Neulich
flatterte mir auf der Arbeit eine Mail mit internen
Fortbildungsseminaren auf den Rechner. Es startete mit einem
„Netzwerk Seminar“.
Was
sind eigentlich Netzwerke? Wir alle kennen Facebook oder auch Xing,
auch twittern gehört mittlerweile zum guten Ton. Auf dem Seminar
soll vermittelt werden, wie man zur Durchsetzung eigener Standpunkte
die Unterstützung durch andere Leute einsetzt. Man baut sozusagen
ein eigenes Netzwerk auf. Selbstredend ist dieses Seminar für
Führungskräfte und andere Dölmer, die in Arbeitskreisen abhängen,
gedacht.
Also
nicht für mich. Gut so. Schlimm genug, das so etwas nun auch noch in
Seminaren vermittelt werden muß. Wenn man zu doof ist, andere Leute
in seinem Sinne zu beeinflussen und für sich arbeiten zu lassen,
kriegt man das in Seminarform noch vermittelt. Das eine Führungskraft
dies können sollte, meinetwegen.
Aber
wenn man „netzwerken“ eigentlich nicht kann, ist man doch nicht
als Führungskraft geeignet, oder doch? Das Ganze kommt mir so rüber,
als ob man Jedem ein paar Grundlehrgänge wie Gesprächs- und
Mitarbeiterführung, Teamworking oder Netzwerken schnell überstülpt
und voila! Fertig ist die Führungskraft.
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Das Phantom ! |
Deshalb
also auch „Nieten in Nadelstreifen“. Oder Hosenanzug. Nicht das
mir die Gleichstellungsbeauftragte noch meckert.
Schlimm
genug, das manche Leute „netzwerken“ auch noch lernen müssen.
Mein Netzwerk sind meine Freunde und Familie. Die in der Interaktion
mit diesem Personenkreis gemachten Erfahrungen seit meiner Kindheit
reichen aus, um in Besprechungen und Seminaren im beruflichen Alltag
zu bestehen bzw. meine Meinung deutlich zu machen. Diskutieren,
andere überzeugen … Dazu brauch ich kein Seminar. Und wenn ich mit
meiner Meinung keinen überzeigen kann, dann ist meine Meinung halt
falsch. Kann ja mal vorkommen.
Aber
genau das geht für Führungskräfte ja gar nicht: Das die eigene
Meinung (bzw. die der nächsthöheren Führungsetage) falsch sein
könnte. Schließlich geht es mehr dadrum, Meinungen oder
Arbeitsrichtlinien in der Hierarchie nach unten durchzudrücken.
Widerworte sollen da im Keim erstickt werden.
Deshalb
werden junge Führungskräfte in Gesprächsführung und jetzt auch im
Netzwerken gezielt geschult, damit diese nicht den Faden verlieren,
die gewünschte Meinung transportieren und die Illusion der
Einflußnahme durch die unteren Knallchargen gewahrt bleibt.
Letzten
Donnerstag war ich bei Pocke und Patti. Pan war mit den beiden
Kindern aus erster Ehe auf der Durchreise nach England in
Braunschweig anwesend, auch UMD gab sich die Ehre. Bei einem netten
Abend mit Sild und Aquavit hatte ich mehr Spaß als wenn ich auf Xing
mein Profil aktualisiere. Und ich schreibe über dieses Treffen nicht
in Facebook oder Twitter, sondern hier.
Wen
es interessiert, kann mich ja kontaktieren und näheres erfahren.
Oh
no. Mit ein bißchen Lebenserfahrung und „echten“ sozialen
Kontakten brauchst Du keine Followers auf Facebook. Konservative
Werte wie Verläßlichkeit, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit sind da
gefragt.
Ich
argwöhne schon seit langem, das die Kinder der 90er damit nichts
anfangen können, weil es ihnen zu nervig ist, dauernd auf Andere
einzugehen. Das solche Leute dann natürlich entsprechende Seminare
brauchen, liegt auf der Hand.
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Pepsi macht Augen |
Knapp
zusammengefaßt, lautet das Fazit folgendermaßen: Leute, die
Seminare zum Netzwerken brauchen oder digitale Netzwerke wie Xing
oder Facebook brauchen, müssen es wohl sehr nötig haben. Looser,
die es allein nicht schaffen. Ich selbst mag es auch nicht geschafft
haben, aber ich lebe damit.
Also
Leute – Arsch inner Hose zusammenkneifen und gegengehn. Wer
Hilfsmittel braucht, ist nicht echt.
Zuguterletzt
noch die Meldung, das wir Zuwachs bekommen haben. Pepsi ist eine
eineinhalbjährige Katze aus dem Tierheim und noch sehr scheu. Sushi
läuft schon dauernd Patrouille. Wir sind gespannt, wie schnell sie
sich einlebt.
Ein
erster Spitzname für Pepsi hat sich auch schon herauskristallisiert:
Das Phantom.
Schnell
wie der Blitz huscht sie an Dir vorbei. Du siehst quasi nur ihren
Schatten. Allerdings wird sie von Tag zu Tag zutraulicher. Das
Phantom – das passt zur „Psychokatze.“ Sushi fiel nämlich
gerade am Anfang dadurch auf, das sie Dich immer so durchdringend
ansah. Du mußt dann einfach aufstehen und ihr was zu fressen geben
...
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