Dienstag, 23. Juni 2026

Hartmudo: Edinburgh

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Statt beim Parlament stiegen wir am Holyrood Palace aus. Natürlich war hier alles abgesperrt, lediglich durch die Gitterstäbe konnte ich ein Foto schießen. Gleich an der Seite erreichten wir über einen Innenhof ein Cafe. Drinnen war es relativ ungemütlich, aber davon ließen wir uns selbstverständlich nicht abschrecken. 2 Kännchen Tee mit Scones und Clotted Cream gönnten wir uns mit Genuss, danach gingen wir weiter.
Kurze Zeit später standen wir doch direkt vor dem schottischen Parlament. Die mehr oder weniger runden Formen vermieden Ecken und Kanten an dem Gebäude. Die gesamte Konstruktion wird vom Dach in Form eines umgedrehten Schiffes geprägt. Die krummen Stäbe, die längs vor den Fensterfronten angebracht sind, erfüllen lediglich dekorative Zwecke.
Am Stop warteten wir auf unseren Bus der grünen Linie, der schnell vorbeikam. Irgendwo auf der Royal Mile, wo die kleinen bunten Läden zahlreicher wurden, stiegen wir aus. In einem Hinterhof versteckt entdeckten wir gar ein Cafe mit Außenplätzen, das aber keine Gäste hatte. Wenn das Wetter besser - also nicht so kühl und windig - gewesen wäre, hätten wir uns da gerne hingesetzt. Abseits des Trubels einen Tee, das wäre es gewesen.
Durch Zufall stießen wir danach auf das Museum of Edinburgh. Der Eintritt in dieses kleine Museum ist kostenlos, das ganze Museum funktioniert auf ehrenamtlicher Basis. Hier fanden wir Exponate aus verschiedenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte, die immer mal wieder bei Baumaßnahmen gefunden worden waren. Neben 3 wunderschönen Standuhren aus dem 19. Jahrhundert entdeckten wir hier auch zwei der Puppen aus den Särgen vom Fund auf Arthurs Seat. Klein, aber fein, dieses Museum.
Und überall die Hinterhöfe, kleinen Läden und natürlich Treppen, die uns am Vortag bereits aufgefallen waren. Jetzt brauchten wir eine kleine Stärkung; der Pub nannte sich „the Advocate“, wahrscheinlich weil er neben einem Gerichtsgebäude liegt. Der Pint Pale Ale schmeckte mir vorzüglich. Gegessen hatten wir dort auch, aber was, weiß ich nicht mehr.
Wir warteten jetzt nicht mehr auf unseren Bus, sondern gingen das Stück die Treppen hinab, um über „the Mound“, einer großen Verbindung zur Princess Street, eben dorthin zu gelangen. Jetzt, am frühen Nachmittag, war es an der Zeit, Klamotten zu kaufen. Hier war Marks & Spencers unsere Anlaufadresse, direkt neben Jenners.
Ich fühlte mich sofort an C & A erinnert, jedenfalls was Preise und Qualität des Sortiments angeht. Ich erstand zwei kurzärmelige Hemden, zwei Hosen und eine Schiebermütze. Auch meine Löwin entdeckte noch ein oder zwei Blusen für sich. Derart mit den Tüten von M&S als trottelige Touristen gekennzeichnet, wollten wir zum Abschluss unserer Besichtigung noch das Meer sehen.
Deshalb fuhren wir von der Princess Street aus Richtung Osten in die Suburbs hinein. Unser Ziel war Portobello, Edinburghs Sandstrand, im 19. Jahrhundert ein beliebtes Seebad. Die 1,6 km lange Strandpromenade war bei dem typischen britischen Wetter nahezu menschenleer, während die Wellen der Nordsee an den Strand schlugen.
Ein Stück die Promenade entlang entdeckten wir gar ein Eiscafe, Über dem Haupteingang kündigte ein Schild „American Flippers“ an, was uns zu einem Besuch animierte. Kaum waren wir drinnen, da war es mit der Ruhe vorbei. Es war eine Mischung aus klingelnden Geldautomaten, Videospielen und kreischenden Kindern, die unser Ohr erfreute. Aber auch die Eltern fanden hier Gelegenheit, ihr Geld in den Automaten zu versenken.
Hinter einer Bretterwand fanden wir im Cafe Zuflucht zu einem Tee; meine Löwin probierte das Eis noch und war zufrieden. Mit dem Eis, nicht mit dem Krach. Unbeschadet verließen wir den Laden und begaben uns durch eine enge Gasse zur Hauptstraße zurück, wo wir an einer Haltestelle vor einer Filiale der Royal Bank of Scotland auf den Bus längere Zeit warten mussten. Mit der Linie kamen wir dafür aber direkt zu unserem Hotel.
Die Tasche mit der Beute vom Shopping brachten wir noch schnell aufs Zimmer. Wir hatten an zwei Tagen genug gesehen und wollten einfach nur noch etwas nett essen, was in der Gegend unseres Hotels nicht leicht war, sieht man mal vom Restaurant des Hotels selbst ab. Dank Google Maps landeten wir in diesem mittelständischen Suburb im „Scottish Engineer“, der just drei Wochen vorher an meinem Geburtstag neu aufgemacht hatte.
Dieser Family Pub glänzte durch selbst gebrautes Ale, von denen ich 4 Pints verkostete, und ein stilvolles Interieur. Die Bedienungen trugen ein Schottenkäppi. Mein Sandwich mit frittiertem Haddock war hervorragend, und auch meine Löwin genoss ihr Steak. Es war diese gediegene Einrichtung nebst den an den Deckenbalken´angebrachten Sinnsprüchen, weswegen ich mich zu den Pints verleiten ließ.
Dies war eigentlich ein schöner Eindruck zum Abschluss unseres Trips nach Edinburgh. In der Dunkelheit gingen wir ins Hotel zurück und legten uns ab, einen Absacker brauchte ich nicht mehr. Am nächsten Morgen verließen wir um 6.00 Uhr das Hotel mit einem Picknick Beutel, da unser Flieger bereits kurz nach 9.00 Uhr abhob. Mit der 19 zum Westend, mit dem Airlink 100 zum Flughafen.
Meine Löwin erstand dort noch zwei Hosen für zusammen gerade mal 20 Pfund. Solche Preise hat man im Duty Free für Klamotten normalerweise nicht, da hatte sie ein glückliches Händchen gehabt. In Berlin angekommen, wurden wir nach kurzer Zeit und etwas Murren, weil die Fahrer zu blöd waren, von McParking abgeholt und zum Parkplatz gebracht. Ein eigentlich geplanter Besuch von Ilka und Urmel unterblieb dann, weil wir einfach zu früh in Berlin waren.
So zockelten wir die zweieinhalb Stunden nach Braunschweig zurück und schworen uns, dass wir noch einmal nach Edinburgh fahren würden. Am besten von unserer Kartenspielkasse mit Dora und Herbert. Meine Schwägerin und Schwager waren ja bereits von Irland bezuckert gewesen. Wir hätten da noch das eine oder andere in Edinburgh zu entdecken; neben Arthurs Seat und dem Edinburgh Castle sollte es auch eine Fahrt in die Highlands sein. Loch Ness und Loch Lomond könnte man bei so einer Aktion auch gleich abarbeiten.
Die Besichtigung einer Distille... Da gibt es noch viel zu entdecken in Schottland.

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