Da meine Löwin im April mit Nacken (ich schmeiß den Grill an!) für einige Zeit krankgeschrieben war, nutzte ich die Möglichkeit, mal wieder mit unserem Auto zur Arbeit nach Salzgitter zu fahren. Dieser Entschluss fiel mir leicht, da auf der Arbeit dank mehrerer Langzeiterkrankter über die letzten zwei Jahre Land unter angesagt ist.
Neben meinem eigenen Arbeitsplatz mache ich seit über einem Jahr ständig Vertretung für kranke Kollegas. Hinzu kommt, dass ich auch gerade wieder eine neue Kollegin einarbeite; so ganz nebenbei halt. Aktuell, also heute, sind es noch zwei Arbeitstage bis zum Urlaub. Und den hatte ich schon um drei Tage abgekürzt, weil wir aufgrund der Krankheit meiner Löwin den geplanten Besuch in Aachen, Schwarzwald und der Schweiz absagen mussten.
Oder anders: Heute wäre mein erster Urlaubstag gewesen, doch statt gemütlich erst einmal zu frühstücken und dann zu sehen, was der Tag so bringt, bin ich heute Morgen wie gewohnt um 5.00 Uhr aufgestanden und zur Arbeit gefahren. Dies allerdings mit dem Auto, und da sind die Abläufe etwas anders als beim Pendeln.
Das Positive – beim Vergleich – steht hier am Anfang. Denn mit dem Auto habe ich den Vorteil, dass ich erst 20 Minuten später als gewohnt aus dem Haus muss als beim Pendeln. Noch erfreulicher ist es, dass ich noch vor 6.00 Uhr, dem frühestmöglichen Arbeitsbeginn bei meinem Brötchengeber, meinen Chip ans Zeiterfassungsgerät am Eingang vom „blauen Bock“ halten konnte.
Damit war ich heut Morgen noch einmal 30 Minuten früher online, als wenn ich – wie beim Pendeln üblich – gegen 5.15 Uhr mit dem Fahrrad zum Bahnhof donnere und den Zug nach Lebenstedt um 5.51 Uhr nehmen kann. Nach knapp 20 Minuten Fahrzeit und einem kurzen Spaziergang durch die um diese Tageszeit ruhige Lebenstedter Innenstadt wäre ich erst gegen 6.30 Uhr im Büro.
Das ich mit dem Auto natürlich schon nach 25 Minuten Fahrt wieder zu Hause bin, anstatt der üblichen 75 Minuten mit den Öffis plus Fahrrad, ist selbstverständlich ein weiterer Vorteil. Heute konnte ich deshalb bereits um 13.00 Uhr die Dusche im Heidberger Schwimmbad betreten; ein Kaffee vorher lag sogar auch noch drin.
Und gerade wegen der enormen Zeitersparnis war ich gut drauf, als ich heute Morgen vom Hof fuhr und in die Hannoversche Richtung Tangente einbiegen wollte. Genau - ab jetzt werde ich die negativen Seiten schildern. Denn schon beim Annähern an die Hannoversche konnte ich deutlich erkennen, dass die Blechlawine gen Innenstadt - also meine Richtung - bereits dicht gestaffelt war. Lediglich die rote Ampel vor der Tangente, die dadurch entstehende Schlange und das Erbarmen eines Mercedes A-Klasse Fahrers, der mich einreihen ließ, ermöglichten mir eine zügige Weiterfahrt gen Salzgitter.
Typischerweise saß in jedem Wagen nur ein Insasse ('und Deine Karre war voll, oder was, Hartmudo?'). Über solch eine unnötige Energievergeudung hatte ich mich in der Vergangenheit bereits ausgiebig despektierlich geäußert, so dass es an dieser Stelle reicht, wenn ich anmerke, dass es den (meisten) Pendlern wohl noch zu gut geht, wenn sie sich mit ihren dicken Karren allmorgendlich zur Arbeit in die Braunschweiger Innenstadt quälen wollen. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Pendler eine genügend gute Verbindung mit den Öffis benutzen könnten, um die Schadstoffbelastung der Atmosphäre in den geforderten Grenzen halten zu können.
Als die Bahn für mich dann endlich frei war - also auf der Tangente - fiel mir noch ein weiterer Negativpunkt beim Fahren mit dem Auto auf. Schmerzlichst vermisste ich gerade an diesem Morgen das ruhige Sitzen im Zug oder dem Bus, weil ich dort ungestört lesen kann. Selbst wenn ich dann vielleicht nur 20 Minuten am Stück die Seiten umblättere, schaffe ich dann über 20 Buchseiten, weshalb ich mich regelmäßig auf eine Gelegenheit hierzu freue.
Doch in der VW Karre geht das natürlich nicht. Erschwerend hinzu kam, dass ich keine CD oder nen Stick mit meiner Lieblingsmusik dabei hatte. Deshalb durfte ich mich mit dem Radioprogramm begnügen und das bedeutete FFN oder NDR 2. Beide Sender hatte meine Löwin im Radio gespeichert. Antenne oder NDR Joy (hat sie auch) sind natürlich keine Alternative zum FFN Morgen-Man Frankie.
Während der mit seinem Team wenigstens noch witzig ist und mit einigen Gimmicks glänzt, hat NDR 2 um diese Zeit in dieser Hinsicht leider gar nichts zu bieten. Auf beiden Kanälen laufen wohl auch die üblichen Comedy Serien, aber die langweilen mich eigentlich nur. Jogis Jungs zum Beispiel sind wenigstens noch lustig, aber die Freeses oder Wischmeyer nerven nur noch. Alles Drei auf FFN, oder?
Anyway, zwischendurch wird ja immer Musik gespielt und diese nervt mittlerweile tierisch. Entweder dudeln sich Größen wie Robin Schulz und Co durch den Äther oder es erklingt bedeutungsschwangerer Deutschpop von Tim Bendzko und anderen untalentierten Gestalten. Die morgens im Radio, also während der Fahrt zur Arbeit ('bei der Rückfahrt auch, Hartmudo, Du Penner!') gespielte Musik ist schlichtweg unerträglich.
Genau dies ging mir heute Morgen durch den Schädel und ich erinnerte mich sofort an Mitte der 80er Jahre, als FFN anfing und endlich "vernünftige" Musik zu jeder Tageszeit gespielt wurde. Bis dahin fand ich die vormittags auf NDR 2 abgedudelte Musik (mit Monika Jetter!) nur noch zum Göbeln. Seichte Schlagermusik zum Gruseln. Und in der Nacht..,. Instrumental-, nein, schlimmer noch: Big Band Sound mit Günter Noris. Vielleicht noch etwas Roger Whittacker dazu... Da war FFN eine richtige Erholung.
Später in den 90ern war ich 3 Wochen lang von Radio 21 begeistert, bis diese auch erschreckend nachließen und ihre Hörer wie die Konkurrenz mit Phil Collins oder Tina Turner quälten. Letztens hörte ich irgendwo Fury in the Slaughterhouse im Radio. Mann, waren die schlecht gewesen.
Heutzutage ist das Radio demzufolge wieder bei dem Level angekommen, dass sie Mitte der 80er scheinbar überwunden hatten. Bei längeren Urlaubsfahrten wäre Radiohören sicherlich eine unnötige Folter.
Zusammenfassend kann ich am Ende dieses Tages, wie gesagt meines eigentlich ersten Urlaubstages, feststellen, dass ich mich nach meinem Urlaub natürlich nicht auf die Arbeit, sondern auf das Fahren mit Bus und Bahn freue. Ich werde dann wieder lesen, kann auch auf dem Fahrrad etwas für Bewegung sorgen.
Scheiß auf den höheren Zeitaufwand! Wenigstens bleibt mir dann die Supermarkt Muzak aus dem Radio erspart.
Mittwoch, 18. April 2018
Samstag, 14. April 2018
Uncle Fester: Autofac
Eine meiner Lieblingsstories von Philip K. Dick war immer Autofac. Dick schrieb diese beängstigende Kurzgeschichte im Jahr 1955; auch über 60 Jahre später hat diese Geschichte nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Als ich Anfang diesen Monats durch Zufall mitbekam, dass der britische Channel 4 zehn Kurzgeschichten von Dick als Serie produziert hatte, wurde ich natürlich hellhörig. Produzent von "Philip K. Dick`s Electric Dreams" ist Bryan Cranston. Weitere namhafte Schauspieler wie Steve Buscemi oder Geraldine Chaplin geben sich in der Serie die Ehre. Und ja, Autofac ist gleich die zweite Folge.
Die schaute ich natürlich als erstes und kann nur sagen, dass - entgegen der schlechten Kritik in der Zeit - die Serie nicht angestaubt ist, im Gegenteil. Autofac hatte ich zwar von der Story her anders in Erinnerung; sie wurde für die Serie entstaubt und mit einer anderen Pointe versehen. Diese ist für Dick ebenso typisch wie das Original, aber um das besser nachvollziehen zu können, habe ich mir die Originalstory noch einmal durchgelesen.
Nach dem atomaren Weltkrieg sind die überlebenden Menschen vollkommen von den produzierenden Fabriken, den "Autofacs", abhängig. Diese produzieren selbstständig Konsumgüter für die Menschen, die in Siedlungen abseits der Ruinen der Städte leben. Ohne Rücksicht auf die Umwelt und schwindende Ressourcen produzieren die Autofacs ohne Unterlass. Die Menschen wollen die Kontrolle über die Produktion wieder zurückgewinnen, um den Planeten und die Natur wieder aufbauen zu können.
O´Neil, Perrine und Morrison sind drei Bewohner der Siedlung bei der Autofac von Kansas City, die versuchen, die Fabrik abzuschalten. Ihre Bemühungen, die Annahme der Konsumgüter zu verweigern oder die Lieferungen einfach zu zerstören, um der Fabrik begreiflich zu machen, dass ihre Güter nicht mehr erwünscht sind, verlaufen erfolglos. Die Fabrik produziert und liefert immer weiter. Schließlich schreiben sie eine Beschwerde und behaupten, dass die letzte Lieferung "pizzeliert" gewesen sei.
Dank dieses nicht existierenden Begriffes erreichen sie, dass eines Abends ein Vertreter der Fabrik bei ihnen in der Siedlung vorstellig wird und eine nähere Erklärung zu diesem unbekannten Begriff verlangt. Endlich wurde ein direkter Kontakt hergestellt und die Menschen erklären dem Vertreter ihr Anliegen. Dass die Fabrik die Umwelt immer weiter zerstört und die Menschen die Kontrolle wieder selbst übernehmen möchten, ist der Fabrik aber egal.
Geil finde ich die Begründung der Fabrik. "Die Abschaltung erfolgt erst, wenn die Produktion des Verbundnetzes (der Fabrik) von der Produktion der Oberfläche (also den Menschen) zumindest eingeholt wird." Bis dahin wären die Menschen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen. Und sie haben natürlich auch nicht die Mittel dazu, eine Produktion selbst in Gang zu setzen, da die Fabrik ihnen keine Möglichkeit dazu gibt. Dieser nicht aufzulösende Widerspruch lässt Morrison ausrasten und den Vertreter zerstören, was aber an der ausweglosen Situation der Menschen auch nichts ändert. Ein anderer Vertreter erklärt den Menschen, dass die Ressourcen knapp sind und eine Zerstörung der Maschinen daher kontraproduktiv sei.
Dank dieser Bemerkung hat O'Neill dann die rettende Idee. Zusammen mit seinen Mitstreitern findet er heraus, dass Wolfram knapp ist. Die Menschen kratzen alles Wolfram, dessen sie habhaft werden können, zusammen und platzieren dieses seltene Metall exakt auf einem Schnittpunkt der Einflussbereiche zweier Fabriken. Im darauffolgenden Abnutzungskrieg wird die Fabrik von Kansas City vollkommen zerstört; die Menschen haben ihr Ziel erreicht.
Als O`Neil und Morrison jedoch die Ruine der Fabrik untersuchen, müssen sie leider feststellen, dass im untersten Stockwerk immer noch reges Treiben herrscht. Der finale Clou von "Autofac" besteht darin, dass die Fabrik mikroskopisch kleine Abbilder seiner selbst produziert und diese wie Sporen in alle Richtungen verteilt. Die Fabrik lebt also und pflanzt sich fort; wie auch in "Blade Runner" haben die Maschinen eine eigenständige Entwicklung genommen.
In der Fernsehserie weicht die Story vom Original stark ab. Es gibt dort nur eine Fabrik und daher am Ende auch keinen Krieg zwischen verschiedenen Fabriken. Die Konsumgüter werden in Kartons ausgeliefert, die erschreckend wie Amazon Kartons aussehen. Protagonist ist hier eine junge Frau, die die Vertreterin der Fabrik umprogrammieren will, nachdem sie gefangen genommen werden konnte.
Dies schafft sie nicht, erpresst die Vertreterin aber trotzdem und erreicht, dass diese die Frau und 2 Mitstreiter in die Fabrik einschleust, auf das die Menschen die Fabrik mittels einer mitgebrachten Bombe zerstören können. Ihre beiden Mitstreiter werden vom Sicherheitssystem der Fabrik getötet. Und die Vertreterin offenbart im zentralen Raum die schreckliche Wahrheit.
Die Menschen sind lediglich Roboter. Nach dem Krieg waren alle Menschen tot und die Fabrik hatte keine Konsumenten mehr und damit keine Existenzberechtigung. Also produzierte die Fabrik erst die Konsumenten und hatte dadurch wieder Kunden für die Konsumartikel. Dies wäre schon ein schöner Schluss gewesen, aber ein kleines Schmankerl gibt es noch.
Die junge Frau war sich ihrer maschinellen Herkunft bewusst und schleuste ein Virus in das System der Fabrik ein. In dem Moment, als die Vertreterin der Fabrik die Frau "reparieren" wollte, wurde das Virus aktiviert und die Fabrik dadurch zum Abschalten gebracht. Durch diese für die Fabrik unvorhergesehene Handlung wird klar, dass die menschlichen Roboter zu Menschen geworden waren, die zum selbstständigen Denken fähig sind.
Dieser Schluss erinnert noch stärker an "Blade Runner" als das Original. Ich begreife daher nicht, weshalb die Kritik der Serie in der Zeit so negativ ausfiel. Wahrscheinlich hatte der Kolumnist weder Dick gelesen noch die Serie verstanden. Sein Vorwurf, dass die Stories altbacken daherkommen, weil sie sich nicht wie "Black Mirror" mit den Auswirkungen und Gefahren der Informationstechnologie beschäftigen, trifft ins Leere. Ob 1955 oder heute - es geht immer nur um die Frage, was macht menschliches Leben aus. Künstliche Intelligenz mag uns bedrohen, aber nur, weil sie der menschlichen ähnlich oder vielleicht sogar überlegen ist.
Und genau dies hatte Dick schon in den 50er Jahren thematisiert; da hatten wahrscheinlich die Eltern des Kolumnisten der Zeit noch nicht einmal gelebt. Dass die Thematik einer eigenständigen und von Menschen nicht beeinflussbaren Kriegsführung der Maschinen heute immer aktueller wird, kann man u. a. anhand folgendem Berichts erkennen:
https://www.heise.de/tp/features/Mit-einem-Schwarm-billiger-Wegwerf-oder-Suizid-Roboter-in-den-Krieg-ziehen-3670442.html
Erst setzt man Drohnen ein, weil Kampfpiloten schwerer zu ersetzen sind als von Menschen ferngesteuerte Maschinen. Dies ist bereits heute State of the Art. Doch die in diesem Bericht angesprochenen Entwicklungen, die eine Schwarmintelligenz der Drohnen und damit ein selbstständiges Operieren der Drohnen ohne menschliche Einwirkung ermöglichen sollen, machen mir Angst.
Bei Dick bekämpfen die Maschinen sich wenigstens nur untereinander. Der Bericht auf Telepolis weist aber leider eher in Richtung eines Daniel Suarez mit "Daemon" und "Darknet". Wehe, wenn sie losgelassen!
Die schaute ich natürlich als erstes und kann nur sagen, dass - entgegen der schlechten Kritik in der Zeit - die Serie nicht angestaubt ist, im Gegenteil. Autofac hatte ich zwar von der Story her anders in Erinnerung; sie wurde für die Serie entstaubt und mit einer anderen Pointe versehen. Diese ist für Dick ebenso typisch wie das Original, aber um das besser nachvollziehen zu können, habe ich mir die Originalstory noch einmal durchgelesen.
Nach dem atomaren Weltkrieg sind die überlebenden Menschen vollkommen von den produzierenden Fabriken, den "Autofacs", abhängig. Diese produzieren selbstständig Konsumgüter für die Menschen, die in Siedlungen abseits der Ruinen der Städte leben. Ohne Rücksicht auf die Umwelt und schwindende Ressourcen produzieren die Autofacs ohne Unterlass. Die Menschen wollen die Kontrolle über die Produktion wieder zurückgewinnen, um den Planeten und die Natur wieder aufbauen zu können.
O´Neil, Perrine und Morrison sind drei Bewohner der Siedlung bei der Autofac von Kansas City, die versuchen, die Fabrik abzuschalten. Ihre Bemühungen, die Annahme der Konsumgüter zu verweigern oder die Lieferungen einfach zu zerstören, um der Fabrik begreiflich zu machen, dass ihre Güter nicht mehr erwünscht sind, verlaufen erfolglos. Die Fabrik produziert und liefert immer weiter. Schließlich schreiben sie eine Beschwerde und behaupten, dass die letzte Lieferung "pizzeliert" gewesen sei.
Dank dieses nicht existierenden Begriffes erreichen sie, dass eines Abends ein Vertreter der Fabrik bei ihnen in der Siedlung vorstellig wird und eine nähere Erklärung zu diesem unbekannten Begriff verlangt. Endlich wurde ein direkter Kontakt hergestellt und die Menschen erklären dem Vertreter ihr Anliegen. Dass die Fabrik die Umwelt immer weiter zerstört und die Menschen die Kontrolle wieder selbst übernehmen möchten, ist der Fabrik aber egal.
Geil finde ich die Begründung der Fabrik. "Die Abschaltung erfolgt erst, wenn die Produktion des Verbundnetzes (der Fabrik) von der Produktion der Oberfläche (also den Menschen) zumindest eingeholt wird." Bis dahin wären die Menschen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen. Und sie haben natürlich auch nicht die Mittel dazu, eine Produktion selbst in Gang zu setzen, da die Fabrik ihnen keine Möglichkeit dazu gibt. Dieser nicht aufzulösende Widerspruch lässt Morrison ausrasten und den Vertreter zerstören, was aber an der ausweglosen Situation der Menschen auch nichts ändert. Ein anderer Vertreter erklärt den Menschen, dass die Ressourcen knapp sind und eine Zerstörung der Maschinen daher kontraproduktiv sei.
Dank dieser Bemerkung hat O'Neill dann die rettende Idee. Zusammen mit seinen Mitstreitern findet er heraus, dass Wolfram knapp ist. Die Menschen kratzen alles Wolfram, dessen sie habhaft werden können, zusammen und platzieren dieses seltene Metall exakt auf einem Schnittpunkt der Einflussbereiche zweier Fabriken. Im darauffolgenden Abnutzungskrieg wird die Fabrik von Kansas City vollkommen zerstört; die Menschen haben ihr Ziel erreicht.
Als O`Neil und Morrison jedoch die Ruine der Fabrik untersuchen, müssen sie leider feststellen, dass im untersten Stockwerk immer noch reges Treiben herrscht. Der finale Clou von "Autofac" besteht darin, dass die Fabrik mikroskopisch kleine Abbilder seiner selbst produziert und diese wie Sporen in alle Richtungen verteilt. Die Fabrik lebt also und pflanzt sich fort; wie auch in "Blade Runner" haben die Maschinen eine eigenständige Entwicklung genommen.
In der Fernsehserie weicht die Story vom Original stark ab. Es gibt dort nur eine Fabrik und daher am Ende auch keinen Krieg zwischen verschiedenen Fabriken. Die Konsumgüter werden in Kartons ausgeliefert, die erschreckend wie Amazon Kartons aussehen. Protagonist ist hier eine junge Frau, die die Vertreterin der Fabrik umprogrammieren will, nachdem sie gefangen genommen werden konnte.
Dies schafft sie nicht, erpresst die Vertreterin aber trotzdem und erreicht, dass diese die Frau und 2 Mitstreiter in die Fabrik einschleust, auf das die Menschen die Fabrik mittels einer mitgebrachten Bombe zerstören können. Ihre beiden Mitstreiter werden vom Sicherheitssystem der Fabrik getötet. Und die Vertreterin offenbart im zentralen Raum die schreckliche Wahrheit.
Die Menschen sind lediglich Roboter. Nach dem Krieg waren alle Menschen tot und die Fabrik hatte keine Konsumenten mehr und damit keine Existenzberechtigung. Also produzierte die Fabrik erst die Konsumenten und hatte dadurch wieder Kunden für die Konsumartikel. Dies wäre schon ein schöner Schluss gewesen, aber ein kleines Schmankerl gibt es noch.
Die junge Frau war sich ihrer maschinellen Herkunft bewusst und schleuste ein Virus in das System der Fabrik ein. In dem Moment, als die Vertreterin der Fabrik die Frau "reparieren" wollte, wurde das Virus aktiviert und die Fabrik dadurch zum Abschalten gebracht. Durch diese für die Fabrik unvorhergesehene Handlung wird klar, dass die menschlichen Roboter zu Menschen geworden waren, die zum selbstständigen Denken fähig sind.
Dieser Schluss erinnert noch stärker an "Blade Runner" als das Original. Ich begreife daher nicht, weshalb die Kritik der Serie in der Zeit so negativ ausfiel. Wahrscheinlich hatte der Kolumnist weder Dick gelesen noch die Serie verstanden. Sein Vorwurf, dass die Stories altbacken daherkommen, weil sie sich nicht wie "Black Mirror" mit den Auswirkungen und Gefahren der Informationstechnologie beschäftigen, trifft ins Leere. Ob 1955 oder heute - es geht immer nur um die Frage, was macht menschliches Leben aus. Künstliche Intelligenz mag uns bedrohen, aber nur, weil sie der menschlichen ähnlich oder vielleicht sogar überlegen ist.
Und genau dies hatte Dick schon in den 50er Jahren thematisiert; da hatten wahrscheinlich die Eltern des Kolumnisten der Zeit noch nicht einmal gelebt. Dass die Thematik einer eigenständigen und von Menschen nicht beeinflussbaren Kriegsführung der Maschinen heute immer aktueller wird, kann man u. a. anhand folgendem Berichts erkennen:
https://www.heise.de/tp/features/Mit-einem-Schwarm-billiger-Wegwerf-oder-Suizid-Roboter-in-den-Krieg-ziehen-3670442.html
Erst setzt man Drohnen ein, weil Kampfpiloten schwerer zu ersetzen sind als von Menschen ferngesteuerte Maschinen. Dies ist bereits heute State of the Art. Doch die in diesem Bericht angesprochenen Entwicklungen, die eine Schwarmintelligenz der Drohnen und damit ein selbstständiges Operieren der Drohnen ohne menschliche Einwirkung ermöglichen sollen, machen mir Angst.
Bei Dick bekämpfen die Maschinen sich wenigstens nur untereinander. Der Bericht auf Telepolis weist aber leider eher in Richtung eines Daniel Suarez mit "Daemon" und "Darknet". Wehe, wenn sie losgelassen!
Freitag, 13. April 2018
Dwight Pullen 1/3
„Whitey“ Dwight Pullen erblickte am 5. März 1931 in Blountsville, Alabama, in ärmlichen Verhältnissen das Licht der Welt. Dwight war schon in der Schule mit der Gitarre unterwegs; stark beeinflusst wurde er hierbei von der Countrymusik eines Red Foley, der sein „Ozark Jubilee“ mittels eines Radiosenders aus Springfield, Missouri,ausstrahlte.
Auch die vier Brüder und vier Schwestern von Dwight waren sehr musikalisch, aber Dwight war wohl der einzige der neun Geschwister, der das Musizieren wirklich ernsthaft verfolgte. Denn nur kurzzeitig waren zwei Schwestern namens Polly und Zera in den 30er und 40er Jahren aktiv, durften sogar neben Eddy Arnold auftreten, der in den späten 40er Jahren mehrere Nummer 1 Hits in den Country Charts verbuchen konnte. Sein „Cattle Call“ ist sogar mir geläufig. Aber da hatten „Polly § Dolly, wie sich die beiden Mädels nannten, die Bühne bereits verlassen.
Dwights Vater war Stahlarbeiter und ging immer der Arbeit hinterher. So verschlug es die Familie nach Kalifornien, als Dwight 10 Jahre alt geworden war. Bis auf eine kurze Periode 2 Jahre später, als die Familie kurzzeitig nach Florida verzog, blieb Vater Pullen mit den Seinen in Kalifornien. Während der kurzen Zeit in Florida arbeitete Dwight nach der Schule nebenbei in einem Restaurant und als Lieferjunge.
Zurück im „Golden State“, gründete Dwight an der Highschool seine erste Band. Cotton Brown, Jimmy Webb und Larry Murphy hießen seine Mitstreiter. Wobei dieser Jimmy Webb nichts gemeinsam mit dem bekannten Songschreiber und Komponisten (u.a. der Supremes) zu tun hat. Dieser Jimmy Webb wurde nicht berühmt und betrieb zeit seines späteren Lebens einen Plattenladen.
Die Band hatte eine eigene Radioshow in Pittsburg, Kalifornien (musste ich googeln, liegt 50 km östlich von San Francisco). Wir befinden uns noch Ende der 40er Jahre, da wurde Country noch mit einer Fiddle gespielt und es konnte vereinzelt zu Jodeleinlagen kommen. Seine Geschwister erinnerten sich später, dass Dwight stets ehrgeizig war und immer noch eine Idee aus dem Hut zauberte, um einige Dollars zu verdienen. Beispiele hierfür habe ich allerdings nicht gefunden.
1951 zog die Familie zurück nach Alabama; Anfang dieses Jahrzehnts wurde Dwight eingezogen und diente der US Marine in Anchorage, Alaska. Auch dort hatte er eine Band und trat in den örtlichen Clubs auf. Bei einem dieser Gigs lernte er Margaret, ein Mädchen aus der Gegend, kennen und heiratete sie auch prompt. 1956 übernahm das Paar das Management des „Red Barn Club“ in Anchorage; Dwight managte auch noch die Hausband des Clubs. Am Tag arbeitete Dwight im Autohaus seines Schwiegervaters, bevor er ein eigenes Autohaus eröffnen konnte. Ende der 50er Jahre war Dwight Pullen der einzige Booking Agent in Alaska, so dass bald sämtliche Künstler nur über ihn nach Anchorage kommen konnten. Seinen eigenen Club konnte er so gut am Leben erhalten.
Viele große Country Stars jener Jahre besuchten dank Dwight Alaska zum allerersten Mal, da sie dort auch in Dwights sehr populären (lokalen) Fernsehsendung auftreten konnten. Seit dieser Zeit verband Dwight mit Größen wie Ray Price, Johnny Cash, Carl Perkins oder Patsy Cline eine dauerhafte Freundschaft. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die genannten Musiker während ihres Aufenthaltes in Alaska bei Dwight wohnten.
Daneben machte Dwight auch weiterhin selbst Musik. Unterstützt wurde er hierbei auch immer wieder durch seine Familie. 1955 und 56 half ihm sein Neffe James Noble am Bass. Sein Bruder Brack blieb bei ihm in Alaska und gehörte seiner Band für einige Jahre als Rhythmusgitarrist an. Er beteiligte sich an den Vocals und fungierte auch als Roadie. Dwights Band ging sogar mit Ray Price, den Collins Kids und Johnny Cash auf mehrere Tourneen.
Und Dwight war kein hinterwäldlerischer Hillbilly; er wusste genau, dass er als Musiker keinen Erfolg haben konnte, wenn er dauernd in Anchorage blieb. Deshalb besuchte er 1955 mit James Noble Connecticut für Sessions. Ein Jahr später versuchte er sein Glück in Nashville, Tennessee, dem Mekka der Countrymusic. Dwight hatte sich überlegt, dass er mit Sessionaufnahmen mehr Aufmerksamkeit für seine Person generieren könnte.
Zunächst versuchte er seine Aufnahmen bei einigen größeren Labels unterzubringen, wurde jedoch stets abgelehnt. Endlich konnte er bei der neugegründeten „Delta Record Company“ den begehrten Plattenvertrag ergattern. Witzigerweise gab es damals gleich 5 Labels namens Delta, das Label von Dwight wurde von F.L. „Red“ Wortham in Nashville geführt und existierte lediglich von 1956 bis 1959. Für ein kleines Independent Label war das zwar schon lange, aber tatsächlich gab es nur wenige Veröffentlichungen dieses Labels.
Die erste Single von Dwight war „I`m beggin` your Pardon“ / „broke waiting for a Break“. Die Platte wurde Ende 1956 eingespielt und im Dezember desselben Jahres veröffentlicht. Wie auch bei den meisten seiner späteren Platten waren die Songs von ihm selbst komponiert worden und unter dem Namen Whitey Pullen herausgegeben. „Whitey“ war sein Spitzname, den ihm Freunde wegen seiner hellblonden Haare verpasst hatten.
Diese Country Platte war kommerziell ein Misserfolg, vielleicht auch, weil mit Bob Saxton lediglich ein Gitarrist darauf zu hören war. Dies war 1956 schon zu wenig und Dwight Pullen beließ es auch erst einmal mit der einen Platte.
Auch die vier Brüder und vier Schwestern von Dwight waren sehr musikalisch, aber Dwight war wohl der einzige der neun Geschwister, der das Musizieren wirklich ernsthaft verfolgte. Denn nur kurzzeitig waren zwei Schwestern namens Polly und Zera in den 30er und 40er Jahren aktiv, durften sogar neben Eddy Arnold auftreten, der in den späten 40er Jahren mehrere Nummer 1 Hits in den Country Charts verbuchen konnte. Sein „Cattle Call“ ist sogar mir geläufig. Aber da hatten „Polly § Dolly, wie sich die beiden Mädels nannten, die Bühne bereits verlassen.
Dwights Vater war Stahlarbeiter und ging immer der Arbeit hinterher. So verschlug es die Familie nach Kalifornien, als Dwight 10 Jahre alt geworden war. Bis auf eine kurze Periode 2 Jahre später, als die Familie kurzzeitig nach Florida verzog, blieb Vater Pullen mit den Seinen in Kalifornien. Während der kurzen Zeit in Florida arbeitete Dwight nach der Schule nebenbei in einem Restaurant und als Lieferjunge.
Zurück im „Golden State“, gründete Dwight an der Highschool seine erste Band. Cotton Brown, Jimmy Webb und Larry Murphy hießen seine Mitstreiter. Wobei dieser Jimmy Webb nichts gemeinsam mit dem bekannten Songschreiber und Komponisten (u.a. der Supremes) zu tun hat. Dieser Jimmy Webb wurde nicht berühmt und betrieb zeit seines späteren Lebens einen Plattenladen.
Die Band hatte eine eigene Radioshow in Pittsburg, Kalifornien (musste ich googeln, liegt 50 km östlich von San Francisco). Wir befinden uns noch Ende der 40er Jahre, da wurde Country noch mit einer Fiddle gespielt und es konnte vereinzelt zu Jodeleinlagen kommen. Seine Geschwister erinnerten sich später, dass Dwight stets ehrgeizig war und immer noch eine Idee aus dem Hut zauberte, um einige Dollars zu verdienen. Beispiele hierfür habe ich allerdings nicht gefunden.
1951 zog die Familie zurück nach Alabama; Anfang dieses Jahrzehnts wurde Dwight eingezogen und diente der US Marine in Anchorage, Alaska. Auch dort hatte er eine Band und trat in den örtlichen Clubs auf. Bei einem dieser Gigs lernte er Margaret, ein Mädchen aus der Gegend, kennen und heiratete sie auch prompt. 1956 übernahm das Paar das Management des „Red Barn Club“ in Anchorage; Dwight managte auch noch die Hausband des Clubs. Am Tag arbeitete Dwight im Autohaus seines Schwiegervaters, bevor er ein eigenes Autohaus eröffnen konnte. Ende der 50er Jahre war Dwight Pullen der einzige Booking Agent in Alaska, so dass bald sämtliche Künstler nur über ihn nach Anchorage kommen konnten. Seinen eigenen Club konnte er so gut am Leben erhalten.
Viele große Country Stars jener Jahre besuchten dank Dwight Alaska zum allerersten Mal, da sie dort auch in Dwights sehr populären (lokalen) Fernsehsendung auftreten konnten. Seit dieser Zeit verband Dwight mit Größen wie Ray Price, Johnny Cash, Carl Perkins oder Patsy Cline eine dauerhafte Freundschaft. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die genannten Musiker während ihres Aufenthaltes in Alaska bei Dwight wohnten.
Daneben machte Dwight auch weiterhin selbst Musik. Unterstützt wurde er hierbei auch immer wieder durch seine Familie. 1955 und 56 half ihm sein Neffe James Noble am Bass. Sein Bruder Brack blieb bei ihm in Alaska und gehörte seiner Band für einige Jahre als Rhythmusgitarrist an. Er beteiligte sich an den Vocals und fungierte auch als Roadie. Dwights Band ging sogar mit Ray Price, den Collins Kids und Johnny Cash auf mehrere Tourneen.
Und Dwight war kein hinterwäldlerischer Hillbilly; er wusste genau, dass er als Musiker keinen Erfolg haben konnte, wenn er dauernd in Anchorage blieb. Deshalb besuchte er 1955 mit James Noble Connecticut für Sessions. Ein Jahr später versuchte er sein Glück in Nashville, Tennessee, dem Mekka der Countrymusic. Dwight hatte sich überlegt, dass er mit Sessionaufnahmen mehr Aufmerksamkeit für seine Person generieren könnte.
Zunächst versuchte er seine Aufnahmen bei einigen größeren Labels unterzubringen, wurde jedoch stets abgelehnt. Endlich konnte er bei der neugegründeten „Delta Record Company“ den begehrten Plattenvertrag ergattern. Witzigerweise gab es damals gleich 5 Labels namens Delta, das Label von Dwight wurde von F.L. „Red“ Wortham in Nashville geführt und existierte lediglich von 1956 bis 1959. Für ein kleines Independent Label war das zwar schon lange, aber tatsächlich gab es nur wenige Veröffentlichungen dieses Labels.
Die erste Single von Dwight war „I`m beggin` your Pardon“ / „broke waiting for a Break“. Die Platte wurde Ende 1956 eingespielt und im Dezember desselben Jahres veröffentlicht. Wie auch bei den meisten seiner späteren Platten waren die Songs von ihm selbst komponiert worden und unter dem Namen Whitey Pullen herausgegeben. „Whitey“ war sein Spitzname, den ihm Freunde wegen seiner hellblonden Haare verpasst hatten.
Diese Country Platte war kommerziell ein Misserfolg, vielleicht auch, weil mit Bob Saxton lediglich ein Gitarrist darauf zu hören war. Dies war 1956 schon zu wenig und Dwight Pullen beließ es auch erst einmal mit der einen Platte.
Samstag, 7. April 2018
Contramann: kurz gesehen im April
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/diesel-umweltbundesamt-plaediert-fuer-zwei-blaue-plaketten-a-1196626.html
Gleich am Anfang ein richtiger Knaller. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger (SPD), schlägt die Ausgabe zweier neuer Plaketten vor, um zukünftig Dieselfahrzeugen den Zugang zu Umweltzonen in den stärker verschmutzten Städten zu ermöglichen. Dies soll die Komplettsperrung für Dieselfahrzeuge verhindern.
Hierbei sollen Diesel mit den EU-Normen 5 und 6 eine hellblaue Plakette erhalten, während die zukünftige, noch schadstoffärmere Norm 6d mit einer dunkelblauen Plakette ausstaffiert werden soll. Und ja, der 1. April ist schon vorbei und das ist keine Meldung aus dem Postillion. Nicht einmal Titanic hätte sich so etwas Krankes ausdenken können.
Aber das kommt nun einmal dabei heraus, wenn man auf Teufel komm raus die Automobilindustrie schützen will. Da helfen natürlich solche Nebelkerzen wie bunte Plakettchen enorm. Und das Schönste: Die Autofahrer müssen diesen Schwachsinn noch bezahlen! Anstatt die Innenstädte für ALLE Privat PKW zu sperren oder wenigstens einzuschränken, werden hier krampfartig Lösungen aus den nicht vorhandenen Gehirnen erarbeitet, die hinterher nicht kontrollierbar sind. Wer denkt sich so einen Schwachsinn aus?
Auf Wikipedia konnte ich erfahren, dass Frau Krautzberger Soziologie und Anglistik studiert hatte. Hinterher arbeitete sie häufig als wissenschaftliche (Muhaha…) Angestellte für verschiedene öffentliche Institutionen. Mir fällt hierbei der Begriff Apparatschik ein. Nun sind Soziologen wie Anglistiker nicht von Natur aus unfähig in ihren Jobs, die Meisten werden eine gute Arbeit abliefern. Aber wenn jemand wie Frau Krautzberger solch einen Unsinn ausbrütet und dann diesen Werdegang vorweisen kann, dann sind in meinen Augen (und ich bin selbst Beamter!) wieder sämtliche Klischees erfüllt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-vervierfacht-die-boni-a-1198318.html
9 Milliarden Euro Verluste haben die Manager der deutschen Bank seit 2015 eingefahren; im letzten Geschäftsjahr waren es wohl "nur" 915 Millionen. Da ist es doch nur logisch, dass sich die Bonuszahlungen für die Manager auf über 2 Milliarden Euro vervierfacht haben.
Zur Begründung kommt der übliche Stuss: Gute Manager sind teuer und kosten dementsprechend viel. Zahlt man zu wenig, hauen sie zur Konkurrenz ins Ausland ab. Außerdem sind diese Verluste nach Steuern.
Das heißt: Wenn keine Steuern gezahlt werden, gibt es auch keine Verluste. Ich glaube, ich zahl ab sofort auch mal schnell keine Einkommenssteuer mehr. Ob es wahrscheinlich ist, dass sich ausländische Banken wie die Credit Suisse um deutsche Topmanager reißen, die derart schlechte Bilanzen vorzuweisen haben, möchte ich auch nicht wirklich andenken.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fall-skripal-eu-unterstuetzt-grossbritannien-bei-vorwuerfen-gegen-russland-a-1199474.html
Alle reden über den Giftgasattacke auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter. Auch der EU Präsident Donald Tusk: "...dass sehr wahrscheinlich Russland für die Attacke in Salisbury Anfang März verantwortlich sei. Es gebe keine andere plausible Erklärung dafür."
Merke: Immer wenn der Täter nicht sofort sichtbar ist, waren es die Russen. Dass aufgrund dieser dünnen Faktenlage die meisten EU Staaten sich mit den Briten und Amis solidarisieren und russische Diplomaten aus ihren Ländern ausweisen, ist der eigentliche Skandal. Und die Leitmedien befeuern das Ganze noch.
Unter anderem Portugal, Griechenland und Österreich haben sich dem verweigert. Meine Hochachtung für diese aufrechte demokratische Haltung.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article174921899/Lebenserwartung-Der-deutsche-Generationenvertrag-ist-nicht-zukunftsfaehig.html
Und wenn Du denkst, Du hättest in letzter Zeit schon den übelsten Shit gelesen, dann warst Du nicht auf der Seite von Springers "Welt". Hammer.
"Wir werden immer älter". Stimmt. "Es drohen Verteilungskämpfe zwischen Alt und Jung". Aaah! Gefahr! Mütter, schließt Eure Töchter ein. Kommt jetzt der Russe? Mitnichten. "Diese bedürfen beizeiten der Steuerung, damit sie nicht das Gewebe der Gesellschaft zerreißen." Also doch nicht die Russen, die Gefahr ist beherrschbar, eine Situation gilt es zu steuern.
Genau das sage ich doch auch ständig. Die Steuern müssen rauf. Und zwar auf die immensen Gewinne aus Spekulationsgeschäften und Millioneneinkommen, dann ist die Rente wieder sicher. Aber halt - ich Dummerchen - wie kam ich denn auf das schmale Brett? "Erst wollen die Leute keine Kinder zeugen, und dann wollen sie nicht sterben".
Wie konnte ich das bloss nur falsch verstehen? Der Generationernvertrag kann so selbstverständlich nicht wie gewohnt funktionieren. Aber dass wir deshalb zwangsläufig bis 70 arbeiten müssen, um die Renten zu finanzieren, erschließt sich mir nicht. Dummes Geschwätz. Finanziert die Rente mehr aus Steuern, ihr Honks. Alles nur hohles Gefasel, dass den "Privilegierten" ihre Pfründe sichern soll.
So ein Dreck dammischer.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/neoliberalimus-die-linke-jan-korte-kritik-opfer/komplettansicht
Diesen Link habe ich über die Nachdenkseiten gefunden und kann mich der Anmerkung hierzu nur voll und ganz anschließen. Wie ich bereits letzten Monat schrieb, entfernt sich die Linke zunehmend von ihrer Basis, den Niedriglöhnern und Hartz IV Empfängern dieser Republik, egal welcher Nationalität.
Dass Leute wie Kipping oder Riexinger den Focus auf Nationalität (Flüchtlinge) legen und politischen Gegnern aus den eigenen Reihen wie Wagenknecht oder Lafontaine nationalistisches Gedankengut unterstellen, ist gelinde gesagt ein Witz; sind sie es doch, die mit genau dieser Reduzierung auf Nationalitäten – hier als Flüchtlingsschutz – ein dementsprechendes Gedankengut verbreiten.
Der Linkspartei prophezeie ich mittelfristig eine weitere Spaltung. „Realos“ wie Kipping und Co könnten mit besonnenen Resten der SPD Ansprechpartner der vielen gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in Großbetrieben sein, wenn es darum geht, die Pfründe dieser immer noch gut bezahlten Arbeiter und Angestellten auf Kosten von Leiharbeitern, Aushilfen und Zeitarbeitskräften zu sichern. Mit „linker“ Politik, die ab Ende des 19. Jahrhunderts für ca. 100 Jahre soziale Errungenschaften für alle lohnabhängigen Beschäftigten angestrebt und häufig auch erkämpft hatte, hat dies aber nichts zu tun.
Es ist halt so, dass in der sogenannten Mittelschicht mittlerweile die Facharbeiter in den Großkonzernen, soweit sie einen „Altvertrag“ ergattern konnten, angekommen sind. Der wohltuende Artikel von Jan Korte spricht eine derartige Entwicklung zwar nicht an, zeigt aber, dass es in der Linkspartei doch noch einige Verfechter der Idee einer Gesellschaft abseits vom Raubtierkapitalismus gibt.
http://www.sueddeutsche.de/politik/konflikt-mit-moskau-sergej-skripal-wird-keine-gerechtigkeit-widerfahren-1.3921474
Und weiter geht es mit der Vernebelungstaktik – jetzt mal in einem Kommentar der Süddeutschen. Der Giftanschlag an dem ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter hatte ja zur Folge, dass nicht nur Großbritannien, sondern auch die NATO Verbündeten wie USA, Frankreich und Deutschland russische Diplomaten ausgewiesen hatten. Angeblich konnten es lt. britischem Geheimdienst nur die Russen gewesen sein. Und obwohl das Gift nur in Russland hergestellt sein konnte, war der britische Geheimdienst innerhalb von Stunden in der Lage, dieses Gift, welches es im Westen nicht gibt, zu identifizieren.
Gute Arbeit, James. Jetzt der Kommentator:
„Es wäre wirklich nicht das erste Mal, dass sich Fährten der Nachrichtendienste als falsch erweisen. Anders als Putin, der im eigenen Machtbereich ungestraft lügen kann, müssten die Briten für irreführende Informationen aber eines Tages vor ihren Verbündeten gerade stehen.“
Aha. So wie beim Überfall auf den Irak 2003, als die Amerikaner und Briten Beweise aus den Reihen der Geheimdienste gehabt haben wollten, dass Saddam Hussein seinerzeit Massenvernichtungswaffen herstellen würde. Monate später musste Tony Blair kleinlaut zugeben, dass die „Koalition der Willigen“ offenbar einer Fehlinformation aufgesessen waren. Da war Hussein schon stranguliert, aber gerade stehen für diese Lügengeschichte, die Tausende mit ihrem Leben bezahlt hatten, musste weder Blair noch Herr Bush.
Derart dreist packt der Kommentator also diese Unwahrheit in seinen Kommentar, dass mir hierbei der Begriff „L-Presse“ in den Sinn kommt. Und jetzt ist es wieder der britische Geheimdienst, der das Gras wachsen hört. Anders als Gas-Gerd (Schröder) 2003, der sich seinerzeit einer Beteiligung am Krieg verweigerte und nur deshalb meine Stimme bei der Wahl 2005 erhalten hatte, war Frau Merkel sofort bereit, ins allgemeine Säbelrasseln mit einzusteigen.
Wohl wissend, dass sich eine Schuld der „Russen“ nicht beweisen lassen wird, irrlichtert der Kommentator übers Papier. Wird schon was dran sein… Warum sollten sich Merkel und Macron sonst an den Strafaktionen gegen Putin beteiligen? So streut man Gerüchte – und an einem Gerücht ist doch auch immer etwas Wahres dran! Und wir wissen genauso gut, dass der „Russe“ ein heimtückisches Wesen hat, wie der „Jude“ an sich halt auch.
Es bestürzt mich ziemlich doll, dass unsere Politiker und dazu noch die Leitmedien aufgrund einer derart dünnen Faktenlage Mutmaßungen zu Tatsachen umfunktionieren. Da drängen sich die historischen Vergleiche zur DDR und eben auch dem dritten Reich geradezu auf.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fall-skripal-guenter-verheugen-nimmt-russland-in-schutz-a-1200025.html
Günter, alte Säule! In seinem politischen Leben hatte er viel Porzellan zerschlagen, auch als EU-Kommissar. "Die Haltung, dass Putin und die Russen im Zweifel für alles verantwortlich sind, ist eine Vergiftung des Denkens, die aufhören muss".
Recht so, Günni. Er als auch Trittin sind da merkwürdigerweise einer Meinung. Es fällt zunehmend auf, dass Politiker im Ruhestand (Trittin noch nicht ganz) mit einem Mal so etwas wie ein Gewissen entwickeln und einen ungefärbten Blick auf die Welt erhaschen.
Todenhöfer ist da so ein Beispiel, aber auch Blüm und Geissler.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/carles-puigdemont-in-deutschland-es-gibt-einen-hoffnungsschimmer-a-1200002.html
Zum Abschluss noch ein Bericht zu einer weiteren Nachricht, bei der es sich leider auch um keinen Aprilscherz handelt. Der vom katalanischen Parlament gewählte Präsident Puigdemont war monatelang auf der Flucht vor den spanischen Behörden, die einen internationalen Haftbefehl erwirkt hatten. Die Anklage lautet auf Rebellion und Veruntreuung von Geldern.
Jetzt sitzt er in Neumünster in Untersuchungshaft, weil die gebrieften deutschen Grenzbeamten ihn bei Grenzübertritt verhaftet hatten. Die Dänen hatten ihn übrigens still und heimlich durchrauschen lassen, dort blieb er unbehelligt. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Dänen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine andere Geschichte hatten als wir Deutschen.
So sitzt zu diesem Zeitpunkt (Karfreitag 2018) Deutschlands erster politischer Gefangene im Knast. Wenn Puigdemont nicht aus einem EU-Staat stammen würde, hätte er Anrecht auf politisches Asyl. Nach der Neufassung des Artikels 16 a Absatz 3 des Grundgesetzes müsste er wohl nachweisen, dass in Spanien keine politische Verfolgung stattfindet.
Aber er hätte bestimmt dann eine Chance, wenn die Russen dahinterstecken, weil sie die Spanier erpressen oder so. Wenn das so laufen würde wie im Fall Skripal, dann würde die bloße Behauptung schon ausreichen.
Merke: "Es gebe keine andere plausible Erklärung dafür."
Gleich am Anfang ein richtiger Knaller. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger (SPD), schlägt die Ausgabe zweier neuer Plaketten vor, um zukünftig Dieselfahrzeugen den Zugang zu Umweltzonen in den stärker verschmutzten Städten zu ermöglichen. Dies soll die Komplettsperrung für Dieselfahrzeuge verhindern.
Hierbei sollen Diesel mit den EU-Normen 5 und 6 eine hellblaue Plakette erhalten, während die zukünftige, noch schadstoffärmere Norm 6d mit einer dunkelblauen Plakette ausstaffiert werden soll. Und ja, der 1. April ist schon vorbei und das ist keine Meldung aus dem Postillion. Nicht einmal Titanic hätte sich so etwas Krankes ausdenken können.
Aber das kommt nun einmal dabei heraus, wenn man auf Teufel komm raus die Automobilindustrie schützen will. Da helfen natürlich solche Nebelkerzen wie bunte Plakettchen enorm. Und das Schönste: Die Autofahrer müssen diesen Schwachsinn noch bezahlen! Anstatt die Innenstädte für ALLE Privat PKW zu sperren oder wenigstens einzuschränken, werden hier krampfartig Lösungen aus den nicht vorhandenen Gehirnen erarbeitet, die hinterher nicht kontrollierbar sind. Wer denkt sich so einen Schwachsinn aus?
Auf Wikipedia konnte ich erfahren, dass Frau Krautzberger Soziologie und Anglistik studiert hatte. Hinterher arbeitete sie häufig als wissenschaftliche (Muhaha…) Angestellte für verschiedene öffentliche Institutionen. Mir fällt hierbei der Begriff Apparatschik ein. Nun sind Soziologen wie Anglistiker nicht von Natur aus unfähig in ihren Jobs, die Meisten werden eine gute Arbeit abliefern. Aber wenn jemand wie Frau Krautzberger solch einen Unsinn ausbrütet und dann diesen Werdegang vorweisen kann, dann sind in meinen Augen (und ich bin selbst Beamter!) wieder sämtliche Klischees erfüllt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-vervierfacht-die-boni-a-1198318.html
9 Milliarden Euro Verluste haben die Manager der deutschen Bank seit 2015 eingefahren; im letzten Geschäftsjahr waren es wohl "nur" 915 Millionen. Da ist es doch nur logisch, dass sich die Bonuszahlungen für die Manager auf über 2 Milliarden Euro vervierfacht haben.
Zur Begründung kommt der übliche Stuss: Gute Manager sind teuer und kosten dementsprechend viel. Zahlt man zu wenig, hauen sie zur Konkurrenz ins Ausland ab. Außerdem sind diese Verluste nach Steuern.
Das heißt: Wenn keine Steuern gezahlt werden, gibt es auch keine Verluste. Ich glaube, ich zahl ab sofort auch mal schnell keine Einkommenssteuer mehr. Ob es wahrscheinlich ist, dass sich ausländische Banken wie die Credit Suisse um deutsche Topmanager reißen, die derart schlechte Bilanzen vorzuweisen haben, möchte ich auch nicht wirklich andenken.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fall-skripal-eu-unterstuetzt-grossbritannien-bei-vorwuerfen-gegen-russland-a-1199474.html
Alle reden über den Giftgasattacke auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter. Auch der EU Präsident Donald Tusk: "...dass sehr wahrscheinlich Russland für die Attacke in Salisbury Anfang März verantwortlich sei. Es gebe keine andere plausible Erklärung dafür."
Merke: Immer wenn der Täter nicht sofort sichtbar ist, waren es die Russen. Dass aufgrund dieser dünnen Faktenlage die meisten EU Staaten sich mit den Briten und Amis solidarisieren und russische Diplomaten aus ihren Ländern ausweisen, ist der eigentliche Skandal. Und die Leitmedien befeuern das Ganze noch.
Unter anderem Portugal, Griechenland und Österreich haben sich dem verweigert. Meine Hochachtung für diese aufrechte demokratische Haltung.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article174921899/Lebenserwartung-Der-deutsche-Generationenvertrag-ist-nicht-zukunftsfaehig.html
Und wenn Du denkst, Du hättest in letzter Zeit schon den übelsten Shit gelesen, dann warst Du nicht auf der Seite von Springers "Welt". Hammer.
"Wir werden immer älter". Stimmt. "Es drohen Verteilungskämpfe zwischen Alt und Jung". Aaah! Gefahr! Mütter, schließt Eure Töchter ein. Kommt jetzt der Russe? Mitnichten. "Diese bedürfen beizeiten der Steuerung, damit sie nicht das Gewebe der Gesellschaft zerreißen." Also doch nicht die Russen, die Gefahr ist beherrschbar, eine Situation gilt es zu steuern.
Genau das sage ich doch auch ständig. Die Steuern müssen rauf. Und zwar auf die immensen Gewinne aus Spekulationsgeschäften und Millioneneinkommen, dann ist die Rente wieder sicher. Aber halt - ich Dummerchen - wie kam ich denn auf das schmale Brett? "Erst wollen die Leute keine Kinder zeugen, und dann wollen sie nicht sterben".
Wie konnte ich das bloss nur falsch verstehen? Der Generationernvertrag kann so selbstverständlich nicht wie gewohnt funktionieren. Aber dass wir deshalb zwangsläufig bis 70 arbeiten müssen, um die Renten zu finanzieren, erschließt sich mir nicht. Dummes Geschwätz. Finanziert die Rente mehr aus Steuern, ihr Honks. Alles nur hohles Gefasel, dass den "Privilegierten" ihre Pfründe sichern soll.
So ein Dreck dammischer.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/neoliberalimus-die-linke-jan-korte-kritik-opfer/komplettansicht
Diesen Link habe ich über die Nachdenkseiten gefunden und kann mich der Anmerkung hierzu nur voll und ganz anschließen. Wie ich bereits letzten Monat schrieb, entfernt sich die Linke zunehmend von ihrer Basis, den Niedriglöhnern und Hartz IV Empfängern dieser Republik, egal welcher Nationalität.
Dass Leute wie Kipping oder Riexinger den Focus auf Nationalität (Flüchtlinge) legen und politischen Gegnern aus den eigenen Reihen wie Wagenknecht oder Lafontaine nationalistisches Gedankengut unterstellen, ist gelinde gesagt ein Witz; sind sie es doch, die mit genau dieser Reduzierung auf Nationalitäten – hier als Flüchtlingsschutz – ein dementsprechendes Gedankengut verbreiten.
Der Linkspartei prophezeie ich mittelfristig eine weitere Spaltung. „Realos“ wie Kipping und Co könnten mit besonnenen Resten der SPD Ansprechpartner der vielen gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in Großbetrieben sein, wenn es darum geht, die Pfründe dieser immer noch gut bezahlten Arbeiter und Angestellten auf Kosten von Leiharbeitern, Aushilfen und Zeitarbeitskräften zu sichern. Mit „linker“ Politik, die ab Ende des 19. Jahrhunderts für ca. 100 Jahre soziale Errungenschaften für alle lohnabhängigen Beschäftigten angestrebt und häufig auch erkämpft hatte, hat dies aber nichts zu tun.
Es ist halt so, dass in der sogenannten Mittelschicht mittlerweile die Facharbeiter in den Großkonzernen, soweit sie einen „Altvertrag“ ergattern konnten, angekommen sind. Der wohltuende Artikel von Jan Korte spricht eine derartige Entwicklung zwar nicht an, zeigt aber, dass es in der Linkspartei doch noch einige Verfechter der Idee einer Gesellschaft abseits vom Raubtierkapitalismus gibt.
http://www.sueddeutsche.de/politik/konflikt-mit-moskau-sergej-skripal-wird-keine-gerechtigkeit-widerfahren-1.3921474
Und weiter geht es mit der Vernebelungstaktik – jetzt mal in einem Kommentar der Süddeutschen. Der Giftanschlag an dem ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter hatte ja zur Folge, dass nicht nur Großbritannien, sondern auch die NATO Verbündeten wie USA, Frankreich und Deutschland russische Diplomaten ausgewiesen hatten. Angeblich konnten es lt. britischem Geheimdienst nur die Russen gewesen sein. Und obwohl das Gift nur in Russland hergestellt sein konnte, war der britische Geheimdienst innerhalb von Stunden in der Lage, dieses Gift, welches es im Westen nicht gibt, zu identifizieren.
Gute Arbeit, James. Jetzt der Kommentator:
„Es wäre wirklich nicht das erste Mal, dass sich Fährten der Nachrichtendienste als falsch erweisen. Anders als Putin, der im eigenen Machtbereich ungestraft lügen kann, müssten die Briten für irreführende Informationen aber eines Tages vor ihren Verbündeten gerade stehen.“
Aha. So wie beim Überfall auf den Irak 2003, als die Amerikaner und Briten Beweise aus den Reihen der Geheimdienste gehabt haben wollten, dass Saddam Hussein seinerzeit Massenvernichtungswaffen herstellen würde. Monate später musste Tony Blair kleinlaut zugeben, dass die „Koalition der Willigen“ offenbar einer Fehlinformation aufgesessen waren. Da war Hussein schon stranguliert, aber gerade stehen für diese Lügengeschichte, die Tausende mit ihrem Leben bezahlt hatten, musste weder Blair noch Herr Bush.
Derart dreist packt der Kommentator also diese Unwahrheit in seinen Kommentar, dass mir hierbei der Begriff „L-Presse“ in den Sinn kommt. Und jetzt ist es wieder der britische Geheimdienst, der das Gras wachsen hört. Anders als Gas-Gerd (Schröder) 2003, der sich seinerzeit einer Beteiligung am Krieg verweigerte und nur deshalb meine Stimme bei der Wahl 2005 erhalten hatte, war Frau Merkel sofort bereit, ins allgemeine Säbelrasseln mit einzusteigen.
Wohl wissend, dass sich eine Schuld der „Russen“ nicht beweisen lassen wird, irrlichtert der Kommentator übers Papier. Wird schon was dran sein… Warum sollten sich Merkel und Macron sonst an den Strafaktionen gegen Putin beteiligen? So streut man Gerüchte – und an einem Gerücht ist doch auch immer etwas Wahres dran! Und wir wissen genauso gut, dass der „Russe“ ein heimtückisches Wesen hat, wie der „Jude“ an sich halt auch.
Es bestürzt mich ziemlich doll, dass unsere Politiker und dazu noch die Leitmedien aufgrund einer derart dünnen Faktenlage Mutmaßungen zu Tatsachen umfunktionieren. Da drängen sich die historischen Vergleiche zur DDR und eben auch dem dritten Reich geradezu auf.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fall-skripal-guenter-verheugen-nimmt-russland-in-schutz-a-1200025.html
Günter, alte Säule! In seinem politischen Leben hatte er viel Porzellan zerschlagen, auch als EU-Kommissar. "Die Haltung, dass Putin und die Russen im Zweifel für alles verantwortlich sind, ist eine Vergiftung des Denkens, die aufhören muss".
Recht so, Günni. Er als auch Trittin sind da merkwürdigerweise einer Meinung. Es fällt zunehmend auf, dass Politiker im Ruhestand (Trittin noch nicht ganz) mit einem Mal so etwas wie ein Gewissen entwickeln und einen ungefärbten Blick auf die Welt erhaschen.
Todenhöfer ist da so ein Beispiel, aber auch Blüm und Geissler.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/carles-puigdemont-in-deutschland-es-gibt-einen-hoffnungsschimmer-a-1200002.html
Zum Abschluss noch ein Bericht zu einer weiteren Nachricht, bei der es sich leider auch um keinen Aprilscherz handelt. Der vom katalanischen Parlament gewählte Präsident Puigdemont war monatelang auf der Flucht vor den spanischen Behörden, die einen internationalen Haftbefehl erwirkt hatten. Die Anklage lautet auf Rebellion und Veruntreuung von Geldern.
Jetzt sitzt er in Neumünster in Untersuchungshaft, weil die gebrieften deutschen Grenzbeamten ihn bei Grenzübertritt verhaftet hatten. Die Dänen hatten ihn übrigens still und heimlich durchrauschen lassen, dort blieb er unbehelligt. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Dänen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine andere Geschichte hatten als wir Deutschen.
So sitzt zu diesem Zeitpunkt (Karfreitag 2018) Deutschlands erster politischer Gefangene im Knast. Wenn Puigdemont nicht aus einem EU-Staat stammen würde, hätte er Anrecht auf politisches Asyl. Nach der Neufassung des Artikels 16 a Absatz 3 des Grundgesetzes müsste er wohl nachweisen, dass in Spanien keine politische Verfolgung stattfindet.
Aber er hätte bestimmt dann eine Chance, wenn die Russen dahinterstecken, weil sie die Spanier erpressen oder so. Wenn das so laufen würde wie im Fall Skripal, dann würde die bloße Behauptung schon ausreichen.
Merke: "Es gebe keine andere plausible Erklärung dafür."
Donnerstag, 5. April 2018
Uncle Fester: grad gelesen April 2018
James Corey: Babylons Asche
Nach dem sehr guten fünften Teil bin ich ansatzlos im Expanse Universum geblieben. Dieser Band, der sechste von angeblich 9, überrascht erneut mit einer Änderung des Storyaufbaus. Man kann hier getrost auch von mehreren Handlungssträngen sprechen, diese werden aber aus der Sicht wechselnder Personen erzählt. Das bedeutet, das sich die Protagonisten jeweils abwechseln. Das gibt der Story noch mehr Tiefe, als sie ohnehin schon hat.
So schön das auch ist – man sollte schon die anderen Teile kennen, weil sonst erschlagen einen die Vielzahl der Akteure. Daneben stellt sich nun heraus, dass die Stammbesatzung der Rosinante Zuwachs bekommen hat. Bobby Draper und Clarissa Mao, Spitzname Peaches, gehören jetzt auch offiziell zum Team. Das deutete sich bereits im vorherigen Band an.
Aber zuerst betritt Michio Pa die Bühne der Handlung. Diese Frau ist Kommandantin der Connaught und hat sich mit ihrem Schiff der freien Raummarine angeschlossen. Marco Inaros hat also inzwischen die Kontrolle im Sonnensystem an sich gerissen, während sich die Erdstreitkräfte um die von dem Kometenhagel stark angegangene Erde kümmern müssen und die Reste der einst starken Flotte des Mars versuchen, einigermassen eine Struktur aufrechtzuerhalten. Michio Pa lebt an Bord der Connaught mit ihren Ehepartnern zusammen. Diese Kommune im alten Hippiestil stellt auch die Besatzung dar; während des Romans wird die Kommune dezimiert werden. Pa kapert Schiffe, die aus dem Sonnensystem in eines der 1300 erreichbaren Systeme emigrieren wollen. Von den aufgebrachten Lebensmitteln und technischen Geräten zehrt die freie Raummarine.
Mit der Zeit erkennt Michio Pa, das Marco Inaros zwar ein charismatischer Anführer ist und Leute begeistern kann, aber ansonsten unfähig ist, seine Versprechungen - freies Leben für alle Gürtler und eine gesicherte Existenz - zu halten. Inaros stellt sich auch für Pa mehr und mehr als Tyrann heraus, der davon besessen ist, Naomi zu demütigen und Holden zu töten. Dank seines grenzenlosen Hasses opfert er rücksichtslos die wenigen Ressourcen, über die die freie Raummarine verfügt.
Schweren Herzens sagt sich Michio Pa von Inaros und der freien Raummarine los und läuft insgeheim zum Feind - also der AAP des Fred Johnson, der Marsflotte und den Erdstreitkräften - über. Diese 3 ehemals im Sonnensystem wesentlichen Machtblöcke haben sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Chrisjen Avasalara hat ein Treffen der AAP auf Tycho angeregt, um das weitere Vorgehen der Gürtler gegen Inaros abzustimmen.
Die Aufgabe, Fred Johnson zum Treffen nach Tycho zu bringen, fällt natürlich der Rosinante zu. Während des Fluges von Ceres dorthin wird die Pella, das Flaggschiff von Marco Inaros, auf die Rosinante aufmerksam und heftet sich an ihre Fersen. In einem schweren Gefecht kann die Rosinante zwar entkommen, aber Fred Johnson erleidet einen Schlaganfall, bedingt durch die hohen Fliehkräfte während der Schlacht. Johnson stirbt daran und wird unter vielen Tränen beerdigt. Ein Hauptcharakter der Serie ist damit abgetreten.
Drummer, die ehemalige Sicherheitschefin von Johnson, übernimmt die Leitung der Station, während Holden statt Johnson das Treffen leitet. Anwesend ist mit Anderson Dawes ein weiteres, ehemaliges Mitglied aus dem Führungszirkel von Inaros. Dawes, ein alter Widerstandskämpfer der Gürtler, vermittelt den Kontakt zu Michio Pa, die live zugeschaltet wird.
Pa sichert Holden ihre Unterstützung gegen Inaros zu und liefert als Zeichen ihres guten Willens in der Folge mit ihren wenigen Schiffen Hilfsgüter für die unterversorgten Gürtler auf Tycho und anderswo. Mit der Zeit bröckelt der Zusammenhalt der freien Raummarine immer weiter, am Ende sagt sich selbst Filip von seinem Vater los. Als er endlich dahinterkommt, dass seine Mutter Naomi die Flucht vor Marco doch überlebt hat, mehrten sich seine Zweifel und er verläßt heimlich die Pella, um unerkannt auf einem Frachter anzuheuern. Bloß schnell weg von seinem Vater lautet seine Devise.
Im letzten Teil des Buchers kristalisiert sich die Station Medina als strategisch wichtiges Ziel heraus; bereits während des gesamten Bandes wird immer mal wieder ein Handlungsstrang um Jakulski, einem Arbeiter auf Medina, ins Spiel gebracht. Medina liegt strategisch günstig in der “langsamen Zone”, durch die alle Schiffe fliegen müssen, wenn sie durch die Ringe, also die Wurmlöcher, in andere Sonnensysteme fliegen möchten.
Inaros hat dort eine Batterie von Railguns installiert, mit denen er jedes näher kommende Schiff abschießen kann. Die Station schein unangreifbar, zumal der marsianische Ex General Duarte, der in dem fernen Sonnensystem Laconia sein eigenes Süppchen kocht, sich mit Inaros verbündet und diesen mit marsianischen Kreuzern ausgestattet hatte, weshalb Inaros überhaupt erst den Raum im Sonnensystem kontrollieren konnte.
Doch bevor die eilig zusammengezogenen Schiffe der neuen Allianz unter Führung von Holden die Station erobern bzw. die langsame Zone überhaupt betreten können, müssen Amos, Bobbie und Clarissa mit einigen AAP-Kämpfern die Railguns ausschalten und einen Landeplatz sichern, damit die Station erobert werden kann.
Während im gesamten Sonnensystem kleinere Scharmützel stattfinden, können Amos und Co die Railguns zwar ausschalten, so dass Holden die Station einnehmen kann. Aber Marco Inaros nähert sich mit einer großen Flotte. Ohne die Railguns haben Holden und seine Leute keine Chance, sich der Übermacht zu erwehren. Dieser träumt bereits davon, nach der Eroberung von Medina auch die Kolonien in den anderen Sonnensystemen zu erobern.
Doch Naomi hat eine Lösung parat. Zur gleichen Zeit, in der Inaros mit seiner Flotte das Ringtor zur langsamen Zone passiert, schickt sie einen alten Frachter in Gegenrichtung durch das Tor und überlädt dieses dank einer Explosion. Die Flotte von Inaros verschwindet im Nirvana wie so viele Kolonistenschiffe vorher, was in diesem Roman zuvor immer schon angesprochen wurde, aber nicht aufzulösen war.
Diese Schiffe schienen von einer unbekannten Macht förmlich gefressen worden zu sein - warten wir also auf Band 7 der Reihe. Um die Gürtler endlich zu einen, schlägt Avasarala Holden als Präsidenten des Gürtels vor. Der aber lehnt dankend ab und bringt Michio Pa ins Spiel, die dadurch ihre verdiente Belohnung für den Verrat an Inaros erhält.
Im Epilog werden neue Personen - Siedler - vorgestellt, die zur Kolonie auf Eudoxia unterwegs sind. Ob Anna und Nami aber eine wesentliche Rolle im nächsten Band spielen werden, bleibt abzuwarten. Bei Saladin scheint es sich dagegen um Filip zu handeln, das lässt noch einiges erwarten. Der Handlungsstrang mit Prax auf Ganymed dagegen läuft vollkommen an der Story vorbei. Der Wissenschaftler, der in der zweiten Fernsehstaffel bzw. seine Tochter suchte, fällt lediglich durch das Sichern einer wissenschaftlichen Partition auf einem Computer auf.
Man muss schon tief in dieses Universum eintauchen - für Serienfreaks sollte dies kein Problem darstellen. Auch hier gilt: Dank der TV Serie hat man bei den einzelnen Akteuren sofort ein Bild vor Augen. Und der sich eigentlich langsam entwickelnde Plot hält Dich bei der Stange. Denn Du willst schon wissen, wie die Story weitergeht. Ich denke, Band 7 erscheint noch dieses Jahr. Eventuell vor der 3. Staffel der TV Serie?
Ich bin gespannt.
Aber zuerst betritt Michio Pa die Bühne der Handlung. Diese Frau ist Kommandantin der Connaught und hat sich mit ihrem Schiff der freien Raummarine angeschlossen. Marco Inaros hat also inzwischen die Kontrolle im Sonnensystem an sich gerissen, während sich die Erdstreitkräfte um die von dem Kometenhagel stark angegangene Erde kümmern müssen und die Reste der einst starken Flotte des Mars versuchen, einigermassen eine Struktur aufrechtzuerhalten. Michio Pa lebt an Bord der Connaught mit ihren Ehepartnern zusammen. Diese Kommune im alten Hippiestil stellt auch die Besatzung dar; während des Romans wird die Kommune dezimiert werden. Pa kapert Schiffe, die aus dem Sonnensystem in eines der 1300 erreichbaren Systeme emigrieren wollen. Von den aufgebrachten Lebensmitteln und technischen Geräten zehrt die freie Raummarine.
Mit der Zeit erkennt Michio Pa, das Marco Inaros zwar ein charismatischer Anführer ist und Leute begeistern kann, aber ansonsten unfähig ist, seine Versprechungen - freies Leben für alle Gürtler und eine gesicherte Existenz - zu halten. Inaros stellt sich auch für Pa mehr und mehr als Tyrann heraus, der davon besessen ist, Naomi zu demütigen und Holden zu töten. Dank seines grenzenlosen Hasses opfert er rücksichtslos die wenigen Ressourcen, über die die freie Raummarine verfügt.
Schweren Herzens sagt sich Michio Pa von Inaros und der freien Raummarine los und läuft insgeheim zum Feind - also der AAP des Fred Johnson, der Marsflotte und den Erdstreitkräften - über. Diese 3 ehemals im Sonnensystem wesentlichen Machtblöcke haben sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Chrisjen Avasalara hat ein Treffen der AAP auf Tycho angeregt, um das weitere Vorgehen der Gürtler gegen Inaros abzustimmen.
Die Aufgabe, Fred Johnson zum Treffen nach Tycho zu bringen, fällt natürlich der Rosinante zu. Während des Fluges von Ceres dorthin wird die Pella, das Flaggschiff von Marco Inaros, auf die Rosinante aufmerksam und heftet sich an ihre Fersen. In einem schweren Gefecht kann die Rosinante zwar entkommen, aber Fred Johnson erleidet einen Schlaganfall, bedingt durch die hohen Fliehkräfte während der Schlacht. Johnson stirbt daran und wird unter vielen Tränen beerdigt. Ein Hauptcharakter der Serie ist damit abgetreten.
Drummer, die ehemalige Sicherheitschefin von Johnson, übernimmt die Leitung der Station, während Holden statt Johnson das Treffen leitet. Anwesend ist mit Anderson Dawes ein weiteres, ehemaliges Mitglied aus dem Führungszirkel von Inaros. Dawes, ein alter Widerstandskämpfer der Gürtler, vermittelt den Kontakt zu Michio Pa, die live zugeschaltet wird.
Pa sichert Holden ihre Unterstützung gegen Inaros zu und liefert als Zeichen ihres guten Willens in der Folge mit ihren wenigen Schiffen Hilfsgüter für die unterversorgten Gürtler auf Tycho und anderswo. Mit der Zeit bröckelt der Zusammenhalt der freien Raummarine immer weiter, am Ende sagt sich selbst Filip von seinem Vater los. Als er endlich dahinterkommt, dass seine Mutter Naomi die Flucht vor Marco doch überlebt hat, mehrten sich seine Zweifel und er verläßt heimlich die Pella, um unerkannt auf einem Frachter anzuheuern. Bloß schnell weg von seinem Vater lautet seine Devise.
Im letzten Teil des Buchers kristalisiert sich die Station Medina als strategisch wichtiges Ziel heraus; bereits während des gesamten Bandes wird immer mal wieder ein Handlungsstrang um Jakulski, einem Arbeiter auf Medina, ins Spiel gebracht. Medina liegt strategisch günstig in der “langsamen Zone”, durch die alle Schiffe fliegen müssen, wenn sie durch die Ringe, also die Wurmlöcher, in andere Sonnensysteme fliegen möchten.
Inaros hat dort eine Batterie von Railguns installiert, mit denen er jedes näher kommende Schiff abschießen kann. Die Station schein unangreifbar, zumal der marsianische Ex General Duarte, der in dem fernen Sonnensystem Laconia sein eigenes Süppchen kocht, sich mit Inaros verbündet und diesen mit marsianischen Kreuzern ausgestattet hatte, weshalb Inaros überhaupt erst den Raum im Sonnensystem kontrollieren konnte.
Doch bevor die eilig zusammengezogenen Schiffe der neuen Allianz unter Führung von Holden die Station erobern bzw. die langsame Zone überhaupt betreten können, müssen Amos, Bobbie und Clarissa mit einigen AAP-Kämpfern die Railguns ausschalten und einen Landeplatz sichern, damit die Station erobert werden kann.
Während im gesamten Sonnensystem kleinere Scharmützel stattfinden, können Amos und Co die Railguns zwar ausschalten, so dass Holden die Station einnehmen kann. Aber Marco Inaros nähert sich mit einer großen Flotte. Ohne die Railguns haben Holden und seine Leute keine Chance, sich der Übermacht zu erwehren. Dieser träumt bereits davon, nach der Eroberung von Medina auch die Kolonien in den anderen Sonnensystemen zu erobern.
Doch Naomi hat eine Lösung parat. Zur gleichen Zeit, in der Inaros mit seiner Flotte das Ringtor zur langsamen Zone passiert, schickt sie einen alten Frachter in Gegenrichtung durch das Tor und überlädt dieses dank einer Explosion. Die Flotte von Inaros verschwindet im Nirvana wie so viele Kolonistenschiffe vorher, was in diesem Roman zuvor immer schon angesprochen wurde, aber nicht aufzulösen war.
Diese Schiffe schienen von einer unbekannten Macht förmlich gefressen worden zu sein - warten wir also auf Band 7 der Reihe. Um die Gürtler endlich zu einen, schlägt Avasarala Holden als Präsidenten des Gürtels vor. Der aber lehnt dankend ab und bringt Michio Pa ins Spiel, die dadurch ihre verdiente Belohnung für den Verrat an Inaros erhält.
Im Epilog werden neue Personen - Siedler - vorgestellt, die zur Kolonie auf Eudoxia unterwegs sind. Ob Anna und Nami aber eine wesentliche Rolle im nächsten Band spielen werden, bleibt abzuwarten. Bei Saladin scheint es sich dagegen um Filip zu handeln, das lässt noch einiges erwarten. Der Handlungsstrang mit Prax auf Ganymed dagegen läuft vollkommen an der Story vorbei. Der Wissenschaftler, der in der zweiten Fernsehstaffel bzw. seine Tochter suchte, fällt lediglich durch das Sichern einer wissenschaftlichen Partition auf einem Computer auf.
Man muss schon tief in dieses Universum eintauchen - für Serienfreaks sollte dies kein Problem darstellen. Auch hier gilt: Dank der TV Serie hat man bei den einzelnen Akteuren sofort ein Bild vor Augen. Und der sich eigentlich langsam entwickelnde Plot hält Dich bei der Stange. Denn Du willst schon wissen, wie die Story weitergeht. Ich denke, Band 7 erscheint noch dieses Jahr. Eventuell vor der 3. Staffel der TV Serie?
Ich bin gespannt.
Montag, 2. April 2018
Hartmudo Spezial: Mutter
26
So schnell, wie Sunny und ich uns am Telefon in die Haare kriegten, so schnell beruhigten wir uns auch wieder. Von einen auf den anderen Moment sprachen wir wieder total sachlich miteinander. Meine Löwin konnte dies nicht nachvollziehen. Sie meinte, sie könnte so etwas nicht und fand dies typisch für meine Familie.
Da hat sie natürlich recht. Meine Löwin wertet dies als eine eher negative Eigenschaft, was ich natürlich auch so unterschreiben würde. Allerdings bringt das in solchen Situationen wie im Streit mit Sunny überhaupt nichts, zumal wir noch kooperieren mussten. Die Seebestattung für Mutter stand bald an.
Die Reederei hatte sich bereits in der Vorwoche bei Berta gemeldet. Der Termin der Seebestattung würde Mittwoch, der 26. Oktober, sein. Um 11.45 Uhr sollten wir uns direkt beim Schiff am Ostpreußenkai in Travemünde einfinden. Hierüber musste ich noch mit Sunny verhandeln, ein Gespräch zwischen meinen Schwestern war zu diesem Zeitpunkt wohl schon nicht mehr machbar.
Tage wie Wochen später hatte ich diesen urplötzlichen „Stimmungsumschwung" für mich analysiert. Ich halte dies nicht für eine negative Eigenschaft, denn in meinem Beruf muss ich des öfteren Ruhe bewahren. Das fällt manchmal schwer, besonders wenn man als Arschloch beschimpft wird.
In solchen Situationen schlagen dann die Gene meiner Mutter durch, fragt meine Kolleginnen. Oder besser diejenigen meiner Kunden, die mich in der Vergangenheit des Öfteren zur Weißglut gebracht haben. Denn die stellten alle irgendwann fest, das ich nur rumschreie, wenn ich richtig genervt bin. Ansonsten bin ich eher ruhig, vor allem freundlich. Das war der Charakter meines Vaters.
Aber genug davon. Ich besprach mit Sunny noch schnell den Termin in der dann folgenden Woche in Travemünde. Auch hatte ich für Dörte und Wolfgang noch eine Kopie der Sterbeurkunde am Sonntag in Mutters Wohnung für Sunny mitgebracht, da diese die Kopien für ihre Arbeitgeber brauchten, da sie mit ihrer kleinen Tochter auch mitkommen würden.
Apropos Arbeitgeber: Eine Woche vorher beim Urlaubsantrag konnte ich den zweiten Tag Sonderurlaub wegen der Seebestattung noch in meinen Urlaub einbauen. Für den ersten Tag, den ich für die Trauerfeier genommen hätte, musste ich doch tatsächlich eine Kopie der Todesanzeige mit dranheften.
Als ob ich den Tod meiner Mutter nur vortäuschen würde, um Urlaub zu schinden. Wittkamp hatte sich deswegen mehrfach entschuldigt, ich war da eher amüsiert. Nachdenklich stimmt mich das scheinbare Misstrauen meiner Amtsleitung schon, aber wahrscheinlich machten die sich gar keine Gedanken darüber, die gingen da lediglich streng nach Vorschrift ran.
Aber Schwamm drüber. Auch das Telefonat mit Sunny ging vorbei, allerdings hatte ich nach dem Auflegen noch den ganzen Abend lang Herzklopfen, so sehr hatte mich Sunny mit ihrem Gekreische aufgeregt. Nun gut, die Kopien der Sterbeurkunden für Dörte und Wolfgang hatte sie ja bereits. Nüchtern betrachtet, ist das gegenseitige Anschreien auch nicht gerade zielführend.
Zumal der Vorwurf, das sich Berta und wahrscheinlich meine Wenigkeit gleich mit an dem Schmuck bereichert hätten, halte ich nach wie vor für eine nicht zu tolerierende und vor allem böswillige Unterstellung. Wenn Du Deinen eigenen Geschwistern so etwas zutraust, dann bist Du für rationale Erklärungen nicht mehr zugänglich.
Das klingt jetzt widersprüchlich, weil demnach könnte man ja ruhig rumpöbeln, weil es sowieso egal ist. Aber nein, das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn wir mussten noch den Haushalt auflösen und die Wohnung verkaufen, also das Erbe aufteilen. Und Mutter war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal beerdigt worden.
Und wenn ich dann mit meiner Schwester nicht vernünftig reden konnte, da sie sich übervorteilt fühlte und deshalb auf Krawall gebürstet war, musste ich notgedrungen zusehen, das die Lage nicht noch weiter eskaliert. Sunny ihrerseits dachte dies bestimmt genauso und blieb dann auch ruhig, was es uns in der Folge auch ermöglichte, die Formen zu wahren und nach außen vernünftig miteinander umzugehen, vorerst zumindest.
So hatten Sunny und ich dann auch noch fast eine Woche bis zur Seebestattung in Travemünde Zeit, um runterzukommen. Derweil freuten meine Löwin und ich uns auf Riga, was dann ja am Mittwoch losging. Morgens fuhren wir mit der Bahn nach Bremen, um dann zusammen mit Dora und Herbert nach Riga zu fliegen.
Dort hatten wir schöne eineinhalb Tage und abends immer Karten gespielt, eine Wohltat nach all dem Stress. Den Streit mit Sunny am Telefon konnte ich dabei gut vergessen, zumal meine Löwin und ich in Riga auch unseren Hochzeitstag zu feiern hatten. Hierzu gratulierte mir Sunny noch per Whatsapp, da war ich richtig baff.
Auch ich schickte in der Folge liebe Nachrichten, auch Bilder und Videos an sie. Dabei kristallisierte sich heraus, das wir beide versuchten, die Differenzen zwischen uns beizulegen, auch wenn es nur mit Ausklammern der leidigen Schmuckgeschichte ging. Zusätzlich wollten wir beide auf „schön Wetter" machen, wobei für mich sicherlich die rationelle Befürchtung maßgebend war, das Sunny ansonsten richtig dicht macht und nur noch querschießt.
Doch trotz allem Streit hatte ich das Bedürfnis des Zusammenhalts innerhalb der Familie nicht komplett aus meinem Katalog geworfen. Schon seit dem Sommer, als wir uns zusammen um Mutters Angelegenheiten kümmern mussten, hoffte ich, das uns die notwendige Zusammenarbeit wegen Mutters zunehmender Pflegebedürftigkeit ein wenig besser zusammenschweißen würde.
Diese Hoffnung erfüllte sich bislang nicht. Anstatt uns näher zu kommen, entfernten Sunny und ich uns voneinander. Das stimmt mich bis heute traurig, zumal ich mehr und mehr den Eindruck gewinnen musste, das es Sunny ihrerseits eben nicht so ging. Die zog wie weiland unsere Mutter ihr Ding auf Teufel komm raus durch. Ob dadurch die Familie zerstört wird, war ihr egal. Schuld haben da eh nur die Anderen.
Derweil ging die erste Woche unseres Urlaubs dem Ende entgegen. Meine Löwin und ich kehrten am Freitag erst gegen 23.00 Uhr aus Riga nach Hause zurück; die lange Wartezeit am Omnibusbahnhof in Bremen auf den verspäteten Bus hatte uns zermürbt. Dennoch fuhren wir bereits am nächsten gegen Tag zu Kroll und Jenny.
Nur ein paar Stunden hatten wir Zeit, um unsere Koffer neu zu packen und die beiden über einen Zwischenstopp bei der Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Auf der Buchmesse wollte ich zum Stand von epubli, da diese ein Foto von mir mit meinem Buch über die Fussball EM (Warum spielt denn der Poldi nicht?) ausstellen wollten. Kaufen könnt Ihr das lesenswerte Buch über epubli direkt oder auch bei Amazon.
Nicht so müde, liebe Leute! Kauft es und macht mich reich.
So schnell, wie Sunny und ich uns am Telefon in die Haare kriegten, so schnell beruhigten wir uns auch wieder. Von einen auf den anderen Moment sprachen wir wieder total sachlich miteinander. Meine Löwin konnte dies nicht nachvollziehen. Sie meinte, sie könnte so etwas nicht und fand dies typisch für meine Familie.
Da hat sie natürlich recht. Meine Löwin wertet dies als eine eher negative Eigenschaft, was ich natürlich auch so unterschreiben würde. Allerdings bringt das in solchen Situationen wie im Streit mit Sunny überhaupt nichts, zumal wir noch kooperieren mussten. Die Seebestattung für Mutter stand bald an.
Die Reederei hatte sich bereits in der Vorwoche bei Berta gemeldet. Der Termin der Seebestattung würde Mittwoch, der 26. Oktober, sein. Um 11.45 Uhr sollten wir uns direkt beim Schiff am Ostpreußenkai in Travemünde einfinden. Hierüber musste ich noch mit Sunny verhandeln, ein Gespräch zwischen meinen Schwestern war zu diesem Zeitpunkt wohl schon nicht mehr machbar.
Tage wie Wochen später hatte ich diesen urplötzlichen „Stimmungsumschwung" für mich analysiert. Ich halte dies nicht für eine negative Eigenschaft, denn in meinem Beruf muss ich des öfteren Ruhe bewahren. Das fällt manchmal schwer, besonders wenn man als Arschloch beschimpft wird.
In solchen Situationen schlagen dann die Gene meiner Mutter durch, fragt meine Kolleginnen. Oder besser diejenigen meiner Kunden, die mich in der Vergangenheit des Öfteren zur Weißglut gebracht haben. Denn die stellten alle irgendwann fest, das ich nur rumschreie, wenn ich richtig genervt bin. Ansonsten bin ich eher ruhig, vor allem freundlich. Das war der Charakter meines Vaters.
Aber genug davon. Ich besprach mit Sunny noch schnell den Termin in der dann folgenden Woche in Travemünde. Auch hatte ich für Dörte und Wolfgang noch eine Kopie der Sterbeurkunde am Sonntag in Mutters Wohnung für Sunny mitgebracht, da diese die Kopien für ihre Arbeitgeber brauchten, da sie mit ihrer kleinen Tochter auch mitkommen würden.
Apropos Arbeitgeber: Eine Woche vorher beim Urlaubsantrag konnte ich den zweiten Tag Sonderurlaub wegen der Seebestattung noch in meinen Urlaub einbauen. Für den ersten Tag, den ich für die Trauerfeier genommen hätte, musste ich doch tatsächlich eine Kopie der Todesanzeige mit dranheften.
Als ob ich den Tod meiner Mutter nur vortäuschen würde, um Urlaub zu schinden. Wittkamp hatte sich deswegen mehrfach entschuldigt, ich war da eher amüsiert. Nachdenklich stimmt mich das scheinbare Misstrauen meiner Amtsleitung schon, aber wahrscheinlich machten die sich gar keine Gedanken darüber, die gingen da lediglich streng nach Vorschrift ran.
Aber Schwamm drüber. Auch das Telefonat mit Sunny ging vorbei, allerdings hatte ich nach dem Auflegen noch den ganzen Abend lang Herzklopfen, so sehr hatte mich Sunny mit ihrem Gekreische aufgeregt. Nun gut, die Kopien der Sterbeurkunden für Dörte und Wolfgang hatte sie ja bereits. Nüchtern betrachtet, ist das gegenseitige Anschreien auch nicht gerade zielführend.
Zumal der Vorwurf, das sich Berta und wahrscheinlich meine Wenigkeit gleich mit an dem Schmuck bereichert hätten, halte ich nach wie vor für eine nicht zu tolerierende und vor allem böswillige Unterstellung. Wenn Du Deinen eigenen Geschwistern so etwas zutraust, dann bist Du für rationale Erklärungen nicht mehr zugänglich.
Das klingt jetzt widersprüchlich, weil demnach könnte man ja ruhig rumpöbeln, weil es sowieso egal ist. Aber nein, das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn wir mussten noch den Haushalt auflösen und die Wohnung verkaufen, also das Erbe aufteilen. Und Mutter war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal beerdigt worden.
Und wenn ich dann mit meiner Schwester nicht vernünftig reden konnte, da sie sich übervorteilt fühlte und deshalb auf Krawall gebürstet war, musste ich notgedrungen zusehen, das die Lage nicht noch weiter eskaliert. Sunny ihrerseits dachte dies bestimmt genauso und blieb dann auch ruhig, was es uns in der Folge auch ermöglichte, die Formen zu wahren und nach außen vernünftig miteinander umzugehen, vorerst zumindest.
So hatten Sunny und ich dann auch noch fast eine Woche bis zur Seebestattung in Travemünde Zeit, um runterzukommen. Derweil freuten meine Löwin und ich uns auf Riga, was dann ja am Mittwoch losging. Morgens fuhren wir mit der Bahn nach Bremen, um dann zusammen mit Dora und Herbert nach Riga zu fliegen.
Dort hatten wir schöne eineinhalb Tage und abends immer Karten gespielt, eine Wohltat nach all dem Stress. Den Streit mit Sunny am Telefon konnte ich dabei gut vergessen, zumal meine Löwin und ich in Riga auch unseren Hochzeitstag zu feiern hatten. Hierzu gratulierte mir Sunny noch per Whatsapp, da war ich richtig baff.
Auch ich schickte in der Folge liebe Nachrichten, auch Bilder und Videos an sie. Dabei kristallisierte sich heraus, das wir beide versuchten, die Differenzen zwischen uns beizulegen, auch wenn es nur mit Ausklammern der leidigen Schmuckgeschichte ging. Zusätzlich wollten wir beide auf „schön Wetter" machen, wobei für mich sicherlich die rationelle Befürchtung maßgebend war, das Sunny ansonsten richtig dicht macht und nur noch querschießt.
Doch trotz allem Streit hatte ich das Bedürfnis des Zusammenhalts innerhalb der Familie nicht komplett aus meinem Katalog geworfen. Schon seit dem Sommer, als wir uns zusammen um Mutters Angelegenheiten kümmern mussten, hoffte ich, das uns die notwendige Zusammenarbeit wegen Mutters zunehmender Pflegebedürftigkeit ein wenig besser zusammenschweißen würde.
Diese Hoffnung erfüllte sich bislang nicht. Anstatt uns näher zu kommen, entfernten Sunny und ich uns voneinander. Das stimmt mich bis heute traurig, zumal ich mehr und mehr den Eindruck gewinnen musste, das es Sunny ihrerseits eben nicht so ging. Die zog wie weiland unsere Mutter ihr Ding auf Teufel komm raus durch. Ob dadurch die Familie zerstört wird, war ihr egal. Schuld haben da eh nur die Anderen.
Derweil ging die erste Woche unseres Urlaubs dem Ende entgegen. Meine Löwin und ich kehrten am Freitag erst gegen 23.00 Uhr aus Riga nach Hause zurück; die lange Wartezeit am Omnibusbahnhof in Bremen auf den verspäteten Bus hatte uns zermürbt. Dennoch fuhren wir bereits am nächsten gegen Tag zu Kroll und Jenny.
Nur ein paar Stunden hatten wir Zeit, um unsere Koffer neu zu packen und die beiden über einen Zwischenstopp bei der Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Auf der Buchmesse wollte ich zum Stand von epubli, da diese ein Foto von mir mit meinem Buch über die Fussball EM (Warum spielt denn der Poldi nicht?) ausstellen wollten. Kaufen könnt Ihr das lesenswerte Buch über epubli direkt oder auch bei Amazon.
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Sonntag, 1. April 2018
Hartmudo Spezial: Mutter
25
Es war das erste Treffen in Mutters Wohnung nach ihrem Tod. Meine Löwin und ich relaxten hinterher am Nachmittag – das war unbedingt nötig. Denn abends war wieder Kegeln mit den Trantüten angesagt, und am nächsten Tag hatte ich noch den Termin bei meiner Rheumatologin, damit ja keine Langeweile aufkommt.
Zwischendurch rief mich Berta an und schildere mir ihre Irritation. Ich hatte ihr vorgeworfen, das Bud und sie Geld von unseren Eltern für ein Auto bekommen hätten. Das stimmte gar nicht, Berta war den ganzen Tag deswegen fix und foxi. Ich erklärte ihr, das ich das lediglich als Beispiel gebracht hatte, um zu verdeutlichen, das wir alle etwas bekommen hätten und wir das jetzt nicht mehr aufrechnen sollten. Diese Argument sah sie ein, Berta beruhigte sich daraufhin.
Wesentlich war jetzt die Beantragung der Testamentseröffnung beim Amtsgericht und die Info vom Grundbuchamt. War Mutter wirklich die Eigentümerin der Wohnung? Das Prozedere zur Umschreibung der Wohnung auf uns Kinder hatte ich bereits in der Vorwoche beim Amtsgericht erfragt.
Es beginnt mit einem Antrag beim Amtsgericht auf Testamentseröffnung; den Vordruck dazu gibt es im Netz. Wichtig hierbei: Die Vermögensaufstellung wird nachgereicht! Denn die Höhe kannten wir ja nicht. Das Original einer Sterbeurkunde ist beizufügen und natürlich die Verwandten anzugeben, sprich uns drei Kinder.
Das beim Amtsgericht hinterlegte Testament wird dann vom Rechtspfleger gecheckt und anschließend folgt die Eröffnung durch Zusendung des Testaments an uns Kinder. Das Protokoll der Testamentseröffnung ist abschließend mit einer Sterbeurkunde an das Grundbuchamt zu schicken. Selbstverständlich formlos, ein kurzes Schreiben bei Nennung der Mitglieder der Erbengemeinschaft sowie Grundbuch- und Blattnummer sollte allerdings drin stehen.
Alsdann wird das entsprechende Grundbuch kostenfrei auf die Erbengemeinschaft umgeschrieben. Auch dies hatte ich beim Grundbuchamt erfragt, und zwar am Tag nach dem Treffen in der Wohnung von Mutter. Denn das Fehlen eines Kaufvertrages kam mir schon spanisch vor. Aber die Mitarbeiterin des Gerichts konnte mich dahingehend beruhigen, dass Mutter tatsächlich als Eigentümerin im Grundbuch stand.
Den beschriebenen Antrag auf Umschreibung des Grundbuchs sollte ich zuschicken, dann würde das gemacht und uns schriftlich bestätigt werden. Am Telefon war sie noch so freundlich, mir das Grundbuch nebst Blatt zu nennen. Da war für mich dann alles tutti und ich war entsprechend beruhigt. In den folgenden Tagen bis zu unserem Flug nach Riga kümmerte ich mich um die diversen Kündigungen von GEZ, Telekom usw., auf das mir keine meiner Schwestern Untätigkeit nachsagen konnte.
Aber Lust auf die Aktion hatte ich ganz und gar nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben, die letzten Wochen waren anstrengend genug gewesen. Stattdessen hockte ich vor dem Rechner und schrieb Versicherungen wie auch Telekom an, der Hausverwaltung musste ich auch noch Bescheid sagen. Nebenbei Koffer für Riga packen... Wunderbar.
Ich weiß nicht mehr, ob es an dem Montag oder am Dienstag war, aber Berta rief mich zuerst an. Sunny hatte sich bei ihr gemeldet und wäre am Telefon sehr aggressiv, ja hysterisch gewesen. Wir hätten den Schmuck nicht aus der Wohnung nehmen sollen, das nahm sie uns offenbar übel.
Genaueres hierzu sollte mir Sunny danach selbst erzählen, deshalb erwähne ich an dieser Stelle einen anderen Punkt, der mir extrem sauer aufstieß. Berta hatte von Sunny gehört, das diese sich an der Anwesenheit von „Meine Löwin ihre Verwandten", sprich Frida, Harald, Danny, Dora und Herbert bei der Trauerfeier und dem anschließenden Imbiss im La Vita mokierte.
Da war ich baff, was fiel Sunny da nur ein? Schließlich hatte sie selbst mit Frankie und Grace zwei ihrer Nachbarn mitgebracht. Und wann Reiners Bruder nebst seiner Frau unsere Mutter das letzte Mal gesehen hatten, wissen diese wahrscheinlich selbst nicht. Da war der Kontakt von Mutter zum „Anhang" von meiner Löwin, und damit von mir, wesentlich intensiver gewesen.
Zumindest bis zum Tode von Walter. Kurz danach war Mutter sogar noch mit uns sowie Dora und Herbert in Hamburg zum Essen „Scholle satt" in Hamburg gewesen. Erst nach dem Streit zwischen Mutter und mir fielen diese Kontakte weg. Und das Mutter danach öfters mal von Rainer oder Sunny zu sich nach Hause abgeholt geworden wäre, hat Sunny in all der Zeit dankenswerterweise nie behauptet. Denn das hätte ich ihr nun wirklich nicht glauben können, soviel steht mal fest.
Kurz nach dem Gespräch mit Berta hatte ich mich gerade wieder beruhigt, da rief Sunny auch schon an. Mit lauter Stimme beklagte sie sich darüber, das „wir", also Berta und ich, die Wertsachen, vor allem den Schmuck, aus der Wohnung von Mutter geholt hätten. So etwas würde sich nicht gehören, das hatten ihr auch „alle Leute" bestätigt, denen sie davon erzählt hatte.
Ich versuchte ihr, zuerst noch mit ruhigen Worten, zu erklären, das Mutter ja noch am Totenbett beklaut worden war und das die Masche mit dem Leerräumen von Wohnungen während einer Trauerfeier bekannt ist, da wird immer wieder vor gewarnt. Mir ist bis heute nicht klar, wieso Sunny diesen Zusammenhang nicht begreifen wollte, zumal sie selbst sich am meisten darüber aufgeregt hatte und eine Anzeige stellen wollen… Halt, die Anzeige „durfte“ ich ja machen, was ich mzum Glück nicht gemacht hatte. Wäre eine unnütze Aktion gewesen.
Und das irgendwelche anderen Leute (Frankie und Grace?) dies auch nicht gesehen haben sollten, glaube ich nur unter der Prämisse, das Sunny denen das entsprechend erzählt hatte. Im Laufe dieses Gesprächs erhöhte ich allmählich die Lautstärke, man kann diesbezüglich unser Gespräch mit zwei Motorradfahrern vergleichen, die vor der roten Ampel stehen und das Gas allmählich hoch drehen, um bei Grün möglichst schnell davonpreschen zu können.
Nach relativ kurzer Zeit kam Sunny endlich mit dem meiner Ansicht nach wirklichen Problem rüber, das Sunny zu schaffen machte. Ohne ihr Wissen wurden die Wertsachen entfernt, und jetzt befürchtete sie, das sich Berta etwas „unter den Nagel" gerissen hatte. Keiner hatte sie angerufen, dabei wollten wir uns doch immer informieren.
Grün! Jetzt zog ich den Gashebel voll durch. Ich brüllte sie an, das das alles Blödsinn sei. Ob ich darauf einging, warum Berta oder ich sie nicht informiert hatten, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube zwar, das ich es gemacht hatte, aber dies war eh zwecklos. Sunny redete selber mit imposanter Lautstärke weiter, während ich einfach nur noch dagegen anschrie.
Was blieb mir auch anderes übrig? Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, Sunny vorzuwerfen, sich über die Verwandten meiner Löwin beschwert zu haben. Normalerweise erzähle ich Stories, die mir Menschen über dritte Personen erzählen, nicht an diese dritten Personen weiter. Aber ich war grad so schön in Fahrt und richtig sauer. Mein Kreislauf drehte hoch, das blieb auch den ganzen Abend über so.
Was bildete sich diese Ziege überhaupt ein? Immer diese Vorwürfe, dann noch das leidige „immer wurde ich benachteiligt" Argument. Darauf reagiere ich besonders allergisch. Jahrelang hatte sich Sunny nicht um Mutter gekümmert, und kaum gibt es was zu holen, ist sie da. Selbst jetzt noch blieb die Arbeit hauptsächlich an Berta kleben, ich selbst machte schon wenig, da ich nebenbei noch arbeiten muss.Und Sunny? Die machte gar nichts - halt, stimmt nicht! Sie hatte bei Immoscout den Wert einer Immobilie in der Gegend von Mutters Wohnung grob auf 145.000 € ermittelt. Toll, wenn es ums Geld geht, ist sie da. Was mich aber hauptsächlich so in Raserei versetzte, waren diese blöden Sprüche in Richtung meiner Löwin bzw. Danny und Co. Eine Frechheit, da fühlte ich mich persönlich angegriffen. Und wer meine Frau beleidigt, braucht nicht mit meiner Rücksichtnahme zu rechnen.
Es war das erste Treffen in Mutters Wohnung nach ihrem Tod. Meine Löwin und ich relaxten hinterher am Nachmittag – das war unbedingt nötig. Denn abends war wieder Kegeln mit den Trantüten angesagt, und am nächsten Tag hatte ich noch den Termin bei meiner Rheumatologin, damit ja keine Langeweile aufkommt.
Zwischendurch rief mich Berta an und schildere mir ihre Irritation. Ich hatte ihr vorgeworfen, das Bud und sie Geld von unseren Eltern für ein Auto bekommen hätten. Das stimmte gar nicht, Berta war den ganzen Tag deswegen fix und foxi. Ich erklärte ihr, das ich das lediglich als Beispiel gebracht hatte, um zu verdeutlichen, das wir alle etwas bekommen hätten und wir das jetzt nicht mehr aufrechnen sollten. Diese Argument sah sie ein, Berta beruhigte sich daraufhin.
Wesentlich war jetzt die Beantragung der Testamentseröffnung beim Amtsgericht und die Info vom Grundbuchamt. War Mutter wirklich die Eigentümerin der Wohnung? Das Prozedere zur Umschreibung der Wohnung auf uns Kinder hatte ich bereits in der Vorwoche beim Amtsgericht erfragt.
Es beginnt mit einem Antrag beim Amtsgericht auf Testamentseröffnung; den Vordruck dazu gibt es im Netz. Wichtig hierbei: Die Vermögensaufstellung wird nachgereicht! Denn die Höhe kannten wir ja nicht. Das Original einer Sterbeurkunde ist beizufügen und natürlich die Verwandten anzugeben, sprich uns drei Kinder.
Das beim Amtsgericht hinterlegte Testament wird dann vom Rechtspfleger gecheckt und anschließend folgt die Eröffnung durch Zusendung des Testaments an uns Kinder. Das Protokoll der Testamentseröffnung ist abschließend mit einer Sterbeurkunde an das Grundbuchamt zu schicken. Selbstverständlich formlos, ein kurzes Schreiben bei Nennung der Mitglieder der Erbengemeinschaft sowie Grundbuch- und Blattnummer sollte allerdings drin stehen.
Alsdann wird das entsprechende Grundbuch kostenfrei auf die Erbengemeinschaft umgeschrieben. Auch dies hatte ich beim Grundbuchamt erfragt, und zwar am Tag nach dem Treffen in der Wohnung von Mutter. Denn das Fehlen eines Kaufvertrages kam mir schon spanisch vor. Aber die Mitarbeiterin des Gerichts konnte mich dahingehend beruhigen, dass Mutter tatsächlich als Eigentümerin im Grundbuch stand.
Den beschriebenen Antrag auf Umschreibung des Grundbuchs sollte ich zuschicken, dann würde das gemacht und uns schriftlich bestätigt werden. Am Telefon war sie noch so freundlich, mir das Grundbuch nebst Blatt zu nennen. Da war für mich dann alles tutti und ich war entsprechend beruhigt. In den folgenden Tagen bis zu unserem Flug nach Riga kümmerte ich mich um die diversen Kündigungen von GEZ, Telekom usw., auf das mir keine meiner Schwestern Untätigkeit nachsagen konnte.
Aber Lust auf die Aktion hatte ich ganz und gar nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben, die letzten Wochen waren anstrengend genug gewesen. Stattdessen hockte ich vor dem Rechner und schrieb Versicherungen wie auch Telekom an, der Hausverwaltung musste ich auch noch Bescheid sagen. Nebenbei Koffer für Riga packen... Wunderbar.
Ich weiß nicht mehr, ob es an dem Montag oder am Dienstag war, aber Berta rief mich zuerst an. Sunny hatte sich bei ihr gemeldet und wäre am Telefon sehr aggressiv, ja hysterisch gewesen. Wir hätten den Schmuck nicht aus der Wohnung nehmen sollen, das nahm sie uns offenbar übel.
Genaueres hierzu sollte mir Sunny danach selbst erzählen, deshalb erwähne ich an dieser Stelle einen anderen Punkt, der mir extrem sauer aufstieß. Berta hatte von Sunny gehört, das diese sich an der Anwesenheit von „Meine Löwin ihre Verwandten", sprich Frida, Harald, Danny, Dora und Herbert bei der Trauerfeier und dem anschließenden Imbiss im La Vita mokierte.
Da war ich baff, was fiel Sunny da nur ein? Schließlich hatte sie selbst mit Frankie und Grace zwei ihrer Nachbarn mitgebracht. Und wann Reiners Bruder nebst seiner Frau unsere Mutter das letzte Mal gesehen hatten, wissen diese wahrscheinlich selbst nicht. Da war der Kontakt von Mutter zum „Anhang" von meiner Löwin, und damit von mir, wesentlich intensiver gewesen.
Zumindest bis zum Tode von Walter. Kurz danach war Mutter sogar noch mit uns sowie Dora und Herbert in Hamburg zum Essen „Scholle satt" in Hamburg gewesen. Erst nach dem Streit zwischen Mutter und mir fielen diese Kontakte weg. Und das Mutter danach öfters mal von Rainer oder Sunny zu sich nach Hause abgeholt geworden wäre, hat Sunny in all der Zeit dankenswerterweise nie behauptet. Denn das hätte ich ihr nun wirklich nicht glauben können, soviel steht mal fest.
Kurz nach dem Gespräch mit Berta hatte ich mich gerade wieder beruhigt, da rief Sunny auch schon an. Mit lauter Stimme beklagte sie sich darüber, das „wir", also Berta und ich, die Wertsachen, vor allem den Schmuck, aus der Wohnung von Mutter geholt hätten. So etwas würde sich nicht gehören, das hatten ihr auch „alle Leute" bestätigt, denen sie davon erzählt hatte.
Ich versuchte ihr, zuerst noch mit ruhigen Worten, zu erklären, das Mutter ja noch am Totenbett beklaut worden war und das die Masche mit dem Leerräumen von Wohnungen während einer Trauerfeier bekannt ist, da wird immer wieder vor gewarnt. Mir ist bis heute nicht klar, wieso Sunny diesen Zusammenhang nicht begreifen wollte, zumal sie selbst sich am meisten darüber aufgeregt hatte und eine Anzeige stellen wollen… Halt, die Anzeige „durfte“ ich ja machen, was ich mzum Glück nicht gemacht hatte. Wäre eine unnütze Aktion gewesen.
Und das irgendwelche anderen Leute (Frankie und Grace?) dies auch nicht gesehen haben sollten, glaube ich nur unter der Prämisse, das Sunny denen das entsprechend erzählt hatte. Im Laufe dieses Gesprächs erhöhte ich allmählich die Lautstärke, man kann diesbezüglich unser Gespräch mit zwei Motorradfahrern vergleichen, die vor der roten Ampel stehen und das Gas allmählich hoch drehen, um bei Grün möglichst schnell davonpreschen zu können.
Nach relativ kurzer Zeit kam Sunny endlich mit dem meiner Ansicht nach wirklichen Problem rüber, das Sunny zu schaffen machte. Ohne ihr Wissen wurden die Wertsachen entfernt, und jetzt befürchtete sie, das sich Berta etwas „unter den Nagel" gerissen hatte. Keiner hatte sie angerufen, dabei wollten wir uns doch immer informieren.
Grün! Jetzt zog ich den Gashebel voll durch. Ich brüllte sie an, das das alles Blödsinn sei. Ob ich darauf einging, warum Berta oder ich sie nicht informiert hatten, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube zwar, das ich es gemacht hatte, aber dies war eh zwecklos. Sunny redete selber mit imposanter Lautstärke weiter, während ich einfach nur noch dagegen anschrie.
Was blieb mir auch anderes übrig? Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, Sunny vorzuwerfen, sich über die Verwandten meiner Löwin beschwert zu haben. Normalerweise erzähle ich Stories, die mir Menschen über dritte Personen erzählen, nicht an diese dritten Personen weiter. Aber ich war grad so schön in Fahrt und richtig sauer. Mein Kreislauf drehte hoch, das blieb auch den ganzen Abend über so.
Was bildete sich diese Ziege überhaupt ein? Immer diese Vorwürfe, dann noch das leidige „immer wurde ich benachteiligt" Argument. Darauf reagiere ich besonders allergisch. Jahrelang hatte sich Sunny nicht um Mutter gekümmert, und kaum gibt es was zu holen, ist sie da. Selbst jetzt noch blieb die Arbeit hauptsächlich an Berta kleben, ich selbst machte schon wenig, da ich nebenbei noch arbeiten muss.Und Sunny? Die machte gar nichts - halt, stimmt nicht! Sie hatte bei Immoscout den Wert einer Immobilie in der Gegend von Mutters Wohnung grob auf 145.000 € ermittelt. Toll, wenn es ums Geld geht, ist sie da. Was mich aber hauptsächlich so in Raserei versetzte, waren diese blöden Sprüche in Richtung meiner Löwin bzw. Danny und Co. Eine Frechheit, da fühlte ich mich persönlich angegriffen. Und wer meine Frau beleidigt, braucht nicht mit meiner Rücksichtnahme zu rechnen.
Freitag, 30. März 2018
Hartmudo Spezial: Mutter
24
Ich bin heute der Meinung, das dieses erste fiese Telefonat mit Sunny in der Woche nach dem ersten Treffen in Mutters Wohnung nach ihrem Tod stattfand. Irgendwann inmitten der Woche halt. Aber reden wir erst einmal über das Treffen in Mutters Wohnung am 16. Oktober, also dem Beginn des Jahresurlaubs von meiner Löwin und mir.
Dieser begann - da gehe ich kurz noch einen Tag zusätzlich zurück - mit dem Gartenarbeitstermin unserer Hauseigentümergemeinschaft. Hierbei konnte meine Löwin wegen Rücken oder Knie nicht teilnehmen, so das ich den ganzen „Spaß" für mich alleine hatte. Abgekämpft war ich endlich gegen 16.00 Uhr fertig, nachdem ich stundenlang die Hecke bearbeitet hatte.
Meine Löwin hatte derweil alles für den Abend vorbereitet. Dora und Herbert kamen wohl zum Spielen vorbei, schließlich spielen wir auf Kasse. Und auch wenn unsere Tour aus eben dieser Kasse in der nächsten Woche stattfinden würde - 2 Nächte Riga waren angesagt, konnten wir etwas Moos im Port-Juch-he immer gebrauchen.
Am nächsten Morgen, also am Sonntag, hatten meine Löwin und ich auch nicht viel Zeit , um ausgiebig zu frühstücken. Ich denke so gegen 10.00 Uhr trafen wir uns mit meinen Schwestern samt Männern in Mutters Wohnung. Zum ersten Mal seit Mutters Tod betrat ich diese Wohnung.
Sunny war da schon ein- bis zweimal dort gewesen, als Mutter noch in der Reuterstraße war, weil sie die Handwerker wegen des Balkonumbaus reinlassen musste. Auch Berta hatte irgendwann von Mutter einen Schlüssel bekommen und, wie bereits geschildert, den Schmuck und andere wertvolle Sachen aus Sicherheitsgründen entfernt.
Ich dagegen hatte als einziger von uns Geschwistern keinen Schlüssel für die Wohnung. Wie auch bei allen weiteren Treffen bis Anfang Dezember warteten wir 3 brav in unseren Autos, bis auch wirklich alle da waren. Zusammen gingen wir dann die 3 Stockwerke hinauf in die Wohnung, anfangs noch erzählend, später schweigend bzw. sich gegenseitig anfeindend.
An diesem Termin wollten wir zunächst nur gucken, was an Unterlagen in der Wohnung zu finden sein würde. Berta benötigte vor allem die Unterlagen für die Steuererklärung, die noch für 2016 zu machen war, obwohl Mutter ja gerade gestorben war. Der Fiskus kennt da kein Pardon.
Außerdem suchten wir noch Versicherungsunternehmen, Kontoauszüge etc., das benötigte ich zum kündigen evtl. noch weiterer Versicherungen. Die Hausverwaltung wie auch BS Energy musste ich von Mutters Tod ebenfalls noch informieren. Hierzu sichteten Sunny und ich die Leitz Ordner mit den ganzen Unterlagen.
Unter anderem fand ich ein kleines Notizbuch, das noch unser Vater angefangen hatte. Dort standen all die Beträge drin, die meine Eltern uns Kindern noch zu deren Lebzeiten gegeben hatten, als wir jeweils Geld brauchten. Bei mir waren das über 2 bis 3 Jahre eine monatliche Unterstützung von 400,- DM, da ich wegen des Sozialpädagogikstudiums von der Arbeitslosenhilfe ausgeschlossen worden war. Das war der Betrag gewesen, den Vater von der Steuer absetzen konnte.
Viel mehr, außer nem Hunnie mal zwischendurch, hatte ich nie erhalten. Reiner z.B. hatte einmal 2000,- DM für ein neues Auto bekommen, ansonsten gab es wohl noch Geld wegen der Pferde etc. Was Berta gekriegt hätte, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall hatte meine Mutter das Notizbuch nach Vaters Tod weiter geführt.
Generös hielt ich einen kleinen Vortrag und erwähnte die Zahlungen, soweit ich davon wusste. Ins Buch selbst schaute ich hierbei nicht, trotzdem erwähnte ich imaginäre Zahlungen für Berta und Bud in Form eines Zuschusses zum Auto, ohne zu wissen, ob das so war. Ich erwähnte dies lediglich als Beispiel, um Sunny nicht als große Nutznießerin hinstellen zu müssen. Sie regte sich ja ohnehin schon immer so leicht auf.
Mir ging es bei meinem Vortrag lediglich um die Feststellung, das es nach Mutters Tod keinen Sinn macht, jede einzelne Mark gegeneinander aufrechnen zu wollen. Etwaigen Bestrebungen in dieser Richtung wollte ich schnell einen Riegel vorschieben. Wenn wir uns über so eine Kinderkacke jetzt noch unterhalten müssten, kämen wir gar nicht voran. Eine rechtliche Relevanz in Form einer Anrechnung auf die Erbschaft hatte das Notizbuch eh nicht.
Insgesamt waren natürlich sämtliche Papiere zu dieser Wohnung wichtig. Als da wären der Kaufvertrag mit Walter, von dem sie die Wohnung Mitte der 90er abgekauft hatte. Protokolle von Eigentümerversammlungen wie auch Hausgeldabrechnungen hätte ich auch gern gesichtet gehabt, doch leider fanden wir hierzu keine geordneten Unterlagen.
Allein das machte mich natürlich wieder misstrauisch. Ich erinnerte mich an den Hustle nach dem Tod von Walter vor 3 Jahren. Denn aufgrund eines Berliner Testaments mit seiner Anfang der 90er Jahre verstorbenen ersten Frau hätte er seinerzeit die Wohnung gar nicht an Mutter verkaufen dürfen, weil in jenem Testament noch die Schwester seiner Frau aus Florida mit drin stand.
Und groß war meine Überraschung, als wir jetzt in Mutters Wohnung keinen Kaufvertrag über den damaligen Verkauf finden konnten. Lediglich einen schlecht zu lesenden Wisch von einem Notar konnten wir entdecken. Dort stand, das Mutter den Kaufpreis an Walter in bar gezahlt hatte. 120.000,- € in bar, hallo? Das Ganze dann noch handschriftlich dort hingeschmiert, mittendrin auf dem Blatt, dort, wo noch eine freie Stelle war.
Ansonsten war auf dem Blatt ein Text getippt; ich weiß schon gar nicht mehr, was da stand. Es hatte auch irgendetwas mit dem Kauf dieser Wohnung zu tun, aber, wie gesagt: Man konnte es wirklich nicht lesen. Das war das einzige Schriftstück, was wir finden konnten, wo überhaupt irgendetwas über den Kauf ausgesagt wurde.
Unfassbar, lediglich eine kleine Randnotiz. Kein notarieller Kaufvertrag mit der üblichen Auflassungsvormerkung. So etwas ist eigentlich Standard. Mir fielen sofort die alten Geschichten mit Walter ein. So eine gewisse Befürchtung machte sich bei mir breit.
Walter war ja „pfiffig", wie mir die Schwägerin aus Florida vor drei Jahren berichtete. Unwillkürlich drängte sich mir der Verdacht auf, das die Wohnung nicht wirklich von Mutter käuflich erworben wurde und immer noch Walter und seiner ersten Frau gehörte, bzw. nur seiner ersten Frau, denn es war wohl ihr alleiniges Eigentum gewesen, Walter selbst hatte noch eine Wohnung in der Weststadt gehabt.
In diesem Fall wäre das Grundbuch nicht auf Mutter umgeschrieben worden, was ja auch aufgrund des Berliner Testaments irgendwie verständlich wäre. Der Notar, wohl ein alter Kumpel von Walter, hätte das eben damals beim Verkauf an Mutter checken müssen und somit den Kauf gar nicht beurkunden dürfen.
Sollte es wirklich in unserem deutschen Rechtssystem möglich sein, das der Notar seinerzeit den Schmu durchzieht, indem er das Grundbuch widerrechtlich umschreibt und dafür seine Lizenz aufs Spiel setzt? Zuzutrauen wäre es ja den Schnarchnasen vom Amtsgericht, hier Nachlass sowie Grundbuch, das sie einem Notar einfach so blind vertrauen und keine Kontrollmechanismen installieren. Für mich ergab sich die Notwendigkeit, mich wegen der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse mit der Hausverwaltung in Verbindung zu setzen.
Darum würde ich mich kümmern müssen, zusammen mit Versicherungen, GEZ, Telekom.... Berta kümmerte sich ums Konto und die Steuererklärung.... Und Sunny bot sich großzügigerweise an, schon mal vorsichtig bei Immoscout und Co. nach den Immobilienpreisen zu erkundigen.
Die treue Seele! Meine Löwin und ich waren jedenfalls froh, das sich die ganze Aktion nicht ewig hinzog. Unser Jahresurlaub begann ja gerade, und da hatten wir noch eine Menge vor.
Ich bin heute der Meinung, das dieses erste fiese Telefonat mit Sunny in der Woche nach dem ersten Treffen in Mutters Wohnung nach ihrem Tod stattfand. Irgendwann inmitten der Woche halt. Aber reden wir erst einmal über das Treffen in Mutters Wohnung am 16. Oktober, also dem Beginn des Jahresurlaubs von meiner Löwin und mir.
Dieser begann - da gehe ich kurz noch einen Tag zusätzlich zurück - mit dem Gartenarbeitstermin unserer Hauseigentümergemeinschaft. Hierbei konnte meine Löwin wegen Rücken oder Knie nicht teilnehmen, so das ich den ganzen „Spaß" für mich alleine hatte. Abgekämpft war ich endlich gegen 16.00 Uhr fertig, nachdem ich stundenlang die Hecke bearbeitet hatte.
Meine Löwin hatte derweil alles für den Abend vorbereitet. Dora und Herbert kamen wohl zum Spielen vorbei, schließlich spielen wir auf Kasse. Und auch wenn unsere Tour aus eben dieser Kasse in der nächsten Woche stattfinden würde - 2 Nächte Riga waren angesagt, konnten wir etwas Moos im Port-Juch-he immer gebrauchen.
Am nächsten Morgen, also am Sonntag, hatten meine Löwin und ich auch nicht viel Zeit , um ausgiebig zu frühstücken. Ich denke so gegen 10.00 Uhr trafen wir uns mit meinen Schwestern samt Männern in Mutters Wohnung. Zum ersten Mal seit Mutters Tod betrat ich diese Wohnung.
Sunny war da schon ein- bis zweimal dort gewesen, als Mutter noch in der Reuterstraße war, weil sie die Handwerker wegen des Balkonumbaus reinlassen musste. Auch Berta hatte irgendwann von Mutter einen Schlüssel bekommen und, wie bereits geschildert, den Schmuck und andere wertvolle Sachen aus Sicherheitsgründen entfernt.
Ich dagegen hatte als einziger von uns Geschwistern keinen Schlüssel für die Wohnung. Wie auch bei allen weiteren Treffen bis Anfang Dezember warteten wir 3 brav in unseren Autos, bis auch wirklich alle da waren. Zusammen gingen wir dann die 3 Stockwerke hinauf in die Wohnung, anfangs noch erzählend, später schweigend bzw. sich gegenseitig anfeindend.
An diesem Termin wollten wir zunächst nur gucken, was an Unterlagen in der Wohnung zu finden sein würde. Berta benötigte vor allem die Unterlagen für die Steuererklärung, die noch für 2016 zu machen war, obwohl Mutter ja gerade gestorben war. Der Fiskus kennt da kein Pardon.
Außerdem suchten wir noch Versicherungsunternehmen, Kontoauszüge etc., das benötigte ich zum kündigen evtl. noch weiterer Versicherungen. Die Hausverwaltung wie auch BS Energy musste ich von Mutters Tod ebenfalls noch informieren. Hierzu sichteten Sunny und ich die Leitz Ordner mit den ganzen Unterlagen.
Unter anderem fand ich ein kleines Notizbuch, das noch unser Vater angefangen hatte. Dort standen all die Beträge drin, die meine Eltern uns Kindern noch zu deren Lebzeiten gegeben hatten, als wir jeweils Geld brauchten. Bei mir waren das über 2 bis 3 Jahre eine monatliche Unterstützung von 400,- DM, da ich wegen des Sozialpädagogikstudiums von der Arbeitslosenhilfe ausgeschlossen worden war. Das war der Betrag gewesen, den Vater von der Steuer absetzen konnte.
Viel mehr, außer nem Hunnie mal zwischendurch, hatte ich nie erhalten. Reiner z.B. hatte einmal 2000,- DM für ein neues Auto bekommen, ansonsten gab es wohl noch Geld wegen der Pferde etc. Was Berta gekriegt hätte, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall hatte meine Mutter das Notizbuch nach Vaters Tod weiter geführt.
Generös hielt ich einen kleinen Vortrag und erwähnte die Zahlungen, soweit ich davon wusste. Ins Buch selbst schaute ich hierbei nicht, trotzdem erwähnte ich imaginäre Zahlungen für Berta und Bud in Form eines Zuschusses zum Auto, ohne zu wissen, ob das so war. Ich erwähnte dies lediglich als Beispiel, um Sunny nicht als große Nutznießerin hinstellen zu müssen. Sie regte sich ja ohnehin schon immer so leicht auf.
Mir ging es bei meinem Vortrag lediglich um die Feststellung, das es nach Mutters Tod keinen Sinn macht, jede einzelne Mark gegeneinander aufrechnen zu wollen. Etwaigen Bestrebungen in dieser Richtung wollte ich schnell einen Riegel vorschieben. Wenn wir uns über so eine Kinderkacke jetzt noch unterhalten müssten, kämen wir gar nicht voran. Eine rechtliche Relevanz in Form einer Anrechnung auf die Erbschaft hatte das Notizbuch eh nicht.
Insgesamt waren natürlich sämtliche Papiere zu dieser Wohnung wichtig. Als da wären der Kaufvertrag mit Walter, von dem sie die Wohnung Mitte der 90er abgekauft hatte. Protokolle von Eigentümerversammlungen wie auch Hausgeldabrechnungen hätte ich auch gern gesichtet gehabt, doch leider fanden wir hierzu keine geordneten Unterlagen.
Allein das machte mich natürlich wieder misstrauisch. Ich erinnerte mich an den Hustle nach dem Tod von Walter vor 3 Jahren. Denn aufgrund eines Berliner Testaments mit seiner Anfang der 90er Jahre verstorbenen ersten Frau hätte er seinerzeit die Wohnung gar nicht an Mutter verkaufen dürfen, weil in jenem Testament noch die Schwester seiner Frau aus Florida mit drin stand.
Und groß war meine Überraschung, als wir jetzt in Mutters Wohnung keinen Kaufvertrag über den damaligen Verkauf finden konnten. Lediglich einen schlecht zu lesenden Wisch von einem Notar konnten wir entdecken. Dort stand, das Mutter den Kaufpreis an Walter in bar gezahlt hatte. 120.000,- € in bar, hallo? Das Ganze dann noch handschriftlich dort hingeschmiert, mittendrin auf dem Blatt, dort, wo noch eine freie Stelle war.
Ansonsten war auf dem Blatt ein Text getippt; ich weiß schon gar nicht mehr, was da stand. Es hatte auch irgendetwas mit dem Kauf dieser Wohnung zu tun, aber, wie gesagt: Man konnte es wirklich nicht lesen. Das war das einzige Schriftstück, was wir finden konnten, wo überhaupt irgendetwas über den Kauf ausgesagt wurde.
Unfassbar, lediglich eine kleine Randnotiz. Kein notarieller Kaufvertrag mit der üblichen Auflassungsvormerkung. So etwas ist eigentlich Standard. Mir fielen sofort die alten Geschichten mit Walter ein. So eine gewisse Befürchtung machte sich bei mir breit.
Walter war ja „pfiffig", wie mir die Schwägerin aus Florida vor drei Jahren berichtete. Unwillkürlich drängte sich mir der Verdacht auf, das die Wohnung nicht wirklich von Mutter käuflich erworben wurde und immer noch Walter und seiner ersten Frau gehörte, bzw. nur seiner ersten Frau, denn es war wohl ihr alleiniges Eigentum gewesen, Walter selbst hatte noch eine Wohnung in der Weststadt gehabt.
In diesem Fall wäre das Grundbuch nicht auf Mutter umgeschrieben worden, was ja auch aufgrund des Berliner Testaments irgendwie verständlich wäre. Der Notar, wohl ein alter Kumpel von Walter, hätte das eben damals beim Verkauf an Mutter checken müssen und somit den Kauf gar nicht beurkunden dürfen.
Sollte es wirklich in unserem deutschen Rechtssystem möglich sein, das der Notar seinerzeit den Schmu durchzieht, indem er das Grundbuch widerrechtlich umschreibt und dafür seine Lizenz aufs Spiel setzt? Zuzutrauen wäre es ja den Schnarchnasen vom Amtsgericht, hier Nachlass sowie Grundbuch, das sie einem Notar einfach so blind vertrauen und keine Kontrollmechanismen installieren. Für mich ergab sich die Notwendigkeit, mich wegen der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse mit der Hausverwaltung in Verbindung zu setzen.
Darum würde ich mich kümmern müssen, zusammen mit Versicherungen, GEZ, Telekom.... Berta kümmerte sich ums Konto und die Steuererklärung.... Und Sunny bot sich großzügigerweise an, schon mal vorsichtig bei Immoscout und Co. nach den Immobilienpreisen zu erkundigen.
Die treue Seele! Meine Löwin und ich waren jedenfalls froh, das sich die ganze Aktion nicht ewig hinzog. Unser Jahresurlaub begann ja gerade, und da hatten wir noch eine Menge vor.
Mittwoch, 28. März 2018
Hartmudo: Ku’damm 56
Am Sonntag Anfang März schleppte ich mich zu meiner Löwin ins Zimmer, um mich auf den Crosstrainer zu stellen. Meine Löwin hing derweil neben mir am Rechner, um für den Verein noch die Kasse zu machen. Wie üblich zu dieser Gelegenheit lief nebenbei der Fernseher. Warum meine Löwin ausgerechnet bei diesem Fernsehspiel auf ZDF NEO hängengeblieben war, fragte ich nicht nach.
Ku’damm 56 hieß der Film und spielte auch 1956 in West-Berlin. Ich sah als erstes ein Pärchen, dass in einer verrauchten Kneipe wild zu Little Richard tanzte. Das weckte zunächst meine Aufmerksamkeit, welche aber schnell nachliess, weil es sich bei diesem Film offenbar um die Geschichte der Besitzerin einer Tanzschule in Berlin mit ihren 3 quasi heiratsfähigen Töchtern handelte. Ich schwitzte also meine halbe Stunde auf dem Crosser ab und trank danach nen Wasser. Das Ende dieses Filmes, bei dem die 3 Schwestern unliebsame Überraschungen erleben durften, kriegte ich hinterher nur noch so am Rande mit. So ein langweiliger Fernsehfilm mit Ochsenknecht halt.
Meine Löwin fand heraus, dass es sich dabei um einen Dreiteiler handelte und wir lediglich den dritten Teil gesehen hatten. Besser gesagt... einen Teil davon gesehen hatten. Sie fand die Darstellung der Szenerie aus den 50er Jahren so toll und bat mich, nach den ersten beiden Teilen Ausschau zu halten, damit wir sie uns anschauen konnten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nach langer und vergeblicher Suche im Netz fand ich endlich heraus, dass wir uns sämtliche Folgen dieser Mini-Serie über Amazon Prime bequem an unserem Fernseher ansehen könnten. Meiner Löwin erzählte ich dies zunächst nicht, da ich sie überraschen wollte. Am Samstag, den 17. März, setzten wir uns um 20.15 Uhr vor die Flimmerkiste und dann hieß es nur noch: Film ab.
Die ersten beiden Teile haben wir gleich hintereinander weg gesehen. Meine Löwin zeigte sich im Gegensatz zu sonst hellwach und auch ich war hin und weg. Wir sahen die eindrucksvolle Milieustudie einer Zeit, von der viele Leute sagen, dass sie die schönste war und die kurz vor unserer Geburt passierte. Die Ära des Nierentisches, das Zeitalter des Wirtschaftswunders... und des Rock ‘n’ Roll.
Caterina Schöllack ist die Besitzerin einer rennomierten Tanzschule auf dem Kudamm, deren Mann seit der Kriegsgefangenschaft als verschollen gilt. In Wahrheit ist er zum Zeitpunkt der Handlung seit 2 Jahren entlassen und lebt als Lehrer in Ost-Berlin, weil er die Schuld, die er und seine Frau auf sich geladen hatten, sühnen will.
1936 hatte das Eheaar Schöllack die Tanzschule nach einem gewonnenen Tanzwettbewerb den jüdischen Besitzern abgenommen, die daraufhin in Dachau umgekommen waren. Diese unbequeme Wahrheit findet Tochter Monika im 2. Teil heraus, als sich ein Mann als Sproß der jüdischen Familie ausgibt. Dieser Mann ist ein Bekannter des Vaters, der sich aber seiner Tochter Eva bei einer Begegnung verleugnet.
Während Caterina heimlich eine Beziehung mit dem angestellten Tanzlehrer Assmann (Uwe Ochsenknecht gewohnt souverän) führt, ihre Töchter nach Strich und Faden belügt und ihnen die Grand Dame vorspielt, laufen die Geschäfte ständig schlechter, weil sie sich weigert, moderne Tänze in ihrem Programm anzubieten.
Die älteste Tochter Helga heiratet den angehenden Staatsanwalt von Boost, der äußerst herrisch agiert, um von seiner Homosexualität abzulenken. Ihre Schwester Eva ist Krankenschwester beim Psychiater Fassbender, der bereits im 3. Reich seine Patienten mit Elektroschocks gequält hatte. Eva schwankt zwischen der Sicherheit beim Doc (Mutter wäre begeistert) und dem Ostberliner Arbeiter Hauer, dessen Frau von Fassbender vergeblich mit Elektroschocks malträtiert wird.
Und da wäre noch Monika, die eigentliche Hauptperson der Story. Aus dem Internat einer Hauswirtschaftsschule rausgeschmissen, wird sie von der Mutter nur geringschätzig behandelt. Die Versuche der Mutter, Monika mit dem Fabrikantensohn Joachim Franck zu verkuppeln, enden in einem Fiasko. Franck vergewaltigt Monika und streitet die Tat ab. Nicht mal die eigene Mutter glaubt ihr, ja sie versucht sogar weiterhin, Monika mit dem lebensmüden Nichtsnutz von Fabrikantensohn zu verkuppeln.
Gerade noch vor dem Selbstmord im Tegeler See gerettet, wird Monikas Interesse für eine neue Musik durch den Bandleader der Tanzschulkapelle, Freddy Donath, geweckt. Mit ihm zusammen nimmt sie an Rock ‘n’ Roll Tanzwettbewerben teil, ja sie landen natürlich auch im Bett. Aber nebenbei bleibt die Verbindung mit Joachim Franck erhalten.
Ich bin gespannt, wie das Ganze weitergeht. Den dritte Teil werden wir auch noch einmal gucken. Und dann ist dann ja noch die Fortsetzung “Ku’damm 59”, dessen 3 Teile gerade auf dem ZDF in Erstausstrahlung zu sehen waren. Besonders faszinierend fand ich, dass hier die Bedeutung des Rock ‘n’ Roll für die Jugendkultur und Emanzipation vom Elternhaus, aber auch für die Vergangenheitsbewältigung der Deutschen gut dargestellt wird.
Meine Löwin und ich waren da einer Meinung. So wie diese TV Reihe die Geschehnisse anhand einer Familie erzählt, ist das gelebte Geschichte. Hierfür zahle ich gerne Gebühren an die GEZ. Die hervorragenden Schauspieler lassen einen mitfiebern, ohne dass hier bedeutungsschwangere Kamerafahrten und fehlende Beleuchtung zur Unterstreichung der negativen Stimmung a la Tatort notwendig sind.
Wir sind schon gespannt, wie die Geschichte um die Familie Schöllack weitergeht.
Ku’damm 56 hieß der Film und spielte auch 1956 in West-Berlin. Ich sah als erstes ein Pärchen, dass in einer verrauchten Kneipe wild zu Little Richard tanzte. Das weckte zunächst meine Aufmerksamkeit, welche aber schnell nachliess, weil es sich bei diesem Film offenbar um die Geschichte der Besitzerin einer Tanzschule in Berlin mit ihren 3 quasi heiratsfähigen Töchtern handelte. Ich schwitzte also meine halbe Stunde auf dem Crosser ab und trank danach nen Wasser. Das Ende dieses Filmes, bei dem die 3 Schwestern unliebsame Überraschungen erleben durften, kriegte ich hinterher nur noch so am Rande mit. So ein langweiliger Fernsehfilm mit Ochsenknecht halt.
Meine Löwin fand heraus, dass es sich dabei um einen Dreiteiler handelte und wir lediglich den dritten Teil gesehen hatten. Besser gesagt... einen Teil davon gesehen hatten. Sie fand die Darstellung der Szenerie aus den 50er Jahren so toll und bat mich, nach den ersten beiden Teilen Ausschau zu halten, damit wir sie uns anschauen konnten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nach langer und vergeblicher Suche im Netz fand ich endlich heraus, dass wir uns sämtliche Folgen dieser Mini-Serie über Amazon Prime bequem an unserem Fernseher ansehen könnten. Meiner Löwin erzählte ich dies zunächst nicht, da ich sie überraschen wollte. Am Samstag, den 17. März, setzten wir uns um 20.15 Uhr vor die Flimmerkiste und dann hieß es nur noch: Film ab.
Die ersten beiden Teile haben wir gleich hintereinander weg gesehen. Meine Löwin zeigte sich im Gegensatz zu sonst hellwach und auch ich war hin und weg. Wir sahen die eindrucksvolle Milieustudie einer Zeit, von der viele Leute sagen, dass sie die schönste war und die kurz vor unserer Geburt passierte. Die Ära des Nierentisches, das Zeitalter des Wirtschaftswunders... und des Rock ‘n’ Roll.
Caterina Schöllack ist die Besitzerin einer rennomierten Tanzschule auf dem Kudamm, deren Mann seit der Kriegsgefangenschaft als verschollen gilt. In Wahrheit ist er zum Zeitpunkt der Handlung seit 2 Jahren entlassen und lebt als Lehrer in Ost-Berlin, weil er die Schuld, die er und seine Frau auf sich geladen hatten, sühnen will.
1936 hatte das Eheaar Schöllack die Tanzschule nach einem gewonnenen Tanzwettbewerb den jüdischen Besitzern abgenommen, die daraufhin in Dachau umgekommen waren. Diese unbequeme Wahrheit findet Tochter Monika im 2. Teil heraus, als sich ein Mann als Sproß der jüdischen Familie ausgibt. Dieser Mann ist ein Bekannter des Vaters, der sich aber seiner Tochter Eva bei einer Begegnung verleugnet.
Während Caterina heimlich eine Beziehung mit dem angestellten Tanzlehrer Assmann (Uwe Ochsenknecht gewohnt souverän) führt, ihre Töchter nach Strich und Faden belügt und ihnen die Grand Dame vorspielt, laufen die Geschäfte ständig schlechter, weil sie sich weigert, moderne Tänze in ihrem Programm anzubieten.
Die älteste Tochter Helga heiratet den angehenden Staatsanwalt von Boost, der äußerst herrisch agiert, um von seiner Homosexualität abzulenken. Ihre Schwester Eva ist Krankenschwester beim Psychiater Fassbender, der bereits im 3. Reich seine Patienten mit Elektroschocks gequält hatte. Eva schwankt zwischen der Sicherheit beim Doc (Mutter wäre begeistert) und dem Ostberliner Arbeiter Hauer, dessen Frau von Fassbender vergeblich mit Elektroschocks malträtiert wird.
Und da wäre noch Monika, die eigentliche Hauptperson der Story. Aus dem Internat einer Hauswirtschaftsschule rausgeschmissen, wird sie von der Mutter nur geringschätzig behandelt. Die Versuche der Mutter, Monika mit dem Fabrikantensohn Joachim Franck zu verkuppeln, enden in einem Fiasko. Franck vergewaltigt Monika und streitet die Tat ab. Nicht mal die eigene Mutter glaubt ihr, ja sie versucht sogar weiterhin, Monika mit dem lebensmüden Nichtsnutz von Fabrikantensohn zu verkuppeln.
Gerade noch vor dem Selbstmord im Tegeler See gerettet, wird Monikas Interesse für eine neue Musik durch den Bandleader der Tanzschulkapelle, Freddy Donath, geweckt. Mit ihm zusammen nimmt sie an Rock ‘n’ Roll Tanzwettbewerben teil, ja sie landen natürlich auch im Bett. Aber nebenbei bleibt die Verbindung mit Joachim Franck erhalten.
Ich bin gespannt, wie das Ganze weitergeht. Den dritte Teil werden wir auch noch einmal gucken. Und dann ist dann ja noch die Fortsetzung “Ku’damm 59”, dessen 3 Teile gerade auf dem ZDF in Erstausstrahlung zu sehen waren. Besonders faszinierend fand ich, dass hier die Bedeutung des Rock ‘n’ Roll für die Jugendkultur und Emanzipation vom Elternhaus, aber auch für die Vergangenheitsbewältigung der Deutschen gut dargestellt wird.
Meine Löwin und ich waren da einer Meinung. So wie diese TV Reihe die Geschehnisse anhand einer Familie erzählt, ist das gelebte Geschichte. Hierfür zahle ich gerne Gebühren an die GEZ. Die hervorragenden Schauspieler lassen einen mitfiebern, ohne dass hier bedeutungsschwangere Kamerafahrten und fehlende Beleuchtung zur Unterstreichung der negativen Stimmung a la Tatort notwendig sind.
Wir sind schon gespannt, wie die Geschichte um die Familie Schöllack weitergeht.
Freitag, 23. März 2018
Hartmudo Spezial: Mutter
23
Trotz der geschilderten Widrigkeiten innerhalb unserer „Clans" war der Imbiss nach dem Trauergottesdienst für Mutter am 30. September doch noch gut gelaufen. Das Essen war gut und der Preis topp. In das La Vita im Einkaufszentrum von Melverode würde ich gern noch einmal essen gehen. Schaun mer mal, wann und ob das klappt.
Meine Schwestern und ich hatten uns am Ende beim Wirt des La Vita noch einmal ausdrücklich für die Bewirtung bedankt. Kritikpunkte wie die stellenweise kalte Tomatensuppe oder die lange Wartezeit bis zum Servieren eben dieser Suppe vergessen wir mal, da hatte der Wirt wohl Stromprobleme in der Küche.
Wir nahmen noch etwas vom Kuchen mit, wohl auch vom köstlichen Tiramisu. Das heißt, meine Löwin und ich wohl eher nicht. Wir hätten es eh nicht mehr essen wollen, sind kuchen- und zuckermäßig nicht mehr am Start. Da Berta und Bud in der Folgewoche nach Usedom fahren wollten, kamen wir darin überein, uns wegen der weiteren Schritte am 9.Oktober bei uns in Lehndorf zu treffen. Wir konnten alle etwas Abstand gebrauchen. Nur ein Termin stand vorher noch an, den wir alle drei wahrnehmen wollten.
Wahrscheinlich am 2. oder 3. Oktober war der Erntedankgottesdienst, bei der der Name unserer Mutter noch einmal genannt werden würde. Da hinzugehen ist eine Selbstverständlichkeit, warum, kann ich gar nicht sagen, außer: Is' so! Daher trafen wir uns an dem Tag in der Dietrich Bonhoeffer Kirche beim Einkaufszentrum zum Gottesdienst. Meine Löwin und Bud kamen hier nicht mit und Reiner war auch nur dabei, weil er Sunny hinfahren musste.
Während des Konfirmationsunterrichts hatten sich die Konfirmanden zum Thema Erntedank eine kurze Szene ausgedacht, die sie vor der Kirchengemeinde vortrugen. Das war nett gemacht und versöhnte mich etwas mit der Institution Kirche, der ich ja bekanntlich skeptisch gegenüber stehe.
Der Name von Mutter wurde im Laufe des Gottesdienstes genannt und zum Schluss dachte ich endlich daran, etwas in den Klingelbeutel zu schmeißen. Dem Pastor noch schnell die Hand geschüttelt, dann waren wir durch mit der Kirche. Wenn ich genau überlege, stimmt es mich nachdenklich, das wir alle bei Beerdigungen so tun, als ob wir mit dem Tod eines Verwandten zum Glauben zurückfinden würden.
Das macht natürlich kaum einer, aber alle täuschen dies, wenn vielleicht auch unbewusst, vor. Der Pastor kannte dies sicher schon und blieb deshalb beim Abschied auch routiniert distanziert. Ein übermächtiges Sendungsbewusstsein kann man ihm sicherlich nicht vorwerfen.
Außerhalb des Kirchengeländes verabschiedeten wir uns dann voneinander. Die letzten Wochen, ja Monate, waren anstrengend gewesen. Jetzt hatten wir Mutter mit diesem Gottesdienst endgültig verabschiedet, obwohl die eigentliche Beisetzung auf See noch ausstand.
Erst am 9. Oktober wollten wir uns in Lehndorf, also bei meiner Löwin und mir, wieder treffen. Dann würde es um die Danksagungen gehen, die beim Bestatter als auch bei uns eingegangen waren. Danksagungskarten waren ja auch noch zu fertigen. Bis dahin aber wollten wir uns alle noch eine Ruhewoche gönnen, wir wollten da nichts überstürzen, zumal Berta und Bud ja die Woche über nach Usedom fahren würden.
Die beiden kamen am 7. Oktober wieder zurück und waren von Usedom begeistert. Sie hatten sich dort noch mit Dora und Herbert getroffen, die gerade auch dort verweilten. Für meine Löwin und mich ist es nach wie vor erstaunlich, aber sehr erfreulich, das unsere beiden jeweils ältesten Geschwister sich so gut miteinander verstehen. Außer dieser Verbindung gibt es leider keine weiteren Überschneidungen, sieht man mal von Frida und Harald ab, wenn wir alle zusammen zum Spargeltheater oder einer vergleichbaren Veranstaltung gehen.
Irgendwann im Sommer hatten wir verabredet, mit Berta und Bud nach Laboe zum Marinedenkmal zu fahren. Der Termin hierfür war am Samstag, 8. Oktober, also einen Tag vor dem „Familientreffen". Meine Freude hielt sich trotz der Woche Abstand von Mutters Tod und den ewigen Telefonaten mit Berta und Sunny in engen Grenzen, weil ich diese stundenlangen Autofahrten nicht mehr so gut überstehe.
Bud dagegen quälte sich tapfer über die Autobahnen gen Kiel, während meine Löwin und ich auf dem Rücksitz des Daimlers vor uns hin dämmerten. Das sanfte Schaukeln des Daimlers ließ unsere Augenlider schwer werden. Das Bud den Tag derart fit hinterm Steuer war, meine Hochachtung. Schließlich waren Berta und er erst am Vorabend aus Usedom zurückgekehrt.
Um es kurz zu machen: Wir brauchten für die Hinfahrt nach Laboe 5 Stunden und auf der Rückfahrt noch eine halbe Stunde mehr. Irgendwo bei Walsrode sowie bei Hamburg war Stau angesagt. Das Ganze dann für knapp 2 Stunden Aufenthalt in Laboe, davon eine knappe halbe Stunde im Marinedenkmal. Die Fahrt war wegen der Staus sehr anstrengend, muss ich nicht nochmal haben.
Wir waren gerade auf dem Rückweg, da schrieb mir Sunny eine WhatsApp und wollte eine Bestätigung des Termins wegen der Trauerkarten haben. Ich wollte mich wohl melden, hatte es aber nicht gemacht, da mir die Uhrzeit 10.00 Uhr am nächsten Morgen klar war. Ich denke mal, das ich wegen des Nervs im Stau einfach nicht mehr dran gedacht hatte. Aber 10.00 Uhr konnte ich Sunny schnell bestätigen, also alles gut.
Am nächsten Morgen um 10.00 Uhr saßen wir zu sechst in unserer Essecke. Drei Geschwister und ihre Ehepartner. Wir packten die Trauerkarten bzw. Beileidsbekundungen zum Tod unserer Mutter, die wir oder auch der Bestatter bekommen hatten, zusammen. Viele hatten Geldscheine beigelegt, eine alte Sitte bei Beerdigungen.
Diese packten wir beiseite, d.h. Berta nahm das Geld an sich, da sie quasi die Buchführung übernommen hatte. Schließlich hatte sie die Kontovollmacht von Mutters Konto über den Tod hinaus. Sie hatte auch schon angefangen, die Kosten wie Heimrechnung oder auch die des Bestatters aufzulisten. Hinzu kam jetzt also das Geld aus den Trauerkarten. Die Danksagungskarten würden wir noch machen müssen, bemerkte ich noch.
Letzteres ging dann aber unter, weil sich meine Schwestern, aber auch meine Löwin, über den gestohlenen Schmuck, der Mutter am Totenbett entwendet wurde, aufregten. Wir waren uns einig, das man dies zur Anzeige bringen sollte, obwohl die Erfolgsaussichten eher gegen Null tendieren,weil sich dieser Vorwurf nun mal nicht beweisen lässt. Sunny oder Berta konnten sogar mit einem Foto des einen Ringes dienen, das Mutter wohl irgendwann mal gemacht hatte, warum auch immer.
Das Ganze endete mit der Aussage von Sunny, das ich „da was daraus machen" sollte. So sprach sie und verließ gleichzeitig mit Reiner die Wohnung. Berta und Bud waren auch gleich verschwunden, wenigstens hatten wir Geschwister uns vorher auf einen Termin in der Wohnung für den nächsten Sonntag zum Sichten der Unterlagen verabredet.
Kaum waren meine Geschwister verschwunden, hatte ich die mögliche Strafanzeige (gegen Unbekannt sicherlich) auch schon abgehakt. Meine Schwestern redeten sich in Rage, hatten dazu nur einmal kurz bei der Pflegedienstleitung des Heimes in der Reuterstraße nachgefragt und ich sollte jetzt alles reißen. Ich sage es mal so: Da bin ich nicht der Typ für.
Ich würde sicherlich den Schriftverkehr mit den Ämtern erledigen. Hierzu hatte Berta schon die Sterbeurkunden mitgebracht, die ich in Kopie zum Kündigen von Telefon, GEZ und ähnlichem brauchte. Auch dies war eindeutig mein Part, eine aussichtslose Strafanzeige wegen des gestohlenen Schmucks an Mutters Totenbett war dies nicht.
Samstag, 17. März 2018
Contramann: Die Tafel hat zu
https://www.welt.de/politik/deutschland/article174267089/Tafel-Streit-Wir-brauchen-nicht-hoehere-Saetze-sondern-bestmoegliche-Chancen.html
Nachdem die Verantwortlichen der Essener Tafeln für die Aussperrung von Flüchtlingen scharf gerügt worden waren, haben sich die Wogen ein wenig entspannt und wir können jetzt über wesentliche Dinge sprechen. In diesem Artikel der Welt werden hierzu zwei unterschiedliche Positionen präsentiert, die beide zielführend wären.
Da hätten wir zum einen die Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung, d.h. für „Hartz-IV“ Empfänger wie auch für die nicht (mehr) Erwerbsfähigen, die ihr Geld vom „Sozi“ bekommen. Ulrich Schneider vom DPWV, häufiger Gast in den einschlägigen Talkshows, schwebt da eine pauschale Erhöhung der Regelsätze um 30% vor.
Johannes Vogel von der FDP dagegen hält nichts davon, selbst arbeitgebernahe Institute befürchten nicht zu Unrecht, dass dadurch lediglich die Anzahl der zu unterstützenden Menschen in die Höhe schnellt. Sie bevorzugen höhere Anstrengungen der Arbeitsverwaltung, um Menschen in Jobs zu bringen, von denen sie ohne Unterstützung leben können.
Wenn ich das dämliche Gesülze mal ordnen darf: Eine pauschale Erhöhung der Regelsätze für Erwerbsfähige ist tatsächlich ein falsches Signal, weil der Staat hier lediglich die Arbeitgeber von der Beteiligung ihrer Arbeiter an den immer fetter werdenden Gewinnen befreit. Nutznießer hiervon wären lediglich das Finanzkapital; der Staat müsste zur Finanzierung höherer Regelsätze Steuern erhöhen, die bislang überwiegend von Arbeitnehmern der abschmelzenden Mittelschicht getragen werden.
Der FDP-Vogel hat wiederum nur an die Erwerbsfähigen gedacht; da riecht man die Wirtschaftslobby schon sehr streng. Rentner sollten nicht nur Freibeträge auf Betriebs- oder Riesterrenten (seit 1.1.2018) erhalten, sondern auch auf ihre gesetzliche Rente. Es ist nicht hinnehmbar, dass z.B. ein Mensch, der über 30 Jahre gearbeitet hat, seine vielleicht 700,- € Rente zu 100% gegen seinen Bedarf an Grundsicherung aufrechnen lassen muss. Der „faule“ Arbeitslose ohne Anspruch auf Rente hat hinterher genau so viel Geld zur Verfügung wie die Aldiverkäuferin. Das halte ich nach wie vor für einen Skandal.
Und dass die staatliche Arbeitsvermittlung durch stärkere Bemühungen mehr Menschen in vernünftig bezahlte Jobs bringt, halte ich für ein Ammenmärchen. Ja wo sind sie denn, die vernünftig bezahlten Jobs, von denen man leben kann und vielleicht auch noch ne schwangere Frau sowie Kinder mit ernähren kann? Nein, die Löhne müssen zuerst steigen. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich Aktienbesitzer wie Firmeninhaber dank Steuergeschenken en Masse vollstopfen und ihre Gewinne in wahnwitzige Immobilienprojekte investieren, weil sie schon nicht mehr wissen, wo sie die viele Kohle noch parken sollen.
Und während sich Rentner sowie Flüchtlinge und Arbeitslose samt Kindern bei den Tafeln gegenseitig beharken, fährt draußen der Audi SUV mit der Frau des Investmentbankers vorbei, die von diesem asozialen Pack schon genervt ist. Die Tafeln sollte es eigentlich gar nicht geben müssen, so schaut es doch aus. Leute, diese Leistung ist gar keine Leistung, es handelt sich lediglich um soziales Engagement von courargierten Bürgern, die die „Drecksarbeit“ machen, weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht hinbekommt.
Dass sich dank dieser Gemengelage aus Versagern in den etablierten Parteien, Wirtschaftslobbyisten und sicherlich auch den Medien mehr und mehr Leute von diesem politischen System abwenden, sollte niemanden verwundern. Aber auch von der (geplanten) neuen GroKo kommen zu dieser Frage keine brauchbaren Vorschläge. Eine alljährliche Erhöhung des Kindergeldes um 2,-€ pro Monat z.B. ist da nur noch als Verhohnepipelung der Bürger zu betrachten.
Schlimm genug ist es, dass die Enttäuschten des Systems sich zur AfD hin orientieren, weil die – liest man das Parteiprogramm auch nur oberflächlich – eine Mischung aus FDP und CSU darstellt. Die Habenichtse dieses Systems sind die letzten, für die sich die AfD ins Zeug legen wird. Die brauchen lediglich ihre Wählerstimmen.
Und eines möchte ich zum Thema Tafeln noch einmal ganz deutlich bemerken: Wir reden hier über freiwilliges soziales Engagement. Das Aussperren einzelner Gruppen, wie die Flüchtlinge in Essen, ist von politischer Seite wie von den Sozialverbänden nicht zu beanstanden. Punkt. Bezahlt die Musik, dann könnt Ihr die Playlist vorgeben!
Erst stiehlt sich die Politik aus der Verantwortung und bietet dann nur halbgare Vorschläge. Wer wählt diese Idioten eigentlich?
Nachdem die Verantwortlichen der Essener Tafeln für die Aussperrung von Flüchtlingen scharf gerügt worden waren, haben sich die Wogen ein wenig entspannt und wir können jetzt über wesentliche Dinge sprechen. In diesem Artikel der Welt werden hierzu zwei unterschiedliche Positionen präsentiert, die beide zielführend wären.
Da hätten wir zum einen die Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung, d.h. für „Hartz-IV“ Empfänger wie auch für die nicht (mehr) Erwerbsfähigen, die ihr Geld vom „Sozi“ bekommen. Ulrich Schneider vom DPWV, häufiger Gast in den einschlägigen Talkshows, schwebt da eine pauschale Erhöhung der Regelsätze um 30% vor.
Johannes Vogel von der FDP dagegen hält nichts davon, selbst arbeitgebernahe Institute befürchten nicht zu Unrecht, dass dadurch lediglich die Anzahl der zu unterstützenden Menschen in die Höhe schnellt. Sie bevorzugen höhere Anstrengungen der Arbeitsverwaltung, um Menschen in Jobs zu bringen, von denen sie ohne Unterstützung leben können.
Wenn ich das dämliche Gesülze mal ordnen darf: Eine pauschale Erhöhung der Regelsätze für Erwerbsfähige ist tatsächlich ein falsches Signal, weil der Staat hier lediglich die Arbeitgeber von der Beteiligung ihrer Arbeiter an den immer fetter werdenden Gewinnen befreit. Nutznießer hiervon wären lediglich das Finanzkapital; der Staat müsste zur Finanzierung höherer Regelsätze Steuern erhöhen, die bislang überwiegend von Arbeitnehmern der abschmelzenden Mittelschicht getragen werden.
Der FDP-Vogel hat wiederum nur an die Erwerbsfähigen gedacht; da riecht man die Wirtschaftslobby schon sehr streng. Rentner sollten nicht nur Freibeträge auf Betriebs- oder Riesterrenten (seit 1.1.2018) erhalten, sondern auch auf ihre gesetzliche Rente. Es ist nicht hinnehmbar, dass z.B. ein Mensch, der über 30 Jahre gearbeitet hat, seine vielleicht 700,- € Rente zu 100% gegen seinen Bedarf an Grundsicherung aufrechnen lassen muss. Der „faule“ Arbeitslose ohne Anspruch auf Rente hat hinterher genau so viel Geld zur Verfügung wie die Aldiverkäuferin. Das halte ich nach wie vor für einen Skandal.
Und dass die staatliche Arbeitsvermittlung durch stärkere Bemühungen mehr Menschen in vernünftig bezahlte Jobs bringt, halte ich für ein Ammenmärchen. Ja wo sind sie denn, die vernünftig bezahlten Jobs, von denen man leben kann und vielleicht auch noch ne schwangere Frau sowie Kinder mit ernähren kann? Nein, die Löhne müssen zuerst steigen. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich Aktienbesitzer wie Firmeninhaber dank Steuergeschenken en Masse vollstopfen und ihre Gewinne in wahnwitzige Immobilienprojekte investieren, weil sie schon nicht mehr wissen, wo sie die viele Kohle noch parken sollen.
Und während sich Rentner sowie Flüchtlinge und Arbeitslose samt Kindern bei den Tafeln gegenseitig beharken, fährt draußen der Audi SUV mit der Frau des Investmentbankers vorbei, die von diesem asozialen Pack schon genervt ist. Die Tafeln sollte es eigentlich gar nicht geben müssen, so schaut es doch aus. Leute, diese Leistung ist gar keine Leistung, es handelt sich lediglich um soziales Engagement von courargierten Bürgern, die die „Drecksarbeit“ machen, weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht hinbekommt.
Dass sich dank dieser Gemengelage aus Versagern in den etablierten Parteien, Wirtschaftslobbyisten und sicherlich auch den Medien mehr und mehr Leute von diesem politischen System abwenden, sollte niemanden verwundern. Aber auch von der (geplanten) neuen GroKo kommen zu dieser Frage keine brauchbaren Vorschläge. Eine alljährliche Erhöhung des Kindergeldes um 2,-€ pro Monat z.B. ist da nur noch als Verhohnepipelung der Bürger zu betrachten.
Schlimm genug ist es, dass die Enttäuschten des Systems sich zur AfD hin orientieren, weil die – liest man das Parteiprogramm auch nur oberflächlich – eine Mischung aus FDP und CSU darstellt. Die Habenichtse dieses Systems sind die letzten, für die sich die AfD ins Zeug legen wird. Die brauchen lediglich ihre Wählerstimmen.
Und eines möchte ich zum Thema Tafeln noch einmal ganz deutlich bemerken: Wir reden hier über freiwilliges soziales Engagement. Das Aussperren einzelner Gruppen, wie die Flüchtlinge in Essen, ist von politischer Seite wie von den Sozialverbänden nicht zu beanstanden. Punkt. Bezahlt die Musik, dann könnt Ihr die Playlist vorgeben!
Erst stiehlt sich die Politik aus der Verantwortung und bietet dann nur halbgare Vorschläge. Wer wählt diese Idioten eigentlich?
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