Montag, 29. Juni 2015

Hartmudo: Urlaub 2/2

Am nächsten Tag – dem Samstag - war dann Wolfgangs Geburtstagswandern im Harz angesagt. Gern wäre ich mitmarschiert, denn Kroll und Pedro liefen auch mit, aber die Arthritis im Zeh hielt mich davon ab. Da meine Löwin sich nicht fit fühlte und Jenny, die mit Kroll und Pedro aus dem Schwarzwald mitgekommen war, ebenfalls ein Handicap hatte, gestalteten wir drei uns diesen Tag etwas anders. Das meint, das wir etwas später mit dem Auto in den Harz folgten.
Und das war auch gut so. So lange schon haben wir mit Jenny allein nichts mehr gemacht; Vor allem für mich war dieser Tag eine große Freude, da ich sie bei den Treffen in den letzten Jahren quasi nie ohne Kroll gesehen hatte. Vielleicht auch aus diesem Grund verlief die Fahrt in den Harz so kurzweilig, weil wir die ganze Strecke über dies und das zu reden hatten.
In der Waldgaststätte „Rehberger Grabenhaus“ wollte Wolfgang mit seiner Wandergruppe so gegen 13.00 Uhr ankommen und eine Mittagspause einlegen – wir waren pünktlich vor Ort und bestellten schon mal was zu trinken. Ja, da kamen sie dann auch schon angelatscht.
Von Wolfgang und den Anderen habe ich diesmal nichts mitbekommen, weil Kroll Interessantes von seiner Ernährungsumstellung zu berichten wusste. Meine Löwin und Jenny haben ebenfalls eine gesteigerte Wahrnehmung zu diesem Thema, für Pedro war dies natürlich noch nichts. Da war es nur konsequent, dass Die Mädels die vegetarischen Bratlinge verspeisten, während Kroll und ich nach einem angeregten Austausch über die negativen Konsequenzen des überhöhten Verzehrs von Schweinefleisch konsequenterweise zur Manta Platte griffen (Curry-Pommes für Unwissende).
Nachdem die Wanderer dann wieder los mussten, fuhren wir schnell noch zum Königskrug zum Kaffee. Der obskure, aber freundliche Kellner hatte es uns allen 3 angetan. Wir vermuteten in diesem leicht angeranzten Ausflugslokal ein Projekt der Lebenshilfe. Trotz des Ambientes mit dringendem Renovierungsbedarfs waren wir aber, nicht zuletzt dank des wunderschönen und sonnigen Tages und des tollen Kuchens, sehr angetan von diesem Zwischenstop am frühen Nachmittag.
Hinterher fuhren wir Jenny nach Hause bzw. zu ihren Schwiegereltern. Ein Doppelkopfabend kam dann leider nicht zustande, weil Kroll und Jenny auch mal wieder dort sein wollten. Dies ermöglichte mir die Wahrnehmung eines Termins, der mir jedes Jahr am Herzen liegt.
Die Rede ist hier natürlich vom Geburtstag des Langen. Da wir außerdem noch sehr früh zu Hause waren, nutzte ich die Gelegenheit, um die Strecke nach Stöckheim mit dem Fahrrad anzugehen. Das entspannt mich richtig – ich könnte den gesamten Urlaub so verbringen. Leider zieht hier meine Löwin nicht wie gewünscht mit, weil ihr Knie da wohl nicht so mitspielt. Aber manche Dinge machen ja bekanntlich mehr Spass, wenn man sie nicht zu häufig angeht.
Ich genoss förmlich die runde halbe Stunde Fahrt und konnte dabei nochmal an die schönen Momente der gerade vergangenen Woche denken. So erreichte ich völlig tiefenentspannt das Gehöft des Langen, wo der Cop bereits mit dem Langen auf der Terrasse saß, Bier trinkend. Nur Tesla und Berthold kamen kurze Zeit später hinzu, was eine gemütliche und entspannte Runde ergab.
2 kritische Fernsehzuschauer

Der Lange überraschte und verwöhnte uns mit Kötbullar und gekochtem Gemüse. Das war wirklich lecker und bildete eine gute Grundlage zu dem gereichten Bier. Der Lange wusste Einiges von seiner Umschulung zum Lokführer zu berichten, good Luck nochmal an dieser Stelle. Tesla kam gerade aus Teneriffa zurück, ich ja bekanntlich aus Rügen. Berthold hingegen fuhr schon am nächsten Tag mit dem Bus nach Irland. Da war doch was.... Der Cop seinerseits hatte nur noch 16 Tage bis zum wohlverdienten Ruhestand und dementsprechend gelöst.
Vielleicht so gegen 23.00 Uhr machte ich mich auf den Rückweg. Vom Schnaps konnte ich mich gut fernhalten, der Bierkonsum hielt sich auch in Grenzen, zumal ich während der Harzaktion lediglich alkfreies Weizen zu mir nahm. Und auch beim Rückweg konnte ich meine Gedanken nochmals baumeln lassen, so dass ich sehr gelöst zu Hause ankam.
Allmählich bog ich jetzt auf die Zielkurve zur BiRe 2015 nach Schottland ein, die am folgenden Donnerstag begann. Jedenfalls machten meine Löwin und ich es uns am Sonntag erstmal gemütlich, womit wir bei Amazon Prime und Netflix wären.
Denn wie sich zu Anfang unseres Urlaubs, noch vor Rügen, herausstellte, hatte sich meine Löwin schon seit geraumer Zeit bei Amazon Prime angemeldet und sich nach dem Probemonat nicht wieder abgemeldet. Für sie lohnt sich das wegen der Vielzahl an Bestellungen bei Amazon im Jahr, die hierdurch portofrei werden.
Den Streaming Dienst nutze sie allerdings nicht; hier hakte ich jetzt ein. Ich bestellte einen Amazon Fire Stick; bei mir läuft das über die Playstation. Die Amazon Anmeldung meiner Löwin rein und schon lief Amazon Prime mit all seinen selbst produzierten Serien auf 2 unserer Fernseher.
Damit aber nicht genug. Maxdome hatte ich bereits gekündigt, jetzt meldete ich mich bei Netflix an, weil dort die Serien laufen, die meine Löwin und mich interessieren und die nicht im Free TV laufen. Sind damit die Zeiten vorbei, an denen wir uns abends irgendwelche Sülze reinzogen, weil im Free TV über DVB-T trotz 30 Kanälen nichts Vernünftiges flimmert?
Wohl kaum, aber seitdem haben wir zumindest 2 Serien gecheckt, die wir sonst nicht gesehen hätten. Wobei ich erwähnen muß, dass „Broadchurch“ Anfang des Jahres im ZDF sonntags ab 22.00 Uhr lief. Dies ist uns natürlich entgangen, weil wir an diesem Sendeplatz das ZDF höchstens während eines großen Fußballturniers einschalten.
Broadchurch haben meinen Löwin und ich nach Rügen förmlich eingeatmet. Die fesselnde Story um den Mord an dem 11jährigen Danny, der vermeintlich in der (fiktiven) südenglischen Küstenstadt Broadchurch von einer imposant wirkenden Klippe stürzte, entfaltet über die 8 Folgen dank immer neuer Wendungen eine Atmosphäre, der man sich einfach nicht entziehen kann.
Die Detektivin Ellie Miller war eigentlich als Chefin des Reviers vorgesehen, als ihr der Inspektor Alec Hardy vor die Nase gesetzt wird. Dieser hat einen schlechten Ruf, was sich aber gegen Ende der Staffel aufklärt.
Zu diesem Zeitpunkt wird auch noch der tote Danny aufgefunden, der ein guter Freund von Miller`s Sohn war. Eine vermeintlich rücksichtslose Journalistin aus der Großstadt, der Neffe von Miller als Lokalreporter und nicht zu vergessen die Eltern von Danny. Es wimmelt nur so von faszinierenden Charakteren.
Erst gerät der Vater von Danny in Verdacht, seinen Sohn ermordet zu haben. Der Kioskbesitzer war vor Jahren wegen Kindesmissbrauchs im Knast, wird fälschlicherweise vom (fast) gesamten Dorf verdächtigt und begeht vor lauter Trauer Selbstmord, als die Reporterin die rührende Geschichte des unschuldig Verurteilten offenlegt.
Um es kurz zu machen: Der Mörder war ausgerechnet der Ehemann von Miller, der mit seiner Rolle als Hausmann nicht zurechtkam und zärtliche Gefühle für Danny hegte und diesen mit Geschenken zuschüttete.
Blick aus der Gondel auf Hahnenklee

Am Ende ist Miller in der Gemeinde erledigt („Davon hättest Du doch etwas mitkriegen müssen“) und muss Broadchurch verlassen. Diese Serie ließ meine Löwin und mich verstört zurück. Ein derart intensives Fernseherlebnis hatten wir schon lange nicht mehr erlebt. Mir fällt da höchstens „True Detective“ ein, zumal die Szenerie ähnlich düster rüberkam.
Auf Amazon Prime haben wir in den letzten Wochen „Alpha House“ für uns entdeckt. Eine Eigenproduktion von Amazon, die wie eine Mischung aus „Yes Minister“ und „Stromberg“ daherkommt.
4 republikanische Senatoren leben in Washington in einer Wohngemeinschaft; unter ihnen auch der nicht kopierbare John Goodman als Gil John Biggs zehrt von seinem Ruhm als Basketballcoach und überläßt alles, was wichtig ist – also den Wahlkampf – seiner Frau, die sich permanent per Telefon meldet.
Robert Bettencourt ist der einzige schwarze republikanische Senator und verkuppelt als „Love Doctor“ gerne die Mitarbeiter miteinander. Louis Laffer ist die latente Homosexualität förmlich anzusehen, aber wegen seines Images gibt er sich in dieser Angelegenheit als knallharter Verfechter des christlichen Glaubens. Andy Guzman dagegen vögelt alle (jungen) Frauen, die in seine Nähe kommen und lehnt eine Therapie wegen seiner Sexsucht ab.
Kuckuck !

Schmierige Berater, Hintermänner der Mafia, oder auch demokratische Senatoren bilden u.a. herrlich schräge Sidekicks zu diesen sehr menschlich rüberkommenden Senatoren, die sich ständig im Wahlkampf befinden und dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste schlittern. Spätestens nach dieser höchst intelligent gemachten Serie weiß ich, das die Amis es eben doch besser können als die Europäer.
Sind jetzt also unsere Fernsehabende gerettet? Mal sehen.
Als Abschluss unseres Urlaubs möchte ich den Besuch Dienstags bei Dora und Herbert in Hahnenklee erwähnen. Ich saß dann mit meiner Löwin und unseren Gastgebern in der Seilbahn zum Bocksberg. Zurück fuhr ich alleine runter, die anderen 3 sind gewandert. An dieser Stelle wollte ich ursprünglich noch wegen meiner Arthritis rumjammern, verschiebe dies aber bis auf weiteres. Ich denke, Du kannst auf mein Gejammer verzichten.
Jedenfalls hatten wir noch einen schönen Nachmittag mit einer Runde Solo, bevor ich 2 Tage später zur BiRe aufbrach, bei der ich meine Löwin stark vermisste. Schade, denn wir hatten einen schönen Urlaub zusammen, der leider wegen der BiRe 3 Tage zu kurz war.
Dann also im Herbst.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Hartmudo: Urlaub 1/2

Mit Beginn dieses Monat bzw. dem letzten Maiwochenende fiel (endlich) unser erster Jahresurlaub zusammen. Der erste, weil meine Löwin und ich lediglich für knapp zwei Wochen der Arbeit fernblieben, damit wir im beginnenden Herbst noch einmal mit 2 Wochen nachlegen können.
Und wie startet man am Besten in den Urlaub? Natürlich derart, das man zwei Stunden länger arbeitet. Denn so konnte ich mein defektes Fahrrad gleich auf dem Nachhauseweg aus der Reparatur abholen. Auf der Radtour am Pfingstsonntag mit Dora und Herbert hatte das Hinterrad eine Beule bekommen, so dass dort ein neuer Reifen aufgezogen werden musste. Schade, war eine schöne Radtour gewesen, die ich kurz vor Ende abbrechen musste. Aber wenigstens habe ich jetzt wieder Schwalbe Marathon Plus drauf.
Yo, das Wochenende fing schon mal schwungvoll an. Freitag Abend Doppelkopf mit Biggi und Britt und am Samstag dann das Spargelessen mit unserem Kegelclub bei Berta und Bud. Nicht ein Schweineschnitzel habe ich dort gegessen. Meine guten Vorsätze wegen der Arthritis greifen so langsam, mal sehen, wie lange.
Nach diesen beiden insgesamt entspannten Abenden ging es dann am Sonntag zum Matjesmarkt nach Emden. Patti und Pocke hatten die Karten für den Zug gekauft (Wochenendticket), so das wir kurz nach 8.00 morgens starten konnten. Pocke und ich hielten uns mit dem Alk im Zug komplett zurück, aber zum Fisch musste hin und wieder ein Pils her.
Der Matjesmarkt ist ein wirklich schönes, ja schon etwas größeres Volksfest. Und Fisch sowie Fischbrötchen gab es reichlich. Das Kegeln abends musste ausfallen, da wir etwas später mit dem Zug in Braunschweig eintrafen. Da aber auch unsere beiden Neuen – Claudia und Karl – mal wieder nicht konnten, fand es sowieso nicht statt. Ich denke, wir sollten nächstes Jahr wieder nach Emden zum Matjesmarkt.
Aber so richtig spürt man de Urlaub erst, wenn der Tag kommt, an dem man normalerweise arbeiten müsste, oder? Das war bei uns der Montag. Den beging ich standesgemäß: Zuerst beim Orthopäden zum Blut abnehmen, danach zum Zahnklempner, weil mir eine Plombe rausgefallen war. Es gibt kaum etwas schöneres, als im Urlaub zum Arzt zu gehen, außer... außer vielleicht... nochmal zur Arbeit zu müssen, weil man Feuerwehr spielen muss und der Einzige ist, der die Excel Tabelle erstellen kann.
Hier nicht der Einzige, sondern die – nämlich meine Löwin. Sie eierte mittags an ihrem ersten freien Arbeitstag ins Büro für 3 Stunden. Da kommt natürlich Freude auf, zumal wir noch packen mussten, weil wir am Dienstag nach Rügen gefahren sind.
Blick aus unserem Zimmer in Breege

Ich ziehe an dieser Stelle schon mal das Fazit, das es ein sehr schöner Kurztrip nach Rügen war, den wir gerne nochmal machen. Hierzu folgt jetzt erst mal meine Bewertung für „Ab-in-den-Urlaub“, denn dort hatten wir gebucht und für diese Bewertung bekam ich einen 12 Euro Gutschein für ein großes Bild auf Leinwand eines Online Fotodienstes:

Breege und der Hafen sowie die Kapitänshäuser Apartments machten auf den ersten Blick nicht viel her, aber als wir erstmal unser Apartment betreten hatten, waren wir begeistert. Alles neu und sauber. Das große Zimmer mit dem abgetrennten Schlafbereich (Holzwand) war urgemütlich. Aufgrund des Wetters konnten wir die Terrasse nicht nutzen, aber das Panoramafenster erlaubte uns einen prima Blick über den Rasen, dahinter das Schilf... auf den Bodden! Der preiswerte Brötchen Lieferservice morgens war klasse - so konnten wir im Nachthemd entspannt frühstücken (Frühstück/Halbpension wären aber auch möglich).
Aah! - der Kreidefelsen
Flachbildfernseher, Kochnische mit Kühlschrank - zum Fußball immer kaltes Bier und dazu die Fischbrötchen vom Edelimbiss im angrenzenden Hafen. Das Schwimmbad hatten wir noch nicht einmal genutzt, weil wir - vollkommen begeistert - tagsüber so viel unternommen hatten, das wir abends völlig relaxed auf dem Sofa saßen.
Schön ruhig war es in Breege, nicht so überlaufen wie in Binz oder Selin. 2 Restaurants am Hafen reichen auch völlig aus, dazu noch der Imbiss, der aber ausgezeichneten Fisch zu bieten hatte. So eine Qualität findet man in Restaurants eher selten. Abends machten wir noch eine zweistündige Boddenrundfahrt mit dem Schiff. Ich sage nur: Rostocker vom Faß! Wir hatten keine Schickimicki mit viel Mucki und auch keine Frisösen mit nem Tribal übern Arsch. Da wir die Insel eh mit dem Auto erkundeten, hatten wir genügend Supermärkte gefunden, um den Kühlschrank zu befüllen.
Ja Ja Ja ! Wenn wir wieder nach Rügen fahren, wohl nächstes Jahr, dann werden wir diese Apartmenthotel als erste Wahl betrachten. Das Preis Leistungs Verhältnis ist einfach überzeugend; Schwimmbad umsonst und Fahrradverleih vorhanden.


Soviel zum Gutschein, jetzt zum „Rest“. Die Seebäder Binz und Selin boten das Programm, wie ich es von Flensburg bis Riga an der Ostsee kennenlernen durfte. Strandpromenade mit Seebrücke, dazu viele Restaurants und Klamottenläden. Eins aber stach eindeutig heraus, und das war eindeutig der Königsstuhl, der wohl bekannteste und mit 118 Metern höchste Kreidefelsen auf Rügen.
Direkt kommt man da nicht hin. Aber es gibt da einen großen Parkplatz, von dem aus ein Pendelbus alle 10 Minuten zum Königsstuhl fuhr. Vor diesem Bus jedoch hatten wir noch etwas Hunger; meine Löwin entschied sich für eine Portion Pommes. Ich dagegen hatte Appetit auf einen Hamburger.
"Der" Metal Laden in Wismar

Was soll ich sagen: So etwas hatte ich noch nicht erlebt! Ein vergammeltes Weißmehlbrötchen wurde von dem hageren Imbissverkäufer aufgeschnitten und dann innen mit Ketchup ausgespritzt. Und die ganze Zeit lang masselte mich der Typ noch voll. Die Krönung kam aber in dem Moment, in dem er den FRITTIERTEN Paddie in das bedauernswerte Brötchen klemmte und mir rüber reichte.
Brrr. Nach einem Biss ins pure Frittenfett wollte ich das Teil schon angewidert wegschmeißen; Aber meine Löwin erbarmte sich und quälte sich heldenhaft den Paddie hinein. Sie kann einfach kein Essen verkommen lassen!
Den Eintritt für das Museum und 3D Kino (8,50 € pro Person) ersparten wir uns und gingen über 400 Holzstufen, in Serpentinen angelegt, zum Strand hinunter und betrachteten den Königsstuhl bei Postkartenwetter von unten. Ich sage mal, wer sich die Felsen einfach nur von oben angesehen hat, hat so gut wie nichts gesehen.
Aufgrund meines Flunkens konnte ich auf dem Kiesstrand zwar nicht viel laufen, aber trotzdem war ich, genau wie meine Löwin, hellauf begeistert von der Atmosphäre dieser Umgebung. Der Aufstieg danach fiel uns deshalb nicht so schwer wie anfangs befürchtet, ja wir schafften es sogar noch etwas weiter hinauf als nötig zum Viktoriablick, von wo aus wir das Ganze noch mal von oben anschauen konnten. Ohne 8,50 € bezahlt haben zu müssen.
Rügen war also ein voller Erfolg, gern fahren wir da nochmal hin. Breege ist dazu vollkommen o.k., dann wäre Fahrradfahren aber schön. Auf der Rückfahrt hatten wir ein bisserl Stau, waren abends aber wieder zuhause angekommen. So eine kleine Vier Tage Tour reicht uns als Sommerfrische vollkommen aus; Andere müssen ja mindestens zwei Wochen auf Achse sein, um sich erholen zu können.

Dienstag, 23. Juni 2015

Hartmudo Spezial: Irland im Bus

8 (11)
Der weitere Spaziergang verlief unspektakulär. Sicher, es war schönes Wetter. Will sagen: Es regnete nicht. Doch der Kanal und der Weg daran entlang hielt keine Sensationen bereit.. Irgendwie „boxten“ wir uns durch ein Wohnviertel in die Stadtmitte zurück. Jetzt endlich war es Zeit für einen Kaffee.
Im „Costa Coffee House“ bekam ich einen Cappuccino der Extraklasse und dazu noch eine lecker Blätterteigstange mit Nutellafüllung. Auch der Lemon Pie meiner Löwin war sensationell. Dora und Herbert hatten sich diese Gaumenfreuden leider entgehen lassen. Schade eigentlich, da Pies, Tartes und andere Plunderstücke nicht nur in diesem Cafe, sondern überall auf unserer Tour das kulinarische Highlight darstellten.
Nun waren wir alle nach dem Kaffee wach und schauten uns noch etwas in der Innenstadt von Tralee um, natürlich auch bei JC Penney. Auf alle Fälle wollten wir noch ein Mittagessen mitnehmen und landeten nach kurzer Suche in einem Restaurant, dessen Name ich leider vergessen habe.
Halt, jetzt hab ichs: Wir waren im „Hotel Imperial“. Innen sah das Restaurant dieses Hotels gediegen, ja sogar vornehm aus. Anwesend außer uns waren lediglich eine Vielzahl einheimischer Rentner, die wohl alle das Mittagsangebot bestellt hatten. Dora und meine Löwin wollten aber das Steak von der Karte. Dieses stellte sich jedoch beim Servieren als Rinderbraten heraus. Herbert begnügte sich hier mit irgendwelchen Vegetables in brauner Soße, während ich mich an leckeren Chicken Teilchen mit Knoblauchsoße bzw. Dip versuchte. Carlsberg dazu, Voila! In diesem Restaurant konnte man getrost von guter irischer Küche sprechen.
Ich erwähne dies, weil sowohl Dora als auch meine Löwin am Ende der Reise die fehlende Vielfalt und auch die Qualität der irischen Küche bemängelten. Diesen Rinderbraten im Imperial, der beiden Mädels trotz der leichten Enttäuschung (kein Steak!) hervorragend mundete, hatten sie vielleicht schon vor der Heimreise vergessen. Mir schmeckte das Chicken mit dem Dip auf jeden Fall ausgezeichnet.
Hotel Imperial - Eingang

So fanden wir uns anschließend am frühen Nachmittag am Taxenstand ein und fuhren ins Hotel zurück. Dort ruhten wir uns noch etwas aus, Augenpflege war angesagt. Noch vor Sonnenuntergang war es hinterher an der Zeit, endlich mal durch den kleinen Park hinter dem Hotel zu wandern. Mittendurch schlängelte sich malerisch ein kleines Flüßlein. Die Terasse unseres Hotels bietet im Sommer bei entsprechendem Wetter – sprich Sonnenschein – einen gemütlichen Platz zum Chillen und Grillen. Im Oktober jedoch sehen die Rattanmöbel schon etwas trostlos aus, so gänzlich unbesetzt bei feuchter Luft.
Unser Abendessen bestand aus den Resten von unserem Tesco Einkauf aus Limerick. Wir speisten stilgerecht auf unseren Zimmern. Aber vorher, so glaube ich mich zu erinnern, hatten wir uns wieder mal an der Bar versammelt, um den einen oder anderen Pint zu vernichten. Anschließend wechselten wir in das Zimmer von Dora und Herbert zum gemütlichen Solo spielen. Hierzu öffnete ich noch ein oder zwei Dosen Carlsberg; Ich hatte bereits erwähnt, dass ich mich immer auf die abendlichen Kartenrunden freute. Zum Ausklang des Abends arbeitete ich mich in unserem Zimmer noch an einer weiteren Dose Carlsberg ab. Meine Löwin schlief an diesem Abend wieder vor mir ein; Ich schaute noch etwas Fernsehen und schrieb noch an diesem Bericht, dann war auch ich reisefertig.
Montag 20.10.
An diesem Morgen zogen wir mit unserer Karawane wieder weiter zum Abschluß dieser Reise. Mit den Koffern liefen wir über den langen Flur zum Auschecken; Ich vermisse den Flur irgendwie. Doch zuerst: Frühstück. Ausgerechnet an diesem Morgen, im Frühstücksraum, masselte mir die offensichtlich verstörte Mitreisende, die in Ennis zum Bus zu spät kam, die Ohren voll.
Sie war wohl eine halbe Stunde zu früh zum Frühstück erschienen und wurde folgerichtig von der Bedienung zurechtgewiesen. „Sie hat noch nicht mal guten Morgen gesagt. So behandelt man keine Menschen!“ greinte die Verstörte.
das isser, der Fisch

Da laufen aber auch Leute frei rum... Sie habe über zwanzig Jahre lang mit Menschen gearbeitet, so erklärte sie mir. Salbader, Salbader. Ich dachte die ganze Zeit nur, dass es keinen Sinn macht, sich über die Verstörte aufzuregen (`Laß es ablaufen ...`). Irgendwann war sie endlich weg und ich konnte in Ruhe aufessen. Da blieb sogar noch Zeit, um nach dem Checkout ein wenig die Landhaus Atmosphäre genießen zu können. Draußen vor dem Eingang befand sich übrigens noch ein Bassin, in dem ein einzelner großer Fisch herumschwamm. Herbert und ich fanden heraus, das er uns hinterherschwamm, als wir das runde Becken langsam umrundeten. Sehr zutraulich, würde ich meinen.
Die erste Station der heutigen Tour war Cork. Mr. Fortune ließ uns vor einer Brücke gegenüber der Innenstadt raus; Er selbst musste noch etwas durch die Gegend cruisen, um zu tanken und hinterher einen Parkplatz zu kriegen.
Cork am River Lee ist die zweitgrößte Stadt Irlands und wurde nicht zuletzt im 19. und 20. Jahrhundert als Verschiffungsort für die weltweit gerühmte irische Butter bekannt. Vor Erfindung des Kühlschranks nämlich waren nur die Iren in der Lage, Butter langfristig haltbar und frisch zu halten, indem sie die Butter im Torf eingruben. Darüber hinaus wurde die Butter noch eingesalzen und wurde dadurch zum irischen Exportschlager schlechthin. Doch mit der Erfindung des Kühlschranks war es mit der Herrlichkeit vorbei.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Udorallala: The Fleshtones

Yeah, Baby, Yeah!
Als ich vor 3 Jahren die Gruppen aus dem sensationellen Buch „Please Kill me“ von Legs McNeal und Gillian McCain an dieser Stelle nach und nach erwähnte, fehlte aus der New Yorker Frühphase des Punk eine Gruppe, die sicher zur Szene gehörte, die aber im Buch – im Gegensatz zu Blondie – keine Erwähnung fand: Die Fleshtones.
Ja, es gibt sie sogar noch und letztes Jahr haben sie wieder ein Album herausgebracht. Und nach bald 40 Jahren im Musikbusiness haben sie immer noch diesen unverwechselbaren Sound aus dieser fiesen Orgel, der sägenden Gitarre und den irgendwie hymnenartigen Harmoniegesängen zum unverwechselbaren Gesang. Mal soulige Bläser, im ersten Song sogar Streicher... Dahinter Bass und Schlagzeug grundsolide, manchmal treibend. Oder um es kurz zu sagen: Einfach geil!
Bestenfalls die Lyres konnten in den 80ern noch einen ähnlichen Sound fahren, der einen gewaltigen Schlag Soul in einen gut produzierten Garagensound legt. „Remember the Ramones“ heißt ein Song, der dann auch gleich so klingt wie die fantastischen 4 aus Queens.
Denn die Fleshtones stammen genau wie die Ramones aus Queens und starteten ungefähr zur selben Zeit durch. Bisher war ich immer im Glauben, dass die Band aus Brooklyn kommt, weil eine der letzten Scheiben dies aufgrund des Titels vermuten ließ. Ihre größten Erfolge feierten sie in Frankreich; dort wurde 1985 auch das schöne Live Album „Speed Connection“ aufgenommen. Die Fleshtones sind eine Live Band, wie auch unschwer im Video zu erkennen ist. Ihr größter Verdienst hierbei ist sicherlich, dass sie alte Sounds wie Rockabilly und Surf, aber auch Soul und Rhythm & Blues aus den 50er und 60er Jahren in die 80er gebracht haben; Aufgepeppt, versteht sich.
Zum ersten Reinhören sollte man bei der Band chronologisch vorgehen. Zuerst die „Roman Gods“ von 1982, danach die nachgeschobene, weil 1979 nicht veröffentlichte „Blast Off“ und dann die „Hexbreaker“ von 1983 hinterher. Alle Platten danach haben hier und da Highlights, bieten auch unterschiedlichste Sounds an, sind allerdings nicht so stark wie die ersten 3 Scheiben. Dort sind sie drauf, die Kracher.
Insbesondere das Instrumental „the Dreg“ von der Roman Gods hatte es mir immer angetan, war auch eigentlich der Opener ihrer Konzerte. Da lief mir häufig ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn ich den Song auf voller Lautstärke hörte, zugedröhnt in meinem Sessel in der Julius.
Ich würde mir gerne mal ein Konzert mit dieser Combo gönnen. Mal sehen, vielleicht klappt es diesen Sommer sogar, weil sie in Deutschland weilen.
Schaun mer mal.

Samstag, 13. Juni 2015

Dale Hawkins 2/3

Die Jungs kriegten Messerstechereien wie Prügeleien direkt mit. Da wurden Leute auch schon mal im Hinterhof erschossen und zum Sterben liegen gelassen. All dies machte Dale klar, das Entertainment kein leichter Job ist, um sein Geld zu verdienen. Aber die Lust an der Musik hielt die Jungs zusammen und sie hielten es durch.
Gerade das Air Force Personal aus Barksdale versäumte es nicht, jeden Club zu besuchen, wenn Dale und James dort spielten. Gerade diese beiden waren ein ideales Gespann. Beide liebten den Blues und spielten auch mal Country, wenn es sein musste. Gerade diese Fähigkeit zeichnete die Jungs aus. Meistens konnten sie jegliche Musik darbieten, die vom Publikum gewünscht wurde.

Selbstverständlich spielten sie am liebsten Rhythm `n` Blues a la „Got my Mo Jo working“. Die ganze Geschichte funktionierte als Band mit Tuminello und anderen als auch zu zweit, wenn Dale und James mal gänzlich alleine spielten. So geriet Dale Hawkins dann auch an Stan Lewis.
Über seinen Job als Angestellter in Stan`s Record Shop in Bossier City ergab sich für Dale der große Durchbruch, bei dem ihm sein Wissen über die neuesten Rhythm and Blues Scheiben zugute kam. Und deshalb hatte er den Job: Die Kunden, die von einem Song den Titel nicht kannten, brauchten ihn bloß anzusingen, schon hatte Dale die richtige Platte parat.
Ladenbesitzer Stan Lewis erwies sich als signifikante Person in Hawkins`s weiterer Zukunft. Denn sein Laden war nicht nur ein wichtiger R&B Plattenladen. Der clevere Geschäftsmann hatte Connections zu verschiedenen Plattenlabels, die eine Schlüsselrolle in der gerade beginnenden Rock and Roll Bewegung innehatten.
Und nicht nur das: B.B. King höchstpersönlich schaute von Zeit zu Zeit mal kurz in dem Plattenladen vorbei, um zu schauen, wie sich seine Platten so verkauften. Hierüber entstand eine lebenslange Freundschaft zwischen B.B. King und Hawkins.
Deshalb überließ Dale Stan Lewis alle seine geschäftlichen Angelegenheiten als Musiker, bekannte aber später, dass Lewis für ihn eine Zeit lang eine wirkliche Hilfe war. Solange... bis Dale merkte, das er die Kontrolle als auch die Rechte verloren hatte.
Dale half Merle Kilgore und Johnny Horton bei ihren Country Hits „Honky-tonk Man“ und „Whispering Pines“. Hierbei lernte er die Produktionsweise der KWKH Studios kennen. Ein Freund von Dale war auch Bobby Charles, der gerade bei Chess einen Hit mit „See you later, Alligator“ hatte. Über Bobby konnte ich ja schon mehr berichten.
Erwähnen möchte ich jedoch, dass jener Klassiker Dale stark beeindruckt hatte und ihn inspirierte, einen eigenen Song in diesem „Style“ aufzunehmen. „See you soon, Baboon“ wurde natürlich bei KWKH aufgenommen. Stan Lewis verkaufte das Demo praktischerweise an Chess – Bobby Charles hatte ja dort gezeichnet. Schon bald darauf wurde der Song auf deren Unterlabel „Checker“ veröffentlicht. Auch hier greift wieder dieselbe Anekdote wie bei Charles`s Hit. Dale Hawkins meinte hierzu, dass die Gebrüder Chess den Song bloß kauften, weil sie dachten, er wäre ein Schwarzer.
Federführend bei KWKH in Shreveport war der Toningenieur Bob Sullivan, einer der ehrenwerteren in dem Gewerbe. Sullivan betreute das Aufnahmeequipment bei KWKH und zeichnete auch für die Aufnahmen des legendären „Louisiana Hayride“ verantwortlich.
Und dann war es im Mai 1957 auch schon soweit. Suzie Q wurde als zweite Single veröffentlicht und stieg in den Billboard Charts bis auf Platz 27.
James Burton, Dale`s Gitarrist, orientierte für diesen Song das knarzende Gitarrenriff nach dem frühen Sound von Elvis Presley. Hinzu kommt die eindringliche Kuhglocke von A.J. Tuminello, die den Song zu etwas ganz Besonderen machte. Dieser Song ist wahrlich besser als sein Vorläufer und heute einer der ganz großen Klassiker des Rock `n` Roll.
Dale hatte diesen Song schon in den Clubs von Bossier City zum Besten gegeben und kriegte von Publikum viel Beifall für diesen Song. Angeblich hatte Dale „Suzi Q“ als Song schon seit seiner Kindheit auf den Baumwollfeldern in Goldmine im Kopf. Er packte hier zusätzlich noch den Beat von Howlin` Wolf`s „Smoke Stack Lightin`“ rein und erhielt so diesen unnachahmlichen Song. Ob die Idee für das Riff von Dale oder James Burton kam, ist nicht eindeutig feststellbar. Jedoch gilt es als gesichert, das James Burton`s genialer Gitarrenstil den Sound erst perfekt machte.
Und diese Kuhglocke...
Aus auch heute nicht nachvollziehbaren Gründen zögerte Leonard Chess jedoch mit der Veröffentlichung dieses Songs. Erst ein befreundeter DJ namens Chuck Dunaway gab Dale den rettenden Tip. Er solle doch einfach mal bei Atlantic Records und dessen Macher, Jerry Wexler, anfragen. Dieser war sogleich begeistert und hätte den Song auch sofort veröffentlicht.
Als Dale Wexler nun erklären musste, dass Atlantic den Song nicht veröffentlichen könne, weil er bei Chess unterschrieben hatte und die Rechte nun mal dort lagen, riet Wexler ihm, Leonard Chess zu sagen, dass dieser „entweder sch... gehen oder aus dem Quark kommen solle.“ Genau mit diesen Worten sollte Dale dies sagen und tat dies auch – am Telefon.
Nach einer kleinen Pause, in der sich Leonard Chess wohl beriet, sagte dieser nur, dass er Hawkins am nächsten Tag zurückrufen würde. 3 Tage später war „Suzie Q“ in den Läden. So schnell kann das manchmal gehen, wenn man nur die richtigen Worte findet.

Sonntag, 7. Juni 2015

Hartmudo: Saisonende

Pfingstsonntag, 24. Mai: Mit Dora und Herbert machten wir heuer noch eine kleine Fahrradtour. Derweil ging auch in der zwoten Liga die reguläre Saison zu Ende. Das Relegationsspiel lautet HSV gegen Karlsruhe und ich bin enttäuscht. Nicht, weil Eintracht den dritten Platz doch nicht mehr erreicht hat, sondern weil der HSV die Klasse erneut halten wird. Vollkommen unverdient, genau wie im Vorjahr.
Aber beginnen wir mit dem Saisonfazit der Braunschweiger Eintracht. Platz 6 ist nach dem Erstligaabstieg aller Ehren wert; Nürnberg als Mitabsteiger hat sich dagegen vollkommen hängen lassen. Und noch dazu hatte Eintracht selbst nach mehreren Rückschlägen noch die Chance, mit 3 Siegen auf einen Aufstiegsrang zu rutschen.
Es wurden leider 3 Niederlagen, andernfalls wären sie tatsächlich Dritter geworden und in der Relegation gegen das Hamburger Elend. Ob Eintracht das verdient hätte, sei dahingestellt. Aber meine Löwin und ich waren gegen Karlsruhe im Stadion...
Da hatten sie bereits in Nürnberg verloren und nur noch eine theoretische Chance auf den Relegationsplatz, machten aber in ihrem letzten Heimspiel der Saison ein ordentliches Spiel, zumindest bis zur 41. Minute. Denn da ging ich zum Treffen mit Ulli und der Katze. Danke nochmal an dieser Stelle Euch beiden für die Eintrittskarten zum Geburtstag.
Das wohl glückliche Tor für Karlsruhe hörte ich somit auf dem Klo. Das 2:0 für Karlsruhe gegen Ende des Spiels hatte ebenfalls Rouwen Hennings eiskalt verwandelt. Ansonsten mein Fazit zum Spiel: Eintracht war in allen Belangen – spielerisch und kämpferisch – besser als der KSC, aber eine entscheidende Schwäche war deutlich erkennbar: Sie machten die wenig herausgespielten Chancen einfach nicht rein. Und Karlsruhe hatte halt den Einen, der ihn einlocht.
Und hier, in einem Spiel, wird das ganze Dilemma der Eintracht in dieser Saison sichtbar. Hinten machen sie den einen oder anderen Fehler und vorne... Nein, verdient hätte Eintracht den Aufstieg nicht gehabt. Aber Karlsruhe z.B. ist schwächer als Eintracht und wird wohl nach nur einem Jahr wieder runter müssen, falls sie wider Erwarten den HSV schlagen können. Darmstadt wird wie Paderborn auch scheitern. Ingolstadt gebe ich nur deshalb ne Chance, weil Audi dahintersteht. Wenn die viel Geld reinstecken, dann packt Ingolstadt das auch langfristig.
Überhaupt Geld.
Das ist ja die Krux des Ganzen. Das war diese Saison in der ersten Liga schmerzhaft zu beobachten, wie ungleich die Liga dank der unglücklichen Verteilung der Fernsehgelder geworden ist.
Weit enteilt an der Spitze die Bayern, deren Vormachtstellung mit dem Zeitpunkt der Installation von Uli Hoeness als Manager und dessen Eröffnung von Bankkonten in der Schweiz begann. Für mich immer wieder interessant, das s9ch niemand dafür interessiert, wofür genau der gute Uli all das Geld von diesem Konto ausgegeben hatte.
Dortmund war am Schwächeln und dann doch noch – wie überraschend – am letzten Spieltag in der Europa League. Schalke war dieses Jahr auch am Schwächeln, aber immer noch stark genug, so dass sie es beinahe auch geschafft hätten. Leverkusen, Gladbach und Wolfsburg: Man kann sie mittlerweile die üblichen Verdächtigen nennen. Alle also wieder europäisch dabei, sogar in der Champions League.
Überraschend ist Augsburg im Europapokal. Wohl das einzige Team der gesamten Liga, welches erheblich besser steht als bei dieser Truppe zu erwarten gewesen wäre. Hoffenheim, Bremen und Frankfurt im Niemandsland der Liga, wobei Hoffenheim den Platz von Augsburg verdient gehabt hätte. Die Klasse dazu haben sie.
Der Rest kämpft wie immer um den Abstieg. Und das es mit Paderborn und Freiburg die beiden Vereine mit den wohl schlechtesten Sponsorengeldern getroffen hat, ist nicht nur schade, sondern fast schon anrüchig.
Wie Stuttgart und der HSV das noch an den letzten beiden Spieltagen drehen konnten... Da kamen mir ganz starke Zweifel an einem angeblich fairem Wettbewerb.
Montag, 1.Juni 22.20 Uhr. Die Verlängerung der Religation ist vorbei und der HSV ist glücklich dem Abstieg noch einmal von der Schippe gesprungen. Bis zur 91. Minute war Karlsruhe in der ersten Liga und ich glaubte, ja hoffte förmlich, das es eine höhere Gerechtigkeit gibt und der HSV endlich mal dran ist.
2 KSC Fans nach dem Schlußpfiff

Dann dieser Freistoß, der keiner war. Und das zugegebenermaßen wunderschöne Freistoßtor von Diaz, der damit gerade mal so die Verlängerung für den HSV gerettet hatte. Das alles ist Wasser auf meine Mühlen, da ich schon lange argwöhne, das es im Profifußball eben nicht mit rechten Dingen zugeht.
Nimmt man beide Relegationsspiele, hat es Karlsruhe aber auch nicht wirklich verdient, nächstes Jahr in der ersten Liga zu spielen. Ein ausgeglichenes Team, technisch aber nicht in der Lage, eine Gurkentruppe wie den HSV mal auf Distanz zu halten. Da hätte Eintracht sich auch nicht schlechter verkauft. Und Kaiserslautern oder selbst Bochum hätten den HSV über die zwei Spiele aus der Bundesliga gekegelt.
Summa Summarum frage ich mich daher, was die Eintracht da in so einer Operettenliga zu suchen hat. Mit gut Glück könnten sie sich ein paar Jahre mal halten in der Liga, mehr aber auch nicht. Da ist es in der zweiten Liga wenigstens spannender und abwechslungsreicher.
Damit zurück zur Braunschweiger Eintracht.
Die Lieberknecht Taktik beinhaltet eine extrem disziplinierte Spielführung. Deshalb gab es insbesondere in den letzten 4 Jahren selten wirklich begeisternde Spiele von der Eintracht zu sehen, dafür aber auch kaum richtige Einbrüche. Hinten dicht und vorne die wenigen Chancen eiskalt reinmachen – dann klappt das.
In der ersten Liga hätte das für eine Truppe, die als Einzelspieler zumeist bei anderen Erstligisten keine Chancen mangels Klasse erhalten hätten, sogar fast gereicht. In dieser Saison, nach dem Weggang von Bellarabi, Kumbela und Bicakcic, hatten sie sich eigentlich mit Zuck, Hegenstadt und insbesondere Omladic gut verstärkt. Berggreen kommt auch noch hinzu. Aber es reichte eben nicht zum Aufstieg, weil sie vorne eben nicht die Dinger konsequent reinmachten und hinten immer mal wieder einer reinrutschte, obwohl ich Gliekiewicz erheblich stärker sehe als Davari.
Insofern kann die nächste Saison spannend werden. Lautern und Nürnberg werden es erneut versuchen und haben sicherlich bessere Voraussetzungen, weil etablierter als die Eintracht. Bochum verspielte dies bereits in den letzten Jahren, und Fürth, St. Pauli wie selbst Bielefeld und Duisburg als Aufsteiger wähnen sich einer Exklusivität, die bei lediglich 18 Vereinen in der 1. Liga einfach nicht vorhanden ist.
Die zweite Liga ist dazu mit Freiburg nächstes Jahr in der Spitze sehr gut besetzt. Wer da meint, das Eintracht ruhig noch 1 – 2 Jahre ein Team aufbauen sollte, bevor sie wieder den Aufstieg in Angriff nehmen, ist ein Träumer. Die Ruhe und Zeit zum Aufbau hat man nicht, gute Spieler sind schnell weg gekauft. Und nur mit einer Teamleistung, wie bisher, wird es längerfristig eher in Richtung Klassenerhalt gehen.
Wenn dies nächste Saison schon so abgehen sollte, ist der Trainer nicht zu halten. Das ist so in diesem Business. Ich würde mich ja freuen, wenn ich mich irre. Ergo warten wir es ab, wer neu kommt und wer bleibt.
Der Ball ist rund.

Dienstag, 2. Juni 2015

Contramann: kurz gesehen im Juni

Starten wir mit Gysi. Vor geraumer Zeit erwähnte ich bereits, dass wieder gegen Gysi wegen seiner vermeintlichen Stasi Mitarbeit geschossen wird. War wohl vor der letzten Bundestagswahl. Und wieder mal stellt sich heraus, das da nicht so viel dran sein kann.
Äußert dünn sind wohl die Verdachtsmomente, wenn der zuständige Staatsanwalt keine Anklage erheben will. Das der zuständige Generalstaatsanwalt Lutz von Selle diesem eine Weisung erteilte, trotzdem Anklage zu erheben.
Sensationellerweise weigert sich der Staatsanwalt, diese Weisung auszuführen, so das der Justizsenator jetzt involviert ist.
http://www.abendblatt.de/hamburg/article205331505/Die-Truppen-des-Generals-Lutz-von-Selle-meutern.html
Ein klassisches Schmierentheater also, das aufgrund des Umstandes, das ein gewählter Volksvertreter beschuldigt wird, ein ganz besonderes Geschmäckle hat. Das riecht förmlich nach politisch motivierter Einflussnahme und setzt Contramann`s Demokratieverständnis großen Schaden zu.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/karneval-in-braunschweig-ermittlungen-wegen-terrorverdachts-eingestellt-a-1034728.html
Einen Verdächtigen gibt es nicht, dafür einen Informanten, der als verlässlich gilt.
Erst wurde das Thema angesichts der seinerzeit lfd. Pegida Demonstrationen groß aufgeblasen und gleichzeitig vor Fremdenhaß gewarnt, und jetzt verschwindet die Auflösung, eben dieses Ermittlungsergebnis, unter ferner liefen im Panorama des SPON. Dasselbe Muster wie bei Gysi und dessen (angebliche) Stasi Vergangenheit: So schnell wie möglich hysterisch den Teufel an die Wand malen - mit allen Spekulationen - und die Lösung dann unaufgeregt unter Verschiedenes liefern.
Warum nochmal soll ich für Printmedien bezahlen? Hallo?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-bremen-warum-die-spd-in-ihrer-hochburg-einbricht-a-1031605.html
5 Gründe nennt uns der Spiegel. 2 davon sind die Wahlgewinner AfD und FDP. Die Nichtwähler, diesmal satte 50%, dürfen da natürlich auch nicht fehlen. Dass die Grünen erheblich an Stimmanteilen verloren haben, wird zumindest erwähnt.
Aber das die Linke über 3,5% dazugewonnen hat, wird noch nicht einmal erwähnt. Schwach, wie ich finde. Contramann vermutet da eine Methode dahinter und ist mehr denn je davon überzeugt, auch zukünftig kein Geld mehr für die Printmedien auszugeben, obwohl er dies auf dem Online Portal entdeckt hatte.
Eine freie Presse galt früher doch als Zeichen für eine demokratische Gesellschaft in Abgrenzung zu Diktaturen wie dem „Ostblock“ und insbesondere der Nazidiktatur. Schlimme Sache das.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-ueber-nazi-vergleich-durch-syriza-in-griechenland-a-1016467.html
Nazi Vergleiche – sollte da ausgerechnet mein Freund und Kupferstecher Fleischhauer im Thema sein? Denn wenn die griechische Syriza Anfang des Jahres behauptet hatte, das sich Deutschland Griechenland gegenüber dank geforderter Sparpakete quasi alter Nazimethoden bedienen würde, dann könnte er ja vielleicht mit seiner Empörung Recht haben.
Haben denn nicht die „Deutschen“ 65 Milliarden Euro nach Griechenland transferiert, damit diese Renten und Löhne weiter zahlen können? Radikale Linke werden zu radikalen Rechten – siehe Horst Mahler. Und hatte nicht irgendein Historiker in der Welt über die Judenfeindlichkeit der Syriza berichtet?
Nein und nochmals nein, Fleischhauer. Ich für mein Teil halte es sogar für übelste Propaganda, die 65 Milliarden Euro als Sozialleistung hinzustellen. Schließlich floss das Geld ja nicht wirklich; Primär diente es zur Schuldentilgung bei privaten Banken.
Und zum Historiker Thomas Weber in der Welt:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article136950193/So-judenfeindlich-sind-Tsipras-und-seine-Leute.html
hier ein wörtliches Zitat aus eben diesem Artikel:
„Varoufakis' Ansichten sind typisch für die Syriza-Mitglieder des neuen griechischen Kabinetts. Sie sind in ihrer Intention mit Sicherheit nicht antisemitisch, auch wenn sie antisemitische Konsequenzen haben mögen.“
Aha. Reicht schon. Anti israelisch ist eben nicht antisemitisch, Herr Fleischhauer.
Wenn ich nicht aufpassen würde....
Aber Fleischi macht es ja trotzdem.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/jose-mujica-aus-uruguay-aermster-praesident-der-welt-tritt-ab-a-1005407.html
Den Link musste ich jetzt mal zum Downcoolen dazwischenschieben. Endlich etwas Anrührendes, ja ein Vorbild für alle Demokraten. José Mujica war fünf Jahre lang Präsident von Uruguay und trat Anfang des Jahres von der Bühne, der politischen.
Der Politiker und ehemalige Widerstandskämpfer blieb zeit seines Lebens in seinem einfachen Landhaus wohnen und kam offenbar ohne einen Tross von Leibwächtern aus. Vorbildlich. Seine politischen Erfolge und Mißerfolge werden im Artikel aufgezählt. Bewerten möchte ich dies ausnahmsweise nicht.
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/uruguays-praesident-auch-der-kaefer-wird-abgewaehlt-13258760.html
Selbst die FAZ findet keine Häme für die Versteigerung seines Käfers zur Finanzierung von Obdachlosen.
Der gepflegte Lebensstil ist halt bemerkenswert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/jan-fleischhauer-ueber-den-hype-um-syriza-in-griechenland-a-1020188.html
Weiter geht’s. Haut den Griechen mit Fleischi!
Menschen, die dem Treiben der Syriza mit Wohlwollen gegenüber stehen, bezeichnet er schon als Groupies. In diesem mal wieder sehr hetzerischen Kommentar zog Fleischi Ende Februar über Journalisten her, die Sympathie für Syriza bekundeten.
Schulmäßig ist ist insbesondere die lapidare Art, wie er die Professur von Varoufakis an der renommierten Stanford Universität beiseite wischt: Reiche Eltern würden schließlich für ein bisschen revolutionäres Gedankengut quasi als Unterhaltung für ihre Kids bezahlen.
So einfach ist es für Fleischi, etwaige Widersprüche in seiner eingeschränkten Weltsicht aufzulösen. Wenn jemand auf sachliche Argumente derart unsachlich reagiert, spricht man üblicherweise von Demagogie.

http://meedia.de/2015/02/23/pressekodex-von-unternehmen-die-wirtschaft-macht-sich-sorgen-um-die-unabhaengigkeit-der-medien/?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&utm_source=newsletter&utm_medium=email
Offenbar sind derartige Kommentare nicht nur mir übel aufgefallen. Wenn sich jetzt sogar DAX Konzerne freiwillig selbst reglementieren wollen, um eine direkte Einflussnahme auf die Medien einzuschränken, dann kann es mit der Freiheit der Presse nicht so weit her sein.
Ich glaube aber auch nicht, das die Wirtschaft aus reiner Menschenfreundlichkeit eine Freie Presse am Leben erhalten will. Es ist wohl eher so, dass die Konzerne sehr gut mitbekommen haben, das die Menschen hierzulande den Medien eh immer weniger glauben. Demzufolge rückt natürlich auch die Wirtschaft als Sponsor dieser Medien in bedrohliche Nähe zur totalen Unglaubwürdigkeit.
Ergo lässt man lieber etwas Kritik durchkommen, damit auch die ein oder andere Fehlinformation geschluckt werden kann.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/einwanderer-spd-fraktionschef-thomas-oppermann-will-punktesystem-a-1021449.html
SPD Fraktionschef Oppermann wandelt dagegen auf reichlich dunklen Pfaden. Wahrscheinlich wegen des Facharbeitermangels möchte er jetzt verstärkt qualifizierte Facharbeiter über die Möglichkeit einer Einwanderung ins Land holen.
Ob Herbert Wehner, Willi Brandt oder auch Erich Ollenhauer; Sie alle würden sich in ihren Gräbern umdrehen, wenn sie sehen könnten, was ihre Nachfolger aus der SPD gemacht haben. Meine Güte, Oppermann.
Falls wirklich Facharbeiter fehlen sollten, dann gäbe es ja immer noch genügend Arbeitslose zum Ausbilden oder Umschulen. Das kann doch nicht so schwierig sein, oder Oppermann?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/lehrerstreik-nicht-bei-den-falschen-sparen-kommentar-a-1021418.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/lehrerstreik-schafft-die-schulbeamten-ab-kommentar-a-1021362.html
Der erste Kommentar äußert sogar noch Verständnis für den Streik der angestellten Lehrer. Allerdings taucht auch hier wieder die Mär von den hohen Ruhestandsbezügen der (beamteten) Lehrer auf. Hier wird wieder mal unterschlagen, das die zu bildenden Rückstellungen für die Beamtenpensionen (deshalb sind die Bruttokosten für Beamte ja wesentlich geringer als die vergleichbarer Angestellter) bereits seit Jahrzehnten gnadenlos „verfrühstückt“ worden sind.
Sicherlich für die Allgemeinheit in Form von Straßen oder vielleicht sogar schönen Panzern. Dafür können aber die Beamten nichts.
Der zweite Kommentar ist da ungleich direkter. Schafft die Beamten ab!
Genau, sind sie doch alle faul und andauernd krank, während sich die angestellten Lehrer für einen niedrigeren Lohn abmühen müssen. Was für eine perfide Geisteshaltung: Wenn die Bezahlung für Beamte im Vergleich zu den Angestellten ungerecht ist, dann sollen nicht die schlechter bezahlten Angestellten mehr Geld bekommen, sondern die besser bezahlten Beamten weniger.
Begründung: Nur so erzieht man die faulen Beamten zum Fleiß.
Und was machen wir dann bei Feigheit vor dem Feind... Pardon: Schülern... na?
Mir graut es bei solchen Kommentaren im SPON.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Hartmudo: Motzki again

Letztens in der Mukkibude. Ich war gerade fertig mit meinem Programm und schlich in die Umkleide. Hinter mir ging ein Möchtegern Gangsta Rapper, der wohl ebenfalls fertig mit seinem Programm war.
Ich ließ die Außentür der Umkleide zur „Sporthalle“ hinter mir auf; ebenso die Innentür. Wollte sie ja dem Sportskameraden nicht vor der Nase zuhauen, macht man ja auch nicht. Einen Kommentar seinerseits von ihm, wie ein genuscheltes „Danke“, welches ich bei solchen Gelegenheiten abzugeben pflege, erwartete ich nicht wirklich von ihm. Wäre ja auch uncool.
Als ich mich dann vor meinem Spind umdrehte, musste ich allerdings feststellen, dass der Schnösel die Tür einfach offen gelassen hatte! Interessierte ihn offenbar nicht, zumal er sich selbst um 2 Ecken in der Umkleide vor den Blicken anderer „versteckt“ hatte. Im Gegensatz zu mir, der nun mit freiem Oberkörper und dampfender Büchse in den Sportraum gucken durfte.
Butterbrötchen....

Nicht das ich Angst hatte, dass die Mädels, die an dieser Außentür zu ihrer Umkleide vorbei stolzieren müssten, mir etwas weggucken könnten. Aber etwas peinlich finde ich es schon – ich bin da nicht so extrovertiert. Grummelnd schloss ich beide Türen ob der Schofeligkeit des Jungspundes.
Übrigens ohne Migrationshintergrund, nicht das mir dies jetzt noch einer vorhält. Jedenfalls kam es, wie es kommen musste: Der Schnösel war vor mir angezogen und verließ mit seiner Superduper Nike Tasche lautlos die Umkleide. Selbstverständlich ließ er die Türen sperrangelweit offen, so dass ich wieder voll im Rampenlicht stand.
Ich plusterte mich auf, war verärgert. Dann – der Typ war eigentlich schon weg – sprach ich lauthals: „Macht der das Zuhause auch so? Ich glaube eher nicht. Kann der nicht mal die Tür zu machen, der Idiot? Solche Idioten brauchen wir hier nicht. Da sollten wir lieber mehr Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufnehmen. Dann kann ja dieser Typ in Syrien die Ziegen hüten und in ein Erdloch kacken!“
Ich diskutierte danach noch ein bisschen mit einem anderen Sportskameraden, der das Ganze etwas lockerer als ich aufnahm. Mich kotzen solche Schnösel wie dieser Möchtegern Gangsta einfach nur noch an, da kann ich nicht anders, da werde ich zum Kinderschreck; zum Motzki.
Das zaghafte Argument des anderen Sportskameraden, dass der junge Typ wahrscheinlich aus einem schwachen Elternhaus kommen würde, lasse ich nicht gelten. Der Kerl war ja kein 12jähriger Teenager mehr! Auch wenn man berücksichtigt, dass die Schulen die Kinder nur noch auf irgendwelche Lernziele hin vorbereiten und evtl. Defizite aus dem Elternhaus nicht mehr angehen.
Ewig dieses Abschieben der Verantwortung. Wenn überhaupt, ist eine schlechte Kinderstube höchstens die Ursache, nicht aber die Entschuldigung für ein derart asoziales Verhalten. Dieses Desinteresse an seinen Mitmenschen legt er garantiert nicht an den Tag, wenn es um seine Haustür geht oder wenn er von Freunden oder Frauen etwas will.
Da kommt dann wahrscheinlich so ein cooles, schleimiges Lächeln mit nem lockeren Spruch rüber. Meine Güte, wie sehr mich solche Typen ankotzen!
Und ich habe noch was zu Motzen: Als ich letztens beim Lokführerstreik den Linienbus nach Salzgitter nehmen musste, stiegen in Bleckenstedt 3 10jährige Jungs zu und versperrten mit ihren Rucksäcken den Ausstieg.
Diese Rucksäcke waren mindestens 2 mal so breit wie die Kiddies selbst! Wer fabriziert so nen Mist und verkauft das noch an die Eltern als Schulranzen? Die Dinger sind ja breiter wie lang; da sind spätere Haltungsschäden vorprogrammiert. Kann man die Dinger nicht wenigstens in der Länge ausdehnen statt in der Breite? Die Kiddies sehen dann zwar aus wie Sherpas, aber wenigstens wird das Gewicht besser verteilt.
Und überhaupt. Wir leben hier in einem der reichsten Länder dieses Planeten und sind noch nicht einmal fähig oder willens, unseren Kindern solche unnötigen Belastungen zu ersparen? Dauernd das Gerede über Schulreformen, um den Bildungsstandard zu verbessern, aber schon früh geschädigte Wirbelsäulen sind des Nachdenkens nicht wert oder was?
Mein "Mensch-ärgere-Dich" Gesicht

Ich hör schon wieder die Stimmen, die da sagen: „Aber die Kinder brauchen die Bücher und Arbeitshefte doch auch zuhause für die Schularbeiten.“
So ein Blödsinn. Ganztagesschule und Ende. Dann können die Kinder ihre Übungen unter Aufsicht in der Schule machen und können nachmittags unbelastet nach Hause und spielen, weil sie keine Hausaufgaben an der Backe haben. Was hat mich dieser Umstand in der Kindheit belastet, wenn ich daran noch zurückdenke…
Ja, das kostet Geld für mehr Betreuungspersonal. Und ja, das Wohl der Kinder sollte „uns“ in dieser reichen Überflussgesellschaft wichtig genug sein, das wir vielleicht auch mal auf den einen oder anderen Luxusartikel verzichten. Spätestens an diesem Punkt jedoch scheitern alle Überlegungen, weil selbst Eltern – in der Regel die Mütter - häufig genug lieber die Kinder mittags mit dem Auto (SUV !) abholen, um ihren Kindern das Schleppen zu ersparen, als es ihnen „zuzumuten“, ein bisschen länger in der Schule zu bleiben, wo sie dort doch effektiver lernen könnten.
Natürlich nur die Eltern, die es sich leisten können, gelle. Ein Auto meine ich. Die „Abgehängten“, also die „Hartzer“, zählen ja sowieso nicht, oder?
Zum Schluss möchte ich hier nur erwähnen, dass Mutter Kind Parkplätze bei mir Beißreflexe auslösen. Will sagen, dass ich beim Einkaufen gezielt derartige Parkplätze ansteuere, weil sie – überraschenderweise – sehr nahe am Eingang und auch breiter ausgelegt sind.
Mütter mit Kindern sind denn auch keine Behinderten, also körperlich eingeschränkte Menschen. Ein bisschen Bewegung tut den Kindern i.d.R. sicherlich gut. Kleinkinder werden ja auch nicht in eine Karre gepackt, die man noch aus dem Kofferraum holen müsste, sondern gleich in den Einkaufswagen.
Bis jetzt hat mich noch niemand angemotzt, weil ich mich dorthin gestellt habe. Wenn es passiert, fällt mir hoffentlich eine coole Entgegnung ein. Ich werde berichten.

Samstag, 23. Mai 2015

Hartmudo Spezial: Irland im Bus

7 (11)
Heil waren wir angekommen, jetzt war erst einmal ausruhen angesagt. Wir aßen in unseren Zimmern das gekaufte Brot samt Käse und schlafften noch etwas ab. In der Hotelbar mit der gemütlichen Bahnhofsatmosphäre trafen wir uns dann am frühen Abend zur Pint Aufnahme und natürlich zum Kartenspielen.
Als die Musiker ihre Instrumente und den Bühnenaufbau soweit hatten, dass sie uns nerven konnten, zogen wir geschickterweise in das Zimmer von Dora und Herbert um. Die Carlsberg Dosen hatte ich auf das Außenbrett des Fensters zum Kühlen stellen können, so dass wir zum Zocken trinkbares Pils zur Verfügung hatten. Das klingt jetzt wahrscheinlich irgendwie langweilig für den gewöhnlichen Urlauber, aber wir Vier stehen drauf. Im Zimmer Solo spielen mit Dosenbier wie weiland in der Jugendherberge, so sind wir Deutschen halt. Auf irische Folklore kann ich jedenfalls sehr gut verzichten und Solo als Kartenspiel finde ich selbst nach vielen Jahren immer noch me-ga-geil!
Sonntag 19.10.
Auch hier schlief ich in der Nacht wohltuend gut, doch dann war wieder Frühstückszeit. Diesmal also Tralee bzw. waren wir ja in der Nähe von Tralee. Hier bot das Frühstück zu unserer Freude mehr Abwechslung als gewohnt; Im Frühstücksraum war ich sofort begeistert. Vorher jedoch waren wir nach dem Gang durch den tierisch langen Flur rechtzeitig vor dem Frühstücksraum angekommen. Bus 429, also die Gruppe Klaus, war um 7.30 Uhr mit Frühstück dran. Nicht um 7.00 Uhr und nicht 5 vor halb Acht. Die Kellnerin rief uns exakt um 7.30 Uhr in den Frühstückssaal rein. Vorher durfte die Gruppe Klaus nicht hinein, da sind die Leute dort eigen. Klaus höchstpersönlich hatte uns dies am Vortag noch ausführlich erklärt.
geil, dieser Hotelflur

Und trotzdem war ich begeistert. Denn es gab erstmals auf dieser Reise ein Buffet und sogar einen Toaster, bei dem die Weißbrotscheibe vorne reingelegt wurde und danach durch den Ofen über ein Fließband geleitet wurde, während die Scheibe auf der fahrt schön gebräunt wurde. Es gab frischen Toast, wie geil war das denn! Eier und Würstchen rührte ich vorsichtshalber nach wie vor nicht an, aber das Müsli und insbesondere das Weetabix hatten es mir angetan. Nicht alle meiner Mitstreiter am Tisch teilten meine Begeisterung, aber satt wurden wir dann doch allesamt. Wir Vier konnten nach unserem Frühstück sogar länger sitzen bleiben als alle – ALLE – unsere Mitfahrer von Bus 429, da der 429er heute ohne uns abfuhr. Denn den Ausflug zum „Ring of Kerry“, der berühmten Küstenstraße im Südwesten Irlands, hatten wir auch nicht gebucht, als Einzige aus unserer Gruppe versteht sich. 59,- € zusätzlich wollten wir uns eben nicht antun.
Diesmal hatte uns Klaus kein Alternativprogramm für weniger Kohle angeboten. Wozu auch, außer uns Vieren waren ja alle Schäfchen mit an Bord. Odfer hatten sich etwa doch einige nach dem ersten Sonderausflug beschwert, weil sie für mehr Geld weniger als wir mit Galway gesehen hatten? Wäre ja auch typisch Deutsch.
Somit waren unsere Mitreisenden schon am frühen Morgen mit Mr. Fortune und Bus 429 zum „Ring of Kerry“ unterwegs, während wir urplötzlich und ungewohnt plötzlich in der großzügig bemessenen Eingangshalle im Landhausstil saßen. Wir befanden uns mitten in der Bottnick, doch Dora hatte die rettende Idee gehabt. Wir wollten mit dem Taxi nach Tralee reinfahren. Wie Dora an der Rezeption erfuhr, sollte die Fahrt mit dem Taxi lediglich 12,- € kosten.
Tatsächlich waren es 14,- € Plus X und der Fahrer textete mich mit Fußball zu, aber nach kurzer und, wenn ich ehrlich bin, angenehmer Unterhaltung mit dem Fahrer hatten wir Tralee erreicht. Endlich, nun endlich waren wir frei und ungebunden. Kein Klaus und keine Reisegruppe um uns herum, kein „in einer Stunde treffen wir uns am Bus wieder“.
Der Taxifahrer setzte uns in der Stadtmitte von Tralee ab, dort, wo auch der Taxenstand ist. Erstaunlicherweise war in Tralee richtig was los. Soo klein ist der Ort also nicht. Und Tralee ist der Hauptsitz der Kerry Group (Kerrygold) und hat dazu noch den am westlichsten Punkt Europas gelegenen Bahnhof. Das habe ich aber erst hinterher aus Wikipedia erfahren, genau wie den Namen des wahrscheinlich berühmtesten Sohnes der Stadt: Rea Garvey, Sänger von Reamonn und Juror bei „Voice of Germany“. Doch berühmt ist Tralee für ein Festival, der „Rose of Tralee“.
ja wo ist sie denn, die Miss Eire?

Eigentlich ist die Rose von Tralee eine Art „Miß“ Wettbewerb, der jährlich ausgetragen wird. Die Gewinnerin, die zwar Irin sein muß, aber auch aus irgendeiner irischen Gemeinde, egal von wo auf der Welt, stammen muß, wirbt im Folgejahr auf einer Welttournee für die Republik Irland.
Direkt gegenüber vom Taxenstand war ein JC Penney, den wir uns allerdings für den Schluss unseres Besuches von Tralee aufheben wollten. Zuallererst wollten wir über den „Tralee Town Park“ zum Kanal gehen, um uns dort ein wenig die Füße zu vertreten. Unser Weg führte uns am „Kerry County Museum“ vorbei. An dessen Seite fanden wir ein schönes Rosenbeet zu Ehren der „Rose of Tralee“. Im Park dahinter stieß ich auf eine Steinplatte mitten auf dem Gehweg zu Ehren von Neil Armstrong. Warum oder wieso weiß ich bis heute nicht. Haben die Bürger von Tralee die Platte etwa dorthin gelegt, weil Neil ursprünglich aus Tralee stammt? Unwahrscheinlich, weil Wikipedia dies gewusst hätte.

Dienstag, 19. Mai 2015

Uncle Fester: Wool Triologie

Hugh Howey hat mit diesen 3 Romanen ein Highlight setzen können; Und das in vielerlei Hinsicht. Da wäre zuerst die packende Story zu nennen. Zum ersten Roman „Silo“ hatte ich mich letzten Monat schon geäußert, zu den beiden anderen Romanen unten mehr.
Richtig interessant ist die (noch) ungewöhnliche Vermarktungsstrategie von Howey. Dazu möchte ich etwas weiter ausholen. Hugh Howey, 1975 in Charlotte, North Carolina, geboren, wuchs mit Star Wars auf und träumte bereits als Teenager davon, Autor zu werden. Bereits in jungen Jahren las er Shakespeare und George Orwell. Nach cder Lektüre der drei Bücher überrascht mich das in keinster Weise.
Am College hielt es der rastlose Howey lediglich ein Jahr lang aus, dann kamen die Jobs. Als Buchhändler war er da ja noch nahe dran am Literaturzirkus, aber in der Folge verdingte er sich u.a. als Bootsbauer, Dachdecker oder auch Skipper. Letzterer Job quasi von den Bahamas bis nach Kanada. Erst als er seine spätere Frau kennenlernte, wurde der alte Streuner sesshaft und zog mit seiner Frau nach Florida.
Hier, mit Heim und Hund, kam er zur Ruhe und besann sich auf seinen Jugendtraum. Ab jetzt ging es schnell: „Wool“, die Geschichte einer Menschheit, die unterirdisch in Silos lebt, weil die Erdoberfläche vermeintlich komplett verseucht ist, war ursprünglich nur als kurze Novelle konzipiert.
Da Hugh keine Erfahrungen mit Verlagen und Agenten hatte, veröffentlichte er Wool in Eigenregie als Ebook bei Amazon. 99 cent sollte der Text kosten. Auf diese Weise versuchen es viele Autoren, weil man auf diese Weise seinen Text praktisch gleich vom eigenen Rechner aus direkt vermarkten kann, ohne dass ein Verleger oder ein Lektor drauf guckt und den Text durch Änderungswünsche verhunzt.
Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass viele Autoren ihre Texte nur deshalb über Amazon als Ebook vertickern, weil ihre Stories vorher von einem Lektor eines Verlages abgeschmettert worden waren. Denn stellenweise ist die Qualität dieser Traktate stark grenzwertig – da könnte ich meine Texte ja auch als Buch über Amazon vermarkten.
Nicht so im Falle des Hugh Howey. Obwohl er auf einen Lektor verzichtete, fanden mehr und mehr Leser Gefallen an der kurzen Story. Howey sah sich gezwungen, die Geschichte mit weiteren Texten auszudehnen. Auf diese Weise entstand der in meinen Augen geniale Anfang, in dem die vermeintlichen Hauptpersonen sehr schnell sterben und die eigentliche Hauptperson, Juliette Nichols, erst ab Seite 100 die Bühne betritt.
Schließlich umfasste Wool mehr als 500 Seiten. Howey veröffentlichte den kompletten Text als Sammelband Anfang 2012 erneut und auf einmal ging es los. Die großen Verlage entdeckten das Potential – ohne das Howey es vorher auch nur versucht hätte, seine Texte dort unterzubringen. Für den amerikanischen Markt behielt Howey die elektronischen Rechte vorsichtshalber selbst, sind doch seine Erzählungen stets bei den Topverkäufen zu finden.
Für den deutschen Markt dagegen konnte sich Piper die Rechte an Wool und den beiden Nachfolgeromanen „Level“ und „Exit“ sichern. Ein kluger Schachzug des Autors, da er sich so nicht auch noch ums Übersetzen in andere Sprachen kümmern musste. Als I-Tüpfelchen kommt noch der Verkauf der Filmrechte an 20th Century Fox hinzu. Der Altmeister Ridley Scott soll den packenden Stoff für die Leinwand umsetzen.
Aber jetzt erstmal zur Fortsetzung der Geschichte.
                                        
In Band 1 (Silo) hatte Juliette am Ende wieder ihren Silo, die Nummer 18, erreicht und mit ihrem Freund Lukas die Geschicke des Silos übernommen. Und jetzt wird es wieder ungewöhnlich, denn der zweite Band „Level“ setzt die Geschichte nicht an dieser Stelle fort, sondern startet mit dem Bau der Siloanlage im Jahre 2049.
Donald Keene ist 2049 ein junger Kongressabgeordneter und Protege des mächtigen Senators Thurman. Die Geschichte kommt ins Rollen, als Thurman Donald beauftragt, einen riesigen Hochhauskomplex zu bauen – bloß unter der Erde: Die Silo Anlage! Angeblich als Schutzräume für die Gegend um Atlanta, weil dort ein Atommüllendlager errichtet wird.
Wovon Donald jedoch nichts ahnt, ist der Irrsinn von Thurman und zwei anderen der typischen Strippenzieher im Hintergrund, die meinen, die Welt von den umweltzerstörenden Menschen säubern zu müssen. Anläßlich der Einweihung der Siloanlage jagen sie den Atommüll hoch und lösen den 3. Weltkrieg aus. Die handverlesenen und geladenen Gäste können nur noch in die Silos fliehen.
Bei dieser Aktion verliert Donald seine Ehefrau Helen aus den Augen – sie kommt in einem anderen Silo unter. Dafür betreten zwei andere Frauen die Bühne; Donalds` Schwester Charlotte, eine Kampfpilotin der Air Force, und Thurmans` Tochter Anna, welche Donald schon seit der Kindheit liebt. Ich sage mal, mehr Philip K. Dick und seine Frauen geht nicht.
Donald kommt in Silo 1 unter. Wie alle anderen wird er eingefroren und von Zeit zu Zeit, bei Bedarf, nach Jahrhunderten.... aufgeweckt. Dann ist er Troy, kann sich (zunächst) nicht an seine Vergangenheit erinnern. Alle in Silo 1 haben andere Namen und erinnern sich nicht, bis auf Thurman selbstverständlich.
Doch Donald hat aufgrund eines Zufalls einen Gendefekt, der dafür sorgt, dass er sich nach einiger Zeit doch rückbesinnen kann. Zumeist wird er spätestens dann wieder eingefroren und das Ganze geht von vorne los. Jedenfalls sorgt er in einer seiner Schichten für das Abschalten eines Silos, d.h. die Öffnung der Außentore, wodurch tödliche Nanobots eindringen und die Bevölkerung des Silos töten. Jener Silo 30 bereitete Probleme, weil die vorgegebene Ordnung (Bürgermeister, IT Chef als eigentlicher Herrscher) aufgrund eines Aufstandes kippte.
Dazu lässt er sich irgendwann auf eine Beziehung mit Anna ein, gerade als er sich selbst wieder bewußt war. Seine geliebte Ehefrau war nämlich in einem anderen Silo gelandet und zu dem Zeitpunkt schon gestorben; mit seinem besten Freund war sie dann sogar noch verheiratet! In den anderen Silos wurden die Menschen nicht eingefroren, so dass Donald mehr und mehr verzweifelt. Auch stellt sich Thurman zunehmend als übler Tyrann heraus, der als Persona non Grata nach wie vor die Richtung bestimmt.
Irgendwann vertauscht Ana die Namensschilder, so dass Donald nicht als Troy, sondern als Thurman und damit Herrscher aller Reusen erweckt wird. Der von Selbsthaß geplagte Donald tötet Anna in der Tiefkühltruhe und erweckt seine Schwester Charlotte. Die wiederum schafft es, eine Drohne über den Bereich der Silos hinausfliegen zu lassen.
Die Drohne landet im grünen Gras unter blauem Himmel. Oooh....
Der andere Handlungsstrang dreht sich um den Silo 17. Erzählt wird die Geschichte von Solo, der ja anscheinend jahrzehntelang als Einsiedler gelebt hatte und dann von Juliette gefunden wurde. Der war als Kind der Sohn des IT Chefs und eigentlich als Schatten, also als Nachfolger, ausersehen. Als es jedoch zum Aufstand in diesem Silo kam, zog Thurman aus Silo 1 die Reißleine und ließ den Silo per Fernsteuerung öffnen, so dass die unaufhaltsamen Nanobots den Großteil der Bevölkerung töten konnten.
Durch die Funkgespräche zwischen Silo 1 und den anderen Silos wird das Grauen deutlich. Die IT Chefs der anderen Silos, die genau über den Zwang zur Willfährigkeit informiert sind, versuchen notfalls zu lügen, um einer Abschaltung durch Silo 1 zu entgehen. Leider werden die Stimmmuster von Silo 1 ausgewertet, so dass wieder mal Widerstand zwecklos erscheint.
Es gäbe noch einiges über weitere Nebenstränge zu berichten; auch hält Donald gegen Ende se8ine schützende Hand über Silo 18, indem er Juliette per Funk Ratschläge gibt. Aber lest es Euch selbst durch – ist geil. Und lest es NACH Silo. Sicherlich wäre Level chronologisch erst dran, aber so hat es seinen eigenen Reiz.
Exit ist der dritte Band von „Wool“. Ich nehme es vorweg – hier sind noch viele Folgebände möglich dank des Szenarios, welches Howey ersonnen hatte.
Juliette lässt im untersten Stockwerk von Silo 18 einen Tunnel zu Silo 17 graben, um auf diesem Weg Solo und die Kinder erreichen zu können. Hauptsächlich möchte sie aber auf diese Weise zusätzlichen Raum für die Bewohner ihres Silos schaffen.
Leider ist Donald in Silo 1 durch Zufall aufgeflogen. Sein Mordversuch an Thurman war gescheitert. Irgendwie schafft dieser es, seine Identität wiederherzustellen. Mit großer Brutalität wird Donald unter Arrest genommen und gequält. Die eigentlich fällige Verurteilung zur Reinigung wird aber ausgerechnet von Thurman unterbunden, der Donald zwar den Mord an Anna noch nachträgt, aber mittlerweile total abgehoben sich quasi in einem gottähnlichen Zustand wähnt. Von Charlotte`s Existenz bzw. Aufweckung weiß er allerdings nichts, soweit hat Donald sich noch unter Kontrolle.
Thurman ist aber der Aufstand in Silo 18 nicht verborgen geblieben. Er lässt die Außentore des Silos sprengen, auf dass der Silo komplett mit den dafür entwickelten Nanobots geflutet wird. Lukas kann mit letzter Kraft noch eine Warnung an Juliette funken, dann stirbt er. Die verzweifelte Juliette (großes Emotionskino – wann kommt der Film?) kann gerade noch ein paar Hundert Menschen über den Tunnel nach Silo 17 in Sicherheit bringen.
Die geretteten Menschen wollen gleich den von Juliette gesprengten Rückweg frei schaufeln doch endlich lassen sie sich überzeugen, das sie keine andere Wahl haben, als in Silo 17 zu bleiben. Dieser Silo kann natürlich nicht alle ernähren. Und während Solo versucht, seine Kinder zusammenzuhalten, kommen in diversen Nebensträngen noch soviel Zusatzaspekte in die Handlung, dass ich sie nicht anreißen möchte. Ich denke, eine Serie ist bei diesem Stoff mehr als angemessen.
Jedenfalls kann Juliette, die bereits seit geraumer Zeit von allen angefeindet wurde, die Überlebenden davon überzeugen, mit neu gebastelten Schutzanzügen auf der Oberfläche ihr Glück zu versuchen, weil die Ressourcen dieses Silos nicht mal für eine Woche ausreichen können. Sie ist felsenfest davon überzeugt, dass irgendwo hinter den Silos eine normale Landschaft sein muss, die ein Überleben ermöglicht.
Dies weiß sie dank Charlotte aus Silo 1. Diese hält sich vor Thurmans Schergen so gut es geht versteckt, wird aber schließlich von Darcy, einem Sicherheitsmann des Silos, entdeckt und gefangengenommen. Und um der Story den Drive zu erhalten, schafft sie es, Darcy zu überzeugen, ihr bei der Befreiung ihres Bruders zu helfen.
Zum Schluss ist Donald/Troy befreit und sprengt in einer hochdramatischen Szene den Silo in die Luft. Der schwer verletzte Darcy, der sich – wie auch sonst – noch schnell in Charlotte verknallt hatte, steckt Charlotte in einen Schutzanzug und ermöglicht ihr noch die Flucht auf die Oberfläche, bevor der Silo 1 hochgeht. Mit Darcy natürlich.
Zum Schluss stehen damit Juliette und Charlotte mit den anderen Überlebenden aus Silo 18 sowie Solo und seinen Kindern aus der 17 in einer grünen Landschaft und sind erst einmal froh, überlebt zu haben. Spätestens ab hier sollte die nächste Staffel einsetzen.
Ja, genau. Der Stoff schreit förmlich nach einer Verfilmung als Serie, nicht fürs Kino. Kino ist zu platt, da gehen die ganzen Nuancen verloren. Als da wäre z.B. die religiöse Komponente, die im letzten Band in einer Nebenhandlung kurz angerissen wird.
Hugh Howey hat es mit „Wool“ vorgemacht, wie man im Wechselspiel mit den Lesern aus einer guten Idee einen noch besseren Roman schreiben kann. Der Einfluss der Leser über Social Media ermöglichen den Autor, auf sein Zielpublikum einzugehen. Ein Lektor kann das nicht, weil er zwar seinen Markt kennt, aber auf Änderungen aufgrund Betriebsblindheit nicht reagieren kann.
Ein Nachteil könnte allerdings sein, dass Autoren auf diese Art langfristig nur noch den Mainstream bedienen, wodurch wirklich neue Erzählstile unterdrückt werden. Hier bin ich trotzdem zuversichtlich, dass es wie üblich zu einer Gegenströmung kommen wird, die dann einfach ihr Ding durchzieht.
Da sind dann immer wieder noch die Lektoren gefragt.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Contramann: kurz gesehen im Mai

http://www.huffingtonpost.de/2015/05/05/bahnstreik-claus-weselsky_n_7218704.html?utm_hp_ref=germany
Alle sind genervt, die Wirtschaft könnte Schaden nehmen. Ich habe sogar irgendwo gelesen, das sich die Steigerung des Wirtschaftswachstums absenken könnte. Kein Witz!
Wir reden hier natürlich über den „großen“ Bahnstreik der GdL über 6 Tage. Da bricht natürlich alles zusammen, warum ruft die Regierung eigentlich nicht den Notstand aus? Warum die deutsche Huffington Post die Tips von Weselsky – das Umsteigen aufs Flugzeug oder Auto, Fernbus hat er vergessen – für zynisch hält, erschließt sich mir nicht.
Contramann möchte mal genau so in die Polemik einsteigen: Hat denn in dieser, einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt, nicht sowieso jeder mindestens ein Auto zur Verfügung?`Und wenn nicht, dann hat er auch keinen Job und muss ergo nicht zur Arbeit mit der Bahn fahren. Und falls er grad eine Umschulung macht.... wer glaubt, das sich dort für einen Umschüler etwas zum Positiven entwickelt, bitte melden!
In den Nachrichten sah ich einen Lehrling, der nicht zur Prüfung konnte und in die Kamera jammerte. Als Krönung sagte der Kommentator im Off, dass dieser dann von seinen Kollegen rechtzeitig mitgenommen werden konnte. Also, es geht doch.
Meine Güte, wie unbeholfen die Menschen doch sind. Alle sind angeblich so schlau, dass sie bei Jauch die Millionenfrage knacken könnten aber wenn einmal der Zug ausfällt... Es ist einfach frustrierend, dass der deutsche Michel nur dann protestiert, wenn es um seine eigene Bequemlichkeit geht. Reden wir dagegen über TTIP, Endlagerung des Atommülls oder den schleichenden Klimawandel, dann ist der mündige Bürger in der Regel eher desinteressiert. „Da kann man sowieso nichts machen...“ ist häufig die resignierte Antwort.
Widerstand ist zwecklos, Ihr werdet alle assimiliert. Nein, stimmt ja gar nicht! Ihr seid es schon längst!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bahn-streik-das-leben-ist-unfair-fleischhauer-kolumne-a-1032091.html
Den Fleischhauer zum Bahnstreik braucht es noch zum Abrunden. Schön, dass Herr Fleischhauer seinen Sohn in einer privaten Kita unterbringen konnte. Immerhin hat er ja auch ein Auto und fliegt auch schon mal mit den Flugzeug. Schön zu wissen, dass es beim Spiegel so viel Geld zu verdienen gibt für die permanente Agitprop im Stile eines Gerhard Löwenthals.
Zu seiner „sachlichen“ Kritik: Natürlich ist es für die Betroffenen beschwerlich, zur Arbeit zu kommen oder oder oder. Aber die Welt geht hiervon doch nicht unter. Und wer meint, für ihn aber doch, der sollte mal besser seine eigene Lebenseinstellung hinterfragen und dann mal downcoolen. Jammerlappen, dammische!
Die Erzieher in den KiTas streiken als Nächste!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bahn-streik-danke-claus-weselsky-augstein-kolumne-a-1032521.html
Respekt, Augstein. Gut erkannt. Er spricht hier einen entscheidenden Aspekt an, und zwar das Verhalten der SPD. Die frühere Arbeitnehmerpartei, schon in der Vergangenheit eng verfilzt mit den großen Gewerkschaften, droht in der Person von Frau Nahles mit dem Tarifeinheitsgesetz den Alleinvertretungsanspruch von Verdi oder der IG Metall zu zementieren.
Dies war vielleicht noch in den 70er Jahren des letzten Jahrtausends hilfreich, um die Kräfte der Arbeitnehmer bei Tarifauseinandersetzungen besser bündeln zu können. Seither sind Gewerkschaftsführer aber in den Aufsichtsräten stark repräsentiert und agieren zunehmend mehr im Sinne der Arbeitgeber. Gerade die Lokführer, die ja zugunsten der anderen Bahnbeschäftigten Abstriche in der Vergangenheit bei Tarifabschlüssen hinnehmen mussten, wissen davon ein Lied zu singen.
Wo sind die Erneuerer in der SPD?

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-vorschlag-wahlen-sollen-eine-ganze-woche-dauern-13341105.html
Die Generalsekretärin der SPD, Frau Fahimi, möchte ich nicht zu den Erneuerern zählen. Einen Wahltag auf eine ganze Woche auszudehnen, ist in meinen Augen absoluter Müll. Die Schweden mögen das ja so machen, da gibt es allerdings auch einsame Gehöfte im Norden; da macht das Sinn.
In der dicht bevölkerten Bundesrepublik bringt das gar nichts.
Als ob die Leute nicht zur Wahl gingen – bald 40% Nichtwähler im Schnitt! - weil es Sonntags halt nicht passt. Und die sollen Montags oder Donnerstags dann zur Wahl gehen?
Frau Fahimi, wovon träumen Sie des Nächtens?

http://www.neopresse.com/politik/offener-brief-zur-neujahrsansprache-von-angela-merkel/
Hier mal ein wunderschöner Kommentar zur Neujahrsansprache der Kanzlerin. Zwar schon a bisserl her, aber absolut lesenswert, diese Haßtirade. Sehr schön finde ich, das der Kommentator darauf hinweist, dass die Worte von Merkel das Gegenteil von dem behaupten, was sie mit ihrer Politik anrichtet.
Sie redete über Frieden und Zusammenarbeit – Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure. Und diese Waffen sind mit ein Grund dafür, warum so viele Menschen flüchten müssen. Und sterben. Der Vergleich der jetzigen, drohenden Zensur von Medien mit der Maschinerie des nationalsozialistischen Staates gilt einigen von Euch vielleicht etwas überzogen.
Ich hoffe, wir müssen uns hierüber nicht in 10 Jahren noch mal drüber unterhalten, Yo.

http://www.neopresse.com/politik/stasi-vergangenheit-merkel-alias-im-erika/
Gleich hinterher von derselben Quelle deshalb noch schnell etwas über IM Erika, dem angeblichen Stasi Namen unserer heutigen Kanzlerin. Angeblich deshalb, weil die Andeutung, dass sie Robert Havemann für die Stasi ausspioniert haben könnte, schon in den wenigen Zeilen nicht wirklich überzeugt.
Interessanter ist da eher ihr steiler Karrieresprung nach einer Begegnung mit der Stasi. Zu erwähnen bleibt weiterhin, dass sich Frau Merkel ja nun nicht gerade in der DDR Opposition engagiert hatte. Ein Mann wie Gysi, der immerhin Regimegegner als Rechtsanwalt vertreten hatte, wird dagegen ohne Beweis als Stasimitarbeiter hingestellt.
Nicht aber die ehemalige Funktionärin für Agitation und Propaganda in der FDJ.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-fordert-ausweitung-der-telefonueberwachung-a-1012717.html
Ein Fleischhauer aus dem Januar, und was für einer. Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ lautet sein Argument für eine Vorratsdatenspeicherung, weil es dabei ja nicht um Prävention gehe, sondern darum, nach einem Terrorakt die Auffindung der Täter zu erleichtern.
Zynisch. Und billig obendrein, denn die Franzosen haben das ja schon. Bloß weil sie damit die Katastrophe nicht verhindern konnten, heißt das nicht, das die Daten die Ermittlungen der Täter beschleunigt hätten.
Fleischhauer argumentiert nach dem Motto: „Zu irgendwas wird es schon gut sein.“

http://www.stern.de/wirtschaft/news/griechenland-alexis-tsipras-verpulvert-kuenftig-milliarden-2170138.html
Ende Januar. Die Syriza hatte gerade die Wahl in Griechenland mit dem Versprechen gewonnen, sich nicht mehr dem EU Diktat beugen zu wollen. Da ging den Mächtigen Europas gleich der Kackstift – Wo komm` wir denn da hin?
Der Stern ist dann auch gleich vorne mit dabei, wenn es darum geht, dem geneigten Bundesbürger zu erklären, warum höhere Steuern und soziale Wohltaten Gift für die Wirtschaft sind.
Viele glauben hierzulande ja immer noch, das wenn es der Wirtschaft gut geht, würden ein paar Krümel abfallen. „Mit vollen Händen“ wolle Tsipras das Geld ausgeben. Die einfachen Parolen waren ja immer schon die wirksamsten.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-kathrin-oertel-gruendet-pegida-konkurrenten-a-1015619.html
Die Abspaltung von der Pegida durch deren ehemalige Sprecherin Kathrin Oertel, um sich von rechtsextremen Tendenzen zu distanzieren und den Protest endlich mal auf mehr Demokratie und vielleicht ja auch soziale Gerechtigkeit zu lenken, erwähne ich hier nur mal schnell nachrichtlich.
Hat sich aktuell im Mai 2015 wohl auch schon wieder erledigt.

http://www.neopresse.com/politik/ukraine-die-uebernahme-der-landwirtschaft-durch-westliche-unternehmen/
Dieser Artikel über die Ukraine ist schön herausgearbeitet. Die Kornkammer Europas ist finanziell klamm und auf Kredite der EU angewiesen. Und natürlich erfüllt die prowestliche Regierung die Bedingung für die Kredite – den Schrei nach Reformen.
So können jetzt Wasser- und Energieversorgung reformiert, also privatisiert, werden. Cargill und Monsanto haben bereits investiert. Sicherlich ganz uneigennützig bei einer der größten Getreideexporteurnation der Welt.

http://darmstaedter-tagblatt.de/wirtschaft-artikel/karstadt-plant-billigloehne-und-stellenabbau-1484.html
Karstadt plant Billiglöhne, um den Betrieb zu retten. Und wer Waren auspackt, soll weniger Geld verdienen. So wie in der Logistikbranche halt.
Mensch, das ist ja wie bei Amazon! Der Internetkonzern, den Verdi in den letzten 2 Jahren aus genau diesem Grund immer mal wieder bestreiken läßt.
Nanu, aus der Ecke ist es beim Thema Karstadt so still....
Verdi, wir hören nichts!!!

http://www.focus.de/wissen/weltraum/astronomie/mit-kepler-weltraumteleskop-forscher-finden-aeltesten-stern-mit-erdgrossen-planeten_id_4434468.html
Heute mal zum Abschluss etwas Unpolitisches. Ja, es gibt sie. Erdähnliche Planeten, doch wir kommen da nicht hin. Zu weit weg, das übersteigt die derzeitigen technischen Möglichkeiten. All den Realisten dort draußen sei aber eins gesagt:
Über kurz oder lang müssen „wir“ dort hin, egal wie. Ansonsten gehen hier in 2 – 3 Generationen die Lichter aus. Oder das Ganze läuft ab wie bei Mad Max. Selbst dann, wenn die Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme reformiert oder auch revolutioniert werden könnten, würde dies nur einen kurzen Aufschub vor der endgültigen Katastrophe bringen.
An eine komplette Bevölkerungskontrolle a la Huxleys „Brave new World“, was meiner Ansicht nacht die einzige Möglichkeit wäre, die Menschheit noch Jahrhunderte lang am Leben zu erhalten, glaubt doch wohl keiner ernsthaft, oder?
Will ja auch keiner. Und Contramann erst recht nicht.