Ich weiß jetzt nicht mehr, wann es
anfing mit den Bierdosen.
Irgendwann in meiner Ausbildung bei der
Stadt Braunschweig saß ich mit meinem Kollega Fabi bei seinem Kumpel
Hermann in dessen Zimmer in der Weststadt. Die Wand zierte ein Plakat
von Wolters; beklebt war das Plakat mit Etiketten von Bierflaschen.
Clou dabei war natürlich, dass es sich allesamt um verschiedene
Etiketten handelte, mithin um eine Sammlung. Fabi hatte übrigens bei
sich zu Hause ebenfalls so einen „Schrein.“
Meine Lieblingsgeschichte hierzu ist,
wie beide versuchten, von einer Brauerei aus Südwestafrika (heute
Namibia, damals noch unter Protektorat von Südafrika) Etiketten
zugeschickt zu bekommen.
Sie setzten also mühsam einen Brief in
englischer Sprache unter Zuhilfenahme eines Dictionary auf und
schickten diesen nach Windhuk. Als Antwort kam ein Schreiben in
deutscher Sprache mit mehreren Bierflaschenetiketten. Diese Etiketten
waren natürlich auch der Stolz der Sammlung.
Zu dem Zeitpunkt (Sommer 1982 oder
`83/84) steckte meine Sammlung noch in den Kinderschuhen. Dunkel kann
ich mich erinnern, dass ich gerade mal die weißen Wolters Dosen
(Halbliter) mit den verschiedenen Fürsten hatte. Diese Serie umfaßte
damals 6 verschiedene Motive und waren die ersten Bierdosen, die die
Brauerei in den 80ern auf den Markt brachte.
Ich ging seinerzeit durch sämtliche
Supermärkte und kaufte jede Dose, die ich noch nicht hatte. Ob ich
in Melverode schon ein Regal hatte, weiß ich heuer leider nicht
mehr. Aber in der Nußbergstraße hatte ich ein 3 Meter Regal. Und
das füllte sich ordentlich.
Meine Freunde hatte ich gebeten, mir
von Reisen Dosen mitzubringen. Urmel, den ich damals gerade
kennenlernte, war selbst Bierdosensammler und hatte noch doppelte,
die er mir dankenswerterweise vermachte.
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mit Fabi und "Beute" am Rhein |
Auch Luigi war so freundlich, mir Dosen
aus den USA zu überlassen. Wahrscheinlich hatte ich diese aber auch
über Urmel bekommen. Die Sammlung wuchs und wuchs also.
Die schönste „Beschaffungstour“
war dann aber mit Fabi und Hermann in Hamburg. Zu dritt sind wir dort
hingedüst, um uns noch fehlende Etiketten bzw. Dosen zu kaufen und
unsere Sammlungen zu erweitern.
Ich z.B. hatte die komplette Serie 0,33
l der Becker-Brauerei aus dem Saarland mit 12 verschiedenen Motiven
ergattern können. Wir reden hier von historischen Eisenbahnen!
Von einer anderen Tour ist das
wunderschöne Foto am Hafen mit den Plastiktüten. Wie zu erkennen
ist, hatten wir auch hier fette Beute gemacht.Auf dem zweiten Foto
ist Hippo zu sehen.
Das war von unserer Studienfahrt nach
Bonn mit meinen Studienkollegen – Fabi war einer davon, Hermann
nicht, deshalb war Hermann hier auch nicht mit.
Selbstredend hatten wir die Biere
eigenhändig verköstigt, was auch nicht immer ein Vergnügen war.
Denn Selbsttrinken war nach Möglichkeit Pflicht. Stella Artois aus
Luxemburg z. B. hatte ich dagegen gottlob so bekommen; Das Trinken
dieses grausamen Getränks blieb mir also erspart.
Die Bierdosensammlung war auf alle
Fälle ein Schmuckstück im Wohnzimmer der Nußbergstraße. Zur
nächsten wichtigen Begebenheit in Sachen Bierdosensammlung muß ich
allerdings etwas weiter ausholen.
Denn jetzt kommt Moni ins Spiel.
Es ging um ein Level 42 Konzert, für
das wir noch Mitfahrer suchten oder aber Karten brauchten. So genau
weiß ich es auch nicht mehr. Jedenfalls hatte ich mit dem Mädel
über eine Zeitungsannonce Kontakt aufgenommen wegen der Karte(n) und
wartete nunmehr abends vor dem Audimax der TU Braunschweig auf mein
„Date.“
Ich saß dort eine ganze Weile, mehrere
hübsche Mädels zogen an mir vorbei. Erkennungszeichen war wohl
meine Jacke oder so – NEIN, ich hatte keine rote Rose in der Hand.
Als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, tauchte ein
unscheinbares Mädchen, welches auf den Laufstegen dieser Welt keine
Berücksichtigung finden würde, vor mir auf.
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auch Hippo half mit - Prost |
Moni. Zuerst war ich enttäuscht, hatte
ich doch insgeheim auf ein kleines Abenteuer gehofft (ich war
seinerzeit solo, wie meistens eigentlich). Natürlich fing ich mich
schnell, denn Moni stellte sich als äußerst nette und fröhliche
Studentin heraus. Wir hatten dann beim Level 42 Konzert auch nen
netten Abend.
Hippo war auch mit dabei. Bis heute
werde ich sein „Baaam ….Bam!“, mit dem er akustisch seine
„Luftbaßgitarre“ unterstrich, nicht vergessen. Dieser fröhliche
Charakter paßte sehr gut zu Moni; warum das nichts wurde, weiß ich
allerdings nicht mehr.
Was aber hat das mit der
Bierdosensammlung zu tun? Nichts. Außer dass Moni irgendwann nach
England gefahren war. Urmel und ich baten Moni, uns ein paar
Bierdosen mitzubringen. So 3-4 Bierdosen aus England würden sich auf
dem Regal garantiert gut machen.
Und dann kam Moni aus England zurück
und hatte eine riesige Plastiktüte voller leerer Bierdosen dabei !
Moni selbst trank keinen Alkohol, aber ihre Mitreisenden waren gern
behilflich. Bezahlen mußten wir die leeren Dosen natürlich nicht.
Warum eigentlich natürlich?
Heute denke ich da anders drüber.
Egal. Seinerzeit waren Urmel und ich hocherfreut. Alle Dosen waren
doppelt; eine für Urmel, eine für mich …
Sogar ne Cider Dose war dabei. Ich
stellte sie natürlich trotzdem ins Regal. Ein englisches Cider ist
im englichen Pub eh trinkbar (Cider on the Tab!) und die Dose sah
auch wirklich gut aus. Wie übrigens alle ausländischen Dosen, die
in meiner Sammlung standen.
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