„The female Elvis“ wurde am 27.März
1940 in Sutherlin, Virginia geboren. Schon in ganz jungen Jahren
zeigte sich ihr Interesse an Musik, denn sie hatte in ihrem
Elternhaus dazu auch ideale Voraussetzungen.
Ihre Mutter hatte Bühnenerfahrung als
professionelle Sängerin und ihr Vater sowie der Onkel waren in
Sutherlin als Amateurmusiker unterwegs. Im zarten Alter von 4 Jahren
begann Janis Gitarre zu spielen. Sie mußte die Gitarre wie einen
Bass halten, da sie zu klein war, um sich das Instrument umzuhängen.
Mit 6 hatte sie die „Basics“ an Akkorden drauf und begann darüber
zu singen. Dank ihrer lauten und kräftigen Stimme wurde sie in einem
Talentwettbewerb im zarten Alter von 8 Zweite.
2 Jahre lang gewann sie danach 11
dieser Wettbewerbe in mehreren Bundesstaaten. Janis ist 11, als sie
ein Mitglied des „WDVA Barndance“ in Virginia wird. In diesen
„Scheunenshows“ wurde schon seit den 20er Jahren Country live im
Radio eingespielt. Die bekannteste Show ist sicherlich die seit 1928
laufende „Grand Ole Opry“ aus Nashville, Tennessee, die auch
heute noch läuft.
Für weitere 2 Jahre reiste sie mit
Glen Thompsons`s Band durch die Lande und spielte dann mit Jim
Eanes, einer Bluegrass und Countrylegende. Als sie 1953 auf dem
„Tobacco Festival“ mit Ernest Tubb (Wegbereiter des Honky Tonk
Stils) und Sunshine Sue (Barndance Legende) spielte, hatte sie es
vorerst geschafft. Sie wurde ständiges Mitglied des „Old Dominion Barndance“ in Richmond, Virginia und damit der drittgrößten dieser Shows in den USA. Außer den Carter Sisters habe ich noch von keinem der anderen Stars dieser Show gehört. Aber vielleicht kennt der geneigte Countryfan Namen wie Jean Shepherd oder Sonny James. Jedenfalls verschafften 2 Jahre mit dieser Truppe der jungen Janis genügend Erfahrung, um ihre dynamische Bühnenpräsenz herauszuarbeiten.
Janis Martin lebte für diese Sache -
„entertaining People“. Außerdem schrieb sie schon mit 14 eigene
Songs, deren Demoaufnahmen den Chef von RCA Records motivierte, ihr
nach einigen Demobändern 1956 ihren ersten Plattenvertrag
anzubieten. Da war sie noch Fünfzehn. 2 Wochen, nachdem Elvis
Presley bei RCA zeichnete, unterschrieb auch Janis Martin dort.
So weit, so gut. Bisher klingt das ja
alles nach Country. Wo ist hier die Brücke zum Rock `n` Roll? Der
liegt eben in diesem Plattenvertrag. Denn 2 Personalfuzzis des
Senders WRVA (sendete den Barndance über den Äther) hatten zum
Rockabillyboom den Song „Will You, Will Yum“ geschrieben. Janis
sang diesen Song anläßlich einer Barndance-Übertragung, dieser
Song fand den Weg als Demo zu RCA Victor und Steve Sholes, Manager
bei RCA, fragte nach der Sängerin. Sholes hatte schon Elvis unter
Vertrag genommen und konnte nun auch Janis Martin bei RCA
unterbringen.
Dieser Song war auch auf Janis` erster
Single. Auf der eigentlichen B-Seite erschien dann der Song, der ihr
bestverkaufter Song werden sollte: „Drugstore Rock and Roll“
hatte Janis selbst geschrieben, der Song verkaufte sich landesweit
750.000 mal.

Witzigerweise war sie selbst eher ein
Fan von Carl Perkins, dessen Sound ihr mehr zusagte. Mit der
erfolgreichen Single im Gepäck trat sie in der Folge im Fernsehen,
Radio und „On Stage“ auf. The Tonight Show, American Bandstand
und endlich auch „the Grand Old Opry“ waren hier Stationen.
Übrigens noch bevor Brenda Lee oder Wanda Jackson Erfolge feiern
konnten.
Ihre erste Tour machte Janis mit Hank
Snow. Desweiteren tourte sie u.a. mit Faron Young, Johnny Cash und
Carl Perkins. Als Mitglied der „Jim Reeves Show“ tourte sie 1957
für die amerikanischen Truppen in Europa.
Seit 1956 war Janis Martin heimlich
verheiratet. Auf der Europatour (lt. Wikipedia 1958) besuchte sie
ihren in Europa stationierten Ehemann. Und da passierte es: 17 Jahre
war sie erst alt, als ihre Schwangerschaft bekannt wurde und RCA den
Plattenvertrag 1958 kündigte. My Boy Elvis war ihre letzte
veröffentlichte Single bei RCA.
Janis arbeitete in den Jahren mit einer
eigenen Liveband, den Marteens. Ihr Promoter wollte Janis in den
Countrybereich verorten. Ihr Manager wollte mit Janis weiter auf der
Rockabillywelle reiten. Trotz der Geburt ihres Sohnes und der
Scheidung von ihrer Jugendliebe tourte sie weiter. Sie heiratete ein
zweites Mal und lehnte Angebote von Decca und King Records ab. Das
belgische Label Palette Records veröffentlichte lediglich 2 Singles.

1956 wurde Janis Martin anläßlich der
jährlichen DJ Convention zur vielversprechensten Künstlerin des
Jahres gewählt. Das Billboard Magazin zeichnete Janis mit einer
Gedenktafel aus. Wenn man heute an weibliche Rock and Roll
Sängerinnen denkt, dann an Wanda Jackson oder Brenda Lee. Janis
Martin ist leider etwas in Vergessenheit geraten, obwohl gerade ihr
Privatleben eher zum Rock and Roll paßte als dies bei ihren
Nachfolgerinnen der Fall war.
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