Die nächsten beiden Tage blieb es dann
ruhig im Haus. Harald machte sein Ding weiter, ich entsorgte
Toilettenschüssel und Bauschutt auf dem Hänger in unserer Garage.
Schließlich kam der Samstagmorgen.
Meine Löwin und ich hatten frühmorgens
Brötchen samt Mett besorgt. Wir wollten mit Harald frühstücken und
anschließend die Fliesen abholen. Als meine Löwin und ich mit den
Brötchen das Haus betraten, trafen wir den Ehepartner des Hauswarts.
Meine Löwin fragte, ob der Hauswart samt Partner Zeit hätte, bei
uns vorbeizuschauen. Wir wollten ihnen was zeigen.
Zeigen wollten wir ihnen unsere
Baustelle, damit sie beruhigt sind. Da der Hauswart dazu tendiert,
sich bei Mißmut wie ein kleines Kind zu verhalten (und die Leiter
wegzustellen), dachten wir uns, wir zeigen ihm das Ganze direkt,
damit er es auch begreift und keine Angst mehr hat. Die Sendung mit
der Maus halt.
Der Partner sagte noch etwas von
„morgen Nachmittag. Wir fahren heute nach Ludwigsburg.“
Ludwigsburg meint Basketballbundesliga
Auswärtsspiel New Yorker Phantoms weit unten südlich in
Deutschland.
Prima. Ein Anfang war gemacht. Wir
sahen die Chance, dass wir doch nochmal vernünftig ins Gespräch mit
unseren Nachbarn kommen können. So ein Nachbarschaftskrieg ist ja
auch nervenaufreibend. Das braucht keiner. Schließlich hatten wir
mit dem Hauswart in der Vergangenheit auch schon privat nette
Aktionen erlebt: Grillen, Fußball WM 2006, eine Radtour …. Es sind
halt immer diese emotionellen Ausraster, die mich aggressiv werden
lassen und zur Weißglut bringen können. Also tief Luft holen,
weiter geht’s.
Kurze Zeit später kam Harald zum
Frühstück. Anschließend hatten wir sogar das Auto wieder zur
Verfügung, auf dass wir endlich einkaufen fahren konnten. Real,
Lidl. Harald machte derweil im Bad weiter. Die Fliesen wollten wir
hinterher verarzten.
Als wir vom Einkauf zurück kamen, fiel
Harald ein, das Klo anzuschließen. Hhm. Ohne Leiter? Als
Alternative blieb uns die eigene Leiter, die wir in unserem Haushalt
benutzen. Einen Versuch war es auf alle Fälle wert. Meine Löwin
klingelte nochmal beim Hauswart, keine Reaktion. So stand ich dann
auf unserer etwas besseren Trittleiter. Unterm Fuß noch einen
wackligen Ziegelstein, damit ich überhaupt an die 2 Wasserhähne im
Fahrradkeller kam. Und das noch auf Zehenspitzen. Harald sicherte
meinen Stand auf der Leiter. Wenn ich da abgeschmiert wäre …
Aber es ging alles gut. Wasser
abdrehen, Wasser wieder andrehen. Wieder war etwas geschafft und
diesmal ohne Ärger, da der Hauswart ja in Ludwigsburg weilte. Ich
vergaß eben zu erwähnen, dass ich noch schnell einen Zettel wegen
des kurzfristigen Wasserabstellens im Treppenhaus aufgehängt hatte.
Eigentlich sollte das ausreichen, oder?
Sonntagsmorgens, 14.April. Meine Löwin
und ich sitzen am Frühstückstisch und warten schon auf den Besuch
des Blockwarts. Endlich können wir mit unseren Nachbarn in Ruhe
sprechen, Mißverständnisse ausräumen und in Ruhe und Frieden durch
den Hausflur laufen, ohne mit dem Hauswart herumzukeifen.
Dachten wir. Erst holte Vettel beim
Grand Prix von China nur den vierten Platz und dann plätscherte der
Mittag wie auch der Nachmittag nur so dahin. Irgendwann dämmerte
uns, dass der Hauswart uns nicht besuchen würde. Wir hörten
lediglich undefinierbare, laute Geräusche aus dem Kellerbereich. Wir
argwöhnten, dass unser Hauswart mal wieder vor Wut schäumt. Doch
demonstrativ haben wir dies ignoriert.
Denn wir waren schon enttäuscht:
Offenbar hatte der Hauswart kein Interesse an irgendwelchen
Gesprächen zur Klärung von Mißverständnissen. Hinterherlaufen
wollten wir allerdings auch nicht. Aber der Hauswart kam einfach
nicht. Wir malten uns schon irgendwelches Ungemach aus, welches uns
drohen könnte. Da hieß es nur, cool zu bleiben oder wenigstens so
zu tun.
Am nächsten Morgen gegen 5.30 Uhr
brach ich zur neuen Woche auf – in den Fahrradkeller, um mit meinem
Rad zum Bahnhof zu fahren. Da traf es mich mit voller Wucht: Die
Mannschaft hatte einfach mein Fahrrad umgesetzt!
Bislang waren auf der linken Seite
vorne noch zwei Ständerbuchten frei. Für uns sind 2 Buchten
vorgesehen. Von den ersten vier Ständerbuchten links sind zwei für
meine Löwin und meinereinen. Zwei also für Gäste des Hauses.
Soweit so gut.
Da ich mein Radl zur Arbeit bzw.
Bahnhof brauche und es insgesamt doch etwas eng ist, habe ich
zwischen meiner Löwin`s Rad und meinem einen Platz freigelassen,
damit ich leichter rangieren kann. Mittlerweile sind die
Fahrradbuchten im neuen Fahrradkeller ein Jahr lang installiert und
nie nie nie wurde ein Gästeplatz benötigt.
Und jetzt – auf eiin Mal! – schiebt
die Mannschaft mein Rad direkt neben das meiner Löwin und setzt ein
Kindermountainbike mit plattem Hinterreifen (!) davor. Jetzt muß ich
immer mein Radl morgens dort rausfriemeln, dann abstellen und alles
für die Fahrt zurechtprummeln.
![]() |
mein Radl |
Bislang blieb das Rad im Ständer, ich
fummelte alles hin und fuhr dann gleich direkt los. Jetzt stelle ich
mein Rad morgens immer erstmal auf den einbeinigen Fahrradständer.
Dort fehlt unten das Gummi, welches der Hauswart unlängst monierte,
weil der (unprofessionell) aufgebrachte Fließestrich Schaden nehmen
würde. Und nun? Wenn die Mannschaft es so haben will, bitte!
Ich kauf da jetzt kein Gummi für,
selbst wenn es nur 10 Cent kostet. Habe ich mein Fahrrad
unnötigerweise verschoben oder was? Bloß aus Gnatz, weil wir am
Samstag wieder das Wasser abstellen mußten, passiert so ein
Kinderkram. Offensichtlich wird von dieser Seite keine Verständigung
gesucht. Das Umstellen des Fahrrades kommt da sogar einer
Kriegserklärung gleich.
Den ganzen Tag noch habe ich mich
geärgert. Am Ende habe ich wohl irgendwann „zufälligerweise“
nen Platten oder wie? Die bilateralen Beziehungen zwischen dem
Hauswart und uns sind an einem neuen Tiefpunkt angelangt.
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