Freitag, 26. Dezember 2025
Uncle Fester: grad gelesen Dezember 2025
Band 3: Galaktische Übernahme
Eins passierte noch ganz am Schluss von Band 2, was jedoch hier beschrieben wird, weil es eigentlich schon den Schlussband einläutet. Denn Tukerbo Va hatte wie alle Klek ein zweigeteiltes Gehirn. So hatte er ein früheres Bewusstsein von sich mit einer KI ins Zweithirn gepackt, diesem aber jegliche Kontrolle über seinen Körper verweigert.
Wie ein Gefangener kam sich dieser vor. Das war mit dem Tod von Tukerbo Va erledigt, zumal Phil mit dieser biologischen KI Mitleid verspürte und diese in einen Nemmot Drei, einer mobilen KI inmitten eines Stahlzylinders transferiert. Tukerbo Ox wird unseren Helden bis zum Ende dieser abgedrehten Story erhalten bleiben.
Dass Futuramas Bender für Ox als Vorbild gedient hatte, bekommen unsere Helden in diesem dritten Band schnell mit. Denn Ox glänzt nicht nur durch seine analytischen Fähigkeiten und prozentual genauen Einschätzungen, sondern auch durch seine ständigen emotionellen Ausbrüche. Dann lässt er Schimpfkanonaden los, eigentlich macht er dies ständig, die häufig genug unter der Gürtellinie verlaufen.
Anders als Bender, der es bei einer groben Galligkeit belässt, haut Ox permanent neue wie fiese Beleidigungen raus, dass es nur so eine Pracht ist. Ich möchte sagen, dass Ox meinen schon umfangreichen Pöbel-Wortschatz um einige Nuancen bereichert hat. Tourette ist ja nichts dagegen, obwohl die dauernde Pöbelei irgendwann schon ermüdet.
Aber hier kann Harlandt ja locker Abhilfe schaffen, indem er eine weitere Hauptperson in die Story einführt. Und selbstverständlich den Roman auch gleich mit dieser Figur startet. Also Vorhang auf für Tiffany Nielsen, die auf dem Planeten Klasterania für DoHa eine Stelle im Marketing ausführt. Dies fließbandmäßig im Akkord; alle 17einhalb Minuten steht ihr eine Pause von 200 Sekunden zu. DoHa kennen keinen Müßiggang.
Was der Leser dagegen überhaupt nicht erwartet, ist die Alkoholabhängigkeit von Tiffany. Nur im Vollsuff fühlt diese sich frei und schießt sich nach Feierabend regelmäßig ab, um das ganze überhaupt ertragen zu können. So ganz nebenbei schluckt sie Dragees, welche die Folgen des Alkohols sekundenschnell neutralisieren.
DoHa nutzt Tiffany dadurch noch als Testerin für Pharmazeutika, die dann an Menschen verkauft werden können. Diese Dragees wie auch Kopfschmerztabletten bewirken bei ihr eine Übelkeit, die sämtliches Essen aus dem Gesicht fallen lässt. Man könnte auch sagen, dass sie mehr oder weniger vor sich hin vegetiert.
Die Art, wie genau Harlandt die Leiden von Tiffany schildert, sprengt den Rahmen der reinen Unterhaltungsliteratur. Ich kann mir gut vorstellen, dass Harlandt hier eigene Erfahrungen oder Erlebnisse aus seinem Umfeld verarbeitet hat. Dies, gleich zu Anfang des Romans, irritiert hier etwas, da die Nonchalance eines „Anhalters“ hier verloren geht.
Und wie in unserer Gesellschaft auch ist die Krankheit von Tiffany DoHa egal, Hauptsache sie funktioniert. Und Tiffany ist für das DoHa Netzwerk auf Klasterania unentbehrlich, zeigt sie doch ihr Geschick im Umgang mit dem Nachwuchs der DoHa.
Die Jungen der DoHa stellen eine weitere spannende Idee des Autors dar. Der Leib, aufgeschreckt durch die zunehmende Individualität der DoHa, setzt bei diesen einen im Erbgut verankerten Zwang um: Die Fortpflanzung. Alle Doha brüten ihre Nachkommen aus, welche sofort selber brüten, nachdem sie erwachsen geworden sind.
Wir reden da über jeweils 100 Larven, die sich so nach und nach über eine Existenz als Wurm mit zunehmender Ausbildung der Extremitäten zu geschäftigen DoHas entwickeln, welche eine Arbeit zwanghaft benötigen und natürlich brüten müssen. Und Tiffany ist für die Einweisung der DoHas an den immer knapper werdenden Arbeitsplätzen verantwortlich.
Die Fortpflanzungsrate ist enorm, ebenso der Nahrungsbedarf. Die DoHas verschlingen alles, was organisch ist. Und erst fressen sie den Spezies der Galaxis die Nahrung weg, dann die Spezies. Jeder Widerstand der einzelnen Spezies ist zwecklos. Am Ende der Entwicklung stehen dann riesige Würmer, welche die Massen der einzelnen Planeten absorbiert hatten. Diese streben zu den jeweiligen Sonnen, um Energie zu tanken und sich letztendlich über Wurmlöcher galaxisweit zu einer Entität zu verbinden.
Nun werden auch noch Phil und Jaques reaktiviert. 701 schickt die beiden mit Ox erneut zum Wurm, nebenbei sammeln diese Tiffany ein. Wie im „Anhalter“ entwickelt sich zwischen den drei Hauptpersonen ein launiger Schlagabtausch, der dank Ox noch ein wenig angeheizt wird. Harlandt setzt hier allerdings eher auf direkte sexuelle Anspielungen.
Es kristallisiert sich heraus, dass die DoHa aus der Zukunft kommen müssen. Mit Unterstützung der Charta reisen unsere Helden kreuz und quer durch Universum. Durch Raum und Zeit. Duplizieren sich und finden schließlich den verwundbaren Punkt von DoHa, dem Leib. Unmittelbar bevor dieser genug Energie für seine erste Ausbreitung in der Galaxis gesammelt hat.
Ox entpuppt sich tatsächlich als Kessryn, der aber bereits zur Frühzeit der Galaxis aktiv war. Jaques, Tiffany und Phil sind am Ende von Raum und Zeit angekommen. Und während Jaques sich dafür entscheidet, alles zu vergessen und von vorne anzufangen, wagen Tiffany und Phil den Schritt ins nächste Universum.
Eine fesselnde Romanserie mit skurrilen Einfällen im Stile eines Douglas Adams. Das alleine hat mich schon begeistert. Aber mehr noch fasziniert war ich von der Charta. Deren Prinzip, möglichst jeder Spezies den Frieden bringen zu wollen, notfalls mit Waffengewalt, erinnert mich fatal an die Partei der Grünen, die im Ukraine Krieg im Prinzip eine ähnliche Strategie anstrebt. Ob Harlandt bei der Charta auch an Anton Hofreiter gedacht hatte?
Dienstag, 23. Dezember 2025
Hartmudo: Belgien
Dies war natürlich eher eine Art der Selbstbeweihräucherung, denn ansonsten hätte ich mich beim Italiener nicht so bescheuert angestellt. Nach der Getränkebestellung druckste ich unnötigerweise herum und wollte lediglich eine Suppe bestellen, weil dieser Italiener auch so gar nichts nach meinem Geschmack auf der Speisekarte hatte.
Das war für meine Löwin zu viel. Mit tränenreicher Stimme hielt sie mir meine Passivität vor und wollte nun ihr Rumpsteak auch nicht mehr. Ich sollte endlich mal sagen, was ich will. Das traf mich mitten ins Mark, weil ich weiß, dass sie Recht hatte. Und wieder kam dieses Deja Vu Gefühl auf, die Verlustängste drohten mich zu übermannen.
Der Boden unter meinen Füßen war schon weg, als sie dann noch sagte, dass sie sofort nach Hause wollte. Sie hatte keine Lust mehr. Was ich denn wollen würde, ich sollte es endlich mal sagen.
Total verdattert und verängstigt schlug ich vor, dass wir uns nach dem Essen wie geplant noch Brüssel anschauen und anschließend im Hotel den Abend beim Kartenspielen ausklingen lassen sollten. Damit konnte ich sie allerdings nicht begeistern; sie wollte nach dem Reinfall mit dem Hotel, der schlechten Zugverbindung nach Brüssel und dem Diebstahl meiner Brieftasche nur noch nach Hause. Sie hatte die Schnauze voll.
Überhaupt ging ihr meine (scheinbar) emotionslose Reaktion auf den Zeiger. Und in diesem tristen Moment, wo das Unwetter nahezu alles zu verschlingen drohte, brach die Sonne von einer Sekunde zur anderen durch die düstere Wolkendecke und hellte die Stimmung auf. Erklären kann man das nicht, das nennt sich wohl einfach Leben.
Die Aussicht, an diesem Abend zu Hause schlafen zu können und die nächste Nacht nicht mehr in dem ungemütlichen Zimmer in Ruisbroek verbringen zu müssen, vertrieb all meine negativen Gedanken und setzte neue Kräfte frei. Und da wir uns nun darauf geeinigt hatten, noch an diesem Tag nach Hause zu fahren, erfasste uns beide ein Stimmungswechsel ins Positive, mit dem wir nicht mehr gerechnet hatten.
Meine Psychotherapeutin wäre über unser Hinausziehen aus dem Stimmungsloch hoch erfreut gewesen. Nicht erfreut war der Kellner des Restaurants, der ob unserer ausbleibenden Bestellung eines Essens gar nicht mehr auftauchte. Meine Löwin musste ihn aus dem hintersten Eck des Restaurants hervorzerren; Anschließend legte ich ihm das Geld für die Getränke passend hin - kein Trinkgeld für den Kellner.
Den Namen dieses Restaurants hatte ich dann ganz schnell vergessen. Wir fuhren mit der U-Bahn zum Bahnhof Brüssel-Süd, um nach dem Essen mit der Buslinie 50 zu unserem Hotel fahren zu können.
Jetzt oblag es meiner Wenigkeit, ein Restaurant auszuwählen. In der Nähe des Bahnhofs betraten wir kurz nach 15.00 Uhr ein offensichtlich arabisches Restaurant namens "Time Off", welches ich nicht ausgewählt hatte, weil ich darauf so richtig Bock gehabt hatte, sondern weil alle anderen Restaurants in dieser Gegend, die an den Bahnhof Zoo in Berlin erinnerte, schon von der Ansicht her nicht in Frage kamen.
Das Interieur dieses Restaurants mit seinen konsequent weiß gekachelten Wänden gemahnte an den Gmyrek Werksverkauf oder jedes andere Fleischereifachgeschäft, bloß nicht so sauber. Ideal also, um mit diesem abschließenden Mahl der Reise die Restaurants in Belgien in angenehmer Erinnerung behalten zu können.
Zunächst einmal erhielten wir 2 Dosen Ritchie Cola Zero, wahrscheinlich die gewollte belgische Entsprechung zur Fritz Cola - zumindest preislich. Meine Löwin genoss dazu ein Fleischstück (Formfleisch) mit Pommes, welches sie in eine Schale mit dunkler Soße tunken konnte. Dank der Salatbeilage war ihr Essen ein Stück weit bekömmlicher, als die nette Bahnhofsatmosphäre vermuten ließ.
Ich hingegen bestrafte mich für meine Dämlichkeit an diesem Tag mit einer Falafel-Bowl, von deren Qualität ich sogar ein klein wenig begeistert war. Da fielen selbst die enthaltenen Edame nicht ins Gewicht. Edame - die meide ich normalerweise wie das Weihwasser. Irgendwie war dies das einzige Gericht, welches für mich in Frage kam, da ich mittlerweile keine Pommes mehr sehen konnte. Und, wie gesagt, ich war leicht begeistert.
Nach dem Essen waren wir eigentlich wohlgesättigt und bereit für die Rückreise. Quasi als Dessert wurde uns am Ende noch ein Service offeriert, den wir in Deutschland eher selten genießen dürfen. Eine ältere Frau mit Kopftuch und im Perlonkittel, also genau dem Klischee entsprechend, bewegte sich mit einem Schrubber durch den Saal.
Ich nehme an, es handelte sich hierbei um die Mutter des jüngeren Mannes von vor der Theke, welcher zunächst nur aufs Handy starrte und etwas später eine befreundete Familie liebevoll als Gäste begrüßte. Uns hatte er eher emotionslos bedient, was für meine Löwin und mich - das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen - in Ordnung ging.
Eins jedoch empfanden wir als verstörend: Bei ihrem Gang durch den Gastraum bewegte die Frau ihren Schrubber nicht nur unter den vielen nicht besetzten Tischen, sondern auch unter unserem. Und zwar nur unter unserem, nicht unter dem Tisch der befreundeten Familie.
"Zu Hause unter Freunden" ist dank dieses Erlebnisses meiner Ansicht nach nicht unbedingt der Werbeslogan der belgischen Tourismusbranche. Dementsprechend zeigten wir uns beim Trinkgeld entsprechend knauserig und verließen das Lokal mit gemischten Gefühlen. Das Essen war gut bis befriedigend, der Service glatt mangelhaft.
Montag, 22. Dezember 2025
Hartmudo: Die Lage im Allgemeinen
Da wären wir dann beim „im neuen Jahr gehe ich ins Fitness-Studio; aber an Weihnachten und an Silvester lassen wir es noch einmal richtig krachen“. Das machen ja viele und diese Denke hatte ich auch schon einmal als Vorwand für die vorgeschriebene Völlerei benutzt. Dann stand ich im Dezember nicht mehr auf der Waage und im neuen Jahr hielten mich dann unaufschiebbare Dinge vom Besuch des Fitness-Studios ab. Aber gleich danach geht es los… Und irgendwie wird es dann März, April und der Hausarzt zeigt einem dann beim Jahrescheck die orange Karte.
Zumindest in diese Falle laufe ich im Dezember 2025 nicht bzw. kaum; der Monat ist ja noch nicht vorbei. Beim letzten Jahreswechsel - ich wiege mich seit März 2024 jeden Mittwochmorgen - hatte ich mich von Anfang Dezember bis zum Neujahrstag um zwei Kilo „gesteigert“. Schon da hatte ich dank des Intervallfastens beachtliche Erfolge erzielt, aber im „Festmonat“ dann die Disziplin aufgegeben und alles aufs neue Jahr verschoben.
Dieses Jahr möchte ich dies vermeiden, weil ich in 2025 zwar diesbezüglich einen stabilen Erfolg beim Abnehmen verbuchen konnte, aber dafür auch entsprechende Einschränkungen in meiner Lebensqualität hinnehmen musste.
Fangen wir mit der Betrachtung im Januar an. Nach der Völlerei letztes Weihnachten und des um satte 6 Kilo gestiegenen Gewichts innerhalb von nur 3 Monaten fuhr ich gleich nach Neujahr schwere Geschütze auf. Mit dem Proteinpulver Metaflow zog ich mein Gewicht bis Anfang des Sommers um satte 9 Kilo runter.
Der Trick war hier, dass ich an 3 Tagen in der Woche nur das Proteinpulver zu mir nahm und ansonsten das Intervallfasten weiter betrieb. So nach und nach stellte ich dann die gewohnte Siebentagewoche wieder her und konnte das Gewicht im Korridor halten. Erst als ich nachlässig geworden war, musste ich ab Herbst die Zügel wieder anziehen.
Und da stehe ich nun, hab noch 2 Kilo mehr als im Frühling, halte die aber noch. Trotz der schönen, alkoholgeschwängerten Abende, an denen ich bei Lebkuchen oder Haribo übergriffig geworden war, ist die Fallhöhe niedriger als im Vorjahr. In diesem Thema bin ich also frohen Mutes, ansonsten könnte es aber auch schlimmer sein.
Für Contramann gilt dies leider nicht. Klassischerweise eher negativ gestimmt, bot für Ihn das Jahr 2025 wenig positive Vibes. Eher gar nicht. Mehr und mehr hatte sich bei ihm die Erkenntnis durchgesetzt, dass hitzige Diskussionen mit Befürwortern der Regierungs- und Mainstreammedien Meinung fruchtlos verlaufen und im gegenseitigen Anbrüllen führen.
Allein die Aussage, dass „Putin gestoppt werden müsse, weil er „sonst“ nicht aufhört“, ist durch keine Aussage belegt. Wenn, dann wird von nebulösen Geheimdienstinformationen gefaselt, ohne diese zu verifizieren. Oder man zitiert diese Mutmaßungen aus dem Spiegel, der ARD oder anderen Publikationen, die Fakten vorsortieren und der eigenen Meinung entgegenstehende Daten unter den Tisch fallen lassen.
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| Meine Faktenchecker |
Von Contramann wurden dagegen genaue Quellenangaben mit konkreten Zahlen gefordert. Die sind allerdings in der Regel nicht sofort abrufbar; Contramanns Quellen werden dann konsequent als unzuverlässig eingestuft, obwohl die eigenen Quellen auch keine konkreten Zahlen anbieten. Auf diese Weise kannst Du in Diskussionen nur verlieren.
Logische Überlegungen werden dann praktischerweise auch gleich komplett als populistisch abgelehnt: Beispiel: Wenn „Putin“ lt. CDU Mann Kiesewetter eh in vier Jahren den Westen angreift, so dass „wir“ bis dahin die Bundeswehr gewaltig aufrüsten müssen, warum wartet Putin dann bis 2029 mit seinem Überfall, wenn der Westen gerade jetzt noch nicht so weit ist?
Warum muss Deutschland ein „Sondervermögen“ von einer Billion Dollar aufnehmen; unter anderem zum Ausbau der Bundeswehr? Sieht man sich die Militärausgaben 2024 doch mal an:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben/
Aha. Selbst wenn man die USA nicht berücksichtigt, stehen den 150 Milliarden der Russen über 300 Milliarden allein von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Polen gegenüber. Und die Russen führen ja bereits einen Krieg. Wie man angesichts solcher Zahlen Kiesewetter und Co. überhaupt nur erwähnen kann, ist Contramann ein Rätsel.
Und mir auch. Daher war es in 2025 ein Vorsatz von mir gewesen, mich auf keine Streitereien in politischen Diskussionen mehr einzulassen. Das ist mir zu häufig nicht gelungen, aber mit der Zeit wurde ich hier immer besser, was meinem Blutdruck und damit meinem Wohlbefinden nicht gerade abträglich war.
Überhaupt ist das Wohlbefinden trotz kleinerer Malaisen (das Loch in der Schulter, die schwer verheilten Wunden an den Beinen) erstaunlich gut. Am besten fühle ich mich tatsächlich, wenn ich nichts oder wenig esse. Oder wenn ich meinen MP3 Player im Bus laufen habe und dazu ne Dose Wolters stemme. Es braucht nicht viel zum Glücklichsein.
Selbst die Eintracht war im Dezember gut drauf und holte 10 Punkte aus den letzten 4 Spielen. So sollte es im neuen Jahr weitergehen. Also doch wieder gute Vorsätze. Welche werden hinhauen, welche nicht?
Meine Faktenchecker werden es mir sagen.
Dienstag, 9. Dezember 2025
Contramann: kurz gesehen im Dezember
Ein „wir hatten das doch nicht gewusst, mein Junge“ ist also nicht mehr möglich. Aber die Staatsraison verlangt eine Solidarität mit Israel. Und um diese zu unterfüttern, fordert Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, bei den einzelnen Rundfunkanstalten ebenfalls Stellen von Antisemitismusbeauftragten einzustellen.
Weil es beim öffentlich rechtlichen Rundfunk „nicht nur um Fakten“ gehe, „sondern um die Vermittlung von Haltung“. Aha. Und das ist jetzt wichtiger als objektive Berichterstattung? Was ist denn, wenn die Wirklichkeit der Haltung widerspricht?
Die Aussage des Antisemitismusbeauftragten ist maximal unglücklich. Denn wenn Haltung in den Medien an oberster Stelle steht, dann gute Nacht. Hatten wir schon genug in Deutschland gehabt. Brauchen wir nicht.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/eu-kallas-de-masi-russland-china-li.10004771
Zugegebenermaßen hat Frau Kallas eine gute Portion Sexappeal, Dummheit würde ich ihr aber trotz der folgenden Aussagen nicht unterstellen wollen:
„China und Russland haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die Nazis besiegt? Das ist etwas Neues“, sagte die estnische Politikerin auf einer Konferenz des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien.
Es sei ein gefährliches Narrativ, das bei immer mehr Menschen verfange, „die nicht lesen und die sich nicht mehr so sehr an die Geschichte erinnern“, so Kallas.
Wenn ich mir die Todeszahlen auf statita.com: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1055110/umfrage/zahl-der-toten-nach-staaten-im-zweiten-weltkrieg/
einfach mal so anschaue, sehe ich 24 Millionen tote Soldaten und Zivilisten auf Seiten der Sowjetunion und derer 20 Millionen auf Seiten der Chinesen. Und natürlich weiß Frau Kallas, dass weder die Sowjetunion noch die Chinesen auf Seiten der Achsenmächte gekämpft hatten. Das galt schon eher für einen Teil ihrer Landsleute:
https://de.wikipedia.org/wiki/20._Waffen-Grenadier-Division_der_SS_(estnische_Nr._1)
Warum Frau Kallas einen derartigen Hass auf die „Russen“ schiebt, soll ihre Privatsache sein. Wenn diese Frau aber als EU-Außenbeauftragte unterwegs ist und in dieser Funktion derartige falsche Aussagen - besser gesagt Lügen - tätigt, dann wundert es mich nicht, dass die Europäer an den Gesprächen zur Beendigung des Krieges zwischen Amis, Russen und Ukrainern noch nicht einmal am Katzentisch sitzen.
Ein jeder von uns sollte es eigentlich an der allgemeinbildenden Schule gelernt haben, dass der Beitrag der sowjetischen Armee an der Niederlage der Achsenmächte in Europa ein wesentlicher gewesen war, ohne den übrigens die Landungen der Alliierten in Frankreich und in Italien schwer möglich gewesen wären.
Die von ihr praktizierte Geschichtsklitterung disqualifiziert diese Frau für ein politisches Amt; ihre jüngst erhobene Forderung nach Begrenzung der russischen Truppenstärke nach Beilegung des Krieges in der Ukraine zeugt von einer weiten Entfernung zur Realität:
https://overton-magazin.de/top-story/kallas-es-gibt-kaum-kriege-wo-die-situation-so-klar-ist-es-gibt-einen-aggressor-und-ein-opfer/
Wenn das die „wertegeleitete Außenpolitik“ darstellt, von der Frau Baerbock immer gefaselt hatte, dann würde ich mich aber in einem „Schurkenstaat“ a la Putin besser und freier fühlen. Der lügt wenigstens nicht so dreist wie Frau Kallas.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sozialstaat-deutschlands-grosszuegigkeit-gegenueber-arbeitslosen-und-fluechtlingen-a-f97dac0a-8d0f-4e68-b75d-889ad3ae26d5
Ich bin erstaunt: Dieser Beitrag erschien im Spiegel, ehemals das Sturmgeschütz der Demokratie. Nun ist Nicholas Blome zugegebenermaßen nicht als Revoluzzer verschrien.
Flüchtlinge aus Syrien über ein Jahr nach Beendigung des Bürgerkrieges dorthin zurückzuführen wollen, bin ich ja vom Grundsatz her bei ihm. Leider ist das neue Regime dort genauso schlimm wie das alte unter Assad, so dass sich hier ein Zwang zur Ausreise aus humanitären Gründen verbietet.
Der Fehler liegt eben am System, vereinfacht dargestellt. Wenn Deutschland kraft seiner Geschichte ein Asylrecht garantiert und eben kein Einwanderungsland sein will, welches lediglich mittels Quoten und vorhandener Arbeitsmöglichkeiten die Leute ins Land lässt, ihnen dann aber auch den dauerhaften Aufenthalt offeriert und damit eine Integration ermöglicht, dann darf man die Asylbewerber eben nicht integrieren, ohne dass diese wirklich eine verlässliche Zukunft in Deutschland besitzen. Ehrlicherweise müsste man diese dann tatsächlich in Sammellagern unterbringen und nach Beendigung des Asylgrundes in ihre Heimat zurückführen.
Dies würde auch Blomes Problem mit dem Bürgergeldbezug lösen: Denn nur wenn der Flüchtling als Einwanderer dem „Deutschen“ gleichgestellt ist, kann dieser vollkommen zu Recht auf die soziale Sicherung unseres Staates pochen.
Es würde natürlich immer noch Idioten geben, die sich vor einer Überfremdung fürchten. Aber die könnten dann vielleicht nach Syrien auswandern.
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/zaehlen-verboten/
Zum Thema Neuauszählung der vergangenen Bundestagswahl wegen des Knappen Scheiterns des BSW an der 5% Hürde gibt es zwei Meinungen. Für mein Dafürhalten gibt es gute Argumente für eine Überprüfung des Wahlergebnisses. Tatsächlich habe ich ein Beispiel für eine Neuauszählung „auf Verdacht“ gefunden:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/neuauszaehlung-stimmen-wahl-neukirchenseelscheid-100.html
Allerdings akzeptiere ich (in dieser Frage zumindest) auch die Ansicht „Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.“ Denn natürlich wäre bei den sicherlich anderen Mehrheitsverhältnissen im Bundestag eine andere Regierungskoalition nötig, was der Legitimität der bislang erfolgten Beschlüsse schaden würde.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
Mittwoch, 3. Dezember 2025
Udorallala: Meet the Grufties
Bereits im beginnenden Sommer hatte ich eine Karte für das D.A.D. Konzert im Westand geordert. Knapp unter 50 Euro hatte ich bezahlt gehabt und freute mich auf das Konzert; schließlich kenne ich die Gruppe seit Ende der 80er und hatte sie Anfang der 90er auch schon einmal sehen dürfen.
Bereits kurz nach 17.30 Uhr machte ich mich auf den Weg mit dem Bus in die Stadt. Das Konzert sollte zwar erst um 20.00 Uhr mit der Vorgruppe losgehen, aber ich wollte vorher wenigstens etwas gegessen haben. Freitag, 14. November: Genau - Freitags esse ich vor dem Abend nichts. Und da ich im Westand nicht Cola trinken wollte, musste ich meinen Magen notwendigerweise entsprechend vorbereiten.
Ich speiste fürstlich im Asia Bistro (Huhn gebacken, Reis auf Gemüse mit roter Currysauce scharf). Danach noch ne Brezel vom Backwerk und als krönenden Abschluss vom Würger King nen Double-Cheese. Letztere ist ja gleich um die Ecke vom Westand. Derart präpariert, konnte an diesem Abend nichts anbrennen.
Mir war zugegebenermaßen schon etwas schlecht von der Mischung, aber ein erstes Bier half dabei, das Ganze zu ordnen. Da hatte ich die üblichen Verdächtigen längst identifiziert gehabt. Als da wären Pocke und Patti, Wolfgang selbstverständlich, aber auch Carl, dem langjährigen Gitarristen von Pockes Band. Über die Anwesenheit von Klausi und Audrey, welche ich auch nicht so häufig sehe, habe ich mich richtig gefreut.
Bei der Vorgruppe namens 69 Eyes (aus Helsinki) wurde ich gewahr, dass es sich hierbei nicht um die Vorgruppe handelte. Die Band genießt wohl unter den Grufties einen hohen Bekanntheitsgrad. UMD, der überraschend auch noch auftauchte, konnte mir dies verständlich erklären.
Die 69 Eyes waren wirklich nicht schlecht. Beim Anblick des Sängers fiel mir dann doch noch ein, dass Glen Danzig ganz schön abgenommen hatte. Sein Gesang erinnerte doch sehr stark an Danzig, wobei ich ab und an auch an Andrew Eldritch denken musste. Lange, glatte und dunkle Haare. Dazu Sonnenbrille. Das Klischee lebt.
Überhaupt: Das Riff von „This Corrosion“ tauchte des Öfteren auf. Dies konnte von uns alten Hasen nicht unbeobachtet bleiben. Wobei mir der Gitarrist eher dank seiner Klaus Meine Gedächtnismütze ins Auge fiel. Was eine derartige Kopfbedeckung auf der Bühne eines gar nicht mal schlechten Gigs zu suchen hat, bleibt mir aber unverständlich.
Insgesamt fand ich die 69 Eyes dann doch sehr gut, weil sie erkennbar Wert auf gute - sprich eingängige - Songs legen. Diese Band existiert tatsächlich schon seit Ende der 80er, aber sie hatten sich bislang gut vor mir verstecken können. Beim späteren Hören des Studiomaterials der Band konnte ich diesen Eindruck nur bestätigen.
Bereits im beginnenden Sommer hatte ich eine Karte für das D.A.D. Konzert im Westand geordert. Knapp unter 50 Euro hatte ich bezahlt gehabt und freute mich auf das Konzert; schließlich kenne ich die Gruppe seit Ende der 80er und hatte sie Anfang der 90er auch schon einmal sehen dürfen.
Bereits kurz nach 17.30 Uhr machte ich mich auf den Weg mit dem Bus in die Stadt. Das Konzert sollte zwar erst um 20.00 Uhr mit der Vorgruppe losgehen, aber ich wollte vorher wenigstens etwas gegessen haben. Freitag, 14. November: Genau - Freitags esse ich vor dem Abend nichts. Und da ich im Westand nicht Cola trinken wollte, musste ich meinen Magen notwendigerweise entsprechend vorbereiten.
Ich speiste fürstlich im Asia Bistro (Huhn gebacken, Reis auf Gemüse mit roter Currysauce scharf). Danach noch ne Brezel vom Backwerk und als krönenden Abschluss vom Würger King nen Double-Cheese. Letztere ist ja gleich um die Ecke vom Westand. Derart präpariert, konnte an diesem Abend nichts anbrennen.
Mir war zugegebenermaßen schon etwas schlecht von der Mischung, aber ein erstes Bier half dabei, das Ganze zu ordnen. Da hatte ich die üblichen Verdächtigen längst identifiziert gehabt. Als da wären Pocke und Patti, Wolfgang selbstverständlich, aber auch Carl, dem langjährigen Gitarristen von Pockes Band. Über die Anwesenheit von Klausi und Audrey, welche ich auch nicht so häufig sehe, habe ich mich richtig gefreut.
Bei der Vorgruppe namens 69 Eyes (aus Helsinki) wurde ich gewahr, dass es sich hierbei nicht um die Vorgruppe handelte. Die Band genießt wohl unter den Grufties einen hohen Bekanntheitsgrad. UMD, der überraschend auch noch auftauchte, konnte mir dies verständlich erklären.
Die 69 Eyes waren wirklich nicht schlecht. Beim Anblick des Sängers fiel mir dann doch noch ein, dass Glen Danzig ganz schön abgenommen hatte. Sein Gesang erinnerte doch sehr stark an Danzig, wobei ich ab und an auch an Andrew Eldritch denken musste. Lange, glatte und dunkle Haare. Dazu Sonnenbrille. Das Klischee lebt.
Überhaupt: Das Riff von „This Corrosion“ tauchte des Öfteren auf. Dies konnte von uns alten Hasen nicht unbeobachtet bleiben. Wobei mir der Gitarrist eher dank seiner Klaus Meine Gedächtnismütze ins Auge fiel. Was eine derartige Kopfbedeckung auf der Bühne eines gar nicht mal schlechten Gigs zu suchen hat, bleibt mir aber unverständlich.
Insgesamt fand ich die 69 Eyes dann doch sehr gut, weil sie erkennbar Wert auf gute - sprich eingängige - Songs legen. Diese Band existiert tatsächlich schon seit Ende der 80er, aber sie hatten sich bislang gut vor mir verstecken können. Beim späteren Hören des Studiomaterials der Band konnte ich diesen Eindruck nur bestätigen.
Und dass sich an dieser Stelle nicht lediglich die Vorgruppe abgemüht hatte, registrierte ich am Publikum bereits während der ersten Songs. Der Saal wimmelte von jung gebliebenen Milfs, die die Songs mitsangen. Wahrscheinlich kannten sie die Band vom M’era Loona Festival, welches jeden Sommer in Hildesheim stattfindet.
Für die Mädels waren 69 Eyes der Act des Abends. Ich erkannte dies daran, dass die Milfs den Saal verlassen hatten, als es ernst wurde. D.A.D. kamen auf die Bühne und legten los. Warum D.A.D. mit Cowpunk beworben wird, kann ich allerdings immer noch nicht nachvollziehen. Bloß weil da irgendwann mal eine akustische Gitarre auftaucht, kann man die Band doch nicht in die Nähe von z.B. Jason & the Scorchers rücken.
Optisch stach hier der Bassist Stig Pedersen hervor. Mit seinen silberfarbenen Overknee Stiefeln machte er jeder Drag Queen Konkurrenz. Pocke wusste zu berichten, dass er sein Instrument mit lediglich 2 Saiten bestückt hat.
Dazu dann noch die Outfits des Instruments: Den Bass in Form einer Saturn Rakete hatte ich bereits in diversen Videos bewundern dürfen. Aber den Bass in Form eines eisernen Kreuzes inklusive Red Baron fand ich dann doch etwas übertrieben.
Auf jeden Fall schaffte es die Band, das zahlenmäßig dezimierte Publikum mitzunehmen und nach den diversen Bieren zu diesem Heavy Rock Spektakel war es an der Zeit, die letzte Bahn nach Hause zu nehmen.
Um es kurz zu machen: Der Anschlussbus war bereits weg, so das ich eine Tram Richtung Rathaus nehmen musste. Dort angekommen, zeigte die Tafel 52 Minuten bis zum benötigten Bus an. Fluchend ging ich zu Fuß im unangenehmen Regen los, um nach kurzer Zeit in ein Taxi zu steigen. 15 Euro bis nach Hause, der Abend endete unschön.
Von der anschließenden Erkältung mal abgesehen, hatte ich ein hervorragendes Konzert erleben dürfen. Vielleicht komme ich das nächste Mal auch in schwarzen Klamotten. Man möchte ja die geltende Kleiderordnung beachten.

