Sonntag, 29. März 2026

Uncle Fester: grad gelesen März 2026

Thariot - Nomads (Bände 1- 3)
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Und damit sind wir auf Eta Prime und dem verbliebenen Alien namens Sasha; sie ist das übrig gebliebene Alpha, Schwester von Lucile. Beschützt von Kerry und Aiden, werden alle drei dennoch von einer religiösen Sekte in die Wüste von Eta Prime verschleppt, während die Aliens und Verbündeten von Harlan beim Gouverneur Willeth gut Wetter machen.
Die religiösen Spinner werden von Sasha vernichtet, Kerry und Aiden haben zudem heldenhafte Auftritte, ehe sie nach New Amsterdam zurückkehren. Sasha warnt die Menschen noch vor den Aliens; die Vernichtung der Menschen ist wohl zu befürchten. Mehr hierzu werde ich leider erst im dritten Band erfahren können.
Bleibt noch… Jael. Die wird von Harlan mal so richtig veräppelt und auf den Müllplaneten Nena Prime zum Sterben entsorgt. Hierzu hat Thariot dankenswerterweise noch die Androidin Nelliver hinzugefügt. Diese Androidin dritten Grades hat einen rein biologischen menschlichen Körper, quasi ein Replikant im Blade Runner Sinn.
Sie hilft Jael gegen die Schergen von Harlan, der den zerstörten C3 als Souvenir zurück haben möchte. Als der C3 - inzwischen repariert und eher ein Hund - durch Zufall auf Jael trifft, überwindet er seine neue Programmierung und hilft Jael und Nelliver bei der Vertreibung des Rasmus-Clans und Errichtung einer unabhängigen Regierung der Androiden, die endlich ihre Freiheit auf Nena Prime erkämpfen.
Meine Güte, da ist ja so vieles drin in diesem Band. Z.B. bei den manipulativen Medien musste ich sogleich an die heutige Realität denken. Wie Jael mithilfe der Medien als Verbrecherin hingestellt wird, obwohl Harlan der eigentliche Verbrecher ist, dass erinnert schon sehr stark an das Verhalten vieler Medienschaffender in der Coronazeit.
„Kinder der 1000 Monde“ ist der dritte und Abschlussband. Und auch hier schafft es Thariot, das hohe Tempo der ersten zwei Bände aufrechtzuerhalten. Erneut wird zu Beginn des Bandes eine neue Hauptperson eingeführt. Ihr Name ist Lin; zusammen mit den Überlebenden ihrer Familie lässt sie sich im Exil auf Eta Prime nieder. Dies geräuschlos, weil sie Angst vor Verfolgung haben muss. Nur die Quasi Gouverneurin Kerry nimmt Lin ihre Story nicht ab.
Trotzdem beauftragt sie die uns bereits bekannte Einheit der Corporate Marines, Lin und ihre Familienangehörigen irgendwohin in Sicherheit zu bringen. Denn ihnen ist schon eine von Paul Macfadden beauftragte Einheit ehemaliger Söldner und Killer (die Legion!) auf den Fersen, unter der Leitung von Ruges. Diese hasst zwar Paul, aber Jael hasst sie noch mehr. Paul hat Ruges in der Hand, deshalb akzeptiert sie ihre Existenz als Auftragskillerin.
Das Phänomen, welches Lin und ihre kleine Tochter für Macfadden so gefährlich erscheinen lässt, nennt sich „Shining“ und bezieht sich auf paranormale Fähigkeiten wie Telekinese und ähnliche Techniken, mit denen Lin oder ihre Tochter bei Gefahr reagieren und ihre nähere Umgebung bedrohen, gar verwüsten können.
Deutlich wird dies in dem Moment, als Ruges mit ihren Killern Aiden und die Marines in der Wüste gestellt hat. In einer Verzweiflungsaktion ballern die Killer das Kind tot, welches im Todeskampf ein „Shining“ auslöst, wodurch ein riesiger Riss im All entsteht; oder besser gesagt ein Wurmloch und eine Verbindung zu einer Galaxie, welche sich in mehr als 1000 Milliarden Lichtjahren Entfernung befindet. Kommt das Volk aus jener Galaxie?
Thariot gelingt es mühelos, auch zu so „später Stunde“ noch neue Fragen aufzuwerfen. Um diese kurz zu beantworten: Ja, das Volk kommt aus jener Galaxie, ist selbst aber auch nur der Rest einer Zivilisation, die vor einer drohenden Vernichtung durch andere Aliens in unsere Milchstraße flieht. Sie haben gräuliche Haut und größere Augen als Menschen, aber eine vergleichbare Statur - wie wir von Thariot erfahren.
Die neuen Fragen erfüllen zumindest die Funktion, die lange Wartezeit auf die Bände vier bis sechs auszufüllen. Thariot deutet dies im Anhang an; auch einen weiteren „Dreier“ namens „Last Legion“, welcher im selben Universum spielt und wie diese ersten drei Bände ein Vorspiel zu den eben erwähnten Bänden vier bis sechs darstellt. Hoffentlich übernimmt sich Thariot damit nicht; ich würde mich allerdings über mehr Stoff aus diesem Universum freuen.
Was bleibt da noch? OK, Lin ballert Ruges in 1000 Stücke - Ruges stirbt allerdings nicht. Sie hat ja auch Lucile in sich aufgenommen. Ihre „Schwester“ Sasha, die sich die ganze Zeit vor dem Volk und den Macfaddens auf Eta Prime bei Kerry versteckt gehalten hatte, taucht plötzlich auf und nimmt die regenerierte Ruges mit in die Wüste. Warten also auf Teil 4.
Willeth wiederum erliegt dem Charme der Macht. Auf Lania trifft er als Repräsentant von Eta Prime auf Paul Macfadden, der ihm den Vorsitz über sein Imperium anbietet. Denn Macfadden steht auf der Fahndungsliste, weil sein Konzern ein schweres Verbrechen Jahrzehnte zuvor begangen hatte. Willeth entwickelt sich zum Opportunisten, wechselt also zur falschen Seite der Macht.
Das Verbrechen? Wird von Jael und ihren freien Androiden auf einem Mond, welcher von den Androiden gekauft wird, in den Tiefen dieses Mondes entdeckt. Dort befinden sich Hunderte Leichen von Lins Sippe; die Angst vor dem Shining ließ den Völkermord durch die Macfaddens geschehen.
Das Shining ist also ein Phänomen, welches bei den Menschen und dem Volk vorkommt. Und eines, welches gnadenlos ausgemerzt werden soll, weil die „Normalos“ vor dieser Macht mehr Angst haben, als dass sie darin Chancen erkennen können.
Puh - ein vielschichtiges Universum hat Thariot hier geschaffen. Spannend, mysteriös und vor allem vielschichtig. Da bin ich ganz heiß darauf, wie die Geschichte weitergeht. Auch wenn ich darauf mehrere Jahre warten muss.

Montag, 23. März 2026

Hartmudo: Edinburgh

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Nach einer ruhigen Nacht, in der wir beide gut geschlafen hatten, wachten wir so um 7.00 Uhr herum auf. Dank des im Zimmer vorhandenen Wasserkochers nebst Teebeuteln (PG Tips) gestaltete sich der frühe Morgen äußerst angenehm. Eigentlich müsste ich mir zuhause auch einen Wasserkocher neben das Bett stellen, doch da ich im Alltag zu wenig Zeit und Muße vor der Arbeit zum Teetrinken vor dem Anziehen habe, lasse ich es.
Mit gemischten Gefühlen gingen wir ins Restaurant zum Frühstück, wobei die negativen Befürchtungen ausschließlich auf meinem Mist gewachsen waren. Frühstück in Großbritannien; da hatte ich bislang eher selten etwas bekommen, was dem gewohnten Standard entspricht. Speck und Schinken vor Fett triefend, dass Rührei dank des Streckens mit Milch eher weiß statt gelb und der Toast in Butter getränkt - gerade in Irland, aber auch in Schottland hatte ich es so erlebt. Da würde ich mich an Cornflakes, evtl. Porridge und Müsli halten müssen. So dachte ich zumindest.
Doch weit gefehlt. Nicht nur der allseits beliebte Toaster mit dem „Förderband“ war vorhanden, sondern auch noch Mehrkorntoast. Der Schinken war nicht so fettig wie befürchtet, dennoch hielt ich mich davon fern. Gleiches galt auch für die Sausages, obwohl die sehr gut aussahen. Ich beließ es bei Toast, Rührei (welches richtig gut war) und einer Schale Müsli. Der Kaffee dazu reichte zum Runterspülen. Meine Löwin testete die gesamte Palette durch und war ebenfalls sehr angetan von diesem Frühstück.
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir wollten zunächst die „Touristen Rennbahn“, also die Princess Street, erkunden und in den Nebenstraßen schauen, was da so los ist. Die Victoria Street war auf meinem Zettel notiert, weil ich da in einer Reisebeschreibung ein faszinierendes Foto gesehen hatte.
Wir kauften uns in der 19 zwei Tagestickets und schon fuhren wir los. Zusammen mit anderen Touristen stiegen wir am Halt Westend aus. Guter Orientierungspunkt war hier das Cafe Huxley im großen Gebäude auf der anderen Seite der Kreuzung in Fahrtrichtung. Das Gebäude beherbergt das Waldorf Astoria; Gegenüber ist die wuchtige St. Johns Cathedral. Hier beginnt die Princess Street, die Einkaufsmeile der Stadt.
Die Innenstadt Edinburghs besteht aus der New Town, in der wir uns gerade befanden, und der Old Town mit Castle und Viktoria Street. In Prinzip könnte man sich das Ganze auch als zwei Hügel oder parallel verlaufende Höhenzüge vorstellen. in dessen Tal mit den Princess Garden ein affengeiler Park zum Relaxen und Durchschnaufen einlädt.
Wir waren sofort hin und weg ob dieser grünen Oase in all dem frühen, morgendlichen Trubel. Wir schlenderten ein Stück durch den noch menschenleeren Park und entdeckten nach kurzer Zeit einen wunderschönen türkisfarbenen Brunnen. Darin eingearbeitete, goldfarbene Tierköpfe speisten das Wasser hinein. Dort vorstehend, war im Hintergrund das mächtige Edinburgh Castle hoch oben auf dem Felsen in Sicht. Spätestens jetzt wussten wir, dass dieser Trip nach Edinburgh kein Einmaliger werden würde.
An dieser Stelle verließen wir den Park und gingen direkt auf die Princess Street, welche direkt an den Park grenzt, so dass die Häuser lediglich auf der gegenüberliegenden Seite der Straße standen. Aber bevor wir uns in einen Shopping Rausch hineinsteigern wollten, gingen wir hinter die Häuserzeile und passierten kleine Gassen, die als Fußgängerzonen hinter der Princess Street verliefen.
Bemerkenswert an diesen Gassen und Straßen ist, dass sie nicht nur schachbrettartig angelegt sind, sondern auch immer Sichtachsen bilden. In den Hügel hineingebaut, ist auf den Kuppen stets ein Denkmal postiert. Wenn man sich auf den dazugehörigen Kreuzungen positioniert, hat man Edinburgh Castle, eine Kathedrale oder einfach mal nur den „Firth of Forth“, den Fjord zur Nordsee, im Blick.
Zurück auf der Princess Street, klapperten wir nun die Geschäfte ab. All die Geschäfte, die Kleider, Schals und Überwürfe mit Tweed verkauften, waren für meine Löwin nicht so interessant. Ein schöner Stoff, zweifelsohne, aber tragen möchte sie ihn nicht. Und nein, einen Schottenrock habe ich mir nicht gekauft.
Und zwischendurch ging unser Blick zur anderen Straßenseite zum Park, wo die Dudelsackspieler die Touristen erfreuen. Imposant außerdem das Scott Monument zu Ehren des schottischen Schriftstellers Sir Walter Scott, der im 19. Jahrhundert wirkte. Genau gegenüber auf der Ladenzeile der Princess Street befindet sich ein Ziel, welches ich zuvor im Reiseführer entdeckt hatte. Jenners Departement Store.
Jenners war bis 2005 das älteste unabhängige Kaufhaus Schottlands. Beim Betreten des Jenners fiel uns sofort die für britische Kaufhäuser typische Architektur bzw. Atmosphäre ins Auge. Hier gefiel uns vor allem der riesige innen liegende Lichthof. Durch das Glasdach fiel das Licht angenehm auf die Ständer mit den Joggingklamotten im Erdgeschoss. In den einzelnen Stockwerken befanden sich die unterschiedlichsten Abteilungen in den von oben einsehbaren Rundgängen.
Keine Rolltreppen versperrten die Aussicht. Treppen und ein (!) Fahrstuhl sind auf einer Seite konzentriert. Übrigens: Als erstes stolperten wir beim Eintreten durch die Parfümerie. Ob Macys in Manhattan oder Harrods in London - soll es edel sein, ist zunächst die Parfümerie zu durchlaufen.

Dienstag, 17. März 2026

Hartmudo: Superwumms

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Wir mussten es und hätten uns auch gern etwas anderes vorgestellt als diese sinnentleerende Tätigkeit. Während andere schon studieren oder Geld verdienen konnten, rissen wir die 15 Monate ab - abends wurde dann gesoffen, was das Zeug hielt. Mit dem Kanonier war ich am Wochenende im Jolly oder auch auf Konzerten und Festivals. In der WG mit Pocke war er ein gern gesehener Gast gewesen, ebenso in der Nachbarschaft bei den Antifas. Als jene noch gegen tumbe Glatzen und richtige Nazis zu Felde zogen und nicht wie heute am Tropf regierungsnaher NGO's hängen und gegen die wirklich "Linken" aggressiv zu Felde ziehen.
Ich fragte also den Kanonier, ob er mir helfen könne. Diese Hilfe hatte er im Gespräch zuvor bereits von sich angeboten. Und er machte mir klar, dass die Verweigerung dieser Hilfe einer Befehlsverweigerung gleich kommen würde. Nein - ein Scherz, aber er wollte helfen. Und nochmal: Wenn Du bei Minus 15 Grad des Nachts unter der Plane im Zehntonner im Bundeswehrschlafsack pennen musst (jeder für sich allein natürlich), schweißt das zusammen.
Der Kanonier bat mich für den Freitag am späten Vormittag zu sich in die Praxis. Doch bereits in diesem Telefonat machte er mir unmißverständlich klar, um was es ging: Er würde mir wohl gleich "die volle Dosis" verschreiben. Denn es galt, mich sofort runterzuregeln, damit das ewige Grübeln aufhört. Also schnell und kompromisslos.
Da war er also wieder: Der Silberstreif am Horizont.
Freitag, 3. März. Heute also einer dieser Schlüsseltermine im Zusammenhang mit der langwierigen Erkrankung. Meine Löwin würde mit mir ins nahe gelegene Weserbergland zum Kanonier fahren; ihre Anwesenheit war vom Kanonier ausdrücklich erbeten. Dies würde also einer der besseren Tage werden; Cruisen über die Landstraße bei sonnigem Frühlingswetter.
Doch vor das Vergnügen hat der liebe Herrgott die Arbeit gesetzt; in meinem Fall war dies der erste Termin bei der Ergotherapie. Fahrradfahren ging ja wieder, ergo begab ich mich frühmorgens mit dem Rad zum Hagenmarkt. Quasi neben meiner Rheumatologie wurde meine Ergotherapie durchgeführt.
Um 7:15 Iuhr hatte ich den ersten Termin und begab mich in den ersten Stock in die Praxis. Die Tür war offen, aber innen drin war keine Menschenseele zu entdecken. Der Tresen war unbesetzt; der Eingangsbereich, der auch als Wartezone dient, war auch verwaist, was bei der frühen Stunde auch nicht wirklich überraschen konnte.
Ein bisschen Spielzeug für Kinder, sonst nur Stühle. Ich war verwirrt. Auf mein "Hallo? Ist da Jemand?" erfolgte keine Reaktion, also setzte ich mich auf einen der Stühle und wartete ab. Denn irgendjemand musste die Praxis ja aufgeschlossen haben. Gut, dass ich für gewöhnlich früher als gefordert aufzulaufen pflege.
Für 10 - 15 Minuten saß ich da so rum, daddelte auf meinem Handy herum und drehte mich damit gut runter. Dann kam aus irgendeiner Tür die Therapeutin und nahm mich sogleich in eines der Zimmer mit. Dort angekommen, setzten wir uns an einem kleinen weiß lackierten Tisch gegenüber. Nach ein paar Fragen zu meiner Krankengeschichte ging es dann endlich los.
Anders als bei der Krankengymnastik, die ich im Nachgang eher als Massagetermin erlebt hatte, ging es hier ausschließlich um mein rechtes Handgelenk. Interessant war ein Gummiroller mit Noppen, welcher, an der Operationsnarbe angewandt, die Durchblutung fördern und eine Vernarbung der Operationsnaht verhindern sollte.
Einen ähnlichen Roller hatte ich mir daraufhin im Netz bestellt gehabt, meine "Hausaufgaben" jedoch bereits nach wenigen Versuchen eingestellt. Die von der Therapeutin geäußerte Befürchtung, dass sich die Operationsnarbe ohne Stimulation durch den Gummiroller verhärten oder gar schmerzen würde, hatte sich gottlob nicht bewahrheitet.
Im Übrigen wurde das rechte Handgelenk mit weiteren Hilfsmitteln wie z.B. den bekannten Ball zum Zusammenquetschen trainiert und gängig gemacht. Sehr hilfreich waren die Dehn- und Streckübungen mit beiden Handgelenken. Die verbesserte Beweglichkeit war bereits nach der ersten Übung zu spüren gewesen. Diese Art der Übungen hatte ich dann auch eigenverantwortlich täglich durchgeführt; zumindest für 3-4 Wochen.
Die später folgenden fünf Sitzungen sollten in ähnlicher Manie folgen, wenngleich ich dann auch nicht mehr alleine im Wartebereich sitzen musste. Anfang März war wohl doch Krankheits- oder Urlaubszeit gewesen. Einmal, da kann ich mich noch gut dran erinnern, saßen mir eine Mutter und ihr behinderter Sohn (ca. 12 Jahre) gegenüber. Der etwas hyperaktive Junge wurde liebevoll von seiner Mutter betreut; auch die Therapeutinnen nahmen sich der Situation vorbildlich an. Es schien sich hierbei auch um einen Stammgast gehandelt zu haben.
Nach dem ersten Termin im Ergotherapiezentrum jedenfalls radelte ich schnurstracks nach Hause, weil der wirklich wichtige Termin an diesem Tag ja ganz woanders stattfand. Meine Löwin wartete bereits auf mich. Noch etwas zu Essen einschieben - und los ging es ins Weserbergland. Meine Löwin setzte sich ans Steuer, derweil ich zeitweise meinen eigenen Gedanken im Beifahrersitz nachhing.
Seit dem Unfall waren bereits 2 Monate ins Land gegangen, und erst heute sollte ich einen Termin beim Psychiater bekommen. In dieser Zeit habe ich erfahren müssen, dass für das Personal im Gesundheitswesen die Information des Patienten eher nicht im Vordergrund steht. "Warten sie dort. Gehen Sie zu dem Arzt."
Derart kryptische Ratschläge hatte ich zur Genüge erhalten. Keiner hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass meine auch von mir selbst bemerkten psychischen Schwierigkeiten bei bestimmten Spezialisten therapiert werden mussten. So war mir der Unterschied zwischen Psychiater und Psychotherapeuten nicht geläufig gewesen.
Und vor allem: Eine Depression bedeutet eben nicht, dass man sich gleich aufhängen möchte oder apathisch auf die gegenüberliegenden Wand starrt. Wenn ich bei meinem Termin im Schlosscarree einen Monat zuvor mehr über die verschiedenen Abstufungen von Depressionen bzw. den vielen entsprechenden Verstimmungen, welche die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal durchmachen müssen, informiert gewesen wäre, hätte ich bei der Frage des Doktors nach einer eventuell vorliegenden Depression anders reagiert und hätte sein Angebot einer Medikation dankend angenommen.

Dienstag, 10. März 2026

Contramann: kurz gesehen im März

https://www.news.de/politik/859390135/iaea-chef-keine-anzeichen-fuer-atomwaffen-programm-im-iran-nukleares-risiko-news-der-dpa-aktuell-zu-atom-konflikten-und-krieg/1/
Aktuelles geht vor. Zumal wir im Moment drohen, in einen weltweiten Konflikt hineinzugeraten. Der völkerrechtswidrige Angriff der USA und Israels auf den Iran seit Ende Februar ist ein weiterer Schritt in Richtung Abgrund - sprich 3. Weltkrieg.
Und nein, Frau Hayali, das „Regime“ des Irans mag ein diktatorisches sein, in dem ich selbst auch nicht leben möchte. Und egal, wie diese Theokratie 1979 an die Macht gekommen ist: Der Iran ist immer noch Mitglied der UNO und von daher völkerrechtlich anerkannt.
Wie schon bei den Luftangriffen 2025 muss der Schutz vor einem angeblichen iranischen Programm zur Herstellung von Atomwaffen als Begründung herhalten. Doch ist dies tatsächlich so? Die internationale Atomenergiebehörde sieht das nicht so.
Sollte hier eine vergleichbare Situation wie 2003 vorliegen, als Präsident Bush angeblich existierende Massenvernichtungswaffen des Iraks als Begründung für den 3. Golfkrieg anführte? Im Nachhinein musste die „Koalition der Willigen“ 10 Jahre später einräumen, dass sie einer Fehlinformation der Geheimdienste aufgesessen waren. Wer’s glaubt…
Es gilt offenbar nur noch das Recht (und die Interessen) des Stärkeren. Wie in der Sandkiste. - „das ist meine Schaufel!“. Hier noch ein Kommentar, den ich sehr gelungen finde:
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/das-dreigestirn-europaeischer-schaebigkeit/
Tja - Deutschland befindet sich in der zweiten Reihe unter ferner liefen. Wie im Medaillenspiegel bei der letzten Winterolympiade.

https://www.manova.news/artikel/die-depression-der-besten-staatsform
Ein mal witziger Ansatz. Wenn die Demokratie uns glücklich macht, warum schauen dann all die Verteidiger unserer regelbasierten Ordnung so missmutig drein, wenn sie unsere Werte mit breiter Brust verteidigen? Und warum lächeln Russen, Chinesen oder selbst Nordkoreaner so häufig, wie man dies auch mal in Dokumentationen über die diktatorischen Regimes, in denen diese armen Menschen leben müssen, beobachten kann?
Sicherlich ist das nicht ganz ernstzunehmen, aber letztendlich gehört zur Wahrheit dazu, dass es in jedem politischen System zuallererst darum dreht, dass es so viel Menschen wie möglich gut geht. Je mehr dies der Fall ist, desto stärker ist der Rückhalt des Systems in der Bevölkerung gegeben. Dies gilt auch für Nordkorea, Russland und Iran.
Dies ist übrigens auch seit jeher ein Ansatz für den Wertewesten gewesen: Ein missliebiges System durch Sanktionen wirtschaftlich derart zu schwächen, dass die Bevölkerung anfällig für die Errungenschaft der „freien“ Marktwirtschaft wird und sich gegen die eigene Regierung erhebt bzw. einem von außen angeschobenen Regime Change positiv gegenüber steht.
Kuba, Russland, Venezuela oder Iran sind hier die aktuellen Beispiele. Klappt dies nicht wie gewünscht, wird auch schon mal Gewalt angewendet. Kritisch ist dies allerdings im Falle Russland, da die dank starker Atomwaffen zurückschlagen könnten.
Die Iraner aktuell besitzen solche Waffen nicht, obwohl dies von westlichen Geheimdiensten gern als Gefahr und damit Rechtfertigung eines völkerrechtswidrigen Angriffs angeführt wird. Hätten die Iraner tatsächlich Atomwaffen, hätten selbst die Amis den Schwanz eingekniffen.
Wir werden über den Sommer sehen, wie weit Amis und Israelis ihre Kriegsziele erreichen können. Sprich: Regime Change. Klappt dies nicht, schlägt die Aggression in anderer Form auf USA und Israel zurück. Statt wirtschaftlicher Expansion bzw. billiger Rohstoffe wird's dann teuer.

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/spd-will-mit-putin-sprechen-verspaetete-diplomatie-versuche-li.10016521
Ein herrlich bissiger Kommentar in der Berliner Zeitung. Und ich bin auch immer wieder erstaunt, dass viele an und für sich hochintelligente Menschen in meinem Umfeld diese simple Tatsache einfach nicht begreifen wollen; am Können kann es ja nicht liegen.
Wenn man einen Krieg wirklich beenden will, muss man mit dem Feind reden. Es sei denn, man ist in der Lage, ihn zu besiegen. Das Beispiel mit Admiral Dönitz als Unterzeichner der Kapitulation der Wehrmacht 1945 ist hier passend. Dieser war nur wenige Tage „Staatschef“, einzig und allein zu jener Unterschrift der Kapitulation des Nazi-Regimes.
Die Ukraine dagegen war nie in der Lage gewesen, Russland militärisch zu besiegen. Auch mit Unterstützung der Nato nicht - da hätte die Nato schon selbst Truppen entsenden müssen. Und all das Gerede über die angebliche Schwäche Russlands hat sich nicht bewahrheitet; nach jetzt vier Jahren des überflüssigen Sterbens wird allerhöchstens spekuliert, wie lange die Ukraine noch durchhalten kann.
Im Übrigen zeigt sich - je länger dieser Krieg dauert - eher die Schwäche der Nato bzw. des Westens. So habe ich eher den Eindruck, dass der Westen den Einsatz eigener Truppen nicht aus Angst vor einem dritten Weltkrieg gescheut hatte, sondern eher aufgrund der eigenen Schwäche. Denn die in die Billionen gehenden Militärausgaben haben bereits in der Vergangenheit nicht zu einer „schlagkräftigen Truppe“ geführt; zumindest was die europäischen Nato-Mitglieder angeht. Jeder, der bei der Bundeswehr gewesen ist, weiß, was ich meine.
All das ist eigentlich schon seit Jahren sichtbar gewesen; In Istanbul 2022, nach wenigen Wochen des Krieges, hätte die Ukraine einen besseren Deal erhalten können als es jetzt selbst Hardliner wie Kiesewetter fordern. Doch dank Boris Johnson ließ sich die Ukraine zur Fortsetzung des Krieges überreden. Vielleicht auch mit ein Grund, weshalb der irre Trump die Europäer nicht mit an den Verhandlungstisch bittet.
Der Vorstoß des SPD Abgeordneten zu Gesprächen mit Moskau kommt spät; unsere Regierung sowie die dazugehörigen Medien machen hier leider keine gute Figur. Bitter.
Ergänzend hierzu vielleicht noch ein Link zur TAZ:
https://taz.de/Ex-Mitglied-kritisiert-die-Gruenen/!6148657/
Ich teile zwar nicht die sehr negative Meinung des Autors zu Russland, aber die Argumente bezüglich der Ineffizienz des deutschen Militärhaushalts und der mangelnden Einforderung von Effizienz der finanziellen Mittel der Bundeswehr unterschreibe ich sofort.

Alsdann: Bleiben Sie links, bleiben Sie kritisch. Und:
„I`m so bored with the USA. But what can I do?“

Montag, 2. März 2026

Hartmudo: Neue Männer braucht das Land

Den nachfolgenden kurzen Text habe ich im April 2012 geschrieben und dann nicht mehr weiter ausgebaut. Weiß der Kuckuck, warum ich den Text seinerzeit nicht veröffentlicht hatte. Jedenfalls ist er mir beim Durchforsten meines Ordners ins Gesicht gefallen.
Anscheinend war ich beim Schreiben ganz schön angeschiggert gewesen; heuer würde ich diesen Text nicht mehr so schreiben. Da war ich wohl vor 14 Jahren ziemlich angefressen gewesen. Sei es drum: Jetzt geht er online.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,809420,00.html
Das Forum zum Artikel ergänzt den Bericht sehr gut.
Letztendlich ist die „Emanzipation“ seit Ende der 60er mit ihren Auswüchsen wie antiautoritäre Erziehung, nicht hauen sondern reden – also das ganze Dödelprogramm – für diesen Missstand verantwortlich.
Das geht schon im Kindergarten los, wo die engagierte Erzieherin die Jungs zu besseren Mädchen heranzüchtet.
Erziehung ist ja seit Jahrtausenden Frauensache. Merkwürdigerweise wollen SIE diese Kompetenz nicht abgeben. Wenn Du mal was nicht machst, weil Du anderer Meinung bist oder Dich vielleicht nicht traust – Schlappschwanz. Wenn SIE dagegen mal auf den Tisch hauen soll …. „Frauen machen das anders“, „Ich mach das auf meine Art“, „Ich bin so überlastet, weil Du mich nicht unterstützt…“ salbader salbader.
Ich bin ja mittlerweile überzeugt davon, dass wir von Aliens infiltriert worden sind. Damals, als Apollo 11 1969 vom Mond zurückkam, haben Armstrong und Collins unbewusst außerirdische Larven eingeschleppt. Bei Männern konnten sich die Larven nicht entwickeln oder nicht richtig. Die Zunahme von Schwulen seit dieser Zeit sowie das Gesicht von Michael Jackson bestätigen diese These.
Deshalb haben sich nur die Larven entwickeln können, die per Geschlechtsverkehr auf die Ehefrauen von Armstrong und Collins übersprangen. Zur Tarnung nahmen die außerirdischen Gestalten dann die Gestalt ihrer weiblichen Wirtskörper an. So können SIE die Menschheit besser unterjochen. Sieh Dir Alice Schwarzer doch mal genau an!
Wenn wir nicht aufpassen, ist es bald so weit: Dann werden SIE uns töten! Denn im Sirius-System, wo die Aliens wahrscheinlich herkommen, ist der Genuss von männlichen Penissen eine Delikatesse! Und dass der Mund bei Aliens woanders sitzt, dürfte ja bekannt sein. Jetzt rate mal, wo …..
Deshalb wird der letzte Bulle die Menschheit retten müssen.
Aber Spaß beiseite. Männer wie Frauen werden auch in Zukunft am anderen Geschlecht verzweifeln. Das macht den Reiz ja aus. Zum Glück hat auch die Emanzipationsbewegung daran nicht rütteln können.