Schön bunt und glänzend waren sie
alle. Und wenn nicht, dann strahlte das Design z. B. einer „Coors“
Dose eine Eleganz in ihrer Schlichtheit aus, von dem deutsche Dosen
nur träumen konnten. Tsingtao Porter nicht zu vergessen – Mann, wo
hatte ich diese rote Dose bloß her?
Urmel und ich waren jedenfalls von der
Menge an englischen Bierdosen so begeistert, das wir Moni zum Essen
eingeladen hatten.
Spargel mit Schinken sollte es sein.
Einen Spargeltopf hatten wir nicht organisieren können, so dass wir
die Spargelstangen halbieren mußten. Was für ein Frevel. Kartoffeln
schälen kriegten wir auch noch hin, aber statt Schnitzel gab es dann
Schinken.
Der war gekauft (in Scheiben) und war
nicht behandelt – also quasi aus der Verpackung direkt auf den
Teller. Ich kann mich noch genau an Moni`s Antwort erinnern, als wir
sie fragten, wie es ihr geschmeckt hatte: „Der Schinken war gut.“
In späteren Jahren wuchs die Sammlung
dann nicht mehr so schnell. Sicher hatte ich überall, wo ich war,
nach neuen Dosen geschaut und solche dann auch gekauft. Doppelt
natürlich – Urmel handelte genauso. Mittlerweile wohnte ich
bereits in der Juliusstr. Und hatte ein neues Brett aufgehängt.
Ein 4 Meter langes Brett mußte es
mittlerweile sein. Die Dosen hatte ich nach Größe und
Regionen/Städten sortiert. Wie bereits erwähnt, waren alle Dosen
leer. Bis auf 2 Dosen: Eine schöne, rote „Lederer“ aus Nürnberg;
eigentlich schon antik und nicht zu vergessen den unbestrittenen Star
meiner Sammlung.
Die Eintracht Meisterschaftsdose von
1967. Eine Dose der Dortmunder Union, ein Mannschaftsfoto der 67er
Truppe umfaßt den gewohnt stabilen Korpus der alten Dosen, während
eine silberfarbene Falz die gesamte Länge durchmißt. Der Ringpull
Verschluß samt extrem schmaler Lasche zeichnet sich deutlich ab.
Diese wunderschöne Dose hatte ich
irgendwann von Pocke zum Geburtstag geschenkt bekommen. Er hatte sie
wohl für 5 Mark von irgendeinem Flohmarkt gekauft. Diese Dose habe
ich heute noch, und immer noch ist sie voll und unangetastet.
Denn es kam, wie es irgendwanneinmal
kommen mußte: Die Bierdosensammlung mußte ich auflösen.
Urmel war schon lange aus Braunschweig
weggezogen und konnte seine Sammlung (er hatte wohl ein 5 Meter
Brett) nicht mehr aufbauen. Was aus seiner Sammlung geworden ist,
weiß ich nicht mehr genau. Entweder hatte er sie komplett an einem
Sammler verkauft oder verschenkt. Meine Sammlung habe ich wohl auf
dem üblichen Weg entsorgt, im Müll nämlich.
Es fing damit an, das ich meine Wohnung
nach einem Besuch des Vermieters renovieren mußte. Das machte ich
überwiegend selbst. Wände und Nachtspeicheröfen streichen,
ebenfalls Türen. Bei dern Türen half mir übrigens Randy, dessen
Tip mit dem Ablaugen mir eine Menge Schleifarbeiten ersparte.
Die vom Zigarettenqualm verdunkelten
Styroporplatten an der Decke hatte ich dann sogar noch mit Alpinaweiß
übergestrichen. Das mir die Platten dabei nicht entgegenkamen,
wundert mich bis heute.
Die meiste Arbeit fiel in der Küche
und an der Wand im Wohnzimmer an. Die Wand, an der die
Bierdosensammlung befestigt war. Jenny und Kroll halfe mir
insbesondere bei dieser Wand – hatte Jenny dort tapeziert? Ich weiß
es nicht mehr. Mehrere Schichten Tapete waren es jedenfalls in der
Küche, und dort, wo Decke und Wand zusammentrafen, war keine schöne
gerade Linie, sondern ein Meer von Löchern, welches Kroll mühsam
gespachtelt hatte.
Jedenfalls mußte die Bierdosensammlung
jetzt dran glauben. Ich konnte mich an den Verlust nicht gewöhnen,
aber Jenny machte ein paar Fotos von dieser Sammlung, damit
wenigstens etwas davon erhalten bleibt. Auf die Fotos mußte ich dann
übrigens mehr als 10 Jahre warten.
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In voller Pracht - Die Sammlung. Auch die Faxe Kollektion ist dabei ! |
So endete also eine legendäre Ära
ziemlich abrupt. Zum Schluß war allerdings meine Sammelleidenschaft
nicht mehr sehr stark ausgeprägt.
Denn die Dosen waren nur lose
übereinandergestapelt und nicht befestigt. Es kam auch schon mal
vor, das einzelne Dosen, die oben total wackelig standen,
runterfielen, wenn irgendwelche Straßenbauarbeiten die Wohnung zum
Vibrieren brachten. Die oberste Reihe war vom runterrieselnden
Sandstein immer total verstaubt. Das war natürlich nicht der
alleinige Grund, weshalb ich die Sammlung so selten abstaubte.
Kroll und Andere schlugen zwar alle
möglichen Arten von Fixierung bzw. Befestigung vor, aber ich mochte
die Sammlung so, wie sie war.
Locker übereinandergestapelt und dabei
total wackelig. Heuer würde ich diese Sammlung auch nicht mehr haben
geschweige denn aufstellen wollen. Vor 25 Jahren habe ich ja noch
gerne Dosenbier getrunken. Jetzt trinke ich fast ausschließlich
Flaschenbier. Jahrelang gab es auch keine Dosen mehr zu kaufen.
Aber …. die Eintracht Kollektion von
Wolters der letzten Jahre habe ich vollständig. Und sie sind noch
zu. Neben dieser Kollektion steht ijn meinem Bücherregal die 67er
Meisterdose. Somit fehlt jetzt nur noch eins, um die Sache rund zu
machen:
Die Meisterdose von Eintracht 2014, 15,
16 ….
Ich kann warten.
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