15
Gerade im Februar war ich viel unterwegs gewesen, nicht nur mit Charles, dafür häufig alleine. Der Rekord jedenfalls datiert mit 16161 Schritten vom Walk um den Ölper See am 3. Februar. Auch wenn ich tagsüber sehr häufig spazieren gegangen war, gab es noch andere angenehme und unangenehme Aktionen zu bewältigen.
Machen wir also kalendarisch weiter und kommen zum…
Dienstag, 7. Februar. Phils Geburtstag zwei Tage zuvor ist leider an mir förmlich vorbeigerauscht, denn ich habe leider kein Erinnerungen daran. Nur, dass wir bei uns zu Hause mit einem schönen Kartenspielabend gefeiert hatten und Candela ebenfalls anwesend gewesen war. Dienstag, der 7: Es war mal wieder Zeit für einen Besuch bei meinem HNO gewesen.
Diesmal stellte er bei mir Polypen und eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung fest. Das leicht cortisonhaltige Nasenspray gab es on top. Das nehme ich bis heute immer noch - oder habe ich jetzt ein anderes? Ich weiß es schon gar nicht mehr.
Was ich ebenfalls nicht mehr weiß und leider auch nicht rekonstruieren kann, ist das Essen an jenem Abend - oder war es mittags? Ich habe da dieses Foto in meiner Galerie des Smartphones gefunden und kann es nicht mehr zuordnen.
Dazu sollte man wissen, dass meine Löwin und ich jedes Jahr am 8. Februar traditionell unseren Kennenlerntag feiern. Dieses Jahr feierten wir aus verständlichen Gründen leider nicht. Keine Reise, kein Theater- oder Kinobesuch und eben überhaupt nichts am 8. Februar. Warten wir also aufs nächste Jahr, da setzen wir diese schöne Tradition fort.
Der nächste Stopp auf unserer Zeitreise ist…
Freitag, 10. Februar. Der Tag startete schon früh um die Ecke mit dem Termin 7.10 Uhr bei der Krankengymnastik Kreisel. Dank dieses zeitigen Termins war ich an dem Tag schon ganz früh in annehmbarer Verfassung gewesen.
Der kurze Weg an der frischen Luft zur Roggenmühle und zurück vertrieb meine apathische Morgenstimmung, zumal meine Löwin und ich an diesem Tag eine besonders schöne Aktion geplant hatten: Der Gmyrek Werksverkauf in Gifhorn!
Dort hatten wir vor ein paar Jahren ein zünftiges Frühstück erleben dürfen. In dem äußerst ungemütlichen Verkaufsraum befand sich auch ein Stand des wirklich guten Wolfsburger Bäckers Caldera. Dessen Brötchen in Kombination mit dem Mett von Gmyrek oder einem heißen Heidewürstchen... einfach nur lecker.
Nun, um es kurz zu machen: Der triste Verkaufsraum hatte sich nur in einem Punkt verändert. Der Stand von Caldera war nicht mehr da und deshalb fiel das von mir ersehnte Frühstück leider aus. Glücklicherweise entdeckte ich eine schöne Alternative mit dem Panoramacafe im alten und ehrwürdigen Wasserturm.
Dorthin setzten wir uns in Bewegung, nicht ohne vorher einige Spezialitäten der besten Industrieschlachterei der Region einzukaufen. Die Eintracht-Stadion Bratwurst, die Heidewürstchen oder auch die dicken Bratwürste in ihren unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sind auf jeden Fall extrem lecker.
Ganz leicht abseits von der Braunschweiger Straße, der großen Durchgangsstraße von Gifhorn, gelegen, befindet sich das Panoramacafe im obersten Stockwerk des um 1910 gebauten Wasserturms. Dieser runde Turm ist denkmalgeschützt und wohl ca. 30 Meter hoch - genaueres habe ich auf die Schnelle nicht eruieren können.
Das Café befindet sich im obersten Stockwerk und ist lediglich über einen Fahrstuhl zu erreichen. Und deshalb riefen wir das Cafe auch vor unserem Besuch an, um nicht vor verschlossenen Türen verweilen zu müssen. Zu unserer großen Freude hatten sie an diesem Tag geöffnet. Schnell gingen wir vom Parkplatz den kleinen Hügel bis zum Außenfahrstuhl hinauf, um dann dort feststellen zu müssen, dass der Fahrstuhl sich nicht in Richtung Erdgeschoss in Bewegung setzen wollte.
Erst nach einem erneuten Anruf im Café (die Besitzerin hatte vergessen, die Klingel zu aktivieren), kam die Kabine endlich in Schweiß. Dankbar betraten wir den Fahrstuhl - selbst ich verspürte inzwischen ein gewisses Hungergefühl. Der gläserne Fahrstuhl vermittelte uns beim Hochfahren ins vierte Stockwerk einen schönen Blick auf Gifhorn.
Nicht so beeindruckend wie vom Empire State Building bei unserer Hochzeitsreise 15 Jahre zuvor, aber immerhin. Über einen kurzen Zwischengang, welcher mit allerlei Krüsch geschmückt war, betraten wir den kreisrunden Gastraum und wurden von der Wirtin zu einem schönen Tisch am Fenster geleitet.
Sozusagen eine Außenkabine, um es für Aida-Reisende verständlich zu machen. Ganz in der Mitte befand sich der Tresen/ die Theke sowie die Wendeltreppe hinunter zu Küche und Toilette. Um diesen Mittelpunkt waren die zweisitzigen „Innenkabinen" drapiert. Kurz und knapp zusammengefasst: So richtig scheiße gemütlich.
Die rührigen Betreiber - ein Ehepaar, etwas älter als wir und bekennende Liebhaber der französischen Küche - konnten uns nur eine Frühstücksvariation anbieten. Beeindruckt von der angenehmen Atmosphäre war uns das aber egal.
Zwei Brötchen, Wurst, Käse, Butter und Marmelade, Kaffee und eine Schale Rührei - passt! Das Besondere daran, was die Betreiber uns auch ausführlich erklärten, war die Qualität der einzelnen Komponenten.
Wurst und Käse kamen aus Frankreich, die Marmeladen selbstgemacht und die Teiglinge der Brötchen wurden aus Österreich importiert und frisch aufbereitet. Wer mich kennt, weiß, welchen hohen Stellenwert ich der Qualität von Brötchen beimesse.
Und dann wurden weitere Brötchen doch tatsächlich auf Nachfrage noch nachgeliefert. Dazu der „Geschmack von früher", da gerate ich auch jetzt wieder ins Schwärmen. Meine Laune besserte sich zusehends, ich hatte fast schon einen enthusiastischen Schub.
Samstag, 3. Februar 2024
Montag, 29. Januar 2024
Uncle Fester: grad gelesen Januar 2024
Karsten Dusse - Achtsam morden am Rande der Welt
Der dritte Band der Reihe und besser als der vorherige Teil. Damit steht fest, dass ich die Teile 4 und 5 auch noch lesen werde.
Björn Diemel feiert seinen Geburtstag mit dem Führungsstab seiner kriminellen Vereinigung. Es ist sein Fünfundvierzigster - was ihm sichtlich peinlich ist. Deshalb verheimlicht er den Geburtstag vor seinen Mitarbeitern und tarnt die Feier als Geschäftsessen im Edelrestaurant im 23. Stock eines 5 Sterne Hotels.
Als eine von Diemels Mitarbeiterinnen der Abteilung Prostitution in diesem Hotel von einem chinesischen Geschäftsmann ungebührlich belästigt wird, eilen seine Ressortleiter Waffenhandel und Sicherheit der Dame zu Hilfe. Den Rest des Abends verbringt der Chinese dank ausgehärtetem Bauschaum statt Sprühsahne im Arsch im Krankenhaus.
Und um Björns Geburtstag so richtig abzurunden, saßen seine Exfrau Katharina und ihr neuer Freund Heiko ebenfalls im Restaurant - an einem anderen Tisch. Heiko hatte Katharina einen Heiratsantrag gemacht. Dies juckte Björn dank seines Achtsamkeitstrainings nicht sonderlich, obwohl er den extrem eifersüchtigen Heiko bereits als „Olaf den Schneemann" kannte.
Zu guter Letzt schrottet er besoffen sein Auto, weil er nicht im Hotel schlafen wollte. Ausgerechnet Katharina und Heiko hatten das Zimmer nebenan gehabt. Kurze Zeit später taucht er bei seinem Therapeuten Jochen Breitner auf, der ihm prompt eine Midlife Crisis diagnostiziert. Und die Lösung hat Jochen Breitner auch schon parat: Pilgern auf dem Jakobsweg!
Die ganzen Vorurteile über über die Pilger und das Pilgern - jetzt war Björn Diemel selber unterwegs. Auf dem Jakobsweg in Nordspanien freundet er sich mit Roland an; Evi und Kladdy sind weitere Mitwanderer.
Diese drei sind am Zielort Santiago de Compostela bereits gestorben. Roland und Evi als Kollateralschaden von Attentatsversuchen auf Björn, Kladdy dank eines Remplers von Björn während des Stierkampf-Rennens in Pamplona.
Björn überlegte fieberhaft, wer der Attentäter sein könnte. Eigentlich kam dafür nur der Chinese mit dem Bauschaum in Betracht, doch am Ende erfolgte die eigentlich schon zu erwartende Wendung. Der wohl immer noch koksende Heiko war der Übeltäter; in der letzten Szene am Kreuz von Compostela wird dieser passenderweise von Katharina abgeknallt.
Offensichtlich hatte es sich mit der Hochzeit erledigt. Erwähnenswert ist noch, dass Heiko sein Geld als Faktenchecker verdient hatte. Die Kritik an solch üblen Charakteren a la „Zentrum liberale Moderne" ist ab Seite 173 zwar kurz, aber treffend.
Nicht zuletzt deshalb habe ich Björn Diemel wieder in mein Herz geschlossen. Eine schön schräge Lektüre, die meinen eigenen Weg zur Achtsamkeit gut befeuern tut.
Andreas Brandhorst - Splitter der Zeit
Braucht dieser Mann Geld? Schon wieder ein neuer Roman von Brandhorst. Und erneut umspannt er Milliarden von Jahren - bis zum Ende der Zeit. Hierbei ist der Unterschied zu „Ruf der Unendlichkeit", dass die Handlung überwiegend zu Zeiten spielt, in der die Menschheit noch nicht untergegangen ist.
Und auch in diesem Roman befindet sich die Menschheit in einem Jahrhunderte dauernden Krieg gegen Aliens. Die insektoiden Honta - Heinleins Starship Troopers lassen grüßen - sind ihren menschlichen Kontrahenten nicht nur körperlich überlegen. Sie scheinen auch jegliches taktische Manöver der Menschen voraussehen zu können und drängen die Menschen demzufolge immer weiter in die Defensive.
Eine Niederlage und Auslöschung der Menschheit ist vorprogrammiert. Hier kommt unser Held Cameron ins Spiel, der im dreiunddreißigsten Jahrhundert bei der Zerstörung seines Heimatplaneten Harkonia durch die Honta seine Mutter verliert und vom Kommandanten Grindel adoptiert wird.
Zusammen mit anderen überlebenden Kindern von Harkonia, darunter die etwas jüngere Kora, bildet Grindel Cameron zum Krieger aus. Während Cameron im Laufe der Jahre bei den Bodentruppen im Kampf gegen die Honta im Dienstrang immer weiter aufsteigt, steuert Kora im Kampf ganze Gruppen von Klonen mittels Virtuell Reality.
Und so ganz nebenbei zeigt Kora Cameron, wie Frau und Mann zusammen im Bett Spaß haben können. Doch nach und nach sterben Camerons Wegbegleiter bei diversen Abwehrkämpfen gegen die Honta, irgendwann eben auch Kora.
Urplötzlich eröffnet sich mit der Gefangenname der Hontakönigin Mrarl die Möglichkeit, bis an das Ende der Zeit zu reisen. Zusammen mit dem Simulacrum Hudson, einem nur wenige Zentimeter großen Mini-Menschen, erreichen Mrarl und Cameron nach einigen Irrwegen den letzten noch existierenden Planeten kurz vor dem Zusammenbruch des Universums.
Hier nun hat Cameron die Chance, die scheinbar feststehende Geschichte des Universums umzuschreiben. Denn von diesem Ort aus hatte Mror, ein Brutgeschwister von Mrarl, die komplette Geschichte des Universums in seinen Träumen umgeschrieben.
So wurden aus den friedliebenden Honta unerbittliche Krieger, welche nicht nur die Menschheit ausgerottet hatten. Hudson zündet die Bombe, Mrarl opfert ihr Leben und Cameron übernimmt die Position des Träumers anstelle von Mror.
Cameron ordnet die Splitter der Zeit nach Belieben. Honta und Menschen existieren friedlich nebeneinander und Cameron reitet mit seiner Kora in den Sonnenuntergang.
Brandhorst hat es mal wieder geschafft, viele kleine Geschichten zu einem großen Ganzen zu formen. So muss Science-Fiction sein: Alle paar Seiten lauert eine neue Welt und am Ende fügen sich alle Teile des Puzzles zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen.
Auch aus Deutschland kommt mittlerweile hervorragende Science Fiction Literatur, welche verstärkt von den Verlagen verlegt wird. Als Folge fehlen die Übersetzer Angloamerikanischer Autoren, von denen längst nicht mehr alle Romane und Zyklen übersetzt werden. Ist ja auch irgendwie schade.
Der dritte Band der Reihe und besser als der vorherige Teil. Damit steht fest, dass ich die Teile 4 und 5 auch noch lesen werde.
Björn Diemel feiert seinen Geburtstag mit dem Führungsstab seiner kriminellen Vereinigung. Es ist sein Fünfundvierzigster - was ihm sichtlich peinlich ist. Deshalb verheimlicht er den Geburtstag vor seinen Mitarbeitern und tarnt die Feier als Geschäftsessen im Edelrestaurant im 23. Stock eines 5 Sterne Hotels.
Als eine von Diemels Mitarbeiterinnen der Abteilung Prostitution in diesem Hotel von einem chinesischen Geschäftsmann ungebührlich belästigt wird, eilen seine Ressortleiter Waffenhandel und Sicherheit der Dame zu Hilfe. Den Rest des Abends verbringt der Chinese dank ausgehärtetem Bauschaum statt Sprühsahne im Arsch im Krankenhaus.
Und um Björns Geburtstag so richtig abzurunden, saßen seine Exfrau Katharina und ihr neuer Freund Heiko ebenfalls im Restaurant - an einem anderen Tisch. Heiko hatte Katharina einen Heiratsantrag gemacht. Dies juckte Björn dank seines Achtsamkeitstrainings nicht sonderlich, obwohl er den extrem eifersüchtigen Heiko bereits als „Olaf den Schneemann" kannte.
Zu guter Letzt schrottet er besoffen sein Auto, weil er nicht im Hotel schlafen wollte. Ausgerechnet Katharina und Heiko hatten das Zimmer nebenan gehabt. Kurze Zeit später taucht er bei seinem Therapeuten Jochen Breitner auf, der ihm prompt eine Midlife Crisis diagnostiziert. Und die Lösung hat Jochen Breitner auch schon parat: Pilgern auf dem Jakobsweg!
Die ganzen Vorurteile über über die Pilger und das Pilgern - jetzt war Björn Diemel selber unterwegs. Auf dem Jakobsweg in Nordspanien freundet er sich mit Roland an; Evi und Kladdy sind weitere Mitwanderer.
Diese drei sind am Zielort Santiago de Compostela bereits gestorben. Roland und Evi als Kollateralschaden von Attentatsversuchen auf Björn, Kladdy dank eines Remplers von Björn während des Stierkampf-Rennens in Pamplona.
Björn überlegte fieberhaft, wer der Attentäter sein könnte. Eigentlich kam dafür nur der Chinese mit dem Bauschaum in Betracht, doch am Ende erfolgte die eigentlich schon zu erwartende Wendung. Der wohl immer noch koksende Heiko war der Übeltäter; in der letzten Szene am Kreuz von Compostela wird dieser passenderweise von Katharina abgeknallt.
Offensichtlich hatte es sich mit der Hochzeit erledigt. Erwähnenswert ist noch, dass Heiko sein Geld als Faktenchecker verdient hatte. Die Kritik an solch üblen Charakteren a la „Zentrum liberale Moderne" ist ab Seite 173 zwar kurz, aber treffend.
Nicht zuletzt deshalb habe ich Björn Diemel wieder in mein Herz geschlossen. Eine schön schräge Lektüre, die meinen eigenen Weg zur Achtsamkeit gut befeuern tut.
Andreas Brandhorst - Splitter der Zeit
Braucht dieser Mann Geld? Schon wieder ein neuer Roman von Brandhorst. Und erneut umspannt er Milliarden von Jahren - bis zum Ende der Zeit. Hierbei ist der Unterschied zu „Ruf der Unendlichkeit", dass die Handlung überwiegend zu Zeiten spielt, in der die Menschheit noch nicht untergegangen ist.
Und auch in diesem Roman befindet sich die Menschheit in einem Jahrhunderte dauernden Krieg gegen Aliens. Die insektoiden Honta - Heinleins Starship Troopers lassen grüßen - sind ihren menschlichen Kontrahenten nicht nur körperlich überlegen. Sie scheinen auch jegliches taktische Manöver der Menschen voraussehen zu können und drängen die Menschen demzufolge immer weiter in die Defensive.
Eine Niederlage und Auslöschung der Menschheit ist vorprogrammiert. Hier kommt unser Held Cameron ins Spiel, der im dreiunddreißigsten Jahrhundert bei der Zerstörung seines Heimatplaneten Harkonia durch die Honta seine Mutter verliert und vom Kommandanten Grindel adoptiert wird.
Zusammen mit anderen überlebenden Kindern von Harkonia, darunter die etwas jüngere Kora, bildet Grindel Cameron zum Krieger aus. Während Cameron im Laufe der Jahre bei den Bodentruppen im Kampf gegen die Honta im Dienstrang immer weiter aufsteigt, steuert Kora im Kampf ganze Gruppen von Klonen mittels Virtuell Reality.
Und so ganz nebenbei zeigt Kora Cameron, wie Frau und Mann zusammen im Bett Spaß haben können. Doch nach und nach sterben Camerons Wegbegleiter bei diversen Abwehrkämpfen gegen die Honta, irgendwann eben auch Kora.
Urplötzlich eröffnet sich mit der Gefangenname der Hontakönigin Mrarl die Möglichkeit, bis an das Ende der Zeit zu reisen. Zusammen mit dem Simulacrum Hudson, einem nur wenige Zentimeter großen Mini-Menschen, erreichen Mrarl und Cameron nach einigen Irrwegen den letzten noch existierenden Planeten kurz vor dem Zusammenbruch des Universums.
Hier nun hat Cameron die Chance, die scheinbar feststehende Geschichte des Universums umzuschreiben. Denn von diesem Ort aus hatte Mror, ein Brutgeschwister von Mrarl, die komplette Geschichte des Universums in seinen Träumen umgeschrieben.
So wurden aus den friedliebenden Honta unerbittliche Krieger, welche nicht nur die Menschheit ausgerottet hatten. Hudson zündet die Bombe, Mrarl opfert ihr Leben und Cameron übernimmt die Position des Träumers anstelle von Mror.
Cameron ordnet die Splitter der Zeit nach Belieben. Honta und Menschen existieren friedlich nebeneinander und Cameron reitet mit seiner Kora in den Sonnenuntergang.
Brandhorst hat es mal wieder geschafft, viele kleine Geschichten zu einem großen Ganzen zu formen. So muss Science-Fiction sein: Alle paar Seiten lauert eine neue Welt und am Ende fügen sich alle Teile des Puzzles zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen.
Auch aus Deutschland kommt mittlerweile hervorragende Science Fiction Literatur, welche verstärkt von den Verlagen verlegt wird. Als Folge fehlen die Übersetzer Angloamerikanischer Autoren, von denen längst nicht mehr alle Romane und Zyklen übersetzt werden. Ist ja auch irgendwie schade.
Dienstag, 23. Januar 2024
Warum spielt denn der Poldi nicht?
26
Ricardo Quaresma, mein Lieblingsspieler der Portugiesen und mal wieder kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt, machte das 5:3 im Elfmeterschießen, Endstand damit 6:4 für Portugal - perfekt. Und auch wenn alle Medien behaupten, das keine Mannschaft es verdient gehabt hätte, behaupte ich das Gegenteil.
Portugal steht jetzt ohne einen einzigen Sieg nach 90 Minuten im Halbfinale der EM, das gab es noch nie. Und die Leistung der Mannschaft wird im Fernsehen wie im Kicker konsequent runtergemacht. Was wollt ihr eigentlich? Von Anfang der 80er Jahre bis zum WM Turnier 2006 spielte schließlich unser Team einen grauenhaften und lediglich am Ergebnis orientierten Fußball, von Ausnahmen mal abgesehen.
Ob bei WM oder EM, einige Spiele - als Beispiel hier der Sieg gegen die USA im Viertelfinale der WM 2002 - wurden nur mit Glück bzw. unverdient gewonnen. Trainer wie Berti Vogts, Sir Erich Ribbeck oder auch Rudi Völker stehen für den Schlafwagenfußball, den heute halt die Portugiesen spielen. Also was beschwert ihr Euch?
Wunderschön als Abschluss des Abends war dann die Szene, als Pepe mit seinen beiden kleinen Töchtern über den Platz lief. Der freundlich lächelnde Mann, der liebevoll mit seinen Töchtern spielte und der jüngeren noch die Schnürsenkel zuband, kann doch nicht derselbe Pepe sein, der immer so aussieht, als ob er auf dem Friedhof arbeitet und knallhart in die Zweikämpfe geht. Ein schönes Bild, das mich für die Gurkerei beider Teams entschädigte.
Die Polen hatten sich verzockt und sind deshalb zu Recht draußen. Portugal wartet nun auf den Sieger des Freitagsspiels Wales gegen Belgien. Da bin ich mal gespannt. Egal gegen wen Ronaldo und Co antreten müssen, ich sehe gute Chancen fürs Endspiel.
Fr. 1. Juli
Schon um 7.00 Uhr stand ich auf, weil ich nicht mehr liegen konnte. Dies ausgerechnet an meinem Urlaubstag! Da war meine Löwin schon lange wach und hatte die Datei abgearbeitet. Sie schrieb gerade noch eine Mail an ihren Chef und war eben fertig geworden. Das passte genau, denn ich musste jetzt nur noch die Papiere zurück in ihre Firma bringen. Auf dem Rückweg würde ich noch Brötchen mitbringen.
10 Minuten vor Acht fuhr ich auf das Firmengelände. DJ Ötzi kam mir auf dem kurzen Weg zur Eingangstür von der anderen Seite entgegen. Er war, so gesehen, zu spät zur Arbeit erschienen. Lächelnd sprach ich ihn an: "Hallo DJ Ötzi, Du kommst zu spät. Anders als ich, denn ich arbeite hier ja nicht und bringe bloß die Sachen vorbei."
DJ Ötzi war gut drauf und antwortete gewohnt lässig. "Was heißt hier zu spät? Ich war gestern bis 18.00 Uhr da."
Darauf ging ich nicht ein, denn gestern hatte ich auch noch bis 18.00 Uhr wie jeden Donnerstag gearbeitet und am Ende noch die Aufregung mit den beiden syrischen Kindern, die ohne Eltern in Salzgitter sind. Das konnte ich in 15 Minuten nicht lösen, es blieb nur Zeit, um alles zu kopieren und den Onkel der beiden Jungs für den nächsten Dienstag einzuladen. Bis dahin werde ich die Angelegenheit für die beiden zu deren Zufriedenheit geklärt bekommen, vorher brauche ich allerdings noch Informationen seitens meines Teamleiters.
So wünschte ich DJ Ötzi einen schönen Tag, ebenso den beiden Frauen in der Buchhaltung, die mir die Mappe mit den Papieren abnahmen. Beste Grüße, beste Genesungswünsche und schon war ich wieder weg und dachte sofort an die Brötchen. Wo holte ich sie jetzt am besten her? Bei Meyer auf der Berliner? Schlecht anzufahren, fiel also aus.
Der Dampfbäcker Zelder in Querum oder Bienrode macht auch tolle Brötchen, aber ich wollte ehrlich gesagt noch in einen Supermarkt. Meine Löwin wollte ich nicht allzu lange warten lassen und deshalb arbeitete es in meinem Gehirn fieberhaft, bis ich mich nach bald 2 km Fahrt endlich entschieden hatte. Manchmal bin ich halt planvoll planlos.
Bei Netto in Bienrode griff ich zu einem Billigbrie und dem beliebten Frischkäsering. Eine Braunschweiger Mettwurst von Brennecke durfte es ebenfalls noch sein. Im Eingangsbereich des Netto Marktes ist praktischerweise ein Steinecke-Bäcker vorgelagert. Passend zur EM verkaufen sie dort die 11er Tüte: 11 runde Brötchen im Fußballlook zu 2,90 €. Da musste ich doch einfach zugreifen.
Zu Hause angekommen, war meine Löwin sofort mit der richtigen Ansage unterwegs. "Wo bleibst Du denn so lange? Ich habe mir schon eine Kleinigkeit gemacht."
Sie kann nicht eine kurze Zeit lang hungern. Das meine ich jetzt nicht zynisch, denn wegen der Diabetes unterzuckert sie leicht. Da muss sie schnell etwas essen, sonst geht es ihr richtig dreckig. Sie merkt dies immer da dran, dass ihre Laune richtig in den Keller geht. Aber es war nur ein Knäckebrot mit Tomaten und Schnittlauch, weil sie sich - wie ich auch - unbändig aufs Frühstück freute.
Schnell deckte ich den Tisch ein und stellte unsere Videoanlage an. Es war wieder Zeit für Lord Brett Sinclair und Danny Wilde. Die 2 Schwerenöter fanden bei einem Ausflug in Schottland eine Formel zur Herstellung eines billigen Treibstoffs, ohne Öl. Erdölkonzerne, die Russen und der ehemalige Partner des Erfinders, ein Grieche im Rollstuhl, versuchten an die Formel zu kommen. Aber die Tochter des ermordeten Erfinders war der Schlüssel.
Den Schluss bekamen wir leider nicht mehr mit, da die Folge mittendrin abbrach. Ein Fehler in der DVD? Egal, wahrscheinlich hat die Tochter die Formel vernichtet, weil die Menschheit dafür noch nicht reif ist. Die Serie ist von 1971/72, da sah die Welt noch anders aus.
Ricardo Quaresma, mein Lieblingsspieler der Portugiesen und mal wieder kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt, machte das 5:3 im Elfmeterschießen, Endstand damit 6:4 für Portugal - perfekt. Und auch wenn alle Medien behaupten, das keine Mannschaft es verdient gehabt hätte, behaupte ich das Gegenteil.
Portugal steht jetzt ohne einen einzigen Sieg nach 90 Minuten im Halbfinale der EM, das gab es noch nie. Und die Leistung der Mannschaft wird im Fernsehen wie im Kicker konsequent runtergemacht. Was wollt ihr eigentlich? Von Anfang der 80er Jahre bis zum WM Turnier 2006 spielte schließlich unser Team einen grauenhaften und lediglich am Ergebnis orientierten Fußball, von Ausnahmen mal abgesehen.
Ob bei WM oder EM, einige Spiele - als Beispiel hier der Sieg gegen die USA im Viertelfinale der WM 2002 - wurden nur mit Glück bzw. unverdient gewonnen. Trainer wie Berti Vogts, Sir Erich Ribbeck oder auch Rudi Völker stehen für den Schlafwagenfußball, den heute halt die Portugiesen spielen. Also was beschwert ihr Euch?
Wunderschön als Abschluss des Abends war dann die Szene, als Pepe mit seinen beiden kleinen Töchtern über den Platz lief. Der freundlich lächelnde Mann, der liebevoll mit seinen Töchtern spielte und der jüngeren noch die Schnürsenkel zuband, kann doch nicht derselbe Pepe sein, der immer so aussieht, als ob er auf dem Friedhof arbeitet und knallhart in die Zweikämpfe geht. Ein schönes Bild, das mich für die Gurkerei beider Teams entschädigte.
Die Polen hatten sich verzockt und sind deshalb zu Recht draußen. Portugal wartet nun auf den Sieger des Freitagsspiels Wales gegen Belgien. Da bin ich mal gespannt. Egal gegen wen Ronaldo und Co antreten müssen, ich sehe gute Chancen fürs Endspiel.
Fr. 1. Juli
Schon um 7.00 Uhr stand ich auf, weil ich nicht mehr liegen konnte. Dies ausgerechnet an meinem Urlaubstag! Da war meine Löwin schon lange wach und hatte die Datei abgearbeitet. Sie schrieb gerade noch eine Mail an ihren Chef und war eben fertig geworden. Das passte genau, denn ich musste jetzt nur noch die Papiere zurück in ihre Firma bringen. Auf dem Rückweg würde ich noch Brötchen mitbringen.
10 Minuten vor Acht fuhr ich auf das Firmengelände. DJ Ötzi kam mir auf dem kurzen Weg zur Eingangstür von der anderen Seite entgegen. Er war, so gesehen, zu spät zur Arbeit erschienen. Lächelnd sprach ich ihn an: "Hallo DJ Ötzi, Du kommst zu spät. Anders als ich, denn ich arbeite hier ja nicht und bringe bloß die Sachen vorbei."
DJ Ötzi war gut drauf und antwortete gewohnt lässig. "Was heißt hier zu spät? Ich war gestern bis 18.00 Uhr da."
Darauf ging ich nicht ein, denn gestern hatte ich auch noch bis 18.00 Uhr wie jeden Donnerstag gearbeitet und am Ende noch die Aufregung mit den beiden syrischen Kindern, die ohne Eltern in Salzgitter sind. Das konnte ich in 15 Minuten nicht lösen, es blieb nur Zeit, um alles zu kopieren und den Onkel der beiden Jungs für den nächsten Dienstag einzuladen. Bis dahin werde ich die Angelegenheit für die beiden zu deren Zufriedenheit geklärt bekommen, vorher brauche ich allerdings noch Informationen seitens meines Teamleiters.
So wünschte ich DJ Ötzi einen schönen Tag, ebenso den beiden Frauen in der Buchhaltung, die mir die Mappe mit den Papieren abnahmen. Beste Grüße, beste Genesungswünsche und schon war ich wieder weg und dachte sofort an die Brötchen. Wo holte ich sie jetzt am besten her? Bei Meyer auf der Berliner? Schlecht anzufahren, fiel also aus.
Der Dampfbäcker Zelder in Querum oder Bienrode macht auch tolle Brötchen, aber ich wollte ehrlich gesagt noch in einen Supermarkt. Meine Löwin wollte ich nicht allzu lange warten lassen und deshalb arbeitete es in meinem Gehirn fieberhaft, bis ich mich nach bald 2 km Fahrt endlich entschieden hatte. Manchmal bin ich halt planvoll planlos.
Bei Netto in Bienrode griff ich zu einem Billigbrie und dem beliebten Frischkäsering. Eine Braunschweiger Mettwurst von Brennecke durfte es ebenfalls noch sein. Im Eingangsbereich des Netto Marktes ist praktischerweise ein Steinecke-Bäcker vorgelagert. Passend zur EM verkaufen sie dort die 11er Tüte: 11 runde Brötchen im Fußballlook zu 2,90 €. Da musste ich doch einfach zugreifen.
Zu Hause angekommen, war meine Löwin sofort mit der richtigen Ansage unterwegs. "Wo bleibst Du denn so lange? Ich habe mir schon eine Kleinigkeit gemacht."
Sie kann nicht eine kurze Zeit lang hungern. Das meine ich jetzt nicht zynisch, denn wegen der Diabetes unterzuckert sie leicht. Da muss sie schnell etwas essen, sonst geht es ihr richtig dreckig. Sie merkt dies immer da dran, dass ihre Laune richtig in den Keller geht. Aber es war nur ein Knäckebrot mit Tomaten und Schnittlauch, weil sie sich - wie ich auch - unbändig aufs Frühstück freute.
Schnell deckte ich den Tisch ein und stellte unsere Videoanlage an. Es war wieder Zeit für Lord Brett Sinclair und Danny Wilde. Die 2 Schwerenöter fanden bei einem Ausflug in Schottland eine Formel zur Herstellung eines billigen Treibstoffs, ohne Öl. Erdölkonzerne, die Russen und der ehemalige Partner des Erfinders, ein Grieche im Rollstuhl, versuchten an die Formel zu kommen. Aber die Tochter des ermordeten Erfinders war der Schlüssel.
Den Schluss bekamen wir leider nicht mehr mit, da die Folge mittendrin abbrach. Ein Fehler in der DVD? Egal, wahrscheinlich hat die Tochter die Formel vernichtet, weil die Menschheit dafür noch nicht reif ist. Die Serie ist von 1971/72, da sah die Welt noch anders aus.
Donnerstag, 18. Januar 2024
Hartmudo: Superwumms
14
Zu Hause angekommen, lief wieder das übliche Programm. Vielleicht schaffte ich es noch, mit meiner Löwin ein oder zwei Partien „Take Five" zu spielen, das war es dann aber auch schon gewesen. Als es dunkel wurde, war meine Angst vor der Angst, nachts wieder nicht durchschlafen zu können, allgegenwärtig.
Dank der Schlaftabletten klappte dies zwar zufriedenstellend, doch morgens fühlte ich mich nach dem Aufwachen immer hundemüde und wie ausgeschissen. Zweifelsohne befand ich mich in einem Strudel, der mich mit zunehmender Dauer immer weiter nach unten zog. Ich schaffte es nicht, einen Halt zu finden, um mich selbst herausziehen zu können.
Freitag, 03. Februar. Ein weiterer Wintertag, an dem die Sonne über einem wolkenfreien Himmel voller Kraft strahlte. Was kann es da noch Schöneres geben, als sich kurz vor 9.00 Uhr zu einen Termin bei seinem HNO-Arzt zu begeben und sich dort die übliche Predigt zur Umsetzung eines gesünderen Lebenswandels anzuhören?
Richtig, ein längerer Spaziergang mit einem guten Freund. Endlich hatte ich mich mit Charles zu einem Walk verabredet. Der war ja gerade frisch zum Rentner avanciert und konnte genau wie ich etwas Abwechslung gebrauchen. Liebevoll bereitete er seiner Frau Diana, die leider noch erwerbstätig war, ein Mittagessen zu. Irgendwann zwischen 1:30 Uhr und 2 Uhr lief ich bei ihm auf und schon konnte es losgehen.
Bislang hatten wir uns fast ausschließlich übe die glorreiche Eintracht und unser jeweiliges familiäre Umfeld unterhalten. Doch auf diesem und vielen weiteren Spaziergängen, welche wir in den folgenden Wochen unternehmen sollten, kamen wir uns näher als jemals zuvor. Nein, Ihr Dussel! Nicht sexuell, sondern mental.
Das galt ebenso für die Walks mit Pocke, aber eins nach dem andern. An diesem 3. Februar nahmen Charles und ich das Ringgleis fusswärts in östlicher Richtung in Angriff, normalerweise eine meiner liebsten Radstrecken.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Luft klar und frisch war. Dazu schien die Sonne bereits sehr intensiv mit vereinzelten weißen Wölkchen. Ich hatte gehofft, dass wir es bis zum großen Edeka Görge an der Hamburger Straße schaffen könnten, aber weit gefehlt. Denn als wir an der Uferstraße angekommen waren, entschieden wir uns spontan dazu, den Ölper See zu umrunden. Uns beiden tat der Spaziergang sichtlich gut, die Gespräche taten ihr Übriges.
Charles hatte ich bislang eher als stillen Vertreter der Menschheit kennengelernt. Er ist halt nicht so eine Quasselstrippe wie Meinereiner. Zu meiner Schande muss ich zusätzlich gestehen, dass ich Charles in der Vergangenheit häufig Unrecht getan hatte. Charles hatte in seinen jüngeren Jahren bereits so Einiges erlebt.
Aber er geht damit nicht hausieren und wirkt deshalb für „Uneingeweihte" etwas still. Bei mir verhält es sich zugegebenermaßen etwas anders. Ich erzähle (bei guter Laune) sehr gerne von meinen Erlebnissen als junger Erwachsener. Von all den guten Konzerten, wilden Parties und sonstigen Besäufnissen.
Typisch dürfte da mein Spruch „5 Gramm die Woche" (und danach abschätzig abwinken) sein. Resümierend möchte ich meinen, dass wir an diesem Nachmittag mehr voneinander kennengelernt hatten als in all den Jahren zuvor. Liegt das an unseren Frauen, die sonst zumeist anwesend waren und uns nicht zur Ruhekommen ließen? Wohl kaum - eher war ein jeweils fehlerhaftes Bild vom Gegenüber der Grund gewesen.
Und die mit zunehmenden Alters verstärkte Neigung, die Neugier für seine Mitmenschen zu verlieren. Man hat ja schon alles gesehen, oder wie? Diese Einstellung war und ist (leider) bei mir 100prozentig vorhanden. Charles möchte ich dies nicht zwingend unterstellen, auch wenn sich dies so liest.
Auf einer der vielen Parkbänke legten wir ein Päuschen ein und gingen anschließend weiter. Es klingt sicherlich abgedroschen, doch an diesem Nachmittag fühlte ich mich richtig gut und vor allem befreit. All meine negativen Gedanken und Ängste konnte ich vergessen. Ich lachte viel und schien gar einem Flashback (5 Gramm die Woche) zu erliegen.
Doch leider ging auch dieser Spaziergang irgendwann zu Ende. Ich brachte Charles sogar noch bis zu seinem Haus, bloß um den schönen Nachmittag zu verlängern. Den ich spürte schon, dass mich am Abend meine Ängste über den erhöhten Puls wieder quälen würden. So geschah es dann auch, aber die Hoffnung auf eine Besserung meines Zustandes blieb nicht zuletzt dank dieses Nachmittags am Leben.
Über den auslaufenden Winter und den Frühling hindurch konnten wir unsere Spaziergänge am Nachmittag verstetigen. So landeten wir z.B. bei unserem zweiten Spaziergang im Siedlerheim in der Kälberwiese.
An und für sich wollten wir dort lediglich eine Kaffeepause einlegen, aber ich verspeiste dort dann doch eine Kleinigkeit. Es war wohl irgendetwas mit Rührei - nicht gerade die typisch syrische Küche, welche zu der Zeit im Siedlerheim angeboten wurde.
Normalerweise hätte ich Charles keinen vorgekaut, aber auch im Februar fühlte ich mich morgens nach dem Aufstehen zumeist noch schlapp und so richtig antriebsarm. Das Frühstück, egal ob Brot oder Müsli, musste ich mir beim Gucken unserer Serie förmlich reinquälen. Mir ging es dann immer erst im Laufe eines Vormittags etwas besser; ein richtiges Hungergefühl stellte sich ergo frühestens am späten Nachmittag ein.
Beim Spaziergang mit Charles ging es mir an diesem Tag gleich so richtig gut, daher verspeiste ich das Rührei mit Genuss. Im Übrigen hatte es leicht genieselt, deshalb war unser Walk an diesem Tag reichlich kurz geraten gewesen. An anderen Tagen wiederum hatte ich immer meine 10000 Schritte geschafft gehabt.
Zu Hause angekommen, lief wieder das übliche Programm. Vielleicht schaffte ich es noch, mit meiner Löwin ein oder zwei Partien „Take Five" zu spielen, das war es dann aber auch schon gewesen. Als es dunkel wurde, war meine Angst vor der Angst, nachts wieder nicht durchschlafen zu können, allgegenwärtig.
Dank der Schlaftabletten klappte dies zwar zufriedenstellend, doch morgens fühlte ich mich nach dem Aufwachen immer hundemüde und wie ausgeschissen. Zweifelsohne befand ich mich in einem Strudel, der mich mit zunehmender Dauer immer weiter nach unten zog. Ich schaffte es nicht, einen Halt zu finden, um mich selbst herausziehen zu können.
Freitag, 03. Februar. Ein weiterer Wintertag, an dem die Sonne über einem wolkenfreien Himmel voller Kraft strahlte. Was kann es da noch Schöneres geben, als sich kurz vor 9.00 Uhr zu einen Termin bei seinem HNO-Arzt zu begeben und sich dort die übliche Predigt zur Umsetzung eines gesünderen Lebenswandels anzuhören?
Richtig, ein längerer Spaziergang mit einem guten Freund. Endlich hatte ich mich mit Charles zu einem Walk verabredet. Der war ja gerade frisch zum Rentner avanciert und konnte genau wie ich etwas Abwechslung gebrauchen. Liebevoll bereitete er seiner Frau Diana, die leider noch erwerbstätig war, ein Mittagessen zu. Irgendwann zwischen 1:30 Uhr und 2 Uhr lief ich bei ihm auf und schon konnte es losgehen.
Bislang hatten wir uns fast ausschließlich übe die glorreiche Eintracht und unser jeweiliges familiäre Umfeld unterhalten. Doch auf diesem und vielen weiteren Spaziergängen, welche wir in den folgenden Wochen unternehmen sollten, kamen wir uns näher als jemals zuvor. Nein, Ihr Dussel! Nicht sexuell, sondern mental.
Das galt ebenso für die Walks mit Pocke, aber eins nach dem andern. An diesem 3. Februar nahmen Charles und ich das Ringgleis fusswärts in östlicher Richtung in Angriff, normalerweise eine meiner liebsten Radstrecken.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Luft klar und frisch war. Dazu schien die Sonne bereits sehr intensiv mit vereinzelten weißen Wölkchen. Ich hatte gehofft, dass wir es bis zum großen Edeka Görge an der Hamburger Straße schaffen könnten, aber weit gefehlt. Denn als wir an der Uferstraße angekommen waren, entschieden wir uns spontan dazu, den Ölper See zu umrunden. Uns beiden tat der Spaziergang sichtlich gut, die Gespräche taten ihr Übriges.
Charles hatte ich bislang eher als stillen Vertreter der Menschheit kennengelernt. Er ist halt nicht so eine Quasselstrippe wie Meinereiner. Zu meiner Schande muss ich zusätzlich gestehen, dass ich Charles in der Vergangenheit häufig Unrecht getan hatte. Charles hatte in seinen jüngeren Jahren bereits so Einiges erlebt.
Aber er geht damit nicht hausieren und wirkt deshalb für „Uneingeweihte" etwas still. Bei mir verhält es sich zugegebenermaßen etwas anders. Ich erzähle (bei guter Laune) sehr gerne von meinen Erlebnissen als junger Erwachsener. Von all den guten Konzerten, wilden Parties und sonstigen Besäufnissen.
Typisch dürfte da mein Spruch „5 Gramm die Woche" (und danach abschätzig abwinken) sein. Resümierend möchte ich meinen, dass wir an diesem Nachmittag mehr voneinander kennengelernt hatten als in all den Jahren zuvor. Liegt das an unseren Frauen, die sonst zumeist anwesend waren und uns nicht zur Ruhekommen ließen? Wohl kaum - eher war ein jeweils fehlerhaftes Bild vom Gegenüber der Grund gewesen.
Und die mit zunehmenden Alters verstärkte Neigung, die Neugier für seine Mitmenschen zu verlieren. Man hat ja schon alles gesehen, oder wie? Diese Einstellung war und ist (leider) bei mir 100prozentig vorhanden. Charles möchte ich dies nicht zwingend unterstellen, auch wenn sich dies so liest.
Auf einer der vielen Parkbänke legten wir ein Päuschen ein und gingen anschließend weiter. Es klingt sicherlich abgedroschen, doch an diesem Nachmittag fühlte ich mich richtig gut und vor allem befreit. All meine negativen Gedanken und Ängste konnte ich vergessen. Ich lachte viel und schien gar einem Flashback (5 Gramm die Woche) zu erliegen.
Doch leider ging auch dieser Spaziergang irgendwann zu Ende. Ich brachte Charles sogar noch bis zu seinem Haus, bloß um den schönen Nachmittag zu verlängern. Den ich spürte schon, dass mich am Abend meine Ängste über den erhöhten Puls wieder quälen würden. So geschah es dann auch, aber die Hoffnung auf eine Besserung meines Zustandes blieb nicht zuletzt dank dieses Nachmittags am Leben.
Über den auslaufenden Winter und den Frühling hindurch konnten wir unsere Spaziergänge am Nachmittag verstetigen. So landeten wir z.B. bei unserem zweiten Spaziergang im Siedlerheim in der Kälberwiese.
An und für sich wollten wir dort lediglich eine Kaffeepause einlegen, aber ich verspeiste dort dann doch eine Kleinigkeit. Es war wohl irgendetwas mit Rührei - nicht gerade die typisch syrische Küche, welche zu der Zeit im Siedlerheim angeboten wurde.
Normalerweise hätte ich Charles keinen vorgekaut, aber auch im Februar fühlte ich mich morgens nach dem Aufstehen zumeist noch schlapp und so richtig antriebsarm. Das Frühstück, egal ob Brot oder Müsli, musste ich mir beim Gucken unserer Serie förmlich reinquälen. Mir ging es dann immer erst im Laufe eines Vormittags etwas besser; ein richtiges Hungergefühl stellte sich ergo frühestens am späten Nachmittag ein.
Beim Spaziergang mit Charles ging es mir an diesem Tag gleich so richtig gut, daher verspeiste ich das Rührei mit Genuss. Im Übrigen hatte es leicht genieselt, deshalb war unser Walk an diesem Tag reichlich kurz geraten gewesen. An anderen Tagen wiederum hatte ich immer meine 10000 Schritte geschafft gehabt.
Dienstag, 9. Januar 2024
Contramann: kurz gesehen im Januar
https://www.manova.news/artikel/der-corona-tinnitus
Die letzten 4 Jahre und die bis heute nachwirkenden Folgen. Sehr lesenswert, gerade zum Start ins neue Jahr.
Die bislang immer noch unzulängliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen hat die Spaltung unserer Gesellschaft nur oberflächlich gekittet; darunter brodelt es. Misstrauen, wohin man schaut. Gegenüber Institutionen, handelnden Personen, unter Verwandten und Freunden…
Dies ist nicht mehr die Gesellschaft, für die ich mich engagieren möchte. Aber vielleicht kann ich mich über dieses Jahr damit aussöhnen. Arrangiert habe ich mich schon letztes Jahr.
https://taz.de/DFB-Sportdirektor-Voeller-bei-Nius/!5971475/
Das Bashing von missliebigen Meinungen (oder Personen?) wird immer schlimmer. Merken die bei der TAZ noch was? Tante Käthe hatte Waldemar Hartmann (Weißbier-Waldi) ein Interview auf dem Online Portal NiUS gegeben.
Laut Wikipedia ist NiUS rechtspopulistisch und rechtskonservativ. Diese Charakterisierung traf schon vor 50 Jahren auf die Bild Zeitung zu. So hat auch der ehemalige Bild Chefredakteur Julian Reichelt eine Kolumne auf NiUS. Nicht schön, aber nun auch wirklich nichts Besonderes.
Doch die Woken von der TAZ können das nicht so stehen lassen. Der Kolumnist Andreas Rüttenauer ist schon seit Ewigkeiten bei der TAZ und hat die Chance gesehen, jetzt mal ordentlich draufhauen zu können. Dass NiUS in seinen Augen rassistisch ist, ok. Das Rüttenauer (ein ehemaliger Kabarettist) aber im übelsten Bild-Zeitungsjargon draufhaut, zeigt erneut wieder, dass „wir“ uns mittlerweile mehr von den selbsternannten Antifaschisten vorsehen müssen. Die merken ihren eigenen Faschismus (mal die Definition von Faschismus lesen, bitte) nicht.
Ansonsten, Rüttenauer: Es gibt nur ein‘ Rudi Völler!
https://www.neulandrebellen.de/2023/12/allzeit-gute-fahrt-claus-weselsky/
Noch so eine unliebsame Person: Gewerkschaftsboss Claus Weselsky. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, übrigens ein CDU Mitglied aus Sachsen, hatte die Republik schon vor Jahren dank hoher Streikbereitschaft in Angst und Schrecken versetzt. Entsprechend negativ wurde er in den großen Medien dargestellt.
Dieses Jahr geht er endlich in Rente und dann kann auch der deutsche Michel, der sich ja bekanntlich seit über 100 Jahren gerne verarschen lässt, aufatmen. Der Quertreiber ist weg und endlich können Gewerkschaftler und Arbeitgeber wieder in Ruhe über 1 oder 2 Prozent Lohnerhöhung diskutieren.
Natürlich immer die Wirtschaftslage im Blick, heißt: Zunächst einmal muss die Rendite stimmen. Und ansonsten „war einfach nicht mehr drin.“ Wacht auf, Arbeitnehmer. Euer Wohlverhalten wurde noch nie belohnt.
https://overton-magazin.de/top-story/kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf/?pk_campaign=feed&pk_kwd=kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf
Samstag, 9. Dezember: Über die Mattscheibe lief im ZDF die große Samstagabend Show „Ein Herz für Kinder“. In der Benefiz Veranstaltung wird mit Unterstützung zahlreicher Prominenter Geld für arme und kranke Kinder eingesammelt. Auch Politiker wie Lauterbach, Ricarda Lang oder Markus aus Bayern machten mit.
Aus aktuellem Anlass hätte es sich gehört, das Geld vordringlich für die Kinder im Gaza-Streifen zu sammeln. So dachte ich Dummerchen. Natürlich weit gefehlt, das hätte man ja antisemitisch auslegen können. Und natürlich unsere Solidarität mit dem Staat Israel, der unseligen deutschen Geschichte wegen.
Ja, genau deswegen ist deutsche Kritik an der Politik des Staates Israel Pflicht. Guten Freunden, die Scheiße bauen, hilft man am Besten mit Kritik, damit diese ihre Fehler korrigieren können. Und eben nicht mit blinder Solidarität. Kenne ich so zumindest aus meinem Freundeskreis.
Merken die beim ZDF noch was?
https://www.welt.de/politik/ausland/article249050670/Rund-70-Politiker-und-Historiker-kritisieren-Ukraine-Kurs-der-Bundesregierung.html
Als ich die Überschrift las, dachte ich, die 70 Leute würden sich für ein Ende der Militärunterstützung für die Ukraine stark machen und sich für eine diplomatische Beendigung des Konflikts engagieren. Ich Dummerchen - wir sind hier bei Welt-Online.
Und natürlich Anton Hofreiter vorneweg. Der sollte sich erst mal die Haare schneiden, bevor er den Stahlhelm aufsetzt.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Die letzten 4 Jahre und die bis heute nachwirkenden Folgen. Sehr lesenswert, gerade zum Start ins neue Jahr.
Die bislang immer noch unzulängliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen hat die Spaltung unserer Gesellschaft nur oberflächlich gekittet; darunter brodelt es. Misstrauen, wohin man schaut. Gegenüber Institutionen, handelnden Personen, unter Verwandten und Freunden…
Dies ist nicht mehr die Gesellschaft, für die ich mich engagieren möchte. Aber vielleicht kann ich mich über dieses Jahr damit aussöhnen. Arrangiert habe ich mich schon letztes Jahr.
https://taz.de/DFB-Sportdirektor-Voeller-bei-Nius/!5971475/
Das Bashing von missliebigen Meinungen (oder Personen?) wird immer schlimmer. Merken die bei der TAZ noch was? Tante Käthe hatte Waldemar Hartmann (Weißbier-Waldi) ein Interview auf dem Online Portal NiUS gegeben.
Laut Wikipedia ist NiUS rechtspopulistisch und rechtskonservativ. Diese Charakterisierung traf schon vor 50 Jahren auf die Bild Zeitung zu. So hat auch der ehemalige Bild Chefredakteur Julian Reichelt eine Kolumne auf NiUS. Nicht schön, aber nun auch wirklich nichts Besonderes.
Doch die Woken von der TAZ können das nicht so stehen lassen. Der Kolumnist Andreas Rüttenauer ist schon seit Ewigkeiten bei der TAZ und hat die Chance gesehen, jetzt mal ordentlich draufhauen zu können. Dass NiUS in seinen Augen rassistisch ist, ok. Das Rüttenauer (ein ehemaliger Kabarettist) aber im übelsten Bild-Zeitungsjargon draufhaut, zeigt erneut wieder, dass „wir“ uns mittlerweile mehr von den selbsternannten Antifaschisten vorsehen müssen. Die merken ihren eigenen Faschismus (mal die Definition von Faschismus lesen, bitte) nicht.
Ansonsten, Rüttenauer: Es gibt nur ein‘ Rudi Völler!
https://www.neulandrebellen.de/2023/12/allzeit-gute-fahrt-claus-weselsky/
Noch so eine unliebsame Person: Gewerkschaftsboss Claus Weselsky. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, übrigens ein CDU Mitglied aus Sachsen, hatte die Republik schon vor Jahren dank hoher Streikbereitschaft in Angst und Schrecken versetzt. Entsprechend negativ wurde er in den großen Medien dargestellt.
Dieses Jahr geht er endlich in Rente und dann kann auch der deutsche Michel, der sich ja bekanntlich seit über 100 Jahren gerne verarschen lässt, aufatmen. Der Quertreiber ist weg und endlich können Gewerkschaftler und Arbeitgeber wieder in Ruhe über 1 oder 2 Prozent Lohnerhöhung diskutieren.
Natürlich immer die Wirtschaftslage im Blick, heißt: Zunächst einmal muss die Rendite stimmen. Und ansonsten „war einfach nicht mehr drin.“ Wacht auf, Arbeitnehmer. Euer Wohlverhalten wurde noch nie belohnt.
https://overton-magazin.de/top-story/kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf/?pk_campaign=feed&pk_kwd=kein-herz-fuer-palaestinensische-kinder-bei-springer-und-zdf
Samstag, 9. Dezember: Über die Mattscheibe lief im ZDF die große Samstagabend Show „Ein Herz für Kinder“. In der Benefiz Veranstaltung wird mit Unterstützung zahlreicher Prominenter Geld für arme und kranke Kinder eingesammelt. Auch Politiker wie Lauterbach, Ricarda Lang oder Markus aus Bayern machten mit.
Aus aktuellem Anlass hätte es sich gehört, das Geld vordringlich für die Kinder im Gaza-Streifen zu sammeln. So dachte ich Dummerchen. Natürlich weit gefehlt, das hätte man ja antisemitisch auslegen können. Und natürlich unsere Solidarität mit dem Staat Israel, der unseligen deutschen Geschichte wegen.
Ja, genau deswegen ist deutsche Kritik an der Politik des Staates Israel Pflicht. Guten Freunden, die Scheiße bauen, hilft man am Besten mit Kritik, damit diese ihre Fehler korrigieren können. Und eben nicht mit blinder Solidarität. Kenne ich so zumindest aus meinem Freundeskreis.
Merken die beim ZDF noch was?
https://www.welt.de/politik/ausland/article249050670/Rund-70-Politiker-und-Historiker-kritisieren-Ukraine-Kurs-der-Bundesregierung.html
Als ich die Überschrift las, dachte ich, die 70 Leute würden sich für ein Ende der Militärunterstützung für die Ukraine stark machen und sich für eine diplomatische Beendigung des Konflikts engagieren. Ich Dummerchen - wir sind hier bei Welt-Online.
Und natürlich Anton Hofreiter vorneweg. Der sollte sich erst mal die Haare schneiden, bevor er den Stahlhelm aufsetzt.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Donnerstag, 4. Januar 2024
Hartmudo: Besser als letztes Jahr
Heute vor genau einem Jahr bin ich mit dem Kopf auf das Straßenpflaster geknallt. Die Folgen davon haben mich letztes Jahr auf Schritt und Tritt begleitet, auch wenn die schwersten Folgeerscheinungen eher schon älter waren, sprich lange vorher in mir „gebrodelt" hatten und ich dies jahrelang unter Verschluss gehalten hatte.
Das machen wir Menschen in der Regel zwar immer so, aber dank des Unfalls hatte sich bei mir das Ventil geöffnet. Seitdem analysiere ich meine Ängste und Sorgen auch mit Hilfe einer Spezialistin, auch wenn diese erst in der Adventszeit aktiv werden konnte.
Bereits vor dem Unfall hatten mich gerade die Themen Corona Virus und Ukraine Konflikt sehr stark beschäftigt. Richtig gestresst hatten mich allerdings ausufernde Diskussionen mit Kollegen und auch Freunden, da ich in beiden Themen eine gewohnt stark regierungskritische Meinung vertreten hatte. Weil Leitmedien und selbst die Regierung Leute mit abweichender Meinung gerne mal ins „rechte Lager" verortet hatten, groovten sich selbst Kollegen und Freunde auf diese Richtung ein.
Irgendwann in 2022 war ich zwar endlich so weit, dass ich fruchtlosen Diskussionen mit dem „Mainstream" wegen des unnötig entstehenden Stresses aus dem Weg ging, aber gerade diese Flucht wurmte mich sehr. Mittlerweile ernte ich durch meine Zurückhaltung in hitzigen politischen Diskussionen erste Früchte.
Diesbezüglich war es durchaus hilfreich, dass ich endlich erkannt habe, dass ich die Meinung Andersdenkender auch wirklich akzeptiere. Ändern kann ich sowieso niemanden. Sich gegenseitig anzupflaumen ist halt nicht hilfreich im menschlichen Miteinander. Mantramäßig mache ich mir dies in kritischen Situationen immer häufiger bewusst. Wenn das so weitergeht, kann ich da bald selber Kurse geben.
Zu den eben genannten Stimmungskillern kam der übliche Stress des Alltags - also Beruf und Freizeitstress. Dies geht uns ja allen so; deshalb wünsche ich jedem, den ich kenne, dass dies für ihn/sie auch in Zukunft so bleiben möge und sich eben nicht aufgrund eines schockartigen Erlebnisses wie bei mir Bahn bricht und dann vom ganzen schönen Lebensbild die rosarote Brille abnimmt.
Denn da sollten wir uns alle nichts vormachen: Das Unschöne, Hässliche schieben wir alle nur zu gern nach hinten und schließen es weg. Möge der Schlüssel nie gefunden werden.
Als Konsequenz aus all den Ängsten und depressiven Verstimmungen ergab sich für mich die Notwendigkeit, in meinem Lebensstil etwas zu ändern. In meiner Rekonvaleszenz in dem ersten Drittel des letzten Jahres hatte ich mir vor dem Schlafengehen eine Routine angewöhnt, welche ich bis heute nicht missen möchte.
So schaue ich vor der Nachtruhe mindestens eine Folge einer Serie auf Netflix & Co, danach lege ich mich schon einmal hin und lese noch eine knappe halbe Stunde, ehe ich das Licht ausschalte. Daraus ergibt sich eine Verzögerung der Nachtruhe von über einer Stunde, welche zu einem späteren Aufstehen und damit auch Arbeitsbeginn führt.
Ich bin bis heute felsenfest davon überzeugt, dass die Stressmische aus wenig Schlaf und knapper Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Salzgitter vor einem Jahr wesentlich zu dem Unfall beigetragen hatte.
Und tatsächlich finde ich mittlerweile morgens am Bahnhof noch die Zeit, mir einen Milchkaffee zu ziehen und anschließend im Büro aufzulaufen. Dies dank der Home Office Regelung nunmehr lediglich an drei Tagen die Woche, aus denen aber nach und nach bei Krankheits- oder Urlaubsvertretungen schon einmal 4 Tage werden können.
War ich hierüber anfangs noch äußerst erzürnt, so habe ich mich nach einer längeren Phase der Empörung wieder beruhigt und damit abgefunden. Hier geht die dienstliche Notwendigkeit selbstverständlich vor, zumindest diesbezüglich habe ich meinen inneren Schweinehund in den Griff bekommen können.
Doch logischerweise ergibt sich aus dem späteren Arbeitsbeginn ein Nachteil, an dem ich noch arbeiten muss. Die Rede ist hier von nachmittäglichen Aktivitäten wie Fahrradfahren und vor allen Dingen dem wöchentlichen Schwimmengehen mit Pocke, welches ich in der zweiten Hälfte des letzten Jahres stark vermisst hatte.
2022 gingen Pocke und ich immer am Mittwoch gegen halb Zwei ins Wasser, da war ich dann auch immer gegen 16 Uhr zu Hause gewesen. Nachdem ich letztes Jahr ab Mai wieder im normalen Arbeitsprozess gestanden hatte, „genoss“ ich seitdem jeden Mittwoch vormittags Arzttermine, für die ich das Homeoffice jeweils unterbrechen musste.
Dadurch bin ich mittwochs stellenweise bis 17 Uhr an den Schreibtisch gefesselt. Montags, besser noch Dienstags kurz nach 16 Uhr sollte hier die Lösung sein. Das werde ich mit Pocke noch einmal abklären und dann sollten wir loslegen können.
Last but not least habe ich mich beim Schreiben für den Blog seit Mitte letzten Jahres etwas zurückgenommen. Solltest du diesen Blog regelmäßig verfolgen, hattest du das sicherlich schon bemerkt. Auch diese Maßnahme hat erheblich zu meiner Stressreduzierung beigetragen.
Summa summarum möchte ich abschließend feststellen, dass es mir jetzt, ein Jahr nach meinem Unfall, sogar besser geht als zuvor. Mental zumindest, am Sport muss ich dieses Jahr endlich wieder arbeiten.
Das machen wir Menschen in der Regel zwar immer so, aber dank des Unfalls hatte sich bei mir das Ventil geöffnet. Seitdem analysiere ich meine Ängste und Sorgen auch mit Hilfe einer Spezialistin, auch wenn diese erst in der Adventszeit aktiv werden konnte.
Bereits vor dem Unfall hatten mich gerade die Themen Corona Virus und Ukraine Konflikt sehr stark beschäftigt. Richtig gestresst hatten mich allerdings ausufernde Diskussionen mit Kollegen und auch Freunden, da ich in beiden Themen eine gewohnt stark regierungskritische Meinung vertreten hatte. Weil Leitmedien und selbst die Regierung Leute mit abweichender Meinung gerne mal ins „rechte Lager" verortet hatten, groovten sich selbst Kollegen und Freunde auf diese Richtung ein.
Irgendwann in 2022 war ich zwar endlich so weit, dass ich fruchtlosen Diskussionen mit dem „Mainstream" wegen des unnötig entstehenden Stresses aus dem Weg ging, aber gerade diese Flucht wurmte mich sehr. Mittlerweile ernte ich durch meine Zurückhaltung in hitzigen politischen Diskussionen erste Früchte.
Diesbezüglich war es durchaus hilfreich, dass ich endlich erkannt habe, dass ich die Meinung Andersdenkender auch wirklich akzeptiere. Ändern kann ich sowieso niemanden. Sich gegenseitig anzupflaumen ist halt nicht hilfreich im menschlichen Miteinander. Mantramäßig mache ich mir dies in kritischen Situationen immer häufiger bewusst. Wenn das so weitergeht, kann ich da bald selber Kurse geben.
Zu den eben genannten Stimmungskillern kam der übliche Stress des Alltags - also Beruf und Freizeitstress. Dies geht uns ja allen so; deshalb wünsche ich jedem, den ich kenne, dass dies für ihn/sie auch in Zukunft so bleiben möge und sich eben nicht aufgrund eines schockartigen Erlebnisses wie bei mir Bahn bricht und dann vom ganzen schönen Lebensbild die rosarote Brille abnimmt.
Denn da sollten wir uns alle nichts vormachen: Das Unschöne, Hässliche schieben wir alle nur zu gern nach hinten und schließen es weg. Möge der Schlüssel nie gefunden werden.
Als Konsequenz aus all den Ängsten und depressiven Verstimmungen ergab sich für mich die Notwendigkeit, in meinem Lebensstil etwas zu ändern. In meiner Rekonvaleszenz in dem ersten Drittel des letzten Jahres hatte ich mir vor dem Schlafengehen eine Routine angewöhnt, welche ich bis heute nicht missen möchte.
So schaue ich vor der Nachtruhe mindestens eine Folge einer Serie auf Netflix & Co, danach lege ich mich schon einmal hin und lese noch eine knappe halbe Stunde, ehe ich das Licht ausschalte. Daraus ergibt sich eine Verzögerung der Nachtruhe von über einer Stunde, welche zu einem späteren Aufstehen und damit auch Arbeitsbeginn führt.
Ich bin bis heute felsenfest davon überzeugt, dass die Stressmische aus wenig Schlaf und knapper Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Salzgitter vor einem Jahr wesentlich zu dem Unfall beigetragen hatte.
Und tatsächlich finde ich mittlerweile morgens am Bahnhof noch die Zeit, mir einen Milchkaffee zu ziehen und anschließend im Büro aufzulaufen. Dies dank der Home Office Regelung nunmehr lediglich an drei Tagen die Woche, aus denen aber nach und nach bei Krankheits- oder Urlaubsvertretungen schon einmal 4 Tage werden können.
War ich hierüber anfangs noch äußerst erzürnt, so habe ich mich nach einer längeren Phase der Empörung wieder beruhigt und damit abgefunden. Hier geht die dienstliche Notwendigkeit selbstverständlich vor, zumindest diesbezüglich habe ich meinen inneren Schweinehund in den Griff bekommen können.
Doch logischerweise ergibt sich aus dem späteren Arbeitsbeginn ein Nachteil, an dem ich noch arbeiten muss. Die Rede ist hier von nachmittäglichen Aktivitäten wie Fahrradfahren und vor allen Dingen dem wöchentlichen Schwimmengehen mit Pocke, welches ich in der zweiten Hälfte des letzten Jahres stark vermisst hatte.
2022 gingen Pocke und ich immer am Mittwoch gegen halb Zwei ins Wasser, da war ich dann auch immer gegen 16 Uhr zu Hause gewesen. Nachdem ich letztes Jahr ab Mai wieder im normalen Arbeitsprozess gestanden hatte, „genoss“ ich seitdem jeden Mittwoch vormittags Arzttermine, für die ich das Homeoffice jeweils unterbrechen musste.
Dadurch bin ich mittwochs stellenweise bis 17 Uhr an den Schreibtisch gefesselt. Montags, besser noch Dienstags kurz nach 16 Uhr sollte hier die Lösung sein. Das werde ich mit Pocke noch einmal abklären und dann sollten wir loslegen können.
Last but not least habe ich mich beim Schreiben für den Blog seit Mitte letzten Jahres etwas zurückgenommen. Solltest du diesen Blog regelmäßig verfolgen, hattest du das sicherlich schon bemerkt. Auch diese Maßnahme hat erheblich zu meiner Stressreduzierung beigetragen.
Summa summarum möchte ich abschließend feststellen, dass es mir jetzt, ein Jahr nach meinem Unfall, sogar besser geht als zuvor. Mental zumindest, am Sport muss ich dieses Jahr endlich wieder arbeiten.
Freitag, 29. Dezember 2023
Uncle Fester: grad gelesen Dezember 2023
Frank Goosen - Sweet Dreams
Da isser wieder: Unser Mann aus Bochum. Rücksturz in die Achtziger ist der Untertitel dieser Sammlung von Kurzgeschichten mit Figuren, welche man aus Bücher von Goosen schon kennt. Und da Goosen auch nur fünf Jahre jünger als ich ist und wohl auch schon in den 80ern vergleichbare Neigungen verspürte - als da wären Mucke, Saufen, Fußball und Frauen (in der Reihenfolge), fühlte ich mich wie gewohnt gut unterhalten und entspannt.
Zum wesentlichen Wohlfühlfaktor trägt auch der flüssige und gewohnt unkomplizierte Schreibstil bei. Das Fehlen einer verkopften Intellektualität der Handlung mögen die Feuilletonisten des Spiegels oder der Zeit zwar vermissen, aber die liebevoll gezeichneten Charaktere kommen auch gut ohne aus.
Schon aus den früheren Erzählbänden kennen wir die Clique um Pommes, Mücke, Spüli und dem Ich-Erzähler Frank. Die permanenten Sticheleien zwischen dem konservativen Möchtegern Mösenfröhlich (danke für den Begriff, Langer) Mücke und dem verhinderten Revoluzzer Pommes bilden perfekt die damaligen (und sicher auch heutigen) Haupttypen an männlichen Charakteren ab.
Spüli dagegen ist eher ein zurückhaltender Typ, dessen Coming-Out allerdings noch aussteht. Die Identifikationsfigur Frank jedenfalls stellt mehr oder weniger den teilnehmenden Beobachter dar und bastelt ansonsten hauptsächlich Mixtapes auf Kassetten für die von ihm angehimmelten Mädchen zusammen. Dies natürlich hauptsächlich erfolglos, genau deshalb ist er ja die Identifikationsfigur.
Nun hat Goosen aktuell eine Romantriologie mit alternativen Protagonisten erschaffen. Hierin übernimmt Brocki die Rolle von Mücke, während Fränge Pommes darstellt. Förster ist Frank und Spüli ist hier nicht existent. Geschichten aus der Sturm- und Drangphase dieses Dreigestirns dürfen in diesem Band natürlich nicht fehlen, obwohl sich die Figuren schon mehr als ähneln, wie eben beschrieben.
Bei der Lektüre von Goosens literarischen Schaffen hatte ich bereits in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, das Goosen seine Jugend in seinen Werken verwurstet hatte. Möglicherweise hatte er bereits in den 80ern ein Tagebuch oder zumindest Notizen erstellt, auf deren Basis Goosen Romane und Erzählungen erstellen konnte.
Meine Güte, wenn ich das damals nur auch mal gemacht hätte! Denn auch ich habe ähnlich gute Geschichten zu erzählen und habe dies per H Lecter auf diesem Blog veröffentlicht, deshalb bin ich ja auch ein so großer Fan von Frank Goosen.
Die sprachliche Qualität von ihm, immerhin eine Hälfte von „Tresenlesen", erreiche ich leider nicht. Auf jeden Fall ist diese Zeitreise in die 80er jedem zu empfehlen, der in diesem Jahrzehnt in das Erwachsenenleben durchgestartet ist. Für mich war es jedenfalls beruhigend zu erfahren, dass es anderen - hier Frank Goosen - auch nicht besser ergangen war als mir.
Sven Pfitzenmaier - Draußen feiern die Leute
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen. Da der Roman irgendwo in einem Dorf zwischen Hannover, Peine und Hildesheim spielt, der Autor Pfitzenmaier in Celle geboren wurde und für diesen seinen Debütroman den Aspekte Literaturpreis 2022 erhalten hatte, sprang ich ins kalte Wasser und besorgte mir diesen Roman.
Nicht zuletzt der Plot hatte mich gereizt: Die drei jugendlichen Außenseiter Timo, Valerie und Richard aus einem niedersächsischen Dorf machen sich auf die Suche nach vermissten jungen Leuten aus dem ganzen Land. Ein mutiger und schriller Roman aus der Provinz wurde mir hier versprochen und am Ende in keinster Weise gehalten.
Nach den ersten 50 Seiten war ich bereits so genervt, dass ich den Roman eigentlich beiseite legen wollte. In der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser werden würde, kämpfte ich mich jedoch durch die Seiten hindurch. Die mehr oder weniger mystische Story schien ja auf einen Höhepunkt an Ende hinaus zu laufen, aber nicht einmal das hat der Autor hinbekommen.
„Manche Sätze möchte man sich einrahmen", urteilte die FAZ. Meine ohnehin nicht hohe Meinung von Feuilletonisten der große Medien wird durch solche Aussagen nur noch bestärkt. Ob Uschmann, Goosen, Dusse oder Juli Zeh: Sätze für die Ewigkeit finden sich dort zu Hauf, da muss man nicht auf einen Neuling aus der niedersächsischen Provinz warten.
Wie schon erwähnt, ist das Ende des Romans besonders ärgerlich. Nicht nur, dass das Schicksal der verschwundenen Jugendlichen auch weiterhin im Dunkeln bleibt - nein. Die einzelnen Handlungsstränge fasern einfach aus, eine „Moral von der Geschicht" gibt es nicht.
Denn grob gesagt handelt es sich bei diesem Roman lediglich um eine modernere Version des Rattenfängers von Hameln. In einer anfangs sehr versponnenen Sprache werden Timo, Valerie und Richard vorgestellt.
Der Klappentext suggeriert ja ein Zusammenwirken der Drei bei der Suche nach den verschwundenen Jugendlichen, doch tatsächlich passierte dies im Roman eben nicht. Viel wichtiger für diesen Roman sind die drei russischstämmigen Hänger Dima, Danik und Dr. Dobrin, welche sich dank Einbrüchen den Wodkakonsum finanzieren und auf Druck des Dorfsheriffs den Handel mit Marihuana und Kokain beginnen.
Den Stoff besorgen Sie sich über den mystischen Verbrecher Rasputin, der mit Hilfe seiner Assistentin Martha die Jugendlichen einsammelt und zu einem unbekannten Ziel verschleppt. Rasputin erwähnt hierzu an einer Stelle im Roman lediglich eine Marihuana Plantage in England, nimmt diese Aussage aber kurze Zeit später zurück.
Anders als im Klappentext angegeben sind die drei Russen die prägnantesten Figuren dieses Romans, welche an deren Ende mit Richard auf einer Parkbank sitzen und Bier trinken. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute. Zu wenig für einen hoch dotierten Literaturpreis, finde ich jedenfalls.
Da isser wieder: Unser Mann aus Bochum. Rücksturz in die Achtziger ist der Untertitel dieser Sammlung von Kurzgeschichten mit Figuren, welche man aus Bücher von Goosen schon kennt. Und da Goosen auch nur fünf Jahre jünger als ich ist und wohl auch schon in den 80ern vergleichbare Neigungen verspürte - als da wären Mucke, Saufen, Fußball und Frauen (in der Reihenfolge), fühlte ich mich wie gewohnt gut unterhalten und entspannt.
Zum wesentlichen Wohlfühlfaktor trägt auch der flüssige und gewohnt unkomplizierte Schreibstil bei. Das Fehlen einer verkopften Intellektualität der Handlung mögen die Feuilletonisten des Spiegels oder der Zeit zwar vermissen, aber die liebevoll gezeichneten Charaktere kommen auch gut ohne aus.
Schon aus den früheren Erzählbänden kennen wir die Clique um Pommes, Mücke, Spüli und dem Ich-Erzähler Frank. Die permanenten Sticheleien zwischen dem konservativen Möchtegern Mösenfröhlich (danke für den Begriff, Langer) Mücke und dem verhinderten Revoluzzer Pommes bilden perfekt die damaligen (und sicher auch heutigen) Haupttypen an männlichen Charakteren ab.
Spüli dagegen ist eher ein zurückhaltender Typ, dessen Coming-Out allerdings noch aussteht. Die Identifikationsfigur Frank jedenfalls stellt mehr oder weniger den teilnehmenden Beobachter dar und bastelt ansonsten hauptsächlich Mixtapes auf Kassetten für die von ihm angehimmelten Mädchen zusammen. Dies natürlich hauptsächlich erfolglos, genau deshalb ist er ja die Identifikationsfigur.
Nun hat Goosen aktuell eine Romantriologie mit alternativen Protagonisten erschaffen. Hierin übernimmt Brocki die Rolle von Mücke, während Fränge Pommes darstellt. Förster ist Frank und Spüli ist hier nicht existent. Geschichten aus der Sturm- und Drangphase dieses Dreigestirns dürfen in diesem Band natürlich nicht fehlen, obwohl sich die Figuren schon mehr als ähneln, wie eben beschrieben.
Bei der Lektüre von Goosens literarischen Schaffen hatte ich bereits in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, das Goosen seine Jugend in seinen Werken verwurstet hatte. Möglicherweise hatte er bereits in den 80ern ein Tagebuch oder zumindest Notizen erstellt, auf deren Basis Goosen Romane und Erzählungen erstellen konnte.
Meine Güte, wenn ich das damals nur auch mal gemacht hätte! Denn auch ich habe ähnlich gute Geschichten zu erzählen und habe dies per H Lecter auf diesem Blog veröffentlicht, deshalb bin ich ja auch ein so großer Fan von Frank Goosen.
Die sprachliche Qualität von ihm, immerhin eine Hälfte von „Tresenlesen", erreiche ich leider nicht. Auf jeden Fall ist diese Zeitreise in die 80er jedem zu empfehlen, der in diesem Jahrzehnt in das Erwachsenenleben durchgestartet ist. Für mich war es jedenfalls beruhigend zu erfahren, dass es anderen - hier Frank Goosen - auch nicht besser ergangen war als mir.
Sven Pfitzenmaier - Draußen feiern die Leute
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen. Da der Roman irgendwo in einem Dorf zwischen Hannover, Peine und Hildesheim spielt, der Autor Pfitzenmaier in Celle geboren wurde und für diesen seinen Debütroman den Aspekte Literaturpreis 2022 erhalten hatte, sprang ich ins kalte Wasser und besorgte mir diesen Roman.
Nicht zuletzt der Plot hatte mich gereizt: Die drei jugendlichen Außenseiter Timo, Valerie und Richard aus einem niedersächsischen Dorf machen sich auf die Suche nach vermissten jungen Leuten aus dem ganzen Land. Ein mutiger und schriller Roman aus der Provinz wurde mir hier versprochen und am Ende in keinster Weise gehalten.
Nach den ersten 50 Seiten war ich bereits so genervt, dass ich den Roman eigentlich beiseite legen wollte. In der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser werden würde, kämpfte ich mich jedoch durch die Seiten hindurch. Die mehr oder weniger mystische Story schien ja auf einen Höhepunkt an Ende hinaus zu laufen, aber nicht einmal das hat der Autor hinbekommen.
„Manche Sätze möchte man sich einrahmen", urteilte die FAZ. Meine ohnehin nicht hohe Meinung von Feuilletonisten der große Medien wird durch solche Aussagen nur noch bestärkt. Ob Uschmann, Goosen, Dusse oder Juli Zeh: Sätze für die Ewigkeit finden sich dort zu Hauf, da muss man nicht auf einen Neuling aus der niedersächsischen Provinz warten.
Wie schon erwähnt, ist das Ende des Romans besonders ärgerlich. Nicht nur, dass das Schicksal der verschwundenen Jugendlichen auch weiterhin im Dunkeln bleibt - nein. Die einzelnen Handlungsstränge fasern einfach aus, eine „Moral von der Geschicht" gibt es nicht.
Denn grob gesagt handelt es sich bei diesem Roman lediglich um eine modernere Version des Rattenfängers von Hameln. In einer anfangs sehr versponnenen Sprache werden Timo, Valerie und Richard vorgestellt.
Der Klappentext suggeriert ja ein Zusammenwirken der Drei bei der Suche nach den verschwundenen Jugendlichen, doch tatsächlich passierte dies im Roman eben nicht. Viel wichtiger für diesen Roman sind die drei russischstämmigen Hänger Dima, Danik und Dr. Dobrin, welche sich dank Einbrüchen den Wodkakonsum finanzieren und auf Druck des Dorfsheriffs den Handel mit Marihuana und Kokain beginnen.
Den Stoff besorgen Sie sich über den mystischen Verbrecher Rasputin, der mit Hilfe seiner Assistentin Martha die Jugendlichen einsammelt und zu einem unbekannten Ziel verschleppt. Rasputin erwähnt hierzu an einer Stelle im Roman lediglich eine Marihuana Plantage in England, nimmt diese Aussage aber kurze Zeit später zurück.
Anders als im Klappentext angegeben sind die drei Russen die prägnantesten Figuren dieses Romans, welche an deren Ende mit Richard auf einer Parkbank sitzen und Bier trinken. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute. Zu wenig für einen hoch dotierten Literaturpreis, finde ich jedenfalls.
Samstag, 23. Dezember 2023
Warum spielt denn der Poldi nicht?
25
Ich war immer noch am Grübeln ob der Bedeutung dieses Traums, als ich endlich nach einem nervigen Arbeitstag Richtung Braunschweig fuhr. Meine Löwin war gut voran gekommen und fast durch mit der Datei. Ein wenig arbeitete sie noch weiter, doch pünktlich zur Vorberichterstattung der ARD nach der Tagesschau war sie an ihrem Platz auf der Couch.
Jetzt konnten das erste Viertelfinale beginnen. Voller Vorfreude saßen wir vor unserem Schnuckiteller mit Käsewürfeln.
Polen gegen Portugal lautete die Partie. Oder auch die "Bialo-Czerwoni" gegen die "Selecao das Quinas"- nenn mich bei Spitznamen, Baby. Der Schiedsrichter Felix Brych aus München wurde schon vor dem Anpfiff von Opdenhövel und Scholli hochgelobt. Man kann es auch übertreiben, ihr Beiden.
Und los ging es. Nach 100 Sekunden unterschätzte der Rechtsverteidiger der Portugiesen mit Namen Cedric eine weit geschlagene Flanke der Polen. Der hohe Ball kam auf den Boden auf, sprang über den vergeblich hochspringenden Cedric hinweg zu Grosicki, dem Mann auf dem linken polnischen Flügel. Der zog bis zur Grundlinie durch und passte flach in den Strafraum zu Lewandowski, der von Pepe sträflich allein gelassen wurde und keine Mühe hatte, das Leder aus 10 Metern trotz Bedrängnis ins Tor zu ballern.
1:0 also und Lewandowski hatte endlich sein erstes Feldtor erzielt. Dies allerdings nur wegen des amateurhaften Fehlers von Cedric, über dessen Seite die Polen fortan hauptsächlich ihre Angriffe vortrugen, ohne allerdings nachlegen zu können gegen total konsterniert wirkende Portugiesen. Das sah sehr gut aus für die Polen.
Doch die Portugiesen bekamen so nach und nach das Spiel in den Griff. Nicht das sie jetzt auf volle Offensive setzten, aber vor allem der von Anfang an in die Mannschaft gerückte Renato Sanches, 18 Jahre jung und für die nächste Saison für 35 Millionen zu den Bayern gewechselt, verteilte geschickt die Bälle. So nach und nach bekam Portugal das Spiel in den Griff.
Nach einer halben Stunde wurde Ronaldo im gegnerischen Strafraum von Pazdan mit beiden Armen zur Seite gestoßen. Der Pfiff blieb aus, obwohl Brych nicht weit weg war. "Möglicherweise ein Elfmeter. Den könnte man geben. Da haben die Polen Glück gehabt." meinte der Reporter. Hallo? Nimm mal die Tomaten von den Augen, du Idiot. Klarer geht es doch wirklich nicht. Da hatte Brych einen Fehler gemacht.
Kurz danach dann doch das 1:1. Renato Sanches spielt mit Nani an der Strafraumgrenze mehr aus Verlegenheit einen Doppelpass und haut einfach mal drauf. Der noch leicht abgefälschte Ball ging unhaltbar für den polnischen Keeper ins rechte Toreck. Cristiano Ronaldo war an diesem Treffer nicht beteiligt, jubelte deshalb aber trotzdem mit.
In der Folge blieb Portugal das spielbestimmende Team, konnte aber auch in der zweiten Halbzeit die Polen nicht überrumpeln. Eine Unaufmerksamkeit der Polen vermochte Ronaldo nicht zu nutzen, als er nach einer schönen Flanke 4 Minuten vor Schluss vor dem polnischen Tor völlig frei stand und in ein Luftloch trat. Ein Ronaldo in Hochform hätte den Ball reingepustet, aber das ist er dieses Jahr halt nicht.
Der Reporter nervte noch einmal mit der Aussage, dass die Portugiesen nur auf Unentschieden spielen würden und das Tor durch Renato Sanches nicht gefallen wäre, wenn Ronaldo den Elfer zugesprochen bekommen hätte. Der Fehler von Brych war also keiner gewesen, weil nicht spielentscheidend.
Mann, Mann, Mann. Was für eine Lusche! Durch was qualifiziert man sich eigentlich als Fernsehreporter? Geht wohl doch mehr über die Besetzungscouch. Zur deutschen Mannschaft darf ein Reporter ruhig halten, aber ein wenig Objektivität kann ich für meine GEZ-Gebühren schon verlangen, meine ich.
Die Polen jedenfalls stellten in der Schlussphase jegliche Offensivbemühungen ein und verließen sich sichtbar nur auf ein Elfmeterschießen. Gegen die Schweiz hatten ja alle 5 Schützen getroffen, also vertrauten sie auch in diesem Spiel wieder drauf.
Vielleicht konnten sie aber auch nicht mehr und waren schon platt. Die Portugiesen hatten sich im Laufe des Spiels mehr und mehr auf die polnischen Stärken eingestellt, selbst Cedric steigerte sich deutlich und hätte fast sogar den Siegtreffer mit einem Fernschuss erzielt.
Dann aber waren 90 Minuten herum und meine Löwin müde. Den Rest sah ich in meiner geliebten Kemenate. Die Verlängerung an sich war gräuslich und beide Mannschaften gingen keine Risiken ein, so das es sehr zähe 30 Minuten bis zum Elfmeterschießen waren.
Dass der Reporter dies hauptsächlich den Portugiesen vorwarf, machte ihn in meinen Augen endgültig zur Witzfigur. Die Portugiesen suchten sicher nicht bedingungslos die Entscheidung, waren aber bis zum Schluss der Verlängerung das spielbestimmende Team. Die Polen dagegen brachten vorne gar nichts mehr zustande und warteten sichtbar auf das Elfmeterschießen.
Zugegebenermaßen fieberte ich mit den Portugiesen mit, zurückgelehnt in meinem bequemen Schreibtischstuhl. Alle Schützen schossen ihre Elfer vorbildlich, die Torhüter hatten keine Chance. Bis Blaszczykowski antrat und der Torwart den halbhohen Ball aus dem Eck fischen konnte. Einer ist immer der Looser....
Ich war immer noch am Grübeln ob der Bedeutung dieses Traums, als ich endlich nach einem nervigen Arbeitstag Richtung Braunschweig fuhr. Meine Löwin war gut voran gekommen und fast durch mit der Datei. Ein wenig arbeitete sie noch weiter, doch pünktlich zur Vorberichterstattung der ARD nach der Tagesschau war sie an ihrem Platz auf der Couch.
Jetzt konnten das erste Viertelfinale beginnen. Voller Vorfreude saßen wir vor unserem Schnuckiteller mit Käsewürfeln.
Polen gegen Portugal lautete die Partie. Oder auch die "Bialo-Czerwoni" gegen die "Selecao das Quinas"- nenn mich bei Spitznamen, Baby. Der Schiedsrichter Felix Brych aus München wurde schon vor dem Anpfiff von Opdenhövel und Scholli hochgelobt. Man kann es auch übertreiben, ihr Beiden.
Und los ging es. Nach 100 Sekunden unterschätzte der Rechtsverteidiger der Portugiesen mit Namen Cedric eine weit geschlagene Flanke der Polen. Der hohe Ball kam auf den Boden auf, sprang über den vergeblich hochspringenden Cedric hinweg zu Grosicki, dem Mann auf dem linken polnischen Flügel. Der zog bis zur Grundlinie durch und passte flach in den Strafraum zu Lewandowski, der von Pepe sträflich allein gelassen wurde und keine Mühe hatte, das Leder aus 10 Metern trotz Bedrängnis ins Tor zu ballern.
1:0 also und Lewandowski hatte endlich sein erstes Feldtor erzielt. Dies allerdings nur wegen des amateurhaften Fehlers von Cedric, über dessen Seite die Polen fortan hauptsächlich ihre Angriffe vortrugen, ohne allerdings nachlegen zu können gegen total konsterniert wirkende Portugiesen. Das sah sehr gut aus für die Polen.
Doch die Portugiesen bekamen so nach und nach das Spiel in den Griff. Nicht das sie jetzt auf volle Offensive setzten, aber vor allem der von Anfang an in die Mannschaft gerückte Renato Sanches, 18 Jahre jung und für die nächste Saison für 35 Millionen zu den Bayern gewechselt, verteilte geschickt die Bälle. So nach und nach bekam Portugal das Spiel in den Griff.
Nach einer halben Stunde wurde Ronaldo im gegnerischen Strafraum von Pazdan mit beiden Armen zur Seite gestoßen. Der Pfiff blieb aus, obwohl Brych nicht weit weg war. "Möglicherweise ein Elfmeter. Den könnte man geben. Da haben die Polen Glück gehabt." meinte der Reporter. Hallo? Nimm mal die Tomaten von den Augen, du Idiot. Klarer geht es doch wirklich nicht. Da hatte Brych einen Fehler gemacht.
Kurz danach dann doch das 1:1. Renato Sanches spielt mit Nani an der Strafraumgrenze mehr aus Verlegenheit einen Doppelpass und haut einfach mal drauf. Der noch leicht abgefälschte Ball ging unhaltbar für den polnischen Keeper ins rechte Toreck. Cristiano Ronaldo war an diesem Treffer nicht beteiligt, jubelte deshalb aber trotzdem mit.
In der Folge blieb Portugal das spielbestimmende Team, konnte aber auch in der zweiten Halbzeit die Polen nicht überrumpeln. Eine Unaufmerksamkeit der Polen vermochte Ronaldo nicht zu nutzen, als er nach einer schönen Flanke 4 Minuten vor Schluss vor dem polnischen Tor völlig frei stand und in ein Luftloch trat. Ein Ronaldo in Hochform hätte den Ball reingepustet, aber das ist er dieses Jahr halt nicht.
Der Reporter nervte noch einmal mit der Aussage, dass die Portugiesen nur auf Unentschieden spielen würden und das Tor durch Renato Sanches nicht gefallen wäre, wenn Ronaldo den Elfer zugesprochen bekommen hätte. Der Fehler von Brych war also keiner gewesen, weil nicht spielentscheidend.
Mann, Mann, Mann. Was für eine Lusche! Durch was qualifiziert man sich eigentlich als Fernsehreporter? Geht wohl doch mehr über die Besetzungscouch. Zur deutschen Mannschaft darf ein Reporter ruhig halten, aber ein wenig Objektivität kann ich für meine GEZ-Gebühren schon verlangen, meine ich.
Die Polen jedenfalls stellten in der Schlussphase jegliche Offensivbemühungen ein und verließen sich sichtbar nur auf ein Elfmeterschießen. Gegen die Schweiz hatten ja alle 5 Schützen getroffen, also vertrauten sie auch in diesem Spiel wieder drauf.
Vielleicht konnten sie aber auch nicht mehr und waren schon platt. Die Portugiesen hatten sich im Laufe des Spiels mehr und mehr auf die polnischen Stärken eingestellt, selbst Cedric steigerte sich deutlich und hätte fast sogar den Siegtreffer mit einem Fernschuss erzielt.
Dann aber waren 90 Minuten herum und meine Löwin müde. Den Rest sah ich in meiner geliebten Kemenate. Die Verlängerung an sich war gräuslich und beide Mannschaften gingen keine Risiken ein, so das es sehr zähe 30 Minuten bis zum Elfmeterschießen waren.
Dass der Reporter dies hauptsächlich den Portugiesen vorwarf, machte ihn in meinen Augen endgültig zur Witzfigur. Die Portugiesen suchten sicher nicht bedingungslos die Entscheidung, waren aber bis zum Schluss der Verlängerung das spielbestimmende Team. Die Polen dagegen brachten vorne gar nichts mehr zustande und warteten sichtbar auf das Elfmeterschießen.
Zugegebenermaßen fieberte ich mit den Portugiesen mit, zurückgelehnt in meinem bequemen Schreibtischstuhl. Alle Schützen schossen ihre Elfer vorbildlich, die Torhüter hatten keine Chance. Bis Blaszczykowski antrat und der Torwart den halbhohen Ball aus dem Eck fischen konnte. Einer ist immer der Looser....
Montag, 18. Dezember 2023
Hartmudo: Holy Church of Rock n Roll
Gleich zu Anfang möchte ich klarstellen, dass der Begriff Holy Church of Rock n Roll nicht meinem Gehirn entsprungen ist, sondern dem von Toddn. Entsprechende Materialien bzw.
Devotionalien könnt ihr über derbuchbauer.de beziehen.
An unsere damaligen Erlebnisse denke ich auch heute noch gern zurück, obwohl ich das Ding mit der Holy Church of Rock n Roll zunächst nicht verstanden, geschweige denn gut geheißen hatte. Erst jetzt - Anfang Dezember diesen Jahres - kam mir der Begriff wieder in den Sinn.
Aus gegebenen Anlass dachte ich über Verhalten und Einstellungen einiger Menschen in meinem Umfeld nach. Was treibt diese Menschen an? Keiner von ihnen glaubt an die Kirche; offenbar scheint es sich bei ihnen um Atheisten zu handeln. Aber zumindest einige von ihnen fröhnen nach wie vor dem Rock 'n' Roll und beschwören dessen Lebensstil, wie immer dieser auch aussehen mag.
Ich weiß nur eins: Toddn ist einer der wenigen Menschen die ich kenne, der diesen Lebensstil tatsächlich lebt. Anders als ich oder die meisten der anderen alten Recken hat er sich nicht in eine bürgerliche Existenz begeben.
Von mir selbst wage ich lediglich zu behaupten, dass ich in den ersten zehn Jahren meiner Tätigkeit als Beamter und Sachbearbeiter im Sozialamt mich immer noch als unangepasst empfunden hatte, bloß weil ich ungebügelte Hemden trug. In Wirklichkeit hatte ich nur einfach keine Lust, diese zu bügeln.
Die mitleidigen Kommentare meiner Kollegen hatten mich nicht gekratzt. Und ja - ich galt als unangepasst und war, nein: bin bis heute immer noch stolz drauf. Selbst aus meiner Tätigkeit als Raketenbauer hatte ich nie ein Hehl gemacht.
Meine Arroganz geht' sogar so weit, dass ich behaupte, dass ich in meinem persönlichen Umfeld keinen Menschen kenne, der sich im Job ähnlich unangepasst gezeigt hatte. Allerhöchstens Uli, der nun wirklich der unangepassteste Mensch ist, den man sich nur vorstellen kann.
Kurz gesagt: Da gibt es Leute, die den Rock 'n' Roll leben. Dann noch solche, die sich mit dem System arrangiert haben, doch sich wenigstens teilweise etwas von der Unabhängigkeit und Unangepasstheit, welches das Hauptmerkmal das Rock n' Roll Lebensstils ist, bewahrt haben. Die sogenannten Part Time Punks also.
Hierbei ist es wichtig, dazu auch zu stehen und sich eben nicht in der Freizeit als „echter“ Rock n' Roller zu präsentieren, während man in der Arbeit eine Karriere anstrebt. Für mich nehme ich dies in Anspruch; dazu habe ich spätestens als „Ehekrüppel" herausgefunden, das eine bürgerliche Existenz eben nicht verachtenswert ist.
Dieser ganze Rock n' Roll Lebensstil ist ein großer Selbstbetrug, wenn man ihn nicht zu 100% selber lebt. In diesem Sinne: Danke Toddn, danke UMD. Und wir anderen müssen uns da ehrlich machen.
Ja, die Holy Church of Rock 'n' Roll. Da gehen Leute noch mit 50 oder 60 auf Rockkonzerte, besuchen Festivals. Liebe Leute: Rock n' Roll ist und war immer eine Jugendkultur. Ihr seid alte Leute. Wenn ihr euch das bewusst macht, seid ihr keine scheinheiligen Gläubigen einer Ersatzreligion namens Rock n' Roll.
Jawohl, scheinheilig wie eine Sekte oder die Zeugen Jehovas. So habe ich Leute erlebt, die bei Bemühungen um eine bürgerliche Existenz im Privatleben bei Schwierigkeiten bzw Streitigkeiten in alte „Rock n' Roll Muster" zurückfielen, weil sie keinen Arsch in der Hose hatten, um sich ihren Problemen zu stellen.
Ironischerweise ist der „Arsch in der Hose" ein wesentliches Element des Rock n' Roll-Lebensstils. Aber nein, patziges Verhalten, zusaufen und Motörhead hören war dann häufig die gern gewählte „Problemlösung". Dann war alles gut und man fühlte sich als Rock and Roller.
Mir selber ist das häufig genug selbst passiert. Jahre habe ich gebraucht, dieses Verhalten als Problem zu erkennen. Auch heute gelingt mir dies nicht immer. Problemen aus dem Weg zu gehen ist halt die einfachere Lösung.
Doch die Erkenntnis, dass die Beschwörung des Rock 'n' Roll-Lifestyles als Flucht vor Problemen in der bürgerlichen Existenz eine Schwäche ist, die es zu überwinden gilt, treibt mich mittlerweile an.
Da gehört es für mich persönlich dazu, dass über 50-jährige alte Säcke in den Devotionalien der Rock n' Roll Kultur nicht nur wie aus zur Zeit gefallen wirken, sondern auch lächerlich aussehen. Diese Meinung habe ich sicherlich exklusiv; und Menschen, die so auf Konzerten oder sonst wo herumlaufen, finde ich nicht in ihrer Persönlichkeit lächerlich, sondern in ihrem Gehabe.
Diese Unterscheidung ist mir wichtig, weil ich während meiner damaligen Loslösung vom Rock 'n' Roll Lifestyle gelernt habe, dass es auf die Persönlichkeit ankommt und eben nicht auf den Style. Hinzu kommt, dass die Normalos häufig eher zum Vorbild taugen als kaputte Drogenabhängige, die außer ein bisschen Gitarre klimpern nichts weiter drauf haben, aber Millionen scheffeln.
„Highlight" für mich ist hier der nicht drogenabhängige Campino, der zu Beginn des Ukraine Konflikts geäußert hatte, dass er heute angesichts der russischen Aggression nicht mehr verweigern (wie seinerzeit gemacht), sondern zur Bundeswehr gehen würde.
Nicht zuletzt solche Poser bestärken mich in meiner Sicht des Rock n' Roll Circus als Irrglauben oder Sekte. Aber keine Bange, ich ziehe Rock n' Roll nach wie vor dem Schlager vor und werde mich auch weiterhin wohlwollend mit der Geschichte des Rock n' Roll beschäftigen. Aber als alter Sack, der ich bin, und nicht den ewigen Berufsjugendlichen bei Bedarf heraushängen zu lassen.
An unsere damaligen Erlebnisse denke ich auch heute noch gern zurück, obwohl ich das Ding mit der Holy Church of Rock n Roll zunächst nicht verstanden, geschweige denn gut geheißen hatte. Erst jetzt - Anfang Dezember diesen Jahres - kam mir der Begriff wieder in den Sinn.
Aus gegebenen Anlass dachte ich über Verhalten und Einstellungen einiger Menschen in meinem Umfeld nach. Was treibt diese Menschen an? Keiner von ihnen glaubt an die Kirche; offenbar scheint es sich bei ihnen um Atheisten zu handeln. Aber zumindest einige von ihnen fröhnen nach wie vor dem Rock 'n' Roll und beschwören dessen Lebensstil, wie immer dieser auch aussehen mag.
Ich weiß nur eins: Toddn ist einer der wenigen Menschen die ich kenne, der diesen Lebensstil tatsächlich lebt. Anders als ich oder die meisten der anderen alten Recken hat er sich nicht in eine bürgerliche Existenz begeben.
Von mir selbst wage ich lediglich zu behaupten, dass ich in den ersten zehn Jahren meiner Tätigkeit als Beamter und Sachbearbeiter im Sozialamt mich immer noch als unangepasst empfunden hatte, bloß weil ich ungebügelte Hemden trug. In Wirklichkeit hatte ich nur einfach keine Lust, diese zu bügeln.
Die mitleidigen Kommentare meiner Kollegen hatten mich nicht gekratzt. Und ja - ich galt als unangepasst und war, nein: bin bis heute immer noch stolz drauf. Selbst aus meiner Tätigkeit als Raketenbauer hatte ich nie ein Hehl gemacht.
Meine Arroganz geht' sogar so weit, dass ich behaupte, dass ich in meinem persönlichen Umfeld keinen Menschen kenne, der sich im Job ähnlich unangepasst gezeigt hatte. Allerhöchstens Uli, der nun wirklich der unangepassteste Mensch ist, den man sich nur vorstellen kann.
Kurz gesagt: Da gibt es Leute, die den Rock 'n' Roll leben. Dann noch solche, die sich mit dem System arrangiert haben, doch sich wenigstens teilweise etwas von der Unabhängigkeit und Unangepasstheit, welches das Hauptmerkmal das Rock n' Roll Lebensstils ist, bewahrt haben. Die sogenannten Part Time Punks also.
Hierbei ist es wichtig, dazu auch zu stehen und sich eben nicht in der Freizeit als „echter“ Rock n' Roller zu präsentieren, während man in der Arbeit eine Karriere anstrebt. Für mich nehme ich dies in Anspruch; dazu habe ich spätestens als „Ehekrüppel" herausgefunden, das eine bürgerliche Existenz eben nicht verachtenswert ist.
Dieser ganze Rock n' Roll Lebensstil ist ein großer Selbstbetrug, wenn man ihn nicht zu 100% selber lebt. In diesem Sinne: Danke Toddn, danke UMD. Und wir anderen müssen uns da ehrlich machen.
Ja, die Holy Church of Rock 'n' Roll. Da gehen Leute noch mit 50 oder 60 auf Rockkonzerte, besuchen Festivals. Liebe Leute: Rock n' Roll ist und war immer eine Jugendkultur. Ihr seid alte Leute. Wenn ihr euch das bewusst macht, seid ihr keine scheinheiligen Gläubigen einer Ersatzreligion namens Rock n' Roll.
Jawohl, scheinheilig wie eine Sekte oder die Zeugen Jehovas. So habe ich Leute erlebt, die bei Bemühungen um eine bürgerliche Existenz im Privatleben bei Schwierigkeiten bzw Streitigkeiten in alte „Rock n' Roll Muster" zurückfielen, weil sie keinen Arsch in der Hose hatten, um sich ihren Problemen zu stellen.
Ironischerweise ist der „Arsch in der Hose" ein wesentliches Element des Rock n' Roll-Lebensstils. Aber nein, patziges Verhalten, zusaufen und Motörhead hören war dann häufig die gern gewählte „Problemlösung". Dann war alles gut und man fühlte sich als Rock and Roller.
Mir selber ist das häufig genug selbst passiert. Jahre habe ich gebraucht, dieses Verhalten als Problem zu erkennen. Auch heute gelingt mir dies nicht immer. Problemen aus dem Weg zu gehen ist halt die einfachere Lösung.
Doch die Erkenntnis, dass die Beschwörung des Rock 'n' Roll-Lifestyles als Flucht vor Problemen in der bürgerlichen Existenz eine Schwäche ist, die es zu überwinden gilt, treibt mich mittlerweile an.
Da gehört es für mich persönlich dazu, dass über 50-jährige alte Säcke in den Devotionalien der Rock n' Roll Kultur nicht nur wie aus zur Zeit gefallen wirken, sondern auch lächerlich aussehen. Diese Meinung habe ich sicherlich exklusiv; und Menschen, die so auf Konzerten oder sonst wo herumlaufen, finde ich nicht in ihrer Persönlichkeit lächerlich, sondern in ihrem Gehabe.
Diese Unterscheidung ist mir wichtig, weil ich während meiner damaligen Loslösung vom Rock 'n' Roll Lifestyle gelernt habe, dass es auf die Persönlichkeit ankommt und eben nicht auf den Style. Hinzu kommt, dass die Normalos häufig eher zum Vorbild taugen als kaputte Drogenabhängige, die außer ein bisschen Gitarre klimpern nichts weiter drauf haben, aber Millionen scheffeln.
„Highlight" für mich ist hier der nicht drogenabhängige Campino, der zu Beginn des Ukraine Konflikts geäußert hatte, dass er heute angesichts der russischen Aggression nicht mehr verweigern (wie seinerzeit gemacht), sondern zur Bundeswehr gehen würde.
Nicht zuletzt solche Poser bestärken mich in meiner Sicht des Rock n' Roll Circus als Irrglauben oder Sekte. Aber keine Bange, ich ziehe Rock n' Roll nach wie vor dem Schlager vor und werde mich auch weiterhin wohlwollend mit der Geschichte des Rock n' Roll beschäftigen. Aber als alter Sack, der ich bin, und nicht den ewigen Berufsjugendlichen bei Bedarf heraushängen zu lassen.
Mittwoch, 6. Dezember 2023
Contramann: kurz gesehen im Dezember
https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/danke-gil-ofarim/?pk_campaign=feed&pk_kwd=danke-gil-ofarim
Hier mal ein schön bissiger Kommentar zum Urteil im Fall Gil Ofarim gegen Westin Hotel Leipzig. Hier voran, da hochaktuell. Der Fall des von behaupteten Antisemitismus betroffenen Gil Ofarim erregte vor 2 Jahren großes Aufsehen. Und sofort fanden sich seinerzeit genügend Willfährige, die den Hotelmitarbeiter (Ossi - kennt man ja, klar) sofort auf die Anklagebank setzen wollten.
Dabei war schon 2-3 Tage später der Antisemitismusvorwurf nicht mehr so eindeutig zu halten gewesen, das Hotel (guter Arbeitgeber) verklagte Ofarim wegen Rufmord. Nach dem jetzigen Urteil verbleibt als Skandal, dass Ofarim auch noch straffrei rausgeht. Kaum auszudenken, wenn der Hotelangestellte angeklagt worden wäre und tatsächlich von Ofarim verlangt hätte, die Kette mit dem Davidstern abzunehmen.
Die TAZ hätte ihn wahrscheinlich nach Guantanamo gewünscht. Aber dankenswerterweise hat Overton in diesem Artikel die üblen Hetzer noch einmal verewigt. Diese vermeintlichen Demokratiefreunde und Antifaschisten sind nämlich das genaue Gegenteil. Von den W******* hört man - also der Hotelmitarbeiter - jetzt häufig gar nichts - nicht mal eine Entschuldigung. Was für armselige kleine Geister!
Dies passt gerade zur momentanen Säuberung des Gaza-Streifens von Terroristen durch die israelische Armee. Bei diesem Thema, wie auch schon zuvor bei Corona oder Ukraine Konflikt, habe ich bereits die vielen Empörten in Medien, aber auch im Familien- und Freundeskreis erleben dürfen. Hinterher will keiner mehr etwas von seinen Äußerungen wissen.
Wie meine Eltern damals, als ich sie nach ihrer Haltung zum NS-Regime gefragt hatte. Geschichte wiederholt sich also, wenn auch unter anderen Vorzeichen.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=105177
Ein wunderbarer Beitrag zur Neuen Seidenstraße, an der sich die G7 Staaten natürlich nicht beteiligen. Dank „feministischer Außenpolitik“ beteiligt sich Deutschland nicht an dem von China angeregten Konzept und rast so offenen Auges dem wirtschaftlichen Niedergang entgegen. Schön dazu auch:
„Sprechen wir mit China, bekommen wir einen Flughafen; sprechen wir mit Deutschland, bekommen wir einen Vortrag“, sagte die Chefin der Welthandelsorganisation, die nigerianisch-amerikanische Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala, kürzlich als Gast auf der Botschafterkonferenz in Annalena Baerbocks Auswärtigem Amt.
https://overton-magazin.de/hintergrund/wirtschaft/der-wertewesten-kommt/
Es ist wie seinerzeit (ab 2010) in Griechenland. Damals gewährten die EU und der IWF im Nachgang der Finanzkrise Milliardenhilfen für den hochverschuldeten griechischen Staat - unter Bedingungen natürlich. Infolgedessen konnte sich z.B. die Fraport GmbH griechische Flughäfen günstig „einsaugen“.
Und nun ist es für die Ukraine endlich an der Zeit, ihr korruptes System zu überwinden und die Heuschrecken und Räuberbarone der wertebasierten Ordnung ins Land zu lassen. Beispielhaft wird hier der ehemalige US-Außenminister Pompeo genannt, welcher im Verwaltungsrat vom Marktführer Mobilfunk der Ukraine - Kyivstar, einer 100prozentigen Tochter eines niederländischen Konzerns - einsteigt.
Jetzt lernen die Ukrainer den „Westen“ mal so richtig kennen. Aber keine Sorge um das ehemalige Staatsvermögen, liebe Ukrainer. Es ist nicht weg - es gehört nur jemand Anderen.
https://www.telepolis.de/features/Lob-des-Streiks-Warum-Fahrgaeste-gut-ueberlegen-sollten-ob-sie-auf-die-GDL-schimpfen-9531123.html
Dank zunehmender Digitalisierung und permanenter Steigerung der Produktivität sind Arbeitszeiten von 20 Stunden (so der Autor) durchaus vorstellbar. Und warum sollen dann weniger Menschen 38 oder 40 Stunden asten, während immer mehr Arbeitslose sich für ihr Nichtstun entschuldigen müssen?
Nein, der Bahnstreik ab Mitte November drehte sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit und das zu Recht. Ob Ärzte, Pfleger, Handwerker oder eben auch Lokführer: Immer weniger wollen so einen stressigen Job unter den vorherrschenden Bedingungen - wie z.B. langen Arbeitszeiten - machen. Diese Menschen können sich eben nicht ins Home Office verpissen.
Also bleibt fair und unterstützt auch die Lokführer bei ihrem Arbeitskampf.
https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/krieg-ist-frieden-abstand-ist-naehe-und-humanitaet-ist-hass/
Ein treffender Kommentar zum Bashing von Greta Thunberg. Lest ihn Euch ganz durch, ich kann zum Beitrag nichts hinzufügen und belasse es bei zwei Zitaten aus diesem Kommentar:
„Tausende tote Menschen, darunter viele Kinder, in Gaza zu wissen, ist kein Antisemitismus. Es ist schlicht und ergreifend bloße Humanität.“
„Wenn aber am Ende jeder jeden mit solchen Begriffen belegt, sind nicht alle Rechte oder Antisemiten. Im Grunde ist es gar keiner mehr, denn die Aussagekraft jener Begriffe gehen verloren, sie sind dann bloß noch Synonym für Arschloch, Idiot oder Wichser.“
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Hier mal ein schön bissiger Kommentar zum Urteil im Fall Gil Ofarim gegen Westin Hotel Leipzig. Hier voran, da hochaktuell. Der Fall des von behaupteten Antisemitismus betroffenen Gil Ofarim erregte vor 2 Jahren großes Aufsehen. Und sofort fanden sich seinerzeit genügend Willfährige, die den Hotelmitarbeiter (Ossi - kennt man ja, klar) sofort auf die Anklagebank setzen wollten.
Dabei war schon 2-3 Tage später der Antisemitismusvorwurf nicht mehr so eindeutig zu halten gewesen, das Hotel (guter Arbeitgeber) verklagte Ofarim wegen Rufmord. Nach dem jetzigen Urteil verbleibt als Skandal, dass Ofarim auch noch straffrei rausgeht. Kaum auszudenken, wenn der Hotelangestellte angeklagt worden wäre und tatsächlich von Ofarim verlangt hätte, die Kette mit dem Davidstern abzunehmen.
Die TAZ hätte ihn wahrscheinlich nach Guantanamo gewünscht. Aber dankenswerterweise hat Overton in diesem Artikel die üblen Hetzer noch einmal verewigt. Diese vermeintlichen Demokratiefreunde und Antifaschisten sind nämlich das genaue Gegenteil. Von den W******* hört man - also der Hotelmitarbeiter - jetzt häufig gar nichts - nicht mal eine Entschuldigung. Was für armselige kleine Geister!
Dies passt gerade zur momentanen Säuberung des Gaza-Streifens von Terroristen durch die israelische Armee. Bei diesem Thema, wie auch schon zuvor bei Corona oder Ukraine Konflikt, habe ich bereits die vielen Empörten in Medien, aber auch im Familien- und Freundeskreis erleben dürfen. Hinterher will keiner mehr etwas von seinen Äußerungen wissen.
Wie meine Eltern damals, als ich sie nach ihrer Haltung zum NS-Regime gefragt hatte. Geschichte wiederholt sich also, wenn auch unter anderen Vorzeichen.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=105177
Ein wunderbarer Beitrag zur Neuen Seidenstraße, an der sich die G7 Staaten natürlich nicht beteiligen. Dank „feministischer Außenpolitik“ beteiligt sich Deutschland nicht an dem von China angeregten Konzept und rast so offenen Auges dem wirtschaftlichen Niedergang entgegen. Schön dazu auch:
„Sprechen wir mit China, bekommen wir einen Flughafen; sprechen wir mit Deutschland, bekommen wir einen Vortrag“, sagte die Chefin der Welthandelsorganisation, die nigerianisch-amerikanische Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala, kürzlich als Gast auf der Botschafterkonferenz in Annalena Baerbocks Auswärtigem Amt.
https://overton-magazin.de/hintergrund/wirtschaft/der-wertewesten-kommt/
Es ist wie seinerzeit (ab 2010) in Griechenland. Damals gewährten die EU und der IWF im Nachgang der Finanzkrise Milliardenhilfen für den hochverschuldeten griechischen Staat - unter Bedingungen natürlich. Infolgedessen konnte sich z.B. die Fraport GmbH griechische Flughäfen günstig „einsaugen“.
Und nun ist es für die Ukraine endlich an der Zeit, ihr korruptes System zu überwinden und die Heuschrecken und Räuberbarone der wertebasierten Ordnung ins Land zu lassen. Beispielhaft wird hier der ehemalige US-Außenminister Pompeo genannt, welcher im Verwaltungsrat vom Marktführer Mobilfunk der Ukraine - Kyivstar, einer 100prozentigen Tochter eines niederländischen Konzerns - einsteigt.
Jetzt lernen die Ukrainer den „Westen“ mal so richtig kennen. Aber keine Sorge um das ehemalige Staatsvermögen, liebe Ukrainer. Es ist nicht weg - es gehört nur jemand Anderen.
https://www.telepolis.de/features/Lob-des-Streiks-Warum-Fahrgaeste-gut-ueberlegen-sollten-ob-sie-auf-die-GDL-schimpfen-9531123.html
Dank zunehmender Digitalisierung und permanenter Steigerung der Produktivität sind Arbeitszeiten von 20 Stunden (so der Autor) durchaus vorstellbar. Und warum sollen dann weniger Menschen 38 oder 40 Stunden asten, während immer mehr Arbeitslose sich für ihr Nichtstun entschuldigen müssen?
Nein, der Bahnstreik ab Mitte November drehte sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit und das zu Recht. Ob Ärzte, Pfleger, Handwerker oder eben auch Lokführer: Immer weniger wollen so einen stressigen Job unter den vorherrschenden Bedingungen - wie z.B. langen Arbeitszeiten - machen. Diese Menschen können sich eben nicht ins Home Office verpissen.
Also bleibt fair und unterstützt auch die Lokführer bei ihrem Arbeitskampf.
https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/krieg-ist-frieden-abstand-ist-naehe-und-humanitaet-ist-hass/
Ein treffender Kommentar zum Bashing von Greta Thunberg. Lest ihn Euch ganz durch, ich kann zum Beitrag nichts hinzufügen und belasse es bei zwei Zitaten aus diesem Kommentar:
„Tausende tote Menschen, darunter viele Kinder, in Gaza zu wissen, ist kein Antisemitismus. Es ist schlicht und ergreifend bloße Humanität.“
„Wenn aber am Ende jeder jeden mit solchen Begriffen belegt, sind nicht alle Rechte oder Antisemiten. Im Grunde ist es gar keiner mehr, denn die Aussagekraft jener Begriffe gehen verloren, sie sind dann bloß noch Synonym für Arschloch, Idiot oder Wichser.“
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Montag, 4. Dezember 2023
Udorallala: Top Songs 19/?
Im Dudel-Radio spielen sie gerne die Hits der 70er oder 80er, doch „meine“ Hits sind da nie dabei. In loser Folge schreibe ich deshalb über einzelne Songs und warum sie so wichtig, bahnbrechend oder anders wie bedeutend sind. Für mich, für Dich, für uns alle.
Ding Dong – That`s my Song
Killjoys - Naive
Diesen Song hatte John Peel seinerzeit in seiner zweistündigen Sendung, welche Samstags des Nächtens zwischen 2.00 und 4.00 Uhr morgens auf BFBS lief, rauf und runter gespielt. Die Single war in Deutschland nicht zu kriegen gewesen; erst viele Jahre später hatte ich sie über einen unabhängigen Versand ordern können.
„The great Punk Band from the Midlands“ - sprich Birmingham - konnte lediglich diese eine Single veröffentlichen. Naive war lediglich die B-Seite, eingesungen von Kevin Rowland, dem späteren Bandleader von Dexys Midnight Runners. Zu erwähnen ist noch die Bassistin Gem, die nach der kurzen Existenz der Killjoys bei Girlschool einstieg.
Naive beginnt mit „OneTwoThreeFour“ ohne Punkt und Komma, gefolgt von einem hammermäßigen Stakkato-Riff, ehe Kevin Rowland einsteigt. Der offensichtlich aggressive Sänger speit den Text förmlich ins Micro und nach knapp 2 Minuten ist dann bereits Schluss. Geil. Wenn ein Song Punk ist, dann dieser. Was immer jemand im Sounds oder Musik Express über diesen Musikstil sagte – hier war es zu hören.
Ding Dong – That`s my Song
Killjoys - Naive
Diesen Song hatte John Peel seinerzeit in seiner zweistündigen Sendung, welche Samstags des Nächtens zwischen 2.00 und 4.00 Uhr morgens auf BFBS lief, rauf und runter gespielt. Die Single war in Deutschland nicht zu kriegen gewesen; erst viele Jahre später hatte ich sie über einen unabhängigen Versand ordern können.
„The great Punk Band from the Midlands“ - sprich Birmingham - konnte lediglich diese eine Single veröffentlichen. Naive war lediglich die B-Seite, eingesungen von Kevin Rowland, dem späteren Bandleader von Dexys Midnight Runners. Zu erwähnen ist noch die Bassistin Gem, die nach der kurzen Existenz der Killjoys bei Girlschool einstieg.
Naive beginnt mit „OneTwoThreeFour“ ohne Punkt und Komma, gefolgt von einem hammermäßigen Stakkato-Riff, ehe Kevin Rowland einsteigt. Der offensichtlich aggressive Sänger speit den Text förmlich ins Micro und nach knapp 2 Minuten ist dann bereits Schluss. Geil. Wenn ein Song Punk ist, dann dieser. Was immer jemand im Sounds oder Musik Express über diesen Musikstil sagte – hier war es zu hören.
„How could this be done
You’re such a smiling sweetheart
and your sweet and pretty face
In such an ugly way
Something so beautiful
that everytime I look inside
I know that she knowsthat I’m not fond of asking
True or false it may be
She’s still out to get me“
Einige Songs der Killjoys wurden am 26. Juni 1977 in den Spaceward Studios, Cambridge aufgenommen, zwei davon schafften es auf die einzige Single der Killjoys. Diese erschien am 15. Juli 1977.
Wie üblich schauen wir uns die dazugehörigen englischen Charts an. „So you win again“ mit Hot Chocolate auf Platz 1 - geht ja noch. Platz 4: „Ma Baker“ mit Boney M (Schau an, der ehemalige DJ aus dem Darkness). „Pretty Vacant“ von den Pistols auf der 7 und „Peaches“ mit den Stranglers auf 9 - geht doch.
Die Killjoys lösten sich auch schon 1978 auf. Es reichte neben der Single noch zu zwei Beiträgen auf Samplern sowie zwei Sessions bei John Peel. Anfang der 90er Jahre erschien dann tatsächlich ein Album mit sämtlichen der aufgenommenen Songs. Viel war es nicht, was die Killjoys hinterlassen hatten.
Rowland hatte sich wohl mit seiner Band komplett zerstritten und wandelte kurze Zeit später mit Dexys Midnight Runners auf gänzlich anderen musikalischen Pfaden. Schön ist hierbei die Legende, dass Rowland nach einem Gig der Killjoys nach Hause kam und seine Freundin mit einem anderen Kerl erwischt haben soll.
You’re such a smiling sweetheart
and your sweet and pretty face
In such an ugly way
Something so beautiful
that everytime I look inside
I know that she knowsthat I’m not fond of asking
True or false it may be
She’s still out to get me“
Einige Songs der Killjoys wurden am 26. Juni 1977 in den Spaceward Studios, Cambridge aufgenommen, zwei davon schafften es auf die einzige Single der Killjoys. Diese erschien am 15. Juli 1977.
Wie üblich schauen wir uns die dazugehörigen englischen Charts an. „So you win again“ mit Hot Chocolate auf Platz 1 - geht ja noch. Platz 4: „Ma Baker“ mit Boney M (Schau an, der ehemalige DJ aus dem Darkness). „Pretty Vacant“ von den Pistols auf der 7 und „Peaches“ mit den Stranglers auf 9 - geht doch.
Die Killjoys lösten sich auch schon 1978 auf. Es reichte neben der Single noch zu zwei Beiträgen auf Samplern sowie zwei Sessions bei John Peel. Anfang der 90er Jahre erschien dann tatsächlich ein Album mit sämtlichen der aufgenommenen Songs. Viel war es nicht, was die Killjoys hinterlassen hatten.
Rowland hatte sich wohl mit seiner Band komplett zerstritten und wandelte kurze Zeit später mit Dexys Midnight Runners auf gänzlich anderen musikalischen Pfaden. Schön ist hierbei die Legende, dass Rowland nach einem Gig der Killjoys nach Hause kam und seine Freundin mit einem anderen Kerl erwischt haben soll.
Gem blieb bei harten Sounds und kam ebenfalls im Musikbusiness - bei Girlschool - unter. Es ist schon erstaunlich, dass es in den Jahren 1977 und 1978 dermaßen viele Bands gab, für die es nur zu einer Single oder einem Samplerbeitrag reichte. Diese Vielfältigkeit war dann in den ach so goldenen 80ern nicht mehr vorhanden gewesen.
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