Mittwoch, 10. April 2013

Hartmudo: Berlin

8. April. Endlich ist es soweit. Am Abend spielt Eintracht bei Hertha und ich bin dabei. Urmel hat mir die Karte zum Geburtstag geschenkt – die Retourkutsche zum Hinspiel stand an. Da die Bahn grade wieder Angebotswochen feierte, habe ich für die beiden Fahrten 46 Euronen bezahlt. 19 Euro plus 4 Euro Platzreservierung im ICE – mit dem Auto wäre es teurer gewesen.
noch guter Stimmung vor dem Spiel
Die Tour startete schon morgens um 7.23 Uhr. Zugbindung; Und bei dem Preis …. da kann ich vorher ja noch Leute besuchen. 
Kaffee am Bahnhof, dann schön im überfüllten Triebwagen nach Wolfsburg. Lesen im Sitzen konnte ich trotzdem noch, aber grad so. Und dann in WOB schnell das Gleis wechseln. Ab in den ICE. Die Waggons sind in umgekehrter Reihenfolge – aha. Also durch den gan-zen Zug.
Am Fenstersitzplatz im leeren ICE ging es dann nonstop nach Berlin. Schön ruhig zum Lesi Lesi. Über 10000 Fans waren es letztendlich, die Eintracht zu diesem Auswärtsspiel am MONTAGABEND nach Berlin begleitet haben. Soviel Fans fahrten bei den Wolfsburgern nie mit – außer mal zum Pokalfinale damals.
Die erste Station in Berlin sollten Maddn und Anke sein. Beim Hinspiel hatte ich Maddn verpaßt. Er erreichte mich letztes Jahr, am Bierstand inner Südkurve stehend, aufm Handy. Aber ich war zu perplex und suchte da gerade Luigi, den wir vor dem Eingang treffen wollten. Und dann ging alles so schnell. Auch dieses Mal soltte ich Maddn verpassen. Er fuhr abends wohl direkt nach der Arbeit ins Stadion.So sollte es also der Besuch zuhause bei Anke und den 3 Söhnen sein. Für alle hatte ich etwas mitgebracht. Für Tick und Trick hatte ich jeweils ein Star Wars Legespiel. Track erhielt einen wunderschönen Betonmischer aus Plastik für die Sandkiste. Natürlich wurde ich sofort in Beschlag genommen. Beide Star Wars Spiele haben wir dann gespielt. Und ich kann sagen: Empfehlenswert. Macht Spaß und kann man öfters spielen.
an historischer Stätte
Die Kommunikation mit Anke war demzufolge nur eingeschränkt möglich. So um halb drei – ich mußte los – fuhr sie mich dann sogar zu Urmel rüber. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für diese Aktion.
Bei Urmel gab es dann auch gleich Schultheiss. Bei Anke hatte ich zuvor schon nen Pilsener Urquell, aber Schultheiss liegt ungefähr bei Hasseröder und ist damit ok. Isy und Ilka waren auch noch da. Isy steht mitten im MSU. MSU, häh? Mittlerer Schulabschluß am Gymnasium. Für die Älteren unter Euch: Realschulabschluß. Alter Wein in neuen Schläuchen …
Die Mädels waren dann weg, so das wir noch ein oder zwei Schultheiss nehmen konnten. Dann mußten wir aber los, denn so ab sechs, halb sieben wollten wir uns u.a. mit Hasi treffen. Urmel und seine Mitstreiter treffen sich immer vorm Haupteingang an so einem Baustellenzaun. Alle hatten Bierpullen in ihren Rucksäcken mit. Hasi trank sogar Berliner Kindl! Brrrr!
Hinter einem Bus an nem Baum vor der Bullenschleuder war das Pinkeleckchen, das ich auch ein paar Mal aufsuchen mußte. Erfreulich fand ich an diesem Platz (nicht dem Pinkelplatz), das die vorbeiströmenden Massen an Hertha- und Eintrachtfans untereinander friedlich blieben. Alle waren gut drauf und freuten sich auf das Spiel. Was für eine Wohltat im Vergleich zu den 80ern.
Anpfiff
Die Berliner Löwen, einem Eintrachtfanclub aus Berlin, der aus ehemaligen Wolfenbüttlern besteht, traf Urmel dann doch nicht. Das Treffen sollte schließlich nach dem Spiel hintern Gästeblock stattfinden. Um es vorwegzunehmen: Es fiel aus. Die Mannschaft wie auch alle Einträchtler waren schon weg, als Urmel und ich nach dem Spiel dort aufkreuzten.
Ja, das Spiel. Ärgerlich war es. Aber Hertha hat verdient gewonnen. Eintracht war nicht gut und chancenlos. Allerdings fand ich es nicht so eindeutig, wie es die obligatorischen Eintrachthasser hinstellten.
Ein richtiger Topmann im Tor wäre schon wünschenswert nächste Saison, aber er sollte dann auch wirklich gut sein, sonst bringt das nichts. Offensives Mittelfeld und Alternativen im Sturm sind ebenso notwendig, um einzelne Schwächen in der Abwehr, die übrigens jedes Team hat, auch Bayern, kompensieren zu können.
Da braucht man jetzt auch nicht schon gleich wieder schwarz malen. Kopf hoch und weiter geht’s. Die Bratwurst sah Scheiße aus, schmeckte dafür allerdings ganz gut. Es gab drinnen nur Leichtbier! Hilfe!
Hasi und die Anderen verkrümelten sich schon vor dem Schlußpfiff, auf das Urmel und ich uns nach dem Spiel alleine durch den vollen U Bahnhof drängelten. In der Küche nuckelte ich noch an einem Schultheiss. Urmel hatte zwar noch mehr Durst, aber trotz Ramones im Hintergrund fielen uns gegen 2 die Augen zu.
lag neben meinem Bett - die Retourkutsche!
Am nächsten Morgen fühlte ich mich frisch und ausgeschlafen; Zeit fürs Frühstück. 2 Kaffee dazu und nette Plaudereien mit Ilka und Urmel beendeten mein Programm in Berlin. Die Rückfahrt nach BS gestaltete sich ereignisarm, was durchaus angenehm war. Wieder Zeit für Lesi Lesi.
Solche Kurztrips möchte ich gern öfters machen, am liebsten mit meiner Löwin zusammen. Diesmal wollte sie keine Urlaubstage opfern; Hinzu kam die momentane Badrenovierung durch Harald. Bald hat Edith Geburtstag. Aachen, das ist nochmal ein Ziel.
Aber auf alle Fälle Eintracht. Die steigen auf und werden nicht so schlimm abbleiern wie Fürth. Und wenn doch, ist es auch egal. Wir müssen immer nur dran denken, wo wir herkommen: Aus der dritten Liga. Mit Ach und Krach durch Glück dafür gerade so qualifiziert. Merkt Euch das, Ihr Kritiker und Zauderer.

Samstag, 6. April 2013

Contramann: kurz gesehen im April

Los geht es mal mit nem Artikel aus Jakob Augsteins Freitag. Die Krise der Blogger fasst sehr gut zusammen, was auch meiner Meinung nach im Netz zur Zeit schief läuft. Alle posten auf Facebook, weil ohne Facebook bist Du ja wohl ein Niemand.
Hier kann man unliebsame Meinungen bzw. User ausschließen und sammelt massig Freunde ein.
Beim Blog bist Du mit dedr Kommentarfunktion – und ohne ist Scheiße, Leute – auch schon mal Kritik ausgesetzt.
Und überhaupt. Facebook, nein Danke. Aber ihr könnt bei hartmudo ruhig mal Kommentare lassen. Googlekonto sollte aber schon sein. Und jaaaa, Google ist auch sch …

Aaah, Stuttgart 21. Ein wunderschönes Beispiel für den momentanen Zustand unserer Demokratie. Da raffen sich schon mal die Bürger in Baden-Würtemberg (!) bzw. Stuttgart zum Protest auf. Gegen das Lieblingsprojekt der ewig regierenden CDU. Wählen den allerersten grünen Ministerpräsidenten, weil sie diesen Bahnhof eben nicht wollen.
Und jetzt wollen viele nicht mehr grün wählen, weil die grüne Regierung sich meilenweit von der Basis entfernt hat und sich von dem Juniorpartner SPD am Ring durch die Nase übern Bahnhof schleifen läßt.
Liebe Leute im Ländle: Ich weiß auch nicht, ob die Linke wirklich alles oder wenigstens nur die Hälfte umsetzt, wenn sie ALLEIN regieren könnte. Aber eins ist mir klar: Eben weil sie, auch von den Grünen, so stark in die extremistische Ecke gestellt werden, muß man sie wählen. Angst haben sie, die Etablierten. Das ist alles.

Und schon sind wir im Thema. Dank dieses „Kommentars“ der Welt vom 24.2.2013. Wieder mal wird der „Stasi-Gysi“ an die Wand gestellt. Ca ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl schüttet die Springerpresse wieder die Giftkübel aus.
Ein Verfahren gegen Gysi wegen mutmaßlicher Stasitätigkeit wird angestrengt und der Bundestag hebt Gysis Immunität auf. Ein normaler Vorgang übrigens, da ansonsten ja nicht ermittelt werden kann. Aber für die Welt ist allein schon die Aufhebung der Immunität ein Schuldbeweis.
Der Staatsanwalt ermittelt jetzt schon seit 2 Monaten wegen einer angeblich falschen eidesstattlichen Versicherung von Gysi. Und seit 2 Monaten sind keine Ergebnisse da, keine weiteren Spekulationen …
Aber erstmal ein Gerücht streuen. Goebbels hätte es auch nicht besser gekonnt.

Schalten wir mal zurück nach Stuttgart. Jetzt will die Bahn Stuttgart 21 trotz explodierender Kosten weiterbauen, weil ein Stop des Projekts zu teuer wäre. Baden-Würtemberg und Stuttgart wollen sich an den Mehrkosten von 2 Milliarden nicht beteiligen.
Was solls denn auch. Dann erhöht die Bahn halt einfach die Fahrpreise. Außerdem besteht die Chance, das bei einem Weiterbau Tatsachen geschaffen werden, die bei weiteren Kostenexplosionen die öffentliche Hand wieder reinziehen als Zahlemann und Söhne. Weil ansonsten die Bahn pleite geht.
So geht Bahn heute. So muß Technik.

Zu Jan Fleischhauers Kommentar zu den Studiengebühren fallen mir nur Worte ein, die ich hier nicht hinschreiben möchte.
Seine These, das es ungerecht sei, ein Studium rein durch Steuergelder finanzieren zu lassen – also der Lidl Verkäuferin – statt einer teilweisen Beteiligung mittels Studiengebühr paßt halt nur für diejenigen, die aufgrund ihrer Eltern bzw. deren Einkommen 750 € pro Semester (Niedersachsen, Fleischhauer – nicht 500!) erübrigen können. Wer sich das Studium nicht leisten kann, könne ja ein Darlehen aufnehmen …. so Fleischhauer.
Arschloch. Um dann hinterher zum Berufsbeginn mit ner fünfstelligen Schuldensumme dazustewhen? Und die Studiengebühr, Fleischhauer, wird eben nicht vom Bafög vorfinanziert. Das bedeutet Nebenjob und damit einen erheblichen Nachteil gegenüber dem „reichen“ Mitstudenten.
Warum dürfen solche Leute überhaupt im Spiegel schreiben? So einer gehört mehr zum Focus.

Zum Schluß noch, weil es auch hartmudo betreffen könnte – wenn dieser“gigantische“ Abschluß auch für die Beamten übernommen wird. 5,6 über 2 Jahre (!) sind roundabout 2,8 pro Jahr und damit knapp über der Inflationsrate.
So kurbelt man die Binnenkonjunktur an. Die Qualität des öffentlichen Dienstes verbessert es auch nicht. Lehrer, Polizisten, Feuerwehrleute.... und ja, auch der Sachbearbeiter im Amt. Wenn Du ihn mal wirklich brauchst, Du Kritiker des öffentlichen Dienstes, wünsche ich Dir den faulen Sack, den Du immer unterstellst.
Wenn Dein Haus brennt, wenn Dein Kind in der Schule auf der Kippe steht oder wenn 5 Glatzköpfe meinen, Dir die Welt erklären zu müssen.

Montag, 1. April 2013

Hartmudo: Frühlingsanfang

28. März, abends. Wir sind grade von Robertas Geburtstag zurückgekommen. Es war witzig, meine Löwin und ich hatten Spaß, waren aber müde und froh, nach Hause zu komen. Bereits im Auto machte ich mein Smartphone an. Anfang 2. Halbzeit Eintracht gegen Dresden. 1:1 war der Pausenstand und auf 90elf lief di9e Livereportage. Eintracht drängte und Domi machte den Siegtreffer in der 53.
Bis zum Schluß hörten wir die Reportage – vom Auto bis ins Bett. Ein knapper Sieg, aber es sieht immer besser aus. Und in 10 Tagen das Spitzenspiel in Berlin! Urmel hat die Karten besorgt. Schade nur, das meine Löwin nicht mitkommt.
Aber da sind wir nun Ostern angelangt. Bei Roberta heute abend startete dasa Osterwochenende gemütlich. Leider war ich schon seit halb fünf wach und entsprechend müde. Aber ich muß auch nicht immer der Letzte auf der Party sein. Im letzten jahr waren meine Löwin und ich auch die Letzten bei Roberta. Und nächstes Jahr ….
...ist nächstes Jahr. Karfreitag jedenfalls hat Patti Geburtstag. Vielleicht schafft meine Löwin es morgens, für Patti noch nen Kuchen in der Osterhasi-Backform zu kreieren. Auf alle Fälle schaffen wir den Kartoffelsalat. DEN Kartoffelsalat.
1. April, nachmittags. Der Osterhasen Kuchen klappte im zweiten Anlauf. Wir waren auch pünktlich mittags beiPatti. Dort erwarteten uns einige Überraschungen. Pockes Eltern traf ich mal wieder; 25 Jahre hatte ich sie nicht gesehen. Pockes Mutter war mal meine Mathelehrerin, aber immer noch fit. Und ganz groß war meine Überraschung, als Pan mit UMD im Schlepptau auftauchte. Ich hatte beide sofort zu meinem Geburtstag am 30. eingeladen – leider mußte UMD absagen. Aber Pan freute sich, Jürgen bei mir wiederzutrffen. Wollte dieser doch mit Edith bei mir vorbeischauen.
Lisa 1 und Luigi waren die ersten, die abhauten. Quasi in dem Moment, als Pocke den Ouzo aufmachte. Hier galt es, mich unsichtbar zu machen. Ein Profi weiß, wann er nicht am Ball sein darf.
Meine Löwin und ich hauten kurze Zeit später ab, weil wir noch meinen Geburtstag am Samstag vorbereiten mußten. So hatte ich dann lediglich einige Biere intus, als wir das Putengeschnetzelte vorkochten. Bierkisten raufschleppen … oh weia. Abends haben wir uns noch Ted angeschaut, das wars.
Samstag tagsüber noch Reste einkaufen, Reis kochen und und und. Ach ja: 20% bei Praktiker. Also Türen für 3 Zimmer kaufen. Im April wird ja unser Bad gemacht. Ilka und Urmel brachten mittags ihre Taschen rein. Beide wollten bei uns pennen – haben sie dann auch. Aber vorher brachen sie nochmal auf, um in der Asse zu wandern. Ohne Pocke und Patti. Die waren nämlich mit Pan und wohl auch UMD bis morgens halb sechs am tagen. Ich sach doch, der Ouzo ….
Ab 5 waren sie dann wieder da zum Nachmittagstee. Draußen schneite es schon wieder, und drinnen ploppte das Wolters auf.
Der große Wagen
Während der Sportschau kamen so nach und nach die Gäste reinmarschiert. Das 9:2 der Bayern habe ich gar nicht mehr mitgekriegt, da ich Reis nachkochen mußte . Und hallo und herzlichenglückwunsch zumgeburtstag waswillstentrinken und so fort. Irgendwann später hat mir irgendjemand etwas erzählt, auf das ich mir nen Obstler genehmigen mußte. Berthold sah dies und meinte nur: „Machste mir auch einen?“
Und schon gings los. Selbst Pocke griff nochmal an, der Sanddornlikör hatte es ihm angetan. Danny, Caro und Phil waren da sogar noch da. Ihre Anwesenheit freute mich besonders, haben sie doch sonst mit der ganzen Bande nichts zu tun. Pan entdeckte auch noch den einen oder anderen leckeren Stolpermann. Edith und Jürgen hatten bereits am Vortag absagen müssen. Ebenso Ulli, aber alle kommen eh nie zusammen. Die Kiddies waren ansonsten mit Nintendo beschäftigt.
Gegen Ende, so nach 3 Uhr, war außer der BiRe Crew und unseren Mädels einzig Pan übriggeblieben. Meine Löwin und ich saßen dann mit Urmel und Ilka auf einen Gutenachttrunk, dann war auch diese Feier zuende.
Meine Löwin und ich räumten noch auf. Als ich auf die Uhr schaute, war es 7 Uhr morgens – alte Zeit. Denn in dieser Nacht wurde auf Sommerzeit vorgestellt.
Wolters im New Yorker Supermarkt
Ostersonntag konnte ich beim Frühstück mit Ach und Krach ein Brötchen lutschen. Nachmittags schauten wir noch nen TV-Film nach Uta Danella. Wenn Träume fliegen. Eine richtige Schmonzette, aber ich war so fertig, das nichts anderes mehr ging.
Heute morgen dann Skyfall, einer der besseren Bonds. Auch cwenn M am Ende sterben muß.
Ostern war somit von 3 Geburtstagsfeiern geprägt, anders als in den Jahren zuvor. Schön, das viele Leute sich (wieder)getroffen haben und alle ihren Spaß hatten. Aber jetzt brauchen meine Löwin und ich erstmal etwas Ruhe.
Aber nächsten Montag geht’s weiter. Im Berliner Olympiastadion zum Topspiel der zwoten Liga. Hertha gegen Eintracht. Und ich bin dabei. Schade, das meine Löwin nicht wollte.
Aber bis dahin … kein Pils. Zumindest nicht in der nächsten halben Stunde ...

Montag, 25. März 2013

Udorallala: Andy Shernoff

Jetzt isses soweit. Ich hab Geburtstag, einen Wunsch und hier isser: Andy Shernoff.
Letzte Woche saß ich vorm Rechner und stolperte über dies Video. Bitte schau es Dir von Anfang an … an. Knick Knack, vastehste? Passt genau zu meinem Geburtstag. Und natürlich um Längen besser als Kapelle Petra.
Hinterher kam Hotte noch vorbei auf ein, zwei Bierchen. Da wußte ich, das dies irgendwie mit meinem 50 + X Geburtstag konform geht. Und zum Schluß sitzt er im Sessel und packt seine Gitarre wieder ein. So isses halt.
Andy Shernoff war und ist Bassist bei einer der geilsten Bands ever – den Dictators. Ich hatte hier schon mal verlinkt auf ein Dictators Video aus Bilbao. „California Sun“ war der Titel. Es war wohl ne Zugabe und Shernoff geht mit dem Drummer als Erster raus. Wie er da so steht und einfach den Basslauf ertönen lässt. Geil. Könnt ich stundenlang zuhören.
Punktgenau und sauber das Bassspiel. Und in diesem Video etwas poppiger, obwohl der Text und das Video etwas anderes suggeriert. Sei es drum.
Andy, so ist es recht. Sprech bitte nochmal mit Handsome Dick, Scott Kempner und Ross „the Boss“. Eine neue Dictators CD ist überfällig.

Sonntag, 24. März 2013

Udorallala: `Burtstag

Gleich isses soweit: Ich habe mal wieder Geburtstag.
Und da habe ich - schon vor M o n a t e n – auf ZDF Neo Joko und Klaas gesehen. Eine miese Show. Und dann kamen aus dieser Studiotür diese Leute raus und machten Lärm.
Kapelle Petra heißt die Combo und kommt aus Hamm. Dies Jahr kommt ihre 5. CD raus. 
Lediglich „Stadtranderholung“ erschien auf einem Label. Rough Trade immerhin, eine gute Adresse. Bei den anderen steht in Wikipedia „ohne Label, ohne Vertrieb“. Das meint wohl Eigenvertrieb.
Das Ganze erinnert irgendwie an Foyer des Arts oder auch „Der Plan“. Die Typen kommen ansonsten eher bieder rüber. Krawatte und Hütchen – schräg. So richtige Nerds; Oder auch Otto Normalverbraucher nach Escorial Grün.
Hört es euch selber mal an. Ich finde es zwiespältig. Ist das nun gut oder doch einfach nur ganz großer Mist a la Helge Schneider?
Mittlerweile sind so viele Leute im Musikbusiness unterwegs, da verliert man glatt den Überblick.

Dienstag, 19. März 2013

Uncle Fester: grad gelesen März 2013

Star Trek Vanguard: Das jüngste Gericht (7)
2270. 2 Jahre nach den dramatischen Ereignissen in Band 5. Pennington besucht Reyes in seinem Exil auf Caldos II – Im Prolog und Epilog kreist die Whiskeypulle. Dazwischen erzählt Reyes, was 2 Jahre vorher passierte und zu seinem Exil führte.
Also zurück zu 2268. T`Prynn schafft es, Reyes für Spionagetätigkeiten auf der Omari-Ekon zu engagieren. Dieses Spielcasinoschiff von Ganz dockt fest an Vanguard an; Reyes darf das Schiff nicht verlassen bzw. Vanguard nicht betreten.
Reyes soll den Fundort des Artefakts herausfinden, in dem die Wanderin gefangen ist und mit dem sich Ganz den erneuten Aufenthalt an Vanguard erkauft hat. Ganz, der in Wirklichkeit nur ein Strohmann für seine Chefin und Geliebte Neera ist, wird am Ende von Reyes getötet.
Ebenfalls nicht mehr dabei in diesem Band: Rana Desai hat sich in der 3. Kurzgeschichte von „Enthüllungen“ entschieden, nicht auf Reyes zu warten und zur Erde zurückzukehren. Bridy Mac wiederum stirbt in der 4. Geschichte des letzten Bandes. Und das macht Quinn zu schaffen: Er ist wieder am Saufen, aber so richtig. Damit fällt er aktionsmäßig aus.
Botschafter Jetanien betreut mit seinen Kollegen D`tran (Romulaner) und Lugok (Klingone) abseits auf Nimbus III eine Kolonie der verschiedensten Völker. Das Projekt droht zu scheitern, da sich Romulaner, Klingonen und Menschen einfach nicht vertragen wollen.
Die letzten beiden Erzählstränge haben mit der Rahmenhandlung eigentlich nichts zu tun, sind aber trotzdem spannend erzählt.
Ming Xiong wiederum schafft es beim Experimentieren mit dem Artefakt, ein Schiff der Förderation zu verlieren. Die Wanderin kann ebenfalls entkommen. Dr. Marcus fängt daraufhin an, das Handeln von Xiong kritisch zu hinterfragen.
Reyes wird schließlich für seinen erfolgreichen Spionageeinsatz nicht rehabilitiert, darf aber ins Exil nach Caldos II. Still und leise natürlich, auch Rana Desai wird nicht informiert. Geht da noch was im letzten Band?

Star Trek Vanguard: Sturm auf den Himmel (8)
Auf Caldos II wird 2070 immer noch Whiskey gesoffen. Jetzt ist es an Pennington, den Rest der Geschichte zu erzählen. Das große Finale! Was macht Quinn?
Dank einer Gedankenverschmelzung durch T`Prynn kann Quinn sein Selbstmitleid wg. Bridy Mac überwinden. Schließlich hat T`Prynn mit Anna …...... ähnliches erlebt. Sie verschafft dem gefestigten Säufer eine neue Identität auf einem fernen Kolonialplaneten. Er verabschiedet sich noch kurz von Pennington, dann ist er weg. Pennington wird ihn später suchen, aber erst später realisieren, das er weg ist.
T`Prynn lernt dank Spock das Klavierspielen, welches ihr früher viel bedeutet hat, wieder. Doc Fisher mustert ab und wartet auf seinen Heimflug zum Mars. Jetanien und Lugok bleiben auf Nimbus III und versuchen die Kolonie am Laufen zu halten.
Mit der eigentlichen Story hat dies schon nichts mehr zu tun, gehört aber dazu und läßt die Möglichkeit offen, diese Charaktere zukünftig in anderen Zyklen verwenden zu können.
Die von Reyes erbeuteten Koordinaten aus dem 7. Band führt die Sagittarius nach Eremar. Es stellt sich heraus, das dies ein Pulsar ist, um den die Trümmer einer Dyson-Sphäre schweben. Auf der Hinterseite eines der Trümmer, geschützt vor der harten Strahlung des Pulsars, sind tausende Artefakte zu bergen.
Dies ruft einen Kampfverband der Tholianer auf den Plan, die die Macht der Shedai fürchten und um jeden Preis alles vernichten wollen, was damit in Zusammenhang steht. Nur dank der Endeavour kann die Sagittarius entkommen. Stark unter Beschuß stehend, schaffen es beide Schiffe lediglich dank der Hilfe durch die Enterprise zurück zur Station.
Ming Xiong und Dr. Marcus, die Mutter von Kirks Sohn, gelingt es, einen Angriff der Shedai zur Gefangennahme sämtlicher Shedai in den Artefakten von Eremar zu nutzen. Das Oberkommando der Sternenflotte möchte dies nutzen, um die allumfassende Macht der Shedai um jeden Preis zu erforschen. Gilt es doch, die ultimentale Waffe zu finden.
Dr. Marcus und das Zivilpersonal der „Gruft“ verweigern die Mitarbeit aus ethischen Gründen und müssen die Station verlassen. Das Unglück nimmt seinen Lauf.
Eine riesige Armada der Tholianer bewegt sich auf Vanguard zu, um alles zu zerstören. „Keine Gnade“ lautet die Parole der Tholianer. In epischer Breite wird im Showdown der Todeskampf von Vanguard geschildert. Fisher, der sich als Arzt im Schlachtgetümmel nochmal zur Verfügung stellt, stirbt ebenso wie Ming Xiong, der wenigstens noch die gefangenen Shedai vernichten kann.
Die wenigen Überlebenden auf den Schiffen werden dank der Enterprise aus der Gefahrenzone geführt. Inklusive Pennington. Auch T`Prynn überlebt wohl – dies wird aber lediglich kurz erwähnt. Wie gesagt: Neue Zyklen wären möglich. Und Quinn?
„Entweder hatte er eine Schlägerei angezettelt, die Rechnung nicht bezahlt oder auf die Bar uriniert. Irgendetwas war immer.“
Soweit ein Zitat über Quinn – typisch für den ganzen Zyklus. Ein Schuß „Bruce Willis“ vom 5. Element tat dem Zyklus gut. Der ganze Zyklus schreit nach einer Verfilmung. Serie nicht ausgeschlossen.
Die vielen Nebencharaktere bieten dermaßen viele Handlungsstränge, das es eine Pracht ist. Leider fasern diese Stränge dann stellenweise etwas kraftlos aus; z. B. Jetanien versauert auf Nimbus III, ohne das dort irgendetwas Wesentliches passiert.
Quinn und Bridy Mac – da liegt Potential für eine ganze Serie. 8 und mehr Staffeln – Spionage im 23. Jahrhundert, SciFi Channel bitte zuschlagen!
Ich bin trotzdem begeistert und könnte noch ein paar Bände mehr vertragen.
Ganz zum Schluß werden dann die Taschentücher ausgepackt: 2070. Pennington rudert mit Reyes über nen See, wo Rana Desai wartet.
Soweit die allerletzte Seite. Jetzt erstmal nen Schmalzbrot.

               

David S. Goyer und Michael Cassutt: Himmels Schatten
Die Drehbuchautoren (u.a. Batman: The Dark Knight oder Outdoor Limits) mit ihrem ersten SciFi Roman. Dieser spielt in der näheren Zukunft; Anfangs ziemlich zäh – da mußte ich mich erst durchquälen. Worum geht es eigentlich hier?
Die Venture/Destiny der NASA und die Brahma (Indischrussischbrasilianischeuropäischabernichtchinesischwarumeigentlichnicht?) fliegen zu einem Asteroiden, der sich der Erde immer mehr annähern. Wer wird zuerst dort landen? Keanu, so wird der Asteroid schließlich genannt, schwenkt in den erdnahen Orbit ein.
Zack Steward, Kommandant der Venture und Protagonist des Romans, erkennt, das Keanu kein Asteroid ist, sondern ein Raumschiff einer außerirdischen Zivilisation. Die insgesamt 8 Astronauten beider Schiffe arbeiten trotz aller Differenzen zusammen bei der Erforschung von Keanu.
Die Story nimmt Fahrt auf, als Megan, Zacks` bei einem Autounfall 2 Jahre vorher verstorbene Frau, von den Aliens „wiedererweckt“ wird, um mit den Menschen in Kontakt treten zu können.
Als der CIA durchdreht und einer Astronautin befiehlt, eine von ihr heimlich mitgeführte Atombombe zu zünden, eskaliert dier Situation.
Aus Angst vor den Aliens führt der CIA eine Katastrophe herbei. Während man in Houston verzweifelt versucht, die überlebenden Astronauten zu retten, schießen die Aliens Plasmaladungen auf die Kontrollcenter der Raumschiffe in Houston und in Indien.
Wird Zack seine Megan retten aus den Fängen der Aliens retten können? Es gibt wohl noch Fortsetzungen.
In dem Moment, als sich der CIA einschaltete, war ich vom Buch gefesselt. Die Astronauten rutschen zwangsläufig in eine ausweglose Situation. Hier zeigt sich, das unter Stress sämtliches Training die Urängste von Menschen nicht unterdrücken kann. Auch im Kontrollzentrum leisten Menschen Außerordentliches, von denen man dies vorher nicht erwarten konnte.
Die Spannung, die Frage: Wer sind diese Aliens und was wollen sie von uns – bleibt im Verlauf des Romans unbeantwortet. Kleine, eingestreute Hinweise liefern Andeutungen, mehr aber nicht.
Im zweiten oder dritten Band werden wir es erfahren.

Bundesligachronik 1966/67
Braunschweigs Abwehrkünstler ist dieser Band von Bundesligachroniken untertitelt. Ich sage nur:
„Sha la la la lall lall la la la“
Alle Spieltage nacheinander, Spielberichte zu jedem Spiel. Portraits aller Mannschaften. Noten von 1-6 für alle Spieler. Europapokal, Länderspiele. Herz, was willst Du mehr.
Von den Machern der fussballdaten.de Redaktion. Erschienen im AGON Sportverlag.
Gut, schlecht, empfehlenswert – alles unwichtig bei so einem Buch. Gehört ins Regal eines jeden Eintrachtfans.
Die Saison 1976/77 werde ich mir wohl noch dazu ins Regal stellen.
Geilomat!

Donnerstag, 14. März 2013

Hartmudo: Zittern

Mittwoch, 6.3.: Vor 2 Tagen habe ich mit Ulli wieder die Gerste im Puttchen freigelassen. Eintrachts 0:1 in Duisburg war unglücklich, aber nicht unverdient. Der Dussel an der Theke hinten, der sich nen Ast ob der Niederlage freute, war gottlob schnell verschwunden. Touristen, die sich am Elend bzw. der Traurigkeit Anderer weiden, ham wa genug hier. Diese Typen, die immer mit dem „Gewinner“ schwimmen müssen. Eklig – ab nach Wolfsburg.
Vorhin las ich dann den Bericht im Kicker über das Spiel. Naja. Ich weiß nicht, welches Spiel der Redakteur da gesehen hat. 6 gelbe Karten gegen Duisburg, 1 gegen Eintracht sagt schon so Einiges. Und das Eintracht das Spiel bis zum Tor voll kontrolliert hatte, aber Pech/Unvermögen bei den 2 Chancen, geht da etwas unter. Duisburg mit seinem Hauruckfußball hatte dann das Schwein mit dem Fernschuß. Ein Glückstor, da Davarti zu weit vorm Tor stand, sonst wäre gar nichts passiert.
Überhaupt hatte Duisburg bis dahin gar nichts zu bieten und hätte wohl auch nach 3 Stunden keinen gefährlichen Schuß aufs Tor gebracht. Aber so ist Fußball nun mal.
Nach dem Tor war Eintracht dann harmlos. Duisburg hatte es leicht. Da kann der Trainer noch was optimieren für die nächsten Spiele.
Die Schwächen gilt es jetzt zu beheben – gegen Lautern nächsten Montag werden wir ja sehen.
Und dann dies noch in der Braunschweiger Zeitung:
Man achte auf die Kommentare! Viele Wolfsburger und Hannoveraner unterwegs mit obskursten Statements. Birtte durchlesen, da lacht die Koralle!
Montag, 11.3. 23.38 Uhr: Jawohl – zwar nur 1:1, aber das Team ist zurück. Oder auch voll da. Jetzt gegen Lautern wurde noch Reichel verletzt nach 10 Minuten. Theuerkauf mußte hinten ran. Nach dem verdienten 0:1 kämpften sie sich wieder ran und holten noch den Punkt. Es sah ganz nach Heimniederlage aus, aber geschafft.
Anpfiff !
 Ich war mit Harald da. Mein Neffe freute sich auf das Spiel, hatte aber keine Karte. Beate verzichtete zu seinen Gunsten. Und möglich wurde das Ganze nur durch Ulli, der seine Karten n icht nutzen konnte.
Und jetzt seid still, Ihr Wolfsburger. Ihr habt doch nur Angst, nach Braunschweig nächste Saison zum Auswärtsspiel zu fahren, weil der Nahverkehrszug nach Braunschweig für Eure 144 Auswärtsfans zu klein ist.
Harald und ich gaben wie Eintracht kämpferisch alles. So ein Bier ist ja auch immer schnell alle. Noch nen Flaschbier in der Rheingoldstraße und Harald erreichte seine Mitfahrgelegenheit nach Hause. Die Bierpulle nuckelte ich in der Straßenbahn weg.
Jetzt sitz ich hier und freu mich über das Unentschieden. Die Erleichterung nach dem nicht mehr erwarteten Ausgleich war förmlich im Stadion zu spüren. Jetzt aber ins Bett.
Dienstag, 12.3.: Reichel fällt für den Rest der Saison aus. Kruppke wahrscheinlich auch. Viele andere Spieler sind angeschlagen ins Spiel gegangen. Theuerkauf mit Mittelhandbruch! Und Damir Vrancic machte eins seiner besten Spiele. Obwohl er nur noch seltenst zum Zuge kam und nächste Saison wohl nicht mehr dabei ist, hing er sich rein.
Unter all diesen ungünstigen Voraussetzungen ist der Punkt fast schon als Sieg zu werten. Das nicht gegebene Abseitstor und den Freistoß von Dogan hatten Harald und ich gar nicht mal mitgekriegt, weil wir pinkeln und Bier holen waren. Kumbela ließ auch noch 2 Hochkaräter liegen.
rechts oben die Gäste
Ich erwähne dies, weil heute im Forum ber Braunschweiger Online wieder einige Wolfsburger schrieben. Jetzt sagen sie Eintracht einen sang- und klanglosen Abstieg aus der 1. Liga nächste Saison voraus. Mannomann.
Das werden ja schöne Duelle nächstes Jahr. Aber selbst wenn die Radkappen Recht behalten sollten: Egal. Lieber chancenlos Absteigen als mit viel Kohle und irgendwelchen „Stars“ die Klasse halten.
Und trotzdem immer dran denken – das gilt für alle: Wob ist Ende der 90er auch mit ner „billigen“ Truppe aufgestiegen und hat die Klasse gehalten. Das Geld kam erst 4-5 Jahre später. Und die VW Bank ist jetzt schon bei Eintracht dabei.
Wolln mer doch mal sehen, wer im Volkswagen Konzern die fetten Gewinne einfährt. Die Autofabrik oder die Bank? Seh`ter?
Aber egal jetzt. Abwarten, Aufsteigen und dann mal gucken.

Montag, 11. März 2013

Contramann: Amazon 2/2

Es läuft doch alles auf die Frage hinaus, ob der Internethandel a la Amazon die lokalen Geschäfte und damit die Arbeitsplätze kaputtmacht. Oder können beide nebeneinander existieren?
Die Nachdenkseiten, die ich sehr schätze, empfehlen, bei Buchkäufen den lokalen Buchhandel zu nutzen und nicht übers Internet zu bestellen. Das ist löblich und hilft sicherlich, diese Arbeitsplätze zu schützen. Abher ist das wirklich so?
Zu Zeiten, als ich noch kein Internet hatte, bin ich einmal pro Monat nach der Arbeit zu Fuß in die Stadt gelatscht, um bei Pfannkuch oder Graff in den Neuheiten zu stöbern. Unbelästigt vom hochqualifizierten Fachpersonal habe ich in den Neuerscheinungen gestöbert. Ein bißchen Rumblättern und mal ne halbe Seite anlesen war o.k.. Wenn ich ein wenig länger in einem Buch stöberte, hatte ich die Aufmerksamkeit des Fachpersonals. Im Extremfall, z. B. Nach der Lektüre mehrerer Seiten, kam das Personal auf mich zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ lautete dann die Frage. Das kam schon mal vor, aber natürlich selten.
Häufig habe ich damals Bücher gekauft, um überhaupt etwas zu kaufen. Damit ich nicht „nackt“ nach Hause mußte. Hinterher – wenn ich zu Hause war – kam häufig Frust auf, weil ich mal wieder völlig erfolglos im Buchladen gestöbert hatte.
Mit dem Internet hatte ich auch schnell Amazon entdeckt. Abgesehen von der bequemen Bestellweise – portofrei ab 20,-€! - kam ich sofort klar. Kommentare und Kundenrezessionen halfen mir bei der Auswahl der Bücher. Dies sehe ich heuer zwar nicht mehr so euphorisch und auch kritisch, aber ich lese die Kommentare der User immer noch. Es beeinflusst mich nach wie vor. Nur Objektivität …. die erwarte ich dort nicht.
Wenn über den Fachhandel gesprochen wird, denkt man an qualifizierte Verkäufer, die aufgrund ihres Fachwissens Artikel empfehlen können oder auch Hilfen bei der Wahl eines Artikels geben können. Leider habe ich aber die Erfahrung gemacht, das die Verkäuferin bei Graff einfach nur stumpf in ihren PC schaut. Dort sieht sie, ob das Buch vorrätig ist oder aber bestellt werden muß.
Dann kann ich vielleicht am nächsten Tag abholen. Ich habe allerdings auch schon gehört, das es dann lapidar hieß: „Das Buch wurde nicht mitgeliefert. Versuchen Sie es morgen nochmal.“
Ich habe die Beispiele für Bücher gewählt, weil man dort im Fachhandel am Ehesten Fachwissen erwartet. Warum eigentlich? Das Angebot an Büchern ist so vielfältig, da kann niemand in jedem Fachgebiet firm sein. Dies gilt auf alle Fälle für Belletristik.
Und hier ist aufgrund des aufkommenden ebook Geschäfts der Fachhandel eh mehr und mehr überflüssig. Diese werden über Downloads verkauft, Hörbücher genauso. Absolut bescheuert wäre da ein Besuch im lokalen Fachhandel, um sich nen Downloadlink zu kaufen.
Nein, wenn Belletristik, liegt die Zukunft maximal bei Topsellern oder billige Neuauflagen. Bücher also, die man zum Geburtstag oder Krankenhausaufenthalt verschenkt. Ob Karstadt, Weltbild oder Real Supermarkt: Da steht das auch rum.
Die Zukunft für lokale Fachhändler im Buchmarkt liegt ganz klar bei Fachbüchern. Wenn ich eine spezielle Diät machen will, dann werde ich dort gut beraten, welche Bücher sich da lohnen. In den Spezialabteilungen der Sachbücher habe ich auch immer eine gute Fachberatung bei Graff und Co erhalten. Da hilft mir Amazon wenig weiter.
Und ein stures Unterstützen des Fachhandels aus Prinzip – so wie es die Nachdenkseiten vorschlagen – halte ich deshalb für überflüssig und übertrieben. Wenn ich weiß, was ich kaufen will, kaufe ich es bei Amazon. Bol oder bücher.de sind da lediglich Konkurrenten, die ihre Beschäftigten genauso behandeln wie Amazon auch. Oder eben der lokale Fachhandel. Fachkräfte – das ich nicht lache,
Schaut man in den Sektor der Unterhaltungselektronik, also zu Mediamarkt oder Saturn, wird der Fachmann endgültig zur Witzfigur. Dort, wo die Fachkraft ist (Radio Ferner in Braunschweig) ist es zu teuer. Und für nen neu zu kaufenden Fernseher eine fachliche Beratung... Unnötig halt.
Nein und nochmals nein. Ich habe Hartmudo empfohlen, bei Amazon zu bleiben. Die Leser von Uncle Fester können sich bei der Verlinkung also auch weiterhin auf weiterführende Informationen freuen.
Kaufen müsst Ihr da ja nicht. Die Bücher gibt es auch im gut sortierten Fachhandel. Wenn nicht, sind sie morgen da. Falls nicht der Lieferant ...

Freitag, 8. März 2013

H Lecter: Ulli

Heute ist Weltfrauentag. Aufgrund dieses Umstandes kann ich mir Ulli`s Geburtstag gut merken.
Kennengelernt hatten wir uns bei der Taxe.
Happy Birthday, Ulli!
Im Sommer 1987 war ich wieder arbeitslos und traf mich mit Randy und Kroll. Randy hatte seinen Taxenschein gemacht und verdiente sich etwas zum Studium dazu; Kroll konnte auch Geld gebrauchen und suchte nach Infos über das Taxenfahren. Ja und ich … hatte Langeweile und dachte mir: „Hör dir das mal an spaßeshalber.“
Am Ende fuhr ich am längsten von uns Dreien. 40% und eine Mark pro Kilometer – das war der Deal bei unserem Taxenunternehmer. Dadurch ergab es sich beispielsweise, das ich in einer meiner ersten Schichten eine Kasse von 25 DM einfuhr, aber 21 DM verdient hatte.
In 12 Stunden wohlgemerkt. Ein sehr lauer Mittwoch war das. Und nur dank des „Bunkerns“ ging ich nicht ganz nackt nach Hause.
Nach irgendeiner Schicht stand ich mit Kroll auf dem Abstellplatz im Kanzlerfeld. Der Abstellplatz war eine Parkfläche an der Bundesallee neben dem Einkaufszentrum. Unser Unternehmer wohnte gegenüber in der Stauffenbergstraße. Das Büro war im Keller.
Vor jeder Schicht war es Usus, sich im Büro den Schlüssel für die Karre abzuholen. Die Abrechnungen bzw. das eingefahrene Geld wurden vom Ehepaar Scheller auch gern entgegengenommen.
Da wir als Nachtfahrer in der Woche bis ca. 2.00 Uhr fuhren, konnten wir natürlich nicht mehr ins Büro. Das Ehepaar Scheller schlief da natürlich schon. Geld und Abrechnung wanderten in den Briefkasten vorm Haus. Wir hatten also unsere Schicht beendet und standen noch auf dem Abstellplatz.
Die 48, ein mittlerweile für Taxenverhältnisse schon klapprig wirkender Passatkombi, fuhr zum Schichtende heran. Drin saß ein langhaariger Blonder, der dank seiner Frisur stark an Joey Ramone erinnerte. Schnell stellten wir fest, dass Ulli ebenfalls Raketentechniker war, so dass wir schnell abfeuern konnten.
Wir waren wohl noch zusammen nen Pils trinken, im Pano wahrscheinlich. Dazu die ein oder andere Rakete …. Ich weiß es nicht wirklich genau, wie wir uns kennenlernten. Jedenfalls waren Ulli und ich in den folgenden Jahren nahezu unzertrennlich.
Das wurde mir – auch zu Recht – häufig negativ ausgelegt, war aber so. Ulli jedenfalls fuhr 6 bis 7 Nachtschichten die Woche und hatte sich auch bald mit Schellers überworfen. Nen besseren Deal handelte er danach aus. Er wechselte vor mir zur Citycar, blieb dort aber auch nicht lang und hörte ganz mit der Kutscherei auf.
Ich hingegen wurde bei Citycar quasi zum Inventar, obwohl ich nur 3 bis 4 Schichten fuhr. Eher 3. Aber das war später; Die wirklich wilden Zeiten waren bei der Taxe. Ulli, der schon immer auf großem Fuß lebte, ging in jeder Schicht essen. Mit seiner Freundin aus WF und auch mit mir oder anderen Fahrern. In der Innenstadt waren wir bei den Wirten und Bedienungen schon bekannt. Da gab es eine richtig ausufernde Szenerie – Nachmenschen unter sich.
Irgendwann durfte ich auch eine der sehr begehrten Wochenendnachtschichten fahren. 200 Mark Verdienst in einer Nacht waren da schon Pflicht. Neben Ulli und mir, auch Randy und Kroll, gehörten auch Sweety (Glitter) und Archie zur „Gang“. Wir standen gern vorm Atlantis oder auch Jolly und fuhren die Leute von einer Dizze zur Anderen. Der Klassiker war Atlantis zum Charly Max für nen Heiermann. Ohne Uhr, denn Kilometer hatten wir ja genug.
Und wenn wir einfach Bock drauf hatten, in der Woche, dann trafen wir uns am Stoben Halte. Peter fällt mir da noch ein. Ein cooler Typ, der vorher im marokkanischen Knast wegen Drogenbesitzes einsaß. Schön und unvergessen geblieben ist mir der eine Abend, an dem wir mit 4 Taxen am Stoben standen. Ulli, Peter, Sweety und ich saßen in der vordersten Karre und ließen die Rakete steigen. Aufgrund des entstehenden Nebels konnten wir draußen nichts erkennen. Fenster aufmachen lag trotzdem nicht drin.
Einsteiger waren ja hier nicht zu erwarten. Wir hatten also unsere Ruhe. Hinten dran stand Sylvia, eine neue Kollegin mit einem Faible für Schlangen. Sie funkte uns an und beschwerte sich allen Ernstes, warum wir auf die Funkvermittlung einer Fahrt nicht reagiert hätten.
Zur Erklärung: Der Funker fragt die dem Anrufer am nächsten liegenden Halteplätze ab. Der Fahrer, der vorne steht, drückt auf dem Funkknopf und kriegt die Fahrt. Wir wollten bloß nicht – deshalb standen wir ja am Stoben. Hatten leider vergessen, das Taxenschild auszumachen. Nach Sylvias Meckern machten wir das natürlich und Sylvia konnte ihre Funkfahrt machen. Wir waren wieder unter uns und ungestört. Hasch, himmlisch diese Ruhe. In der Woche, nachts gegen 3.00 Uhr am Stoben.
Wenn die Schicht schlecht lief oder wir einfach keinen Bock hatten, stellten Ulli und ich die Karren im Kanzlerfeld ab und los gings. Nach dem Pano war natürlich das Line Pflicht, wo Jürgen auch zeitweise gearbeitet hatte. Das Kottan soll hier ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Ruhe in Frieden, Wutz.
Druckbetankung war dann angesagt. Und zum Abschluß natürlich zu Manni in die Kogge. Billiard spielen oder einfach nur saufen, egal. Ich weiß noch, das ich eines Morgens gegen 10.00 Uhr auf dem Tresen bei Manni eine Rakete baute, während draußen die „Büromenschen“ vorbeiliefen. Auf dem Weg zur Arbeit. Ulli und ich hatten Feierabend und die Nacht zum Tag gemacht. Diese und andere Nächte waren toll. Schön, das ich dies erleben durfte. Ich bedaure alle, die solche Erfahrungen nicht machen konnten.
Unzählige Schnipsel aus jener Zeit fallen mir jetzt ein. Doch genug jetzt. Noch ein Pils.
Die Taxenzeit hat mir viel gegeben. Und auch dank Ulli bin ich davon losgekommen. Er war derjenige, der mich abgeschlafftem Typen 1991 anraunzte: „So geht das nicht weiter mit Dir. Entweder Du machst konsequent weiter und machst einen auf Unternehmer, oder Du wechselst den Job.“
Er und ganz doll Jenny haben mir gehörig Bescheid gesagt. Ich bewarb mich und kriegte letztlich die Stelle im Sozi. Ohne Jenny und Ulli würde ich heute noch fahren.
Nochmals Happy Birthday, Ulli. Und dazu ein schöner alter Spruch von Dir:
„Er war einsam aber schneller
brauchte Geld und fuhr bei Scheller.“

Montag, 4. März 2013

Contramann: Amazon 1/2

Skandal bei Amazon in Bad Hersfeld. Wie die ARD in einer Dokumentation am 13.2.2013 berichtete, heuerte Amazon für die Weihnachtszeit über eine Leiharbeitsfirma Aushilfskräfte aus Spanien da. Diese mußten dann zum Feierabend im überfüllten Bus in ihre engen Quartiere in einem zu dieser Jahreszeit leerstehenden Ferienpark eiern. Dort wurden sie dann von einem Sicherheitsdienst schikaniert.
Hier der Link zum Bericht; Mal sehen, wie lange er funktioniert:
Amazon hatte daraufhin reagiert; Der rechtsextremen Szene nahestehende Sicherheitsfirma wurde gekündigt. Da wollte Hartmudo dann nicht zurückstehen. Amazon Partner net sowie die Buchlinks von Uncle Fester sollten weg. Hartmudo hatte sich schon bei affilinet registriert, um alle Links auf buch.de umstellen zu können.
Die geschilderten Praktiken wollte Hartmudo nicht unterstützen. Schließlich kann man kein kritisches Blog betreiben und dann Zustände unterstützen, die man im Blog anprangert. Und dann, in den folgenden Tagen, entdeckte ich zu meiner großen Überraschung folgende Meldungen:
Mitarbeiter von Amazon feuern zurück. Sie fühlen sich nicht ausgebeutet und sind mit ihrem Lohn eben nicht unzufrieden (Der ARD Bericht hatte das Lohnniveau bemängelt.). Diese Mitarbeiter aus Bad Hersfeld waren jahrelang arbeitslos und fühlen sich von Amazon fair behandelt.
Sicher sind wohl 46% der Mitarbeiter befristet beschäftigt und müssen um ihren Arbeitsplatz bangen. Auch sind die Steuereinnahmen der Gemeinde nicht gerade hoch, da der Firmensitz aus steuerlichen Gründen Luxemburg heißt.
Diese Liste könnte man verlängern, ganz klar. Aber ich war daraufhin auch ratlos und wußte nicht mehr, was ich Hartmudo empfehlen soll. Weg mit Amazon oder doch dabei bleiben?
Mittlerweile bin ich der Meinung, das es bei dem ganzen Medienrummel lediglich darum geht, den Onlinehandel per se zu verunglimpfen. Amazon ist der größte Händler im Net und bietet entsprechend Angriffsfläche. Aber auch Zalando, bol.de oder neudings redcoon sind reine Internethändler, die den jeweiligen Händlern vor Ort die Kunden abjagen.
Hinter diesem Mediengewitter stecken eindeutig wirtschaftliche Interessen. Es soll Stimmung gemacht werden, um die Leute gegen den Internethandel einzustimmen (ARD Bericht) oder Schadensbegrenzung zu betreiben, denn der Ruf leidet darunter (die späteren Artikel).
Zuerst einmal wurde mir (nach Einschalten des Gehirns) klar, das sicherlich nicht nur Amazon, sondern auch die Konkurenz von bol, buch.de oder bücher.de Leiharbeiter beschäftigen. Libri übrigens hat sein Lager ebenfalls in Bad Hersfeld. Und ob diese Firmen mehr Steuern zahlen als Amazon – ich weiß nicht …
Im Übrigen: Das Thema Leiharbeit incl. Billiglöhner aus Spanien oder anderswo ist ja nicht von Amazon zu lösen. Oder glaubt hier ernstlich jemand, das die Konkurrenz im Online-Geschäft dies anders händelt? Selbst in lokalen Läden wie Graff oder Thalia werden im Weihnachtsgeschäft Aushilfen beschäftigt. Ob Leiharbeit oder nicht – gut bezahlt werden die sicherlich auch nicht.
Hier gilt dasselbe wie für den Steuerstandort Luxemburg. Die Politik ist gefragt.
Oder um es nochmal deutlich zu sagen: Nicht durch den Verzicht auf Amazon löse ich das Problem Leiharbeit oder gar das des deutschen Einzelhandels. Nur der Wahlzettel hilft da weiter. Und das heißt zur Zeit immer noch „links“ wählen.