Freitag, 27. Februar 2026

Uncle Fester: grad gelesen Februar 2026

Thariot - Nomads (Bände 1- 3)
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Endlich komme ich wieder dazu, Thariot zu lesen. Und auch bei diesem Zyklus wurde ich schnell in die Handlung eingesogen. Thariots Stärke ist eben nicht das Erfinden komplett neuer Szenarios, sondern die überraschenden Wendungen in Welten, die von unserer gar nicht so weit entfernt sind. In diesem Zyklus ist es der entfesselte Kapitalismus, in dem z.B. zwei Millionen tote Siedler nicht mehr als einen Kollateralschaden darstellen, gilt es doch, einen großen Deal zu machen.
Jael Victorius Rasmus Wang ist die Tochter des Industriemagnaten Naitan Rasmus Wang und hatte sich sieben Jahre auf dem unbedeutenden Planeten Eta Prime versteckt, weil sie mit ihrem Vater und seiner Corporation nichts zu tun haben wollte. Als ihr Vater stirbt, will sie lediglich zur Beerdigung nach Lania, dem Hauptplaneten des menschlichen Imperiums in der Milchstraße, reisen und gleich wieder verschwinden.
Daraus wird natürlich nichts. Erst überlebt sie ein Attentat auf der Raumstation Paria IV nur mit der Hilfe ihres uralten Kampfroboters C3, dann wird sie bei der Testamentseröffnung unüblicherweise als Alleinerbin des Imperiums bestimmt. Ihr Onkel Harlan Rasmus Wang scheint ihr einziger Freund unter der mehr als buckligen Verwandtschaft zu sein.
Lania ist im Jahre 41000 + X unserer Zeitrechnung das Zentrum der Milchstraße, in der keine anderen Zivilisationen außer den Menschen existieren. Insbesondere die Rasmus Wang Corporation hat die komplette Milchstraße erforscht und per Terraforming jeden Planeten für Kolonisten bewohnbar gemacht, wo es nur ging.
Doch der Weg in die benachbarte Andromeda Galaxis ist zu weit. Bis dann geheimnisvolle Aliens von dort in der Milchstraße auftauchen; sie haben einen Weg zur Überbrückung der großen Leere gefunden. Und wie sich herausstellt, hat Harlan Rasmus Wang den Aliens Planeten wie Eta Prime in der Milchstraße zur Kolonisation im Austausch zum Zugang und menschlicher Kolonisation in die Andromeda Galaxis angeboten.
Das Problem: Die Aliens vertragen keinen Sauerstoff - sie brauchen Kohlendioxid. Entsprechend terraformen die Aliens Eta Prime in Ihrem Sinne; die zwei Millionen menschlichen Bewohner des Planeten werden dadurch und durch kurzlebige blaue Monster, die alles platt machen, bis auf wenige Überlebende niedergemacht.
Die Verteidigung von New Amsterdam, der letzten Zuflucht der Menschen von Eta Prime, wird in zwei weiteren Handlungssträngen dargeboten. Der Marine Aiden Dunkirk ist in seinem Job ein Neuling und verliebt sich in die Streunerin Kerry, die mit ihren jüngeren Geschwistern in der Steppe von Eta Prime gehaust hatte.
Da haben wir schon die zwei Handlungsstränge; Running Gag ist Aidens Interesse für die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, bald 40000 Jahre in der Vergangenheit kommen da schon einige historische Fakten durcheinander. Schön hier auch die Nebenfiguren, hier das Platoon der Marines.
Noch mehr Stränge: Willeth leitet die Raumstation Paria IV über Eta Prime, welche auf geheime Veranlassung von Harlan zerstört wird. Die dank Kerry geretteten Alien Offiziere werden von dieser betreut und beschützt. Willeth organisiert auf Veranlassung von Jael die militärische Unterstützung der Überlebenden von Eta Prime und wird von ihr als Gouverneur eingesetzt.
Und die ursprüngliche Kommandantin von Paria IV, Hanni Macfadden, entpuppt sich als Killerin und auch Gestaltwandlerin mit unendlichem Hass auf Jael. Ist Harlan ihr geheimnisvoller Boss? Jedenfalls scheitern zwei Attentate auf Jael, die nun allerdings gewarnt ist und endlich den wahren Charakter von Harlan erkennt.
Wieder mal großes Kino von Thariot. Ich freue mich auf die weiteren Teile.
„Kinder der 1000 Meere“ ist der zweite Band nach „Kinder der 1000 Sonnen“. Thariot schafft es mit diesem Band, mich noch stärker zu begeistern. In geschlagenen 5 Tagen habe ich die knapp 340 Seiten verschlungen. Ein Tempo, welches ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr erreichen konnte. Klasse Storytelling.
Ganz zu Beginn springen wir ins Jahr 9412. Der Pionier Vigo Rasmus reist über 17000 Lichtjahre zu einem erdähnlichen Planeten, um dort einen Transmitter zum Anpeilen für einen stabilen Wurmtunnel zu aktivieren. Doch er zerschellt bei seiner Ankunft auf dem Planeten und kommt nicht an den Transmitter heran.
Kurz vor seinem Tod auf diesem Planeten, welchen er nach seiner Tochter Lania benennt, nimmt ein körperloses Alien mit ihm Kontakt auf. Das Alien materialisiert sich als seine zweite Tochter Lucile und betätigt den Transmitter. Die Nachfahren des verstorbenen Vigo Rasmus begründen dann mit 4 anderen Familien, u.a. Macfadden, ihre Dynastien.
Apropos Macfadden: Hanni Macfadden alias Ruges landet auf einer mysteriösen mittelalterlichen Welt und soll dort eine Hexe töten. Diese ist niemand anderes als Lucile, welche die 5 Dynastien bei der Eroberung der Milchstraße unterstützt hatte, bis Harlan ihr auf Geheiß der Aliens Killer auf den Hals hetzt, welche alle scheitern. Nun müde nach all den Jahrtausenden, lässt sich Lucile von Ruges töten. Aber Lucile hat noch ein „Geschwister“.

Montag, 23. Februar 2026

Hartmudo: Edinburgh

Die Story über Edinburgh hatte ich bereits vor sieben Jahren geschrieben gehabt und erst letztes Jahr in den Tiefen meines PCs wieder entdeckt. Hatte ich doch glatt vergessen gehabt; an dieser Stelle - nach Belgien - passt der Text gut hin.

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Irgendwann Ende letzten Jahres fassten meine Löwin und ich den Entschluss, in 2019 noch einmal ins britische Königreich zu fliegen; Am besten, bevor der Brexit einsetzen würde. Da ich spaßeshalber schnell bei Google nach den ungefähren Preis suchte, war unser Urlaubsort schnell gefunden.
2 Personen vom 12. bis 15. April nach Edinburgh incl. Flug und Hotel für 578,- € - und das Frühstück war auch schon drin! Das Ganze ab Tegel; da mussten wir einfach zugreifen. Unser Flug ging zwar erst ab 13.25 Uhr, doch wir fuhren zur Vorsicht um halb Sieben morgens los. Bei der A 2 kann man vor einem Stau niemals sicher sein.
Wie schon bei unserem Trip nach Jersey nahmen wir wieder den Dienst von McParking in Anspruch. Die haben in Tegel mittlerweile einen zweiten Parkplatz angemietet, wo ich gerade noch einen Platz ergattern konnte. Natürlich tauchten wir dank meines Fehlers erst einmal beim falschen Parkplatz auf. Da beide dicht nebeneinander liegen, waren wir auch 10 Minuten später richtig.
Schön früh wurden wir daher in Tegel abgeliefert und hatten noch Zeit für einen mittäglichen Snack. Der Ökofood irgendwo auf dem Weg zu unserem Gate war wirklich lecker. Kurz und gut - um 14.35 Uhr Ortszeit landeten wir mit Easyjet in Edinburgh und hatten gutes Wetter, was in Schottland bekanntlich die Abwesenheit von Regen bedeutet.
Unser Hotel wollten wir mit dem örtlichen Nahverkehr erreichen; Ich hatte mich im Vorfeld entsprechend informiert. Mit dem „Airlink 100“ kamen wir schnell in die Innenstadt, wo wir nach meinen Informationen lediglich in die Linie 38 der „Lothian Buses“, welche den Nahverkehr in Edinburgh betreiben, umsteigen mussten. Meine Löwin fragte am Fahrkartenschalter noch mal nach und siehe da, die 38 war doch nicht richtig. Wir sollten mit dem Airlink 100 bis zum Stop „Westend“ fahren, einmal kurz links um die Ecke gehen und dann in eine der folgenden Linien einsteigen: 19, 37, 47, 113.
Wir erwischten die 19, zahlten zu den 7,50 Pfund für den Airlink (Hin- und Rückfahrt am Montag pro Person) noch einmal 1,70 Pfund pro Nase für die einfache Fahrt. Ungefähr nach 10 Stationen erreichten wir unser Hotel. Die Haltestelle „Crewe Toll“ befindet sich kurz hinter dem Hotel Village. Glücklich, dass unsere Anreise so unproblematisch verlaufen war, checkten wir ein und freuten uns über das saubere Zimmer. Sicherlich hatten wir keine riesige Suite gebucht, aber wir wollten in dem Zimmer ja auch lediglich übernachten.
Nach dem Auspacken und der Installation meiner Schlafmaske waren wir noch bereit für Aktion, was bei uns die Jagd auf den nächsten Supermarkt bedeutete. „Morrisons“ war nur einen halben Kilometer entfernt und wir brauchten zumindest Wasser für das Zimmer. Wie schon bei der Fahrt mit der 19 erkannten wir beim kurzen Fußmarsch dorthin, dass wir in einem Vorort untergebracht waren, wo die Middle Class noch residiert.
Neben den benötigten Getränken konnten wir noch einige Packages an Nüssen und Keksen erstehen. War ja klar, dass wir nicht nackt aus einem Supermarkt herauskommen. Schnell verstauten wir unsere Beute in unserem Zimmer im zweiten Stock des unschönen Flachbaus, um uns dann für ein Abendessen im Hotel zu entscheiden. Google Maps wies kein halbwegs interessantes Restaurant in der Nähe aus, ergo...
Übrigens: Direkt neben der Rezeption befand sich ein Starbucks, welches wir während unseres Aufenthaltes in Edinburgh getrost ignorierten. Nirgendwo auf der Welt als bei dieser Kette habe ich bislang schlechteren Kaffee getrunken.
Das hauseigene Restaurant, in dem auch das Frühstück aufgebaut wurde, punktete mit einem angenehmen Ambiente. Hinter einem gepflegten Pubbereich befanden sich gemütliche kleine Tische. Einer wurde uns zugewiesen; ich bestellte ein Becks. Weil: Stella Artois geht natürlich gar nicht. Und amerikanisches Budweiser...
Das indisch angehauchte Essen, welches wir uns bestellten, war aber auch richtig klasse. Meine Wahl fiel auf ein Curry mit Reis, Naan Brot und 2 verschiedenen Dips, während sich meine Löwin sich an einem Hühnerspieß mit Kartoffelspalten und Gemüse abarbeitete. Ein zweites Becks dazu - dann passte das.
Gut gesättigt und zufrieden begaben wir uns anschließend auf den Weg Richtung Innenstadt, um das Viertel gleich zu erkunden. Gleich neben dem Parkplatz des Hotels befand sich praktischerweise die Bushaltestelle, von der aus wir an allen Tagen unseres Aufenthaltes in Richtung Westend losfahren sollten. Dank der vielen Linien und einer viertelstündigen Taktung brauchten wir uns um ein rechtzeitiges Erscheinen am Flughafen zum Rückflug keine großen Gedanken zu machen.
An diesem ersten Abend gingen wir in der beginnenden Dämmerung einfach nur die Straße Richtung Innenstadt entlang, einfach nur um zu gucken und uns zu bewegen. Rechter Hand passierten wir ein großes Krankenhaus, Linker Hand kamen wir an Fettes College vorbei. Eine knappe halbe Stunde waren wir die Straße entlang gelaufen, dann drehten wir um.
Auf dem Rückweg sahen wir uns Fettes Colleges etwas näher an und schossen auch einige Fotos. Dieses Elitecollege hatte einen berühmten Schüler beherbergt - Tony Blair! Der letzte sozialdemokratische Ministerpräsident Großbritanniens, der Anfang des Jahrtausends die New Economy förderte und dadurch seine Partei auf Jahre hinaus in die Opposition trieb, hatte hier also seinen Schliff bekommen. Beim Blick durch das verschlossene Tor konnten wir hinter der äußerst großzügig dimensionierten Parkanlage ein schlossähnliches Gebäude erkennen. Keine Frage, hier wird Diskretion groß geschrieben. Das Tor war selbstverständlich geschlossen, nur das Wärterhäuschen war unbesetzt, was sich aber bei Tageslicht ändern dürfte.
Zurück im Hotel, verzichteten wir auf einen Absacker an der Bar und begaben uns gleich zur Ruh, denn dieser erste Tag war anstrengend gewesen. Nach kurzer Zeit des Lesens im Reiseführer und Planens des nächsten Tages schliefen wir schnell ein. Ich schaffte gerade mal ein paar Seiten in meinem Buch; der Fernseher blieb eh aus.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Hartmudo: Winter 2/2

>>Die Fahrt würde normal schon eine Stunde dauern. Mit der zu erwartenden Verzögerung kämen hier mindestens 20 Minuten hinzu. Das Risiko, die Schmerzen irgendwann während der Fahrt nicht mehr aushalten zu können, erscheint mir sehr hoch, zumal ich mich bei all den zu erwartenden Schulkindern schon mal vorstelle, mit einer vollen und übel riechenden Hose im Bus zu sitzen. Und dann erst auf der Arbeit…<<
Ich entschied schnell. Wiederum zwei Minuten später kontaktierte ich meinen Teamleiter erneut und schilderte ihm mein Malheur. Es blieb beim Überzeitenabbau. Meine Güte, war mir das peinlich. Also das ich ihn zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit angerufen hatte, nicht der Grund meiner erneuten Absage. Denn nichts Menschliches ist mir fremd, vielleicht ist es aber auch ein Anzeichen einer nicht überwundenen Analfixierung aus der Kindheit, wenn ich dies so locker und fröhlich anderen gegenüber zu kommunizieren pflege.
Nun gut, der Tag ist frei. Ab nach Hause. Nächster Ausstieg Cyriaksring. Noch im Bus rief ich meine Löwin an, die heuer ja den Wagen zur Reparatur des Kofferraumschlosses nach Dürkop bringen wollte. Da hatte sie einen Termin. Ich fragte sie, ob sie mich auf dem Weg aufsammeln könnte. Wenns passt, hat Dürkop sicherlich ein Klo, welches für mich eher als das Heimische zu erreichen wäre.
Sie wollte mich an der Bushalte vor dem Arbeitsamt aufsammeln und war eh bereits auf dem Sprung. Da stand ich nun einsam und verlassen an der Bushalte, Busse und PKWs schlitterten an mir vorbei und ich merkte wie die Wehen stärker wurden, aber immer noch aushaltbar. So wartete ich schon seit bald einer Viertelstunde, als mein Phone klingelte.
 kam die Schräge auf unserem Garagenhof nicht hoch und sah sich gezwungen, mir absagen zu müssen. Schade, aber wenn Schiet, dann Schiet. Genau das war mein Problem, aber es half jetzt ja nichts. Ich überbrückte die Kreuzung und ordnete mich der Bushalte in der anderen Fahrtrichtung zu. Auf dem Weg durch mal wieder nicht geräumte Fußwege sah ich den von mir benötigten Bus nach Lehndorf.
Ich würde also zuhause meinen Vorrat an Toilettenpapier weiter dezimieren können. Doch, wie das so ist: Der vermeintliche Bus nach Lehndorf entpuppte sich als weiterer Bus Richtung Salzgitter, als er nichts rechts um die Ecke zu mir, sondern links zur kurz zuvor von mir besetzten Bushalte abbog.
Dies natürlich haargenau in dem Moment, wo die 426 Richtung Rudolf schon vor mir stand. Doch anstatt das ich Strunz dort einstieg, wartete ich noch die 5 Minuten, bis die 419 kam. Der Bus nach Lehndorf stand leider nicht auf der Anzeigetafel, was bedeutete: Die 431 wäre nicht vor einer halben Stunde da. In dieser Situation zeigte wieder einmal mein natürliches Gespür für das richtige Timing, denn die 419 ließ sich Zeit und benötigte ne runde Viertelstunde. Und das auch nur, weil der Busfahrer regelwidrig auf der Geradeausspur fuhr, um dann doch links abzubiegen. Die Linksabbiegerspur war selbstredend vollkommen dicht mit PKWs.
Im Bus saß ich sehr unruhig auf meinem Sitz, aber stehen war erheblich unangenehmer wegen der Schübe. Daher erschien mir der Fußweg vom Rudolfsplatz nach Hause in meiner derzeitigen Verfassung nicht angeraten, aber wo bekam ich auf die Schnelle eine Toilette her?
Fieberhaft überlegte ich meine weitere Vorgehensweise und wagte dann einen für mich typischen Schritt: Ich würde weiter bis zum weißen Ross fahren und dort die öffentliche Toilette aufsuchen. Irgendwie bescheuert, aber Hartmudo.
Gesagt, getan. An der Amalie stieg ich aus, begab mich ins gegenüber liegende Einkaufsparadies „Weißes Ross“ und ging nicht über Los direkt in die Toilette. Donnerschlag - so klang es auch. Mir ging es anschließend sofort wieder blendend, wenn auch die Papierqualität ein wenig zu wünschen übrig ließ. Eine Konsistenz wie früher das Druckerpapier, etwas breiter als die üblichen Rollen für die Kassenbons bei Aldi oder Lidl, aber genau so rund.
Anschließend kaufte ich noch bei Rewe und DM einige Artikel ein; wenn ich schon einmal da bin, dann Hüh. Draußen stieg ich in den ersten Bus, der gerade kam, ein. Die 419 brachte mich nur eine Station zum Rudolf weiter, von da aus bewältigte ich den langen Fußweg nach Hause. Das ging ja jetzt, die Krämpfe waren passe.
Der Fußweg war nun, knappe zwei bis drei Stunden später, ein wenig geräumt. Damit meine ich, dass irgendjemand mit einer Schneeschippe eine Schneise in die Schneedecke gefräst hatte. Dies allerdings ohne Streumittel, was die Rutschfestigkeit insbesondere in den Abschnitten mit dem sehr beliebten Kopfsteinpflaster nicht erhöhte.
Voll bepackt mit Aktentasche und Einkaufstasche ging ich wie auf Schienen. Nein, eher wie auf rohen Eiern. Doch nach einem etwas längerem Fußmarsch als gewöhnlich bog ich endlich in unsere Hofeinfahrt ein und siehe da: Der Winterräumdienst hatte sich noch nicht blicken lassen. Meine deshalb mit Schnee bedeckten Schuhe ließ ich natürlich im Hausflur vor unserer Wohnung zum Abtrocknen stehen.
Wenn ich mir diesen Tag vorher frei genommen hätte - warum auch immer, wäre ich sicherlich zu dieser Zeit, also ca. 9.30 Uhr, gerade aufgestanden. Stattdessen habe ich an diesem unverhofften freien Tag schon eine Menge erlebt gehabt. Tiefen und Höhen sozusagen. Auch wenn einiges an diesem Montag aus dem Ruder gelaufen war, so fühlt sich dieser Tag doch süßer als ein normaler Urlaubstag an.
Meine Psychotherapeutin würde mir da sicherlich zustimmen, obwohl sie bezüglich meiner bereits angesprochenen Fixierung sicherlich noch Fragen hätte. Und - so komisch, wie sich das jetzt anhören mag, aber ich freue mich auf den morgigen Arbeitstag. Verrückt, oder?
Heute Abend kein Toffeefee, dann bin ich im Bus safe. Eins noch: Zwischenzeitlich besiegte meine Löwin die Schräge auf dem Garagenhof und lieferte den KIA bei Dürkop ab, Rückfahrt mit Bus und Bahn.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Contramann: kurz gesehen im Februar

https://www.berliner-zeitung.de/panorama/andrea-kiewel-im-zdf-nerviger-konnte-das-jahr-kaum-enden-li.10012252
Klasse. Das ist so richtig schön Böse. Ich kenne übrigens nicht einen Menschen, der sich so etwas anschaut an Silvester. Meine Eltern haben früher diese Silvestershows gerne geschaut - Insofern passt hier die Spitze, dass die Programmverantwortlichen im ZDF da beratungsresistent in der glorreichen Vergangenheit verweilen.

https://taz.de/Kontokuendigung-linker-Organisationen/!6143651/
Witzig. Dieselben Organisationen - und sicherlich auch die TAZ - haben in den letzten Monaten Hurrah geschrieben, wenn Putinverstehern, Coronaleugner oder kritischen Journalisten die Konten gesperrt wurden. Aber wenn's um die eigene, woke Pseudo Linke geht, da ist dann die Demokratie in Gefahr. Diese Doppelmoral ist es, die USA Außen Vance angesprochen hatte und deshalb die Demokratie in Germany in Gefahr sieht.
Schlimm, dass ich zumindest in diesem Punkt Vance recht geben muss. Ansonsten: Vorsicht vor Trump; da bin ich dabei. Nicht aber bei abgehalfterten vermeintlichen Linken, die mit der eigentlichen Klientel - Arbeiter und Angestellte - nicht viel anfangen können. Die - und nur die - sind der Sargnagel unserer Demokratie. Die „Rechten" kann man aushalten und auch klein halten. Mit Argumenten statt mit Verboten.
Und mit sozialer Politik für die weniger Betuchten in diesem Land statt mit Klimafaschismus der Gendern. Die Grünen könnten sich zusätzlich noch an ihre Anfänge als Friedenspartei besinnen. „Schwerter zu Pflugscharen“ und so. Heute glänzen sie eher als Sprachrohr transatlantischer Rüstungsinteressen.

https://taz.de/Russlands-Terror-gegen-die-Ukraine/!6144729/
Was für ein übler und vor allem dämlicher Kommentar. Die TAZ - Sprachrohr der Grünen - zeigt hier ein anderes Gesicht als das von Petra Kelly. Siehe auch meinen Kommentar zuvor. Und dass den Russen militärisch die Puste ausgeht…
Schlimm, dass ich bei dieser fiebrigen Aussage des Kommentators an die Durchhalteparolen der jeweiligen deutschen Machthaber am Ende beider Weltkriege denken muss. Kurz zu Petra Kelly:
https://de.wikipedia.org/wiki/Petra_Kelly

https://www.pressenza.com/de/2026/01/holt-das-gold-aus-den-usa-zurueck-fordert-der-spiegel/
Dreist vom Spiegel. Das russische Staatsvermögen für die Ukraine requirieren zu wollen, aber kurze Zeit später eine befürchtete Angst vor Trumps Zugriff auf die deutschen Goldreserven in den USA zu beschwören.
Das nennt man auch doppelte Standards.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=145205
Trump auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Ich stimme mit Marcus Klöckner überein: Die Politik von den US Regierungen unter Trump und Biden ist sicherlich nicht friedensorientiert, aber diese eine Aussage von Trump ist eben richtig. Krieg ist immer Scheiße und muss unterbunden werden. Punkt. Das gilt selbstverständlich auch für alle Beteiligten, Russen wie Ukrainer oder Europäer.
Was lese ich aber in den Zeitungen unserer großen Medienimperien, was sehe ich im TV? Die Unterstützung der Ukraine muss aufrecht erhalten werden, gern auch verstärkt. Der „Russe“ allein sei schuld, nur „er“ soll die Waffen niederlegen. Da ist die Schuldfrage wichtiger als die vielen Toten, die vollkommen umsonst abkratzen.
Hier möchte ich an die Verhandlungen im März 2022 in Istanbul erinnern. Die damals vorliegende Vereinbarung zur Beendigung des Krieges war von den Bedingungen her für die Ukraine günstiger als alles, was die Ukraine und ihre Unterstützer jetzt auch nur als Minimum fordern.
So wären nach dem Plan von 2022 die Donbas Republiken auch weiterhin Bestandteil des Staates Ukraine geblieben. Die Russen wollten lediglich eine Teilautonomie dahingehend erreichen, dass die russische Sprache dort nicht mehr verboten wird. Wäre auch sinnvoll gewesen, wie man der Statistik entnehmen kann:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1292401/umfrage/anteile-russischer-und-ukrainischer-bevoelkerung-in-oblasten-donezk-und-luhansk/
Aber nein, Boris Johnson reiste seinerzeit nach Istanbul und überzeugte die Ukraine, weiter zu kämpfen. Bis zum Sieg. Jetzt, 4 Jahre später, hat Selenskyi angesichts der Möglichkeiten im März 2022 sein Land mal so richtig verrudert.
Aber weil nicht sein darf was offensichtlich ist, ignorieren Medien und Politik in den Staaten der „Willigen“ die verpassten Chancen und den daraus resultierenden unnötigen Zahlen an Opfern des Krieges. Und diffamieren seit 4 Jahren auch diejenigen, die sich auf Demonstrationen gegen den Krieg und die militärische Aufrüstung positionieren, als „Putinversteher“ und gar als „Rechte“, also Faschisten.
Bin ich selbst vor zwei Jahren auf den Demos mit dabei gewesen, mache ich dies jetzt nicht mehr. Der soziale Druck durch Medien und Politik, aber vor allem durch die lieben Mitmenschen und Biedermänner, auf die Teilnehmer hat viele resignieren lassen. Ich selbst habe es vielleicht knapp über ein Jahr durchgehalten. Seitdem bin ich durch - dieser Gesellschaft ist nicht mehr zu helfen; als Märtyrer sehe ich mich nicht. Für wen denn auch.
Faschisten sind übrigens nach herkömmlicher Definition eher Menschen, die Menschen wegen ihrer Herkunft, Rasse usw. unterdrücken. Das Verbot der eigenen Sprache ist ebenfalls eine Form dieser Unterdrückung.
Und damit dieser ins Auge springende Widerspruch nicht auffällt, sprechen wir in der Tagesschau und Co. nicht drüber.

Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“

Mittwoch, 4. Februar 2026

Hartmudo: Winter 1/2

Montag, 26. Januar. Noch knapp zwei Monate bis zu meinem nächsten halbrunden Geburtstag, doch darüber wollte ich hier nicht berichten. Stattdessen ärgerte ich mich heute wegen des erneuten starken Schneefalls, oder auch kurz über den Winter.
Der Wochenanfang begann zunächst in gewohnter Weise. Um 6.00 Uhr stand ich auf und machte mich reisefertig, denn heute ging es wieder ins Büro nach Salzgitter Lebenstedt. Ich freute mich bereits auf eine einstündige Busfahrt, in der ich ausreichend Gelegenheit zum Lesen in einem absolut packenden Roman erhalten würde.
Dies beinhaltet natürlich den Verzicht aufs Radeln zum Bahnhof; bei den Temperaturen um den Gefrierpunkt ist das einerseits schwierig, andererseits aufgrund des kaputten Fahrrads eh keine Option, hatte ich mich doch mit diesem am Wochenende zuvor auf die Erde geschmissen - nach meinem Besuch der Wasserwelt. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nun gut. Ich schaute während des Ankleidens aus dem Fenster und konnte bereits erkennen, dass der von unserer Hausgemeinschaft teuer bezahlte Winterdienst seine Arbeit noch nicht verrichtet hatte (dieser kam erst irgendwann am späten Vormittag). Eine wunderhübsche Schneedecke hatte sich über die Landschaft und unserem Hof gelegt, da wurden gleich Erinnerungen an die Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel am Samstag wach.
Schon beim Raustreten aus dem Haus rechnete ich mit Verzögerungen im ÖPNV, denn da bin ich ja gebranntes Kind. Ich würde wohl auf meinen geliebten Kaffee mit Hafermilch vom Backwerk auf dem Damm vor dem Schloss verzichten müssen, da ich den Kaffee an der Bushalte mit Blick aufs Schloss zu konsumieren pflege und Kaffee im Bus nicht gern gesehen wird.
Ich schlurfte noch über die von einem Nachbarn in den Schnee gebrannte Fahrrinne auf den Gehsteig unserer Nebenstraße und ärgerte mich noch über den nicht gefegten Zustand des kompletten Fußwegs, als ich bereits ausrutschte und in den Schnee greifen musste. Zum Glück hatte ich mir nichts getan; ich kam mit dem Schrecken davon.
Ich klopfte den Schnee ab und weiter gings durch den vielleicht 5 Zentimeter hohen Schnee; eine Wohltat für meine Michael Ballack Schuhe (Skechers Slip-ins). Richtige Winterschuhe besitze ich seit meiner Kindheit nicht mehr. Wozu auch, wann schneit es denn schon mal?
Heute zum Beispiel, an diesem Morgen immer noch leicht. Und bis zur Autobahnbrücke war nirgendwo der Fußweg gefegt worden, lediglich einzelne Fußstapfen verrieten, dass die weiße Schneedecke hier bereits entjungfert worden war. Na klasse, ich würde mit nassen Füßen im Büro sitzen müssen. Eine Erkältung würde mich ereilen, keine Frage.
Wenigstens war eine kleine Fläche beim Wartehäuschen an meiner Bushalte schon gefegt worden. Mehr Leute als gewöhnlich drängelten sich dort auf engstem Raum zusammen und warteten wie ich auf einen Bus, der uns unseren geliebten Arbeitsplätzen näher bringen würde. Der leichte Schneefall hatte mittlerweile ausgesetzt, die Autos fuhren behutsam über die abgefahrene wie nicht geräumte Fahrbahn.
Eingedenk dessen bestieg ich den ersten Bus Richtung Münzstraße, der selbst schon stark verspätet auftauchte. Ein schneller Blick auf meine App zeigte mir zwar schon eine 7minütige Verspätung des Salzgitterbusses am Schloss an, aber Nummer Sicher ist angesichts der heutigen Wetterlage die Gewinnerkugel der heutigen Lostrommel.
Im Bus sitzend checkte ich noch schnell die BahnApp - 5 Minuten Verspätung. Diesbezüglich hatte ich mit dem ehemaligen Staatsbetrieb schon genügend schlechte Erfahrungen sammeln dürfen, dass ich mich angesichts der erfreulich frühen Ankunft in der Münzstraße auf meinen Pott Kaffee mit Hafermilch freute.
Da stand ich denn nun an der Bushalte vorm Schloss und vermisste die 620 für den Ritt nach Lebenstedt auf der Anzeigetafel. Ah, endlich! In 20 Minuten sollte sie hier anbremsen. Nach all den Bussen Richtung Wolfenbüttel, die davor angekündigt waren. Genügend Zeit also, um meinen Pott auszuschlürfen.
Nach 20 Minuten Wartezeit war der Bus zwar immer noch nicht angekommen, dafür hatte sich die Anzeigetafel dazu durchgerungen, die 620 zu ignorieren. Das roch nach einem Komplettausfall des Busses und ließ mich automatisch zum Phone greifen. Tatsächlich erreichte ich meinen Teamleiter sofort. Ich schilderte kurz die Problematik und nahm mir den Tag auf Überstunden frei. Allerdings behielt ich mir die Rücknahme von der Absage vor, weil weiter hinten urplötzlich noch ein Bus an der Haltestelle vorm Lindi zu erkennen war.
10 Minuten gab mir der Teamleiter. Geschlagene zwei Minuten später rief ich ihn noch mal an. Mittlerweile saß ich in der 620 und befand mich auf dem Weg Richtung Lebenstedt. Circa zwanzig Minuten später als gewöhnlich; zusätzliche 20 Minuten plante ich schon einmal als zusätzliche Verspätung bis zum Büro ein, will sagen: Ankunft Büro kurz vor 9.00.
Mein Teamleiter freute sich auf meine Anwesenheit, bei mir selbst ist es schwierig, die Begriffe „Freude“ und „Arbeit“ in einen direkten Bezug zueinander zu setzen. Aber egal. In vergangenen Jahrzehnten bin ich bei so einem Wetter mit dem Auto nach Lebenstedt geeiert. Als Highlight kann hierbei mein Fiat Panda gelten, der unverwüstlich auch bei klirrender Kälte fuhr. Einzig und allein eine hohe Luftfeuchtigkeit - gern auch mal im Sommer - hielt ihn mit großer Beständigkeit davon ab, anzuspringen.
Oder: Ich bin ja nicht aus Zucker, obwohl ich gestern zur Nacht nach einigen Bierchen noch eine komplette Packung „es steckt viel Spaß in…“ eingeatmet hatte. Und die machte mir schon auf dem ersten Kilometer im Bus Sorgen. Krampfartige Schübe in meinem Unterleib regten mich zum Rechnen an.