Gestern war es dann soweit: Beim
Lungenfachmann habe ich mir das Schlafüberwachungsgerät abgeholt.
Denn gerade zuletzt auf Fehmarn hatte ich geschnarcht wie nen Eber.
Meine Löwin war darüber gar nicht begeistert und deshalb machte ich
den Termin beim Facharzt. Schlafapnoe ist der Fachbegriff,
Schlafaussetzer also.
Doch keine Sorge. Falls Du jetzt
entnervt mit dem Lesen aufhören möchtest, kann ich Dir folgendes
versichern: Ja, ich wollte hierüber den gesamten Beitrag schreiben,
aber …
Das Wochenende davor. Der Besuch beim
Arzt war noch nicht im Fokus, da konnte ich Freitag noch mit Wittkamp
und dem Fittich inner Jever nen Pils trinken gehen. Da fand ich dann
den Fittich klasse. Gerade, als ich mich bei Günni nach dem Befinden
von Onkel Hotte (liegt im Krankenhaus) erkundigen wollte, klopft er
mir auf die Schulter und erinnerte mich daran, das ich den Zug um
14.00 Uhr nehmen wollte.
Also austrinken und los. Schließlich
hatte ich es meiner Löwin versprochen, kurz nach 3 zuhause zu sein.
Einkaufen war noch angesagt, bevor wir zu Pocke und Patti zum
Skatspielen erwartet wurden. Und ganz so straff wollte ich dort auch
nicht auflaufen. Das haute auch alles super hin.
Kurz nach 19.00 Uhr saßen wir dann bei
Patti und Pocke am Tisch. Brot und Bretzeln, Mett und gaanz wichtig:
Der selbstgemachte Obatzter von Patti! Der war sehr lecker mit
Bretzel und Brötchen, schmiegte sich hervorragend an die
Magenschleimhaut an.
Dies war auch nötig, denn jetzt wurde
es ernst. Pocke stellte mir ein Einbecker Mai Urbock hin. Mit
Todesverachtung schüttete ich eins in den bereitgestellten Tonkrug,
um mich kurz darauf selbst zu schütteln. Das schmeckte nach Schädel
– da habe ich mit dem Einbecker Mai Urbock entsprechende
Erfahrungen machen müssen. Mehr als eins ging also gar nicht;
Einbecker Pils aus`m Steini reichte vollkommen hin.
Die Karten kamen auf den Tisch und los
gings. Schade, daß Patti nicht für Skat zu begeistern war, aber
gut. Ich denke, auch Patti hat viel gelacht an dem Abend. Die
dreistöckigen Parliament Wodka befeuerten bei Pocke und mir die
Stimmung; die Kartoffelchips kamen erst später.
„Hartmudo, Du bist dran!“ Meine
Löwin, leicht belustigt.
„Is gut. Was spiel ich?“ fragte ich
mit leicht belegter Zunge. „Kreuz!“ Die Antwort kam im Chor.
Trotz gewisser Beeinträchtigung in der
Konzentration konnte ich mit zunehmender Spieldauer meinen Vorsprung
ausbauen. Auch nachdem der Parliament alle war, konnten mich
Lokstedter und Balsam nicht mehr von der Siegerstraße verdrängen.
Ein netter Abend, der so richtig gut
tat. Samstag halb elf am Vormittag sah das allerdings nicht unbedingt
danach aus. Zwei Butterbrötchen, etwas Mett. Mehr ging nicht und
wieder hinlegen. Man kann es auch so sehen: Samstag stand ich um
15.00 Uhr auf. Da jetzt sowieso schon alles egal war, hatte ich noch
schnell im Internet nach Livebildern von Eintracht gegen Gladbach
geschaut.
War ich am Wochenende vorher noch
genervt, weil ich beim Spiel in Nürnberg wegen des Halbzeitstandes
von 1:0 für Eintracht bei einem Mann mehr fest mit nerm Sieg
gerechnet hatte und dann beim Einschalten in der 49. Minute landete
und dann … ja dann … 2:1 für Nürnberg, was für eine
Enttäuschung. War ich schuld, weil ich es unbedingt live verfolgen
wollte?
Beim Gladbachspiel war mir das jetzt
egal. Der Abstieg schien ja auch schon besiegelt, also was solls. Ihr
merkt schon, ich bin da emotionell total am Wanken. Aber an und für
sich war das Spiel und das Ergebnis okay, ein Verbleib in der Liga
ist möglich. Sie müssen bloß die Tore machen, dann können sie
auch mit Mainz oder Augsburg mithalten. An und für sich wollte ich
selbst ins Stadion, aber die von einem Kollegen besorgten Karten habe
ich bei Danny belassen, der im Stadion seinen 31. Geburtstag feierte.
Mit Kumpels und hinterher into Town, da hätte ich nach dem
Lokstedter vom Vorabend nicht mitkommen können.
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Mein 31. Geburtstag. Glückwunsch, Danny |
Stattdessen Sportschau, der Abend wurde
nicht allzu lang. Phil kam noch vorbei, wollte Werder sehen. Wir
brachten ihn dann noch um die Ecke, hinterher Kartenspielen mit
meiner Löwin. Den Samstag hatte ich also vergammelt, da mußte es am
Sonntag losgehen.
Rechnungen bezahlen, für meine
Betreuung (die Gräfin) Post erledigen und weiter hier fürs Blog
schreiben. Nichts davon klappte. Vormittags gingen wir spazieren,
dann kam Danny noch vorbei, um die Geschenke abzuholen und nen Kaffee
zu trinken. Hier noch was und bei meiner Löwin den Rechner richten,
schon war es dunkel. Gerade, als ich mit dem Blog anfangen wollte,
gingen die Akkus in meiner Tastatur in die Knie. Und keine AAAs im
Haus. Ich bekam ne Krise! Wutentbrannt fuhr ich im Jogginganzug
schnaubend zur Aral, um für gigantische 4,69 € viel AAAs zu
kaufen. Von Varta, aber trottzdem zu teuer. Was solls, die Tastatur
läuft seitdem wieder.
Anstatt Joghurt gab es dann doch Pils
und Chipsfrisch, da hatte ich ja wieder nen Grund. Gegen späten
Abend brachte ich sogar etwas in die Tasten. Das Geschreibsel in
diesem Beitrag übrigens nicht, obwohl ich das eigentlich vorhatte.
Ihr wißt schon: Das Schlafüberwachungsgerät wirft seinen Schatten
voraus und so.
In dem Bewußtsein, über dieses Gerät
abends unbedingt etwas schreiben zu müssen, fuhr ich dementsprechend
genervt mit dem Bus zum Bahnhof.Ich wußte ja, daß ich um 14.00 Uhr
Feierabend machen mußte, damit ich es zum Arzt rechtzeitig schaffe.
Die daraus resultierende Stimmung war am Bahnhof sofort wieder weg,
weil die meisten Züge gecancelled waren. Probleme im Stellwerk halt.
Vorne standen schon Busse; Es sah ergo sehr stark nach
Schienenersatzverkehr aus.
Die Bahnangestellten zeigten sich wie
immer in solchen Situationen cool, aber völlig planlos. „Der Zug
nach Hildesheim um 6.42 Uhr fällt heute aus.“ So die Ansage über
den Lautsprecher. Kein Wort verlor die gesichtslose Frauenstimme über
die beiden Busse vor dem Rathaus, die als Schienenersatzverkehr nach
Hildesheim fahren sollten. „Der Schienenersatzverkehr hält vor dem
Bahnhof.“ erbarmte sich schließlich der Auszubildende, der diese
Info ins Mikro krächzte.
Auch nach Salzgitter sollte ein Bus
pünktlich abfahren. Die anderen Pendler – man kennt sich nach all
den Jahren – waren schon ganz jieperig. Nur der Pionier und ich,
gestählt durch endlose Pannen des Unternehmens Deutsche Bahn,
rechneten es eiskalt durch.
Deshalb saßen wir auch nicht im
Ersatzbus, der 10 Minuten später losfuhr und uns eine Ankunft im
Büro kurz vor 8.00 Uhr beschert hätte, sondern fuhren mit dem Zug
nach Bad und von dort mit dem Schnellbus direkt zum Rathaus. Punkt
8.00 Uhr habe ich eingestempelt und die ganze Zeit nen Sitzplatz
gehabt. Warum ich dies erwähne, dürfte klar sein.
Auf der Fahrt ließen der Pionier und
ich das Spiel vom Samstag nochmal Revue passieren, ehe wir in unsere
Büros eilten. Ja, nach der Nürnberg Pleite kommt jetzt sogar noch
ein bißchen Hoffnung auf. 1:1 gegen Gladbach, 2 dämliche Tore. Aber
noch ist alles möglich.
Wo wir grad bei der Eintracht sind.
In der Braunschweiger wurde ein schöner
Artikel veröffentlicht:
Das ARD Magazin Kontraste hatte wohl
wieder einen einseitigen Bericht, der sich auch mit der rechten
Braunschweiger Fanszene beschäftigt, gesendet. Ohne den Bericht
jetzt gesehen zu haben – hole ich aber gleich nach – unterstelle
ich den Medien vorab eine Sensationslüsternheit.
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Apfel und die Svoboda |
Denn eins ist glasklar: Das Eintracht
im Februar lt. der Braunschweiger Zeitung eine rechtsradikale
Gruppierung aus dem Stadion verbannt hat, ist keine so schöne
Meldung wie die armen Jugendlichen von UB 01, die in ihrem
„ehrlichen“ Kampf gegen rechte Tendenzen die Wahrheit gepachtet
haben. Für den Fernsehzuschauer ist diese Art von Aktion natürlich
viel geiler.
Wenn ich dann die Leserkommentare
ansehe, werde ich gleich wieder griffig. Von wegen den Übergriffen,
rechter Gesänge bis hin zu sexistischen Gesängen, auch gegen
Homosexuelle....
Ihr elenden Ziegenärsche! Jetzt traut
Ihr Euch aus den Löchern, wo die „Nazis“ nur noch vereinzelt
agieren und selber Schiß haben müssen, eine auf die Schnauze zu
kriegen. Wo ward Ihr Großmäuler denn in den 80ern, als Ulli, Jürgen
und ich zusammen mit einigen anderen gegen die zahlreich vorhandenen
Nazis angebrüllt hatten?
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H Lecter |
Jetzt, wo das Stadion mehr oder weniger
von den Idioten geräumt ist, da reißt Ihr Eure Klappe auf. Sehr
mutig. Mann Mann Mann.
Und kotzen möchte ich, wenn ich an die
„Moral“ der Medienschaffenden denke. Da werden Neonazis aus
Sensationsgier herbeigeredet, und auf dem Maidan in Kiew regelt die
rechtsradikale Svoboda die Ordnung, hat sogar in der neuen Regierung
mehrere Ministerposten und die Polizeigewalt. Das Bild von Holger
Apfel (NPD) und dem Svoboda Chef Holovko spricht da Bände. Aber kein
Wort davon in den Massenmedien. Stattdessen Hetze gen Putin. Schlimm.
Gestern Abend dann hielt ich (endlich)
den Koffer mit dem Schlafüberwachungsgerät in den Händen. Meine
Löwin half mir beim Umschnallen. Ich habe relativ gut schlafen
können mit dem Ding und stand heut morgen wieder im Wartezimmer.
Um es kurz zu machen: Der Doc
diagnostizierte auf Anhieb eine mittlere Schlafapnoe. Schlaflabor
Ende Mai, danach dann ne Schlafmaske, durch die leicht erhöhter
Luftdruck in die Nase gepumpt wird. Sieht bestimmt blöde aus, aber
wenn es das Herzinfarktrisiko mindert …
Auf alle Fälle habe ich jetzt einen
Namen für die Rumpelkammer Abteilung: H Lecter wird es sein.
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