Samstag, 18. Juli 2026

GuterPlatzzumBiertrinken: Spocht

Sonntag, 7. Juni. Die nächste Tour ist wieder fällig. Heute weiß ich wenigstens, welche Strecke ich abfahren möchte. Gestern Abend hatte ich mir das auf Gugl-Maps genau angeschaut. Richtung Messeweg soll es gehen, den wollte ich über Riddagshausen abfahren und hinterher, nach einer Runde im dortigen Viertel, sollte es schnurstracks in meine Mukkibude am Ölper Knoten gehen. Radfahren und Gym - das muss sich doch verbinden lassen!
Erst um halb zwölf kam ich vorhin los. Hhm, der Himmel sah dann doch etwas dunkel aus. Das deutsche Einheitsgrau; laut meiner WetterApp sollte es aber nicht regnen. Dann mal los, sagte ich mir. Frohgemut bewegte ich mich auf altbekannten Pfaden über die Innenstadt in Richtung östliches Ringgebiet. Rathaus, übers Theater und dann südlich bis zur Kastanienallee, dann ab nach Riddagshausen. So der Plan.
Kurz vorm Theater fing es an zu tröpfeln, sch.... Mein Plan fiel wohl buchstäblich ins Wasser. Wie ein nasser Hund wollte ich nicht in meiner Mukkibude auflaufen. Zum Glück war es mittlerweile Zeit zur Nahrungsaufnahme. High Noon also - das Nächste war jetzt das Lord Helmchen. Durch den "Irish Mist" bewegte ich mich direkt dorthin.
Und - Juchhu! Die haben sogar ein eigenes Bier hier - nennt sich auch Lord Helmchen. Der Wirt, wohl ein alter Warsteiner-Fan, empfahl es mir auch gleich mit diesem Vergleich.
"Aber mit einer leichten Bitternote, eben nicht aufdringlich wie bei Wolters." Sprach er und nahm meine Bestellung auf.
Currypommes; haben die hier in verschiedenen Zusammenstellungen. Preise angegeben ohne Beilage, sprich: Mit Pommes plus 1,50 €, mit Salzkartoffeln (!?) plus 1,00 €. Currywurst mit Salzkartoffeln? Zeig mir die perverse Sau, die so etwas ordert. Warum nicht gleich Tortellini? Wo ist die Esskultur nur geblieben?
Während der Wartezeit packte ich schon mal mein Equipment raus und fing an, die Tastatur zu quälen. Und jetzt - an dieser Stelle - muss ich etwas los werden. Etwas, was mir schon seit Jahren im Kopf herum spukt, mich aber nicht wirklich belastet hatte. Sonst würde ich jetzt nicht schreiben, dann hätte ich meinen Blog schon längst geschlossen gehabt.
Vorgestern bei der Geburtstagsfeier des Langen gab es diesen einen Moment, da muss ich etwas ausholen. Meine Löwin entdeckte diesen (schon fertig aussehenden) Vordruck des neuen Buches vom Cop, dem besten Buddy des Langen. Mittlerweile sein 10. Buch, Hut ab. Finde ich richtig gut, wie er das macht. Book in Demand, wie auch sonst.
Meine Löwin blätterte darin herum; es geht darin um die Lebensgeschichte eines jüdischen Mädchens in der Nazizeit. Ein schwieriges Thema, ein fiktionaler Text auf der Basis von wahren Begebenheiten. Meine Löwin war fasziniert, möchte das Buch selbst zwar nicht wegen des schweren Stoffs lesen, aber einen seiner zwei Kriminalromane.
An der Stelle war ich verletzt; zu meinem eigenen Wirken (bislang zweieinhalb Bücher und dieser Blog mit bislang 250.000 Klicks) konnte sie sich seit Jahren noch nicht mal zu einem Kommentar durchringen. Überhaupt hielt sich die Resonanz der meisten Freunde und Bekannten wie Verwandten in Grenzen.
Ist ja auch verständlich, da sich all die Personen in meinen Texten wiedererkennen und viele selbst nicht im Vordergrund stehen möchten, das ist den meisten Menschen natürlich unangenehm. Für mich insoweit auch ok. Ich schreib aber dennoch weiter, denn eigentlich handelt es sich bei meinem Blog eher um ein "persönliches Tagebuch", wie es Pocke einmal treffend ausgedrückt hatte. Und Alias- statt Klarnamen sind bei mir eh Trumpf.
Außer UMD; aber der ist ja nun mal der beste Rock 'n' Roll Gitarrero dieser Stadt und lebt dies auch seit bald 50 Jahren vor. Tschuldige,Toddn - Du natürlich auch. Und Uli, obwohl wir uns so gar nicht mehr verstehen. Da natürlich kein Klarname. Doch zurück zum Thema.
Ich habe meiner Löwin nur kurz über die Schulter geschaut, bin da gar nicht groß drauf eingestiegen. War da schon etwas neidisch. Als erstes fielen mir die übergroßen Zeilenabstände ins Auge. Das sorgt traditionellerweise für ein größeres Seitenvolumen, was ich bei professionellen Schriftstellern eher negativ sehe.
Das Arbeiten mit sportlicher Rede hatte ich ebenfalls vermisst. In meinen Augen ein wesentliches Kriterium bei fiktionalen Werken wie Romanen. Da bin ich also auf seine Krimis gespannt, wenn meine Löwin diese dann liest. Jetzt habe ich es: Ich bestelle beide Krimis und schenke sie ihr zum Geburtstag.
Weiter, wenn ich schon mal dabei bin. Nach hitzigen politischen Diskussionen während der Corona-Zeit und am Beginn des Krieges in der Ukraine hatte ich schon mal sehr gehässige Kommentare über die Qualität meines Blogs hören müssen, was mir seinerzeit sehr weh getan hatte. Da standen Freundschaften auf der Kippe; zum Glück habe ich mich wieder eingekriegt. Ich habe das so verstanden, dass da eben dieser Sandkasteneffekt gegriffen hatte: "Meine Schaufel kriegst Du nicht, Du bist sowieso doof!"
Und wenn ich dann vorgestern das so gesehen habe - ich betone nochmals: Hut ab vor dem Cop. Da steckt viel Arbeit in so einem Buch. Um wie viel die Qualität besser ist als meine Schreibe, werde ich nach Lektüre einer seiner Romane sehen. Die Rezension wird dann Hartmudo vor sich nehmen. Aber weiter im Text.
So weit voraus kann der Cop mir nicht sein, was die Qualität angeht. Da bin ich arrogant, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. So, das musste ich einmal los werden. Jetzt habe ich auch das zweite Bier (ein Wolters) durch und werde weiter radeln. Nicht zum Messeweg, sondern gleich in die Mukkibude. Scheiß drauf.
Das Lord Helmchen hatte angenehme Bitterstoffe, die so manchem Hellen fehlen. Metallisch im Mittelabschnitt, wässrig im Abgang. Von mir keine Empfehlung. Das anschließende Wolters machte mich froh. Die Currywurst sah auch besser aus, als sie schmeckte. Dafür waren Soße und Pommes empfehlenswert.
Bereits nach wenigen Metern schlugen mir „orkanartige“ Böen entgegen, als ich die Fallersleber Richtung Celler und damit Mukkibude abradelte. Nun entschloss ich mich zu einer weiteren Einschränkung meines ursprünglichen Plans. Nicht Mukkibude, sondern gleich nach Hause. Die Currywurst lag mir wohl quer im Magen.
Ne kurze Tour heute, aber für zwei Bier hatte es noch gereicht. Sei’s drum, ich musste da ja noch was loswerden. Und Spocht… Heute mal zu Cocksparrer, mit meinen Hanteln. Nachher Kegeln, das muss für heute reichen.

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