Donnerstag, 4. Juni 2026

GuterPlatzzumBiertrinken: Ringgleis 2026

Samstag, 25. April. Endlich ist die Regenfront abgezogen und ich habe an diesem Wochenende nichts vor. Sonniges Frühlingswetter, Eintracht hatte gestern in Kaiserslautern mit 2:0 gewonnen und ich war daher hochmotiviert, heute mal wieder das Ringgleis zu befahren. Zumal ein großes Ereignis seinen Schatten vorauswirft: Nächsten Sonntag ist eine Beer & Bike Tour angesagt. Dem fiebere ich förmlich entgegen.
Zugegebenermaßen bin ich heute eher spät und schwer dazu aufgewacht. Der unerwartete vierte Auswärtssieg dieser Saison am Freitagabend unserer Aantracht hatte eine große Kerbe in meine für diese Gelegenheit gekaufte Kiste Chiemseer Hell gerissen. Pocke und Tillmann wollten mir Ihre tatkräftige Unterstützung nicht verwehren.
Aber wie so üblich ging es mir nach zwei Kaffee bereits besser. Es fehlte jetzt nur noch etwas zu Beißen; meine Kultur des Intervallfastens ist da manchmal hinderlich. Das war aber wenigstens heute nicht entscheidend, da ich eh noch ein wenig Zeit bis zum Aufbruch benötigte. Dieser Tag sollte auch gleichzeitig Waschtag sein; da musste ich noch Wäsche vorsortieren. Und hierbei überlegte ich fieberhaft, wo ich denn etwas zum Beißen herbekommen könnte.
Der Bäcker um die Ecke wäre eine reelle Option gewesen, gegen die ich mich aber doch aus gutem Grund entschieden hatte. Denn beim letzten Einkauf hatte ich es versäumt, den Pfandzettel bei Globus einzulösen. Wir reden hier immerhin über ca. 10,00 €. Das sollte der erste Haltepunkt heuer sein. Eine Leberkässemmel auf die Faust hätte doch was.
Kurz nach Zwölf radelte ich los. Erst vor 14 Tagen hatte ich eine neue Sattelstütze eingebaut, die galt es jetzt auf den Schotterabschnitten des Ringgleises zu testen. Zugegebenermaßen benötigte ich zum Einbau Dannys Hilfe, ich hab halt nur zwei Hände. Man braucht tatsächlich drei Hände, probiert es aus.
Einen neuen Helm habe ich auch, nachdem ich meinen alten Helm in der Mukkibude vor zehn Tagen vergessen hatte. Eigentlich hätte ich die Luft kontrollieren sollen, aber ich verspürte doch bereits ein wenig Hunger und hatte lufttechnisch vorletzten Dienstag nachgetankt. Das musste reichen, kann ja nicht jede Woche pumpen.
Mist - abgesperrt

Und dann endlich raus auf den Hof und ab in Richtung Ringgleis. Die Sonne zeigte sich schon stark verbessert, obwohl eine frische Brise mich daran erinnerte, die Jeansjacke geschlossen zu halten. Ideales Wetter also; totschwitzen würde ich mich heute nicht.
In der Regel gehe ich das Ringgleis entgegen dem Uhrzeigersinn an, so auch dieses Mal. Hierfür gibt es auch eine sehr einfache Erklärung: Die Steigung am Kennel beim Nachwuchszentrum der Eintracht. Ab dem letzten Drittel kam ich da jedes Mal ins Keuchen. Das möchte ich diesmal wieder mal vermeiden. Also die altbekannte Richtung.
Bereits nach den ersten ein, zwei Kilometern genoss ich wieder den sanften Antritt meines Jolly Jumper, ein mittlerweile gewohntes Feeling. Auch den neuen Helm hatte ich in den letzten Tagen bei den Fahrten zur Arbeit Richtung Bahnhof schätzen gelernt. Er sitzt sehr viel besser als sein Vorgänger, obwohl jener mir natürlich jahrelang treue Dienste geleistet hatte.
So rollte ich auf die Hugo-Luther zu. Ab dem Streckenabschnitt wurde die Piste seit Anfang April geteert. Laut Tillmann seien die Bauarbeiten erledigt und der Weg bis zur Autobahnüberführung bei der Gartenstadt offen. Darauf war ich selbstredend gespannt. Allein die Info war etwas voreilig gewesen. Denn die Strecke war dort immer noch gesperrt. Die Umleitung führte mich über den Ring zum Globus Markt.
Pause. Ein paar Sachen wollte ich einkaufen und bei dieser Gelegenheit den Pfandbon einlösen. Die riesige Schlange beim Leberkäs-Stand wirkte auf mich schon abschreckend, so dass ich nach dem Einkauf zwei belegte Brötchen in der hauseigenen Bäckerei naschte. Übrigens: Neben zwei Dosen Baked Beans in Chilisauce schnappte ich mir eine Dose Wolters für eine spätere Pause. Das hatte ich ja versprochen. Guter Platz zum Biertrinken halt.
Auf dem Harz und Heide Gelände war wieder Motorradtreffen, ich nehme an die übliche Sternfahrt zu Ehren der verunglückten Biker. Der Dompfarrer spricht die Predigt. Ist eh nicht meins, also schnell durcheiern und am Kennel wieder aufs Ringgleis. Nach der kleinen Okerbrücke kurz vor dem Schloss Richmond folgt ein kleines unasphaltiertes Teilstück mit einer stärkeren Steigung. An dieser Stelle begriff ich, wozu eine gefederte Sattelstütze notwendig ist. Statt der früher erlittenen harten Stöße verspürte mein Pöter lediglich ein sanftes Klopfen.
Auf dem weiteren Weg verirrte ich mich ein wenig. Am Nußberg fuhr ich auf der falschen Seite der Bahnlinie nach Uelzen, was aber den Vorteil hatte, dass ich auf dem notdürftig geflickten Asphalt die Stärke der neuen Sattelstütze voll ausspielen konnte. Und - kurz vorher - die Schotterstrecke vor den Gartenvereinen am Brotweg. Hier kam ich zwar ins Keuchen bei der langen Steigung, aber die Sattelstütze - 1 A.
Yummy - Frühstück bei Globus

Neben diesen Gartenvereinen musste ich kurz anhalten; irgendetwas schliff da an meinem Rad. Panik! Das neue Rad schon kaputt? Nein, es hatte sich nur ein Steinbrocken im Profil des Hinterreifens verfangen und schliff am Spritzschutz. Ich lass mich leider immer noch zu leicht aus der Fassung bringen.
Riddagshausen, die Steigung vor der Ebertallee. Diese Steigung zog mir den Zahn. Da stieg ich freiwillig vom Rad und schob es hoch. Keuchend. Hatte ich erwähnt, dass ich kürzlich meinen 65. Geburtstag gefeiert hatte? Letztes Jahr hatte ich mehr Puste im Leib; oder liegt es doch am neuen Rad dank der breiteren Reifen?
Ach, egal. Dann ist es halt so. Jolly Jumper läuft um einiges leichtgängiger als sein Vorgänger. Und auf gerader Strecke schneller. Auf dem Vorgänger war im 6. Gang Ende Gelände, den siebten allerhöchstens bergab. Jolly Jumper lässt auch im 7. Gang keine Wünsche offen. Dazu kommt neuerdings die Sattelstütze. Ihr merkt schon, ich bin komplett begeistert.
Höhepunkt der heutigen Etappe war selbstredend die Pause hinter dem Nordbahnhof. Auf den dortigen Sitzgelegenheiten hatte ich noch vor 3 - 4 Jahren mit Hotte während einer kleinen Tour gesessen und ein Döschen geschlorkt. Im Herbst war das gewesen, schön frisch wie an der Küste. Wolkenverhangen, trostlos.
GuterPlatzzumBiertrinken

Anders heute. Die Sonne schien auf meine ungekühlte Dose, während ich das herrliche Wetter genießen durfte. Nebenbei hackte ich die ersten Zeilen dieses Berichts in mein Tablet. Zum Glück hatte ich nur eine Dose dabei. Ja klar, ich hätte auch noch zwei Dosen verhaften können. Doch dann wäre der Rest des Abends vorgezeichnet gewesen in Richtung hoch die Tassen. Und genau dies wollte ich nicht. Die Waage hat etwas dagegen.
Nach der dann doch etwas kurzen Verweildauer am Nordbahnhof schwebte ich den restlichen und altbekannten Weg der Heimat entgegen. Dort angekommen, relaxte ich erst einmal. Die heutige Tour überstand ich mit einiger Anstrengung; wahrscheinlich ist aber der Vorabend mit der Freude über den Auswärtssieg samt Schnäpsen dafür verantwortlich.
Nächstes Wochenende die Beer & Bike. Ich freu mich drauf.

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