Dominik A. Meier - Die verschollene Station (Bände 1 und 2)
Noch ein für mich neuer Autor. Meier lebt in Oberfranken und betätigt sich wohl auch als Coach fürs Schreiben. Laut Biografie einer der bekanntesten deutschen Science-Fiction Autoren. Und sein Output ist beängstigend hoch. Tatsächlich schafft er es, den Leser mitzunehmen und diese gewisse Spannung aufzubauen, die einen noch ein Kapitel weiterlesen lässt.
Ende des 23. Jahrhunderts sind William Trent und seine Assistentin Melanie Harrison Spezialisten in der Demontage von nicht mehr tauglichen Raumschiffen. Sie sollen aber die alte Raumstation Svarog, die 50 Jahre lang als verschollen galt und mit einem Mal mitten im Asteroidengürtel auftaucht, in Einzelteile zerlegen und aus dem Gürtel bringen.
Dort mutet die Szenerie kurzzeitig wie die Alien-Filmreihe an, doch entpuppt sich die schwarze Flüssigkeit nach und nach als Maschinenintelligenz namens Materia, welche von einer längst untergegangenen Zivilisation erschaffen worden war. Ausgestattet mit unendlicher Macht, wurde Materia von ihren Erbauern versklavt und dazu benutzt, sämtliche biologischen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen.
Vernunftbegabt ist Materia trotzdem und benötigt die Hilfe der Menschen, um sich von ihren Zwängen befreien zu können. Bis zum 12 Lichtjahre entfernten System von Tau Ceti reisen Trent und Harrison durch eine Reihe von Toren, die Materia aufgebaut hatte. Dort stoßen sie auf das Wrack der Helmholtz. Dieses Schiff und dessen Besatzung galt ebenfalls als verschollen.
Und noch eine Überraschung: Die erste Offizierin der Helmholtz namens Freymarr hat die Zeiten überlebt, ohne zu altern; dank Materias Hilfe. Hier endet quasi der erste Band. Und, wie ich beim Beginn des zweiten Bandes feststellen musste, setzt der neue Band unmittelbar am Ende des ersten wieder an.
Oder anders: Ein Roman, auf zwei Bücher aufgeteilt. Finde ich eigentlich nicht so gut, aber andere Autoren tarnen dies lediglich besser. Die Menschen haben sich auf Tau Ceti inzwischen eingerichtet. In einem Intermezzo reißt der unsympathische Captain Daalgard noch kurz die Kontrolle vor Ort an sich; im Auftrag der Regierungen von Erde und Mars, scheitert aber.
Am Ende entpuppt sich Materia als „Kind“ von der eigentlichen Maschinenintelligenz Ordnung. Diese ist so stark mit ihren Schöpfern verwoben, dass sie sich nicht von diesen trennen kann und deshalb Materia schuf, damit die wenigstens frei sein könnte.
Die tragische Erkenntnis am Ende ist, dass selbst die Schöpfer von Ordnung Sklaven des von ihnen selbst geschaffenen Systems geworden waren und in Ordnung aufgegangen sind. Die Botschaft des Romans besteht in der Erkenntnis, dass wenn eine Zivilisation zu alt geworden ist und alles erlebt hat, vergehen muss. Oder emotionslos als Maschinenintelligenz endet.
Oder hat Materia die Menschen sogar belogen? Trent dämmert es am Ende, dass die Menschen dank der Technik von Materia den Schöpfern von Ordnung folgen wird. Das dauert zwar Äonen, aber das Ziel ist vorprogrammiert. Sind die Menschen also nur die x-ten Nachfolger der Schöpfer? Offene Fragen am Ende, da kann man selber spekulieren.
Insgesamt lohnt sich der/die Roman(e). Ich werde den Autor weiter verfolgen.
Martha Wells - Der Netzwerk Effekt (Killerbot Roman)
Jetzt endlich starte ich in die weiteren Bände der Killerbot Reihe. In den zweiten Band, um genau zu sein. Der erste bestand ja eigentlich aus 4 Novellen, wobei mich die letzten 3 ja nicht überzeugt hatten. Verfilmt wurde bekanntlich der erste von diesen Teilen. Die grandiosen Schauspieler gaben dem Szenario ein verständlicheres Bild von den woken Menschen einerseits und der stets schlecht gelaunten SecUnit andererseits ab.
Und dieser zweite Band, ein kompletter Roman, knüpft an die Personen des ersten Bandes an und hat mit Fifo (Fieses Forschungsschiff) die witzige Bord KI der zweiten Novelle am Start. Dank der TV-Serie habe ich jetzt zuverlässige Bilder vor Augen, die mich in die Story hineinziehen konnten. Ein ganz klein wenig „Alienreststoff“ spielt hierbei auch eine Rolle, wenn auch klein.
Die SecUnit begleitet Amena, die Tochter von Dr. Mensah, auf einer Forschungsmission, als dieses von Fifo mit dessen Schiff gekapert und durch ein Wurmloch in ein System entführt wird, dessen Kolonisation schon lange gescheitert war (bzw. als gescheitert galt) und vor kurzem von einem Konzern neu besiedelt wurde. Der SecUnit gelingt es aber, Fifo von einer Alienkontamination zu befreien. Jetzt soll SecUnit die Besatzung von Fifo vom Planeten befreien.
Barish-Estranza als Konzern verliert am Ende die Rechte am Planeten, da sich die alte Kolonie dort doch gehalten hatte. Nur hatte die Schwarmintelligenz der Aliens einen Teil der Menschen über externe Interfaces kontaminiert, ein regelrechter Bürgerkrieg fand auf dem Planeten des Systems statt. Und SecUnit mittendrin.
Die lässt eine Kopie von sich mit Fifos Hilfe in das zentrale Computersystem übertragen und kann am Ende die Alienware besiegen. Die Beziehung zu Fifo wird witzig geschildert, es ist eine Hassliebe zwischen SecUnit und Fifo. Am Ende steht wieder mal die Erkenntnis, dass menschliche Reaktionen für SecUnit zwar unverständlich sind, er selbst aber ebendiese Gefühle verspürt, ohne diese einordnen zu können.
Wie bei Data also. Der Roman hat mir beim Lesen viel Spaß bereitet, keine Frage. Allerdings würde ich es nicht für schade halten, hätte ich den Roman nicht gelesen. Herausragend ist er sicherlich nicht; Da haben deutsche Autoren aktuell mehr zu bieten.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Freitag, 23. Januar 2026
Hartmudo: Belgien
19
Der Rest war mehr oder weniger Formsache. Am Bahnhof Brüssel Süd fanden wir die Haltestelle der Buslinie 50 problemlos und fuhren nach kurzer Wartezeit Richtung Ruisbroek. Während der Fahrt des Busses, der "an jeder Milchkanne" anhielt, konnten wir noch einmal schön die Blicke auf die Kulissen der touristisch voll erschlossenen Hauptstadt Europas werfen.
Obgleich uns diese letzte Busfahrt in Belgien ein wenig an die Fahrten auf Jersey erinnert hatte, kam bei uns keine große Begeisterung mehr auf. Zu sehr waren wir nach diesem insgesamt eher ungünstig abgelaufenen Tag auf die Heimreise fixiert. Man könnte sogar sagen, wir freuten uns sogar richtig darauf, dass es an diesem Tag noch zurückging.
Das hatte zur Folge, dass wir beide sichtlich besser gelaunt als noch 5 Stunden zuvor waren und dementsprechend zügig von der Bushaltestelle in Ruisbroek Mitte zu unserem Hotel marschiert waren. Als ich dort die Concierge nach der Rückerstattung der zweiten Nacht fragte, erlebte ich eine kleine Enttäuschung.
Da ich beide Nächte über das Partnerprogramm von Ibis gebucht hatte, müsste ich mich wegen einer Rückerstattung auch über die App dorthin wenden. Der Kollege, der mir dieses schwer verständliche Bonusprogramm am Vortag angedreht hatte, hätte mir zwar auch helfen können, hatte an diesem Tag allerdings frei.
"Scheiß drauf". So mein erster spontaner Gedanke. Wir gingen noch einmal auf unser Zimmer, packten unsere Sachen in Windeseile zusammen und saßen in Rekordzeit im Auto. Ca. 18.00 Uhr. Android Auto an, auf "Zuhause" gedrückt und schon ertönte der Motor, um uns auf schnellstem Wege nach Braunschweig zu bringen.
Leider ergab sich da bereits zu Beginn ein kleines Problem. Die Autobahnauffahrt, die wir bei der Ankunft am Vortag benutzt hatten, war wegen eines Unfalls vollständig gesperrt. Android Auto bot uns stattdessen eine Ausweichroute durch die Brüsseler Innenstadt an.
Fremder! Falls Du jemals Gefahr laufen solltest, in den Brüsseler Feierabendverkehr zu stolpern, stell Deine Karre schnell an die Seite und setz Dich für mindestens zwei Stunden in ein Cafe oder Restaurant. Es muss ja nicht das "Time Off" sein. Wir brauchten mindestens eineinhalb Stunden, ehe wir uns durch den Stop and Go Wahnsinn durchgeboxt hatten.
In dieser kurzen Zeit wurde uns von verschiedenen belgischen Autofahrern vorbildlich gezeigt, warum auch eine theoretische Fahrprüfung - die es in Belgien ja nicht gibt - sinnvoll ist. Ohne Rücksicht auf Verluste fuhren uns diverse Belgier vor den Kühler, um vermeintlich schneller vorwärts zu kommen.
Nur unsere ob der ersehnten Heimfahrt aufgehübschte Stimmung verhinderte einen Wutausbruch, der uns sicherlich teuer zu stehen gekommen wäre. Wenigstens konnten wir uns zusammen über die belgischen Autofahrern aufregen. Das schweißte uns an diesem Tage wieder zusammen, so dass wir kurze Zeit später auf der Autobahn wieder scherzen konnten und vor allen Dingen diesen Urlaub einer kurzen Analyse unterziehen konnten.
Wie üblich hatten wir Kunst und Kultur nur ein wenig gestreift gehabt, weil wir uns vordringlich eher mit den lukullischen Genüssen zu beschäftigen pflegen. Hier habe ich dieses Mal tatsächlich mehr als meine Löwin mitgenommen; die Frikadellen und auf alle Fälle die Bitterballen hatten es mir angetan.
Dagegen fiel das belgische Bier naturgemäß stark ab. Das Fruchtbier hatte meiner Löwin auch nur am ersten Abend gemundet, danach hielt sie sich davon fern. Frucht- oder Trappistenbiere lasse ich dagegen von vorneherein stehen, da bin ich nicht so vergnügungssüchtig.
Natürlich wäre der Besuch des Atomiums das Highlight dieses Urlaubs gewesen, nein - er war es auch. Der Verlust meiner Brieftasche schmälert das Erlebnis Atomium Brüssel ja nicht wirklich, nur meine Dämlichkeit hatte an diesem Tag den negativen Akzent begünstigt.
Jedenfalls freuten wir uns auf unser Zuhause; wahrscheinlich hätten wir das Europaparlament eh nicht mehr anschauen können und Männeken Pis… Nun ja. Das ist dann eigentlich nun wirklich auch verschmerzbar.
Trotz der Widrigkeiten des Staus in Brüssel waren wir noch vor Mitternacht zu Hause und packten unsere Koffer noch am selben Abend aus. Und wir waren froh, so gehandelt zu haben. Denn eine weitere Nacht in Ruisbroek hätte uns nicht nach vorne gebracht.
Mal schauen, wann und wohin wir wieder unterwegs sein werden.
Der Rest war mehr oder weniger Formsache. Am Bahnhof Brüssel Süd fanden wir die Haltestelle der Buslinie 50 problemlos und fuhren nach kurzer Wartezeit Richtung Ruisbroek. Während der Fahrt des Busses, der "an jeder Milchkanne" anhielt, konnten wir noch einmal schön die Blicke auf die Kulissen der touristisch voll erschlossenen Hauptstadt Europas werfen.
Obgleich uns diese letzte Busfahrt in Belgien ein wenig an die Fahrten auf Jersey erinnert hatte, kam bei uns keine große Begeisterung mehr auf. Zu sehr waren wir nach diesem insgesamt eher ungünstig abgelaufenen Tag auf die Heimreise fixiert. Man könnte sogar sagen, wir freuten uns sogar richtig darauf, dass es an diesem Tag noch zurückging.
Das hatte zur Folge, dass wir beide sichtlich besser gelaunt als noch 5 Stunden zuvor waren und dementsprechend zügig von der Bushaltestelle in Ruisbroek Mitte zu unserem Hotel marschiert waren. Als ich dort die Concierge nach der Rückerstattung der zweiten Nacht fragte, erlebte ich eine kleine Enttäuschung.
Da ich beide Nächte über das Partnerprogramm von Ibis gebucht hatte, müsste ich mich wegen einer Rückerstattung auch über die App dorthin wenden. Der Kollege, der mir dieses schwer verständliche Bonusprogramm am Vortag angedreht hatte, hätte mir zwar auch helfen können, hatte an diesem Tag allerdings frei.
"Scheiß drauf". So mein erster spontaner Gedanke. Wir gingen noch einmal auf unser Zimmer, packten unsere Sachen in Windeseile zusammen und saßen in Rekordzeit im Auto. Ca. 18.00 Uhr. Android Auto an, auf "Zuhause" gedrückt und schon ertönte der Motor, um uns auf schnellstem Wege nach Braunschweig zu bringen.
Leider ergab sich da bereits zu Beginn ein kleines Problem. Die Autobahnauffahrt, die wir bei der Ankunft am Vortag benutzt hatten, war wegen eines Unfalls vollständig gesperrt. Android Auto bot uns stattdessen eine Ausweichroute durch die Brüsseler Innenstadt an.
Fremder! Falls Du jemals Gefahr laufen solltest, in den Brüsseler Feierabendverkehr zu stolpern, stell Deine Karre schnell an die Seite und setz Dich für mindestens zwei Stunden in ein Cafe oder Restaurant. Es muss ja nicht das "Time Off" sein. Wir brauchten mindestens eineinhalb Stunden, ehe wir uns durch den Stop and Go Wahnsinn durchgeboxt hatten.
In dieser kurzen Zeit wurde uns von verschiedenen belgischen Autofahrern vorbildlich gezeigt, warum auch eine theoretische Fahrprüfung - die es in Belgien ja nicht gibt - sinnvoll ist. Ohne Rücksicht auf Verluste fuhren uns diverse Belgier vor den Kühler, um vermeintlich schneller vorwärts zu kommen.
Nur unsere ob der ersehnten Heimfahrt aufgehübschte Stimmung verhinderte einen Wutausbruch, der uns sicherlich teuer zu stehen gekommen wäre. Wenigstens konnten wir uns zusammen über die belgischen Autofahrern aufregen. Das schweißte uns an diesem Tage wieder zusammen, so dass wir kurze Zeit später auf der Autobahn wieder scherzen konnten und vor allen Dingen diesen Urlaub einer kurzen Analyse unterziehen konnten.
Wie üblich hatten wir Kunst und Kultur nur ein wenig gestreift gehabt, weil wir uns vordringlich eher mit den lukullischen Genüssen zu beschäftigen pflegen. Hier habe ich dieses Mal tatsächlich mehr als meine Löwin mitgenommen; die Frikadellen und auf alle Fälle die Bitterballen hatten es mir angetan.
Dagegen fiel das belgische Bier naturgemäß stark ab. Das Fruchtbier hatte meiner Löwin auch nur am ersten Abend gemundet, danach hielt sie sich davon fern. Frucht- oder Trappistenbiere lasse ich dagegen von vorneherein stehen, da bin ich nicht so vergnügungssüchtig.
Natürlich wäre der Besuch des Atomiums das Highlight dieses Urlaubs gewesen, nein - er war es auch. Der Verlust meiner Brieftasche schmälert das Erlebnis Atomium Brüssel ja nicht wirklich, nur meine Dämlichkeit hatte an diesem Tag den negativen Akzent begünstigt.
Jedenfalls freuten wir uns auf unser Zuhause; wahrscheinlich hätten wir das Europaparlament eh nicht mehr anschauen können und Männeken Pis… Nun ja. Das ist dann eigentlich nun wirklich auch verschmerzbar.
Trotz der Widrigkeiten des Staus in Brüssel waren wir noch vor Mitternacht zu Hause und packten unsere Koffer noch am selben Abend aus. Und wir waren froh, so gehandelt zu haben. Denn eine weitere Nacht in Ruisbroek hätte uns nicht nach vorne gebracht.
Mal schauen, wann und wohin wir wieder unterwegs sein werden.
Samstag, 17. Januar 2026
Hartmudo: Alles Neu 2/2
2
Irgendwann wird mir das Emmermehl noch über den Weg laufen, da bin ich frohen Mutes. Das Brot wurde aber auch so zum Hit. Mittags zusammengerührt, ließ ich den Teig in einer großen Schüssel für sechs Stunden ruhen. Abends dann backte ich zwei kleine Brote im Lekue und war beim Anstich begeistert. Selbst meine Löwin schlug hier das ganze Wochenende über zu. Und am Schönsten ist die Erkenntnis, das Brotbacken nicht verlernt zu haben. Ist halt wie Fahrradfahren; das verlernt man ja auch nicht.
Nachdem ich meine Löwin dann am nächsten Morgen ins Schloss zur nächsten Thermomix-Sause gefahren hatte, fuhr ich gleich in die Wasserwelt, um endlich wieder ein paar Bahnen zu ziehen. Das hatte ich mir bereits das ganze Jahr 2025 vorgenommen gehabt, es aber aufgrund der Verletzung an den Beinen und dem Loch in der Schulter nicht umgesetzt.
Mittlerweile - ca. seit Anfang Dezember - ist auch das Loch in der Schulter wieder dicht. Und so parkte ich das Auto bei der Wasserwelt und stapfte durch die schneiende Landschaft in die große Badewelt hinein. Ausreden, wieder zu kneifen, fand ich diesmal keine. Man muss die Dinge einfach auch mal durchziehen. Denn am Schönsten ist es, wenn der Schmerz nachlässt.
Im Vorfeld hatte ich es bereits eruiert gehabt: Die Wasserwelt verfügt über ein 25 Meter großes Sportbecken, in dem in der Woche die Schüler und Vereine unterwegs sind. Am Wochenende und in den Ferien ist das Sportbecken frei für alle. Also auch für mich.
Meine Überlegung tendierte zu der folgerichtigen Erkenntnis, dass der Weg zur Hamburger Straße in die Wasserwelt erheblich kürzer ist als der ins Heidberg. Und Samstags oder Sonntags Morgen habe ich mittlerweile eher Zeit fürs Schwimmen als Mittwochs (da bin ich im Home Office) oder am Dienstag nach der Arbeit, was ich vor Corona mit Pocke so gemacht hatte. Doch seinerzeit war ich direkt von der Arbeit bzw. vom Bahnhof aus ins Heidberg geeiert.
Und dann kam mein Fahrradunfall. Da hatte ich das Schwimmzeug fürs Heidberg auch schon dabei gehabt und in der Hektik… egal, der Plan geht Richtung Wasserwelt. Am Tresen informierte ich mich auch gleich über die Modalitäten der von mir früher so geschätzten aufladbaren Karte für die „Stammgäste“.
Die Plastikkarte gibt es nicht mehr, es läuft alles über den Chip am Armband. Dieser steuert alles; vom Eintritt bis zum Verschließen des Umkleideschranks. Da ich Dienstleistungen eher selten blind buche, bezahlte ich den Eintritt für 90 Minuten und ging in die Umkleide. 90 Minuten reichen mir vollkommen, da ich für meine Bahnen früher schon mit ner Dreiviertelstunde hingekommen bin; da bleibt viel Zeit fürs Ausziehen, Anziehen und Eincremen nach dem Ausduschen.
Das Umziehen ging schnell und nach anfänglichen Problemen mit dem Chip am Handgelenk und der Schranktür ging es endlich los. Schnurstracks watschelte ich über die Dusche (erst heiß, dann immer kälter) zum Sportbecken. Das war leidlich gefüllt; auf den 6 Bahnen waren jeweils zwei bis drei Leute unterwegs.
Ich begab mich auf eine der Bahnen am Rand, weil ich nicht unter der Bahnbegrenzung hindurch tauchen wollte. Ein klein bisschen Schiss wegen Auge, Nase - sucht Euch was aus. Jetzt endlich ging es los; 10 Bahnen hatte ich mir für heute vorgenommen. Pause nach jeder Bahn, wenns gut läuft, nach jeder zweiten.
Vor meinem Unfall waren 18 - 20 Bahnen mein Standard gewesen. Ohne Pausen. Aber nach all der Zeit wollte ich es nicht gleich übertreiben. Und tatsächlich - ab Bahn Nummer 5 taten mir schon die Hüfte und der untere Rücken etwas weh. Will damit sagen: Nach acht Bahnen verließ ich das Becken und trudelte gemütlich im großen Hauptbecken aus.
Ein Meter Dreißig Tiefe sind es dort; für mich etwas wenig zum Schwimmen, da ich meine Beine eher tief zu halten pflege. Das musste ich schmerzhaft bei einer Bodenberührung feststellen. Egal, nach kurzer Zeit verließ ich die Schwimmarena, duschte aus und verließ das Gebäude. Nach 75 Minuten; die Zeit von neunzig Minuten reicht ergo aus.
Im Schneegestöber draußen glitt ich auf der Schräge aus und landete auf meinem Hintern, durfte aber keine Folgeschäden beobachten. Sehr gut, das Schwimmen in der Wasserwelt werde ich im Auge behalten. Mal sehen, wie lange die Anreise mit dem Fahrrad dauert.
Abschließend halte ich fest: Brot backen und Schwimmen sind meine Vorsätze fürs neue Jahr. Beides Hobbys, die mir in der Vergangenheit viel Freude bereitet hatten und die mir auf dem Weg verlustig gegangen waren. Da schaun mer mal, wie sich das anlässt übers Jahr. Ich werde es dann berichten. Zwischendurch.
Knapp über 20 Monate sind es jetzt noch, die ich arbeiten muss, bevor ich die wohlverdiente Pension einstreichen kann. Der Job nervt mich von Tag zu Tag mehr. Doch am meisten ätzt es mich an, dass ich über die volle Strecke bis 66einhalb Jahre gehen muss. Viele andere sind schon mit 58 oder Anfang ihrer Sechziger zu Hause geblieben.
Wenn auch mit Abzügen, aber in meinem Fall kann ich mir die Abzüge nicht leisten, wenn ich in der Pension noch zur BiRe oder andere Events fahren möchte. Sicherlich müsste ich dann nicht alles absagen, aber einschränken wäre schon angesagt. Und dann wäre ich bei der einen oder anderen Aktion eben nicht mit dabei.
Und das will ich nicht. Von daher halte ich durch. Wie die Eintracht, die gefälligst auch nicht absteigen soll. In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen. 2026, los gehts.
Irgendwann wird mir das Emmermehl noch über den Weg laufen, da bin ich frohen Mutes. Das Brot wurde aber auch so zum Hit. Mittags zusammengerührt, ließ ich den Teig in einer großen Schüssel für sechs Stunden ruhen. Abends dann backte ich zwei kleine Brote im Lekue und war beim Anstich begeistert. Selbst meine Löwin schlug hier das ganze Wochenende über zu. Und am Schönsten ist die Erkenntnis, das Brotbacken nicht verlernt zu haben. Ist halt wie Fahrradfahren; das verlernt man ja auch nicht.
Nachdem ich meine Löwin dann am nächsten Morgen ins Schloss zur nächsten Thermomix-Sause gefahren hatte, fuhr ich gleich in die Wasserwelt, um endlich wieder ein paar Bahnen zu ziehen. Das hatte ich mir bereits das ganze Jahr 2025 vorgenommen gehabt, es aber aufgrund der Verletzung an den Beinen und dem Loch in der Schulter nicht umgesetzt.
Mittlerweile - ca. seit Anfang Dezember - ist auch das Loch in der Schulter wieder dicht. Und so parkte ich das Auto bei der Wasserwelt und stapfte durch die schneiende Landschaft in die große Badewelt hinein. Ausreden, wieder zu kneifen, fand ich diesmal keine. Man muss die Dinge einfach auch mal durchziehen. Denn am Schönsten ist es, wenn der Schmerz nachlässt.
Im Vorfeld hatte ich es bereits eruiert gehabt: Die Wasserwelt verfügt über ein 25 Meter großes Sportbecken, in dem in der Woche die Schüler und Vereine unterwegs sind. Am Wochenende und in den Ferien ist das Sportbecken frei für alle. Also auch für mich.
Meine Überlegung tendierte zu der folgerichtigen Erkenntnis, dass der Weg zur Hamburger Straße in die Wasserwelt erheblich kürzer ist als der ins Heidberg. Und Samstags oder Sonntags Morgen habe ich mittlerweile eher Zeit fürs Schwimmen als Mittwochs (da bin ich im Home Office) oder am Dienstag nach der Arbeit, was ich vor Corona mit Pocke so gemacht hatte. Doch seinerzeit war ich direkt von der Arbeit bzw. vom Bahnhof aus ins Heidberg geeiert.
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| In der Umkleide |
Und dann kam mein Fahrradunfall. Da hatte ich das Schwimmzeug fürs Heidberg auch schon dabei gehabt und in der Hektik… egal, der Plan geht Richtung Wasserwelt. Am Tresen informierte ich mich auch gleich über die Modalitäten der von mir früher so geschätzten aufladbaren Karte für die „Stammgäste“.
Die Plastikkarte gibt es nicht mehr, es läuft alles über den Chip am Armband. Dieser steuert alles; vom Eintritt bis zum Verschließen des Umkleideschranks. Da ich Dienstleistungen eher selten blind buche, bezahlte ich den Eintritt für 90 Minuten und ging in die Umkleide. 90 Minuten reichen mir vollkommen, da ich für meine Bahnen früher schon mit ner Dreiviertelstunde hingekommen bin; da bleibt viel Zeit fürs Ausziehen, Anziehen und Eincremen nach dem Ausduschen.
Das Umziehen ging schnell und nach anfänglichen Problemen mit dem Chip am Handgelenk und der Schranktür ging es endlich los. Schnurstracks watschelte ich über die Dusche (erst heiß, dann immer kälter) zum Sportbecken. Das war leidlich gefüllt; auf den 6 Bahnen waren jeweils zwei bis drei Leute unterwegs.
Ich begab mich auf eine der Bahnen am Rand, weil ich nicht unter der Bahnbegrenzung hindurch tauchen wollte. Ein klein bisschen Schiss wegen Auge, Nase - sucht Euch was aus. Jetzt endlich ging es los; 10 Bahnen hatte ich mir für heute vorgenommen. Pause nach jeder Bahn, wenns gut läuft, nach jeder zweiten.
Vor meinem Unfall waren 18 - 20 Bahnen mein Standard gewesen. Ohne Pausen. Aber nach all der Zeit wollte ich es nicht gleich übertreiben. Und tatsächlich - ab Bahn Nummer 5 taten mir schon die Hüfte und der untere Rücken etwas weh. Will damit sagen: Nach acht Bahnen verließ ich das Becken und trudelte gemütlich im großen Hauptbecken aus.
Ein Meter Dreißig Tiefe sind es dort; für mich etwas wenig zum Schwimmen, da ich meine Beine eher tief zu halten pflege. Das musste ich schmerzhaft bei einer Bodenberührung feststellen. Egal, nach kurzer Zeit verließ ich die Schwimmarena, duschte aus und verließ das Gebäude. Nach 75 Minuten; die Zeit von neunzig Minuten reicht ergo aus.
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| So geht Winter |
Im Schneegestöber draußen glitt ich auf der Schräge aus und landete auf meinem Hintern, durfte aber keine Folgeschäden beobachten. Sehr gut, das Schwimmen in der Wasserwelt werde ich im Auge behalten. Mal sehen, wie lange die Anreise mit dem Fahrrad dauert.
Abschließend halte ich fest: Brot backen und Schwimmen sind meine Vorsätze fürs neue Jahr. Beides Hobbys, die mir in der Vergangenheit viel Freude bereitet hatten und die mir auf dem Weg verlustig gegangen waren. Da schaun mer mal, wie sich das anlässt übers Jahr. Ich werde es dann berichten. Zwischendurch.
Knapp über 20 Monate sind es jetzt noch, die ich arbeiten muss, bevor ich die wohlverdiente Pension einstreichen kann. Der Job nervt mich von Tag zu Tag mehr. Doch am meisten ätzt es mich an, dass ich über die volle Strecke bis 66einhalb Jahre gehen muss. Viele andere sind schon mit 58 oder Anfang ihrer Sechziger zu Hause geblieben.
Wenn auch mit Abzügen, aber in meinem Fall kann ich mir die Abzüge nicht leisten, wenn ich in der Pension noch zur BiRe oder andere Events fahren möchte. Sicherlich müsste ich dann nicht alles absagen, aber einschränken wäre schon angesagt. Und dann wäre ich bei der einen oder anderen Aktion eben nicht mit dabei.
Und das will ich nicht. Von daher halte ich durch. Wie die Eintracht, die gefälligst auch nicht absteigen soll. In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen. 2026, los gehts.
Freitag, 9. Januar 2026
Hartmudo: Alles Neu 1/2
1
Für mich begann 2026 Silvester kurz nach Mitternacht, als wir mit Jela nach draußen auf die Straße traten, um mit ihr ein paar Raketen abzufeuern. Wir taten dies garantiert nicht, weil meine Löwin und ich so geil aufs Böllern sind, sondern um unserer Enkelin das "Erlebnis" der Knallerei an Silvester zu vermitteln, ehe es verboten wird.
Und das hoffentlich bald. Schon nach wenigen Metern, kurz nach der Einfahrt zu unserem Hof, zuckte ich nach der Explosion eines brutal lauten (polnischen?) Knallers zusammen. Unwillkürlich musste ich an den Krieg in der Ukraine denken. Und an all die Leute, die das sinnlose Töten dort und die unsinnige Aufrüstung hier befürworten.
Die sollen alle zusammen vielleicht mal in das Freiwilligen-Korps der Ukraine eintreten. Vielleicht merken sie dann ja endlich, dass das tausendfache Sterben in der Ukraine - und auch im Gazastreifen - der angeblichen Wertebasierten Ordnung des Westens widerspricht, zumal eben dieser Wertewesten die Konflikte dank permanenter Waffenlieferungen auch noch anheizt. Und wenn es um Gespräche mit dem "Aggressor" Putin geht, herrscht bei unseren "Eliten" absolute Funkstille.
Ich für mein Teil möchte auch einen nur konventionellen Krieg um keinen Preis der Welt erleben, einen dann wahrscheinlichen Atomschlag dagegen schon eher. In dem Falle wäre es wenigstens schnell vorbei. Meine Güte, diese ganzen Bengels, die da in dieser Nacht schon seit dem Nachmittag rumgeballert haben, leben wohl in ihrer Playstation Traumwelt.
Nach dem ersten Schreck gingen wir aber zügig weiter zur Straße, um die Sch… Raketen schnell wegzuballern. Wie gesagt, die Kleine.... hatte sich schon seit Wochen drauf gefreut. Sieben ist sie jetzt, die kleine Prinzessin. Und bekam von all dem lauten Geballer Angst.
Leute! Schlagt mich mit nassen Handtüchern, nennt mich bei Tiernamen. Aber: Ja - das Verteufeln des Ballerns und gleichzeitig dieses der Enkeltochter zuzumuten… ist konträr gegensätzlich. Äh, was? Widerspricht sich. Das ist mir eben beim Schreiben gerade selbst aufgefallen. Und dennoch, so bin zumindest ich der Meinung, war diese Vorgehensweise richtig.
Denn es ist gut, wenn Jela beim Ballern von polnischen Böllern und Raketenbatterien Angst verspürt. Denn jetzt hat sie zumindest einen groben Eindruck bekommen, wie lebensbedrohlich es sich anfühlt, wenn echte Raketen herum schwirren und man selbst der / die / divers nächste ist, der / die / divers getroffen wird.
Und jetzt alle: NIEDER MIT DEN WOKEN! So, das musste mal raus.
Ganz schnell waren wir wieder in unserer sicheren Wohnung gelandet. Die letzten 2 Raketen hatten wir den Nachbarn geschenkt. Meine Löwin und ich wären gerne noch bei unseren netten Nachbarn zum Plauschen stehen geblieben, aber Jela hatte die Paranoia gepackt. Sie wollte einfach nur noch weg, hatte Angst.
Nochmal: Das Szenario erwies sich als durchaus stimmig. Es knallte und zischte; auch fühlte es sich temperaturmäßig wie in der ukrainischen Tundra an. Meine Hoffnung ist jetzt, dass Jela sich in ihrem weiteren Leben der fortschreitenden Militarisierung verweigert. Das sie aktiv gegen diese Militarisierung demonstriert, mag ein Träumchen von mir bleiben.
Ihr geht es aber jetzt wieder gut, was mich zugegebenermaßen beruhigt. Im neuen Jahr. Hey - in diesem Jahr! Und da sind wir nun (endlich!) bei den guten Vorsätzen, welche es umzusetzen gilt und zumeist zum Scheitern verurteilt sind.
Als erstes: Brot backen. Bis ins neue Jahrtausend hinein hatte ich alle zwei Wochen zuhause ein Brot gebacken. Zumeist mit Dinkelvollkorn, eventuell mit Sonnenblumen- oder Kürbiskernen verfeinert. Auch sparte ich nicht am Brotgewürz, welches meine Löwin sehr schnell ablehnte, weil überwürzt.
Da wir alsbald unsere Kisten zusammen geschmissen hatten, fehlte mir irgendwann die Zeit zum Brotbacken. Und die Akzeptanz meiner Löwin; wenn sie es gut gefunden hätte, wäre die über 20jährige Pause beim Brotbacken nicht eingetreten. Und dann backte ausgerechnet meine Löwin irgendwann selber Brot. Mit Hilfe von Tuppers Ultra oder ihrem Thermomix, und das schmeckt zugegebenermaßen nicht schlecht.
Kurz gesagt: Das frustrierte mich die ganze Zeit. Und dann fand ich im November letzten Jahres diese Backmatte von Lekue, bestellte sie bei Amazon und ließ mir das Ding von meiner Löwin zu Weihnachten schenken.
Und Voila, am Freitag dem Zwoten, nach meinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr, ging es dann mittags los. Schon Tage vorher hatte ich nach Rezepten im Internet geforscht, hatte Anfang der Woche bei Edeka noch Mehl und Trockenhefe gekauft. Puristen nehmen Sauerteig oder frische Hefe, doch ich hatte früher schon mit Trockenhefe positive Erfahrungen sammeln können, zumal diese die Arbeitszeit verkürzt und den Zeitaufwand in Grenzen hält.
Dazu hatte ich beim Anbremsen (ich war mit dem Wagen zur Arbeit gefahren) bei Edeka, also dem After-Work-Shopping, noch eine Flasche Dithmarscher Dunkel gekauft. Das gesuchte Emmermehl war bei Edeka leider nicht erhältlich, aber ihr merkt schon, dass ich mich sofort für ein Bierbrot entschieden hatte.
Die Hefe des Bieres sowie das Gerstenmalz fördern das Aufgehen des Brotteiges enorm, wobei das Malz den Geschmack idealerweise abrundet. Das von mir eingesetzte Dinkelvollkornmehl ist hierbei Weizenvollkorn stets vorzuziehen; geschmacklich ist Weizenbrot eher nicht so intensiv. Bei Brot ist dies schlecht, bei Brötchen dagegen ist Weizenmehl unschlagbar. Zumindest, wenn man dort noch eine Bratwurst einklemmen kann.
Für mich begann 2026 Silvester kurz nach Mitternacht, als wir mit Jela nach draußen auf die Straße traten, um mit ihr ein paar Raketen abzufeuern. Wir taten dies garantiert nicht, weil meine Löwin und ich so geil aufs Böllern sind, sondern um unserer Enkelin das "Erlebnis" der Knallerei an Silvester zu vermitteln, ehe es verboten wird.
Und das hoffentlich bald. Schon nach wenigen Metern, kurz nach der Einfahrt zu unserem Hof, zuckte ich nach der Explosion eines brutal lauten (polnischen?) Knallers zusammen. Unwillkürlich musste ich an den Krieg in der Ukraine denken. Und an all die Leute, die das sinnlose Töten dort und die unsinnige Aufrüstung hier befürworten.
Die sollen alle zusammen vielleicht mal in das Freiwilligen-Korps der Ukraine eintreten. Vielleicht merken sie dann ja endlich, dass das tausendfache Sterben in der Ukraine - und auch im Gazastreifen - der angeblichen Wertebasierten Ordnung des Westens widerspricht, zumal eben dieser Wertewesten die Konflikte dank permanenter Waffenlieferungen auch noch anheizt. Und wenn es um Gespräche mit dem "Aggressor" Putin geht, herrscht bei unseren "Eliten" absolute Funkstille.
Ich für mein Teil möchte auch einen nur konventionellen Krieg um keinen Preis der Welt erleben, einen dann wahrscheinlichen Atomschlag dagegen schon eher. In dem Falle wäre es wenigstens schnell vorbei. Meine Güte, diese ganzen Bengels, die da in dieser Nacht schon seit dem Nachmittag rumgeballert haben, leben wohl in ihrer Playstation Traumwelt.
Nach dem ersten Schreck gingen wir aber zügig weiter zur Straße, um die Sch… Raketen schnell wegzuballern. Wie gesagt, die Kleine.... hatte sich schon seit Wochen drauf gefreut. Sieben ist sie jetzt, die kleine Prinzessin. Und bekam von all dem lauten Geballer Angst.
Leute! Schlagt mich mit nassen Handtüchern, nennt mich bei Tiernamen. Aber: Ja - das Verteufeln des Ballerns und gleichzeitig dieses der Enkeltochter zuzumuten… ist konträr gegensätzlich. Äh, was? Widerspricht sich. Das ist mir eben beim Schreiben gerade selbst aufgefallen. Und dennoch, so bin zumindest ich der Meinung, war diese Vorgehensweise richtig.
Denn es ist gut, wenn Jela beim Ballern von polnischen Böllern und Raketenbatterien Angst verspürt. Denn jetzt hat sie zumindest einen groben Eindruck bekommen, wie lebensbedrohlich es sich anfühlt, wenn echte Raketen herum schwirren und man selbst der / die / divers nächste ist, der / die / divers getroffen wird.
Und jetzt alle: NIEDER MIT DEN WOKEN! So, das musste mal raus.
Ganz schnell waren wir wieder in unserer sicheren Wohnung gelandet. Die letzten 2 Raketen hatten wir den Nachbarn geschenkt. Meine Löwin und ich wären gerne noch bei unseren netten Nachbarn zum Plauschen stehen geblieben, aber Jela hatte die Paranoia gepackt. Sie wollte einfach nur noch weg, hatte Angst.
Nochmal: Das Szenario erwies sich als durchaus stimmig. Es knallte und zischte; auch fühlte es sich temperaturmäßig wie in der ukrainischen Tundra an. Meine Hoffnung ist jetzt, dass Jela sich in ihrem weiteren Leben der fortschreitenden Militarisierung verweigert. Das sie aktiv gegen diese Militarisierung demonstriert, mag ein Träumchen von mir bleiben.
Ihr geht es aber jetzt wieder gut, was mich zugegebenermaßen beruhigt. Im neuen Jahr. Hey - in diesem Jahr! Und da sind wir nun (endlich!) bei den guten Vorsätzen, welche es umzusetzen gilt und zumeist zum Scheitern verurteilt sind.
Als erstes: Brot backen. Bis ins neue Jahrtausend hinein hatte ich alle zwei Wochen zuhause ein Brot gebacken. Zumeist mit Dinkelvollkorn, eventuell mit Sonnenblumen- oder Kürbiskernen verfeinert. Auch sparte ich nicht am Brotgewürz, welches meine Löwin sehr schnell ablehnte, weil überwürzt.
Da wir alsbald unsere Kisten zusammen geschmissen hatten, fehlte mir irgendwann die Zeit zum Brotbacken. Und die Akzeptanz meiner Löwin; wenn sie es gut gefunden hätte, wäre die über 20jährige Pause beim Brotbacken nicht eingetreten. Und dann backte ausgerechnet meine Löwin irgendwann selber Brot. Mit Hilfe von Tuppers Ultra oder ihrem Thermomix, und das schmeckt zugegebenermaßen nicht schlecht.
Kurz gesagt: Das frustrierte mich die ganze Zeit. Und dann fand ich im November letzten Jahres diese Backmatte von Lekue, bestellte sie bei Amazon und ließ mir das Ding von meiner Löwin zu Weihnachten schenken.
Und Voila, am Freitag dem Zwoten, nach meinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr, ging es dann mittags los. Schon Tage vorher hatte ich nach Rezepten im Internet geforscht, hatte Anfang der Woche bei Edeka noch Mehl und Trockenhefe gekauft. Puristen nehmen Sauerteig oder frische Hefe, doch ich hatte früher schon mit Trockenhefe positive Erfahrungen sammeln können, zumal diese die Arbeitszeit verkürzt und den Zeitaufwand in Grenzen hält.
Dazu hatte ich beim Anbremsen (ich war mit dem Wagen zur Arbeit gefahren) bei Edeka, also dem After-Work-Shopping, noch eine Flasche Dithmarscher Dunkel gekauft. Das gesuchte Emmermehl war bei Edeka leider nicht erhältlich, aber ihr merkt schon, dass ich mich sofort für ein Bierbrot entschieden hatte.
Die Hefe des Bieres sowie das Gerstenmalz fördern das Aufgehen des Brotteiges enorm, wobei das Malz den Geschmack idealerweise abrundet. Das von mir eingesetzte Dinkelvollkornmehl ist hierbei Weizenvollkorn stets vorzuziehen; geschmacklich ist Weizenbrot eher nicht so intensiv. Bei Brot ist dies schlecht, bei Brötchen dagegen ist Weizenmehl unschlagbar. Zumindest, wenn man dort noch eine Bratwurst einklemmen kann.
Sonntag, 4. Januar 2026
Contramann: kurz gesehen im Januar
Das Jahr 2026 fängt ja gut an. Der Brand in der Bar in Crans-Montana, der Stromausfall in Berlin, sogar für mehrere Tage, dank eines Anschlags der „Vulkangruppe“, die „Reiche“ treffen wollten:
https://www.berliner-zeitung.de/news/stromterror-in-berlin-das-bekennerschreiben-im-wortlaut-li.10012514 Und natürlich die Verhaftung von Maduro in Venezuela und Verschleppung in ein US-Gefängnis. Völkerrechtlich äußerst bedenklich ist hier die Vorgehensweise, egal wie man das System Maduro betrachtet.
Werden die USA jetzt wegen des völkerrechtswidrigen Angriffs von Olympiade und Fußball WM ausgeschlossen? Wo bleiben die schnell angekündigten Sanktionen gegen die USA, Frau von der Leyen? Nanu, Fehlanzeige? Mit Russland hatte man das doch auch durchgezogen.
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/alles-gegen-rechts/
Frohes Neues mit diesem Artikel, der mir irgendwie aus dem Herzen spricht. Und spontan denke ich da an die Szene im Film „CBGB“, wo Hilly die 4 langhaarigen Jungs aus Queens nach ihren Songs fragt. Joey antwortet:
„Wir haben 4 Stücke. „I don’t wanna walk around with You“, „I don’t wanna be learned“, „I don’t wanna be tame“ und „I don’t wanna go down to the Basement“.“
Hilly ist irritiert.
„Ne ganze Menge, was Ihr nicht wollt. Wollt Ihr überhaupt was?“
Joey druckst zuerst etwas rum, meint dann aber:
„Wir haben da noch was in Arbeit. Das heißt „I wanna sniff some Glue“.“
„Gut, einen Standpunkt zu haben“, so Hillys Resümee.
Und das ist eben das Problem all dieser … gegen Rechts Gruppen. Sie wissen, dass sie dagegen sind. Wenn Sie aber etwas Positives dagegen stellen sollen, kommt höchstens „Glue“. Nicht, dass diese Leute wirklich Klebstoff schnüffeln wollten, aber mehr als Allgemeinplätze wie Freiheit, Toleranz oder Demokratie kommen dabei nicht rum.
Den Begriff „freie Meinungsäußerung“ habe ich hier nicht angeführt, weil genau diese durch die ach so engagierten Gruppen ausgehebelt wird. Denn jeder, der gegen die Meinung dieser Verteidiger der Demokratie ist, ist ein Rechter.
Diese reflexartige Ausgrenzung Andersdenkender war übrigens auch ein klassisches Merkmal im Nationalsozialismus, wenn es um/gegen die Bolschewiken ging.
„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus»“ - Ignazio Silone.
In diesem Sinne. Möge 2026 nicht das letzte Jahr in „Freiheit“ sein.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/altersarmut-steigt-wagenknecht-nennt-rentner-wohlstandsverlierer-der-letzten-jahre-li.10011304
Hier mal was für unsere Statistikfreunde. Anhand von Durchschnittszahlen von Jahreseinkommen der letzten 3 Jahre argumentiert Sahra Wagenknecht zu Recht, dass der Abstand der Einkommen der arbeitenden Bevölkerung zu den Renteneinkommen immer größer wird. Und immer mehr Menschen, vor allem Frauen, müssen „zum Amt.“
Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII; genau das ist mein Arbeitsumfeld und ich kann Frau Wagenknecht hier nur zustimmen. Und dass dem so ist, liegt eben auch an den vielen Jobs im Niedriglohnsektor, den ausgebaut zu haben sich Gerhard Schröder einst rühmte. Klare Kante halt. Niedriges Einkommen bedeutet weniger Rentenbeiträge und bei Auszahlung logischerweise viele niedrige Renten, welche der Staat durch Transferleistung (SGB XII) aufstocken muss.
Aber laut unseres aktuellen Bundeskanzlers sei der Sozialstaat so nicht mehr finanzierbar und muss reformiert werden. Wobei Reform ja die neue Duftmarke der Nebelkerze ist. Die ganzen Lobbyinteressen von Betreibern sozialer Einrichtungen müssen natürlich noch beachtet werden, die sollen es ja nicht ausbaden müssen.
Ausbaden werden diejenigen die Misere, die eben keine Lobby in Berlin haben. Und das sind nun einmal die Betroffenen selbst.
Eins noch: Was ich an Statistik richtiggehend hasse, sind fehlende Zahlen, die eben nicht in die Statistik eingehen. Im konkreten Vergleich Renten zu Arbeitseinkommen hätte mich interessiert, ob es sich hierbei um Brutto- oder Nettobeträge handelt.
Überhaupt ärgert es mich bei all dem Gerede über die Höhe von Renten, dass immer nur die Bruttobeträge erwähnt werden. Und die „magischen“ 48% sind eben Bruttobeträge; da gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung und die Einkommenssteuer runter. Und Einkommenssteuer mussten meine Eltern seinerzeit nicht zahlen.
So viel zum Thema, die Renten wären zu hoch.
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/das-ende-des-deutschen-nachkriegstraumes/
Die Geschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg klug und schonungslos dargestellt. Wer in seiner Schulzeit Geschichte oder auch Politik in dem Nachkriegsdeutschland nicht interessant fand und als unwichtig abtat, sollte sich wenigstens diesen Artikel durchlesen, bevor er zu heutigen politischen Themen überhaupt den Mund zum Sprechen öffnet.
Erwähnenswert ist hier noch die Entwicklung nach dem Zusammenbruch der DDR. Wurden vorher in Westdeutschland noch die Arbeitnehmerinteressen bedient, was sich in einem allgemein steigenden Wohlstand äußerte, so wurden deren Belange seit dem Zusammenbruch der DDR nach und nach zusammengestrichen.
Für die sozialen Belange ist halt kein Geld da. Nur für die Rüstung, dafür aber unbegrenzt. Echt zum Göbeln.
Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“
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