Dienstag, 8. September 2015

H Lecter: Angie 5/x

5
Weiter gehts, wir waren bei den schrägen Freunden von Angie. Als da zuerst mal Udo und Harry zu erwähnen sind. Udo`s Schäferhündin sollte ich hierbei nicht vergessen. Als Udo irgendwann in Urlaub war, hatte ich die Schäferhündin in Pflege.
Sie mochte mich wirklich und wich mir nicht von der Seite. Wohlerzogen, hörte sie vorbildlich aufs Wort. Ich konnte sie ohne Bedenken frei laufen lasse; Heutzutage wirst Du dafür ja quasi schon verhaftet. Aus diesen ca. 3 Tagen ist mir außer diesem Umstand nur eins im Gedächtnis geblieben.
Ich hatte ja dieses selbst gebaute Podestbett, das breit genug war, so dass die Schäferhündin sich dort auch noch an die Seite hinlegen konnte. Ich fand es beim Einschlafen höchst putzig, das die Hündin ihre Vorderpfoten bei mir unter die Decke schob. Sicherlich war ihr kalt.
Als ich dann später aufwachte, musste ich feststellen, das sie des nächtens komplett unter die Decke gerutscht war und sich wohlig an mir kuschelte. Und ich hatte davon nichts mitbekommen, weil ich wahrscheinlich mal wieder so richtig straff war. Aber natürlich war ich dem Tier nicht böse. Ich bin ja schließlich mit einem Cocker Spaniel aufgewachsen.
Aber zurück zu Udo und Harry. Wann genau ich die Beiden das erste Mal getroffen hatte, weiß ich nicht mehr. Doch kurze Zeit danach fuhr ich mit Angie nach Wolfenbüttel, um Udo beim Umzug zu helfen. Jaaaa… Ich denke…. Da habe ich zumindest Udo überhaupt erst kennengelernt.
Die Story ist folgende: Udo saß wohl wegen BTM (Betäubungsmittelgesetz) in der JVA von Wolfenbüttel. Gerade entlassen, zog er in eine der üblichen Mietskasernen von Wolfenbüttel in den 2. Stock. Von seiner neuen Wohnung hatte er einen hervorragenden Blick auf seine alte Wohnung, denn er zog natürlich in ein Haus, welches gegenüber vom Knast lag.
Der bekennende Ultrakiffer hatte da keine Berührungsängste und erzählte noch ganz unschuldig, das er ja die ganzen Schließer noch kennt, immer ein gutes Verhältnis zu ihnen hatte und ab und an nochmal hingeht, um einen Kaffee zu trinken. Krass.
Auch bei diesem Umzug war ich natürlich wieder erkältet, aber zu viert – Harry war ebenfalls dabei – kriegten wir die Sache gewuppt. Als etwas schwierig im Transport die Treppen hinauf erwies sich das 3 Meter lange Aquarium. Es war zwar kein Wasser drin, aber trotzdem mussten wir richtig asten, um das Teil heile hochzubugsieren.
Nach der Aktion gab es die üblichen Stärkungen. Das Aquarium wurde selbstverständlich nicht sofort befüllt. Erst bei einem späteren Besuch habe ich das zugegebenermaßen hübsche Arrangement bewundern dürfen. Geschmack hatte Udo ja, das muss man ihm lassen.
Udo hatte übrigens ein nettes Hobby: Er stellte aus Keramik oder Ton Drachen her, die er in frohen Farben brannte. Angie hatte er ein wunderschönes Exemplar in grün geschenkt; die weit gespannten Flügel waren garantiert nicht so einfach anzubringen.
Seine Wohnung war voll mit diesen Drachen. Er fuhr dann auch irgendwann nach Italien, weil er dort eine Ausstellung mit diesen Drachen hatte. Billig verkaufte er die Dinger garantiert nicht – die Drachen waren eindeutig Kunst.
Am härtesten aber war die folgende Aktion. Ich kam eines Nachmittags nach Hause. Angie saß mit Udo und Harry in der Küche; die Schäferhündin natürlich wie immer mit dabei. Da war ich doch total verdattert, nicht weil alle schon total breit waren, die Schäferhündin übrigens auch. Bei den Nebelschwaden… Die musste es ja auch immer mit einatmen, schien aber ganz zufrieden zu sein.
Egal, der Hund war da nur Nebensache in dem obskuren Bild, welches sich mir darbot. Außer den Rauchwaren und reichlich Bier stand noch eine Dose mit Vereisungsspray auf dem Küchentisch. Harry lachte so vor sich hin; Ihr wisst schon, dieses fiese Bon Scott Lachen (er sah auch so aus wie der Sänger aller Sänger).
Udo schien voll konzentriert zu sein, was auch gut war. Denn er hatte einen Hammer in der rechten Hand und auch schon zum Schlag ausgeholt; er brauchte den Hammer nur noch runterknallen lassen. Auf das Buch, welches er elegant über Angies kleinen Finger der rechten Hand gelegt hatte.
Deshalb also das Vereisungsspray… Angie war wieder mal total von ihrer Arbeit genervt und brauchte einfach mal wieder ein paar freie Tage, um dem Biertrinken und Rauchen zu fröhnen. Solche Anwandlungen hatte sie öfters, aber das sie bis zur Selbstverstümmelung gehen würde, war für mich dann doch überraschend.
Kurze Zeit später – ich hatte es mir nicht live angeschaut – war das Werk wohl vollbracht und der kleine Finger gebrochen. Die Vereisung sowie die angesprochenen Betäubungsmittel hatten ein lautes Schreien verhindert.
Darauf trank ich auch noch ein Bier mit; Man soll ja nichts verkommen lassen.

Sonntag, 6. September 2015

Hartmudo: Flippern

Es ist jetzt zwar schon etwas her, aber am 8. August sind wir ins Phaeno im Wolfsburg zu einer Ausstellung gefahren. Etwas Kultur tut bekanntlich immer gut, das wollte ich hier nicht unter den Tisch fallen lassen. Aufgrund des aktuellen Nervs mit der Bahn ist dies leider etwas ins Hintertreffen geraten, aber beileibe nicht aus dem Gedächtnis verschwunden.
Irgendwann im Frühling bin ich über ein Prospekt des Phaeno Wolfsburg gestolpert, in dem diese monatelange Ausstellung beworben wurde. In einer Sonderausstellung wurden historische Flipper mehrerer Generationen ausgestellt, ja man sollte an den Geräten sogar selbst spielen können!
Sofort war ich Feuer und Flamme, wurden da doch Jugenderinnerungen wach. Die alte „Gang“, soweit ich noch Kontakt habe, wollte, nein musste ich einfach dafür reaktivieren. So groß war meine Freude; auch Pocke war sofort begeistert.
Doch leider blieb es bei mir so 1-2 Monate liegen. Zwischendurch dachte ich wohl immer mal wieder dran, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Anfang Juli raffte ich mich endlich auf und kontaktierte die „Gang“: Pocke, den Langen und Tesla. Als Termin für den Museumsbesuch schlug ich Samstag den 8. August vor und stellte mich gleichzeitig als Fahrer zur Verfügung. Der Stein kam ins Rollen.
Nur bei Tesla hatte ich Pech, denn eine Automatikstimme sagte nur: „Dieser Apparat ist vorübergehend nicht erreichbar.“ Was war da los? War Tesla krank, hatte das Telefon bezahlt oder gar… Ich machte mir Sorgen, zumal Pocke und der Lange auch nichts weiter von Tesla wussten.
Zur Beruhigung: Tesla ist nichts passiert, der Lange hatte ihn irgendwann erreicht und auch Bescheid gesagt. Der Lange war seinerseits begeistert über die Idee und wollte mit. Wie der Zufall es so will, waren Urmel und Ilka an dem fraglichen Wochenende ebenfalls in Braunschweig. Wie ich auf Nachfrage bei Urmel herausfand, hatte er ebenfalls großes Interesse an einem Museumsbesuch.
Am besagten 8. August radelte ich daraufhin frühmorgens Richtung Stöckheim, da Pocke himself unbedingt fahren wollte. Catwoman kam auch noch mit, leider musste der Lange kurzfristig passen. So waren wir also zu viert Richtung Wolfsburg unterwegs.
Der Teil des Phaeno, in dem die Flipperausstellung stattfand, war bereits gut besucht. Zu unserer Verwunderung waren wir Jungs quasi die Ältesten der Interessenten. Neben Catwoman waren auch noch eine Vielzahl anderer Kiddies unterwegs.
Einer der Älteren

Aber alle – auch wir – waren stark fasziniert von den blinkenden und piepsenden Geräten. Der Sound klingender Bumper umschmeichelte meine Gehörgänge. Elektronische Stimmen forderten die Spieler auf, bestimmte Targets oder auch nur einzelne Rampen zu treffen, um eine höhere Punktzahl zu erreichen. Bally, Williams oder Gottlieb. Die Ausstellung hatte Geräte von allen 3 Herstellern.
Hierzu muss man wissen, dass jene 3 Hersteller sich den Markt untereinander aufgeteilt hatten. Wir kannten seinerzeit keine Flipper anderer Hersteller, es gab offenbar nichts Vergleichbares auf dem Markt. Und in dieser feinen Ausstellung hatten Sie Geräte ab Baujahr 1961 stehen.
Sehr schön, das zu jedem Gerät auch noch kleine Hinweisschilder neben dem jeweiligen Kopfaufsatz angebracht waren. Hier wurden auch technische Neuerungen der jeweiligen Zeit erklärt (der erste Flipper mit…). Herz, was willst Du mehr? Natürlich einen vorgeschraubten Aschenbecher – man gut, dass ich nicht mehr rauche. Bierchen wäre auch nicht schlecht gekommen, aber wegen der vielen Kiddies…
Am Anfang standen wir noch gemeinsam vor einem neueren Gerät mit elektronischer Anzeige, aber noch während des ersten Spiels mit 4 Spielern verstreuten wir uns in alle Winde. War ja auch egal, da die Kisten keinen Münzeinwurf erforderten; sie waren alle freigeschaltet.
In der Folge hatte ich erst Probleme bei den älteren Geräten aus den 60ern mit den kurzen Flippern, die gerade mal viele Bumper und nur vereinzelt Targets boten. Groß waren die Auslaufzonen, kurz deshalb die Spieldauer pro Kugel. Doch wie bekam man die Kugel in die Plunger Lane (Abschussbahn)?
Erst nach geraumer Zeit und viel Ausprobieren fand ich heraus, das man noch einen Hebel an der Vorderseite drücken musste, damit die Kugel in die Plunger Lane gestossen wird. Erst dann kam der Abschuss. Solche Geräte hatte ich früher kaum bespielen können, dass sie Mitte/Ende der 70er schon selten und Auslaufmodelle waren. 5 Kugeln pro Spiel hört sich ja erst mal gut an, aber die Kugeln gehen ja so schnell weg, da kann man kaum auf Serientreffer spielen und deshalb auch kaum Punkte sammeln.
Ich probierte möglichst viele Geräte aus, an die Namen der einzelnen Kisten kann ich mich schon längst nicht mehr erinnern. Stellenweise konnte ich vielleicht 1 – 2 mal die Flipper betätigen, bis die Kugel im Ais verschwand. Die ganz alten Gottliebs und Williams hatten auch so dermaßen kleine Flipper und einen riesigen Ausraum dazwischen, der notdürftig mit einem Slingshot gesichert war. Aus Ehrfurcht vor dem Alter traute ich mich nicht, die Kisten ordentlich zu ruckeln, so dass die kraftlosen Slingshots wirkungslos blieben.
Klammern ging mit diesen Flippern sowieso nicht. Wie denn auch, wenn bis zu 10 cm Auslauf dazwischen lagen. Deshalb machte ich in der Regel höchstens ein Spiel (mit 5 Kugeln) an diesen Geräten. Urmel und Pocke sah ich im Klingelgewitter nur noch aus den Augenwinkeln; Catwoman begegnete ich wenigstens Anfangs ein paar Mal.
...und noch eine Mission

Erinnerungen kamen dann auf, als ich – endlich! – vorm „Star Trek: the Next Generation“ von Williams stand. Hier war ich in meinem Element, rette viele Besatzungsmitglieder vor Aliens (durch Rampentreffer) oder traf einfach nur die jeweils benötigten Ziele. Ein Freispiel spuckte die Kiste übrigens erst ab 4,5 Millionen, da hätten wir früher nie nen Zwickel reingesteckt. Immerhin schaffte ich mit 2,2 Millionen einen neuen Highscore. Und ja, da war ich richtig stolz, als ich meine Initialen eingeben durfte!
Das Aufsichtspersonal war ebenfalls gut drauf, obwohl die Mannschaft kraft ihrer Jugend (Beide so Anfang/Mitte 20) meinen Glücksmoment nicht wirklich nachempfinden konnten, waren sie doch nicht mit Flippern groß geworden. Trotzdem hörten sie artig meinen Schwärmereien zu, bis ich sie nach kurzer Zeit erlöste.
Ich war heiß. Es musste jetzt weitergehen. Mal sehen… Der „Addams Family“ war von Pocke in Beschlag genommen; und dies nicht nur für kurze Zeit, ich musste weiter. So spielte ich an einem meiner Lieblingskisten an diesem Tag überhaupt nicht. Wie gern hätte ich die Murmel in die Öffnung gespielt, so dass es im „Keller“ spiegelverkehrt weitergeht. Eine Dreier Targetbank gilt es zu treffen, ich weiss schon gar nicht mehr, warum. Doppelbonus, Special? Wenn die Murmel jedenfalls dort ins Aus trullert, ist es mit der Kugel auch ganz vorbei!
Irgendjemand spielte an einer interessanten Kiste namens „Roller Games“, einem Williams. Als der gerade aufhörte, schaute ich das mir bislang nicht bekannte Gerät einmal näher an. Er ließ sich angenehm spielen, die Bälle waren gut zu stoppen und wenn man auf die große gelbe Rampe raufkam, konnte man mit nem kleinen Flipper an der Seite auf eine andere Rampe ballern. Wenn dann noch der Skillshot leuchtete und ich die Rampe getroffen hatte, gab es 1.000.000 Punkte. Ein Freispiel spuckte die Kiste schon bei 800.000! Schööön, wenn das Freispiel laut knackt. Das ist dann ein Gefühl, als ob Du nach einer Woche Krankenhaus das erste Bier aufmachst.
Warum kannte ich ihn vorher nicht?

Nur mühsam konnte ich mich von der Kiste trennen, aber Pocke und auch Urmel wollten es auch mal knacken lassen. Aber irgendwann, vielleicht nach so 2 Stunden, hatten wir alles gesehen, wenn auch nicht alles bespielt. Ich sage nur Addams Family. Pocke zeigte Catwoman noch den Rest des Museums, während Urmel und ich uns in der Cafeteria entspannten. Erst nen Kaffee, dann ein Becks. Kurze Zeit später machten wir uns auf den Rückweg, so dass wir bereits gegen 15.00 Uhr oder noch früher wieder in Stöckheim waren.
Eine wirklich klasse Aktion, auch wenn sie etwas kurz geraten schien. Aber uns reichte es hin, um uns ein paar schöne Erinnerungen ins Gedächtnis zu rufen. Hinterher fuhr ich noch mit Urmel mit dem Rad nach Wolfenbüttel zum Exer. Das NDR 2 Open Air lockte mit 5 Bands, von denen wir allerdings nur Tonbandgerät und Jupiter Jones sahen, weil wir dann auch schon wg. Grilli Grilli zurückradeln mussten.
So prall war es übrigens auch nicht. Tonbandgerät war zwar witzig, aber etwas unprofessionell. Bei Jupiter Jones war es halt umgekehrt. Dafür wurde der Abend umso besser. Ilka hatte sogar noch Lotte aus Wolfsburg abgeholt, die dort gerade bei VW jobbt. Meine Löwin war auch am Start, ebenso Audrey und Klausi, selbst der Lange schaute noch vorbei. Und Patti erwies sich erneut als umsichtige Gastgeberin.
Urmel hatte sogar eine 5 Liter Dose Äppler - von seinem Bruder empfohlen – mitgebracht, an der er sich mit Pocke den Abend über abarbeitete. So klang dieser sonnige Samstag gemütlich aus, und unsere Freude über die Flipperausstellung war bereits wieder in den Hintergrund gerückt. Aber wenn ich die Bilder wieder betrachte…
Da höre ich es klingeln und knacken….
MULTIBALL !!!

Mittwoch, 2. September 2015

Contramann: Wir sind das Pack 2/2

Nochmal: Eine Integration der Flüchtlinge findet eben nicht statt. Dies ist weniger den Flüchtlingen vorzuwerfen als vielmehr der Politik, die keine klaren Regeln vorgibt und damit die Betroffenen vor Ort, also Flüchtlinge, Verwaltung und Anwohner (Mitbürger) wie die jungen Reiterinnen in Heidelberg, eiskalt im Regen stehen lässt. Das müde Geseier von Frau Merkel in Heidenau war zwar medienwirksam, aber letztlich nicht hilfreich, da sie auch nur die Protestierer in die rechte Ecke stellte.
Contramann erwartet da von der Politik, auch von der richtungsweisenden Kanzlerin, konkrete Vorschläge, ja einen Plan, wie es mit den Flüchtlingen weitergehen soll. Über Griechenland und dem Korridor, weil nicht EU, Mazedonien und Serbien streben derweil die Flüchtlinge an die ungarische Grenze, wo sie unter einen eiligst befestigten S-Draht Zaun hindurchkrabbeln in der Hoffnung, von der ungarischen Polizei nicht aufgegriffen zu werden und Deutschland letztendlich zu erreichen.
Dies so im Bericht im ZDF Heute Journal, unmittelbar nach der Berichterstattung des Merkel Besuches in Heidenau. Derartige Berichte, in denen Flüchtlinge nicht nur als Opfer, sondern auch als Wirtschaftsflüchtlinge dargestellt werden, gibt es zuhauf. Ich kann es mittlerweile nicht mehr hören, dieses Gerede vom pöbelnden Dunkeldeutschen, dem „Pack“, wie sich unser Bundespräsident auszudrücken beliebte.
Es ist ja schön, dass sich so viele Leute für die Flüchtlinge stark machen und ein Zeichen setzen gegen Ausländerfeindlichkeit, aber dass jeder dieser „Pegidas“ deshalb gleich ein Nazi sein muss, ist wieder typisch deutsches Schwarz Weiß Denken. Stattdessen sollten wir gleich alle Flüchtlinge aufnehmen.
Sagte der Friedensbewegte und gießt sich, zufrieden ob seiner politisch korrekten Meinung, einen Tee ein. Schließlich muss er ja keine Entscheidungen treffen, da ist es immer leicht, eine gute Weltsicht zu haben. Mit diesen Leuten ist es nicht möglich, eine sachliche Auseinandersetzung zu führen, weil Dir alles Negative – die Reiterinnen in Heidelberg – sofort als faschistoide Denke um die Ohren geknallt wird.
Und obwohl die Flüchtlinge im Allgemeinen doch freundlich und friedlich sind, soviel kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen, darf man nicht verkennen, dass es zumeist wirtschaftliche Gründe sind, die die Menschen speziell nach Deutschland einreisen lässt. Denn wenn man schon die Heimat verlassen muss, dann doch dorthin, wo die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Günstigsten sind. Würde ich ja genauso machen. Andernfalls wären die südlichen oder östlichen EU Staaten noch stärker frequentiert.
Ein schwaches Argument, o.k. Doch warum sehe ich bei den „neuen“ Flüchtlingen oder Asylbewerbern zu mehr als 80% Männer zwischen 20 und 35 Jahren, zumeist alleinstehend oder ohne Familie hier? Verlange jetzt bloß keine Statistik von mir, die dies bestätigt. Zeig Du mir doch eine, die das Gegenteil ausweist.
Keiner, der sich über die protestierenden Menschen z. B. in Heidenau aufgeregt hat, konnte mir erklären, wie Deutschland die jetzt schon erwarteten 800.000 Flüchtlinge unterbringen und ihnen eine Perspektive bieten soll, geschweige denn noch zusätzliche Flüchtlinge ab nächstes Jahr.
„Deutschland hat genug Geld“ oder „sollen sie es von den Banken nehmen“ sind dann solche Allgemeinplätze, die mich irgendwann ankotzen. Nicht weil ich diese Argumente für falsch halte, sondern gerade weil sie stimmen. Und nach so einem dämlichen Spruch lehnt sich der Gutmensch zurück nach dem Motto „wir müssen jetzt helfen, der Rest regelt sich von selbst“ und hat ein reines Gewissen.
Ausbaden müssen es ja tatsächlich die jetzt schon Abgehängten unserer Gesellschaft, die keiner mehr braucht. Oder eben der „Normalo“, der ja über die Steuer erhöhte Staatsausgaben finanzieren muss und eben nicht der „Banker“. Auch das ist haarsträubend populistisch, aber wir sollten in 2-3 Jahren nochmal darüber sprechen…
Und wenn es dann Probleme mit den Flüchtlingen wie in Heidelberg gibt, dann sollen Polizei und Verwaltung alles richten, sind ja Beamte. Da ist der „Gutmensch“ auf einmal nicht mehr präsent; schuld ist dann am Ende noch die Polizei, weil sie provoziert hat. So kann man sich die Welt auch schönreden.
Um zum Ende zu kommen: Stefan Berg hat es mit dem Vergleich mit der ehemaligen DDR ja schon gesagt. Dort vor Ort sind die Hilfen zum Aufbau Ost hingeflossen und genau so und nicht anders muss das mit den Flüchtlingen gehen, dann braucht man auch nicht mehr von Wirtschaftsflüchtlingen zu sprechen.
Ein Verzicht auf die permanenten Waffenexporte der deutschen Wirtschaft wäre darüber hinaus wünschenswert bis unerlässlich. Damit kann „Deutschland“ mehr tun als durch die unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen zur Beruhigung der Weltöffentlichkeit, um besser (Waffen)geschäfte abwickeln zu können, an denen dann die Wirtschaft und eben nicht der Normalo verdient.
Die Flüchtlinge zu integrieren ist sicherlich der einzig richtige Weg, doch will ich noch erwähnen, dass dies natürlich auch eine Bereitschaft hierzu des Flüchtlings bedarf. Das ist nicht immer gegeben, und zwar um so seltener, wie der Flüchtling den Eindruck haben muss, dass er nicht auf ewig hier bleiben kann. Da heißt sein Motto dann logischerweise „viel Geld und das schnell ohne Rücksicht auf Verluste“. Wer da was anderes meint, ist ein Träumer.
Insgesamt denke ich, dass die Wahrheit wie üblich in der Mitte liegt. Die deutsche Politikprominenz muss unmissverständlich klarstellen, dass ein Flüchtling in Deutschland nur dann verweilen kann, bis sich die Situation im Herkunftsland beruhigt bzw. normalisiert hat. Wirtschaftsflüchtlinge sollten sofort abgeschoben werde.
Leute, überlegt doch einfach mal selber. Wo sollen denn all die Flüchtlinge hier integriert werden, sind übrigens nur in der Minderheit Ärzte oder Facharbeiter, auch wenn unsere Medien dies gern anders darstellen. Und dann: Kein Job, kaum Integrationsbereitschaft mit all den negativen Begleiterscheinungen.
Puh – da habe ich jetzt ja was runtergerattert, was meiner politischen Meinung eigentlich komplett entgegensteht. Wenn Du all dies gelesen hast und mich triffst, könnte es gut sein, das ich mich von einem Großteil des Textes distanziere oder zumindest einzelne Parts relativiere.
Egal, raus damit. Und damit keine Missverständnisse aufkommen: Jeder Flüchtling, der wegen Verfolgung im Heimatland nach Deutschland geflüchtet ist und hier keinen Dschihad oder ähnliches anzettelt (der musste noch sein), ist mir willkommen und verdient jedweden Respekt und Unterstützung, solange er in Deutschland verweilt, weil er nicht in seine Heimat zurück kann.
Mein Resümee: Das Flüchtlingselend wird nicht in Deutschland entschieden, sondern jeweils vor Ort. Die derzeitige Handlungsweise unserer Politiker vergrößert den Schaden, löst ihn aber nicht.

Dienstag, 1. September 2015

Contramann: Wir sind das Pack 1/2

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/freital-appell-an-die-menschen-die-fluechtlinge-ablehnen-seid-still-a-1049880.html
Alles richtig, Stefan Berg, aber:
Sicher ging im Westen niemand auf die Straße, als die Ossis in den Westen machten, und skandierten „Ossis raus!“ Es waren ja auch nur vergleichsweise wenige. Denn die meisten kamen nach der Grenzöffnung und blieben in der Regel nur im Westen, wenn sie einen Job hatten. Deshalb fielen sie irgendwann auch nicht mehr weiter auf und alle beruhigten sich, so wie es sein soll.
Die „Republikflüchtlinge“ bzw. Übersiedler aus der DDR brauchten keinen Asylantrag zu stellen, sondern erhielten Pass und Personalausweis sofort gemäß der Hallstein Doktrin. Es herrschte eine Konfrontation zwischen Nato und Warschauer Pakt, eine Eingliederung geschah aus seinerzeit aus rein politischen Gründen.
Die heutigen Flüchtlinge dagegen können sich nicht so schnell integrieren. Die notwendige Unterstützung durch Sprachkurse, berufliche Eingliederung oder schulische Hilfen, um nur ein paar zu nennen, wird nur sehr sparsam gewährt. Liegt einerseits am Spardiktat der deutschen Exekutive und andererseits an der schieren Überrumpelung des Verwaltungsapparats durch die Vielzahl an Flüchtlingen.
Hinzu kommt noch das Versäumnis des Gesetzgebers. Denn da nach dem Grundgesetz erst ein Asylverfahren durchzuführen ist, wenn jemand willentlich auf Dauer in Deutschland bleiben möchte, und diese Verfahren dank des weltweit berüchtigten deutschen Bürokratiemonsters oft jahrelang dauern, eine Abschiebung bei Ablehnung oftmals bzw. zumeist nicht durchgeführt wird, ist das Asylverfahren eine Farce. Es führt lediglich dazu, das dringend benötigte Unterstützung bei der Integration gar nicht oder erst nach Jahren, wenn es nicht mehr Not tut, gewährt wird.
Für die reinen Flüchtlinge - aktuelles Beispiel sind die Menschen, die vor dem IS Terror aus Syrien oder dem Irak fliehen – läuft es ähnlich. Eine befristete Aufenthaltserlaubnis von bspw. 2 Jahren ist eben nur eine befristete Geschichte. Auch hier gilt das Gleiche wie im Absatz vorher. Und sollte sich die Lage in Syrien oder dem Irak wieder Erwarten in, sagen wir mal 4 Jahren, entspannen und diese Menschen nach Hause können, dann werden die meisten versuchen, über das Asylverfahren eine Abschiebung hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden.
Du kannst mich jetzt einen Nazi schimpfen, das trifft mich aber nicht mehr. Denn ich habe das in meiner beruflichen Tätigkeit schon in den 90ern mitbekommen. Sicherlich sind die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nach 3 – 5 Jahren freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Das war aber auch damals schon ein relativ gut entwickeltes Land, wenn man mal die Verhältnisse weltweit betrachtet.
Die Menschen aus dem Libanon dagegen – dort krachte es in den 70er und 80er Jahren besonders schlimm – wollten nach noch mehr Jahren der Duldung in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis, ja stellenweise über einem Jahrzehnt sogar, nicht mehr zurück und versuchten es zumeist über das Asylverfahren, um in Deutschland bleiben zu können. Wie viele Menschen aus dem Libanon seinerzeit tatsächlich zurückgegangen sind, erfährt man heute bezeichnenderweise nicht. Warum wohl?
Aber wer will es den Flüchtlingen seinerzeit wie heute auch verdenken, es hat sich ja seit damals nicht wirklich viel getan. Ein Flüchtling kommt nach abenteuerlicher Flucht in Deutschland an und wird hier nach allen Regeln der Kunst erkennungsdienstlich behandelt. Nach kurzer Zeit wird er über zentrale Anlaufstellen an eine Gemeinde „verteilt“. Dort kommt er mit dem Bus an, zeigt seinen Paß und muss einen Antrag unterschreiben, den er nicht versteht. Dazu bekommt er noch eine bunte Tasche mit Kugelschreiber, Stadtplan oder auch nen Kaffeepott. Schon Kolumbus hatte ja Glasperlen an die Indianer verteilt.
Kurze Zeit später steht er dann in seiner voll eingerichteten Unterkunft und weiß eigentlich nur, wann er wo das nächste Geld bekommt und das er dort auch nen Krankenschein holen muss, damit er zum Arzt gehen kann. Niemand sagt dem Flüchtling, dass man das Fleisch nicht direkt auf die Herdplatte legt, sondern eine Pfanne benutzen sollte. Dies ist leider kein rassistischer Witz, es ist Tatsache und dem Umstand geschuldet, das für die meisten Flüchtlinge die Nahrungszubereitung mit einem Elektroherd unbekannt ist.
Wie schon gesagt – eine Unterstützung selbst bei den einfachsten Dingen fehlt. Das hat zur Folge, dass diese Menschen enger zusammenrücken in der Diaspora, weil sie sich nur bei Landsleuten bzw. gleichen „Ethnien“ (brrrr, schlimmes Wort) sicher fühlen können. Hierüber findet für diese Menschen eine auf deutsche Verhältnisse angepasste Sozialisation statt. Und die deutsche Verwaltung steht daneben und schaut zu.
Sie schaut zu, eben weil deutsche Politiker zu feige sind, die nötigen Mittel – sprich Personal sowie Unterstützung in jedweder Form – zur Verfügung zu stellen. Die notwendigen Kosten wären nämlich derart hoch, dass nicht nur im Osten vereinzelt irgendwelche Sachsen in Heidenau die Kanzlerin ausbuhen.
Die Leidtragenden sind nicht zuletzt die Flüchtlinge, die zwar sehr schnell eine Arbeitserlaubnis oder auch eine eigene Wohnung bekommen, aber letztlich lediglich durch ungeschulte und damit unqualifizierte ehrenamtliche Helfer Unterstützung erfahren. Das viele hiervon ihre Schlepper noch bezahlen müssen, um in der Heimat festgehaltene Familienmitglieder auslösen zu können, sollte sich selbst im „guten“ Deutschland herumgesprochen haben.
In der Folge integrieren sich diese Menschen, die entgegen anderslautenden Pressemeldungen eben keine oder kaum nennenswerte berufliche Kenntnisse vorweisen können, eben nicht in einem für sie oft unverständlichen Kulturkreis, mit dem sie sich gerade deshalb auch nicht identifizieren können. Die Hemmschwelle zur Kriminalität beispielsweise wird dadurch herabgesetzt.
Hierzu noch ein Link: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.heidelberg-asylbewerber-belaestigen-junge-frauen.2b5bbd09-56f0-4329-b49c-6c8889aa2b2a.html
Das heißt natürlich nicht, dass sich alle Flüchtlinge so verhalten, das ist mir klar, auch wenn Du mir eine derartige Meinung jetzt vielleicht andichten möchtest. Aber es ist eben eine Folge mangelhafter Betreuung und Integration.

Freitag, 28. August 2015

Hartmudo: Rad, Bahn, Bus 2/2

Jedenfalls nahm die WEVG Frau den Bus und ich den Urlaubstag. Ich schraubte mich wieder auf mein Rad und fuhr zu Ziebart im Welfenhof, wie auch eineinhalb Wochen am Samstag zuvor. In aller Gemütlichkeit schraubte ich mir ein Frühstück rein und las mein Buch weiter. Hervorragend, der Tag lag noch vor mir. Bei Rewe kaufte ich noch etwas ein und freute mich schon darauf, zuhause Mad Dogs zu Ende schauen zu können. Auf das Staffelfinale (4 Staffeln sind es insgesamt) war ich äußerst gespannt.
Meine Löwin und ich guckten die erste Staffel Anfang des Jahres noch gemeinsam, aber dann hatte meine Löwin keinen Bock mehr und ich ließ die restlichen 3 Staffeln erst mal liegen. Obwohl John Simm und Philip Glenister (bekannt aus Life from Mars) hier zur Höchstform aufliefen, konnte ich meine Löwin nicht zum Weitergucken überreden.
Schade, denn da hat sie echt ein Highlight verpasst. In dieser insgesamt nur 14 Folgen fassenden Serie geht es um die vier Freunde Woody, Quinn, Baxter und Rick, die, alle Anfang 40 und mit Problemen in der Art einer Midlife Crisis behaftet, bei ihren alten Freund Alvo auf Mallorca einen Kurzurlaub verbringen wollen. Saufen und ein bisschen Spaß haben, den Alltag in England mal kurz vergessen können – so der Plan.
Leider ist Alvo in Drogengeschäfte verwickelt und wird an einem Abend von einem Killer in Zwergenformat mit einer Grimassenmaske vor aller Augen abgeknallt. Die Kumpels verscharren aus Angst vor der Mafia Alvo`s Leiche. Baxter klaut dann auch noch das Drogengeld und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Quinn erschiesst die korrupte Polizistin, die anderen überfahren den Killer und Mafiaboss, doch jetzt geht die Story erst los. Die Mannschaft verschlägt es erst auf Ibiza, dann nach Marokko in ein Camp des britischen Geheimdienstes. In Kapstadt müssen die Vier schließlich unter einer neuen Identität abtauchen, denn sie stehen auf der Todesliste der CIA. Deren Drogengeld hatten sie wohl gestohlen.
Nach zwei Jahren ohne Kontakt untereinander kommen sie nach England zurück, bloß um nach der Hochzeit von Baxter`s Tochter wieder in Kapstadt zu landen, wo sie von dem doch nicht toten Mafiachef aus Mallorca gejagt werden. Das Ende ist surrealistisch: Mit einer Kapuze über den Köpfen hocken die 4 vor schnell ausgehobenen Gräbern am Strand und werden von den Killern mit den Grimassenmasken doch nicht abgeknallt.
Stumm sitzen die 4 dann in ihrem Auto und fahren in die Stadt zurück. Die Killer überholen sie und winken ihnen zu. Einer lüftet die Maske, es ist Baxter. Kurz darauf fahren die 4 Freunde über den Abgrund einer nicht fertig gestellten Autobahnbrücke. Das Bild friert ein. Schluss.
Alle vier Charaktere sind sauber gezeichnet. Jeder einzelne der Schauspieler läuft zur Hochform auf. Und auch wenn sie sich anschreien, untereinander prügeln oder sich umarmen: Immer hat man das Gefühl, das diese 4 zusammengehören. Eine wunderbare Freundschaft mit allen denkbaren Höhen und Tiefen, die traurig endet.
Auch diese Serie ließ mich zunächst sprachlos zurück. Was für ein Ende, oder doch nicht? Bitte, bitte, liebe BBC: Einen Teil noch und ein Happy End!
Abends ging ich noch in die Mukkibude mit meiner Löwin, ein schöner Urlaubstag, der so schlecht angefangen hatte, war quasi zu Ende gegangen.
Als ich am Dienstag zur Arbeit fuhr, hatte die Bahn die Probleme augenscheinlich behoben, denn es gab keine Verzögerungen mehr. Die anderen Pendler nahmen die Probleme mit der blockierten Strecke vom Vortag mit Galgenhumor; es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig. Die WEVG Frau fuhr nivcht mit, vielleicht reicht es ihr inzwischen auch und sie fährt mit dem Bus. Das wäre für mich keine Alternative, denn ich habe die Radstation im Keller schon für ein halbes Jahr im Voraus gebucht.
Im Amt angekommen, wurde ich von meiner schallend lachen den Vertreterin Cleo begrüßt. Meine Kolleginnen, auch Wittkamp, hatten am Morgen bereits einen Bericht über den vierstündigen Zugausfall vom Vortag am Bahnhof Lebenstedt in der Salzgitter Zeitung gelesen. Gierig saugte ich die Informationen auf, denn ich wollte endlich wissen, was da am Vortag bei der Deutschen Bahn schief gelaufen war.
rauchfreier Bahnhof

Das Problem bestand wohl in Form einer defekten Tür des Zuges, der eigentlich um 6.15 Uhr aus Lebenstedt nach Braunschweig fahren sollte. Da sich diese Tür nicht schloss, konnte der Zug nicht fahren. Der 6.19 Uhr aus Braunschweig, in dem ich auch saß, kam lt Zeitung nur bis Thiede. Mehr als 4 Stunden konnte kein Zug fahren. Das war die Quintessenz des Artikels in der Zeitung.
Hier wurde mir wieder klar, warum ich die Braunschweiger Zeitung nicht lese. In dem Bericht war nichts selbst recherchiert; höchstwahrscheinlich haben sie eine Pressemitteilung der Bahn 1:1 übernommen. Wir waren doch schon in Drütte, verdammt noch eins, nicht in Thiede. Aber noch ärgerlicher fand ich es, das offensichtlich keiner die Darstellung der Bahn hinterfragt hat.
Wenn das Problem also erst ganz am Ende der Fahrtstrecke „lauerte“, warum war es dann nicht möglich, uns 200 Meter weiter zum Bahnhof Immendorf zu fahren. Wenn die Bahn nicht mal in der Lage war, Busse als Ersatz bereitzustellen (schlimm genug), dann hätten wir doch wenigstens mit nem normalen Linienbus fahren können.
Dazu war der nächste Bahnhof in Watenstedt, wo auch immer viele Pendler aussteigen, frei zugänglich. Ja selbst ein Halt in Lebenstedt VOR dem liegen gebliebenen Zug wäre machbar gewesen. Wir hätten dann nur auf dem Teil des Bahnsteiges aussteigen müssen, der von Moos und Gräsern überwuchert ist, weil in Lebenstedt nur noch die kurzen Triebwagen halten. Dasselbe gilt übrigens auch für alle nachfolgenden Züge, die ausgefallen sind.
Zum Halt in Lebenstedt mag Wittkamp recht haben, der da meinte, das die Bahn das aus Gründen der Sicherheit richtigerweise nicht macht, da im Sackbahnhof ja ein Zug stand. Punkt. Aber wenigstens bis Watenstedt… Die Rangierlok zum Abschleppen oder der Mechaniker aus Hannover… das alles brauchte mehr als 4 Stunden, das hätte die Bahn erheblich professioneller regeln können.
Und als Krönung noch das Geseier in der Zeitung über die Ersatzbusse – die ja wohl nicht bereitgestellt wurden, denn bereits im nächsten Satz schrieb der Reporter, das die Pendler dann mit dem Taxi oder der KVG, also einem Linienbus, nach Salzgitter gefahren wären. Die Busse sollen voll gewesen sein. Dies wird von der Zeitung noch nicht mal hinterfragt!
Im Nachhinein frage ich mich, was an der ganzen Aktion ärgerlicher war: Das Missgeschick der Organisatoren der Deutschen Bahn oder der erschreckend schlechte Artikel in dem Käseblatt. Ich denke, letzteres war krasser.
Wenn sich derartige Probleme bei der Bahn häufen sollten, werde ich wohl überlegen müssen, ob ich nicht auch mit dem Bus nach Lebenstedt fahre, da ich nicht jedes Mal einfach so frei machen kann. Davor graut es mich aber noch, da ich dann entsprechend später bei der Arbeit wäre und dann auch wieder länger bleiben müsste.
Das gilt es aber zu vermeiden, gerade jetzt, da ich mich so gut auf das Physio eingeschossen habe. Die Bahn ist ergo alternativlos.
Noch.

Sonntag, 23. August 2015

Hartmudo Spezial: Irland im Bus

10 (11)
Dienstag 21.10.
Zum (vermeintlichen) Abschluss unserer Irland Tour genossen wir am Morgen noch das „phantastische“ Frühstück im Bewley`s. Mittlerweile hatte sich der stattfindende Pilotenstreik bei der Lufthansa unter allen Mitreisenden herumgesprochen. Dora war aber noch guter Dinge, das wir an diesem Tag doch noch wegkamen. Meine Löwin und ich hatten uns innerlich schon auf eine „Verlängerungsnacht“ eingerichtet.
Die Reiseleiterin setzte uns 12 Leute, die wir über Frankfurt mit der Lufthansa fliegen sollten, nach dem Frühstück um ca. 9.30 Uhr vor dem Lufthansa Schalter am Flughafen Dublin ab. Und da sie glücklicherweise noch etwas Zeit hatte, bevor die „neuen“ Gäste kamen, managte sie mit dem Lufthansapersonal noch unsere Rückflüge.
Und als allererstes gab es die Absage für die Leute, die letztendlich nach Hannover fliegen wollten. Diese acht Urlauber mussten in jedem Fall noch eine Nacht in Dublin bleiben. Blieben also noch wir vier übrig. Nach ein bis zwei Stunden sollten wir Bescheid kriegen, ob es an diesem Tag nicht doch noch einen Flug nach Deutschland gibt. Vorsichtig schöpften wir Hoffnung und nahmen freudestrahlend unsere Verzehrgutscheine entgegen.
Meine Löwin und ich verballerten unsere Gutscheine unmittelbar und augenblicklich bei McDonalds – es war inzwischen Mittagszeit – für die üblichen Menüs und lösten anschließend Dora und Herbert mit der Wache vor dem Lufthansa Schalter ab. Kaum waren die Beiden unterwegs, um sich etwas zu Essen zu suchen, da erhielten wir endlich die Mitteilung zum Termin unseres Rückfluges.
Am nächsten Tag mittags – das hätten die Dödel aber auch eher feststellen können! Die Übernachtung sollte im Carlton am Flughafen erfolgen; Der Transfer dorthin sollte via Hotelbus vom Busstop erfolgen. Sofort rief ich Dora und Herbert an. Leider waren beide gerade beim Essen und mussten dies hektisch abbrechen, weil ich es dummerweise als eilig schilderte und der Bus innerhalb kurzer Zeit zum Hotel fahren sollte.
das gute Bewley`s Newlands Cross

Da standen wir nun im Nieselregen und warteten auf dem Busparkplatz. Zusammen mit den anderen acht Unentwegten übrigens, die ja schon länger von der Zusatznacht wussten, aber gezwungen waren, mit uns am Flughafen auszuharren. Der Bus – ich korrigiere: Minivan – erschien auch irgendwann und fuhr vorwärts in die freie Parklücke. Ich erwähne dies explizit, weil alle Busse zuvor rückwärts hineingefahren waren. Herbert hatte dies natürlich sofort gecheckt und unser Gepäck dementsprechend platziert, damit wir als Erste in den Bus einsteigen konnten, damit wir auch gleich beim ersten Schwung wegkamen.
Wenn der Fahrer rückwärts reingefahren wäre, wohlgemerkt. Da dies nicht passierte, standen wir dann doch eher ungünstig und konnten eben nicht mitfahren, da alle anderen zuerst eingeladen werden konnten. Der Fahrer wollte nach 10 Minuten wieder da sein, um uns aufzupicken. Tatsächlich brauchte er nur 20 Minuten! Mittlerweile waren wir schon gut durchgefroren, was der Stimmung insbesondere von Dora und meiner Löwin nicht gut tat.
Endlich waren dann im Carlton angekommen, als die Situation zu eskalieren drohte. Bei meiner Löwin und Dora setzte die Schnappatmung ein, als uns die Dame am Empfang erklärte, dass das Carlton leider überbucht sei und wir ins Bewleys weiterziehen müssten. Da war der Bock natürlich fett.
Sowohl Dora als auch meine Löwin reagierten auf diese Hiobsbotschaft äußerst aggressiv, weil sie befürchteten, erneut ins Bewleys vom Vorabend beim Newlands Cross abgeschoben zu werden. Mit vereinten Kräften gelang es der Empfangsdame, Herbert und mir schließlich, den Mädels begreiflich zu machen, das es sich bei Bewleys um eine Kette handelt und wir ins 4 Sterne Hotel von Bewleys am Flughafen einziehen würden.
Das beruhigte sie etwas. Es ist aber auch verständlich, dass die Chose den Mädels an die Nieren ging. Wir alle waren sehr erschöpft und hungrig – außer meinereiner – und wollten eigentlich nach Hause, statt noch eine weitere Nacht am Flughafen Dublin zu verbringen. Es blieb leider in der Folge bei einer gewissen Reizbarkeit, die sich bei uns allen erst am späten Nachmittag legen sollte.
Verzehrgutschein

Mit dem Taxi (!) wurden wir ins Bewleys kutschiert, von Außen sah man die 4 Sterne förmlich funkeln. Als wir unsere Zimmer dort bezogen, fiel meiner Löwin sofort die Löcher in der Emaille des Waschbeckens übel auf. Auch ansonsten gab das Zimmer an sich nicht mehr her als jenes beim Newlands Cross, trotz der edlen Außenfassade.
Doch jetzt war es endlich wieder Zeit zu essen für meine Mitstreiter. Das Ganze selbstverständlich wieder für lau. Am Mittagsbuffett konnten wir uns reichlich bedienen, die Qualität schien mir ordentlich zu sein. Ich konnte dies nur vermuten, weil ich selbst nichts gegessen hatte. Einerseits hatte ich keinen Hunger mehr – es gab am Flughafen schon genug – und andererseits war ich genervt ob der gereizten Stimmung.
Da die anderen auch beim Essen weiterhin muckelten und auf dem Zimmer den Nachmittag verbringen wollten, fiel der von mir vorgeschlagene Besuch der Dubliner Innenstadt halt aus. Ich machte noch eine launige Bemerkung: „Eigentlich wollte ich Euch ja weiter rummuckeln lassen und alleine i die Stadt fahren, aber die Tour alleine zu machen (Anm.: mit Shuttlebus zum Flughafen, von dort mit Bus in die Innenstadt) will ich auch nicht auf mich nehmen, weil ich mich eh nur in ne Kneipe setzen würde.“

Samstag, 22. August 2015

Hartmudo: Rad, Bahn, Bus 1/2

Am 15. August hatten wir es endlich mal hinbekommen, eine kleine Radtour rund um das Steinhuder Meer abzuhalten. Und es kamen nicht nur Pocke und Patti, sondern auch Audrey und Klausi mit. Passenderweise fand an diesem Wochenende im Ort Steinhude das alljährliche Fest „Meer in Flammen“ statt. Die dazugehörige Mallorca Party mit dem Stargast Mickie Krause hatten wir leider vom Tisch gehen lassen müssen, denn die Party fand am Freitag Abend statt.
Schade eigentlich, aber dafür hatten wir am Samstag trotz gegenteiliger Vorankündigung sonniges und vor allem trockenes Wetter.
Am späten Vormittag trafen wir uns beim Fahrradverleih in Steinhude. Pocke hatte sechs Damenräder vorbestellt, denn der Verleih hat nur Damenräder mit Dreigangschaltung. Die Räder waren aber völlig ausreichend, wahrscheinlich auch besser als diese 21 Gang Räder, von denen man eh nur 2 – 3 Gänge wirklich braucht.
Jetzt konnten wir also losradeln. Zuerst mussten wir uns einen Weg durch die ganzen Fressbuden des Festes bahnen und kamen dann zur Aalräucherei Thiele nach satten 120 Sekunden auf dem Rad. Klausi meinte auch beim Besteigen des Rades, das ein Fischbrötchen als Frühstück genehm wäre. Recht hatter!
Wo ist das Haus am See?

Erstaunt war ich dann doch, das ich als Einziger ein Bierchen zum Fischbrötchen zischte. Ein lecker lecker Brötchen mit Buttermakrele übrigens, was ich gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, auch gern wieder hätte. Hmmmm! Da war ich, wir alle eigentlich, nach dem Fischbrötchen gestärkt, so dass wir die restlichen 30,8 km von den insgesamt 31 km des Rundkurses um das Steinhuder Meer in Angriff nehmen konnten.
Anfangs mussten wir die Räder noch über 2 Brücken schieben, weil schon viele Fußgänger zum Fest strömten und den Weg blockierten. Dann aber hatten wir freie Fahrt durchs Wunstorfer Moor und radelten gemütlich Richtung Mahrdorf. Dort hatten wir vor, zu Mittag zu dinieren.
Taten wir auch; Ich hatte Eierspätzle mit Pfifferlingen. Klausi und Patti tranken auch nen Bier mit, und auch noch ein zweites. Pocke musste notgedrungen auf Alster ausweichen, denn er war der Driver. Übrigens hatten wir kurz vor Mahrdorf lediglich einen kurzen Moment, um direkt neben dem Steinhuder Meer zu radeln. Die ganze restliche Strecke von bald 30 km ging durchs Moor über über freies Feld, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat.
Irgendwann um 18.00 Uhr herum gaben wir die Räder zurück. Ein sehr entspannter Radausflug. Nicht so hektisch, denn wir konnten uns dank des unaufgeregten Tempos die ganze Tour über angeregt unterhalten. Auf dem Fest selber konnten wir zum Abschluss noch einen Absacker nehmen, in der Imbissbude des dieses Biergartens bestellten dann alle außer mir Schollenfilet mit Kartoffelsalat.
Als ob ich es geahnt hätte, beließ ich es bei Pommes, da ich die verschiedenen Biere in meinem Magen fixieren musste und hinterher noch ein Fischbrötchen mit Buttermakrele essen wollte. Um es kurz zu machen: Gestorben ist keiner vom Schollenfilet, aber trotz des niedrigen Preises waren alle ob des panierten und frittierten Schollenfilets nebst Kartoffelsalat aus dem 10 Liter Eimer nicht so ganz zufrieden.
Fontänenspiele kurz vorm Feuerwerk

Während die anderen anschließend schon nach Braunschweig zurückfuhren, kontrollierten meine Löwin und ich noch schnell den einen oder anderen Stand. Ich erhielt meine Buttermakrele, aber bis zum Feuerwerk wollten wir doch nicht warten. Hundemüde, wie ich mich fühlte, wollte ich auch nur nach Hause. Jedenfalls war die Radtour ein voller Erfolg und ist gern auch wiederholbar, sehr gern auch in dieser Besetzung.
Nach dieser schönen Radtour und einem relaxten Sonntag hatte ich Montag Morgen keine Lust aufzustehen. Natürlich quälte ich mich trotzdem aufs Rad, um die Arbeitswoche zu beginnen. Als ich dann nach kurzer Fahrt auf dem Bahnsteig stand und auf den Zug wartete, ging es mir schon wieder besser.
Pünktlich fuhr der Zug los, ich packte mein Buch aus…. Und schon nach kurzer Zeit fing ich an zu gähnen. Vielleicht fehlte mir doch etwas Schlaf, aber im Lauf des Vormittags gibt sich das schon. In Drütte, also dort, wo früher mal ein großer Bahnhof war, der jetzt vergammelt und von der Wildnis zurückerobert worden ist, hielt der Zug auf einmal an.
Der Zugführer berichtete, das da noch ein Zug unsere Weiterfahrt verzögern würde – um 5 bis 10 Minuten. Das konnte ja eigentlich nur der Vorgängerzug aus Lebenstedt sein, der in dem einspurigen Teilstück ab Drütte/Immendorf feststeckt. Nun gut, also weiterlesen. Und gerade wollte ich das Buch wegpacken….
Ca. 20 Minuten später kam die nächste Durchsage. Der Zugführer murmelte irgendetwas davon, das die Strecke noch blockiert sei und wir deshalb nach Braunschweig zurückfahren würden. Da war nicht nur ich, sondern auch die Strahlenschützer als auch die WEVG Frau perplex. Schlimm genug, das es wieder mal eine Panne auf der Strecke gab. Aber keine 200 Meter vom Bahnhof Immendorf entfernt hätte ich wenigstens mit Schienenersatzverkehr gerechnet.
Ein Blick auf die Uhr offenbarte mir darüber hinaus zusätzliches Unbehagen, denn die wahrscheinliche Ankunft in Braunschweig wäre so gegen Viertel nach Sieben, also quasi dann, wenn der nächste Zug Richtung Lebenstedt fahren müsste. Das dieser fahren könnte, war ja wohl unwahrscheinlich, so dass ich den Bus um 7.30 Uhr oder vernünftigerweise den Express Bus um 8.00 Uhr nehmen müsste, wie vorletzte Woche auch.
Keinen Bock drauf. Uuurlaub! Mein Entschluss stand fest, ich würde mir einen Tag frei nehmen und erstmal frühstücken gehen. Als der Zug in Braunschweig ankam, lästerten die WEVG Frau und ich noch ein bisschen rum und stiegen aus am Bahnsteig 1. Und was mussten meine müden Augen da sehen? Am Gleis 3a stand der 7.19 Uhr nach Lebenstedt fahrplanmäßig bereit. Sollte er tatsächlich…
Die WEVG Frau und ich enterten Bahnsteig 3a, der Motor lief quasi schon. Die WEVG Frau und noch eine andere Pendlerin stiegen in den Zug und fragten Zugführer und Schaffner nach der Lage. Ich zögerte noch auf dem Bahnsteig, aber dann siegte die Neugier. Als ich mich dazustellte, war die Mannschaft mit dem Labern schon fertig.
Wie mir die WEVG Frau erklärte, wusste das Zugpersonal nichts, nada, gar nichts von der blockierten Strecke und wollte eigentlich gerade losfahren. Haben die denn keinen Funk? Eine schwache Leistung der Bahn, das Zugpersonal im Dunkeln zu lassen. Und erst recht die Passagiere im gut besetzten Zug.
Ihr hättet mal die Blicke sehen sollen, als es den Fahrgästen dank unserer Information so langsam dämmerte. Ich blickte aus dem Fenster in Richtung der Zuganzeige und siehe da – urplötzlich wurde eine Verspätung von 5 bis 10 Minuten angezeigt. Wie blöd ist das denn? Service mal wieder Fehlanzeige bei der Bahn; die Firma kann bloß froh sein, das sie quasi ein Monopol hat bei der Verbindung nach Salzgitter, da die Busse zu langsam sind. Dazu fällt ein Rückgang des Fahrgastaufkommen dank des Verkehrsverbundes kaum auf.

Donnerstag, 13. August 2015

Dale Hawkins 3/3

„Suzie Q“ war ein weit größerer Verkaufsschlager, als es die Billboard Notierung auf Platz 27 der Charts ausdrückt. Dank einer geschickten Marketing Strategie powerte Chess den Song, indem er „Suzie Q“ immer nur in einer Region des Landes zur selben Zeit pushte, dafür aber energisch. Dies beeinträchtigte natürlich den Chart Status in den USA entsprechend negativ. Rein nach den Gesamtverkaufszahlen war „Suzie Q“ ergo erfolgreicher, als es die Charts aussagen.
Obwohl Dale den Song komplett allein geschrieben hatte, wurden Stan Lewis und eine „E. Broadwater“ als Co Autoren aufgeführt. Broadwater war der Mädchenname der Frau von Gene Nobles, einem der bekanntesten R & B Discjockeys der 50er Jahre. Dies war der übliche „Payola“ Effekt in der Art, über die Alan Freed alsdann stolpern sollte. Freed war z. B. Als Co Autor von Chuck Berry`s „Maybelline“ gelistet.
Es war die damals übliche Methode, um einen Song Airplay zu verschaffen, indem man den Radio Discjockeys unberechtigte Tantiemen zuschanzte. War ja keine direkte Bestechung... Zur Ehrenrettung von Nobles bleibt noch zu erwähnen, dass dieser die Rechte kurz vor seinem Tod an Hawkins zurückgab. Stan Lewis war nicht so großzügig, was Dale zeitlebens ärgerte. Er meinte später zu diesem Thema, dass er den Song an Lewis für 125,- Dollar verkauft hatte und dieser 50% aller Einnahmen von dem Song kassierte, ohne auch nur eine Zeile geschrieben zu haben. Aber „er hatte eine schöne Handschrift.“
Als CCR 1968 mit „Suzie Q“ als Coverversion ihren großen Million-Seller hatten, erhielt Dale deshalb lediglich fürs Airplay Schecks von der BMI (Broadcast Music Incorporated). Dank der von der BMI verwalteten Urheberrechte konnte Dale Geld erhalten, aber Anteile an den Verkaufserlösen von CCR... Fehlanzeige. Letztlich konnte Dale sich noch glücklich schätzen, das ihm die Urheberrechte nicht mehr streitig gemacht werden konnten.
Ab 1956 spielte Dale fürs Checker Label die unterschiedlichsten Songs ein. Da waren einerseits brilliante „Blues with a Beat“ Kracher dabei wie „My Babe“, „Tornado“ oder mein spezieller Lieblingssong von Dale - „La-Do-Dada“. Und andererseits versuchte er sich an Teenage Pop Songs wie „A House, a Car, and a Wedding Ring“ oder „Class Cutter (Yeah, Yeah)“. Die Songs nahm Dale entweder in Chicago bei Chess oder daheim in Louisiana auf.
Dieses war wohl die Zeit seiner besten Aufnahmen. Dale erwies sich in jenen Jahren und später als geschickter Entdecker bemerkenswerter Gitarristen, deren Arbeit den Rock `n` Roll für Dekaden beeinflussen sollte. James Burton und der Bassist Joe Osborne arbeiteten später u. a. Für Bob Luman, Ricky Nelson oder auch Elvis Presley. Roy Buchanan oder auch Kenny Paulsen, der für das klassische Riff von „Tallahassee Lassie“ verantwortlich ist, fingen auch bei Dale an.
Der allergrößter Wertschätzung von all den Ausnahmegitarristen erfreute sich in den Augen von Dale der heuer eher weniger bekannte Carl Adams, der auf „Tornado“ und „Little Pig“ zu hören ist. Dessen Technik des Anreißens soll Buchanan von ihm gelernt haben.
1960 löste Dale seinen Vertrag bei Chess auf und nahm noch Singles für Labels wie Atlantic, ABC-Paramount oder auch Zonk auf. Hinzu kommt ein live eingespieltes Twist (!) Album für Roulette. Er produzierte noch 3 Singles für das Ebb Label, ehe er ab 1964 wieder für Stan Lewis und dessen neues Label Paula Records arbeitete.
Sein wohl größter Erfolg bei Paula bestand dabei lediglich in der Hintergrundarbeit für John Fred`s „Judy in Disguise“, dem Megakracher aus dem Jahr 1967. Er produzierte noch für die „Five Americans“ das „Western Union“ Album und nahm Ende der 60er noch ein letztes, soullastiges Album auf. Es sollte für über 30 Jahre sein letztes Album mit neuen Songs sein.
Selbst in diesem Jahrtausend war Dale Hawkins noch präsent. Er trat nach wie vor auf und veröffentlichte auch noch Platten. Allein... der Erfolg kam nicht mehr wieder. Zumindest soll er allein von seinen Rechten an „Suzi Q“ und den Tantiemen gelebt haben können.
Dale Hawkins verstarb am 13. Februar 2010 in Little Rock, Arkansas. Ewig wird man sich an ihn wegen „Suzie Q“ erinnern. Allein das stempelt ihn zum Erfinder des Swamp Rock, der Mischung des Rock `n` Roll Sound eines Elvis Presley mit dem Delta Blues der Schwarzen aus Louisiana. Wie so oft in diesem Geschäft rauschte der Erfolg am Künstler vorbei. Kohle machten Andere und die Chartskarriere kam auch nicht wirklich auf Touren.
Aus heutiger Sicht, wenn man seine Songs aus der Checker Phase hört, klingt dies unverständlich. Aber seinerzeit waren einfach zu viel gute Musiker und Songschreiber unterwegs, das der Markt gar nicht gesättigt werden konnte. Heuer fehlen diese Talente. Obwohl ich fairerweise eingestehen muss, dass es kaum noch Neues zu entdecken gibt in der bunten Rock `n` Roll Welt.

Dienstag, 11. August 2015

Uncle Fester: grad gelesen August 2015

Patrick Lee - Mind Reader
Mit der Triologie um den Exbullen Travis Chase und die Zukunftsforscherin Paige Campbell hatte Lee auf sich aufmerksam gemacht. Nach jener spannungsgeladenen Reihe startet Patrick Lee mit diesem Roman eine Neue Reihe um Sam Dryden, dessen Lebenslauf erst so nach und nach in die Geschichte einsickert.
Dryden, der früher mal Special Agent beim Militär war, joggt wie üblich nachts am Strand, als er Rachel, ein junges Mädchen, vor einer Gruppe von Verfolgern retten muss, die Rachel umbringen wollen. Denn Rachel kann Gedanken hören und wurde von Gangstern gekidnappt und gefangen gehalten, konnte aber gerade noch fliehen, bevor sie kalt gemacht werden konnte.
Martin Gaul, ein krimineller Industriekapitän, hatte die Möglichkeit entdeckt, Menschen mit einem Chemiecocktail derart aufzurüsten, dass sie andere Menschen beeinflussen können. Dies geschieht über Funk; die zumeist einfältigen Opfer werden quasi willenlos, weil sie andernfalls grausam (psychisch) gequält werden. Sie werden dann als Mörder eingesetzt - Widerstand ist zwecklos.
Rachel ist für Gaul eine Gefahr; warum, merkt man erst später im Roman. Anfangs erscheint Rachel als unschuldiges Opfer, die das Pech hat, anderer Menschen Gedanken lesen zu können. Doch es stellt sich heraus, das sie quasi im Auftrag der Regierung (merke: Immer die Guten) festgehalten werden musste, wei9l sie auch ohne Medikamente Menschen zu Mördern machen kann und dies auch tat, ganz ohne Funkunterstützung.
Denn Rachel war mit Hilfe zweier anderer Mädels - Audrey und Sandra - aus einem entsprechenden Regierungsprojekt geflohen und zwang z.B. dank ihres Könnens einige Leute zur Geldüberweisung an die Mädels. Dank eines weiteren Medikaments konnte sie nach ihrer Gefangennahme ruhig gestellt werden; Ihr Gedächtnis verlor sie dabei nur vorübergehend. So beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dem Dryden Rachel eine Falle stellt, um Schlimmeres zu verhüten.
Zum Schluss sind Audrey und Sandra tot. Rachel ist deren schlechten Einfluss entzogen und hat die Chance, ein eigenes Leben anzufangen. Das hört sich zugegebenermaßen nicht sehr packend an, aber beim Lesen bringt Dich die unerwartete Wendung um 180 Grad doch ziemlich ins Schleudern, wenn Gut und Böse auf einmal die Rollen tauschen.
Angeblich überboten sich die Filmgesellschaften aus Hollywood schon vor Erscheinen dieses Romans um die Filmrechte. Ich denke auch, das der Stoff Hit Potential hat.

Thomas Elbel - Asylon
Neben Brandhorst habe ich jetzt einen weiteren hervorragenden deutschen SF Autor entdeckt, wobei Elbel die SF mehr streift. So ist es auch zu erklären, dass zwei seiner hochgelobten Romane bei Piper erschienen sind. Asylon ist sein zweiter Roman und lässt einen entfernt an die Klapperschlange von Carpenter denken.
Asylon ist nach einer Klimakatastrophe die letzte Stadt der Menschheit. Ein riesiger Moloch, der dank einer Todeszone a la Berliner Mauer von der restlichen Welt abgeschottet ist, um die Einwohner vor marodierenden Horden zu schützen.
Beherrscht wird Asylon von den Clans, besser gesagt verschiedenen Mafia oder auch Yakuza Familien, beherrscht. Tom, der Held des Romans, ist Leveller und sorgt für ein Gleichgewicht der Macht zwischen den verschiedenen Clans. Hierbei schrecken er und sein Partner Scooter auch vor Mord nicht zurück.
Seine hochschwangere Frau „phantasiert“ von einer erholten Umwelt außerhalb der Todeszone; Ihr Kind wird ihr gestohlen und sie selbst begeht angeblich Selbstmord. All dies kriegt Tom gar nicht mit, weil er sich zugesoffen hat und auch ansonsten mehr mit sich selbst beschäftigt ist als wirklich Anteil zu nehmen.
Saina ist Hausmeisterin im Krankenhaus, in dem Toms Frau stirbt und wird zufällig Zeugin des Kinderdiebstahls. Ihre Mitbewohnerin ist in der Todeszone verendet; deren Kind wird ebenfalls entführt. Alle Spuren führen zum Gouverneur, dem eigentlichen Herrscher der Stadt.
Tatsächlich entpuppt sich dieser als fieser Serienmörder, der u.a. seine Sekretärin an ihrem Schreibtisch festnagelt und elend verbluten lässt. Der Polizeichef Rygor weiß um all dies und unternimmt nichts dagegen. Er ist der eigentliche Herrscher der Stadt.
Im Laufe des Romans stellt sich heraus, dass die Bewohner von Asylon eigentlich Gefängnisinsassen einer neuen Art von Gefängnis sind. Allen Gefangenen wurde eine neue Identität eingepflanzt und alle glauben an die Lüge von der Klimakatastrophe.
Hier, wie auch in den anderen Romanen von Elbel, blitzt das große Vorbild Philip K. Dick durch. Auch sind die einzelnen Charaktere sowohl gut als auch böse und entwickeln sich im Laufe der Story.
Saina entpuppt sich als die Wissenschaftlerin, die das Serum zur Änderung der Persönlichkeit erfunden hat. Irgendwann wird ihr das, zusammen mit Tom, der sein Kind sucht, bewusst und dank eines Amuletts schafft sie es schließlich aus Asylon zu entkommen. Ebenso Tom, der sein Kind auch tatsächlich findet. Tom und Saina finden in Los Angeles irgendwie zusammen und töten dort Rygor, der gerade noch Tom eine Spritze in den Arm jagt, der daraufhin sein gesamtes Gedächtnis verliert.
Rührend, wie Saina im Epilog verzweifelt, aber wohl erfolgreich, "John Smith" anbaggert.
Eine schöne Dystopie der anderen Art. Mit diesem „sense of wonder“, obwohl hier die Science Fiction eher klein geschrieben wird. Andernfalls hätte Piper diesen hervorragenden Roman wohl kaum veröffentlicht.


                      

Thomas Elbel - Elysion
Die 17jährige Cooper lebt mit ihren Freunden Stacy und Brent nach der Apokalypse, die nicht näher erklärt wird, in einer nach dem Bürgerkrieg nahezu entvölkerten und vor allem heruntergekommenen Metropole. Zusammen jagen Sie die Malachim, gottgleichen und offenbar außerirdischen Wesen, die den um die Stadt wuchernden Dschungel beherrschen. Werden die Malachim in einem elektrischen Feld getötet, verbrutzeln diese Wesen quasi zu Teer.
Und Teer heißt dann auch die Droge, die aus den Überresten der Malachim gewonnen wird. Der brutale Gangsterboss McCann, ein ehemaliger Arzt, beherrscht die Stadt und jagt irgendwann Cooper und ihre Freunde sowie deren Ziehmutter Big Mama, weil sie einmal bei der Jagd versagt haben. Die 3 können entkommen und ziehen in den Wald, wo Cooper sich Hilfe von einer alten US Forschungseinrichtung verspricht. Big Mama liegt nämlich im Sterben, braucht dringend Medikamente, die es in der Stadt nicht mehr gibt.
Der Wald wird beherrscht von den Malachim, die dort mit alttestamentarischer Härte die Waldbewohner beherrschen. Allerdings sind die Waldbewohner im Gegensatz zu den Städtern mit Nahrung gut versorgt. Die Malachim wiederum entpuppen sich recht schnell nicht als Aliens, sondern als künstlich geschaffene Wesen aus eben dieser Forschungseinrichtung. Der Pontifex, der ehemals leitende Wissenschaftler dort und selbstverständlich Cooper`s Vater, hat die Kontrolle über die Malachim und beherrscht als gottgleicher Diktator in seinem Elysion, den Dorfverband der Waldbewohner.
Zum Showdown treffen sich alle Protagonisten in der Forschungsstation, und natürlich kommen im Laufe der Story mehr und mehr Geheimnisse auf den Tisch. So ist Brent durch seine Abhängigkeit vom Teer ein sehr übler Charakter und wird letztendlich vom Gemeinschaftsbewusstsein der Malachim absorbiert. Cooper ist erst erfreut, ihren Vater wiederzutreffen und dann entsetzt, als der auf grausame Weise geflohene Kinder aus Elysion bestrafen will.
Der Pontifex erkennt in Stacy die verantwortliche Person, die seinerzeit für den Tod seiner Frau und der Verschleppung von Cooper verantwortlich war. Die Malachim hatten sich von ihm auch noch befreit und wollten unter ihrem Anführer, der sich Brents Körper geschnappt hat, alle Menschen vernichten.
Richtig – Es stellt sich heraus, das die Malachim eben nicht künstlich durch eine Maschine in der Forschungseinrichtung entstanden sind, sondern doch Aliens sind, die durch ein schwarzes Loch… Big Mama braucht nur noch eineinhalb Seiten zum Sterben, Irgendwann zwischendurch wird das unnötigerweise noch eingestreut.
Schon tödlich getroffen, schafft es der Pontifex gerade noch, eine Kernschmelze des Reaktors der Forschungsstation zu verhindern. Ach ja, da gibt es noch einen Malachim, der vom Gemeinschaftsbewusstsein abgetrennt ist und eine Verbindung mit Cooper hat. Er hilft Cooper und den anderen Jugendlichen, den "Boten", der in Brents Körper steckt, zu töten. Daraufhin geben sich die Malachim geschlagen und ziehen hinaus in die Wildnis.
Cooper bringt die Jugendlichen mit den Waldbewohnern zusammen und zusammen mit McCann fwollen diese Menschen dann anfangen, die Städte wieder zu bevölkern und die Zivilisation erneut aufzubauen. Doch im Epilog kehrt der Bote zurück und sinnt nach Rache...
Folgt da etwa eine Fortsetzung?

Thomas Elbel - Megapolis
In diesem Roman ist es wie in "Träumen Roboter von elektrischen Schafen", bloß umgekehrt. Denn die Androiden (Novaten) haben in der einzigen Stadt des Mars das Joch der menschlichen Siedler abschütteln können und verfolgen diese jetzt erbarmungslos. Die Androiden selber haben menschliche Gewohnheiten angenommen und leben in einer Diktatur.
Seth ist ein "Menschenjäger" und soll die menschliche Terrorzelle endgültig vernichten. Seine Gegenspielerin ist Tessa, die den menschlichen Untergrund leitet und wie alle Menschen unerkannt unter den Novaten mit ihrem kleinen Bruder Lasse.
Und Lasse ist es auch, der bei einer Verfolgungsjagd in Seth den als verstorben geltenden Ehemann von Tessa namens Finn Lansing erkennt. Und dieser Finn ist natürlich auch noch der Sohn von Jack Lansing, dem ehemaligen Kolonieleiter und Entwickler der Novaten, der irgendwo in der Marswüste seinen Unterschlupf haben soll, weil er wohl während des Novatenaufstandes gerade noch flüchten konnte. Diese Legende erhält den menschlichen Untergrund aufrecht.
Herrlich, wie die Story ab hier in bester "Dick Tradition" durch immer neue Wendungen Fahrt aufnimmt und den Leser in seinen Bann zieht. So vermutet Kharon, der Partner von Seth, nicht ohne Grund, das die Menschen bereits "Entsatztruppen" auf den Mars gebracht haben und nach und nach die sich lichtenden Reihen des Widerstandes auffüllen und die Novaten somit unterwandern. Er ist von dieser Theorie derart überzeugt, das er Seth/Finn bei der Suche nach Jack`s Versteck unterstützen will, um sich den Menschen anzudienen. Es ist ihm auch egal, das Seth mittlerweile dank Tessa von seiner wahren Identität weiß - das Liebespaar ist wieder vereint. Dragan, Tessas sadistischer Stellvertreter und Konkurrent um die Führung des Widerstands wird letztendlich von Tessa mithilfe von einem Novaten mit Spiderman Qualitäten, der von Jack extra zur Suche nach seinem Sohn Finn designt wurde, getötet. Bei den Ermittlungen stellen die Schergen des Novaten Diktators Starbuck überrascht fest, dass es sich bei Dragan um einen Klon und damit um einen Novaten handelt.
Der Unterschlupf von Jack Lansing wird derweil von Seth und Kharon in der Wüste beim Olympus Mons entdeckt. Jack selbst ist einsam und verlassen bereits seit Jahren verstorben; Er hinterlässt lediglich ein Hologramm mit seinem Bewusstsein, welches Kharon, der natürlich erneut die Seiten gewechselt hat, mit Finn verwechselt.
Als letzte Aktion schaffte der lebende Jack gerade noch einen Mars Rover mit einem tödlichen Virus, der nur Novaten befällt, in die Megapolis zu schicken. Das Gegenmittel fällt so an Kharon, der damit einen Handel mit Starbuck, in dessem Geheimauftrag er unterwegs war, schließen will. Doch Seth kann ihn ausschalten und so kommt es zum Showdown in einer Nachbildung des Circus Maximus, in dem menschliche Gefangene als Gladiatoren zur Belustigung der Novaten um ihr Leben kämpfen.
Es stellt sich heraus, das Starbuck den menschlichen Widerstand mit Novaten aufgefüllt hat, um den Widerstand zum eigenen Machterhalt am Leben zu erhalten. Und Seth/Finn selbst ist auch ein Novat; ein Klon des echten Finn, bevor dieser in die Wüste fliehen konnte. Tessa stört dies aber nicht - entpuppte sich doch der echte Finn kurz vor der Revolution zum brutalen Novatenhasser a la Dragan; gemeinsam bringen sie Starbuck zur Strecke und beenden dank des Gegenmittel die Epedemie. Novaten und Menschen leben friedlich zusammen.
Im Epilog landet der echte Finn mit einer ersten Vorhut von Menschen auf dem Mars, um die Megapolis von der Herrschaft der Novaten zu befreien...
Auch hier wieder eine affengeile Story, eigentlich die Beste der 3. Mehr zum Autor demnächst in diesem Blog.

Donnerstag, 6. August 2015

Contramann: kurz gesehen im August

http://www.neopresse.com/gesellschaft/kommentar-ja-ich-bin-gegen-fluechtlinge/
Ja Ja Ja! Genau so ist es, Jenny. Ihr Credo: So schön wir es den Flüchtlingen hier in Deutschland auch machen - es löst nicht die Ursachen der Flucht, wenn wir die Flüchtlinge in Heime stecken und mit einem Taschengeld abspeisen.
Hilfe vor Ort ist angesagt. Schluss mit Rüstungsexporten und stärkt stattdessen die Wirtschaft der Krisenländer.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sind-vegetarier-die-besseren-menschen-kolumne-a-1045603.html#ref=meinunghp
Da schau her, der Fleischi. Den religionsartigen Kult, den einige Veganer und Vegetarier um ihre Essgewohnheiten betreiben, entlarvt er als das, was es ist: Ein missionarischer Versuch, Andersdenkenden die eigene Meinung aufzuzwingen.
Das ist jetzt doch etwas hochgestochen, aber dass Apfelsaft durch Schweinegelatine gefiltert wird und deshalb eben nicht vegetarisch ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Und der Hinweis, das Hitler und Goebbels auch Vegetarier waren und die Deutschen seinerzeit mit dieser Ernährung beglücken wollten, lässt sicherlich bei dem einen oder anderen Veganer den Schaum aus dem Mund quellen.
Eins muss ich Fleischi lassen: Viel Feind, viel Ehr ist seine Maxime. Bei Contramann hat er ja eigentlich verschissen. Doch hier find ich ihn gut. Er hat zwar nicht in allen Punkten zu den Vegetariern meine Zustimmung, doch die Tendenz stimmt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sigmar-gabriel-in-katar-bei-besuch-von-baustellen-fuer-wm-a-1022673.html
Mit Siggi Pop unterwegs! In Katar sollen die Bauarbeiter der WM Stadien für 2022 angeblich unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften. Wie gut, dass Siggi Pop, der Rächer der Entrechteten, die Zeit gefunden hat, um dort mal nach dem rechten zu sehen.
Siggi fand wohlwollende Worte. Auch das sich die Arbeitssituation aufgrund des Drucks der Gewerkschaften verbessert hätte. Das man den Arbeitern die Pässe wegnähme, sei in der Golfregion üblich.
Gerade dieses Argument hat mich in der Annahme bestätigt, das Siggi, deutscher Wirtschaftsminister und Vorsitzender der Arbeiterpartei SPD, als Erbe von Liebknecht und Lasalle eben diesen beiden Vätern der Arbeiterbewegung wieder etwas Bewegung verschafft.
Die drehen sich im Grab, und zwar schnell.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/energieversorger-in-der-krise-wir-brauchen-keine-konzerne-a-1022853.html
Hier mal ein schöner Kommentar auf SPON zu den 4 Energiegiganten. Da haben sich EON und Co jahrzehntelang dank staatlicher Förderung der Atomenergie gesund gestoßen, da jammern sie jetzt beim Abschalten der Kraftwerke wg. Fukushima herum.
Man gut, das zunächst EON die zukunftsträchtigen Energieformen Wind, Gas, Sonne etc. von den kritischen Energieformen Kohle und Atom organisatorisch abgetrennt hat. Da kann dann die fossile und Atomsparte locker pleite gehen, da braucht der Konzern dann auch nicht den Rückbau von Atommeilern zu tragen.
Praktisch, oder? Hier bitte ich daran zu denken, das es die Politik war, die seit den 70er Jahren die Weichen zur Atomförderung gestellt hatte und seit den 80er Jahren nicht in der Lage war, hier frühzeitig zu reagieren und den Atomstrom frühzeitig auslaufen zu lassen.
Will sagen: Deutschland war in der Forschung der Solar- wie auch der Windenergie einmal weltweit führend, auch was die technische Umsetzung angeht. Hier hatte die Politik es versäumt, die Förderung zu forcieren, weil die großen Stromkonzerne gestützt wurden.
Jetzt geben ausgerechnet die Chinesen das Tempo vor, eben weil die Politik dort die Wirtschaft steuert und nicht umgekehrt wie hier. Für Contramann ein Anzeichen dafür, dass der Staatskapitalismus a la China der westlichen ach so "freien" Marktwirtschaft mehr und mehr den Schneid abkauft.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/ukraine-berichterstattung-russland-kritik-wahrheit
Ein ärgerlicher Kommentar. Als erstes fiel mir eine sehr abwertende und frauenfeindliche Beschimpfung für die Kommentatorin ein, den ich hier nicht abgedruckt sehen möchte. Die Kommentatorin Alice Bota mag ja auch persönlich in der Ukraine gewesen sein.
Sie ist verwundert darüber, das ein Leser die Ukraine Berichterstattung als irreführend und falsch bezeichnet hatte. Doch, es gibt Beweise für ein russisches Eingreifen in der Ukraine, so schreibt sie in ihrem Kommentar. Sie führt auch wunderschön Belege an, die ein russisches Eingreifen in dem Konflikt nahelegen.
Doch auf das Wesentliche geht sie in diesem Kommentar eben nicht ein: Die Beteiligung faschistischer Milizen an der ukrainischen Regierung oder auch die Finanzierung des Maidan Aufstandes durch den Westen wird von ihr gar nicht mal erwähnt. Sie könnte diese Argumente ja gern widerlegen; dann würde ich ihre Meinung zumindest akzeptieren können.
Da sie diese Gesichtspunkte aber ausklammert und sich nur auf die Geschehnisse stürzt, die ihre Meinung stützen, halte ich sie für eine Heuchlerin und vor allem gefährliche Brandstifterin. Leute wie Alice Bota sind eine Schande für den Journalismus.
Contramann hält die Gewinnerin des Axel Springer Preises für junge Journalisten aus dem Jahr 2009 für ein Miststück. Mag sein, dass ihre Kindheit in Polen für ihre einseitige, westlich orientierte Politiksicht verantwortlich ist.

http://www.huffingtonpost.de/2015/03/09/pispers-kabarettist_n_6830514.html?obref=outbrain-www-fol
Auch in der Huffington Post, somit Focus, fühlt man sich im März genötigt, die Berichterstattung über die Ukraine ins RECHTE Licht zu rücken. Buhmann für den Kommentator Sebastian Christ ist Volker Pispers.
Er nennt Pispers einen Lügner, weil dieser bei Anmoderation des deutschen Kleinkunstpreises behauptet hatte, das Russland den Westen nie überfallen hätte. Als Beispiel dafür führt Christ die polnischen Teilungen Ende des 18. Jahrhunderts sowie den Hitler-Stalin Pakt an.
Wie perfide diese Beispiele gewählt sind, merkt der normale Huffington Post Leser wahrscheinlich nicht, weil man da ja einfach nur mal das Gehirn einschalten müsste. Polen liegt zwar westlich von Russland, aber der "Westen" ist eigentlich der Inbegriff für die Staaten der Nato und insbesondere des kapitalistischen Wirtschaftssystems.
Was für ein billiger Trick. Und ausgehend von diesem falschen Argument haut er auf Pispers ein. Weil Pispers den Konflikt in der Ukraine als Bürgerkrieg beschreibt. Das geht natürlich nicht, denn es sind laut Christ die Russen, die da den Aufstand der Separatisten am Leben erhalten. Da ist er ganz bei Alice Bota.
Ich finde es nervig, solche üblen und manipulativen Kommentare lesen zu müssen. Aber es zeigt mir leider auch, das die Presse eben nicht unabhängig und überparteilich, erst recht nicht unparteiisch sein muss. Aber dann bitte nicht so billig.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/warum-trauen-wir-dem-wunder-am-arbeitsmarkt-nicht-13522653.html
Es ist aber auch zum Verrücktwerden. Die deutsche Wirtschaft boomt und boomt und - oh Wunder - die Arbeitslosenzahlen sinken. Und trotz dieses Jobwunders trauen die Deutschen dem Braten nicht. Pessimistisch seien sie und würden nur rummäkeln. So ist er, der Deutsche. Sieht zumindest Lisa Nienhaus der FAZ so.
Vielleicht liegt das aber auch daran, das den meisten Deutschen mittlerweile trotz solcher Agitprop der FAZ so langsam dämmert, das Zeitarbeit sowie Minijobs nebst Teilzeitarbeit Menschen zwar pro Forma in Lohn und Brot bringt, aber eben keine Sicherheit für die Lebensplanung, sprich Familie gründen, Häusle bauen etc, gibt.
Und das macht eben den "Deutschen" aus. Weil das nicht mehr sicher ist, deshalb mäkeln die Menschen herum. Wieder so nen ärgerlicher Kommentar.

http://www.pflegeurlaub-rhodos.eu/
Und wenn man doch etwas Geld scheffeln kann, da gibt es ja nach wie vor noch Sparten und Leute, die richtig absahnen, da gibt es auch Angebote in schwierigen persönlichen Lebenslagen. Hier ein Angebot verschiedener Reiseunternehmen für Griechenland.
Sie sind Banker und ihre Frau, oder ein naher Verwandter, ist pflegebedürftig und sie müssen mit ihm/ihr einfach mal raus?
Dann ab zu den faulen Griechen nach Rhodos, die können dann ihrer Frau den Arsch wischen. Und wie man nebenbei noch etwas Geld von der Pflegeversicherung mitnimmt, das verraten wir ihnen obendrein.
Nichts gegen pflegebedürftige Menschen, aber diese negative und zugegebenermaßen böswillige Interpretation dieser Seite ist meiner Frustration über die momentan stattfindenden Gemeinheiten auf der politischen Bühne geschuldet.

Sonntag, 2. August 2015

Hartmudo: Es geht wieder los

Sonntag, 26.7. Es geht wieder los – die zwote Liga startet; Eintracht heute gegen Sandhausen. Gegen die hatten sie bisher immer gewonnen, was soll da also passieren?
Nach dem Schwimmen waren meine Löwin und ich etwas müde und legten uns ab. Als ich gegen halb fünf wach wurde, hatte wohl gerade die zweite Halbzeit angefangen. Schau ich mal bei Sky vorbei und…. Oh je, 1:2. Jetzt aber mal mutig nach vorne – dachte ich und wurde enttäuscht.
Ich sah einige gute Ansätze, insbesondere von Ofosu-Ayeh und Khelifi gab es technische Leckerlies zu bewundern, aber leider aus der Abteilung brotlose Kunst. Vor der Saison war ich ja optimistisch, da Eintracht zum ersten Mal seit Jahren auch im Sturm breit aufgestellt ist, rein so qualitätsmäßig.
Für jeden der 5 Stürmer gab es eine einleuchtende Erklärung, warum er nicht spielt. Es gibt für mein Dafürhalten aber keine Erklärung dafür, dass keiner der Stürmer in der Anfangsformation stand. Als Düker und Oehrl nach dem 1:3 endlich eingewechselt wurden, war der Dampf eh schon raus; erste Schmähgesänge des enttäuschten Publikums waren die Folge.
Pfitzner ganz schlecht, drei Tore nach Standards…. So geht das nicht.
Ich hoffe, dass es bald besser wird. Wenn vom Ergebnis nicht, dann wenigstens von der Leistung. Ansonsten ist Lieberknecht nicht zu halten, was schade wäre.

Mittwoch, 29.7. Es ist kurz nach 19.00 Uhr und ich betätige den Stop Button meiner Playstation. Nein, kein Spiel. Ich nutze die Playstation nur noch für Netflix und Amazon Prime; gerade eben hatte ich die 10. und damit letzte Folge von Fargo gesehen.
Ich war ja von „Breaking Bad“ und „True Detective“ schon schwer begeistert, aber diese Miniserie, die von einem der besten Filme der Coen Brüder inspiriert wurde, stellt alles in den Schatten. Das klingt jetzt zwar sehr euphorisch und übertrieben, aber da die Coen Brüder als ausführende Produzenten der Serie mit im Boot sind, hat Fargo den gewohnt skurrilen Anstrich bekommen, der die Filme der Gebrüder Coen auszeichnet.
In atemberaubenden Bildern, anders kann ich es nicht beschreiben, sehen wir die schneebedeckte Landschaft Minnesotas sowie die einzelnen Szenen, die häufig das Zeug zum zeigbaren Klassiker von Kinosequenzen haben. Einfach nur grandios ins Bild gesetzt, dazu noch die klassisch inspirierte Hintergrundmusik. Dies ist ohne Zweifel das Beste, was ich von den Coen Brüdern in diesem Jahrtausend gesehen habe.
Billy Bob Thornton als psychopathischer Killer Lorne Malvo wäre allein schon des Einschaltens wert und hat auch verdientermaßen den Golden Globe Award dieses Jahr erhalten, aber auch die anderen Charaktere laufen zur Höchstform auf.
Bushalte, nach dem Come In mit Ulli

Zur Story: Lester Nygaard ist ein erfolgloser Versicherungsvertreter und wird von allen, auch seiner Frau, gepiesackt. Ein richtiger Looser also – bis zu dem Moment, als er seine quengelnde Frau im Affekt mit dem Hammer erschlägt, als sie sich über ihn lustig macht. Malvo, den er zuvor im Krankenhaus zufällig getroffen hat, soll ihm aus der Patsche helfen. Das macht dieser auch, indem er den Sheriff erschießt.
Deputy Molly Solverson, die Partnerin des Sheriffs, hält Lester für verdächtig, wird aber vom Nachfolger des Sheriffs (Bob Odenkirk) ausgebremst. Gus Grimley, ein Bulle aus der größeren Nachbarstadt, hilft alsbald Molly bei ihren Ermittlungen. Die sich daraus entwickelnde Liebesgeschichte ist anrührend und paßt zu der ganzen Szenerie, also für Euch Mädels ist auch was fürs Herz dabei.
Was auch gut ist bei all dem Blut, was hier über 10 Folgen vergossen wird. Die Szene mit dem Mafia Hauptquartier, in dem Malvo innerhalb ein bis zwei Minuten 22 Leute abknallt, ist für mich jetzt schon ein Klassiker.
Während die beiden tumben FBI Agents im Auto vor der Mafia Zentrale über gesundes Essen philosophieren, holt Malvo im Vorbeigehen vor der Kühlerhaube des Wagens der Agents seine Maschinenpistole raus und betritt die Zentrale. In der Folge werden nach und nach nur die verspiegelten Fenster des Hauses von außen gezeigt; Hierbei folgt die Kamera Malvo durch die verschiedenen Stockwerke.
In jedem Raum fragt Malvo nach dem Boss, einem Code für den Geheimfahrstuhl etc. Gleich darauf spricht nur noch seine Knarre, Todesschreie sind zu hören. Die FBI Agents kriegen hiervon nichts mit, da sie in ihrem Gespräch stecken. Im obersten Stockwerk schließlich zerbirst die Fensterscheibe - zum ersten Mal sieht man das Mündungsfeuer. Kurz darauf fliegt der tödlich getroffene Boss aus dem Fenster.
Erst jetzt schnallen die Agents die Situation. In dem folgernden Getümmel kann Malvo unbehelligt entkommen. Allein diese etwas längere Szene lohnt sich zu sehen. Unnötig wohl zu erwähnen, das in allen 10 Folgen solch skurrile Kameraeinstellungen als auch Szenen eingestreut sind.
Nach der letzten Folge jedenfalls lehnte ich mich zurück und ließ den Schluss nochmal Revue passieren. Taschentücher für die Mädels, auch ich hatte etwas Pipi in den Augen. Anschließend konnte ich mich aufs Fernsehen nicht mehr konzentrieren.
Ich freue mich schon auf die nächste Staffel mit Ted Danson und Kirsten Dunst. Dann selber Schauplatz, bloß 25 Jahre früher.

Donnerstag, 30.7. Bereits fünfzehn vor Sechs bin ich frühmorgens auf Bahnsteig 3a und sehe den 5.19 Uhr Zug nach Lebenstedt mit 25minütiger Verspätung da stehen bzw. angezeigt. Klasse, ich versuchte es über die Alternative um 6.03 Uhr nach Bad und dann mit dem Bus… Nach Bad fuhr auch kein Zug. Dann sollte der nach Lebenstedt endlich fahren, fiel aber dann komplett aus.
Mittlerweile wurde es 7.30 Uhr und alle Zugpendler zwängen sich in den engen Linienbus nach Lebenstedt über Thiede, Üfingen, Sauingen, Bleckenstedt und Engelnstedt. Fahrtzeit 50 Minuten, aber ohne Hartmudo. Ich wollte nicht stehen und nahm den Express um 8.00 Uhr, da war ich dann auch nur 5 Minuten später als mit dem Linienbus im Büro.
Grund des Ausfalls war (angeblich) ein liegen gebliebener Zug im einspurigen Abschnitt. Mehr als 2 Stunden zum Abschleppen, wer es glaubt. Ich vermute eher, das kein Rangierführer zur Verfügung stand (Sparmaßnahmen) und erst einer aus Hannover kommen musste.
Übrigens: Die Bahn hat auf meine Beschwerde immer noch nicht geantwortet.

Freitag, 31.7. Der zweite Spieltag in der zweiten Liga. Als meine Löwin vom Kegeln kam, war grade Halbzeit und es stand noch 0:0. Es blieb am Ende auch bei diesem Spielstand, wobei das Niveau in der zweiten Halbzeit stark abflachte, Eintracht jedoch durch den eingewechselten Ademi noch eine sehr gute Torchance besaß.
Berggreen spielte von Beginn an, wurd von seinen Mitspielern aber viel zu selten in Szene gesetzt - der Ball war meist vorher schon weg. Erneut waren Ofosu-Ayeh und Khelifi die Aktivposten im Team. Schönfeld erinnert mich stark an Khedira, wenn er nur die Pomadigkeit irgendwann mal ablegen könnten.
Eintracht zeigte sich im neuen System mit der 3erkette stark verbessert und kontrollierte das Spiel die meiste Zeit über. Allerdings sind die Fehlpässe noch zu häufig, das müssen sie abstellen. Dazu noch etwas mehr Druck in der Spitze. Gefährlichkeit bei Standardsituationen wäre auch schön.
So langsam kriegen sie es in den Griff. Ein Punkt in Lautern ist eigentlich auch o.k.