eines Vormittags etwas besser; ein richtiges Hungergefühl stellte sich ergo frühestens am späten Nachmittag ein.
Beim Spaziergang mit Charles ging es mir an diesem Tag gleich so richtig gut, daher verspeiste ich das Rührei mit Genuss. Im Übrigen hatte es leicht genieselt, deshalb war unser Walk an diesem Tag reichlich kurz geraten gewesen. An anderen Tagen wiederum hatte ich immer meine 10000 Schritte geschafft gehabt.
Zu Hause angekommen, lief wieder das übliche Programm. Vielleicht schaffte ich es noch, mit meiner Löwin ein oder zwei Partien „Take Five" zu spielen, das war es dann aber auch schon gewesen. Als es dunkel wurde, war meine Angst vor der Angst, nachts wieder nicht durchschlafen zu können, allgegenwärtig.
Dank der Schlaftabletten klappte dies zwar zufriedenstellend, doch morgens fühlte ich mich nach dem Aufwachen immer hundemüde und wie ausgeschissen. Zweifelsohne befand ich mich in einem Strudel, der mich mit zunehmender Dauer immer weiter nach unten zog. Ich schaffte es nicht, einen Halt zu finden, um mich selbst herausziehen zu können.
Freitag, 03. Februar. Ein weiterer Wintertag, an dem die Sonne über einem wolkenfreien Himmel voller Kraft strahlte. Was kann es da noch Schöneres geben, als sich kurz vor 9.00 Uhr zu einen Termin bei seinem HNO-Arzt zu begeben und sich dort die übliche Predigt zur Umsetzung eines gesünderen Lebenswandels anzuhören?
Richtig, ein längerer Spaziergang mit einem guten Freund. Endlich hatte ich mich mit Charles zu einem Walk verabredet. Der war ja gerade frisch zum Rentner avanciert und konnte genau wie ich etwas Abwechslung gebrauchen. Liebevoll bereitete er seiner Frau Diana, die leider noch erwerbstätig war, ein Mittagessen zu. Irgendwann zwischen 1:30 Uhr und 2 Uhr lief ich bei ihm auf und schon konnte es losgehen.
Bislang hatten wir uns fast ausschließlich übe die glorreiche Eintracht und unser jeweiliges familiäre Umfeld unterhalten. Doch auf diesem und vielen weiteren Spaziergängen, welche wir in den folgenden Wochen unternehmen sollten, kamen wir uns näher als jemals zuvor. Nein, Ihr Dussel! Nicht sexuell, sondern mental.
Das galt ebenso für die Walks mit Pocke, aber eins nach dem andern. An diesem 3. Februar nahmen Charles und ich das Ringgleis fusswärts in östlicher Richtung in Angriff, normalerweise eine meiner liebsten Radstrecken.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Luft klar und frisch war. Dazu schien die Sonne bereits sehr intensiv mit vereinzelten weißen Wölkchen. Ich hatte gehofft, dass wir es bis zum großen Edeka Görge an der Hamburger Straße schaffen könnten, aber weit gefehlt. Denn als wir an der Uferstraße angekommen waren, entschieden wir uns spontan dazu, den Ölper See zu umrunden. Uns beiden tat der Spaziergang sichtlich gut, die Gespräche taten ihr Übriges.
Charles hatte ich bislang eher als stillen Vertreter der Menschheit kennengelernt. Er ist halt nicht so eine Quasselstrippe wie Meinereiner. Zu meiner Schande muss ich zusätzlich gestehen, dass ich Charles in der Vergangenheit häufig Unrecht getan hatte. Charles hatte in seinen jüngeren Jahren bereits so Einiges erlebt.
Aber er geht damit nicht hausieren und wirkt deshalb für „Uneingeweihte" etwas still. Bei mir verhält es sich zugegebenermaßen etwas anders. Ich erzähle (bei guter Laune) sehr gerne von meinen Erlebnissen als junger Erwachsener. Von all den guten Konzerten, wilden Parties und sonstigen Besäufnissen.
Typisch dürfte da mein Spruch „5 Gramm die Woche" (und danach abschätzig abwinken) sein. Resümierend möchte ich meinen, dass wir an diesem Nachmittag mehr voneinander kennengelernt hatten als in all den Jahren zuvor. Liegt das an unseren Frauen, die sonst zumeist anwesend waren und uns nicht zur Ruhekommen ließen? Wohl kaum - eher war ein jeweils fehlerhaftes Bild vom Gegenüber der Grund gewesen.
Und die mit zunehmenden Alters verstärkte Neigung, die Neugier für seine Mitmenschen zu verlieren. Man hat ja schon alles gesehen, oder wie? Diese Einstellung war und ist (leider) bei mir 100prozentig vorhanden. Charles möchte ich dies nicht zwingend unterstellen, auch wenn sich dies so liest.
Auf einer der vielen Parkbänke legten wir ein Päuschen ein und gingen anschließend weiter. Es klingt sicherlich abgedroschen, doch an diesem Nachmittag fühlte ich mich richtig gut und vor allem befreit. All meine negativen Gedanken und Ängste konnte ich vergessen. Ich lachte viel und schien gar einem Flashback (5 Gramm die Woche) zu erliegen.
Doch leider ging auch dieser Spaziergang irgendwann zu Ende. Ich brachte Charles sogar noch bis zu seinem Haus, bloß um den schönen Nachmittag zu verlängern. Den ich spürte schon, dass mich am Abend meine Ängste über den erhöhten Puls wieder quälen würden. So geschah es dann auch, aber die Hoffnung auf eine Besserung meines Zustandes blieb nicht zuletzt dank dieses Nachmittags am Leben.
Über den auslaufenden Winter und den Frühling hindurch konnten wir unsere Spaziergänge am Nachmittag verstetigen. So landeten wir z.B. bei unserem zweiten Spaziergang im Siedlerheim in der Kälberwiese.
An und für sich wollten wir dort lediglich eine Kaffeepause einlegen, aber ich verspeiste dort dann doch eine Kleinigkeit. Es war wohl irgendetwas mit Rührei - nicht gerade die typisch syrische Küche, welche zu der Zeit im Siedlerheim angeboten wurde.
Normalerweise hätte ich Charles keinen vorgekaut, aber auch im Februar fühlte ich mich morgens nach dem Aufstehen zumeist noch schlapp und so richtig antriebsarm. Das Frühstück, egal ob Brot oder Müsli, musste ich mir beim Gucken unserer Serie förmlich reinquälen. Mir ging es dann immer erst im Laufe eines Vormittags etwas besser; ein richtiges Hungergefühl stellte sich ergo frühestens am späten Nachmittag ein.
Beim Spaziergang mit Charles ging es mir an diesem Tag gleich so richtig gut, daher verspeiste ich das Rührei mit Genuss. Im Übrigen hatte es leicht genieselt, deshalb war unser Walk an diesem Tag reichlich kurz geraten gewesen. An anderen Tagen wiederum hatte ich immer meine 10000 Schritte geschafft gehabt.
Dienstag, 9. Januar 2024
Contramann: kurz gesehen im Januar
https://www.manova.news/artikel/der-corona-tinnitus
Die letzten 4 Jahre und die bis heute nachwirkenden Folgen. Sehr lesenswert, gerade zum Start ins neue Jahr.
Die bislang immer noch unzulängliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen hat die Spaltung unserer Gesellschaft nur oberflächlich gekittet; darunter brodelt es. Misstrauen, wohin man schaut. Gegenüber Institutionen, handelnden Personen, unter Verwandten und Freunden…
Dies ist nicht mehr die Gesellschaft, für die ich mich engagieren möchte. Aber vielleicht kann ich mich über dieses Jahr damit aussöhnen. Arrangiert habe ich mich schon letztes Jahr.
https://taz.de/DFB-Sportdirektor-Voeller-bei-Nius/!5971475/
Das Bashing von missliebigen Meinungen (oder Personen?) wird immer schlimmer. Merken die bei der TAZ noch was? Tante Käthe hatte Waldemar Hartmann (Weißbier-Waldi) ein Interview auf dem Online Portal NiUS gegeben.
Laut Wikipedia ist NiUS rechtspopulistisch und rechtskonservativ. Diese Charakterisierung traf schon vor 50 Jahren auf die Bild Zeitung zu. So hat auch der ehemalige Bild Chefredakteur Julian Reichelt eine Kolumne auf NiUS. Nicht schön, aber nun auch wirklich nichts Besonderes.
Doch die Woken von der TAZ können das nicht so stehen lassen. Der Kolumnist Andreas Rüttenauer ist schon seit Ewigkeiten bei der TAZ und hat die Chance gesehen, jetzt mal ordentlich draufhauen zu können. Dass NiUS in seinen Augen rassistisch ist, ok. Das Rüttenauer (ein ehemaliger Kabarettist) aber im übelsten Bild-Zeitungsjargon draufhaut, zeigt erneut wieder, dass „wir“ uns mittlerweile mehr von den selbsternannten Antifaschisten vorsehen müssen. Die merken ihren eigenen Faschismus (mal die Definition von Faschismus lesen, bitte) nicht.
Ansonsten, Rüttenauer: Es gibt nur ein‘ Rudi Völler!
https://www.neulandrebellen.de/2023/12/allzeit-gute-fahrt-claus-weselsky/
Noch so eine unliebsame Person: Gewerkschaftsboss Claus Weselsky. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, übrigens ein CDU Mitglied aus Sachsen, hatte die Republik schon vor Jahren dank hoher Streikbereitschaft in Angst und Schrecken versetzt. Entsprechend negativ wurde er in den großen Medien dargestellt.
Dieses Jahr geht er endlich in Rente und dann kann auch der deutsche Michel, der sich ja bekanntlich seit über 100 Jahren gerne verarschen lässt, aufatmen. Der Quertreiber ist weg und endlich können Gewerkschaftler und Arbeitgeber wieder in Ruhe über 1 oder 2 Prozent Lohnerhöhung diskutieren.
Natürlich immer die Wirtschaftslage im Blick, heißt: Zunächst einmal muss die Rendite stimmen. Und ansonsten „war einfach nicht mehr drin.“ Wacht auf, Arbeitnehmer. Euer Wohlverhalten wurde noch nie belohnt.
https://overton-magazin.de/top-story/kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf/?pk_campaign=feed&pk_kwd=kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf
Samstag, 9. Dezember: Über die Mattscheibe lief im ZDF die große Samstagabend Show „Ein Herz für Kinder“. In der Benefiz Veranstaltung wird mit Unterstützung zahlreicher Prominenter Geld für arme und kranke Kinder eingesammelt. Auch Politiker wie Lauterbach, Ricarda Lang oder Markus aus Bayern machten mit.
Aus aktuellem Anlass hätte es sich gehört, das Geld vordringlich für die Kinder im Gaza-Streifen zu sammeln. So dachte ich Dummerchen. Natürlich weit gefehlt, das hätte man ja antisemitisch auslegen können. Und natürlich unsere Solidarität mit dem Staat Israel, der unseligen deutschen Geschichte wegen.
Ja, genau deswegen ist deutsche Kritik an der Politik des Staates Israel Pflicht. Guten Freunden, die Scheiße bauen, hilft man am Besten mit Kritik, damit diese ihre Fehler korrigieren können. Und eben nicht mit blinder Solidarität. Kenne ich so zumindest aus meinem Freundeskreis.
Merken die beim ZDF noch was?
https://www.welt.de/politik/ausland/article249050670/Rund-70-Politiker-und-Historiker-kritisieren-Ukraine-Kurs-der-Bundesregierung.html
Als ich die Überschrift las, dachte ich, die 70 Leute würden sich für ein Ende der Militärunterstützung für die Ukraine stark machen und sich für eine diplomatische Beendigung des Konflikts engagieren. Ich Dummerchen - wir sind hier bei Welt-Online.
Und natürlich Anton Hofreiter vorneweg. Der sollte sich erst mal die Haare schneiden, bevor er den Stahlhelm aufsetzt.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Die letzten 4 Jahre und die bis heute nachwirkenden Folgen. Sehr lesenswert, gerade zum Start ins neue Jahr.
Die bislang immer noch unzulängliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen hat die Spaltung unserer Gesellschaft nur oberflächlich gekittet; darunter brodelt es. Misstrauen, wohin man schaut. Gegenüber Institutionen, handelnden Personen, unter Verwandten und Freunden…
Dies ist nicht mehr die Gesellschaft, für die ich mich engagieren möchte. Aber vielleicht kann ich mich über dieses Jahr damit aussöhnen. Arrangiert habe ich mich schon letztes Jahr.
https://taz.de/DFB-Sportdirektor-Voeller-bei-Nius/!5971475/
Das Bashing von missliebigen Meinungen (oder Personen?) wird immer schlimmer. Merken die bei der TAZ noch was? Tante Käthe hatte Waldemar Hartmann (Weißbier-Waldi) ein Interview auf dem Online Portal NiUS gegeben.
Laut Wikipedia ist NiUS rechtspopulistisch und rechtskonservativ. Diese Charakterisierung traf schon vor 50 Jahren auf die Bild Zeitung zu. So hat auch der ehemalige Bild Chefredakteur Julian Reichelt eine Kolumne auf NiUS. Nicht schön, aber nun auch wirklich nichts Besonderes.
Doch die Woken von der TAZ können das nicht so stehen lassen. Der Kolumnist Andreas Rüttenauer ist schon seit Ewigkeiten bei der TAZ und hat die Chance gesehen, jetzt mal ordentlich draufhauen zu können. Dass NiUS in seinen Augen rassistisch ist, ok. Das Rüttenauer (ein ehemaliger Kabarettist) aber im übelsten Bild-Zeitungsjargon draufhaut, zeigt erneut wieder, dass „wir“ uns mittlerweile mehr von den selbsternannten Antifaschisten vorsehen müssen. Die merken ihren eigenen Faschismus (mal die Definition von Faschismus lesen, bitte) nicht.
Ansonsten, Rüttenauer: Es gibt nur ein‘ Rudi Völler!
https://www.neulandrebellen.de/2023/12/allzeit-gute-fahrt-claus-weselsky/
Noch so eine unliebsame Person: Gewerkschaftsboss Claus Weselsky. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, übrigens ein CDU Mitglied aus Sachsen, hatte die Republik schon vor Jahren dank hoher Streikbereitschaft in Angst und Schrecken versetzt. Entsprechend negativ wurde er in den großen Medien dargestellt.
Dieses Jahr geht er endlich in Rente und dann kann auch der deutsche Michel, der sich ja bekanntlich seit über 100 Jahren gerne verarschen lässt, aufatmen. Der Quertreiber ist weg und endlich können Gewerkschaftler und Arbeitgeber wieder in Ruhe über 1 oder 2 Prozent Lohnerhöhung diskutieren.
Natürlich immer die Wirtschaftslage im Blick, heißt: Zunächst einmal muss die Rendite stimmen. Und ansonsten „war einfach nicht mehr drin.“ Wacht auf, Arbeitnehmer. Euer Wohlverhalten wurde noch nie belohnt.
https://overton-magazin.de/top-story/kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf/?pk_campaign=feed&pk_kwd=kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf
Samstag, 9. Dezember: Über die Mattscheibe lief im ZDF die große Samstagabend Show „Ein Herz für Kinder“. In der Benefiz Veranstaltung wird mit Unterstützung zahlreicher Prominenter Geld für arme und kranke Kinder eingesammelt. Auch Politiker wie Lauterbach, Ricarda Lang oder Markus aus Bayern machten mit.
Aus aktuellem Anlass hätte es sich gehört, das Geld vordringlich für die Kinder im Gaza-Streifen zu sammeln. So dachte ich Dummerchen. Natürlich weit gefehlt, das hätte man ja antisemitisch auslegen können. Und natürlich unsere Solidarität mit dem Staat Israel, der unseligen deutschen Geschichte wegen.
Ja, genau deswegen ist deutsche Kritik an der Politik des Staates Israel Pflicht. Guten Freunden, die Scheiße bauen, hilft man am Besten mit Kritik, damit diese ihre Fehler korrigieren können. Und eben nicht mit blinder Solidarität. Kenne ich so zumindest aus meinem Freundeskreis.
Merken die beim ZDF noch was?
https://www.welt.de/politik/ausland/article249050670/Rund-70-Politiker-und-Historiker-kritisieren-Ukraine-Kurs-der-Bundesregierung.html
Als ich die Überschrift las, dachte ich, die 70 Leute würden sich für ein Ende der Militärunterstützung für die Ukraine stark machen und sich für eine diplomatische Beendigung des Konflikts engagieren. Ich Dummerchen - wir sind hier bei Welt-Online.
Und natürlich Anton Hofreiter vorneweg. Der sollte sich erst mal die Haare schneiden, bevor er den Stahlhelm aufsetzt.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Donnerstag, 4. Januar 2024
Hartmudo: Besser als letztes Jahr
Heute vor genau einem Jahr bin ich mit dem Kopf auf das Straßenpflaster geknallt. Die Folgen davon haben mich letztes Jahr auf Schritt und Tritt begleitet, auch wenn die schwersten Folgeerscheinungen eher schon älter waren, sprich lange vorher in mir „gebrodelt" hatten und ich dies jahrelang unter Verschluss gehalten hatte.
Das machen wir Menschen in der Regel zwar immer so, aber dank des Unfalls hatte sich bei mir das Ventil geöffnet. Seitdem analysiere ich meine Ängste und Sorgen auch mit Hilfe einer Spezialistin, auch wenn diese erst in der Adventszeit aktiv werden konnte.
Bereits vor dem Unfall hatten mich gerade die Themen Corona Virus und Ukraine Konflikt sehr stark beschäftigt. Richtig gestresst hatten mich allerdings ausufernde Diskussionen mit Kollegen und auch Freunden, da ich in beiden Themen eine gewohnt stark regierungskritische Meinung vertreten hatte. Weil Leitmedien und selbst die Regierung Leute mit abweichender Meinung gerne mal ins „rechte Lager" verortet hatten, groovten sich selbst Kollegen und Freunde auf diese Richtung ein.
Irgendwann in 2022 war ich zwar endlich so weit, dass ich fruchtlosen Diskussionen mit dem „Mainstream" wegen des unnötig entstehenden Stresses aus dem Weg ging, aber gerade diese Flucht wurmte mich sehr. Mittlerweile ernte ich durch meine Zurückhaltung in hitzigen politischen Diskussionen erste Früchte.
Diesbezüglich war es durchaus hilfreich, dass ich endlich erkannt habe, dass ich die Meinung Andersdenkender auch wirklich akzeptiere. Ändern kann ich sowieso niemanden. Sich gegenseitig anzupflaumen ist halt nicht hilfreich im menschlichen Miteinander. Mantramäßig mache ich mir dies in kritischen Situationen immer häufiger bewusst. Wenn das so weitergeht, kann ich da bald selber Kurse geben.
Zu den eben genannten Stimmungskillern kam der übliche Stress des Alltags - also Beruf und Freizeitstress. Dies geht uns ja allen so; deshalb wünsche ich jedem, den ich kenne, dass dies für ihn/sie auch in Zukunft so bleiben möge und sich eben nicht aufgrund eines schockartigen Erlebnisses wie bei mir Bahn bricht und dann vom ganzen schönen Lebensbild die rosarote Brille abnimmt.
Denn da sollten wir uns alle nichts vormachen: Das Unschöne, Hässliche schieben wir alle nur zu gern nach hinten und schließen es weg. Möge der Schlüssel nie gefunden werden.
Als Konsequenz aus all den Ängsten und depressiven Verstimmungen ergab sich für mich die Notwendigkeit, in meinem Lebensstil etwas zu ändern. In meiner Rekonvaleszenz in dem ersten Drittel des letzten Jahres hatte ich mir vor dem Schlafengehen eine Routine angewöhnt, welche ich bis heute nicht missen möchte.
So schaue ich vor der Nachtruhe mindestens eine Folge einer Serie auf Netflix & Co, danach lege ich mich schon einmal hin und lese noch eine knappe halbe Stunde, ehe ich das Licht ausschalte. Daraus ergibt sich eine Verzögerung der Nachtruhe von über einer Stunde, welche zu einem späteren Aufstehen und damit auch Arbeitsbeginn führt.
Ich bin bis heute felsenfest davon überzeugt, dass die Stressmische aus wenig Schlaf und knapper Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Salzgitter vor einem Jahr wesentlich zu dem Unfall beigetragen hatte.
Und tatsächlich finde ich mittlerweile morgens am Bahnhof noch die Zeit, mir einen Milchkaffee zu ziehen und anschließend im Büro aufzulaufen. Dies dank der Home Office Regelung nunmehr lediglich an drei Tagen die Woche, aus denen aber nach und nach bei Krankheits- oder Urlaubsvertretungen schon einmal 4 Tage werden können.
War ich hierüber anfangs noch äußerst erzürnt, so habe ich mich nach einer längeren Phase der Empörung wieder beruhigt und damit abgefunden. Hier geht die dienstliche Notwendigkeit selbstverständlich vor, zumindest diesbezüglich habe ich meinen inneren Schweinehund in den Griff bekommen können.
Doch logischerweise ergibt sich aus dem späteren Arbeitsbeginn ein Nachteil, an dem ich noch arbeiten muss. Die Rede ist hier von nachmittäglichen Aktivitäten wie Fahrradfahren und vor allen Dingen dem wöchentlichen Schwimmengehen mit Pocke, welches ich in der zweiten Hälfte des letzten Jahres stark vermisst hatte.
2022 gingen Pocke und ich immer am Mittwoch gegen halb Zwei ins Wasser, da war ich dann auch immer gegen 16 Uhr zu Hause gewesen. Nachdem ich letztes Jahr ab Mai wieder im normalen Arbeitsprozess gestanden hatte, „genoss“ ich seitdem jeden Mittwoch vormittags Arzttermine, für die ich das Homeoffice jeweils unterbrechen musste.
Dadurch bin ich mittwochs stellenweise bis 17 Uhr an den Schreibtisch gefesselt. Montags, besser noch Dienstags kurz nach 16 Uhr sollte hier die Lösung sein. Das werde ich mit Pocke noch einmal abklären und dann sollten wir loslegen können.
Last but not least habe ich mich beim Schreiben für den Blog seit Mitte letzten Jahres etwas zurückgenommen. Solltest du diesen Blog regelmäßig verfolgen, hattest du das sicherlich schon bemerkt. Auch diese Maßnahme hat erheblich zu meiner Stressreduzierung beigetragen.
Summa summarum möchte ich abschließend feststellen, dass es mir jetzt, ein Jahr nach meinem Unfall, sogar besser geht als zuvor. Mental zumindest, am Sport muss ich dieses Jahr endlich wieder arbeiten.
Das machen wir Menschen in der Regel zwar immer so, aber dank des Unfalls hatte sich bei mir das Ventil geöffnet. Seitdem analysiere ich meine Ängste und Sorgen auch mit Hilfe einer Spezialistin, auch wenn diese erst in der Adventszeit aktiv werden konnte.
Bereits vor dem Unfall hatten mich gerade die Themen Corona Virus und Ukraine Konflikt sehr stark beschäftigt. Richtig gestresst hatten mich allerdings ausufernde Diskussionen mit Kollegen und auch Freunden, da ich in beiden Themen eine gewohnt stark regierungskritische Meinung vertreten hatte. Weil Leitmedien und selbst die Regierung Leute mit abweichender Meinung gerne mal ins „rechte Lager" verortet hatten, groovten sich selbst Kollegen und Freunde auf diese Richtung ein.
Irgendwann in 2022 war ich zwar endlich so weit, dass ich fruchtlosen Diskussionen mit dem „Mainstream" wegen des unnötig entstehenden Stresses aus dem Weg ging, aber gerade diese Flucht wurmte mich sehr. Mittlerweile ernte ich durch meine Zurückhaltung in hitzigen politischen Diskussionen erste Früchte.
Diesbezüglich war es durchaus hilfreich, dass ich endlich erkannt habe, dass ich die Meinung Andersdenkender auch wirklich akzeptiere. Ändern kann ich sowieso niemanden. Sich gegenseitig anzupflaumen ist halt nicht hilfreich im menschlichen Miteinander. Mantramäßig mache ich mir dies in kritischen Situationen immer häufiger bewusst. Wenn das so weitergeht, kann ich da bald selber Kurse geben.
Zu den eben genannten Stimmungskillern kam der übliche Stress des Alltags - also Beruf und Freizeitstress. Dies geht uns ja allen so; deshalb wünsche ich jedem, den ich kenne, dass dies für ihn/sie auch in Zukunft so bleiben möge und sich eben nicht aufgrund eines schockartigen Erlebnisses wie bei mir Bahn bricht und dann vom ganzen schönen Lebensbild die rosarote Brille abnimmt.
Denn da sollten wir uns alle nichts vormachen: Das Unschöne, Hässliche schieben wir alle nur zu gern nach hinten und schließen es weg. Möge der Schlüssel nie gefunden werden.
Als Konsequenz aus all den Ängsten und depressiven Verstimmungen ergab sich für mich die Notwendigkeit, in meinem Lebensstil etwas zu ändern. In meiner Rekonvaleszenz in dem ersten Drittel des letzten Jahres hatte ich mir vor dem Schlafengehen eine Routine angewöhnt, welche ich bis heute nicht missen möchte.
So schaue ich vor der Nachtruhe mindestens eine Folge einer Serie auf Netflix & Co, danach lege ich mich schon einmal hin und lese noch eine knappe halbe Stunde, ehe ich das Licht ausschalte. Daraus ergibt sich eine Verzögerung der Nachtruhe von über einer Stunde, welche zu einem späteren Aufstehen und damit auch Arbeitsbeginn führt.
Ich bin bis heute felsenfest davon überzeugt, dass die Stressmische aus wenig Schlaf und knapper Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Salzgitter vor einem Jahr wesentlich zu dem Unfall beigetragen hatte.
Und tatsächlich finde ich mittlerweile morgens am Bahnhof noch die Zeit, mir einen Milchkaffee zu ziehen und anschließend im Büro aufzulaufen. Dies dank der Home Office Regelung nunmehr lediglich an drei Tagen die Woche, aus denen aber nach und nach bei Krankheits- oder Urlaubsvertretungen schon einmal 4 Tage werden können.
War ich hierüber anfangs noch äußerst erzürnt, so habe ich mich nach einer längeren Phase der Empörung wieder beruhigt und damit abgefunden. Hier geht die dienstliche Notwendigkeit selbstverständlich vor, zumindest diesbezüglich habe ich meinen inneren Schweinehund in den Griff bekommen können.
Doch logischerweise ergibt sich aus dem späteren Arbeitsbeginn ein Nachteil, an dem ich noch arbeiten muss. Die Rede ist hier von nachmittäglichen Aktivitäten wie Fahrradfahren und vor allen Dingen dem wöchentlichen Schwimmengehen mit Pocke, welches ich in der zweiten Hälfte des letzten Jahres stark vermisst hatte.
2022 gingen Pocke und ich immer am Mittwoch gegen halb Zwei ins Wasser, da war ich dann auch immer gegen 16 Uhr zu Hause gewesen. Nachdem ich letztes Jahr ab Mai wieder im normalen Arbeitsprozess gestanden hatte, „genoss“ ich seitdem jeden Mittwoch vormittags Arzttermine, für die ich das Homeoffice jeweils unterbrechen musste.
Dadurch bin ich mittwochs stellenweise bis 17 Uhr an den Schreibtisch gefesselt. Montags, besser noch Dienstags kurz nach 16 Uhr sollte hier die Lösung sein. Das werde ich mit Pocke noch einmal abklären und dann sollten wir loslegen können.
Last but not least habe ich mich beim Schreiben für den Blog seit Mitte letzten Jahres etwas zurückgenommen. Solltest du diesen Blog regelmäßig verfolgen, hattest du das sicherlich schon bemerkt. Auch diese Maßnahme hat erheblich zu meiner Stressreduzierung beigetragen.
Summa summarum möchte ich abschließend feststellen, dass es mir jetzt, ein Jahr nach meinem Unfall, sogar besser geht als zuvor. Mental zumindest, am Sport muss ich dieses Jahr endlich wieder arbeiten.
Freitag, 29. Dezember 2023
Uncle Fester: grad gelesen Dezember 2023
Frank Goosen - Sweet Dreams
Da isser wieder: Unser Mann aus Bochum. Rücksturz in die Achtziger ist der Untertitel dieser Sammlung von Kurzgeschichten mit Figuren, welche man aus Bücher von Goosen schon kennt. Und da Goosen auch nur fünf Jahre jünger als ich ist und wohl auch schon in den 80ern vergleichbare Neigungen verspürte - als da wären Mucke, Saufen, Fußball und Frauen (in der Reihenfolge), fühlte ich mich wie gewohnt gut unterhalten und entspannt.
Zum wesentlichen Wohlfühlfaktor trägt auch der flüssige und gewohnt unkomplizierte Schreibstil bei. Das Fehlen einer verkopften Intellektualität der Handlung mögen die Feuilletonisten des Spiegels oder der Zeit zwar vermissen, aber die liebevoll gezeichneten Charaktere kommen auch gut ohne aus.
Schon aus den früheren Erzählbänden kennen wir die Clique um Pommes, Mücke, Spüli und dem Ich-Erzähler Frank. Die permanenten Sticheleien zwischen dem konservativen Möchtegern Mösenfröhlich (danke für den Begriff, Langer) Mücke und dem verhinderten Revoluzzer Pommes bilden perfekt die damaligen (und sicher auch heutigen) Haupttypen an männlichen Charakteren ab.
Spüli dagegen ist eher ein zurückhaltender Typ, dessen Coming-Out allerdings noch aussteht. Die Identifikationsfigur Frank jedenfalls stellt mehr oder weniger den teilnehmenden Beobachter dar und bastelt ansonsten hauptsächlich Mixtapes auf Kassetten für die von ihm angehimmelten Mädchen zusammen. Dies natürlich hauptsächlich erfolglos, genau deshalb ist er ja die Identifikationsfigur.
Nun hat Goosen aktuell eine Romantriologie mit alternativen Protagonisten erschaffen. Hierin übernimmt Brocki die Rolle von Mücke, während Fränge Pommes darstellt. Förster ist Frank und Spüli ist hier nicht existent. Geschichten aus der Sturm- und Drangphase dieses Dreigestirns dürfen in diesem Band natürlich nicht fehlen, obwohl sich die Figuren schon mehr als ähneln, wie eben beschrieben.
Bei der Lektüre von Goosens literarischen Schaffen hatte ich bereits in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, das Goosen seine Jugend in seinen Werken verwurstet hatte. Möglicherweise hatte er bereits in den 80ern ein Tagebuch oder zumindest Notizen erstellt, auf deren Basis Goosen Romane und Erzählungen erstellen konnte.
Meine Güte, wenn ich das damals nur auch mal gemacht hätte! Denn auch ich habe ähnlich gute Geschichten zu erzählen und habe dies per H Lecter auf diesem Blog veröffentlicht, deshalb bin ich ja auch ein so großer Fan von Frank Goosen.
Die sprachliche Qualität von ihm, immerhin eine Hälfte von „Tresenlesen", erreiche ich leider nicht. Auf jeden Fall ist diese Zeitreise in die 80er jedem zu empfehlen, der in diesem Jahrzehnt in das Erwachsenenleben durchgestartet ist. Für mich war es jedenfalls beruhigend zu erfahren, dass es anderen - hier Frank Goosen - auch nicht besser ergangen war als mir.
Sven Pfitzenmaier - Draußen feiern die Leute
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen. Da der Roman irgendwo in einem Dorf zwischen Hannover, Peine und Hildesheim spielt, der Autor Pfitzenmaier in Celle geboren wurde und für diesen seinen Debütroman den Aspekte Literaturpreis 2022 erhalten hatte, sprang ich ins kalte Wasser und besorgte mir diesen Roman.
Nicht zuletzt der Plot hatte mich gereizt: Die drei jugendlichen Außenseiter Timo, Valerie und Richard aus einem niedersächsischen Dorf machen sich auf die Suche nach vermissten jungen Leuten aus dem ganzen Land. Ein mutiger und schriller Roman aus der Provinz wurde mir hier versprochen und am Ende in keinster Weise gehalten.
Nach den ersten 50 Seiten war ich bereits so genervt, dass ich den Roman eigentlich beiseite legen wollte. In der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser werden würde, kämpfte ich mich jedoch durch die Seiten hindurch. Die mehr oder weniger mystische Story schien ja auf einen Höhepunkt an Ende hinaus zu laufen, aber nicht einmal das hat der Autor hinbekommen.
„Manche Sätze möchte man sich einrahmen", urteilte die FAZ. Meine ohnehin nicht hohe Meinung von Feuilletonisten der große Medien wird durch solche Aussagen nur noch bestärkt. Ob Uschmann, Goosen, Dusse oder Juli Zeh: Sätze für die Ewigkeit finden sich dort zu Hauf, da muss man nicht auf einen Neuling aus der niedersächsischen Provinz warten.
Wie schon erwähnt, ist das Ende des Romans besonders ärgerlich. Nicht nur, dass das Schicksal der verschwundenen Jugendlichen auch weiterhin im Dunkeln bleibt - nein. Die einzelnen Handlungsstränge fasern einfach aus, eine „Moral von der Geschicht" gibt es nicht.
Denn grob gesagt handelt es sich bei diesem Roman lediglich um eine modernere Version des Rattenfängers von Hameln. In einer anfangs sehr versponnenen Sprache werden Timo, Valerie und Richard vorgestellt.
Der Klappentext suggeriert ja ein Zusammenwirken der Drei bei der Suche nach den verschwundenen Jugendlichen, doch tatsächlich passierte dies im Roman eben nicht. Viel wichtiger für diesen Roman sind die drei russischstämmigen Hänger Dima, Danik und Dr. Dobrin, welche sich dank Einbrüchen den Wodkakonsum finanzieren und auf Druck des Dorfsheriffs den Handel mit Marihuana und Kokain beginnen.
Den Stoff besorgen Sie sich über den mystischen Verbrecher Rasputin, der mit Hilfe seiner Assistentin Martha die Jugendlichen einsammelt und zu einem unbekannten Ziel verschleppt. Rasputin erwähnt hierzu an einer Stelle im Roman lediglich eine Marihuana Plantage in England, nimmt diese Aussage aber kurze Zeit später zurück.
Anders als im Klappentext angegeben sind die drei Russen die prägnantesten Figuren dieses Romans, welche an deren Ende mit Richard auf einer Parkbank sitzen und Bier trinken. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute. Zu wenig für einen hoch dotierten Literaturpreis, finde ich jedenfalls.
Da isser wieder: Unser Mann aus Bochum. Rücksturz in die Achtziger ist der Untertitel dieser Sammlung von Kurzgeschichten mit Figuren, welche man aus Bücher von Goosen schon kennt. Und da Goosen auch nur fünf Jahre jünger als ich ist und wohl auch schon in den 80ern vergleichbare Neigungen verspürte - als da wären Mucke, Saufen, Fußball und Frauen (in der Reihenfolge), fühlte ich mich wie gewohnt gut unterhalten und entspannt.
Zum wesentlichen Wohlfühlfaktor trägt auch der flüssige und gewohnt unkomplizierte Schreibstil bei. Das Fehlen einer verkopften Intellektualität der Handlung mögen die Feuilletonisten des Spiegels oder der Zeit zwar vermissen, aber die liebevoll gezeichneten Charaktere kommen auch gut ohne aus.
Schon aus den früheren Erzählbänden kennen wir die Clique um Pommes, Mücke, Spüli und dem Ich-Erzähler Frank. Die permanenten Sticheleien zwischen dem konservativen Möchtegern Mösenfröhlich (danke für den Begriff, Langer) Mücke und dem verhinderten Revoluzzer Pommes bilden perfekt die damaligen (und sicher auch heutigen) Haupttypen an männlichen Charakteren ab.
Spüli dagegen ist eher ein zurückhaltender Typ, dessen Coming-Out allerdings noch aussteht. Die Identifikationsfigur Frank jedenfalls stellt mehr oder weniger den teilnehmenden Beobachter dar und bastelt ansonsten hauptsächlich Mixtapes auf Kassetten für die von ihm angehimmelten Mädchen zusammen. Dies natürlich hauptsächlich erfolglos, genau deshalb ist er ja die Identifikationsfigur.
Nun hat Goosen aktuell eine Romantriologie mit alternativen Protagonisten erschaffen. Hierin übernimmt Brocki die Rolle von Mücke, während Fränge Pommes darstellt. Förster ist Frank und Spüli ist hier nicht existent. Geschichten aus der Sturm- und Drangphase dieses Dreigestirns dürfen in diesem Band natürlich nicht fehlen, obwohl sich die Figuren schon mehr als ähneln, wie eben beschrieben.
Bei der Lektüre von Goosens literarischen Schaffen hatte ich bereits in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, das Goosen seine Jugend in seinen Werken verwurstet hatte. Möglicherweise hatte er bereits in den 80ern ein Tagebuch oder zumindest Notizen erstellt, auf deren Basis Goosen Romane und Erzählungen erstellen konnte.
Meine Güte, wenn ich das damals nur auch mal gemacht hätte! Denn auch ich habe ähnlich gute Geschichten zu erzählen und habe dies per H Lecter auf diesem Blog veröffentlicht, deshalb bin ich ja auch ein so großer Fan von Frank Goosen.
Die sprachliche Qualität von ihm, immerhin eine Hälfte von „Tresenlesen", erreiche ich leider nicht. Auf jeden Fall ist diese Zeitreise in die 80er jedem zu empfehlen, der in diesem Jahrzehnt in das Erwachsenenleben durchgestartet ist. Für mich war es jedenfalls beruhigend zu erfahren, dass es anderen - hier Frank Goosen - auch nicht besser ergangen war als mir.
Sven Pfitzenmaier - Draußen feiern die Leute
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen. Da der Roman irgendwo in einem Dorf zwischen Hannover, Peine und Hildesheim spielt, der Autor Pfitzenmaier in Celle geboren wurde und für diesen seinen Debütroman den Aspekte Literaturpreis 2022 erhalten hatte, sprang ich ins kalte Wasser und besorgte mir diesen Roman.
Nicht zuletzt der Plot hatte mich gereizt: Die drei jugendlichen Außenseiter Timo, Valerie und Richard aus einem niedersächsischen Dorf machen sich auf die Suche nach vermissten jungen Leuten aus dem ganzen Land. Ein mutiger und schriller Roman aus der Provinz wurde mir hier versprochen und am Ende in keinster Weise gehalten.
Nach den ersten 50 Seiten war ich bereits so genervt, dass ich den Roman eigentlich beiseite legen wollte. In der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser werden würde, kämpfte ich mich jedoch durch die Seiten hindurch. Die mehr oder weniger mystische Story schien ja auf einen Höhepunkt an Ende hinaus zu laufen, aber nicht einmal das hat der Autor hinbekommen.
„Manche Sätze möchte man sich einrahmen", urteilte die FAZ. Meine ohnehin nicht hohe Meinung von Feuilletonisten der große Medien wird durch solche Aussagen nur noch bestärkt. Ob Uschmann, Goosen, Dusse oder Juli Zeh: Sätze für die Ewigkeit finden sich dort zu Hauf, da muss man nicht auf einen Neuling aus der niedersächsischen Provinz warten.
Wie schon erwähnt, ist das Ende des Romans besonders ärgerlich. Nicht nur, dass das Schicksal der verschwundenen Jugendlichen auch weiterhin im Dunkeln bleibt - nein. Die einzelnen Handlungsstränge fasern einfach aus, eine „Moral von der Geschicht" gibt es nicht.
Denn grob gesagt handelt es sich bei diesem Roman lediglich um eine modernere Version des Rattenfängers von Hameln. In einer anfangs sehr versponnenen Sprache werden Timo, Valerie und Richard vorgestellt.
Der Klappentext suggeriert ja ein Zusammenwirken der Drei bei der Suche nach den verschwundenen Jugendlichen, doch tatsächlich passierte dies im Roman eben nicht. Viel wichtiger für diesen Roman sind die drei russischstämmigen Hänger Dima, Danik und Dr. Dobrin, welche sich dank Einbrüchen den Wodkakonsum finanzieren und auf Druck des Dorfsheriffs den Handel mit Marihuana und Kokain beginnen.
Den Stoff besorgen Sie sich über den mystischen Verbrecher Rasputin, der mit Hilfe seiner Assistentin Martha die Jugendlichen einsammelt und zu einem unbekannten Ziel verschleppt. Rasputin erwähnt hierzu an einer Stelle im Roman lediglich eine Marihuana Plantage in England, nimmt diese Aussage aber kurze Zeit später zurück.
Anders als im Klappentext angegeben sind die drei Russen die prägnantesten Figuren dieses Romans, welche an deren Ende mit Richard auf einer Parkbank sitzen und Bier trinken. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute. Zu wenig für einen hoch dotierten Literaturpreis, finde ich jedenfalls.
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